Derivative Finanzierungsinstrumente

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1 Projektarbeit von Marianne Fleischhauer Marianne Fleischhauer Seite 1 von 12

2 Inhaltsverzeichnis 1. Definition 3 2. Nutzen 3 3. Hintergrund / Herleitung 4 4. Arten der Derivate 4 Option 5 Swap 6 Future 8 Forward 8 5. Gründe für den Einsatz von Derivaten 9 Hedging 9 Arbitrage 9 Spekulation Entscheidungsbegleitende Aspekte Quellen- und Literaturverzeichnis 12 Marianne Fleischhauer Seite 2 von 12

3 Definition Derivate sind eine Spezialform von Kassageschäften und stellen Finanzinstrumente dar, deren Wert von dem anderer Investments abhängt. Diese stellen den Basiswert dar von dem die Derivate abgeleitet werden. Der Basiswert ist der Preis eines Marktgegenstandes z.b. einer Aktie, die dazugehörige Derivate könnte beispielsweise eine Aktienoption sein. Sie sind also eine Art Recht, dessen Wert sich aus dem Preis des Investments ergibt. Der Wert der Derivate kann sich sowohl gleichlaufend oder auch entgegen dem Basiswert entwickeln und reagiert auf diese Basiswertschwankungen überproportional, d.h. sinkt oder steigt der Basiswert, hat dies eine verstärkte Wirkung auf die Derivate. Im normalen Kassageschäft gilt, das Geschäft ist unmittelbar nach Abschluss des Vertrages zu erfüllen. Derivate sind deshalb eine Spezialform, weil sie von diesem Grundsatz abweichen. Der Vertragsabschluss und die Erfüllung fallen hier zeitlich auseinander. Derivate werden auch Termingeschäfte genannt, denn die vom Basiswert abhängigen Produkte werden auf Termin gehandelt. Nutzen Derivate eignen sich sowohl zum Risikomanagement als auch zur Spekulation, denn man kann sich damit zum einen gegen Wertverluste absichern und zum anderen auf Kursgewinne des Basiswertes spekulieren. So lässt sich hier das Risiko steuern. Derivate bieten nämlich die komplette Palette von risikolosen Instrumenten bis zu komplett unkontrollierbaren Spekulationen. Sie sind aber trotz ihrer möglichen gewinnbringenden Funktion nicht in erster Linie zur Kapitalanhäufung gedacht, sondern sollen der Unterstützung bzw. der [ ] Optimierung bestehender Finanzierungssysteme [ ] ( S. 32, Z. 6, abgerufen am ) dienen. Ein produzierendes Unternehmen kann mithilfe solcher Derivate beispielsweise seinen künftigen Finanzbedarf in Bezug auf Zinsrisiken sichern und so langfristig seine Preise kalkulieren. Bei steigenden Zinsen überträgt sich das Risiko dann auf die Bank. Marianne Fleischhauer Seite 3 von 12

4 Hintergrund Das Handelsgeschäft ansich unterscheidet zwei Arten von Geschäften, das Kassageschäft und das Termingeschäft, wobei das Termingeschäft wie schon erwähnt eine Spezialform des Kassageschäftes ist und eine Kombination von mehreren Kassageschäften darstellt. Das Termingeschäft ist also vom Kassageschäft abgeleitet. Handelsgeschäft (Zeitpunkt der Erfüllung des Geschäftes festgelegt) Kassageschäft ( Geschäft unmittelbar nach Abschluss des Vertrages zu erfüllen) abgeleitet Termingeschäft = Derivate (Vertragsabschluss und Erfüllung zeitlich getrennt) unbedingtes bedingtes Für uns ist insbesondere das Termingeschäft interessant, das die unterschiedlichen Derivate darstellt. Arten der Derivate Finanzderivate unterteilen sich in zwei Bereiche, die deterministischen Derivate auch unbedingtes Termingeschäft genannt und die optionalen Derivate auch bedingtes Termingeschäft genannt. Zu den deterministischen Derivaten gehören Swaps, Forwards und Futures. Hier besteht eine Verpflichtung für beide Vertragsparteien. Der Verkäufer verpflichtet sich das Objekt zu liefern, und zwar in der im Vertrag festgelegten Menge zu dem festgelegten Zeitpunkt und zu dem bei Vertragsschluss festgelegten Preis. Marianne Fleischhauer Seite 4 von 12

