Change Management durch betriebsinterne Kommunikation in der Altenhilfe

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1 Paritätische Akademie / X. Master Studiengang Sozialmanagement Wissenschaftliche Arbeit zur Erlangung des Grades eines Masters Change Management durch betriebsinterne Kommunikation in der Altenhilfe Erstgutachter: Prof. Dr. Jürgen Holdenrieder Zweitgutachter: Dr. Matthias Hoffmann vorgelegt von: Thorsten Decker Soz.Management/Gruppe 1 Forster Str Berlin Berlin, den

2 Danksagung Ein großes Dankeschön für die fachliche Unterstützung, das persönliche Engagement und die Begleitung dieser Arbeit richtet sich an Herrn Prof. Dr. Jürgen Holdenrieder. Ferner möchte ich mich bei Dr. Matthias Hoffmann bedanken. Die Senioren Günter Träbing, Wolfgang Voss und Rosemarie Hektor haben mir jederzeit vor Augen geführt, dass Strukturen im Pflegeheim aktiv gestaltet werden müssen, obwohl sie den Begriff Change Management noch nie gehört haben. Meiner Frau Gabriele Pfeifer danke ich für die vorbehaltlose Unterstützung und die kleinen Entbehrungen während der gesamten, berufsbegleitenden Studienzeit.

3 Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung Felder der Altenhilfe und ihre Rahmenbedingungen Offene Seniorenangebote Ambulante Pflege Teilstationäre Pflege Vollstationäre Pflege Veränderungen in der Organisation Veränderungen im Markt Zusammenfassung und Überleitung Was ist Change Management? Zur Begrifflichkeit Das Modell von Kurt Lewin Widerstand im Veränderungsprozess Zur Begrifflichkeit Individuelle Gründe für Widerstand Organisatorische Gründe für Widerstand Anzeichen für Widerstand Promotoren, Skeptiker, Bremser und Gegner Erfolgsfaktoren im Veränderungsprozess Das 8-Stufen-Modell von John Kotter Die 10 Stellhebel: Ergebnisse einer Studie Zusammenfassung und Überleitung Kommunikation im Change Management Begriffsbestimmung Kommunikation im Veränderungsprozess: Aufgaben und Besonderheiten Führung Motivation

4 4.5 Information Einweg und Zweiweg Kommunikation Der methodische Baukasten Zusammenfassung und Überleitung Initiierung von Veränderungen im Pflegeheim Das Pflegeheim Abendsonne Veränderte Rahmenbedingungen Neue bauliche Struktur durch Umbau Pflege und Betreuung Personal Kickoff zur Initiierung von Veränderungen Zeitpunkt und Ort für das Kickoff Ansprache der Mitarbeiter Rolle des Betriebsrates Sinn und Nutzen kommunizieren Kreativer Workshop Zusammenfassung Fazit...79 Literatur

5 Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber so viel kann ich sagen: es muss anders werden, wenn es besser werden soll! Georg Christoph Lichtenberg ( ), dt. Naturwissenschaftler 1 1 Einleitung Vom Begriff Change Management dürfte der Autor des Eingangszitates zu seiner Wirkungszeit wohl noch nichts gehört haben. Doch in diesen bereits im 18.Jahrhundert beschrieben Worten findet sich eine geradezu verblüffende Aktualität wider. Sich rasant ändernde Rahmenbedingungen im wirtschaftlichen und sozialpolitischen Bereich fordern die unterschiedlichen Akteure der Sozialwirtschaft in Deutschland in zunehmender Weise heraus, bestehende Konzepte zu überprüfen und permanent zu modifizieren. Was gestern noch wertvoll war, gilt heute bereits als überholt und erneut überdacht werden. Dabei vollzieht sich der Wandel in immer kürzeren Zeitabständen und lässt allen Beteiligten wenig Spielraum: Staatliche Sicherungssysteme schrumpfen. Die lange Zeit als sicher geltende staatliche Finanzierung von Sozialleistungen reduziert sich sukzessive. Kurz: Es entsteht Kostendruck. Der demografische Wandel stellt überdies lange Zeit bestehende Grundannahmen des gesellschaftlichen Zusammenlebens in Frage. Die Anzahl der älter werdenden Menschen und die spezifischen Anforderungen im Bereich der Pflege, Betreuung und medizinischen! 3

