Handel an der Wiener Börse

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1 Handel an der Wiener Börse Markus Brantner Market Design & Support

2 Allgemein

3 Was macht eine Börse? Eine Börse stellt einen Handelsplatz zur Verfügung stellt ein Handelssystem zur Verfügung beitreibt/administriert das Handelssystem erstellt/administriert Handelsregeln erstellt/administriert Marktmodelle gewährleistet einen fairen und überwachten Handel überwacht Qualitätskriterien etc. 3

4 Handel früher Handel heute Präsenz-Handel Elektronischer Handel 4

5 Die Wiener Börse in Zahlen 90 Mitglieder (davon 49 international) 2 elektronische Handelssysteme ~ 125 Aktien ~ 3600 Anleihen (Bonds) ~ 1400 Optionsscheine (Warrants) ~ 2200 Zertifikate 22 ETFs ~ 230 Investmentfonds 45 Indizes (35 CEE + CIS-Indizes) 5

6 Das Unternehmen Wiener Börse Wertpapierbörse Kassamarkt Aktien Anleihen ETF Investmentfonds Partizipationsscheine Optionsscheine (Warrants) Trading System Xetra Terminmarkt (Derivate) Optionen Futures Trading System OMex 6

7 Marktsegmentierung equity market.at bond market.at derivatives market.at structured products.at other securities.at prime market mid market 1 public sector corporate sector austrian derivatives cee derivatives 2 certificates 2 2 exchange traded funds 6 continuous auction 2 5 continuous 2 auction 4 standard market financial sector performance linked bonds investment funds warrants 3 6 continuous 2 auction 5 alle Märkte AH GF DM 1 Specialist erforderlich / Market Maker möglich 2 Market Maker erforderlich 3 Market Maker erwünscht 4 Betreuer in der Auktion erforderlich 5 Betreuer in der Auktion möglich 6 Betreuung durch Emittenten (sonst kein Specialist bzw. Market Maker möglich) 7

8 Specialist & Market Maker

9 Specialist / Market Maker Specialist bzw Market Maker = Liquiditätsanbieter Verpflichtung zur permanenten Quotierung ( An- und Verkaufsangeboten = Quotes) Wettbewerblicher Ansatz - Rolle für alle Teilnehmer offen Übernahme der MM-Funkton ohne zeitliche Begrenzung Übernahme der Specialist-Funktion für 1 Jahr Specialist muss mindestens die Quotierungsverpflichtung (Size & Spread) des MM übernehmen (oder besser) 9

10 Specialist / Market Maker Beispiel OMV Aktie (Annahme 27) Specialist: % Spread Market Maker: % Spread 1 Specialist: 27 x = Market Maker: 27 x x 3 = Summe: pro Seite (Bid/Ask) 10

11 Orderformen Xetra Wien

12 Orderformen Kassamarkt *) Orderformen Market Order Iceberg Order Market-to-Limit Order Limit Order Ausführungsbedingungen Zeitliche Gültigkeit Zuordnung zu Auktionen Stop Order Immediateor-Cancel Fill-or-Kill Good-for-day Good-till-date Opening Auction only Closing Auction only Stop Market Order Stop Limit Order Good-tillcancelled Auction only Accept Surplus Orders *) im Handelsverfahren Fortlaufende Auktion stehen nicht alle angeführten Orderformen bzw nicht in dieser Form zur Verfügung 12

13 Market Order Market Orders sind unlimitierte Kauf- oder Verkaufsorders. Sie sollen zum am Markt angebotenen Preis ausgeführt werden. Beispiel (Fortlaufender Handel): Eine neue Market Order steht einer Limit Order gegenüber. BID (KAUF) ASK (VERKAUF) Volumen Limit Limit Volumen ,00 Ordereingang VK Market Lösung: Die Ausführung der beiden Orders erfolgt zu EUR 45,00 13

14 Limit Order Limit Orders sind Kauf- oder Verkaufsorders, die zum angegebenen Limit oder besser ausgeführt werden sollen. Beispiel (Fortlaufender Handel): Eine neue Limit Order steht einer Limit Order gegenüber. BID (KAUF) ASK (VERKAUF) Volumen Limit Limit Volumen ,00 Ordereingang VK / Limit EUR 44,50 Lösung: Die Ausführung der beiden Orders erfolgt zu EUR 45,00 14

