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1 Quelle Lebensversicherung AG Geschäftsbericht 2008

2 Kennzahlen 2008 Kennzahlen Qu e l l e Le b e n s v e r s i c h e r u n g AG in T EUR Veränderung Verrechnete Prämien Gesamtrechnung % Aufwendungen für Versicherungsfälle im Eigenbehalt % Aufwendungen für Versicherungsbetrieb im Eigenbehalt % Kapitalanlagen % Eigenkapital inkl. unversteuerte Rücklagen % Finanzergebnis % Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) % Jahresüberschuss % Jahresgewinn % Anzahl der Versicherungsverträge % Mitarbeiterstand % Versicherungssumme Leben %

3 Quelle Versicherungen Inhaltsverzeichnis Vorwort des Vorstandes... 2 Produkte und Leistungen... 3 Der Direktvertrieb von Versicherungen... 4 Die Zielgruppen... 5 Unsere Produkte... 6 Marketing und Vertrieb... 7 Unsere Mitarbeiter... 8 Lagebericht... 9 Wirtschaftliches Umfeld Geschäftsverlauf im Jahr Risikomanagement Geschäftsverlauf 2008 im Detail Ausblick auf Bericht des Aufsichtsrates Jahresabschluss Bilanz Gewinn- und Verlustrechnung Anhang Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Erläuterungen zur Bilanz Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung. 45 Angaben über rechtliche Verhältnisse Angaben über personelle Verhältnisse Gewinnverwendungsvorschlag Bestätigungsvermerk Konzernvermerk Service und Impressum... 52

4 2 Vorwort 2008 Vorwort des Vorstandes Sehr geehrte Geschäftspartner, im Jahr 2008 haben die Entwicklungen am Kapitalmarkt (Stichwort Finanzmarktkrise) auch den Geschäftsverlauf der Quelle Lebensversicherung AG wesentlich beeinflusst. Das Kapitalanlageergebnis lag trotz unseres frühzeitigen Rückzugs aus Aktien bereits im Juni 2008 deutlich unter den Erwartungen. Grund waren vor allem notwendig gewordene Abschreibungen unserer bilanzierten Wertpapiere. Trotzdem gelang es uns, nicht zuletzt durch eine Änderung des Verfahrens zur Gewinnbeteiligungszuführung, mit einem Jahresüberschuss von 227 T EUR den Vorjahreswert deutlich zu übertreffen (170 %). In diesem schwierigen Umfeld blieb das Neugeschäft hinter den Erwartungen zurück und erreichte nicht das hohe Niveau des Vorjahres. Die Versuche, mit neuen Vertriebsansätzen im Direktmarketing die Basis für unsere Neugeschäftsgewinnung zu verbreitern, brachten nicht in allen Bereichen den gewünschten Erfolg. Dennoch stieg das Prämienvolumen insgesamt auf 12,7 Mio. EUR (8 %). Ebenfalls um 8 % wuchs der Bereich gegen laufende Prämienzahlung. Damit liegen beide deutlich über dem Marktniveau der Lebensversicherung. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Finanzmarktkrise erwarten wir ein herausforderndes Jahr Dennoch halten wir an unserer Vorgehensweise fest. Das Wachstum des Unternehmens wollen wir durch verstärkte Investitionen in den Markt forcieren Mag. Andreas Matzner, Dipl.oec. Hanns-Ulrich Brockhaus und neue Vertriebsansätze im Direktmarketing schaffen. So planen wir sowohl im Neugeschäft als auch im Prämienvolumen Wachstumswerte über dem Marktdurchschnitt. Dies wird jedoch mit Augenmaß geschehen. Es bleibt unser Ziel, unter Berücksichtigung von Schadenverlauf und Kapitalanlageergebnis weiterhin positive Jahresüberschüsse zu erzielen und so die Eigenmittel weiter zu stärken. Die Quelle Lebensversicherung AG hat sich als Versicherungspartner für die Zielgruppe 50Plus am Markt etabliert. Die Erfolge bei der Ausweitung unseres Direktvertriebsansatzes von speziellen Versicherungen auf andere Partner über den Quelle Versand hinaus stimmen uns zuversichtlich, in den Folgejahren unsere Wachstumsziele sowohl im Neugeschäft als auch im Prämienvolumen insgesamt zu realisieren. Mit freundlichen Grüßen Dipl.oec. Hanns-Ulrich Brockhaus Mag. Andreas Matzner