6 Versorgung differenzieren sich weiter aus. Eine immer größer werdende Anzahl von Senioren wird in den vielfältigen offenen, ambulanten oder stationären Pflegeangeboten betreut. Die Rufe nach qualifiziertem Personal werden lauter. Gute Pflegefachkräfte sind bereits heute auf dem Markt nicht mehr verfügbar. Die genannten Phänomene können mit dem Begriff Ressourcenverknappung treffend beschrieben werden. Der Blick in Literatur und Praxis zeigt, dass der Ansatz des Change Management zur Initiierung und Gestaltung von Veränderungsprozessen insbesondere in Organisationen der Pflege rasant an Bedeutung gewinnt. Um im künftig wachsenden Wettbewerb um die besten Köpfe und Ideen eine sprichwörtliche Nasenlänge voraus zu sein tritt die Notwendigkeit in den Vordergrund, den Veränderungsbedarf in der Organisation einerseits zu erkennen und den Veränderungsprozess andererseits erfolgreich umzusetzen. Change Management wird dabei nicht nur für die leitenden Mitarbeiter zu einer wachsenden Herausforderung. Neben der Initiierung fachlicher Konzepte sollen ganz nebenbei auch die Mitarbeiter aller Hierarchieebenen in einen Veränderungsprozess mit einbezogen werden. 2 Damit stellt sich eine nicht zu unterschätzende Managementaufgabe, die etliche Herausforderungen mit sich bringt. Während sich die Führungskräfte vielleicht noch auf einen gemeinsamen Weg verständigen können, der den beabsichtigten Unternehmenserfolg bringen soll, ist die breite Mitarbeiterschaft indes nicht selten gespalten: Während eine kleine Gruppe den geforderten Veränderungen zunächst noch positiv entgegentritt, will die weitaus größere Gruppe davon überhaupt nichts wissen. Mehr noch: Mitarbeiter zeigen Ängste, fühlen sich bedroht und leisten Widerstand. Änderungsvorhaben werden boykottiert und geraten in der Folge schnell ernsthaft in Gefahr oder scheitern womöglich bereits in der Anfangsphase. In der Folge geraten Organisationen zunehmend unter wirtschaftlichen Druck und sind nicht zuletzt in ihrer Existenz bedroht. > "#$%&"A52B/7CD(4:<">??E<"F&"G" 4

7 Vor dem Hintergrund der Initiierung eines möglichst gelingenden und erfolgversprechenden Änderungsvorhabens im Kontext der Altenhilfe sollen in der vorliegenden Arbeit zentrale Merkmale des Change Managements herausgearbeitet werden. Dabei werden die stationäre Altenhilfe und insbesondere das Pflegeheim in den Fokus gerückt. In Kapitel zwei wird zunächst ein einführender Überblick über die gegenwärtigen Strukturen und die aktuelle Situation der Altenhilfe in Deutschland gegeben. Dabei werden die vielfältigen Angebote beschrieben und systematisiert dargestellt. Im weiteren Verlauf wird die stationäre Pflege mit ihren spezifischen Charakteristika aufgegriffen und Veränderungsanlässe skizziert, die die Bedeutung des Change Management im Seniorenheim unterstreichen sollen. Im weiteren Verlauf der Ausführungen werden in Kapitel drei Entstehung und Bedeutung des Change Management Ansatzes beschrieben. Um den Change Management Ansatz erfolgreich in die Praxis übertragen zu können, ist in einem weiteren Schritt die Beleuchtung der vielfältigen Formen und Besonderheiten des Widerstandsbegriffes besonders hilfreich. Erst hierdurch wird die Wichtigkeit eines integrativen Kommunikationskonzeptes deutlich. In der logischen Konsequenz wird die Kommunikation darauf aufbauend als Dreh- und Angelpunkt für ein gelingendes Change Management in Kapitel vier ausführlich dargestellt. Dabei soll auch die Rolle der Führungskraft in besonderer Weise gewürdigt werden. In Kapitel fünf schließlich soll anhand einer praxisorientierten Vorgehensweise das Kickoff-meeting als Möglichkeit der Initiierung von Veränderungsvorhaben im Pflegeheim in den Vordergrund der Ausführungen gerückt werden. Dabei soll auch eine Brücke zu den im Vorfeld beschriebenen Theoriebausteinen geschlagen werden. Da sich die vorliegende Arbeit auf ein praktisches Betätigungsfeld bezieht und Anreize für ein gelingendes Change 5