15 Iceberg Order *) im Handelssystem sichtbar PEAK Minimum Peak Size zb 100 Stk OVERALL VOLUME Minimum Overall Volume zb Stk im Handelssystem NICHT sichtbar ICEBERG ORDER Funktionalität im fortlaufenden Handel ist nur die Spitze sichtbar nach Gesamtausführung der Spitze wird neue Order mit einer neuen Spitze eingestellt jede Nachstellung einer neuen Spitze erhält einen neuen Zeitstempel volle Stückzahl in Auktionen nur für tagesgültige Limit Orders keine Orderspezifikationen zulässig *) im Handelsverfahren Fortlaufende Auktion steht die angeführte Orderform nicht zur Verfügung 15

16 Market-to-Limit Order *) Beispiel: Eine M-t-L-Order trifft auf Limit Orders auf der gegenüber liegenden Seite BID (KAUF) ASK (VERKAUF) Volumen Limit Limit Volumen Ordereingang KF Market (Market-to-Limit-Order) 45, , , , Lösung: Die Ausführung der M-t-L Order erfolgt nur mit der ersten Limit Order im Orderbuch d. h. Teilausführung von Stück zu 45 EUR, danach wandelt sich die M-t-L Order zu einer Limit Order und es verbleiben Stück zu 45 EUR im Orderbuch. 16

17 Market-to-Limit Order *) Beispiel: Eine M-t-L-Order wandelt sich in eine Limit Order BID (KAUF) ASK (VERKAUF) Volumen Limit Limit Volumen ,00 45, , , Funktionalität: Eingabe nur möglich, wenn auf der gegenüber liegenden Seite nur Limit Orders vorhanden sind Eingabe nicht möglich, wenn auf der gegenüber liegenden Seite Market Orders vorhanden sind Die gewandelte Limit Order erhält den gleichen Zeitstempel wie die Teilausführung der M-t-L-Order In Auktionen wird die M-t-L-Order wie eine Market Order behandelt Keine Änderungsmöglichkeit des Limits bei der gewandelten Limit Order 17

18 STOP Orders Überblick *) Stop Order wird bei Eingabe nicht in das Orderbuch gestellt, sondern in das Stop Orderbuch. Markt hat keine Information über eingegebene Stop Orders. Das Stop Limit wird nur durch das Zustandekommen eines Preises ausgelöst (nicht bestes Bid/Ask). Das Stop Limit einer Verkaufs-Stop Order muss niedriger sein als der letzte Handelspreis. Das Stop Limit einer Kauf-Stop Order muss höher sein als der letzte Handelspreis. *) im Handelsverfahren Fortlaufende Auktion stehen nicht alle angeführten Orderformen bzw nicht in dieser Form zur Verfügung 18

19 Ordertypen - Beispiel zu Stop-Order *) Kauf der Aktie X um 100 Persönliche Verlustgrenze: 90 (=10%) 1. Absicherung durch eine Stop Limit Order Stop: 90 Limit: 92 d.h.: Wenn der Kurs der Aktie 90 fällt, wird meine Stop Order automatisch als Limit Order mit Limit 92 in das Orderbuch gestellt 2. Absicherung durch eine Stop Market Order Stop: 90 Limit: Market (Bestens) d.h.: Wenn der Kurs der Aktie 90 fällt, wird meine Stop Order automatisch als Market Order (Bestens Order) in das Orderbuch gestellt *) im Handelsverfahren Fortlaufende Auktion stehen nicht alle angeführten Orderformen bzw nicht in dieser Form zur Verfügung 19

20 Immediate-or-Cancel-Order (IOC-Order) Eine Immediate-or-Cancel Order ist eine Order, welche sofort und vollständig oder soweit wie möglich ausgeführt werden soll. Nicht ausgeführte Teile werden ohne Aufnahme in das Orderbuch gelöscht. Fill-or-Kill-Order (FOK-Order) Eine Fill-or-Kill Order ist eine Order, welche sofort vollständig oder gar nicht ausgeführt werden soll. Ist eine sofortige Ausführung nicht möglich, so wird die FOK-Order ohne Aufnahme in das Orderbuch gelöscht. *) im Handelsverfahren Fortlaufende Auktion stehen nicht alle angeführten Orderformen bzw nicht in dieser Form zur Verfügung 20