5 Der Käufer verpflichtet sich hingegen zu dem festgelegten Zeitpunkt den Preis zu zahlen und das Objekt anzunehmen. Die optionalen Derivate sind wie der Name schon sagt die Optionen. Hier besteht die Verpflichtung lediglich auf der Seite des Verkäufers, und zwar wie bei den deterministischen Derivaten das Objekt zu liefern, in der festgelegten Menge, zum festgelegten Zeitpunkt und Preis. Der Käufer hingegen erwirbt ein Recht, das Objekt zu dem jetzt vereinbarten Preis in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen. Dieses Recht ist an einen zeitlichen Rahmen gebunden Dies ergibt also folgende bildliche Darstellung: Finanzderivate Deterministische Derivate Optionale Derivate Swaps Futures Forwards Optionen O p tion Bei einer Option erwirbt der Käufer das Recht, eine bestimmte Menge eines Produktes zu dem jetzt vereinbarten Preis innerhalb eines festgelegten Zeitraumes zu kaufen oder zu verkaufen. Eine Verpflichtung besteht hier lediglich auf der Seite des Verkäufers. Dieser Vorgang beschreibt die Standart-Option, auch Plain Vanilla Options genannt. Dabei handelt es sich beim Kauf um so genannte Put-Optionen und beim Verkauf um so genannte Call- Optionen. Marianne Fleischhauer Seite 5 von 12

6 Der Kaufpreis der Option geht an den Verkäufer. Übt der Käufer seine Option aus, so muss der Verkäufer das Produkt zu den vorher vereinbarten Bedingungen verkaufen (call) oder kaufen (put). Folgendes Beispiel zur Verdeutlichung: A n leger (= Käufer) erwirbt Aktien - Option zum Verkauf oder Kauf dieser Aktie dieser Aktie Profit bei sinkenden Kursen Profit bei steigenden Kursen S w ap Bei einem Swap vereinbaren die Vertragspartner, Zahlungsströme z.b. Verbindlichkeiten oder Forderungen auszutauschen. Dabei wird im Vertrag der Fälligkeitszeitpunkt vereinbart und wie diese Zahlungsströme zu berechnen sind. In Wirklichkeit aber findet kein Kapitalfluss statt. Bei Vertragsabschluss besitzen nämlich beide Parteien den gleichen Wert, der zu dem Zeitpunkt auch den gleichen Marktpreis hat. Ziel ist es, den Marktpreis zu erhalten. Bei einem Swap-Geschäft profitieren in der Regel beide Parteien. Es gibt unterschiedliche Arten von Swap-Geschäften. Die bekanntesten sind Zinsswap und Währungsswap. Marianne Fleischhauer Seite 6 von 12

7 Swaps werden immer gefragter auf dem Markt, denn sie gelten als Quelle für kostengünstiges festverzinsliches Fremdkapital (http://boerse.ard.de/lexikon.jsp?p=150&key=lexikon_19216&letter=s, Z. 18, abgerufen am ). Verdeutlichung an dem Beispiel eines Zinsswap: Das Unternehmen X hat ein laufendes Darlehen zu einem festen Zinssatz von 8%. Unglücklicherweise wurde das Darlehen in Zeiten aufgenommen, in denen das Zinsniveau relativ hoch lag. Aktuell sinken die Zinsen auf dem Markt und ein Umschwung ist noch nicht in Sicht. Dem Unternehmen bieten sich zwei Möglichkeiten darauf einzugehen: 1.) Auflösung des Kredites, was aber mit einer hohen Entschädigungszahlung für die vorzeitige Fälligkeit an die Bank verbunden ist ODER 2.) einen Zisswap abschließen. Dabei würde ein Tausch stattfinden, in dem Fall der Tausch des Festzinssatzes gegen einen variablen Zinssatz, der ja im Moment deutlich niedriger ist und weiter zu sinken verspricht. Man geht also ein zweites Geschäft ein, das unabhängig von dem Grundgeschäft ist. Zum einen besteht da das Grundgeschäft über das Darlehen zu dem Festzinssatz von 8% und zum anderen das Zinsswapgeschäft, das folgendermaßen abläuft: Zinsswapgeschäft Grundgeschäft Darlehen Unternehmen X 8% Festzins 8% Festzins Variabler Zins + Differenz (Festzins-Marktzins) Vertragsbank für Zinsswap Kredit Marianne Fleischhauer Seite 7 von 12