8 Management geben möchte, erscheint es hilfreich, persönliche Mitteilungen ausgewählter Mitarbeiter zur Unterstreichung wesentlicher Merkmale in die Darstellung des Praxisteiles mit ein zu beziehen. 2 Felder der Altenhilfe und ihre Rahmenbedingungen 2.1 Offene Seniorenangebote Die heute vorzufindende Vielfalt der offenen Altenarbeit in der BRD fußt auf der historischen Auseinandersetzung mit den jeweils vorherrschenden Alterstheorien, die sich spätestens seit den 1950er Jahren in interdisziplinärer Zusammenarbeit insbesondere der Verhaltens,- Sozial- und Geisteswissenschaften ausdifferenziert haben und sich heute in den einzelnen Disziplinen der sozialen Gerontologie widerfinden: Die aus der Psychologie stammenden Theorien stellen dabei das subjektive Fühlen und die kognitiven Fähigkeiten älterer Menschen in den Vordergrund während die soziologisch orientierten Theorien die Einflüsse der Umwelt stärker in den Fokus rücken. Dem noch in den 1950er Jahren vorherrschenden Defizitmodell des Alter(n)s liegt die Annahme zugrunde, dass die kognitive Leistungsfähigkeit des Menschen zwischen dem zwanzigsten und dem dreißigsten Lebensjahr seinen Höhepunkt erreicht hat und im weiteren Lebensverlauf zunächst langsam, mit zunehmendem Alter jedoch rasant abfällt. 3 Die aus der traditionellen Rollentheorie des Soziologen Talcott Parsons entstandene Disengagement Theorie betont hingegen stärker den Wechselprozess zwischen gesellschaftlichen Interessen einerseits und denen der älteren Menschen andererseits: Demnach folgt jeder Rolleninhaber je nach seiner Position im Sozialsystem spezifischen Normen, die in ein "#$%&"F)/(H*B<">??I<"F&">?!"==&" 6

9 gemeinsames Wertesystem integriert sind und trägt durch sein rollengemäßes Verhalten zur Wertverwirklichung und zur Systemerhaltung bei. 4 Nach diesem Verständnis bewertet die Gesellschaft den Rückzug des alternden Menschen aufgrund seines biologischen Abbauprozesses aus dem Arbeitsleben und aus den gesellschaftlichen Aktivitäten grundsätzlich positiv. Der Umstand, dass hierdurch frei werdende Positionen innerhalb der Gesellschaft, z.b. in der Arbeitswelt durch nachrückende Generationen ausgefüllt werden können, trägt also zur zitierten Systemerhaltung bei. In der direkten Auseinandersetzung mit der Disengagement Theorie entwickeln sich in der Folge zahlreiche, aus dem Feld der Pädagogik und ihrer verwandten Disziplin der Geragogik stammende Angebote der Freizeitgestaltung und Selbsthilfeorganisationen. Diesen liegt die Annahme zugrunde, dass der Mensch nur dann erfolgreich altert, wenn er sich aktiv engagiert und seine Funktionen in der Gesellschaft wahr nimmt. In der Folge haben sich die offenen Angebote der Freizeitgestaltung für Senioren stetig weiter entwickelt und die Aktivität des Individuums stärker in den Fokus gerückt. 5 Die skizzierten Theorien gelten heute als historisch, weil sie die individuellen Fähigkeiten des Menschen mit allen seinen persönlichen Erfahrungen über die gesamte Lebensspanne nicht ausreichend berücksichtigen und das Alter(n) primär als Verlust, als etwas Defizitäres beschreiben, was es durch entsprechende Angebote auszugleichen gilt. Erst die Entstehung der modernen Interventionsgerontologie hat seit den 1970/1980er Jahren ein neues Selbstverständnis hervorgebracht mit der Zielsetzung, praktische Angebote zu schaffen, die den Prozess des Alterns möglichst positiv beeinflussen. Der aktuelle wissenschaftliche Diskurs sowie die daraus entstehenden praktischen Interventionen für Senioren werden heute weitgehend vom Kompetenzbegriff geleitet. Der Kompetenzbegriff berücksichtigt dabei in besonderer Weise die in der persönlichen Biografie J I "#$%&"F4:-*MM*<">?!?<"F&"I?I"==&" 7

10 des Menschen erworbenen Fähigkeiten und Erfahrungen. Vergleichbar den heute pluralistischen Lebensformen mit ihren vielfach zitierten Wahlbiografien unterliegt in der Folge auch das Alter(n) einer größer werdenden Individualität. Demnach lassen sich zunehmend große Unterschiede in Bezug auf Gesundheit, Lebenslagen, Bildungsstand und Interessen in der Gruppe der Senioren ausfindig machen, sodass das Lebensalter nicht per se als Maßstab für Kompetenzgewinn oder Kompetenzverlust herangezogen werden kann. 6 Entsprechend vielfältig sind die Angebote für Senioren: Wer heute einen Blick in die Veranstaltungskalender der lokalen Volkshochschulen und universitären Vorlesungsverzeichnisse wirft oder die Angebote der zahlreichen, bezirklich organisierten Senioreninitiativen studiert, findet ein breites Spektrum dessen vor, was sich einer zeitgemäßen, offenen Altenarbeit zuordnen lässt. Die aktuellen Angebote richten sich an eine heterogene Gruppe von Senioren, die sich in den unterschiedlichsten Feldern und Formen durch bürgerschaftliches Engagement und Kultur- und Freizeitaktivitäten betätigen und in der Regel keine nennenswerten gesundheitlichen Einschränkungen oder gar durch Pflegebedürftigkeit einhergehende Abhängigkeiten haben. Die Betätigungsfelder der Senioren spannen einen großen Bogen beginnend bei Lesepatenschaften in den örtlichen Kindertagesstätten über Seniorengymnastik bis hin zu den Bildungsangeboten der Seniorenuniversitäten. Dabei spielt das Lebensalter zunächst eine untergeordnete Rolle, umfasst in der Regel jedoch die Spanne vom Renteneintritt bis zum höheren Lebensalter. Insbesondere für bestimmte (Risiko)Gruppen oder Senioren im höheren Lebensalter sind die Grenzen zu den Angeboten der präventiven Gesundheitssorge häufig fließend oder teils flankierend vernetzt. 7 Als Beispiele hierfür lassen sich Diabetikerschulungen oder rehabilitative Angebote nach einem Schlaganfall nennen. Insgesamt lässt sich ein Trend hin zu offenen und vernetzten Angeboten feststellen, die L O "#$%&"F4:-*MM*<">?!?<"F&"I?I"==&" 8