5 Produkte und Leistungen Produkte und Leistungen

6 4 Produkte und Leistungen 2008 Der Direktvertrieb von Versicherungen. Eine Idee setzt sich durch. Die Quelle Lebensversicherung AG in Österreich Die Quelle Lebensversicherung AG in Österreich wurde im April 1992 gegründet. Alleinaktionär ist die KarstadtQuelle Lebensversicherung AG, Fürth, Deutschland. Derzeit betreuen wir knapp Verträge mit einem Prä - mienvolumen von 12,7 Mio. EUR und einer Gesamtver siche rungssumme von rund 622 Mio. EUR. Das Kapitalanlagevolumen beträgt 68 Mio. EUR. Im Jahr 2008 wa ren 28 Mit arbeiter bei uns beschäf tigt. Das Geschäfts modell Die Quelle Lebensversicherung AG in Österreich verkauft ihre Versicherungsprodukte ausschließlich über Direktmarketing. Der Schwerpunkt des Vertriebsinstrumentariums liegt dabei in den Bereichen Direct Mailing und Telefonmarketing. Hinzu kommt als moderner Vertriebsweg das Internet. In diesen Bereichen haben wir spe zielles Know-how aufgebaut. Unsere Vorgehensweise, starke Partnermarken für den Vertrieb unserer Versicherungen zu nutzen, haben wir mittlerweile mit zahlreichen Unternehmen umgesetzt, die eine zielgruppenadäquate Kundenstruktur beziehungsweise eine für unsere Versicherungsprodukte geeignete besitzen. So konnten wir eine Nische in ei nem wettbewerbsinten si ven Markt besetzen und unsere Position am öster rei chischen Markt kon tinu ierlich ausbauen. Unser Konzept, Versicherungen über den Einsatz von Methoden des Direktmarketings an ausgewählte, direktv e r t r i e b s a f f i n e Z i e l g r u p p e n zu ver treiben, ist am österreichischen Markt angekommen. Es ist uns gelungen, dieses Konzept über das Quelle Versandhaus hinaus mit weiteren Partnern zu realisieren und dadurch die Wei chen für den zukünftigen Erfolg zu stellen.

7 Produkte und Leistungen Die Zielgruppen. Klar definiert, wachsendes Potenzial. 50Plus Empfehlungsmarketing Die Quelle Lebensversicherung AG setzt bewusst auf Menschen über 50. Österreichweit ist schon rund ein Drittel der Einwohner in diesem Altersbereich. Die se Gruppe verfügt über eine hohe Kaufkraft und ihr Anteil an der Bevölkerung nimmt stetig zu. Abgesichert durch ein beträchtliches Vermögen, ist es dieser Generation möglich, lang gehegte Träume zu realisieren. Dabei handelt sie nicht undifferenziert. Die Generation 50Plus ist anspruchsvoll und weiß, was sie will. Wir haben uns mit unseren Produkten auf die bestehenden und zukünftigen Bedürfnisse dieser Zielgruppe eingestellt. Unser Erfolg belegt, dass viele unserer Kunden beispielsweise unsere Kapitallebensversicherung ohne Gesundheitsfragen zu schätzen wissen. Wir nutzen ein wertvolles Kapital: das Vertrauen der Kunden in die etablierten Marken unserer Partner. Die Empfehlung eines Partnerunternehmens mit bekannter Marke hat bei der heimischen Bevölkerung einen hohen Stellenwert. Ein Vorzug des Direktmarketings ist die Nutzung von Kunden- und Verhaltensdaten, die an die jeweilige Kundenadresse angebündelt sind. Wir als Direktversicherer können auf Basis dieser Kundeninformationen zielgruppengerechte Produkte und Vertriebskonzepte zur Verfügung stellen. Die Bequemlichkeit des Kaufs von Versicherungen im Direktvertrieb wird von den Österreichern/-innen zunehmend geschätzt. Ein Schwerpunkt unserer Neugeschäftsstrategie liegt daher darin, dieses bewährte Konzept auf weitere Partner mit einer starken Marke und geeignetem Kundenstamm auszudehnen. Altersstruktur der Bevölkerung in Österreich 100 Prognose Prognose Männer Frauen Zahl der Personen in tausend 10 Jahre Quelle: APA, Statistik Austria

8 6 Produkte und Leistungen 2008 Unsere Produkte. Hoch spezialisiert, zielgruppenorientiert. Die Quelle Lebensversicherung AG hat sich gezielt auf Personenversicherungen spezialisiert, die in wesentlichen Leistungsbereichen an den Bedarf der Kern zielgruppe 50Plus angepasst bzw. speziell für die se Zielgruppe entwickelt wurden. Wir haben verstanden, was Senioren wollen. Zum Beispiel keine bohrenden Fragen nach ihrem Gesundheitszustand. Deshalb haben wir unsere Lebensversicherung ohne Gesundheitsfragen eingeführt. Sie kommt, ebenso wie unsere sehr er folgreiche Sterbe geldver si che rung, dem besonderen Versicherungsbedarf der älteren Generation entgegen. In unserer Unfallversicherung ist der oftmals nicht mitversicherte, aber für Senioren wichtige Fall eines Oberschenkelhalsbruches in die Deckung integriert. Mit unserer Pflegerentenversicherung, die Leistungen bereits im Fall der Pflegebedürftigkeit ab Pflegestufe 2 erbringt, bieten wir eine erschwingliche Problemlösung für die Gruppe der über 50-Jährigen. Abgerundet wird unsere Produktpalette durch die klassische Er- und Ablebensversicherung (gegen laufende Prämienzahlung oder Einmalerlag), die Ablebens- Risikoversicherung sowie unsere Rentenver sicherung. Diese Produkte haben wir für den Direktvertrieb optimiert und vereinfacht. Wir ergänzen unser Produktmarketing durch den Vertrieb von Versicherungen, die in Verbindung mit einer Ware oder Dienstleis tung angeboten werden (Annex- Vertrieb). Dieser Bereich soll in Zukunft eine größere Rolle spielen. Dazu soll der Vertrieb der Garantieverlängerungsversicherung b e i t e c h n i s c h e n Geräten gemeinsam mit unserem Versicherungspartner UNIQA weiter ausgebaut werden. Darüber hinaus möchten wir in Zusammenarbeit mit unseren Partnern neu entwickelte Produktideen auf den Markt bringen und so diesem Geschäftsfeld neue Wachstumsimpulse geben.