8 Bei dem Zinsswapgeschäft wird der Festzinssatz gegen einen variablen Zinssatz ausgetauscht. Die Vertragsbank zahlt an das Unternehmen den Festzinssatz in Höhe von 8% aus, und das Unternehmen zahlt den variablen Zinssatz zuzüglich der Differenz zwischen dem Festzinssatz und dem aktuellen Marktzins. Beträgt der Variable Zins beispielsweise 4% und der Marktzins 6%, zahlt das Unternehmen an die Vertragsbank 4% + (8%-6%) = 6%. Future Future ist ein sehr altes Instrument und besteht schon seit dem 19. Jahrhundert. Grundgedanke hier ist es eine Sicherheit für beide Vertragsparteien zu schaffen. Dabei geht es darum, ein bestimmtes Produkt zu einem fest vereinbarten Preis an einem vorher vereinbarten Termin zu kaufen oder zu verkaufen. Bsp.: Vereinbarung im Januar 2008 über den Verkauf/Kauf von einer gewissen Anzahl bestimmter Rohstoffe am Der Verkäufer erlangt damit die Sicherheit, dass seine Ware abgenommen wird, der Käufer ist keinen Preisschwankungen mehr ausgesetzt. Steigt der Preis des Produktes, hat er mit dieser Vereinbarung ein gutes Geschäft gemacht. Das Risiko liegt darin, dass die Entwicklung nicht immer klar vorhersehbar ist. Sinkt der Preis, hat der Verkäufer seinen Preis gesichert. Der Future ist ein standartisiertes Produkt und kann deshalb an der Börse gehandelt werden Forward Auch ein Forward ist die Vereinbarung zwischen Käufer und Verkäufer, ein bestimmtes Produkt zu einem fest vereinbarten Preis an einem vorher vereinbarten Termin zu kaufen oder zu verkaufen. Er ist quasi ist der Vorläufer des Future-Kontraktes und bildet eher ein maßgeschneidertes Finanzierungsinstrument. Standartisierungselemente wie die tägliche Glattstellung des Kontos, ein Vermittler zwischen Käufer und Verkäufer und Eingrenzung auf bestimmte Basiswerte fehlen hier, daher wird er nicht an der Börse gehandelt. Marianne Fleischhauer Seite 8 von 12

9 Gründe für den Einsatz von Derivaten Hauptmotive Hedging Arbitrage Spekulation H e d ging Hedging ist ein Instrument zum Ausnutzen von den Beziehungen verschiedener Finanzierungsinstrumente untereinander. So können bestimmte Investitionen abgesichert werden, wenn ein erhöhtes Preisrisiko besteht. Mit seiner Funktion gehört Hedging in den Bereich des Risikomanagements und wird hauptsächlich für die Absicherung von Zinsrisiken, Aktienkursrisiken und Wechselkursrisiken genutzt. Das bestehende Risiko soll eliminiert werden, indem man ein anderes Risiko eingeht, das das bestehende ausgleicht. Es wird also eine gegenläufige Position eingerichtet, die dann bei Wertminderungen des Basiswertes steigt und bei Wertsteigerungen des Basiswertes sinkt. Gemeinsam betrachtet kann das Risiko so komplett ausgeschaltet oder zumindest minimiert werden. Eine Währungsoption kann beispielsweise ein Hedging sein. A r bi trage Bei Arbitrage werden vier verschiedene Grundtypen unterschieden: Preisarbitrage Transaktionskostenarbitrage Steuerarbitrage Institutionsarbitrage Die Preisarbitrage besteht nur kurzfristig und läuft in der Regel über den Abschluss von zwei oder mehr Geschäften. Ziel der Preisarbitrage ist es Preisdifferenzen auszunutzen, um einen risikofreien Gewinn zu erzielen. Bei Derivaten handelt es sich eher um arbitragefreie Märkte, Marianne Fleischhauer Seite 9 von 12

