Globalisierung und Qualifikation Herausforderungen für eine strategische Neuorientierung des Betriebsrats

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1 Andrea Baukrowitz, Andreas Boes, Tobias Kämpf, Kira Marrs Globalisierung und Qualifikation Herausforderungen für eine strategische Neuorientierung des Betriebsrats Impulsreferat im Rahmen des Abschlussworkshops des ver.di-projekts Innovations-und Weiterbildungspartnerschaft zur Förderung der Qualifizierung von Beschäftigten in der IT- Branche (IWP-IT) Bonn, 16. November 2014

2 Globalisierung und Qualifikation als strategische Herausforderung Globalisierung = tief greifender Umbruch in Arbeit und Qualifikation Qualifikation aus Sicht der Beschäftigten: Entwertung und Austauschbarkeit als neues Bedrohungsszenario Qualifikation als zentraler Faktor für Beschäftigungssicherheit und berufliche Perspektiven Herausforderung betriebliche Interessenvertretung: strategische Neuorientierung auf das Handlungsfeld Qualifizierung. Knackpunkte der 3. Seminarreihe: Folgen der Globalisierung für die Qualifikation der Beschäftigten Qualifikationswandel aus Beschäftigtensicht Qualifizierungspolitik zwischen strategischer und operativer Ebene der Qualifizierung IT-Beschäftigte zwischen Individualisierung und kollektivem Interessenhandeln Folie 2

3 Globalisierung und Qualifikation Globaler Informationsraum: Produktivkraftsprung Globalisierungsstrategien in IT-Unternehmen: auf dem Weg zum global integrierten Unternehmen Standardisierung: in Richtung Industrialisierung neuen Typs Globalisierung und Qualifikation Qualifikationswandel: grundlegend statt punktuell Berufliche Handlungskompetenz Berufliche Neuorientierung Wandel im Umgang mit Qualifikation in den Unternehmen Einstellung auf Austauschbarkeit von Qualifikation und einen globalen Arbeitsmarkt Kostenorientierung in der Personalentwicklung Fokus auf die Eigenverantwortung der Beschäftigten Ansatzpunkte Interessenvertretung Quantitative Aspekte absichern: Umfang, Kosten und Zeit von Qualifizierung Segmentierung verhindern: Zugang für alle Beschäftigten sichern Qualifizierungsinteressen der Beschäftigten qualitativ durchsetzen: Qualifizierungsinhalte und -formen Folie 3

4 Qualifikationswandel in der IT-Branche: Triebfedern Triebfedern des des Wandels: Qualitative Sprünge Sprünge bei bei Technologien, Hardware, Software und und Services, das das Arbeiten in in globalen globalen Bezügen, das das Arbeiten in in und und mit mit Prozessen, der der Umgang Umgang mit mit Lernen Lernen und und Wissensmanagement und und Personalumbau und und berufliche Neuorientierung Keine allgemeingültigen Diagnosen zum zum Qualifikationsbedarf Keine Patentrezepte für für die die Qualifizierung Herausforderung Qualifizierungspolitik: Qualifizierungsinteressen der der Beschäftigten identifizieren! Folie 4

5 Leitfragen Arbeitsgruppe und Diskussion Welchem Wandel unterliegen Arbeit und Qualifikation der Beschäftigten in eurem Unternehmen/Bereich? (Liste konkreter Fallbeispiele) Welche Beschäftigten habt ihr im Blick? Was verändert sich konkret in ihrer Arbeit? Welche Folgen hat die für die Qualifikationsanforderungen Wo verfügt ihr als Betriebsräte über eine valide Einschätzung des Qualifizierungsbedarfs? (Liste konkreter Fallbeispiele) Mit Blick auf welche Beschäftigtengruppen und/oder Veränderungen im Unternehmen feht Euch eine Einschätzung zum Qualifizierungsbedarfs? Mit welchen Vorgehensweisen könnt Ihr diese Themen für weitere Aktivitäten des Betriebsrats besser erschließen? Folie 5

6 Qualifikationswandel aus Beschäftigtensicht Globalisierung Entwertung sowie Austauschbarkeit von Qualifikation und Arbeitsplatzverlust als neues Bedrohungsszenario Qualifikation als zentraler Faktor für Beschäftigungssicherheit, berufliche Perspektiven und befriedigende Arbeit Rahmenbedingungen: Betonung individueller Verantwortung und Rückzug des Unternehmens aus der Qualifizierung Steigender Handlungsdruck in der Qualifikationsentwicklung Einstellung auf grundlegenden Qualifikationswandel Strategischer Umgang mit Qualifikation gefordert Grenzen marktgetriebener Qualifikationsentwicklung erreicht Sich auf Qualifikation als soziales Konstrukt (Beruf) beziehen Herausforderung Herausforderung für für den den Betriebsrat Betriebsrat Akteur Akteur in in der der gesellschaftlichen gesellschaftlichen Konstruktion Konstruktion von von Berufen Berufen und und Qualifikationen Qualifikationen Gesamtbild Gesamtbild von von IT-Qualifikation IT-Qualifikation mitgestalten mitgestalten Qualifikation Qualifikation zum zum kollektiven kollektiven Thema Thema machen machen Folie 6

