Einführung in die Betriebswirtschaftslehre

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1 Vorlesung Einführung in die Betriebswirtschaftslehre Wintersemester 2010/2011 1

2 Veranstaltungsgliederung 1. Gegenstand und Methoden der Betriebswirtschaftslehre 2. Grundlagen der Entscheidungstheorie 3. Kooperation und Austausch über Märkte 4. Warum Unternehmungen? 5. Unternehmensverfassung und Shareholder Value Personal und Organisation Typische Problemstellungen und -lösungen in Funktionsbereichen von Unternehmen 2

3 3. Grundlagen der Entscheidungstheorie 3.1 Merkmale eines marktwirtschaftlichen Systems 3.2 Gründe für Kooperationen 3.3 Koordination über Märkte 3

4 3.1 Merkmale eines marktwirtschaftlichen Systems Privatautonomie aller Entscheidungsträger: Individuen sind bei ihren Entscheidungen nicht weisungsgebunden und orientieren sich (innerhalb bestimmter Grenzen) an ihren eigenen Maßstäben. Freiwilligkeit der Kooperationsentscheidung als Folge der Privatautonomie: Entscheidung zur Kooperation nur, wenn die Kooperation bei allen Beteiligten zu einem größeren individuellen Nutzen führt als der Verzicht darauf. Eine Steigerung der Gesamtwohlfahrt führt nicht zwingend zu einer Nutzenzunahme jedes einzelnen Beteiligten. Verteilungsfragen müssen also noch berücksichtigt werden. 4

5 Gestaltung von Kooperationen Gestaltung von Kooperationen in zwei Schritten: Identifikation von Situationen, in denen durch Kooperation ein zusätzliches Wohlfahrtspotenzial erschlossen werden kann. Verteilung des insgesamt erwirtschafteten Überschusses. 5

6 3.2 Gründe für Kooperationen Mit jeder freiwilligen Kooperation gehen ökonomische Vorteile einher. Diese schlagen sich in höheren Nutzenniveaus aller an der Kooperation Beteiligten nieder. Explizite Gründe für Kooperationen: Verbesserung der Güterausstattung Kostenvorteile Teamproduktion / Synergieeffekte Risikoteilung / Versicherung 6

7 Verbesserung der Güterausstattung Kombinierte Verwendung unterschiedlicher Konsumgüter oder Produktionsfaktoren ist im Regelfall vorzuziehen bzw. unabdingbar. Konsum: Abnehmender Grenznutzen und Komplementaritäten bei Konsumgütern führen dazu, dass tendenziell ein gleichmäßiger Konsum verschiedener Güter einem sehr ungleichmäßigen Konsum vorgezogen wird. Analoges gilt bei der Produktion, vgl. limitationale Faktoreinsatzbedingungen (nur ein spezielles Faktoreinsatzverhältnis führt zu einem bestimmten Produktionsniveau). Bei ungleichmäßiger Anfangsausstattung mehrerer Individuen mit Konsum- oder Produktionsgütern kann durch den Tausch von Teilen ihrer Ausstattung der Konsumnutzen oder das Produktionsergebnis gesteigert werden. 7

8 Beispiel zur Verbesserung der Güterausstattung Es gebe zwei Individuen (i = 1, 2), die beide Nutzen aus dem Konsum von zwei Gütern (j = A, B) ziehen. Nutzenfunktion: ui = xia xib u i Nutzen von Individuum i Anfangsausstattung: x ij von Individuum i konsumierte Menge des Gutes j Individuum Gut 1 2 A B u 1 = 48,99 und u 2 = 54,77 8

9 Fortsetzung des Beispiels zur Güterausstattung Beispielhafter Tausch von 30 Einheiten des Gutes A gegen 20 Einheiten des Gutes B führt zu höherem Nutzen bei beiden Individuen. Güterausstattung nach dem Tausch: Individuum Gut 1 2 A B u i = x ia x ib Nutzenfunktion: Ergebnis bei Güterausstattung vor Tausch: u 1 = 48,99 und u 2 = 54,77 Ergebnis bei Güterausstattung nach Tausch: u 1 = 50 und u 2 = 56,57 9

