Wir jonglieren nicht mit Zahlen. Wir schaffen Klarheit und Transparenz in jedem Berichtsjahr. Daran hat sich auch 2012 nichts geändert.

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1 Mit unseren ZAHLen können Sie rechnen Wir jonglieren nicht mit Zahlen. Wir schaffen Klarheit und Transparenz in jedem Berichtsjahr. Daran hat sich auch 2012 nichts geändert. Sehen Sie selbst.

2 Ingrid Riedl, Finanz- und Rechnungswesen, Vienna Insurance Group, Österreich Mag. Michael Klikovits, Finanz- und Rechnungswesen, Vienna Insurance Group, Österreich

3 KONZERNLAGEBERICHT 2012 WIRTSCHAFTLICHES UMFELD Angesichts einer weltweit und national herausfordernden Konjunkturlage ist die Entwicklung des österreichischen Versicherungsmarktes nicht als Zeichen einer spezifischen Schwäche des Versicherungssektors zu interpretieren. Der österreichische Gesamtmarkt verzeichnete, vor allem aufgrund des Rückgangs im Bereich Leben (-6,7%), im Jahr 2012 eine leichte Verringerung von -0,9%. Das österreichische Bruttoinlandsprodukt wuchs real um lediglich +0,6%, wobei besonders das zweite und vierte Quartal mit +0,1% bzw. -0,1% gedämpft ausfielen. Die Staatsschuldenkrise und die damit einhergehende Schwäche des Welthandels traf Österreich als kleine offene Volkswirtschaft in besonderer Weise. Dennoch konnten Sparbemühungen des öffentlichen Haushalts und die modernisierte Wirtschaftsstruktur vor einer tieferen Rezession schützen. Der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts der jüngsten zehn EU-Mitgliedsländer (NMS-10) fiel mit 1,1% zwar niedrig aus, lag jedoch noch deutlich über der Entwicklung der EU-27, die ein Minus von 0,3% verzeichnete. Die Arbeitslosigkeit in den NMS-10 war 2012 mit 9,8% um 0,7 Prozentpunkte geringer als jene der EU-27. Aufgrund der gedämpften Nachfrage aus den EU-15 konnte sich die Leistungsbilanz dieser Länder nur geringfügig um 0,6 Prozentpunkte erholen. Auf europäischer Ebene konnte rechtzeitig die Handlungsfähigkeit der EU demonstriert werden, was zu einer einstweiligen Beruhigung der Finanzmärkte entscheidend beitrug. Hier positionierte sich die EZB stärker als in der Vergangenheit. RECHTLICHES UMFELD Solvency II Die Änderungen im europäischen Versicherungsaufsichtssystem, die unter dem Namen Solvency II bekannt sind, und von allen Mitgliedstaaten der EU umzusetzen sind, stellen Versicherungsunternehmen vor große Herausforderungen. Die Unsicherheit über das tatsächliche Inkrafttreten von Solvency II und dessen finale Ausgestaltung im Detail erfordern ein hohes Maß an Flexibilität in den Umsetzungsplanungen der Gesellschaften. Zudem ist nach derzeitigem Stand davon auszugehen, dass diese grundlegende Reform des Versicherungsaufsichtsrechtes bei vielen Unternehmen zu höheren Kapitalanforderungen führen wird. Zur Erfüllung der umfangreichen Anforderungen, die Solvency II mit sich bringt, hat der Vorstand der Vienna Insurance Group während des Geschäftsjahres 2009 ein konzernweites Projekt zur Implementierung von Solvency II auf Einzel- sowie Konzernebene eingerichtet, das zentral von Österreich aus gesteuert wird. Gruppenweite Richtlinien und Methodiken werden im Konzern entwickelt und dezentral in den Einzelgesellschaften umgesetzt, um eine konsistente und rechtzeitige Umsetzung von Solvency II auf Einzel- und Gruppenebene zu gewährleisten. Die Einbeziehung von Expertengruppen aus den Einzelgesellschaften fördern dabei den Erfahrungsaustausch und die vollumfängliche Akzeptanz dieser Richtlinien innerhalb der gesamten VIG. Unter den derzeitigen regulatorischen Voraussetzungen und auf Basis der durchgeführten Analysen und Testrechnungen ist die VIG auf Gruppen- und auf Einzelebene auf Solvency II gut vorbereitet. An der Entwicklung und Implementierung eines partiellen Internen Modells wird im Zuge des Solvency II-Projektes sowohl auf Konzern- als auch auf Einzelebene weiter intensiv gearbeitet. Es wird sichergestellt, dass in den Konzerngesellschaften die notwendigen Berechnungsmodelle und Berechnungsprozesse eingerichtet werden, um sowohl auf Einzelunternehmensebene als auch hinsichtlich der Gruppenberechnungen konsistente Werte ermitteln zu können. Es finden regelmäßig Abstimmungen mit den Aufsichtsbehörden in den einzelnen VIG-Ländern statt, um eine Abnahme des partiellen Internen Modells zum Zeitpunkt des Inkrafttretens von Solvency II sicherzustellen. Im Hinblick auf die künftigen qualitativen Risikomanagement-Anforderungen wird in der Vienna Insurance Group ein einheitliches Solvency II-adäquates Governance-System etabliert, das alle notwendigen Schlüsselfunktionen umfasst sowie die Verantwortlichkeiten und Prozesse klar definiert. Weiters wurden konzernweit einheitliche Standards und Methodiken hinsichtlich Risikoinventur und Own Risk and Solvency Assessment (ORSA) entwickelt, die im Rahmen von Probeläufen dezentral und auf Gruppenebene getestet wurden. Ein konzernweites internes Kontrollsystem gewährleistet die Einhaltung der sich aus dem Risikomanagement ergebenden Leitlinien und Vorgaben. 70 KONZERNBERICHT 2012 VIENNA INSURANCE GROUP

4 UNTERNEHMEN & STRATEGIE KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS Während in 2012 die eigentliche Entwicklung und Implementierung der Modelle und Prozesse im Vordergrund stand, liegt der Fokus im Jahr 2013 auf der weiteren Verfeinerung und Harmonisierung der fachlichen und technischen Berechnungs- und Berichtsprozesse sowie der Vorbereitung auf das Genehmigungsverfahren des partiellen Internen Modells mit den Aufsichtsbehörden. Foreign Account Tax Compliance Act Der Foreign Account Tax Compliance Act (FATCA) stellt einen Teil des im Jahr 2010 in Kraft getretenen Steuergesetzgebungspakets der Vereinigten Staaten (U.S.) dar. Ziel von FATCA ist, eine Steuerhinterziehung durch U.S.-Steuerpflichtige, die ihr Einkommen von ausländischen Finanzinstituten erhalten, zu verhindern. Vor diesem Hintergrund sieht FATCA vor, dass ausländische Finanzinstitute ein Vertragsverhältnis mit der U.S.-Steuerbehörde eingehen, in dem sie sich verpflichten, alle wesentlichen Daten ihrer U.S.- Kunden der U.S.-Steuerbehörde offenzulegen. FATCA tritt mit 1. Jänner 2014 in Kraft. Die VIG sowie auch ein Teil ihrer Konzerngesellschaften sind von FATCA insofern betroffen, als diese aufgrund ihres Unternehmensgegenstands bzw. Produktportfolios als ausländische Finanzinstitute gelten. Die VIG ist sich dessen bewusst; Maßnahmen für die konzernweite Umsetzung einer FATCA-Compliance-Strategie werden unter Berücksichtigung rechtlicher Rahmenbedingungen in den betroffenen VIG-Märkten vorbereitet. Unisex-Tarife Die so genannte Gleichbehandlungs- oder Unisex- Richtlinie aus dem Jahr 2004 regelt die Verwendung geschlechtsspezifischer versicherungsmathematischer Faktoren im Versicherungswesen und bei verwandten Finanzdienstleistungen. Sie bestimmt, dass bei Verträgen, die nach dem 21. Dezember 2007 abgeschlossen wurden, die Berücksichtigung des Faktors Geschlecht nicht zu unterschiedlichen Prämien und Leistungen führen darf. Die EU-Mitgliedstaaten durften allerdings proportionale Unterschiede bei den Prämien und Leistungen weiterhin zulassen, wenn die Berücksichtigung des Geschlechts bei einer auf relevanten und genauen versicherungsmathematischen und statistischen Daten beruhenden Risikobewertung ein bestimmender Faktor ist. In seinem Urteil vom 1. März 2011 erklärte der Gerichtshof der Europäischen Union diese Ausnahmeregelung für ungültig. Bis spätestens 21. Dezember 2012 mussten die lokalen rechtlichen Vorgaben an diese Änderung angepasst werden. Alle neuen Verträge dürfen seit diesem Datum nur mehr auf Basis von sogenannten Unisex- Tarifen abgeschlossen werden, auf den Bestand hat die Regelung generell keinen Einfluss. Diese Änderung betrifft alle Versicherungsprodukte, deren Tarife unter Berücksichtigung des Geschlechts kalkuliert wurden, d.h. vor allem die Personenversicherungssparten (Lebens-, Krankenund Unfallversicherung). Alle Konzerngesellschaften der Vienna Insurance Group, die operativ in Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und des EWR tätig sind, haben mit entsprechendem personellen und technischen Zusatzaufwand ihre Tarife sowie die erforderlichen Verwaltungs- und Vertriebsprozesse adaptiert. Alleine in der Lebensversicherung wurden rund 700 Tarife auf Unisex-Prämien umgestellt und zeitgerecht bis 21. Dezember 2012 implementiert. Überarbeitung von IFRS 4 Im Juli 2010 wurde ein Entwurf eines neuen IFRS zu Versicherungsverträgen veröffentlicht, der den derzeitigen IFRS 4 ersetzen sollte. IFRS 4 beinhaltet die für die Bilanzierung von Versicherungsverträgen relevanten Bestimmungen der International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Entwurf sieht einen Ansatz der Verpflichtungen mit dem Erfüllungswert vor; dieser ermittelt sich durch Diskontierung der erwarteten künftigen Zahlungsströme aus dem Versicherungsvertrag. Die Umsetzung der Regelungen wird die Versicherungen vor große Herausforderungen stellen. Seit Anfang 2011 laufen die gemeinsamen Beratungen von IASB und dem US-Standardsetzer FASB zu den eingegangenen Kommentierungsschreiben. Aufgrund der darin enthaltenen Kritik an den Vorschlägen des Entwurfs hat sich das IASB entschieden, den Entwurf zu überarbeiten und erneut der Öffentlichkeit zur Kommentierung vorzulegen. Dies soll bis zum 1. Halbjahr 2013 erfolgen. Mit einer Veröffentlichung des finalen Standards wird im 2. Halbjahr 2014 gerechnet. Es wird von einer Vorbereitungszeit von drei Jahren für die Versicherungsunternehmen ausgegangen, der Standard dürfte somit voraussichtlich mit 1. Januar 2018 effektiv werden. Der Vorstand der VIG verfolgt diese Entwicklungen und wird nach Veröffentlichung des endgültigen Standards zeitgerecht mit den Vorbereitungen für dessen Umsetzung beginnen. B KONZERNBERICHT 2012 VIENNA INSURANCE GROUP 71