11 sich nicht speziell an eine Altersgruppe richten und die vielfach die Eigeninitiative der Adressaten erfordern. 2.2 Ambulante Pflege Als ambulante Pflege wird die häusliche Pflege eines pflegebedürftigen Menschen innerhalb der eigenen Wohnung bezeichnet. Die Pflege wird dabei entweder durch Familienangehörige, Nachbarn oder Freunde geleistet oder in Kombination bzw. ausschließlich durch einen professionellen Pflegedienst. Die ambulante Pflege ermöglicht dem pflegebedürftigen Menschen den Verbleib in seiner vertrauten Umgebung sowie die Aufrechterhaltung bestehender sozialer Beziehungen. Mit Einführung der Pflegeversicherung 1995 hat der Gesetzgeber der häuslichen Pflege den Vorrang gegenüber einer teil- bzw. stationären Versorgung eingeräumt. Mit der vielzitierten Aussage ambulant vor stationär wird dem Bedürfnis des pflegebedürftigen Menschen in besonderer Weises Rechnung getragen, die eigene Selbständigkeit und den Verbleib in den vertrauten Strukturen und Netzwerken möglichst lange aufrecht zu erhalten. 8 Zum Jahresende 2009 waren in Deutschland rund 2,3 Millionen Menschen im Sinne der Pflegeversicherung pflegebedürftig. Davon wurden rund 1,6 Millionen pflegebedürftige Menschen zu Hause versorgt, etwa ein Drittel ausschließlich durch die deutschlandweit zugelassenen ambulanten Pflegedienste und zwei Drittel durch Angehörige. 9 Der Leistungsumfang der gewährten Leistungen durch die Pflegeversicherung für die häusliche Pflege richtet sich nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit, den der medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) im Rahmen einer umfänglichen Begutachtung ermittelt und bei Vorliegen der Anspruchsvoraussetzung bewilligt. G E "#$%&"F)/)62)624:*2"Q1(0*2/;)<">?!!/<"'()*+(*),"---&0*2)/)62&0*<"81$+6==,"?>&!!&>?!!" 9

12 Für die ausschließlich professionell erbrachte Dienstleistung durch einen ambulanten Pflegedienst gewährt der Gesetzgeber derzeit eine reine Geldleistung, die sog. Pflegesachleistung, in monatlicher Höhe von! 450 bei Pflegestufe 1,! bei Pflegestufe 2 oder! bei Pflegestufe Hat der Pflegedienst einen entsprechenden Versorgungsvertrag mit den Kassen abgeschlossen, werden die gewährten Leistungen direkt mit der Pflegeversicherung abgerechnet. 11 Für die Übernahme von Tätigkeiten z.b. in der hauswirtschaftlichen Versorgung durch Angehörige oder Privatpersonen gewährt der Gesetzgeber diesem Personenkreis eine monatliche Geldleistung i.h.v! 235 bei Pflegestufe 1,! 440 bei Pflegestufe 2 oder! 700 bei Pflegestufe Darüber hinaus besteht für den Leistungsempfänger innerhalb der häuslichen Pflege auch die Möglichkeit, eine sogenannte Kombination von Pflegegeld und Sachleistung in Anspruch zu nehmen, wenn z.b. die monatliche Sachleistung durch einen Pflegedienst nicht ausgeschöpft wird. 13 Ferner besteht Anspruch auf zusätzliche monatliche Leistungen bei nachgewiesenem, besonderem Betreuungsbedarf, etwa bedingt durch Demenzerkrankungen. 14 Pflegende Angehörige haben zudem im Jahr max. vier Wochen Anspruch auf Verhinderungspflege bis zur Höhe eines gedeckelten Betrages i.h.v. aktuell! Diese Verhinderungspflege wird häufig auch als sog. Urlaubspflege bezeichnet und soll insbesondere den pflegenden Angehörigen eine Auszeit von der beanspruchenden pflegerischen Tätigkeit ermöglichen. Für die Zeit der Abwesenheit der Pflegeperson kann sowohl ein ambulanter Pflegedienst eingesetzt oder eine stationäre Einrichtung, z.b. ein Seniorenheim ausgewählt werden.!? "#$%&"*T0&<"S"O>"!> "#$%&"*T0&<"SS"JI/<JIT"!I 10