9 Produkte und Leistungen Marketing und Vertrieb. Direktmarketing mit Qualität. Direktmarketing zum Verkauf von Versicherungen ist seit 1992 unsere erfolgreiche Vertriebsform. Am Markt wird sie geschätzt und angenommen. Telefonische Erreichbarkeit und Beratungsqualität sind entscheidende Qualitätskriterien für unsere Kunden. Daher stellen wir hohe Ansprüche an die Servicequalität unseres Telefonteams. Aber nicht nur die Kunden sind mit unserem Telefonservice zufrieden auch in unabhängigen Tests, die unter anderem durch die Firma Teleperformance durchgeführt werden, erhält das Telefonteam der Quelle Lebensversicherung AG regelmäßig hervorragende Bewertungen. Beim zuletzt im Jahr 2006 durchgeführten Teleperformance Customer Service Grand Prix erreichte es zum wiederholten Mal Platz 1 unter allen getesteten Versicherungsunternehmen. Wir versenden Werbebriefe an ausgewählte Adressaten und präsentieren unsere Produktpalette in Katalogen und Anzeigen. Die Bedeutung des Telefons als Marketinginstrument wächst beständig, denn persönliches Gespräch und Beratung sind heute wesentliche Erfolgsfaktoren im Verkaufsprozess. Das Internet ist unser dritter, moderner Vertriebskanal und spricht eine eigene neue Käuferschicht an. So bieten wir versandhandelsorientierten Kunden und Interessenten die Möglichkeit, uns auf jenem direkten Weg zu erreichen, der für sie am bequemsten ist. Weiters haben wir uns als erstes Unternehmen der Versicherungsbranche und drittes überhaupt der Prüfung zur Erlangung des europaweit ersten Gütesiegels für Call-Center-Dienstleistungen unterzogen. Schon seit Oktober 2001 besitzen wir die Zertifizierung ON Certified Service des österreichischen Normungsinstitutes (ÖNorm D 1020). In regel mäßigen Kontroll prüfungen, zuletzt im September 2007, wurde uns die Einhaltung der Regeln zur telefonischen Servicequalität jedes Mal bestätigt und die Zertifizierung verlängert. Ein starkes Vertriebsinstrument ist das Empfehlungsmarketing. Da zu suchen wir die Zusammenarbeit mit Partnern, die im Besitz einer starken Marke sind allen voran das Quelle Versandhaus. Sie empfehlen die Leistungen der Quelle Lebensversicherung AG ihren Kunden. Diesen Affinity-Marketing- Ansatz haben wir im abgelaufenen Jahr kontinuierlich ausgebaut und verfeinert. Denn unser Wachstumspotenzial für die Zukunft sehen wir vor allem darin, weitere renommierte Partner zu gewinnen.

10 8 Produkte und Leistungen 2008 Unsere Mitarbeiter Entscheidender Faktor für den Erfolg der Quelle Lebensversicherung AG sind engagierte und qualifizierte Mitarbeiter, die verantwortungsbewusst handeln und hoch motiviert sind, täglich ihr Bestes zu geben. Daher setzen wir innerhalb klar strukturierter Arbeitsprozesse auf die Vielfalt der Menschen, Meinungen und Ideen. Wir sind ständig darum bemüht, Teamwork zu fördern, Arbeitsabläufe zu verbessern und gemeinsam unsere Unternehmensziele zu entwickeln. Mit flexiblen Teilzeitlösungen gehen wir auf die Wünsche unserer Mitarbeiter ein. Die Meinung unserer Mitarbeiter ist uns wichtig. Um das Stimmungsbild in unserem Unternehmen ständig im Auge zu behalten, beteiligen wir uns regelmäßig an der Mitarbeiterbefragung Great Place to Work, die vom renommierten Meinungsforschungsinstitut psychonomics AG durchgeführt wird. So zeigten die Ergebnisse der letzten Befragung im Jahr 2008, dass unsere Maßnahmen zur Verbesserung des Arbeitsumfeldes, der Mitarbeiterkommunikation und Mitarbeiterinformation zu einer deutlichen Verbesserung des Meinungsbildes der Mitarbeiter geführt haben. Die Qualität unseres Beratungsteams sowie die Abläufe und Prozesse in unserem Telemarketing werden durch Tests von unabhängigen Dritten immer wieder bestätigt. So erreichte die Quelle Lebensversicherung AG beim zuletzt im Jahr 2006 durchgeführten Teleperformance Customer Service Grand Prix zum wiederholten Entwicklung der Bruttoprämien 12,0 11,0 10,0 9,0 8,0 7,0 6,0 5,0 4,0 3,0 2,0 1,0 6,4 6,2 in Mio. EUR 7,0 7,5 Mal Platz 1 in der Branche Versicherungen. Die Quelle Lebensversicherung AG ist das erste Un ter nehmen der Branche und das dritte überhaupt, das mit dem europaweit ersten Gütesiegel für Call-Center-Dienstleistungen ON Certified Service des österreichischen Normungsinstitutes ausgezeichnet wurde (ÖNorm D 1020) und sich den regelmäßigen Kontrollprüfungen zuletzt im September 2007 unterzieht und diese besteht. 9,3 9,5 Zum waren bei der Quelle Lebensver sicherung AG neben zwei Vorstandsmitgliedern 26 An gestellte beschäftigt. Mit diesen Mitarbeitern wurde ein Neugeschäftsvolumen von rund 1,8 Mio. EUR erwirtschaftet. Der Mitarbeiterstand blieb in den letzten Jahren praktisch konstant. Wir danken unseren Mitarbeitern für die im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut gezeigten Leistungen und ihren engagierten Einsatz. 9,4 10,1 10,6 10,9 10, ,8 12,7