5 Überarbeitung von IFRS 9 IFRS 9 Finanzinstrumente befasst sich mit der Klassifizierung, dem Ansatz und der Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten. IFRS 9 wurde im November 2009 sowie nach mehreren Änderungen, zuletzt am 16. Dezember 2011, veröffentlicht. Eine Übernahme in europäisches Recht ist bislang nicht erfolgt. Nach der ursprünglichen Fassung des IFRS 9 wäre für Versicherungen die Klassifizierung von Vermögenswerten zu fortgeführten Anschaffungskosten deutlich erschwert worden. Zudem hätte der neue Standard zu Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der Wirtschaftsbranchen geführt. Der IASB hat nunmehr im November 2012 einen Entwurf zu Änderungen an IFRS 9 Finanzinstrumente veröffentlicht, der insbesondere die Einführung einer neuen Bewertungskategorie für gehaltene Schuldinstrumente ergebnisneutral zum beizulegenden Zeitwert enthält. Künftig soll es möglich sein, gehaltene Schuldinstrumente ergebnisneutral zum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren. Der Vorschlag würde dazu führen, dass Versicherungen mit ergebnisneutral zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten finanziellen Vermögenswerten in der Gewinn- und Verlustrechnung Informationen zu fortgeführten Anschaffungskosten zeigen können, während in der Bilanz die Werte zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesen werden. Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert gehaltene Schuldinstrumente würden ferner dem gleichen Wertminderungsmodell unterliegen wie zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte Vermögenswerte. Der IASB ergänzte ferner den Standard im Zuge der Fertigstellung der verschiedenen Phasen seines umfassenden Projekts zu Finanzinstrumenten, sodass er im Endeffekt einen vollständigen Ersatz für IAS 39 Finanzinstrumente Ansatz und Bewertung ergeben wird. Das IASB hat ferner den Zeitpunkt der verpflichtenden Erstanwendung von IFRS 9 Finanzinstrumente auf Berichtsperioden verschoben, die am oder nach dem 1. Jänner 2015 beginnen. Die Möglichkeit einer vorzeitigen Anwendung ist gegeben. Die Auswirkungen von IFRS 9 für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Darstellung im Konzern werden vom Vorstand der Vienna Insurance Group fortlaufend geprüft. GESCHÄFTSVERLAUF DES KONZERNS 2012 Die rund 50 zur Vienna Insurance Group gehörenden Versicherungsgesellschaften sind in der Schaden- und Unfallversicherung, der Lebensversicherung und in einigen Ländern auch in der Krankenversicherung tätig. Diese drei Versicherungssparten werden in der nach Geschäftsbereichen gegliederten Konzernberichterstattung erläutert. Mit dem Jahresabschluss 2012 ändert sich die Darstellungsweise der regionalen Segmentberichterstattung. Erstmals werden jene Konzerngesellschaften, die überregionale Steuerungs- und Koordinationsfunktionen für die Gruppe wahrnehmen, in einem eigenen Segment Zentrale Funktionen abgebildet. Darin enthalten sind folgende Gesellschaften: BIAC, Central Point, ELVP, LVP, Neue Heimat Holding, Progress, TBIH, VIG Fund, VIG Holding, VIG RE und die gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften. Darüber hinaus werden Konsolidierungsschritte im Rahmen der Erstellung der Jahres- und Quartalsabschlüsse beim Segmentbericht nach Regionen künftig in einer eigenen Konsolidierungsspalte zusammengefasst. In Summe bleibt das Konzernergebnis dadurch unverändert. Die adaptierte Abbildung der geografischen Regionen schafft mehr Transparenz. So bilden die Ländersegmente Österreich, Tschechische Republik, Slowakei, Polen, Rumänien und Übrige Märkte nunmehr die Entwicklung der operativen Gesellschaften jedes Landes ab, denn die Auswirkungen aus konzern- und segmentübergreifenden Maßnahmen z. B. aus Rückversicherungsaktivitäten werden nun in der Konsolidierungsspalte gezeigt. Zur besseren Vergleichbarkeit adaptiert die Vienna Insurance Group ihre Segmentberichterstattung nach Regionen rückwirkend für die Geschäftsjahre 2011 und Die Märkte Montenegro und Weißrussland wurden im Jahr 2012 aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht in den Konsolidierungskreis der VIG einbezogen. Details zu den Änderungen des Konsolidierungskreises können dem Anhang ab Seite 113 entnommen werden. Die Vienna Insurance Group ist in den meisten ihrer Märkte mit mehr als einer Gesellschaft bzw. Marke präsent. Die Gesellschaften in einem Land adressieren durch ihren individuellen Marktauftritt auch verschiedene Zielgruppen. 72 KONZERNBERICHT 2012 VIENNA INSURANCE GROUP

6 UNTERNEHMEN & STRATEGIE KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS Dementsprechend unterscheiden sich die Produktportfolios in ihrer Ausgestaltung. Wenn jedoch klare Synergiepotenziale die Vorteile eines diversifizierten Marktauftrittes eindeutig überwiegen, kann es auch zu Fusionen von Konzerngesellschaften kommen. Dies geschah 2012 in Polen, Rumänien sowie Bulgarien und ist derzeit in Kroatien in Vorbereitung. Nähere Erläuterungen dazu sind in der regionalen Segmentberichterstattung zu finden. Zur besseren Lesbarkeit sind die Firmennamen im ganzen Bericht abgekürzt. Auf den Seiten 207 und 208 befindet sich eine Liste mit den vollständigen Firmenwortlauten. Um Doppelangaben zu vermeiden, wird in der Folge auf geeignete Angaben im Konzernanhang verwiesen. Die Entwicklung der wesentlichen Posten der Bilanz und Gewinnund Verlustrechnung werden sowohl in der Segmentberichterstattung als auch im Anhang dargestellt. Die weiteren Angaben im Lagebericht sollen in der Folge diese Daten näher erläutern. ZENTRALE GRÖSSEN DER KONZERN-GUV Veränderung in % Verrechnete Prämien Gesamtrechnung 9.685, ,67 9,0% Abgegrenzte Prämien 8.996, ,82 10,8% Aufwendungen für Versicherungsfälle , ,97 16,1% Aufwendungen für Versicherungsabschluss und -verwaltung , ,65 3,6% Finanzergebnis exkl. at equity bewerteten Unternehmen 1.219,15 920,61 32,4% Ergebnis aus Anteilen an at equity bewerteten Unternehmen 21,37 11,00 94,2% Sonstige Erträge und Aufwendungen -244,68-206,80 18,3% Gewinn vor Steuern 587,41 559,01 5,1% Prämienvolumen Eine komprimierte Darstellung der Prämienentwicklung ist im Konzernanhang unter Punkt 28 Abgegrenzte Prämien enthalten. Im Jahr 2012 erwirtschaftete die Vienna Insurance Group ein Prämienvolumen von EUR 9.685,67 Mio. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Steigerung um 9,0%. Von den verrechneten Bruttoprämien blieben EUR 8.975,86 Mio. im Eigenbehalt der Vienna Insurance Group. An Rückversicherungsgesellschaften wurden EUR 709,81 Mio. abgegeben. Zur Prämienentwicklung trug vor allem das kräftige Wachstum in Polen (+68,9%) bei. Auch im Segment Übrige Märkte (+13,8%) legten die Prämieneinnahmen im zweistelligen Bereich zu. Insgesamt wurden im Jahr ,3% der Konzernprämien außerhalb Österreichs erwirtschaftet. In der Schaden- und Unfallversicherung betrug der Anteil der Gesellschaften außerhalb Österreichs 59,3%. Im Bereich der Lebensversicherung entfielen 59,2% der Prämien außerhalb Österreichs, und in der Krankenversicherung tragen die georgischen Gesellschaften 11,2% zum Prämienvolumen außerhalb Österreichs bei. PRÄMIENANTEIL NACH GESCHÄFTSBEREICHEN UND REGIONEN (WERTE FÜR 2011 IN KLAMMER) in Prozent ,3 (61,6) 40,7 (38,4) Schaden/ Unfall Österreich 59,2 (50,5) 40,8 (49,5) Leben Außerhalb Österreichs 11,2 88,8 (93,7) Kranken 57,3 (54,4) 42,7 (45,6) Gesamt Die abgegrenzten Nettoprämien konnten um 10,8% von EUR 8.122,82 Mio. im Jahr 2011 auf EUR 8.996,81 Mio. im Jahr 2012 gesteigert werden. Die abgegrenzten Rückversicherungsabgaben beliefen sich auf EUR 683,90 Mio. Aufwendungen für Versicherungsfälle Eine komprimierte Darstellung der Aufwendungen für Versicherungsfälle ist im Konzernanhang unter Punkt 32 Aufwendungen für Versicherungsfälle enthalten. (6,3) B KONZERNBERICHT 2012 VIENNA INSURANCE GROUP 73

