University of Applied Sciences Munich. Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik. Masterarbeit von Hasan Veseli.

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1 University of Applied Sciences Munich Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik Masterarbeit von Hasan Veseli Zusammenfassung Produktlebenszyklus-orientierter Austausch von Konfigurationsmanagement-Daten innerhalb der Siemens AG Product Life-Cycle Oriented Exchange of within the Siemens AG Inhaltsverzeichnis 1 Übersicht Situationsanalyse Ist-Situation Projektauftrag Lösungserarbeitung Variantenbildung Variantenauswahl Konzeptentwurf Test Resümee Literaturhinweise... 11

2 1 Übersicht Konfigurationsmanagement ist als ein Hilfsmittel der Produktentwicklung entstanden, um durch professionelles von Produktzusammensetzungen (Konfigurationen) deren Nachvollziehbarkeit bzw. Rückverfolgbarkeit optimal zu gewährleisten. Der ISO10007:03 [ISOCM03] Standard hebt den Prozesscharakter von Konfigurationsmanagement (CM) hervor und unterstreicht, dass CM nicht nur die Produktenwicklung betrifft. In komplexen Produktumgebungen, werden Konfigurationen auch in späteren Phasen angereichert. Bei den heute üblichen Geschäftspraktiken werden einem Hardware-Produkt z. B. auf Basis der technischen Konfiguration (Entwicklung) noch Informationen hinzugefügt, die darüber Aufschluss geben, zu welchen Konditionen die jeweilige Konfiguration verkauft werden darf (Vertrieb). Später müssen zu jeder Konfiguration auch Änderungen wie z. B. Wartungseinsätze, Modifikationen, Modernisierung, etc. dokumentiert werden (Service), die der jeweiligen Konfiguration direkt zurechenbar sind. Die Anzahl der Beteiligten am Konfigurationsmanagement wird immer größer. Konfigurationsmanagement (CM) ist ein Prozess und wird mit dem Anspruch erstellt, Arbeitsabläufe optimal zu planen. Dabei spielt die Aufbauorganisation aller Akteure eine zweitrangige Rolle. Je mehr Akteure einen Prozess bedienen (Distribution) und je unterschiedlicher deren technische Systeme sind (Heterogenität), desto aufwendiger gestaltet sich die Bedienung des Prozesses. Prozess- bzw. Datenschnittstellen sollten demnach klaren Regelungen zur Struktur, Formaten etc. folgen. Diesen Aspekt greift z. B. der EIA-836-A Standard auf, der sich auf die Spezifikation von Elementen des CM (wie Pläne, Berichte, Baselines etc.) auf der Datenschnittstelle konzentriert. Der vom EIA-836-A gewählte Ansatz besagt, dass für Sender und Empfänger von CM-Daten die In- bzw. Outputs standardisiert vorliegen müssen. Diese Arbeit greift die o. g. Problematiken im Rahmen eines Projekts bei der Siemens AG auf. Aufgrund von gewachsenen Strukturen und einer Matrix-Organisation ergibt sich hier nämlich eine Problematik, die eines firmenweiten Lösungskonzeptes bedarf. Diese Arbeit orientiert sich an das Systems Engineering Vorgehen, nach Haberfellner et. al. [Daen02]. Hierfür wird zuerst die Ist-Situation ermittelt. Danach werden weitere Aspekte, die bei der Lösungserarbeitung zu berücksichtigen sind, analysiert (wie der CM Referenz- Prozess von Siemens) und ebenso der Projekt-Auftrag selbst. Die Ziele für die Lösungssuche werden vom Projektauftrag abgeleitet. Weiterhin wurden alternative Lösungsansätze gezeigt, Zusammenfassung der Masterarbeit von Hasan Veseli Seite 1