13 Die Einführung der DRGs 16 in den bundesdeutschen Krankenhäusern hat seit 2004 für die ambulante Pflege sukzessive Veränderungen mit sich gebracht. Der Markt ist nicht nur dynamischer geworden sondern birgt auch etliche neue Herausforderungen in sich, deren erste Auswirkungen in der Praxis bereits erkennbar sind und sich wie folgt skizzieren lassen: Die Anzahl derjenigen Menschen, die im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung eine häusliche Pflege benötigen, nimmt zu. Insbesondere im Anschluss an erfolgte Operationen steigt der Bedarf z.b. an Wundversorgung oder Verbandswechsel im Rahmen der Behandlungspflege nach Vergütung des SGB V, der gesetzl. Krankenversicherung. Neben der wachsenden Anzahl der zu versorgenden Patienten erfährt die ambulante Pflege überdies einen Professionalisierungsschub und sieht sich herausgefordert, eine Erweiterung oder eine Spezialisierung des Leistungsprofils voranzutreiben. Damit werden tradierte Vorstellungen von Pflege in Frage gestellt und ergänzt um rehabilitative und präventive Angebote die darauf abzielen, Alltagskompetenzen wie etwa Mobilität und Funktionalität des jeweiligen Klienten zu erhalten. Ferner erhält die allgemeine Beratung und Unterstützung im Umgang mit Krankheitssymptomen und chronischen Erkrankungen eine höhere Bedeutung. Häusliche Pflege hat damit mehr denn je die Aufgabe, Krankheits- und Genesungsverläufe mit Hilfe multiperspektivischer Pflegekonzepte zu dokumentieren und zu koordinieren. 17!L "UVP2W!"#$%&'"'()*+#,*-($)&./'<"2)*%%*("*6("/1="U6/$(52*("T/26*+*(0*2<"%*62)1($25+6*()6*+)*2" #*+$X)1($22Y2)*;"=X+"/%%$*;*6(*"A+/(B*(:/12%*62)1($*("0/+&"U6*"Q*:/(0%1($2=K%%*"-*+0*("(/4:" M/124:/%6*+)*("Q*)+K$*(".*+$X)*)<"06*"-*6)*2)$*:*(0"1(/T:K($6$".5("0*+"U/1*+"0*+"Q*:/(0%1($7" #*+-*6%0/1*+"6;"A+/(B*(:/12"26(0&"Z2":/(0*%)"264:"0/T*6"1;"*6( [/)6*()*(B%/226=6B/)65(22Y2)*;<"0/2" /%%*"\)*6%]2)/)65(K+"T*:/(0*%)*("[/)6*()*("(/4:"T*2)6;;)*("A+6)*+6*(<"-6*"*)-/"0*+"U6/$(52*"(/4:" '^U3!?3^50*2<"_+)"0*2"Z6($+6==*2"50*+"_%)*+"0*2"[/)6*()*("6("`/%%$+1MM*("(/4:"*6(*;"*6(:*6)%64:" abc"*()-64b*%)"-*+0*(<"91".*+24:%x22*%(&"" \#$%&"'()*+(*),"---&06;06&0*72)/)6470*7B%/226706/$(52*(7640!?7%23640:);%&:);<"81$+6==,"?>&!!&>?!!] "!O "#$%&"A*%%(:/12*+<">??O<"F&"IL"==&" 11