7 Die Aufwendungen für Versicherungsfälle beliefen sich im Jahr 2012 abzüglich der Anteile der Rückversicherung (EUR 221,28 Mio.) auf EUR 7.590,36 Mio. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Steigerung um 16,1%, die auf den gestiegenen Unwetterereignissen im Jahr 2012 und der positiven Geschäftsentwicklung in der Lebensversicherung beruht. Aufwendungen für Versicherungsabschluss und -verwaltung Eine komprimierte Darstellung des Aufwands für Versicherungsabschluss und -verwaltung ist im Konzernanhang unter Punkt 33 Aufwendungen für Versicherungsabschluss und -verwaltung enthalten. Die Aufwendungen für Versicherungsabschluss und -verwaltung aller konsolidierten VIG-Gesellschaften betrugen im Jahr 2012 EUR 1.814,89 Mio. und verzeichneten somit eine Steigerung von 3,6% im Vergleich zum Vorjahr. Die Aufwendungen für den Versicherungsabschluss betrugen im Jahr 2012 EUR 1.586,25 Mio. und haben sich somit im Vorjahresvergleich um 4,3% erhöht. Finanzergebnis Eine komprimierte Darstellung des Finanzergebnisses (exkl. at equity bewertete Unternehmen) ist im Konzernanhang unter Punkt 29 Finanzergebnis enthalten. Kapitalanlagen Eine komprimierte Darstellung der Kapitalanlagen ist im Konzernanhang auf Seite 136 enthalten. Die gesamten Kapitalanlagen (einschließlich der liquiden Mittel) erreichten zum 31. Dezember 2012 EUR ,06 Mio. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies einen Zuwachs von EUR 1.581,55 Mio. bzw. 5,5%. In den Kapitalanlagen sind alle Grundstücke und Bauten der VIG, alle Anteile an at equity konsolidierten Unternehmen und sämtliche Finanzinstrumente mit eingerechnet. Nicht berücksichtigt sind die Kapitalanlagen der fonds- und indexgebundenen Lebensversicherung. Diese erhöhten sich im Jahr 2012 vorwiegend aufgrund der starken Nachfrage im Einmalerlag in Liechtenstein sowie Erhöhungen der Kapitalanlagen in Österreich um 17,1% von EUR 5.502,79 Mio. auf EUR 6.443,78 Mio. STRUKTUR DER KAPITALANLAGEN 2012 Liegenschaften 11% Darlehen 12% Im Jahr 2012 erwirtschaftete die VIG ein Finanzergebnis von EUR 1.240,52 Mio. Trotz leicht rückläufiger laufender Erträge konnte das Ergebnis um 33,2% aufgrund eines positiven Aktienmarkts gesteigert werden, wozu vor allem ein geringeres Impairment als im Jahr 2011 sowie selektive Realisierungen von Marktwertzuwächsen beitrugen. Anleihen 61% Sonstige 11% Aktien 2% Beteiligungen 3% Gewinn vor Steuern Im Jahr 2012 erzielte die Vienna Insurance Group einen Gewinn vor Steuern von EUR 587,41 Mio. Das entspricht einer Zunahme um EUR 28,40 Mio. bzw. 5,1% im Vergleich zum Jahr In den Regionen Österreich, Tschechische Republik, Slowakei, Polen sowie im Segment Übrige Märkte konnten Gewinnsteigerungen verzeichnet werden. Der Gewinn nach Steuern und Minderheiten ist noch stärkergestiegen der Anstieg von 9,7% liegt sogar über dem Prämienwachstum. Eigenkapital Die Kapitalbasis der Vienna Insurance Group erhöhte sich im Jahr 2012 um 13,9% auf EUR 5.751,87 Mio. (2011: EUR 5.049,64 Mio.). Die Steigerung ist vor allem auf den Periodenüberschuss (EUR 467,32 Mio.) und nicht realisierte Gewinne aus zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten (EUR 431,43 Mio.) zurückzuführen. 74 KONZERNBERICHT 2012 VIENNA INSURANCE GROUP

8 UNTERNEHMEN & STRATEGIE KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS Versicherungstechnische Rückstellungen Die versicherungstechnischen Rückstellungen (exkl. der versicherungstechnischen Rückstellungen der fonds- und indexgebundenen Lebensversicherung) betrugen per 31. Dezember 2012 EUR ,47 Mio. Das entspricht einer Zunahme von 7,6% im Vergleich zum Vorjahr (2011: EUR ,54 Mio.). Cash Flow Der Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit betrug im Jahr 2012 EUR 1.591,21 Mio. im Vergleich zu EUR 1.538,26 Mio. im Jahr Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit belief sich auf EUR ,67 Mio. (2011: EUR ,11 Mio.). Aus der Finanzierungstätigkeit der VIG ergab sich im Jahr 2012 ein Cash Flow von EUR -170,14 Mio. (2011: EUR -244,00 Mio.), wobei diese Verbesserung auf die Ausgliederung von vier Gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften in den Wiener Städtische Versicherungsverein und den damit verbundenen Wegfall der Finanzierung zurückzuführen ist. Am Ende des Jahres 2012 standen die Finanzmittel des Konzerns bei EUR 772,24 Mio. Insgesamt erhielt die Vienna Insurance Group im Jahr 2012 Zinsen und Dividenden in der Höhe von EUR 1.017,15 Mio. KENNZAHLEN DER VIENNA INSURANCE GROUP Ergebnis je Aktie EUR 3,17 EUR 2,87 EUR 2,65 Return on Equity 10,9% 11,1% 10,5% Combined Ratio 96,7% 96,8% 98,4% Schadenquote 65,9% 65,8% 66,9% Kostenquote 30,8% 31,0% 31,5% Ergebnis je Aktie Beim Ergebnis je Aktie handelt es sich um eine Kennzahl, die den Konzernjahresüberschuss (abzüglich nichtbeherrschender Anteile und Zinsen auf Hybridkapital) der durchschnittlichen Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien gegenüberstellt. Im Jahr 2012 betrug das Ergebnis je Aktie EUR 3,17 (2011: EUR 2,87). RoE (Return on Equity) Der RoE beschreibt das Verhältnis des Konzerngewinns zum durchschnittlichen Gesamteigenkapital der Vienna Insurance Group. Im Jahr 2012 erzielte der Konzern eine Eigenkapitalrentabilität (RoE) von 10,9% (2011: 11,1%). Combined Ratio deutlich unter 100% Die Combined Ratio des Konzerns (nach Rückversicherung, ohne Berücksichtigung von Veranlagungserträgen) belief sich im Jahr 2012 auf 96,7%. Damit hielt die VIG die Combined Ratio nicht nur unter der 100%-Marke, sondern konnte im Vergleich zum Vorjahr eine geringfügige Reduktion um 0,1 Prozentpunkte erzielen. Im Jahr 2011 war die Combined Ratio noch bei 96,8% gelegen. Möglich wurde dies durch die forcierte Optimierung von Back-Office-Funktionen. In vielen Regionen konnte eine gestiegene Rentabilität des technischen Geschäfts erzielt werden. Auf die Hintergründe dieser Entwicklungen wird im Rahmen der geografischen Segmentberichterstattung näher eingegangen. Die Combined Ratio errechnet sich aus allen versicherungstechnischen Aufwendungen und Erträgen, den Nettozahlungen für Versicherungsfälle inkl. der Nettoveränderung der technischen Rückstellungen, gebrochen durch die abgegrenzte Nettoprämie im Bereich Schaden- und Unfallversicherung. Mitarbeiter Insgesamt waren im Jahr 2012 durchschnittlich Mitarbeiter bei der Vienna Insurance Group beschäftigt, das sind um 816 weniger als im Vorjahr. Dieser Rückgang ist vor allem auf die geänderte Konsolidierungsmethode (von vollkonsolidiert auf at equity) bei vier gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften in Österreich (aufgrund des Wegfalles des beherrschenden Einflusses) und die Geschäftsentwicklung in Rumänien zurückzuführen. MITARBEITER NACH REGIONEN Österreich Tschechische Republik Slowakei Polen Rumänien Übrige Märkte * Zentrale Funktionen ** Summe * Übrige Märkte: Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Deutschland, Estland, Georgien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Mazedonien, Serbien, Türkei, Ukraine, Ungarn ** Zentrale Funktionen beinhalten die Gesellschaften: BIAC, Central Point, ELVP, LVP, Neue Heimat Holding, Progress, TBIH, VIG Fund, VIG Holding, VIG RE und die gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften B KONZERNBERICHT 2012 VIENNA INSURANCE GROUP 75