10 Kostenvorteile Unter Kostenvorteilen versteht man ein überlegenes Verhältnis von Einsatz- und Ausbringungsmenge. Kostenvorteile ermöglichen: eine Steigerung der Ausbringungsmenge bei konstantem Ressourceneinsatz oder eine Verringerung des Ressourceneinsatzes für eine gegebene Ausbringungsmenge. 10

11 Absolute Kostenvorteile Ein Produzent hat gegenüber einem anderen Produzenten absolute Kostenvorteile bei der Produktion eines Gutes, wenn er eine bestimmte Menge dieses Gutes mit einem geringeren Ressourceneinsatz herstellen kann. Liegen die absoluten Kostenvorteile zweier Güter bei unterschiedlichen Produzenten, sollte sich jeder Produzent auf die Produktion des Gutes beschränken, bei dem er absolute Kostenvorteile hat. Dies erfordert den anschließenden Tausch von Teilen der Produktion zwischen den Produzenten, da der Nutzen durch den Verbrauch der Güter, nicht durch deren Herstellung bewirkt wird (Annahme: Produzenten konsumieren die für sie nach dem Tausch verfügbaren Güter). 11

12 Beispiel zu absoluten Kostenvorteilen Es gebe zwei Produkte A und B, die jeweils mit nur einem Produktionsfaktor hergestellt werden. Die Anfangsausstattung mit dem Produktionsfaktor (variabler Faktor) beträgt für beide Produzenten jeweils 40 Einheiten. Die Produktionskoeffizienten der beiden Produzenten unterscheiden sich. Produzent Produkt 1 2 A 2 1 B 1 2 Der Produktionskoeffizient gibt an, wie viele Einheiten des variablen Faktors eingesetzt werden müssen, um eine Produkteinheit zu erzielen. Ohne Kooperation: Jeder Produzent maximiert seinen Konsumnutzen unter Beachtung der Restriktion der knappen Ausstattung mit dem variablen Faktor u. den Produktionskoeffizienten: u 1 = x1a x max! 1B u2 = x2a x2 B max! Nebenbedingung: 2 x 1A + x 1B = 40 Nebenbedingung: x 2A + 2x 2B = 40 Lösung: x 1A = 10; x 1B = 20 u 1 = 14,14 Lösung: x 2A = 20; x 2B = 10 u 2 = 14,14 12

13 Fortsetzung des Beispiels zu absoluten Kostenvorteilen Es gebe zwei Produkte A und B, die jeweils mit nur einem Produktionsfaktor hergestellt werden. Die Anfangsausstattung mit dem Produktionsfaktor (variabler Faktor) beträgt für beide Produzenten jeweils 40 Einheiten. Die Produktionskoeffizienten der beiden Produzenten unterscheiden sich. Produzent Produkt 1 2 Der Produktionskoeffizient gibt an, wie viele Einheiten des variablen A 2 1 Faktors eingesetzt werden müssen, um eine Produkteinheit zu erzielen. B 1 2 Mit Kooperation: Aufgrund der absoluten Kostenvorteile liegt es nahe, dass sich Produzent 1 auf die Produktion von Gut B und Produzent 2 auf die Herstellung von Gut A beschränkt. Anschließend werden die Güter zwischen den Produzenten getauscht. Die Faktorausstattungen ermöglichen dann bei den gegebenen Produktionskoeffizienten Produktionsmengen von x A = 40 und x B =

14 Fortsetzung des Beispiels zu absoluten Kostenvorteilen Gleichmäßige Aufteilung der Produkte aufgrund der Symmetrie der Ausstattungen und Technologien scheint plausibel. Ergebnis: x 1A = x 1B = 20; u 1 = 20 (!) x 2A = x 2B = 20; u 2 = 20 (!) 14

15 Variation des Beispiels zu den Kostenvorteilen Produzent Produkt 1 2 A 2 10 B 1 2 Die absoluten Kostenvorteile liegen bei beiden Produkten bei Produzent 1. Ergebnis ohne Kooperation: x 1A = 10; x 1B = 20; x 2A = 2; x 2B = 10; u 1 = 14,14 u 2 = 4,47 15