11 Lagebericht Lagebericht

12 10 Lagebericht 2008 Lagebericht Wirtschaftliches Umfeld Das Wirtschaftswachstum Österreichs brach im Jahr 2008 mit 1,8 % ein. Die Überschuldung der USA mit der Immobilienblase musste irgendwann eine Lösung erfahren. Dass sich diese durch riesige Blasen auf den Rohstoffmärkten entladen würde, war selbst für erfahrene Ökonomen überraschend. Bewerkstelligt durch alternative Investmentprodukte wurden Rekordpreise auf den Energiemärkten wie auch bei den landwirtschaftlichen Produkten erzielt. Das Platzen der Blase betraf vor allem die Investmentbanken, insbesondere jene, die als reine Investmentbanken operierten. Obwohl daraufhin weltweit Bankenrettungspakete verabschiedet wurden, ist es bis jetzt nicht gelungen, den Kreditfluss der Banken in Schwung zu bringen. dem für Österreich so wichtigen Bereich der Tourismuswirtschaft wird die Nachfrage zurückgehen. Die Investitionen lagen 2007 bei einem Hochkonjunkturwert von 4,7 % und reduzierten sich 2008 auf 1,9 %. Der erwartete weitere Rückgang wird für die Größe unserer Rezession entscheidend sein. Der private Konsum wächst weiterhin nur sehr verhalten. Zwar wurde die hohe Inflation eingebremst und die Steuerreform sowie ein beschlossenes konjunkturelles Maßnahmenpaket sollten stimulierend wirken. Die Prognosen gehen jedoch nur von einem Wachstum von 1 % aus. Österreich war bis zur Jahresmitte 2008 auf einem sehr guten Weg, um die Arbeitslosigkeit signifikant und nachhaltig zu senken. Nunmehr besteht die Gefahr, dass die Arbeitslosigkeit wieder das hohe Niveau von 2006 erreichen wird. Die Arbeitslosenquote in Prozent der unselbstständig Erwerbstätigen wird laut Arbeitsmarktservice 5,8 % im Jahr 2008 betragen. Trotz des dramatischen Rückgangs der Erdölpreise und einer Verbesserung auf der Kostenseite ist ein Rückgang der Exporte unvermeidlich. Österreich verzeichnete 2007 eine Steigerung der Exporte um nahezu 9 % real lag die Steigerung der Exporte nur mehr bei 3,1 % real und wird weiter zurückgehen. Auch in Die Veränderung der Verbraucherpreise war im Jahr 2008 mit 3,2 % so hoch wie seit den Neunzigerjahren nicht mehr. Die Verteuerung rührte von derivativen Produkten her, die mit den Energiepreisen sowie den Nahrungsmittelpreisen durch Setzen von Annahmen spekulierten. Durch die Energiepreise ist eine Entspannung an der Preisfront eingeläutet worden und sollte sich auch in anderen Bereichen fortsetzen.