9 ENTWICKLUNG NACH GESCHÄFTSBEREICHEN VERRECHNETE PRÄMIEN NACH GESCHÄFTSBEREICHEN Schaden-/Unfallversicherung 4.673, , ,04 Lebensversicherung 4.620, , ,81 Krankenversicherung 391,51 360,15 338,16 Summe 9.685, , ,01 GEWINN VOR STEUERN NACH GESCHÄFTSBEREICHEN Schaden-/Unfallversicherung 330,48 271,51 222,72 Lebensversicherung 225,71 239,81 248,46 Krankenversicherung 31,22 47,69 36,61 Summe 587,41 559,01 507,79 Prämienvolumen Im Jahr 2012 entfielen 48,3% des Prämienvolumens auf die Schaden- und Unfallversicherung. Im Bereich der Lebensversicherung konnten die Zuwächse vor allem durch die gestiegene Nachfrage im Einmalerlag in Polen erwirtschaftet werden, sodass sich der Anteil der Lebensversicherung am Gesamtprämienvolumen im Geschäftsjahr auf 47,7% erhöhte. Aus der Krankenversicherung stammten 4,0% der Prämien, die sich somit auf dem Vorjahresniveau halten. Im Bereich der Schaden- und Unfallversicherung erwirtschafteten die Gesellschaften der Vienna Insurance Group im Jahr 2012 Konzernprämien in der Höhe von EUR 4.673,44 Mio. (2011: EUR 4.579,30 Mio.). In der Schaden- und Unfallversicherung wurde somit ein Plus von 2,1% verzeichnet. Hierzu trugen vor allem Österreich und einige Länder aus dem Segment Übrige Märkte bei. Österreich verzeichnete ein Plus von 8,4%. Georgien, Mazedonien, die Türkei, die Ukraine und Ungarn erreichten sogar Steigerungsraten im zweistelligen Prozentbereich. Der Anteil der außerhalb Österreichs erwirtschafteten Prämien betrug in der Schaden- und Unfallversicherung 59,3%. Der sehr deutliche Anstieg in der Lebensversicherung mit einem Plus von 17,2% auf EUR 4.620,72 Mio. ist auf die starke Nachfrage im Einmalerlagsbereich, vorwiegend in Polen, zurückzuführen. So verbuchten die polnischen VIG- Gesellschaften mit Einnahmen von EUR 1.024,98 Mio. eine signifikante Steigerung von beinahe 200%. Auch Rumänien trug mit einem Anstieg der Prämien in der Lebensversicherung von 13,1% auf EUR 114,21 Mio. zu dieser Entwicklung bei. Darüber hinaus konnten auch das Baltikum, Bulgarien, die Ukraine und Liechtenstein Wachstumsraten im zweistelligen Prozentbereich erzielen. Dadurch erhöhte sich der Anteil der Länder außerhalb Österreichs an den Konzernprämien in der Sparte Leben abermals, auf 59,2% im Jahr In Österreich wirkte sich die Verlängerung der steuerlichen Mindestbindefrist bei Einmalerlägen auf 15 Jahre unverändert negativ aus. Dies bremste die Entwicklung der ganzen Sparte. In der Krankenversicherung verzeichnete die VIG mit verrechneten Prämien von EUR 391,51 Mio. ein Plus von 8,7%. Dieser Zuwachs ist vor allem auf den hohen Anstieg der verrechneten Prämien in Georgien zurückzuführen. Die Krankenversicherung wird nur in Österreich und Georgien in einem für die Gesamtprämien relevanten Umfang betrieben. Aufwendungen für Versicherungsfälle In der Schaden- und Unfallversicherung verzeichnete die Vienna Insurance Group im Jahr 2012 Aufwendungen für Versicherungsfälle von EUR 2.656,18 Mio. Das entspricht einem leichten Anstieg von 4,9%. In der Lebensversicherung wurden EUR 4.613,57 Mio. aufgewendet und damit bedingt durch die positive Prämienentwicklung um 24,8% mehr als im Vorjahr. In der Krankenversicherung beliefen sich die Aufwendungen für Versicherungsfälle auf EUR 320,61 Mio. (2011: EUR 308,91 Mio.). Aufwendungen für Versicherungsabschluss und -verwaltung Die Vienna Insurance Group verbuchte im Jahr 2012 in der Schaden- und Unfallversicherung Aufwendungen für Versicherungsabschluss und -verwaltung von EUR 1.130,95 Mio. (2011: EUR 1.080,68 Mio.). In der Lebensversicherung nahmen diese um 1,6% auf EUR 638,69 Mio. zu. 76 KONZERNBERICHT 2012 VIENNA INSURANCE GROUP

10 UNTERNEHMEN & STRATEGIE KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS In der Krankenversicherung lagen die Aufwendungen für Versicherungsabschluss und -verwaltung mit EUR 45,25 Mio. um 4,0% über dem Vorjahreswert von EUR 43,51 Mio. Gewinn vor Steuern Mit einem Ergebnisbeitrag von EUR 330,48 Mio. erzielte der Bereich der Schaden- und Unfallversicherung 56,3% des Gewinns der Vienna Insurance Group, der sich insgesamt auf EUR 587,41 Mio. belief. In der Lebensversicherung erwirtschaftete der Konzern einen Gewinn vor Steuern von EUR 225,71 Mio. Das bedeutet im Vergleich zum Jahr 2011 einen Rückgang von 5,9%. Diese Verringerung ist auf einen Rückgang der Vertragsrückkäufe und den fast abgeschlossenen Portfolioumstieg in der Tschechischen Republik zurückzuführen. Damit beläuft sich der Anteil der Lebensversicherung am Gesamtergebnis auf 38,4%. Die Krankenversicherung trug EUR 31,22 Mio. zum Konzerngewinn der Vienna Insurance Group bei. Kapitalanlagen In der Schaden- und Unfallversicherung beliefen sich die Kapitalanlagen (inkl. liquide Mittel) per 31. Dezember 2012 auf EUR 8.084,06 Mio. (-6,1%). In der Lebensversicherung betrugen die Kapitalanlagen EUR ,94 Mio. (+10,7%). Im Bereich der Krankenversicherung stiegen die Kapitalanlagen der Vienna Insurance Group um 7,4% auf EUR 1.069,05 Mio. Versicherungstechnische Rückstellungen In der Schaden- und Unfallversicherung stiegen die versicherungstechnischen Rückstellungen im Vergleich zum Jahr 2011 um 4,2% auf EUR 4.998,93 Mio. Die versicherungstechnischen Rückstellungen in der Lebensversicherung lagen mit EUR ,43 Mio. per 31. Dezember 2012 um 8,5% über dem Vorjahreswert. In der Krankenversicherung nahmen die versicherungstechnischen Rückstellungen um 6,8% auf EUR 1.047,11 Mio. zu. Die versicherungstechnischen Rückstellungen der fondsund indexgebundenen Lebensversicherung erhöhten sich bedingt durch den Prämienanstieg von EUR 5.329,38 Mio. im Jahr 2011 um 17,2% auf EUR 6.245,42 Mio. Die Deckungsrückstellung sowie die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle gliedern sich nach Geschäftsbereichen sowie Fälligkeiten wie folgt: ZUSAMMENSETZUNG DECKUNGSRÜCKSTELLUNG Schaden-/Unfallversicherung 0,15 0,14 Lebensversicherung , ,23 für vertraglich garantierte Leistungen , ,48 für zugeteilte und zugesagte Gewinnanteile 1.197, ,75 Krankenversicherung 961,37 905,24 Summe , ,61 FÄLLIGKEITSSTRUKTUR DECKUNGSRÜCKSTELLUNG bis zu einem Jahr 2.043, ,69 mehr als einem Jahr bis zu fünf Jahren 5.830, ,49 mehr als fünf Jahre bis zu zehn Jahren 3.143, ,25 mehr als zehn Jahre 7.996, ,18 Summe , ,61 ZUSAMMENSETZUNG RÜCKSTELLUNG FÜR NOCH NICHT ABGEWICKELTE VERSICHERUNGSFÄLLE Schaden-/Unfallversicherung 3.760, ,37 Lebensversicherung 274,54 239,80 Krankenversicherung 47,32 46,25 Summe 4.082, ,42 FÄLLIGKEITSSTRUKTUR RÜCKSTELLUNG FÜR NOCH NICHT ABGEWICKELTE VERSICHERUNGSFÄLLE bis zu einem Jahr 1.585, ,98 mehr als einem Jahr bis zu fünf Jahren 1.082, ,49 mehr als fünf Jahre bis zu zehn Jahren 416,62 345,98 mehr als zehn Jahre 998,13 811,97 Summe 4.082, ,42 B KONZERNBERICHT 2012 VIENNA INSURANCE GROUP 77