16 Relative Kostenvorteile Ein relativer Kostenvorteil liegt vor, wenn die relativen Kosten eines Produkts, ausgedrückt in der erforderlichen Minderproduktionsmenge des anderen Produkts, geringer sind. Hat ein Produzent bei allen Gütern absolute Kostenvorteile, liegt dennoch i.d.r. ein relativer Kostenvorteil des anderen Produzenten bei einem Produkt. Es ist i.d.r. vorteilhaft (Nutzensteigerung für alle Beteiligten), wenn sich beide Produzenten auf die Herstellung des Gutes beschränken, bei denen sie relative Kostenvorteile besitzen. Ricardo (1817) begründet die Vorteilhaftigkeit des Außenhandels mit einem Vergleich von Produktionskosten von Wein und Tuch in Großbritannien und Portugal. 16

17 Variation des Beispiels zu den Kostenvorteilen Absolute Kostenvorteile Produzent Produkt 1 2 A 2 10 Relative Kostenvorteile Produzent =2/1 5 =10/2 B 1 2 0,5 =1/2 0,2 =2/10 Die absoluten Kostenvorteile liegen bei beiden Produkten bei Produzent 1. Allerdings hat Produzent 2 relative Kostenvorteile bei Produkt B: Produzent 2 muss nur auf 0,2 Einheiten von Produkt A verzichten, wenn er eine zusätzliche Einheit von Gut B erstellen will. Produzent 1 hat eine ungünstigere Relation, er muss auf 0,5 A-Einheiten für eine zusätzliche B-Einheit verzichten. Mit Kooperation: Herstellung des Produktes mit relativem Kostenvorteil x A = x B = 20. Danach Aufteilung mit für beide überlegenem Konsum, z.b.: x 1A = x 1B = 15; u 1 = 15 (ohne Kooperation u 1 = 14,14) x 2A = x 2B = 5; u 2 = 5 (ohne Kooperation u 2 = 4,47) 17

18 Teamproduktion / Synergieeffekte Man spricht von Teamproduktion, wenn für die Herstellung eines Outputs Inputgüter von verschiedenen Individuen (i.d.r. Arbeitsleistung) eingebracht werden und der gemeinsam erstellte Output oder dessen monetäres Äquivalent auf die Teammitglieder aufgeteilt wird. Die kombinierte Kompetenz der verschiedenen Inputfaktoren erhöht die Effizienz der Aktivitäten: Synergieeffekte. Das gemeinsam erzielte Gesamtergebnis geht über die Summe der einzelnen Leistungsbeiträge hinaus: = 5. Beispiel: Unternehmensgründung im Beratungsbereich durch zwei Gründer, einen Betriebswirt und einen Informatiker. 18

19 Risikoteilung / Versicherung Risikoaverse Individuen ziehen bei einem gegebenen Erwartungswert der Zielgröße eine geringere Schwankung einer höheren vor (Risiko als Ungut ). Risiko (Schwankung einer Zielgröße um ihren Erwartungswert) senkt den Nutzen risikoaverser Individuen, weshalb sie für die Übernahme von Risiko eine angemessene Prämie fordern bzw. bereit sind, für die Abgabe von Risiko eine gewisse Prämie zu zahlen. Risikoteilung ist nutzensteigernd, wenn die Prämie, die der Verkäufer des Risikos zu zahlen bereit ist, größer ist als die Prämie, die der Käufer des Risikos mindestens verlangt. 19