3 die generell auf die Abdeckung aller Punkte der Ist-Analyse abzielen. Abschließend wurden die verschiedenen Erkenntnisse und Lösungen in Bezug auf die Ziele zusammenhängend bewertet und diskutiert. 2 Situationsanalyse 2.1 Ist-Situation Die Siemens AG ist ein weltweit führendes Unternehmen der Elektronik und Elektrotechnik. Rund Mitarbeiter entwickeln und fertigen Produkte, projektieren und erstellen Systeme und Anlagen und bieten maßgeschneiderte Lösungen auf den Gebieten Industrie (Sektor Industry ) und Energie (Sektor Energy ) sowie im Gesundheitssektor (Sektor Healthcare ) an. Die Die Sektoren sind unterteilt in geschäftsverantwortliche Divisionen. Die kundennahen Aktivitäten (Sales und Service) werden in so genannte Regionen unterteilt. Diese sind selbstständige Einheiten und geografisch organisiert, z. B. Region Deutschland. Innerhalb einer Region werden alle dort vertretenen Siemens-Produkte betreut. Dies reicht von einfachen Ladentischprodukten z. B. SIMATIC-Steuerung über komplexere Systeme z. B. Computertomograf bis hin zu großen Anlagen wie z. B. Kraftwerke. In der vorgestellten Matrix-Organisationsform (vgl. Abbildung 2 A) liegt die Portfolio- und Produktverantwortung prinzipiell bei den Divisionen der Sektoren. Die Kundenbetreuung erfolgt im Allgemeinen durch die eigenverantwortlichen Regionen, bei Bedarf unterstützt durch die produktverantwortlichen Divisionen. Historisch gewachsene IT-Systeme und Tools bestimmen heute die IT-Landschaft in den Divisionen und Regionen. Zwischen diesen Organisationen ist dabei, trotz zentraler Bestrebungen Standard-Systeme und Tools einzuführen, bislang noch eine heterogene IT- Landschaft vorzufinden. Ursächlich für die die Heterogenität sind oft unterschiedliche Einsatz- Szenarios, Budgets, Kompatibilitäts-Anforderungen etc., die bei der Auswahl von IT und Tools eine Rolle spielen. Im Rahmen der World-Class-Services-Initiative bei Siemens wurde erkannt, dass organisationsübergreifende Prozessstandardisierung ein wichtiger Verbesserungshebel ist. Es entstand dabei das Service Operations Reference Framework (SERVOR ), in dessen Rahmen auch der Siemens-eigene CM-Prozess harmonisiert wurde (vgl. Abbildung 1). Zusammenfassung der Masterarbeit von Hasan Veseli Seite 2

4 Planning Identification Change Control Reporting Audit Abbildung 1: SERVOR for Reference Process (top-level) Die im Prozess definierten Informationsflüsse (In-/Outputs) müssen von den IT-Systemen der unterschiedlichen Organisationen abgebildet und die dabei anfallenden Daten in der vorhandenen heterogenen IT Landschaft ausgetauscht werden können (vgl. Abbildung 2 B). Die Herausforderung hierbei besteht darin, den Aufwand für die erforderlichen Schnittstellen zwischen den Systemen zu reduzieren 1 d.h. die Schnittstellen so zu vereinheitlichen, dass der Datenaustausch an sich mit so wenig Aufwand wie möglich aufgesetzt und betrieben werden kann und Änderungen in einzelnen Systemen mit minimalen Einfluss auf die Datenschnittstellen bleiben. A Matrix organization Regional Branches Region 1 Group 1 Operating Business Group 2 Group 3... Region 2 Integration of management and business processes B Process System Define / Realize (Make) / Deliver Products Service Sell Deliver Service PLM SCM Support CRM SCM e.g. SAP PLM e.g. SAP MM e.g. CRM e.g. SPIRIDON PLM data (e.g. equipment PLM data, part datalists, BOMs, ) Manufacturing data (e.g. PLM serial data / version numbers for HW/SW) (e.g. customer & partner information, contract information, relevant configuration data, life cycle data, history information Sales data (e.g. PLM customer, data contract data for products) Service data (e.g. PLM service, data configuration and history data) Abbildung 2: Integration des CM in Multi Organisations-, Prozess- und System-Ebenen [SERVOR CM] 1 Das Reduzieren von Schnittstellen ist eines der Kern-Apelle von Haberfellner et. al.: Prinzip der minimalen Schnittstellenbildung (vgl. [Daen02]). Zusammenfassung der Masterarbeit von Hasan Veseli Seite 3