11 GEOGRAFISCHE SEGMENTBERICHTERSTATTUNG Nachfolgend werden die Segmente Österreich, Tschechische Republik, Slowakei, Polen, Rumänien, Übrige Märkte und Zentrale Funktionen erläutert. Die Ausführungen konzentrieren sich auf die Darstellung des Geschäftsverlaufes der Vienna Insurance Group in den einzelnen Regionen und skizzieren darüber hinaus die Dynamik auf den jeweiligen Versicherungsmärkten. Kurzporträts über die VIG- Gesellschaften geben Einblick in die wichtigsten Aktivitäten der Unternehmen im Jahr VERRECHNETE PRÄMIEN NACH GEOGRAFISCHEN SEGMENTEN Österreich 4.122, , ,30 Tschech. Republik 1.795, , ,07 Slowakei 704,11 684,26 652,79 Polen 1.611,74 954,22 747,91 Rumänien 448,25 503,08 532,48 Übrige Märkte * 975,56 857,19 871,72 Zentrale Funktionen ** 1.341,44 993,67 733,75 Konsolidierung ,53-970,15-720,00 Summe 9.685, , ,01 * Übrige Märkte: Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Deutschland, Estland, Georgien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Mazedonien, Serbien, Türkei, Ukraine, Ungarn ** Zentrale Funktionen beinhalten die Gesellschaften: BIAC, Central Point, ELVP, LVP, Neue Heimat Holding, Progress, TBIH, VIG Fund, VIG Holding, VIG RE und die gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften GEWINN VOR STEUERN NACH GEOGRAFISCHEN SEGMENTEN Österreich 295,28 291,88 292,65 Tschechische Republik 194,97 187,11 152,64 Slowakei 56,89 54,12 35,83 Polen 41,57 36,41 19,22 Rumänien -20,45-12,99 30,94 Übrige Märkte * 39,13 23,15 2,15 Zentrale Funktionen ** -20,08-20,49-25,74 Konsolidierung 0,10-0,20 0,09 Summe 587,41 559,01 507,79 * Übrige Märkte: Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Deutschland, Estland, Georgien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Mazedonien, Serbien, Türkei, Ukraine, Ungarn ** Zentrale Funktionen beinhalten die Gesellschaften: BIAC, Central Point, ELVP, LVP, Neue Heimat Holding, Progress, TBIH, VIG Fund, VIG Holding, VIG RE und die gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften 78 KONZERNBERICHT 2012 VIENNA INSURANCE GROUP

12 UNTERNEHMEN & STRATEGIE KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS ÖSTERREICH Österreichischer Versicherungsmarkt Im Gegensatz zu anderen westeuropäischen Versicherungsmärkten ist der Anteil der Nichtlebensversicherung mit rund 60% an den Gesamtprämien in Österreich relativ hoch. Dies bedeutet, dass im Bereich der Lebensversicherung durchaus noch Entwicklungspotenzial vorhanden ist. MARKTENTWICKLUNG 2012 IM VORJAHRESVERGLEICH Im Jahr 2012 wurde die Entwicklung des österreichischen Versicherungsmarktes im Bereich der Lebensversicherung durch die eingeführten Sparmaßnahmen des Staates negativ beeinflusst. Aufgrund der gesetzlichen Änderung der Mindestbindefrist bei Einmalerlägen von vormals zehn auf 15 Jahre und die Kürzung der staatlichen Prämie für die geförderte Zukunftsvorsorge verzeichneten die Prämien im Lebenssegment im Quartal 2012 einen Rückgang von 6,9%. Darüber hinaus hatte auch die anhaltende niedrige Zinslandschaft Auswirkungen auf die Gesamtverzinsung, der garantierte Rechnungszins wurde Ende 2012 auf 1,75% gesenkt. Im Gegensatz zum Lebenssegment entwickelte sich die Schaden- und Unfallversicherung mit einem Anstieg von 3,3% der Prämien sehr gut. Dazu trug auch die Kfz-Versicherung aufgrund steigender Zulassungen sowie einer Erhöhung der Mindestversicherungssummen bei. Auch die Krankenversicherung konnte im Quartal 2012 bei den verrechneten Prämien um 3,3% zulegen. Die Versicherungsdichte (durchschnittliche Prämie pro Kopf) belief sich im Jahr 2011 in Österreich auf EUR 1.952, davon entfielen EUR auf die Nichtlebensversicherung und EUR 831 auf die Lebensversicherung. MARKTANTEILE DER GRÖSSTEN VERSICHERUNGSGRUPPEN %-Anteile am Gesamtprämienvolumen B Werte Quartal 2012 EUR 12,6 Mrd. -0,9% 38,8% übrige Teilnehmer 24,5% VIG auf Rang 1 EUR 7,7 Mrd. +3,3% EUR 4,8 Mrd. -6,9% 21,4% Rang 2 Gesamt Nichtleben (inkl. Kranken) Leben Quelle: Versicherungsverband Österreich 15,3% Rang 3 Quelle: Versicherungsverband Österreich; Stand: Quartal 2012 VIG-Gesellschaften in Österreich Die Vienna Insurance Group ist in Österreich durch die Wiener Städtische, die Donau Versicherung und die s Versicherung vertreten. Die VIG Holding ist zwar als internationaler Rückversicherer und Versicherer im länderübergreifenden Firmengeschäft von Österreich aus tätig, wird jedoch dem Segment Zentrale Funktionen zugeordnet. Der Marktanteil der Vienna Insurance Group liegt per Ende 3. Quartal 2012 insgesamt bei 24,5%, damit ist sie die größte Versicherungsgruppe Österreichs. Sowohl in der Schaden- und Unfallversicherung mit einem Marktanteil von 21,7% als auch in der Lebensversicherung mit einem Marktanteil von 29,3% ist sie die Nummer eins. Im Bereich der Krankenversicherung liegt die VIG auf Rang zwei. KONZERNBERICHT 2012 VIENNA INSURANCE GROUP 79