21 Good-for-day Gültig für den aktuellen Börsetag. Good-till-date Gültig bis zu einem bestimmten Datum (maximal 90 Tage ab Eingabezeitpunkt). Good-till-cancelled Gültig bis zur Ausführung/Löschung (maximal 90 Tage ab Eingabezeitpunkt). 21

22 Weg einer Order (=Auftrag) Orderausführung Privater Investor Institut. Investor Bank Börse- Mitglied Börse CCP Ordererteilung Fax Telefon autom. Orderrouting sofortige Ausführung oder Order bleibt Orderbuch Information zum Orderbuch Specialist / Market Maker Abwicklung 22

23 Der Handel - Xetra Wien

24 Kassa Handel - Grundprinzipien Handelsverfahren Fortlaufender Handel Preisermittlung anhand Preis-/Zeit-Priorität Handelsverfahren Einmalige untertägige Auktion Preisermittlung anhand Meistausführungsprinzip Handelsverfahren Fortlaufende Auktion Preisermittlung anhand modifiziertem Meistausführungsprinzip Fortlaufender Handel startet immer mit einer Eröffnungsauktion und endet immer mit einer Schlussauktion Handel verläuft anonym Alle Marktteilnehmer bekommen die selben Informationen Alle Ordergrößen handelbar (Round Lot = 1) Ausnahme Bonds (Round Lot = Mindestnominale) Schutzmechanismus Volatilitätsunterbrechung 24

25 Grundprinzip der Volatilitätsunterbrechung Letzter Preis Indikativer Preis +/- Prozentsatz von Referenzpreis 1= letzter Preis Dynamischer Preiskorridor +/- Prozentsatz von Referenzpreis 2 = letzter Auktionspreis (inkl. Vola) Statischer Preiskorridor Zweifacher dynamischer Preiskorridor = extended VOLA Die Volatilitätskorridore werden individuell durch das Börseunternehmen festgelegt, laufend angepasst und nicht veröffentlicht! 25

26 Volatilitätsunterbrechung VOLA + 12 % Statischer Preiskorridor 9 % Dynamischer Preiskorridor 6 % VOLA + 6 % Zweifacher Dynamischer 12 % % + 9 % % % -6 % 104 EXT VOLA VOLA % y-achse = Volatilitätskorridore x-achse = Gebildete Preise im Zeitverlauf 26

27 EinHandelstagin ATX Aktien HAUPTHANDELSPHASE Vorhandel Nachhandel Fortlaufender Handel Fortlaufender Handel Eröffnungsauktion Aufruf PE 9:01 bis 12:00 Aufruf Untertägige Auktion PE Marktausgleich Marktausgleich 12:04 bis 17:30 Schlußauktion Aufruf PE Marktausgleich 8:00 bis 8:55 5 Min max. 30 Sek 30 Sek 3 Min max. 30 Sek 30 Sek 3 Min max. 30 Sek 30 Sek 17:34 bis 17:45 PE...Preisermittlung zufälliges Ende 27

28 Xetra - Trading System

29 29 Order Entry - Auftragserfassung

30 30 Order Market Overview Übersicht (1)

31 31 Order Market Overview Übersicht (2)

32 32 Markttiefe

33 33 Ticker

34 34 Volatilitätsunterbrechung

35 35 Volatilitätsunterbrechung inkl. Markttiefe

36 36 Closing Auction ATX

37 Auktion - Preisbildung Kum. Volumen BID ASK Kum. Volumen Ind. Preis Ind. Menge Market Market , ,08 9, ,04 9, ,03 9, ,93 9, ,84 9, ,63 9, Ind. Preis EUR 9,65 Bid Stk Ask Stk. Surplus ASK ,61 9, ,60 9, ,59 9,

38 Welche Fragen haben Sie?

39 Disclaimer Die Wiener Börse AG weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei den in den Charts angeführten Informationen und Berechnungen um Werte und Zahlenangaben aus der Vergangenheit handelt, die keinen verlässlichen Indikator für eine künftige Wertentwicklung darstellen. Es sollten daher aus diesen Angaben keine Schlüsse auf die zukünftige Indexentwicklung gezogen werden. 39

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