14 Derzeit zeichnen sich überdies erhebliche Veränderungen im Schnittstellenbereich Krankenhausentlassung/ weiterführende ambulante Pflege ab: Für ambulante Pflegedienste gewinnt der frühzeitige Kontakt zu den Sozialdiensten und Casemanagern in den Krankenhäusern an Bedeutung, von wo aus die Entlassungen vorbereitet werden. 18 In der Praxis zeigen sich Vorteile für diejenigen Anbieter, die durch eigenes Engagement Entlastung für die Mitarbeiter des Krankenhauses schaffen und sich somit Wettbewerbsvorteile in der Akquirierung neuer Kunden schaffen. Vereinzelte Pflegedienste nutzen bereits heute die Gelegenheit, das Entlassungsmanagement vollständig zu übernehmen. Die Entlassungsmodalitäten werden immer häufiger direkt durch die Pflegedienste im Kontakt mit ihren potenziellen Kunden sowie deren Angehörigen und den zuständigen Kostenträgern mit ihren zahlreichen bürokratischen Formalien in die Wege geleitet. 19 An Bedeutung gewinnt für die ambulante Pflege die strategische Positionierung im Wettbewerb konkurrierender Dienstleister. Die wirtschaftliche Profitabilität eines Pflegedienstes lässt sich durch Spezialisierung auf besondere Pflegeleistungen erheblich steigern: So erscheint eine Profilierung in bestimmten Sparten, wie etwa der nachstationären Pflege von Patienten nach Schlaganfall oder künstlich beatmeten Intensivpflegefällen insbesondere deshalb sinnvoll, weil sich durch die beschriebene Spezialisierung vielfältige Kooperationsmöglichkeiten zu den regionalen Krankenhäusern mit ihren speziellen Abteilungen herstellen lassen. Isolierte Pflegedienste ohne frühzeitige Anbindung an potenzielle Kooperationspartner!G "#$%&"V/124:7A1+%*;/((<">??G<"F&"E?>"==&"!E "#$%&"Z62*(+*64:<">??><"F&"!J"==&" 12

15 geraten zunehmend in Schwierigkeiten, wirtschaftlich erfolgreich in Konkurrenz mit den zahlreichen Mitbewerbern zu agieren. 20 Nicht zuletzt wirkt sich die Betriebsgröße von Pflegediensten entscheidend auf die Sicherung von Marktanteilen aus. Bei der Verfolgung von Expansionszielen greifen Dienstleister mehr als zuvor nach Chancen, ihr Unternehmen zu vergrößern. Ob dies durch sukzessiven eigenen Aufbau oder durch Übernahme kleinerer Betriebe mitsamt ihren Mitarbeitern und Kunden erreicht wird ist zunächst zweitrangig. Größe symbolisiert Macht und Stärke und ist für die effiziente Unternehmenssteuerung etwa in den Bereichen Personal und Marketing von Vorteil: Durch Umstrukturierungen können Kosten eingespart und Synergieeffekte genutzt werden, ein nicht zu unterschätzender Wert in Zeiten knapp werdender Ressourcen. Die Betriebsgröße öffnet darüber hinaus Türen auf politischer Ebene und ermöglicht den Akteuren größeren Verhandlungsspielraum etwa bei Pflegesatzverhandlungen, Vergütungsregelungen und der Durchsetzung eigener Interessen auf kommunaler Ebene Teilstationäre Pflege Unter dem Begriff der teilstationären Pflege werden solche Angebote zusammengefasst, in denen pflegebedürftige Menschen betreut werden, wenn die Pflege zu Hause nicht ausreichend bzw. nicht mehr ausreichend sicher gestellt werden kann. Die Pflege findet dann entweder in gesonderten Tagespflegeeinrichtungen statt oder in solchen Einrichtungen, wo eine Pflege zur Nacht gewährleistet ist (z.b. Pflegeheim). Die teilstationäre Pflege wird insbesondere gewährt und von pflegebedürftigen Personen in Anspruch genommen, wenn Angehörige aufgrund einer ausgeübten Berufstätigkeit für >? "#$%&"b5%0*(+6*0*+<">??j<"f&"ji"=&" >! 13

16 längere Zeitabschnitte im Tagesverlauf abwesend sind. Bei Vorliegen einer Pflegestufe werden von der Pflegekasse in diesem Fall die Kosten für die Pflege sowie die medizinische Behandlungspflege und die Aufwendungen für die soziale Betreuung übernommen. Die im Rahmen der teilstationären Versorgung anfallenden Kosten für die Verpflegung müssen hingegen selbst getragen werden. Analog der zugewiesenen Pflegestufen in der ambulanten Pflege gewährt der Gesetzgeber für die teilstationäre Pflege aktuell einen monatlichen Betrag i.h.v.! 450 (bei Pflegestufe 1),! (bei Pflegestufe 2) oder! (bei Pflegestufe 3). Auch im Rahmen der teilstationären Unterbringung ermöglicht der Gesetzgeber bei Bedarf eine Kombination der für den ambulanten Bereich gewährten Sachleistungen oder Pflegegelder. 22 Die teilstationäre Pflege und Betreuung findet i.d.r. in speziell hierzu konzipierten Tagespflegeeinrichtungen statt. Die Zeiten für den Aufenthalt richten sich nach den individuellen Bedürfnissen der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen. Häufig finden sich spezielle Angebote der Tages- und Nachtpflege auch in vollstationären Pflegeeinrichtungen wie z.b. Seniorenheimen. Die dort vorzufindende Infrastruktur des laufenden Betriebes der Organisation, Pflege, Betreuung und Verpflegung ermöglicht ein flexibles Reagieren auf die Bedürfnisse der Kunden. 23 Zahlreiche Pflegeanbieter halten ein Angebot der Tagespflege innerhalb einer Senioreneinrichtung nicht zuletzt deshalb bereit, weil aus dem Tagesbesuch bei fortschreitender Pflegebedürftigkeit ein dauerhafter Aufenthalt in der gleichen stationären Pflegeeinrichtung werden kann. Pointiert formuliert: Eine vorgehaltenes Angebot der Tagespflege im Seniorenheim sichert dem Dienstleister mittelfristig neue Kunden. >> "#$%&"FPQ"R'<"S"J!" "#$%&"'()*+(*),"---&4/+6)/23/%)*(:6%=*&0*7/($*T5)*7)/$*2M=%*$*&:);%<"81$+6==,"?>&!!&>?!!" 14