13 Wiener Städtische Donau Versicherung Tätigkeitsbereich: Leben und Nichtleben Mitarbeiter: rd Marktposition: 2. Rang Marktanteil: rd. 14% Geschäftsstellen: rd. 140 Mit einem Prämienvolumen von rd. EUR 2,3 Mrd. ist die Wiener Städtische die größte Einzelgesellschaft der Vienna Insurance Group. Neben ihrem Heimatmarkt Österreich ist sie ebenso mit Zweigniederlassungen in den südlichen Nachbarländern Italien und Slowenien vertreten. Die Wiener Städtische ist sowohl in der Schaden- und Unfallversicherung als auch in der Lebens- und Krankenversicherung tätig. Sie bietet für sämtliche Bedürfnisse in privaten Lebenssituationen sowie im Gewerbe- und Firmenkundenbereich maßgeschneiderte Versicherungslösungen. Im Jahr 2012 hob die Wiener Städtische gemeinsam mit dem Wiener Städtische Versicherungsverein mit der Initiative Vorsorge fördern und Zukunft sichern die besondere Bedeutung der privaten Zukunftsvorsorge hervor. Im Rahmen der Initiative wurde die staatliche Förderung der Zukunftsvorsorge um 3,5% auf insgesamt 7,75% aufgestockt und hat damit die im Jahr 2012 erfolgte Halbierung der öffentlichen Zuschüsse spürbar abgefedert. Parallel dazu machte das Unternehmen verstärkt auf die Notwendigkeit der privaten Pflegevorsorge aufmerksam und bot im Rahmen von bewusstseinsbildenden Produktoffensiven attraktive Vergünstigungen. So stellte die Wiener Städtische im Jahr 2012 all jenen Kunden, die durch die volle Prämienausschöpfung bei der Zukunftsvorsorge hohes Verantwortungsbewusstsein für die Altersvorsorge bewiesen, für ein Jahr eine kostenlose private Pflegeversicherung zur Verfügung. Mitglied der VIG seit: 1971 Tätigkeitsbereich: Leben und Nichtleben Mitarbeiter: rd Marktposition: 5. Rang Marktanteil: rd. 5% Geschäftsstellen: rd. 70 Seit ihrer Gründung im Jahr 1867 hat sich die Donau Versicherung zu einer der führenden österreichischen Versicherungen entwickelt und ist mittlerweile der fünftgrößte Schaden- und Unfallversicherer des Landes. Traditionell liegen die Geschäftsschwerpunkte der Donau Versicherung dabei im Bereich der Privatkunden, der Landwirtschaft und des Gewerbes. Außerdem ist die Donau Versicherung über eine Zweigniederlassung auch in Italien tätig. Seit Juni 2012 ist Mag. Johanna Stefan an der Spitze der Donau Versicherung und übernahm den Vorstandsvorsitz von Dr. Franz Kosyna, der seither als Generaldirektor-Stellvertreter der Vienna Insurance Group tätig ist. Mit der außergewöhnlichen Betriebsversicherung BetriebsAllRisk für Klein- und Mittelbetriebe hat die Donau Versicherung im Jahr 2012 ein Produkt eingeführt, das für jede Betriebsgröße einen passenden und umfassenden Schutz bietet. Es beinhaltet nahezu alle Gefahren, die in der Sachversicherungssparte gedeckt werden können ohne explizit angeführt zu werden. Was in der Polizze nicht definitiv ausgeschlossen wird, ist automatisch versichert. Gemäß dem Motto Flexibel wie das Leben hat das Unternehmen somit eine flexible und maßgeschneiderte Lösung entwickelt, die individuelles Risiko-Management für Unternehmen möglich macht. Auch bei der Umsetzung der neuen Website ist die Donau Versicherung dem Ansatz der Nähe zu Kunden und Partnern treu geblieben. Die Website wurde übersichtlicher und userfreundlicher gestaltet und ist auch in einer eigenen Version für mobile Endgeräte abrufbar. Mit nur ein bis zwei Klicks gelangt der User zu den für ihn relevanten Detailinfos. 80 KONZERNBERICHT 2012 VIENNA INSURANCE GROUP

14 UNTERNEHMEN & STRATEGIE KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS s Versicherung VERRECHNETE PRÄMIEN ÖSTERREICH Mitglied der VIG seit: 2008 Tätigkeitsbereich: Leben und Nichtleben Mitarbeiter: rd. 170 Marktposition Leben: 1. Rang Marktanteil Leben: rd. 13% Die s Versicherung wurde 1985 gegründet und ist die führende Lebensversicherung am österreichischen Markt. Ihr Produktangebot umfasst sämtliche Formen der privaten und betrieblichen Zukunftsvorsorge. Neben ihrem erfolgreichen Vertriebskonzept, dem Verkauf von Versicherungsprodukten über Erste Bank- und Sparkassenfilialen, zeichnet sich die s Versicherung ebenso durch ihre kundennahen Produktlösungen aus. Dies wurde mit dem Erhalt der Auszeichnung Recommender 2012 in der Kategorie Regional- und Spezialversicherung belohnt. Erhoben wird die Bereitschaft von Kunden, ihre Bank, Versicherung oder Bausparkasse an Freunde und Bekannte weiterzuempfehlen. Der Recommender gilt als Maßzahl für Kundenloyalität und -zufriedenheit. Geschäftsverlauf 2012 in Österreich Prämienentwicklung Im Jahr 2012 erwirtschafteten die österreichischen VIG- Gesellschaften verrechnete Bruttoprämien in der Höhe von EUR 4.122,53 Mio. Dies ist im Vergleich zum Vorjahr ein Prämienplus von 2,1%. Zu diesem Prämienvolumen trugen die Wiener Städtische EUR 2.253,49 Mio., die Donau Versicherung EUR 1.025,31 Mio. und die s Versicherung EUR 843,73 Mio. bei. Die abgegrenzten Nettoprämien stiegen im Jahr 2012 um 1,5% von EUR 3.283,11 Mio. auf EUR 3.333,79 Mio. Von den verrechneten Prämien wurden EUR 1.896,65 Mio., das sind 46,0%, im Bereich der Schaden- und Unfallversicherung erzielt. Im Vergleich zum Jahr 2011 bedeutet dies einen Anstieg von 8,4%, der über die Erfolge am Stammmarkt hinausgehend auch auf einen erfreulichen Geschäftsverlauf im Firmenkundengeschäft sowie die Beiträge der Zweigniederlassungen der Wiener Städtischen in Slowenien und der Donau Versicherung in Italien zurückzuführen ist Leben Nichtleben Gesamt Die Lebensversicherung trug mit EUR 1.878,33 Mio. 45,6% zum Prämienvolumen bei, wobei der Konzern in Österreich im Jahr 2012 einen Rückgang von 3,7% verzeichnete. Hier wirkte sich die Verlängerung der steuerlichen Mindestbindefrist auf 15 Jahre durch den unattraktiven Veranlagungshorizont bei Einmalerlägen unverändert negativ aus und bremste damit die Entwicklung der ganzen Sparte. Aus der Krankenversicherung stammen Prämien in der Höhe von EUR 347,55 Mio. Das entspricht einer Steigerung von 3,0% im Vergleich zu 2011, als die Prämieneinnahmen der Krankenversicherung bei EUR 337,52 Mio. lagen. Aufwendungen für Versicherungsfälle Die Aufwendungen für Versicherungsfälle stiegen im Jahr 2012 verglichen mit dem Vorjahr von EUR 3.063,93 Mio. auf EUR 3.289,17 Mio. Das entspricht einem Anstieg der Aufwendungen von 7,4%. Aufwendungen für Versicherungsabschluss und -verwaltung Die Aufwendungen für Versicherungsabschluss und -verwaltung der österreichischen Gesellschaften der VIG betrugen im Jahr 2012 EUR 578,23 Mio. Dies bedeutet eine Steigerung um 7,6% im Vergleich zum Jahr Gewinn vor Steuern von EUR 295,28 Mio. Im Jahr 2012 stieg der Gewinn vor Steuern in Österreich um 1,2% auf EUR 295,28 Mio. (2011: EUR 291,88 Mio.). B KONZERNBERICHT 2012 VIENNA INSURANCE GROUP 81

15 Combined Ratio bei 94,7% In Österreich belief sich die Combined Ratio (nach Rückversicherung, ohne Berücksichtigung von Veranlagungserträgen) im Jahr 2012 auf 94,7% (2011: 93,7%). VIENNA INSURANCE GROUP IN ÖSTERREICH Verrechnete Prämien 4.122, , ,30 Leben 1.878, , ,43 Nichtleben 2.244, , ,87 Gewinn vor Steuern 295,28 291,88 292,65 TSCHECHISCHE REPUBLIK einem Plus von 3,0% ein stabiles Wachstum auf. Das Prämienvolumen der Lebensversicherung stieg um 1,8%, wobei vor allem die Produkte mit laufender Prämie an Beliebtheit gewinnen konnten. Derzeit bereitet die tschechische Regierung eine weitere Fortsetzung der Pensionsreform vor. Mittelfristig eröffnen sich dadurch zusätzliche Potenziale in der Lebens- und Krankenversicherung. Die Versicherungsdichte belief sich im Jahr 2011 auf insgesamt EUR 548, davon entfielen EUR 275 auf die Nichtlebensversicherung und EUR 273 auf die Lebensversicherung. MARKTANTEILE DER GRÖSSTEN VERSICHERUNGSGRUPPEN Tschechischer Versicherungsmarkt Der tschechische Versicherungsmarkt weist eine hohe Marktkonzentration auf. Die drei führenden Versicherungsgruppen haben gemeinsam einen Marktanteil von rund 70%. MARKTENTWICKLUNG 2012 IM VORJAHRESVERGLEICH %-Anteile am Gesamtprämienvolumen 30,4% übrige Teilnehmer 32,3% VIG auf Rang 1 Werte Quartal 2012 CZK 149,3 Mrd. +0,8% 9,2% Rang 3 28,1% Rang 2 CZK 77,2 Mrd. -0,2% Quelle: Tschechischer Versicherungsverband; Stand: Quartal 2012 CZK 72,1 Mrd. +1,8% VIG-Gesellschaften in der Tschechischen Republik Gesamt Nichtleben Leben Quelle: Tschechischer Versicherungsverband Insgesamt verzeichnete der tschechische Versicherungsmarkt im Jahr 2012 auf Basis der lokalen Währung ein leichtes Plus von 0,8%. Die verrechneten Prämien im Bereich Nichtleben gingen aufgrund des anhaltend starken Wettbewerbs im Kfz-Bereich etwas zurück (-0,2%). Das Nichtlebenssegment exklusive Kfz-Versicherung wies mit Zu den tschechischen Konzerngesellschaften der VIG zählen die Kooperativa, ČPP und PČS. Die VIG RE, die konzerneigene Rückversicherung, ist ebenfalls in der Tschechischen Republik ansässig, wird jedoch dem Segment Zentrale Funktionen zugeteilt. Mit einem Marktanteil von 32,3% ist die VIG in der Tschechischen Republik Marktführer und seit Mitte 2012 neben der Lebensversicherung auch in der Nichtlebensversicherung auf Platz eins. Der Anteil der tschechischen Gesellschaften am Gesamtprämienvolumen der VIG liegt bei 18,5% und bildet damit den größten außerhalb Österreichs. 82 KONZERNBERICHT 2012 VIENNA INSURANCE GROUP