13 Lagebericht Ausblick Das Bruttoinlandsprodukt wird in Österreich laut WIFO von 2009 bis 2013 real um durchschnittlich 1,3 % pro Jahr zunehmen. Infolge der Auswirkungen der Finanzkrise fällt das Wachstum damit nur etwa halb so hoch aus wie in den letzten fünf Jahren. Der Vorsprung gegenüber dem Durchschnitt des Euroraumes bleibt zwar erhalten, wird aber vor allem wegen der sich verringernden Exportchancen in den Osten kleiner. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren wird der reale Außenbeitrag in den nächsten Jahren dem Wirtschaftswachstum keine Impulse geben. Die Exporte werden voraussichtlich ähnlich wie die Importe um nur 3,25 % pro Jahr wachsen. Diese Prognose unterstellt allerdings, dass die Weltwirtschaft die realwirtschaftlichen Folgen der Finanzkrise relativ rasch überwindet. Bereits im Jahr 2010 sollte eine Erholung der Weltwirtschaft einsetzen, die durch weltweit koordinierte Konjunkturprogramme und niedrige Zinssätze unterstützt wird. Die österreichische Bundesregierung wirkt den Auswirkungen der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise entschieden entgegen. Einerseits wird eine Steuerreform und eine damit einhergehende Erhöhung der Kaufkraft der Familien in das Jahr 2009 vorgezogen, andererseits sollen Konjunkturpakete zusätzliche Investitionen bringen. Mit den Größenordnungen dieser Strategien liegt Österreich über dem Durchschnitt des Euroraumes. Dank der Steuerreform wird sich das Wachstum des privaten Konsums in den Jahren 2009 bis 2013 mit etwa 1,5 % p.a. gegenüber der vorangegangenen Fünfjahresperiode nur wenig abschwächen. Dabei wird unterstellt, dass die Sparquote der privaten Haushalte im Jahr der Steuerreform deutlich steigt und danach konti nuierlich zurückgeht. Die Wachstumsschwäche macht die Arbeitslosigkeit in den kommenden Jahren zu einem zentralen wirtschaftsund arbeitsmarktpolitischen Problem. Im Durchschnitt der Jahre 2009 bis 2013 dürfte die Arbeitslosenquote (laut AMS-Definition) 6,9 % erreichen und in einigen Jahren auch die 7 %-Marke überschreiten. Die rezessionsbedingten schwachen Staatseinnahmen und die Steuerreform werden das Defizit der öffentlichen Haushalte 2010 und 2011 auf mehr als 3 % des BIP steigen lassen. Falls Maßnahmen zur Budgetkonsolidierung greifen, dürfte das Defizit bis zum Jahr 2013 aber wieder auf die 2 %-Marke zurückgehen.

14 12 Lagebericht 2008 Geschäftsverlauf im Jahr 2008 Die Quelle Lebensversicherung AG hat wie im Vorjahr aktiv nur direktes Geschäft betrieben. Sie konnte ihre Rolle als führender Direktversicherer Österreichs weiter festigen. Prämien und Verträge Prämien Die verrechneten Prämien in der Gesamtrechnung im Jahr 2008 liegen mit 12,7 Mio. EUR um 8 % über dem Vorjahr und damit deutlich über dem Marktwachstum. Die abgegrenzte Prämie in der Gesamtrechnung belief sich im Jahr 2008 auf T EUR. Im Jahr 2007 betrug sie T EUR. Verträge Die Quelle Lebensversicherung AG betreute Ende 2008 insgesamt Verträge (-2 % unter Vorjahr) mit einer Versicherungssumme von 622,1 Mio. EUR (2007: 639,1 Mio. EUR). Diese teilen sich mit Stück und einer Versicherungssumme (inkl. Zusatzversicherungen) von 338,6 Mio. EUR (2007: 348,1 Mio. EUR) auf den Bereich Leben und mit Stück und einer Versicherungssumme von 283,4 Mio. EUR (2007: 291,0 Mio. EUR) auf den Bereich Unfall auf. Die Stagnation der Bestandsverträge ist auf den auslaufenden Bestand der Kreditrestschuldversicherungen zurückzuführen. Das Übereinkommen mit der ING DiBa Direktbank Austria über die Vermittlung von Kredit restschuldversicherungen wurde vonseiten der Bank im Jänner 2006 gekündigt. Bestandszugang Verrechnete Prämien in T EUR (laufende Beitragszahlungen) Der Zugang (Neugeschäft und Veränderungen) erreichte in der Lebensversicherung mit selbst abgeschlossenen Verträgen eine Versicherungssumme (inkl. Zusatzversicherungen) in Höhe von 34,7 Mio. EUR (2007: 39,9 Mio. EUR) und in der Unfallversicherung mit 439 selbst abgeschlossenen Verträgen eine Versicherungssumme in Höhe von 23,0 Mio. EUR (2007: 35,6 Mio. EUR)