20 Beispiel zur Risikoteilung: Versicherung Präferenzfunktionen: ϕ i = µ i, 1 0 σ Folgende Konsummöglichkeiten bei Risiko seien gegeben: p 1 = 0,5 p 2 = 0,5 µ i σ 2 φ i C ,5 C Individuum 2 erklärt sich bereit, gegen eine unbedingte Vorauszahlung von 3,5 Euro (Versicherungsprämie) eine Zahlung von 5 Euro (Versicherungsleistung) für den Fall zu leisten, dass der Zustand 1 eintritt (Schadenfall). Bei Eintritt von Zustand 2 gibt es keine Verpflichtung für Individuum 2. 2 i p 1 = 0,5 p 2 = 0,5 µ i σ 2 φ i C ,5+5=16,5 25-3,5=21,5 19 6,25 18,375 C ,5-5=18,5 20+3,5=23,5 21 6,25 20,375 20

21 Modifiziertes Beispiel zur Risikoteilung Individuum 2 sei nun ein risikoneutraler Versicherer, für den Schwankungen gar keine Rolle spielen. Die Präferenzfunktionen sind somit ϕ 2 1 = µ 1 0, 1 σ ϕ 1 2 = µ 2 Folgende Konsummöglichkeiten bei Risiko seien gegeben: p 1 = 0,5 p 2 = 0,5 µ i σ 2 φ i C ,5 C Nun wird angenommen, der Versicherer biete an, im Schadenfall 10 Euro zu zahlen, wenn er dafür eine (unbedingte) Versicherungsprämie von 5 Euro erhält. Die Konsummöglichkeiten mit Versicherung sind nun: p 1 = 0,5 p 2 = 0,5 µ i σ 2 φ i C = = C = =

22 3.3 Koordination über Märkte Die Koordination über Märkte erfolgt über Preise, also die Relation von Leistung und Gegenleistung. Die Beeinflussbarkeit der Preise durch einen Marktteilnehmer hängt davon ab, ob die anderen Marktteilnehmer Alternativen zur Kooperation haben: Falls nein: Preise müssen zwischen den Kooperationspartnern über Verhandlungen festgelegt werden. Falls ja: Wettbewerb führt zu Marktpreisen. 22

23 Koordination ohne Wettbewerb: Verhandlungen Kein Kooperationspartner kann durch einen anderen ersetzt werden. Es gibt nur einen Marktteilnehmer auf jeder Marktseite. Der Preis als wesentliches Koordinationsergebnis kann nur über Verhandlungen (Vorschlag/ Gegenvorschlag 1/ Gegenvorschlag 2 ) ermittelt werden. Durch bestimmte Spielregeln werden ganz bestimmte Verhandlungsergebnisse induziert. Verhandlungskosten: Verhandlungen sind mit Kosten verbunden (Nervliche Belastung, verlorene Zeit etc.), wobei jede zusätzliche Verhandlungsrunde den zu verteilenden Gesamtgewinn schmälert. 23

24 Koordination ohne Wettbewerb: Verhandlungen Rekursionsprinzip: Frühere Entscheidungen beeinflussen den Rahmen für spätere Entscheidungen. Die einzige Entscheidung, bei der künftige Entscheidungen nicht mehr zu antizipieren sind, ist die allerletzte. Mehrstufige Entscheidungen sind von hinten nach vorne zu lösen. (Rekursion / Rückwärts-Induktion) Eine Einigung in der vorletzten Runde setzt voraus, dass dem Partner mindestens dessen Ergebnis aus der letzten Runde zugestanden wird. Gleiche Logik ist in den Vorrunden anzuwenden. Rationale Partner einigen sich schon in der ersten Runde auf ein bestimmtes Ergebnis (der zu verteilende Kuchen wird dann nicht durch Verhandlungskosten geschmälert). 24

25 Rekursionsprinzip (Beispiel) Verhandlungsrunde Verteilbarer Gewinn Vorschlag von Anteil für A Anteil für B > 4 0 A / B B A B A

26 Koordination ohne Wettbewerb: Verhandlungen Verhandlungsmacht: Die relative Wichtigkeit der Kooperation hängt ab von mittelbaren Vorteilen, die durch eine erfolgreiche Kooperation erst ermöglicht werden. Einen geringeren Teil des Kooperationsgewinns erhält i.d.r. derjenige Partner, der ein besonderes/höheres Interesse am Zustandekommen der Kooperation hat. Ist das Zustandekommen der Kooperation für einen Partner von existentieller Bedeutung, so kann der andere Partner ein sog. Take-itor-leave-it-Angebot machen: Die Kooperation kommt nur zustande, wenn dieses Angebot unmittelbar akzeptiert wird. 26