17 2.4 Vollstationäre Pflege Kann die vorbezeichnet erläuterte ambulante und/oder teilstationäre Pflege nicht mehr ausreichend den Bedürfnissen einer zunehmenden Pflegebedürftigkeit gerecht werden, besteht letztlich die Möglichkeit der dauerhaften Unterbringung und Weiterversorgung in einer speziellen Pflegeeinrichtung. Wie bereits erwähnt, waren zum Jahresende 2009 rund 2,3 Millionen Menschen im Sinne der Pflegeversicherung pflegebedürftig. Zum gleichen Zeitpunkt lebten aus diesem Personenkreis mehr als Menschen in den deutschlandweit rund zugelassenen vollstationären Pflegeeinrichtungen, von denen sich etwas mehr als die Hälfte (55%) in frei gemeinnütziger Trägerschaft der großen Wohlfahrtsverbände befanden. 24 Obwohl eine Pflegestufe bereits häufig vor Einzug in eine Pflegeeinrichtung besteht, sieht der Gesetzgeber eine erneute Überprüfung bei Umzug in ein Heim vor. Hierbei wird in erster Linie die Notwendigkeit der vollstationären Versorgung durch den MDK überprüft. In dringenden Fällen findet vielfach eine Vorabeinstufung per Aktenlage statt, wenn ein Patient bspw. direkt im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung in ein Pflegeheim aufgenommen werden soll. Somit entstehen für die betroffenen Patienten einerseits und die Einrichtungen andererseits keine Finanzierungslücken. Die persönliche Begutachtung und die Zuerkennung der festgestellten Pflegestufe durch den MDK erfolgt dann erst zu einem späteren Zeitpunkt in der jeweiligen Einrichtung. Bei Feststellung des entsprechenden Bedarfs gewährt der Gesetzgeber für die Unterkunft in der vollstationären Pflege monatliche Sätze i.h.v.! bei Pflegestufe 1,! bei Pflegestufe 2 oder! bei Pflegestufe 3. Bei Anerkennung eines Härtefalles, verursacht durch besonders aufwendigen Pflegebedarf etwa im Bereich der Intensivpflege, wird ein monatlicher Betrag >J "#$%&"F)/)62)624:*2"Q1(0*2/;)<">?!!/<"'()*+(*),"---&0*2)/)62&0*<"81$+6==,"?>&!!&>?!!" 15

18 i.h.v.! gewährt. 25 Die genannten Pflegeleistungen werden bei bestehenden Rahmenverträgen zwischen den Pflegekassen und den stationären Einrichtungen direkt an die jeweilige Einrichtung gezahlt, wenn der Betrag 75% des tatsächlichen Heimentgeltes nicht übersteigt. 26 Das monatlich entstehende Heimentgelt in vollstationären Einrichtungen setzt sich aus den Kosten für die Pflege, die Unterkunft und Verpflegung und den sog. Investitionskosten zusammen. Da die gezahlten Pflegeleistungen lediglich einen Teil dieser Kosten abdecken, muss der Versicherte die nicht gedeckten Kosten selbst finanzieren. Kann er dies nicht oder nur teilweise, besteht ggf. Anspruch auf Hilfe zur Pflege im Rahmen des Sozialgesetzbuches XII. 27 Zur Kostenklärung ist ein entsprechender Antrag beim zuständigen Träger der Sozialhilfe einzureichen. Maßgeblich für die Zuständigkeit ist dabei der letzte Wohnort des Antragstellers. Ähnlich wie in der ambulanten Pflege kann von der Pflegeeinrichtung ein monatlicher Pauschalbetrag für Aktivierung und Betreuung geltend gemacht werden, wenn für den pflegebedürftigen Heimbewohner ein Nachweis über einen bestehenden erheblichen Betreuungsbedarf erbracht wird. Dieser Betrag wird nach Gewährung ebenfalls direkt an den Einrichtungsträger gezahlt, wenn dieser hierfür sozialversicherungspflichtig beschäftigtes Personal bereit hält, das sich ausschließlich der Betreuung dieses Personenkreises widmet. 28 Eine besondere Form der vollstationären Pflege stellt die Kurzzeitpflege dar: Kann die häusliche Pflege zeitweise nicht, noch nicht oder nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden und reicht auch teilstationäre Pflege nicht aus, besteht Anspruch auf Pflege in einer vollstationären Einrichtung. 29 In der Praxis wird diese besondere Form der kurzzeitigen Pflege häufig >I >L >O "#$%&"FPQ"R''<"S"L!" >G "#$%&"FPQ"R'<"S"GOT" >E "ZT0&<"S"J>"_T2&!"" 16