15 Lagebericht Leistungen Im Jahr 2008 zahlten wir Leistungen im Bereich der Unfallversicherung in Höhe von 130 T EUR (2007: 164 T EUR) aus. Unter Berücksichtigung der Veränderung von Rückstellungen ergibt sich ein Aufwand in der Ge samt rechnung von 111 T EUR (2007: 47 T EUR). Der Ver sicherungsaufwand im Eigenbehalt betrug 32 T EUR (2007: 52 T EUR). Im Bereich der Le bensver sicherung lagen die Schadenzahlungen mit T EUR um 16 % über dem Vorjahr (2007: T EUR). Davon wurden T EUR (2007: T EUR) für Er lebensleistungen ausbezahlt. Der Aufwand in der Gesamtrechnung beträgt nach Be rücksichtigung der Veränderung von Rückstellungen T EUR (2007: T EUR). Im Eigenbehalt beläuft sich der Versicherungsaufwand auf T EUR (2007: T EUR) und liegt damit 12 % über dem Vorjahr. Kapitalanlagen Die Buchwerte der Kapitalanlagen zum betrugen 68,0 Mio. EUR (65,3 Mio. EUR in der Bilanzabteilung Leben und 2,7 Mio. EUR in der Bilanzabteilung Unfall) und wurden damit gegenüber dem Vorjahr um 5,3 Mio. EUR aufgebaut. Davon sind 14,4 Mio. EUR in einem Spezialfonds, 49,6 Mio. EUR langfristig in Wertpapieren, 2,1 Mio. EUR in sonstigen Ausleihungen und 1,3 Mio. EUR in Festgeld veranlagt. Bei der Bewertung der Kapitalanlagen wurde die bisherige Vorgehensweise nicht verändert (festverzinsliche Wertpapiere: gemildertes Niederstwertprinzip; nicht festverzinsliche Wertpapiere: strenges Niederstwertprinzip). Die Nettoerträge der Kapitalanlagen und flüssigen Mittel liegen mit 2,3 Mio. EUR (2007: 2,2 Mio. EUR) 4 % über dem Vorjahresniveau. Bezogen auf den durchschnitt lichen Bilanzwert der Kapitalanlagen und flüssigen Mittel beträgt die Rendite 3,4 % gesamt, 4,1 % in der Bilanzabteilung Unfall und 3,3 % in der Bilanzabteilung Leben. Bezogen auf den durchschnittlichen Bilanzwert der Kapitalanlagen in der Bilanzabteilung Leben erzielen die Nettoerträge in dieser Abteilung eine Rendite von 3,4 %. Die Gesamtverzinsung der Versicherungsguthaben für unsere klassischen Tarife bleibt bei 4,4 %. Damit liegen wir weiterhin im Spitzenfeld des österreichischen Marktes. Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb beliefen sich im Jahr 2008 auf T EUR (2007: T EUR). Die Erhöhung um 4,6 % resultiert im Wesent- lichen aus verstärkten Vertriebsak ti vitäten.

16 14 Lagebericht 2008 Ergebnis (EGT und Jahresgewinn) Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit liegt trotz außerordentlicher Abschreibungen von Kapitalanlagen mit 365 T EUR um 54 % über dem Vorjahr (237 T EUR). Nach Abzug von Steuern und Bildung von Rücklagen ergibt sich ein Jahres gewinn von 208 T EUR (2007: 80 T EUR), der auf neue Rechnung vorgetragen wird. Eigenmittel Zum betrugen die offen ausgewiesenen Eigenmittel T EUR (2007: T EUR). Dies entspricht 9 % der Bilanzsumme. Die gemäß 73 b VAG anrechenbaren Eigenmittel be trugen zum T EUR und überstiegen damit die gemäß 73 f Abs. 2 VAG erforderlichen Eigenmittel um 685 T EUR. Damit ergibt sich im Jahr 2008 eine Überdeckung von 11 %. Detailangaben zur Entwicklung des Eigenkapitals, der versicherungstechnischen Rückstellungen und der erfolgsabhängigen Prämienrückerstattungen sind im Anhang auf den Seiten 42 und 43 zu finden. Detailan gaben zu den Prämien, den abgegrenzten Versicherungsleis tungen, den Kosten und dem Rückversicherungssaldo stehen auf den Seiten 45 und 46.

17 Lagebericht Risikomanagement Das Risikomanagement in Versicherungsunternehmen hat sicherzustellen, dass eine dauernde Erfüllbarkeit der Verpflichtungen aus Versicherungsverträgen gewährleistet wird. Zur Schaffung einer angemessenen Risiko- und Kontrollkultur wurde eine abteilungsübergreifende Position geschaffen, die es ermöglicht, alle mit dem Risikomanagement in Zusammenhang stehenden Prozesse und Verfahren zu koordinieren und zu steuern. Ziel des Risikomanagements ist dabei nicht nur die Vermeidung von Risiken, sondern auch die bewusste Vorgabe, welches Risiko eingegangen werden soll bzw. darf, ohne den Fortbestand des Unternehmens zu gefährden. Das Hauptaugenmerk wird dabei auf aktuell existierende wesentliche Risiken sowie gefährdende Entwicklungen gelegt. Da das Erkennen von Risiken und Risikopotenzialen letztlich Aufgabe jedes einzelnen Mitarbeiters ist, wurde auf eine geeignete Informationsund Kommunikationsstruktur für das Risikomanagement großer Wert gelegt. Die Risiken in einem Versicherungsunternehmen werden in versicherungstechnische Risiken, Risiken aus dem Ausfall von Forderungen, Kapitalanlagerisiken, operationale Risiken und sonstige Risiken unterteilt: Versicherungstechnische Risiken Kernelemente in diesem Bereich sind die Kontrolle der Risikoverläufe und die laufende Überprüfung der Rechnungsgrundlagen für die Berechnung der versicherungstechnischen Rückstellungen. Um langfristig die Erfüllung unserer Verpflichtungen sicherzustellen, werden die Beiträge und Rückstellungen mit vorsichtig gewählten Rechnungsgrundlagen kalkuliert. Es gilt, einerseits langfristige Zins- und Rentengarantien bei kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherungen zu gewährleisten und andererseits einen Ausgleich von stark schwankenden Einzelereignissen bei Ablebens-, Pflege- und Unfallversicherungen zu erzielen. Um uns vor hohen Einzelschäden oder Kumulierung von Schadensereignissen zu schützen und Ertragsschwankungen zu begrenzen, wurden Rückversicherungsverträge abgeschlossen. Unsere Rückversicherungsverträge sind, abhängig von der Art des zu transferierenden Risikos, unterschiedlich ausgestaltet. Die spezifischen versicherungstechnischen Risiken eines Lebens- und Unfallversicherers sind das biometri sche Risiko, das Zinsgarantie-, das Reserve- und das Kos ten risiko. Biometrische Risiken Bei unseren Pflege- und Unfallversicherungen wird ein im Vergleich zur Prämie hoher finanzieller Schutz geboten. Die vorsichtig kalkulierte Prämie kann in der Pflegeversicherung bei einer unvorhersehbaren und nicht nur vorübergehenden Änderung des Leis tungsbedarfs auch bei bestehenden Versicherungsverträgen dem tatsächlichen Schadenverlauf angepasst werden.