10 was daran liegt, dass ja ein direkter Zusammenhang zwischen den Basiswerten und den Derivaten besteht. Gewinnbringend kann hier die Arbitrage nur sein, wenn dieser bestehende Zusammenhang durch den Marktpreis verletzt wird. Allerdings reicht das allein nicht aus. Arbitragegeschäfte sind i.d.r. mit Transaktionskosten verbunden, der Preisunterschied muss also so groß sein, dass er diese Kosten deckt und trotzdem Gewinn bringt. Voraussetzung für die Transaktionskostenarbitrage ist, dass die Transaktionskosten der Finanztransaktionen unterschiedlich sind. Ziel dabei ist es, Transaktionskosten zu sparen. Besonders vorteilhaft wirkt sich die Arbitrage bei Swaps aus, sie verbinden nämlich mehrere Transaktionen, so lassen sich die Kosten senken und aus der Ersparnis ergibt sich die Arbitrage. Auch die Steuerarbitrage ist besonders wirksam bei Swap-Geschäften. Durch die Verbindung mehrer Geschäfte ergibt sich eine steuerliche Begünstigung. Eine Institutionsarbitrage kann sich dann ergeben, wenn zwei Länder unterschiedliche Rechtsvorschriften in Bezug auf Geldanlage und Geldaufnahme haben. Die Arbitrage wird dann über den Devisenswap erreicht, in dem die Konditionen getauscht werden. S p ek ul ation Bei der Spekulation wird bewusst ein möglichst hohes Risiko eingegangen. Je höher nämlich das Risiko, desto größer kann die Gewinnspanne sein. Es ist ein unberechenbares Geschäft, das fast einzig und allein auf der subjektiven Einschätzung aufbaut. Eine Spekulation kann die Gegenposition eines Hedgings sein, der extrem hohe Sicherheit auf einem sehr wackeligen Markt sucht. Der spekulierende Marktteilnehmer übernimmt das hohe Risiko von dem sicherheitsbedürftigen, natürlich dann auch zu entsprechend attraktiven Konditionen. Entscheidungsbegleitende Aspekte Bevor man sich auf ein Derivate-Geschäft einlässt, sollte man die Entscheidung gründlich überdenken. Bei vielen Derivaten werden Zusatzsicherheiten verlangt, man sollte also prüfen, Marianne Fleischhauer Seite 10 von 12

11 ob man diese denn überhaupt leisten kann bevor man sich für ein bestimmtes Instrument entscheidet. Unterschiedliche Instrumente bringen auch unterschiedliche Zusatzkosten mit sich. Die müssen mit einkalkuliert werden, es ist insbesondere auf die Berechnung dieser zu achten und wann sie zu leisten sind. Marktstrukturen befinden sich immer in einem laufenden Veränderungsprozess und sind nur bedingt vorhersehbar. Eine Garantie für den positiven Effekt einer Derivate im Bereich des Risikomanagements gibt es also nicht. Gerade deshalb sollte man das gewünschte Instrument daraufhin prüfen, ab welchem Punkt sich die Absicherung negativ auswirkt, also der so genannte Break-Even-Point zu ermitteln, an dem die Wirkung kippt. Auch die Vertragsbestandteile sind genauestens zu prüfen, z.b. die Verpflichtungen aus dem Vertrag und die Bindung, die man eingeht. Wie und wann lässt sich diese lösen? Im Falle einer vorzeitigen Vertragsauflösung entstehen oft hohe Kosten. Ein hohes Risiko oder eine schwerwiegende Fehlentscheidung können sich im schlimmsten Fall auf die Existenz des Unternehmens auswirken. Marianne Fleischhauer Seite 11 von 12

12 Quellen- und Literaturverzeichnis abgerufen am abgerufen am abgerufen am abgerufen am abgerufen am abgerufen am abgerufen am Marianne Fleischhauer Seite 12 von 12

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