7 Qualifikationswandel aus Beschäftigtensicht Unterschiedliche Ausgangssituationen Beschäftigte mit aktuellen Qualifikationen, ggf. in aktuellen Wachstumsthemen und mit guten Zugängen zu Qualifizierung Beschäftigte, die bereits seit längerem erleben, dass sie mit ihren Qualifikationen hinter den Veränderungen hinterherhinken Beschäftigte, die sich bereits als abgehängt erleben und keine beruflichen Perspektiven mehr jenseits ihres aktuellen Tätigkeitsfeldes erkennen. Herausforderung für für den den Betriebsrat Qualifizierungsinteressen unterschiedlich Zielgruppenspezifische Themen, Strategien und und Vorgehensweisen erforderlich Folie 7

8 Leitfragen Arbeitsgruppe und Diskussion Wie stellt sich diese Segmentierung in Euren Unternehmen/Bereichen konkret dar? (Liste konkreter Fallbeispiele) Surfer : Beschäftigte mit aktuellen Qualifikationen, ggf. in aktuellen Wachstumsthemen und mit guten Zugängen zu Qualifizierung die, die gerade noch mit ihren Qualifikationen mithalten können, die, die sich qualifikatorisch bereits abgehängt sehen. Wie können diese Beschäftigtengruppen mit dem Thema Qualifizierung erreicht werden? Mit welchen Themen? Mit welchen Vorgehensweisen? Folie 8

9 Qualifizierung zwischen strategischer und operativer Ebene Unternehmensstrategie, Technologien, Produkte und Leistungen, Prozesse Berufliche Neuorientierung Arbeit Berufliche Handlungskompetenz Folie 9 Vor Ort

10 Arbeitsgruppenergebnis, Bonn Folie 10

11 Qualifizierungspolitik zwischen strategischer und operativer Ebene der Qualifizierung Strategische Ebene Geschäftsführung Herausforderung: zentrale Managementfunktionen strategische Umsetzung PE-Instrumente von und -prozesse Erfahrungen und Anforderungen vor Ressourcenplanung Ort Karrieresysteme Weiterbildungsprogramme Individuelle Qualifizierungsplanung Operative Ebene Gesamtbetriebsrat Qualifizierungszirkel PE-Ausschüsse Wirtschaftsausschuss Herausforderung: Informationsfluss und Zusammenarbeit über Ebenen hinweg Einzelaktivitäten BR vor Ort Qualifizierungsgespräche Monitoring individueller Qualifizierungspläne Qualifizierungsplanung Herausforderung: des Bereichs Monitoring Qualifizierungsvolumen Zusammenarbeit zwischen Punktuelle Gremien Zusammenarbeit vor Ort zwischen Gremien Folie 11

12 Leitfragen Arbeitsgruppe und Diskussion Wie stellen sich die strategische und die operative Ebene der Qualifizierung in Euren Unternehmen mit Blick auf die Betriebsratsarbeit konkret dar? (Liste von Aktivitäten des Betriebsrats) auf der strategischen Ebene, auf der operativen Ebene. Wie funktioniert der Informationsfluss und die Zusammenarbeit zwischen den Ebenen? (Fallbeispiele und Einschätzung) Wie könntet ihr Informationsfluss und die Zusammenarbeit verbessern? Wo stoßt ihr auf der operativen Ebene systematisch an Grenzen, die durch die Unternehmensorganisation und die damit verbundene Zuständigkeit unterschiedlicher Betriebsratsgremien bedingt sind? (Fallbeispiele und Einschätzung) Welche Ansatzpunkte seht Ihr, um diese Grenzen zu überwinden oder zu umgehen? Folie 12

13 IT-Beschäftigte zwischen Individualisierung und kollektivem Interessenhandeln Handlungsfeld Qualifizierung im Spannungsfeld von Stellvertreterpolitik und beteiligungsorientierter Interessenvertretung Beteiligung und Information der Beschäftigten zentraler Baustein der Qualifizierungspolitik des Betriebsrats Dreh-und Angelpunkt: Verhältnis der Beschäftigten zur betrieblichen Interessenvertretung Leitfragen Abschlussdiskussion IT-Beschäftigte: Individualisten oder bereit zu kollektivem Handeln? Qualifikation: individuelle Angelegenheit oder gemeinsam getragene Qualifizierungsinteressen? Folie 13

14 Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Weitere Informationen: Andrea Baukrowitz ISF München Jakob-Klar-Str. 9, München +49 (0) Folie 14

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