18 16 Lagebericht 2008 In der Unfallversicherung kann es trotz risikoge rechter Prämienkalkulation zu einem Miss verhältnis zwischen Prä mien und Schadenleistungen kommen. Im Leistungsfall kann der Einzelvertrag vonseiten des Ver sicherers gekündigt werden. Darüber hinaus gibt es nicht zuletzt wegen der zu erwartenden Schwankungen der Schadenfälle einen adäquaten Rück versicherungsschutz. Bei unseren Lebensversicherungen wird zwischen Ab le bens- und Rentengarantierisiko unterschieden, wobei ei nerseits das Risiko der Übersterblichkeit und anderer seits das Risiko der Langlebigkeit bestehen. Es handelt sich dabei um die Abweichung der zukünftigen Sterblichkeit im eigenen Portfolio von den offiziellen, unserer Prämienkalkulation zugrunde gelegten, aus Ver gangen heits beobachtung entwickelten Sterbetafeln. Daher wird der tatsächlich beobachtete Leistungs bedarf laufend mit dem erwarteten verglichen und gege be n enfalls eine Auffüllung der Deckungsrückstellung vorgenommen. Ablebensrisiko: Durch Zugrundelegung von älteren Sterbetafeln und/oder ausreichenden Sicherheitsmargen wird bei der Kalkulation der Prämien dem Ablebensrisiko Rechnung getragen. Im Zuge der Gewinnbeteiligung werden etwaige Sterblichkeitsgewinne wieder an den Versicherungsnehmer zurückgegeben. Bei unserer speziell für ältere Personen kalkulierten Er- und Ablebensversicherung ohne Gesundheitsfragen werden bei Tod (nicht bei Unfalltod) innerhalb der ersten drei Jahre nur die einbezahlten Prämien rückerstattet. Diese Gegenmaßnahme zu nicht angegebenen Krankheiten kommt den Überlebenden zugute. Bei Einzelversicherungen mit Ablebensschutz gegen laufende Prämie erfolgt ein Ausgleich von Risikoschwankungen über einen Rückversicherungsvertrag. In der Kreditrestschuldversicherung hingegen ist wegen des auslaufenden Bestandes keine Rückversicherung erforderlich. Rentengarantierisiko: Der steigenden Lebenserwartung wurde einerseits durch Einführung einer neuen Sterbetafel (AVÖ 2005 R) für das Neugeschäft ab Rechnung getragen und andererseits durch lau fende Nachreservierung der Deckungskapitalien für bestehende Rentenverträge, wobei vorsichtige Annahmen über das künftige Stornoverhalten und das Kapital wahlrecht zugrunde gelegt wurden. Bei unserem relativ kleinen Rentenbestand fällt das Rentengarantierisiko kaum ins Gewicht. Sollten die Stornoquoten in Zukunft sinken oder weniger Kunden als angenommen das Kapitalwahlrecht in Anspruch nehmen, muss für die verbleibenden Verträge entsprechend nach reserviert werden. Dasselbe Problem ergibt sich auch bei einer Anti selektion aus gesundheitlichen Gründen, wenn nur gesunde Versicherungsnehmer die Renten zahlung wäh len, während alle kranken Personen vorher kündigen. Zinsgarantierisiko Bei der einzelvertraglichen Berechnung der Deckungsrückstellung wird der zum Zeitpunkt des Vertragsab-