16 UNTERNEHMEN & STRATEGIE KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS Kooperativa Mitglied der VIG seit: 1990 Tätigkeitsbereich: Leben und Nichtleben Mitarbeiter: rd Marktposition: 2. Rang Marktanteil: rd. 21% Geschäftsstellen: rd. 260 Die im Jahr 1990 gegründete Kooperativa ist mit einem Marktanteil von 21% die zweitgrößte Versicherung in der Tschechischen Republik und die größte Gesellschaft der VIG außerhalb Österreichs. Die Gesellschaft zeichnet sich durch ihre umfassenden Versicherungslösungen im Bereich Leben und Nichtleben aus ob für Einzelpersonen oder Firmenkunden von Klein- bis hin zu großen Industrieunternehmen. Erneut wurde die Kooperativa 2012 im Rahmen des renommierten Wettbewerbs Czech 100 Best als bestes Finanzdienstleistungsunternehmen des Landes ausgezeichnet. In der Gesamtwertung aller Branchen konnte die Kooperativa ihre Vorjahresplatzierung (Platz vier) auf den ausgezeichneten dritten Platz verbessern. Bereits seit dem Jahr 1996 zeichnet die Pan-Europäische Gesellschaft für Kultur, Bildung und wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit Comenius tschechische Unternehmen für herausragende Leistungen aus. Basis für das Ranking der Top-100-Unternehmen sind Antworten von mehr als Umfrageteilnehmern. Mit der Eigenheim- und Haushaltsversicherung OPTIMUM erhielt die Kooperativa bei der Verleihung Zlatá koruna, zu Deutsch Goldene Krone, zudem die Auszeichnung Produktneuheit des Jahres. ČPP Mitglied der VIG seit: 2005 Tätigkeitsbereich: Leben und Nichtleben Mitarbeiter: rd. 780 Marktposition: 7. Rang Marktanteil: rd. 5% Geschäftsstellen: rd. 320 Mit rund 780 Mitarbeitern in rund 320 Geschäftsstellen betreut die ČPP ihre Kunden sowohl in Fragen der Lebens- als auch Nichtlebensversicherung. Als Experte in der Kfz-Versicherung ist sie drittgrößter Haftpflichtversicherer am tschechischen Markt. Um den vermehrten Schäden durch Unwetterereignissen entgegenzuwirken, hat die ČPP im Jahr 2012 den Basisdeckungsumfang des Sach- und Haftpflichtversicherungsproduktes DOMEX um Sturm und Hagel erweitert. Kunden profitieren des Weiteren von einem speziellen Bonus: Für jedes schadenfreie Jahr wird ein Rabatt von 5% gewährleistet, wobei der Bonus maximal 30% betragen kann. Darüber hinaus profitieren Smartphone- und Tablet- Besitzer von einer neuen Service-APP: ČPP Smart stellt einen geschickten Helfer für alle Lenker in Not dar, indem sie die für einen Lenker notwendige rasche Hilfe bei einem Verkehrsunfall sichert angefangen von der schnellen Lokalisierung des hilfsbedürftigen Lenkers bis hin zu unterstützenden Funktionen bei der Schadensabwicklung wie beispielsweise der Sendung von Nachweisen oder Fotomaterial direkt vom Unfallort. PČS Mitglied der VIG seit: 2008 Tätigkeitsbereich: Leben und Nichtleben Mitarbeiter: rd. 230 Marktposition: 5. Rang Marktanteil: rd. 7% Die im Jahr 1992 gegründete PČS ist seit dem Jahr 2008 aufgrund des Zukaufs sämtlicher Versicherungsaktivitäten der Erste Group Teil der Vienna Insurance Group. Der Schwerpunkt ihres Geschäfts liegt im Bereich Lebensversicherung, in dem sie die zweite Marktposition belegt. Als Vertriebskanal stehen der PČS das umfangreiche und landesweite Bankfilialnetz der Česká Spořitelna, der größten Bank in der Tschechischen Republik, zur Verfügung. Dass die PČS im Bereich Lebensversicherung hervorragende Produkte anbietet, zeigt unter anderem das Ergebnis der Zlatá koruna (Goldene Krone). Das Lebensversicherungsprodukt Flexi konnte sich im Jahr 2012 bereits zum vierten Mal in Folge in der Kategorie Lebensversicherung des Jahres durchsetzen und den ersten Platz belegen. Seit 2003 wird die Zlatá koruna an Finanzdienstleister für hervorragende Produktlösungen vergeben. Dabei B KONZERNBERICHT 2012 VIENNA INSURANCE GROUP 83

17 wählen über 300 Wirtschaftsexperten und rund sonstige Interessierte die beliebtesten Finanzprodukte. Geschäftsverlauf 2012 in der Tschechischen Republik Prämienvolumen von EUR 1.795,58 Mio. Im Jahr 2012 erwirtschafteten die tschechischen Versicherungsgesellschaften der Vienna Insurance Group verrechnete Konzernprämien in der Höhe von EUR 1.795,58 Mio. (2011: EUR 1.823,89 Mio.) Das Prämienvolumen lag damit um 1,6% unter dem Vorjahresniveau. Das abgegrenzte Prämienvolumen belief sich im Jahr 2012 auf EUR 1.453,99 Mio. In der Nichtlebensversicherung betrugen die Prämieneinnahmen im Jahr 2012 insgesamt EUR 958,46 Mio. (2011: EUR 986,85 Mio.). Dies entspricht einem Rückgang von 2,9% gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf die verschärfte Wettbewerbssituation der Kfz-Haftpflichtversicherung zurückzuführen. Das Prämienvolumen im Bereich der Nichtlebensversicherung wurde zu rund 76,8% von der Kooperativa erwirtschaftet. VERRECHNETE PRÄMIEN TSCHECHISCHE REPUBLIK Die Prämien in der Lebensversicherung blieben im Jahr 2012 mit EUR 837,11 Mio. ungefähr auf Vorjahresniveau. Das Auslaufen des Er- und Ablebensversicherungsbestandes konnte durch die erfreuliche Entwicklung in der fondsgebundenen Lebensversicherung kompensiert werden. Aufwendungen für Versicherungsfälle Für Versicherungsfälle wendeten die tschechischen Gesellschaften im Jahr 2012 EUR 1.001,92 Mio. und damit um EUR 28,84 Mio. weniger als 2011 auf. Das entspricht einer Reduktion von 2,8%. Aufwendungen für Versicherungsabschluss und -verwaltung Die Vienna Insurance Group in der Tschechischen Republik verbuchte im Jahr 2012 Aufwendungen für Versicherungsabschluss und -verwaltung von EUR 343,26 Mio. und verzeichnete somit einen Rückgang von 2,4% im Vergleich zum Jahr 2011, als die Aufwendungen für Versicherungsabschluss und -verwaltung bei EUR 351,71 Mio. lagen. Plus bei Gewinn vor Steuern von 4,2% Im Jahr 2012 trugen die tschechischen Gesellschaften EUR 194,97 Mio. zum Gesamtergebnis bei (2011: EUR 187,11 Mio.). Der Gewinn vor Steuern stieg somit um 4,2% gegenüber dem Vorjahr. Dieser Anstieg verdeutlicht die gelungene Fokussierung auf profitables Wachstum in einem schwierigen Marktumfeld. Combined Ratio bei 87,3% Die Combined Ratio lag mit 87,3% unter dem Vorjahreswert von 88,4%. VIENNA INSURANCE GROUP IN DER TSCHECHISCHEN REPUBLIK Leben Nichtleben Gesamt Verrechnete Prämien 1.795, , ,07 Leben 837,11 837,04 738,38 Nichtleben 958,46 986,85 986,68 Gewinn vor Steuern 194,97 187,11 152,64 84 KONZERNBERICHT 2012 VIENNA INSURANCE GROUP