19 genutzt, wenn der Patient nach einer erfolgten Krankenhausbehandlung aufgrund seines Gesundheitszustandes nicht nach Hause entlassen werden kann und über die weitere Unterbringung, z.b. im Pflegeheim noch nicht entschieden ist. Ferner kann die Kurzzeitpflege zur vorübergehenden Entlastung bei auftretenden Krisensituationen in der häuslichen Pflege in Anspruch genommen werden. Ähnlich der Verhinderungspflege übernimmt der Gesetzgeber im Rahmen der Kurzzeitpflege für die maximale Dauer von vier Wochen die Kosten für die Pflege und für die soziale Betreuung bis zu einem Gesamtwert i.h.v.! 1.550, unabhängig von der Pflegestufe. 30 Wie auch für die ambulante Pflege gelten für die vollstationären Pflegeanbieter seit der DRG Einführung in den Krankenhäusern veränderte Rahmenbedingungen. Die frühzeitige Entlassung von stark pflegebedürftigen Patienten, die nicht mehr zu Hause versorgt werden können, verändert die Klientel der jeweiligen Häuser drastisch. Hinzu kommt die demografische Entwicklung, infolge derer der Anteil der über 65jährigen Menschen bis 2030 in der BRD noch weiter zunehmen wird. 31 In der Folge dürfte auch mit einer Zunahme der Pflegebedürftigkeit in dieser Gruppe zu rechnen sein. Die Meinungen der Akteure zum aktuellen Szenario sind indes gespalten: Während die Einen den Siegeszug der Profitorientierung und Ökonomisierung herauf beschwören, innerhalb derer der einzelne Mensch und seine Gesundheit zukünftig lediglich als Ware gehandelt werden, 32 verbinden die Anderen mit den Veränderungen neue Chancen der Professionalisierung und wittern frühzeitig zukunftsträchtige und profitable Geschäftsmodelle. Festgehalten werden kann jedoch, dass sich durch die veränderten Rahmenbedingungen und die zahlreichen gesetzlichen Neuerungen im Gesundheitssektor schneller als in allen anderen 17

20 der Sozialwirtschaft neue Dienstleistungsstrukturen entwickeln werden und die Branche insgesamt eine Trendsetter Funktion einnimmt. 33 Die markantesten Änderungen der stationären Pflege lassen sich mit einem Blick in die aktuelle Praxis wie folgt skizzieren: Die Menschen sind beim Einzug in ein Pflegeheim nicht nur zunehmend hochaltrig, sondern weisen überdies verstärkt multimorbide Krankheitsbilder und gerontopsychiatrische Erkrankungen wie etwa Demenz auf. Im Übergang Krankenhaus/Pflegeheim führt dieser Umstand zu einer nahezu paradoxen Entwicklung durch Verlagerung der Kosten: Während die Krankenhäuser nach Einführung der DRGs nun ihre Kosten senken, steigen die Kosten für die Pflegeversicherung. Immer mehr Menschen haben durch die zuvor genannten Krankheitsbilder einen hohen bis sehr hohen Pflegebedarf und damit gesetzlichen Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung nach SGB XI. 34 So steigt in der Folge nicht nur die professionelle Anforderung an das Pflegepersonal z.b. ärztlich delegierte Tätigkeiten zu übernehmen und im Sinne einer Krankenhausnachsorge Aufgaben zu erfüllen, die vormals in den Krankenhäusern selbst angesiedelt waren. Ein weiterer Aspekt ist hinzugekommen: Das durchschnittliche Alter beim Einzug in ein Pflegeheim von 86,7 Jahren führt zu einer Häufung sogenannter Mortalitätsrisiken. So verstirbt etwa ein Drittel der neu aufgenommenen Pflegeheimbewohner in den drei ersten Monaten nach Einzug. Wenn die Bedeutung des Pflegeheimes als Ort des institutionalisierten Sterbens zunimmt, wird die Implementierung palliativer Kompetenzen, also die Vernetzung von Medizin, Pflege, "#$%&"Q*Y*+3[*)*+2<">??J"F&"I"==&" 18

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