19 Lagebericht schlusses geltende garantierte Rechnungszins verwendet. Dieser beträgt gemäß der von der Aufsichtsbehörde erlassenen Höchstzinssatzverordnung 2,25 % für das Neugeschäft ab Im Bestand befinden sich jedoch auch ältere Verträge, die jeweils gemäß der damals gültigen Verordnungen mit bis zu 4 % Rechnungszins ausgestattet sind. Der mittlere Rech nungszins im Bestand beträgt 3,10 %. Um die Garantieverzinsung zu erwirtschaften, sind wir auf das Kapitalanlageergebnis angewiesen. Da die abgeschlossenen Laufzeiten von Versicherungsverträgen in der Regel über der Duration von Wertpapieren liegen, besteht ein Wiederanlagerisiko. Bezüglich der in Zukunft eingehenden Prämien besteht ein Risiko in der Verzinsung bei der Neuveranlagung. Diesen Risiken begegnen wir, indem die zukünftigen Zahlungsströme aus Vermögensanlagen, Prämien und Verpflichtungen sorgfältig aufeinander abgestimmt werden (Asset Liability Management). Reserverisiko Für die Erfüllbarkeit von Ansprüchen unserer Versicherungsnehmer im Leistungsfall bilden wir ei nerseits die aus der Sparprämie berechnete Deckungs rückstellung in der Lebensversicherung und andererseits Schadenreserven in allen Sparten für bereits bekannte, aber noch nicht ausbezahlte sowie noch zu erwartende Leistungsfälle. In die Berechnung der Deckungsrückstellung fließen Rechnungszins und Sterbetafel ein, deren Risiken bereits oben beschrieben wurden. Die Bildung der Schadenreserven efolgt nach vorsichtiger Einschätzung sowohl im noch nicht ab gewickelten Einzelfall als auch pauschal aufgrund von Erfahrungswerten aus den Vorjahren. Kostenrisiko Die Berechnung der Deckungsrückstellung erfolgt unter Berücksichtigung der angenommenen künftigen Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb. Für beitragsfreie Versicherungen und Versicherungen mit abgekürzter Beitragszahlungsdauer wird zudem eine Teilrückstellung für Verwaltungskosten in beitragsfreien Zeiten gebildet. Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft Unsere Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern betrugen zum Bilanzstichtag lediglich 62 T EUR. Außenständen bei Prämienforderungen gegenüber un seren Kunden wirken wir mit Dekadenmahnungen entgegen. Sollten Prämien trotzdem nicht einbezahlt werden, kommt es zum Storno bzw. zur Prämienfreistellung des Vertrages per Zahlungsstand, wofür eine Stornorückstellung gebildet wird. Unsere passive Rückversicherung platzieren wir bei Gesellschaften mit guter Bonität.

20 18 Lagebericht 2008 Kapitalanlagerisiken Kapitalanlagen stellen auch für die Quelle Lebensversicherung AG eine wichtige Ergebnisquelle dar, die durch verschiedene Faktoren an Wert verlieren und damit das Anlageergebnis negativ beeinflussen können. Der Kapitalanlageprozess findet auf der Ebene der Quelle Lebensversicherung AG statt. Bei der Auswahl der Kapitalanlagen werden die Kriterien Rendite, Sicherheit, Bonität, Liquidität und angemessene Diversifikation unter Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Vorschriften zur Mischung und Streuung berücksich tigt. Aus diesen strategischen Vorgaben wurde in Zusammenarbeit mit dem ERGO Kapitalan lage ma nage ment und der Muttergesellschaft KarstadtQuelle Lebensversicherung AG ein Investment Management Agreement formuliert. Dabei haben Risikotragfähigkeit und Ergebnisanforderungen im Kapitalanlage prozess höchste Priorität. In dem Agreement werden sowohl Anlageklassen, Qualität und Grenzen definiert als auch steuerliche, bilanzielle und aufsichtsrechtliche Rahmenbedingungen berücksichtigt. Darüber hinaus befinden sich in dem Agreement Kennzahlen und Schwellen werte zur Steuerung. Zur Überwachung und Beratung bei den anlagestrategischen Entscheidungen wurde ein sogenanntes Asset-Liability-Team eingerichtet, das mit Entscheidern der Quelle Lebensversicherung AG, der KarstadtQuelle Lebens versicherung AG und der ERGO Versicherungsgruppe besetzt ist. Insgesamt konnten wir, vor allem durch die Implementierung eines Frühwarnsystems, eine Verbesserung der Risiko managementaktivitäten im Kapitalanlagebereich erreichen. Das Frühwarnsystem basiert auf einem System von Auslösern (Triggern), das durch definierte Verfahrensregeln ergänzt wird. Die konzernweite Triggerlandschaft differenziert zwischen drei aus der Risikotragfähigkeit der Gesellschaft abgeleiteten Gefährdungsstufen, auf denen es zu unterschiedlichen Maß nahmen kommt. Gleichwohl können unsere Kapitalanlagen durch verschiedene Faktoren an Wert verlieren. Daraus kann ein Rückgang der Anlageergebnisse resultieren. Im Einzelnen handelt es sich bei den Kapitalanlagerisiken insbesondere um Markt-, Bonitäts- und Liquiditätsrisiken. Marktrisiken Marktrisiken stellen die größte Risikoposition im Be - reich der Kapitalanlagerisiken dar. Sie resultieren aus einem möglichen Rückgang des Marktwertes, der je nach Anlageklasse unterschiedliche Ursachen haben kann. Der größte Teil unserer Kapitalanlagen entfällt mit 70 % auf festverzinsliche Anlagen. 25 % sind in nicht festverzinsliche Anlagen investiert. Davon ist der überwiegende Teil (84 %) in einem Spezialfonds, der zum zu 100 % aus festverzinslichen Wertpapieren und Guthaben bei Kreditinstituten bestand, veranlagt. Der Spezialfonds wird unter unserer Kontrolle von einem pro-

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