18 UNTERNEHMEN & STRATEGIE KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS SLOWAKEI MARKTANTEILE DER GRÖSSTEN VERSICHERUNGSGRUPPEN Slowakischer Versicherungsmarkt Der slowakische Versicherungsmarkt wird von zwei großen Playern dominiert mehr als die Hälfte des gesamten Prämienvolumens im Land entfällt auf die beiden größten Versicherer. %-Anteile am Gesamtprämienvolumen 30,2% übrige Teilnehmer 33,6% VIG auf Rang 1 MARKTENTWICKLUNG 2012 IM VORJAHRESVERGLEICH B Werte Quartal ,6% Rang 3 EUR 2,1 Mrd. +0,3% 27,6% Rang 2 Quelle: Slowakischer Versicherungsverband; Stand: Quartal 2012 EUR 0,9 Mrd. -1,6% VIG-Gesellschaften in der Slowakei EUR 1,2 Mrd. Gesamt Nichtleben Leben +1,9% Zu den slowakischen Konzerngesellschaften der Vienna Insurance Group zählen die Kooperativa, die Komunálna und die PSLSP. Quelle: Slowakischer Versicherungsverband Die verrechneten Prämien stiegen im Jahr 2012 leicht um 0,3%. Im Bereich der Nichtlebensversicherung verzeichnete die Slowakei in diesem Zeitraum ein Minus von 1,6%. Für diesen Rückgang war die Entwicklung der Kfz- Versicherung verantwortlich hier herrscht vor allem aufgrund zahlreicher Markteintritte eine starke Konkurrenzsituation. Die Nachfrage nach Nichtlebensversicherungsprodukten abseits der Kfz-Versicherung bleibt jedoch nach wie vor hoch. Das Lebensversicherungssegment verzeichnete dank vieler attraktiver Produktangebote ein Prämienplus von 1,9%. Die durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben für Versicherungen in der Slowakei lagen 2011 bei EUR 388, davon entfielen EUR 177 auf die Nichtlebensversicherung und EUR 211 auf die Lebensversicherung. Mit einem Marktanteil von 33,6% ist die Vienna Insurance Group die größte Versicherungsgruppe in der Slowakei. Auch im Bereich der Lebens- und Kfz-Versicherung nimmt sie den ersten Rang ein. Kooperativa Mitglied der VIG seit: 1990 Tätigkeitsbereich: Leben und Nichtleben Mitarbeiter: rd Marktposition: 2. Rang Marktanteil: rd. 23% Geschäftsstellen: rd. 420 Bei Betrachtung der Einzelgesellschaften ist die Kooperativa die zweitgrößte Versicherung des Landes und damit die größte slowakische Konzerngesellschaft der Vienna Insurance Group. Im Jahr 2012 hat sie das Angebot an ihre Kunden, an Terminals des strategischen Bankkooperationspartners Slovenská sporiteľňá Prämien bargeldlos, be- KONZERNBERICHT 2012 VIENNA INSURANCE GROUP 85

19 quem und sicher zu bezahlen, noch weiter ausgebaut. Mittlerweile stehen über das ganze Land verteilt 60 Terminals zur Verfügung. Die Kooperativa ist auch ein Beispiel dafür, dass Frauen in der Vienna Insurance Group die Türen zur Managementspitze offen stehen. So wurde Klaudia Volnerová, Vorstandsmitglied der Kooperativa, vom Forbes Magazine in die Liste der Top 20 Managerinnen der Slowakei aufgenommen. Komunálna Mitglied der VIG seit: 2001 Tätigkeitsbereich: Leben und Nichtleben Mitarbeiter: rd. 340 Marktposition: 4. Rang Marktanteil: rd. 8% Geschäftsstellen: rd. 80 Wie alle anderen Versicherer in der Europäischen Union musste auch die Komunálna 2012 auf die Unisex- Richtlinie, welche bestimmt, dass bei Verträgen die Berücksichtigung des Faktors Geschlecht nicht zu unterschiedlichen Prämien und Leistungen führen darf, reagieren. Die Komunálna nahm dies zum Anlass, um ihre Produkte weiter zu verbessern und das Zusatzangebot noch zu erweitern. Darüber hinaus hat das Unternehmen einige neue attraktive Produkte entwickelt und die Möglichkeit geschaffen, die Reiseversicherung bequem und schnell online abzuschließen. PSLSP Mitglied der VIG seit: 2008 Tätigkeitsbereich: Leben Mitarbeiter: rd. 50 Marktposition Leben: 8. Rang Marktanteil Leben: rd. 5% Die PSLSP gehört zu den Top zehn Lebensversicherern am slowakischen Versicherungsmarkt. Auch im Jahr 2012 waren die Produkte des Versicherers sehr beliebt, darunter das neue Lebensversicherungsprodukt Život. Dieses Produkt kann flexibel an die individuelle Risikobereitschaft der Kunden angepasst werden. Der Versicherungsnehmer wählt die Aufteilung zwischen garantiertem Kapitalteil und fondsgebundenen Lebensversicherungsteil mit höheren Gewinnchancen. Darüber hinaus wurden 2012 einige Lebensversicherungsprodukte für den Online-Verkauf adaptiert, sodass die Kunden bei diesen Produkten den gesamten Kaufprozess bequem von zu Hause aus online abwickeln können. Geschäftsverlauf 2012 in der Slowakei Prämienentwicklung In der Slowakei erwirtschaftete die Vienna Insurance Group im Jahr 2012 insgesamt verrechnete Prämien in der Höhe von EUR 704,11 Mio. (2011: EUR 684,26 Mio.) und erzielte damit einen Zuwachs von 2,9%. Das abgegrenzte Prämienvolumen betrug EUR 581,88 Mio. Dies entspricht einem Plus von 3,9%. VERRECHNETE PRÄMIEN SLOWAKEI Leben Nichtleben Gesamt Im Bereich der Nichtlebensversicherung lag das Prämienvolumen im Jahr 2012 mit EUR 324,16 Mio. ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres. Eine positive Entwicklung erfuhr vorrangig die Kfz-Haftpflichtversicherung, schwächer entwickelte sich, aufgrund von selektiverem Underwriting, die Sparte Feuer- und Elementarschäden. Bei den anderen Sparten verblieb das Prämienvolumen weitgehend auf dem Vorjahresniveau. Den größten Prämienbeitrag leistete die Kooperativa in Höhe von EUR 261,17 Mio., das entspricht einem Anteil von rund 80,6% an den slowakischen Gesamtprämien der VIG in der Nichtlebensversicherung. 86 KONZERNBERICHT 2012 VIENNA INSURANCE GROUP

20 UNTERNEHMEN & STRATEGIE KONZERNLAGEBERICHT KONZERNABSCHLUSS In der Lebensversicherung steigerten die slowakischen VIG-Gesellschaften die Prämieneinnahmen um 5,6% auf EUR 379,95 Mio. (2011: EUR 359,76 Mio.). Hierbei erwies sich die Entwicklung des Bankvertriebs über die lokale Erste Group-Tochter mit einem markanten Plus von 19,8% als besonders positiv. Aufwendungen für Versicherungsfälle Die Aufwendungen für Versicherungsfälle (abzüglich der Rückversicherung) beliefen sich im Jahr 2012 auf EUR 459,49 Mio. Im Vorjahresvergleich bedeutet das eine Erhöhung um 5,2%. Aufwendungen für Versicherungsabschluss und -verwaltung In der Slowakei verzeichnete die VIG im Jahr 2012 Aufwendungen für Versicherungsabschluss und -verwaltung von EUR 90,07 Mio. (2011: EUR 83,97 Mio.). POLEN Polnischer Versicherungsmarkt Die guten gesamtwirtschaftlichen Indikatoren in Polen wirkten sich auch positiv auf die Versicherungswirtschaft aus. Das Prämienvolumen stieg auf Basis der lokalen Währung im Quartal 2012 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 7,8% an. Im Bereich der Nichtlebensversicherung lag der Anstieg der verrechneten Prämien bei 4,2%. Die Lebensversicherung konnte sogar um 10,6% zulegen und hat am Gesamtprämienvolumen des Landes bereits einen Anteil von weit über 50%. Getrieben wurde diese positive Entwicklung durch die starke Nachfrage im Einmalerlagsbereich. MARKTENTWICKLUNG 2012 IM VORJAHRESVERGLEICH B Gewinn vor Steuern erneut gesteigert Die slowakischen Konzerngesellschaften erhöhten ihren Gewinn vor Steuern von EUR 54,12 Mio. im Jahr 2011 auf EUR 56,89 Mio. im Jahr Das entspricht einem Plus von 5,1% und damit einer erneuten deutlichen Steigerung des Gewinns in der Slowakei. Werte Quartal 2012 PLN 46,9 Mrd. +7,8% Combined Ratio bei 91,6% Die Combined Ratio der Vienna Insurance Group in der Slowakei lag im Jahr 2012 mit 91,6% auf dem Vorjahresniveau. PLN 19,8 Mrd. PLN 27,2 Mrd. +4,2% +10,6% VIENNA INSURANCE GROUP IN DER SLOWAKEI Verrechnete Prämien 704,11 684,26 652,79 Leben 379,95 359,76 340,89 Nichtleben 324,16 324,50 311,90 Gewinn vor Steuern 56,89 54,12 35,83 Gesamt Nichtleben Leben Quelle: Polnische Finanzmarktaufsichtsbehörde Die polnische Bevölkerung gab im Jahr 2011 pro Kopf durchschnittlich EUR 364 für Versicherungsprämien aus, davon entfielen EUR 161 auf die Nichtlebensversicherung und EUR 203 auf die Lebensversicherung. KONZERNBERICHT 2012 VIENNA INSURANCE GROUP 87

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