27 Koordination mit Wettbewerb: Marktpreise Wettbewerb: Es gibt mehrere potenzielle Kooperationspartner auf jeder Marktseite. Der erste Schritt einer Kooperation besteht in der Suche nach einem geeigneten Vertragspartner. - Aus Sicht des Verkäufers eines Gutes: derjenige Vertragspartner, der die größte Zahlungsbereitschaft für dieses Gut hat. - Aus Sicht des Käufers: derjenige Verkäufer, der zum geringsten Betrag bereit ist, sich von dem betreffenden Gut zu trennen. Bei Wettbewerb werden also Güter dort bereitgestellt, wo der Verzicht mit dem geringsten Mindernutzen einhergeht, und sie gelangen dorthin, wo sie den höchsten Zusatznutzen herbeiführen. 27

28 Koordination mit Wettbewerb: Marktpreise Das Lenkungsinstrument zur Koordination von Güterströmen auf einem Wettbewerbsmarkt ist der Preis der Güter: Ist für ein Individuum der mit einem Gut verbundene Zusatznutzen geringer als der erzielbare Preis, so ist der Verkauf des Gutes vorteilhaft. Ein Gut wird nur dann gekauft, wenn sein Preis geringer ist als der mit diesem Gut für den Käufer verbundene Zusatznutzen. 28

29 Koordination mit Wettbewerb: Marktpreise Marktgleichgewicht: Menge von Preisen mit folgenden Eigenschaften: Alle Individuen passen sich im Rahmen ihrer Budgetrestriktionen nutzenmaximierend an diese Preise an und äußern Kauf- und Verkaufswünsche (Planungsoptimum). Die auf dieser Basis kalkulierten Angebots- und Nachfragemengen sind bei allen Gütern ausgeglichen (Markträumung). Unter bestimmten idealen Voraussetzungen ( vollkommener Markt ) führen Preise im Gleichgewicht stets zu einer pareto-optimalen Zuordnung von Gütern zu Individuen. 29

30 Koordination mit Wettbewerb: Marktpreise Pareto-Optimum: Ein Pareto-Optimum ist dadurch gekennzeichnet, dass kein Gütertausch denkbar ist, durch den mindestens ein Individuum besser und kein Individuum schlechter gestellt würde. Anders formuliert: Ausgehend von einem Pareto-Optimum geht die Nutzensteigerung eines Individuums zwingend mit einer Nutzenminderung mindestens eines anderen Individuums einher. Ein Pareto-Optimum ist gleichzusetzen mit einer effizienten Güterallokation. 30

31 Koordination mit Wettbewerb: Marktpreise Wie können Gleichgewichtspreise gefunden werden? Zentralplaner, der alle Güterausstattungen und Präferenzen kennt, legt ein Austauschverhältnis für je zwei Güter so fest, dass die beschriebenen Merkmale des Marktgleichgewichts erfüllt werden. Die Koordination erfolgt dann aber nicht über Preise, sondern über Weisungen. Dezentraler Mechanismus: Auf der Basis der individuellen Nutzenmaximierung, nicht zentral auf der Basis der zu maximierenden Gesamtwohlfahrt, wird das Pareto-Optimum erreicht: Unsichtbare Hand des Marktes (Adam Smith 1776). 31

32 Koordination mit Wettbewerb: Marktpreise Theoretisches Beispiel für einen dezentralen Mechanismus: Der Walras- Auktionator: Der Auktionator ruft zufällige Preise für die verschiedenen Güter aus. Die Individuen kalkulieren ihre Angebots- und Nachfragemengen in Abhängigkeit von diesen Preisen. Durch mehrfache Wiederholung dieses Vorgehens nähern sich die Preise den Gleichgewichtspreisen an (Tâtonnement). Stimmen Angebot und Nachfrage bei allen Gütern überein, ist das Marktgleichgewicht gefunden. 32

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