5 Planning Define Concept Develop specific Plan Regional Branches Region 1 Region 2 Identification Identify General Product Identify Individual Product Identify Product Environment Identify Competitor Product Change Control Change Concept & Plan Change General Product Information Change Individual Product Information Change Product Environment Information Change Competitor Product Information Reporting Perform Planned Formalized Reporting Perform On Demand Reporting Perform data consistency reporting Operating Business Audit Execute Audit... System 2 System 3 System 2 System 3 System 2 System Projektauftrag Da die Heterogenität der heutigen IT-Landschaft nicht kurz- oder mittelfristig aufgehoben werden kann, wurde ein erfolgversprechenderer Lösungsansatz in der Spezifikation einer harmonisierten Schnittstelle zwischen den Systemen zum Datenaustausch gesehen. Ziel dieses Projektes ist es; einen Vorschlag für eine Siemens-weit gültige Schnittstellenspezifikation für --Daten mit Gültigkeit für Hardware-, Softwareund Dienstleistungsprodukte zu spezifizieren. Die Umsetzung in den Divisionen und Regionen erfolgt dann in späteren Implementierungsprojekten zusammen mit den Geschäftsund IT-System-Verantwortlichen der Divisionen und Regionen. Initial Situation SERVOR for Service Framework (Process, Metrics, Improvement Levers) Prerequisites No change of existing IT implementations Siemens is a matrix organization with multiple IT systems with varied dependencies of information. Group 1 Group 2 Group 3 No change of existing IT landscape Need for enhanced cooperation and information exchange between different organizations and units in groups and / or regions But benefit for potential future IT implementations and landscape Project Proposal 1 Definition of a standardized corporate, open and flexible semantic data model based on the defined information objects of Process management architecture to enable collaboration between groups & regions. 2 Definition of a standardized corporate, open and flexible data interface based on approved standards (e.g. XML, SAP XI, EDIFACT, ) Today requested by Business Future Request Future With CM Architecture Goal Group 1 Group 2 Group 1 Group 2 Group 1 Group 2 3 Definition of basic corporate policies to support configuration management within service units. Project proposal has been validated with experts from groups A&D, Med, PG, SBT, TS regions AT, BE, CH, RD, UK Abbildung 3: Projektauftrag Diese Arbeit ging aus zeitlichen Gründen nur auf die Konzeptphase ein und erfüllt alle dafür vorgesehenen und dokumentierten Anforderungen des Projektauftrags. Sie präsentiert sowohl Lösungsideen für eine langfristige Planung als auch einen sehr konkreten Vorschlag zur Verbesserung des aktuellen Zustandes. Dieser Konzeptvorschlag wird Verantwortlichen aus den Divisionen und Regionen vorgestellt und diskutiert. Explizite Implementierungsentscheidungen bedürfen der Abstimmung mit den Geschäftsverantwortlichen der Siemens- Service-Einheiten. Zusammenfassung der Masterarbeit von Hasan Veseli Seite 4

6 3 Lösungserarbeitung 3.1 Variantenbildung Abbildung 4 zeigt die Ist-Situation, bei untereinander heterogenen Systemen. Die Datenübertragung erfolgt hierbei nach Absprache der jeweiligen Partner, bei dem der Sender dem Empfänger die Abbildung 4: Ist-Ansatz frei nach Abbildung 2 B relevanten Daten in einer Form bereitstellt, die eine Weiterverarbeitung (bis zum Import) möglich macht. Den Ansatz der Variante A (vgl. Abbildung 5) verfolgen auch die meisten Autoren im Bereich CM, die ein zentrales -Repository vorsehen, bei der die Beteiligten auf Daten zugreifen und diese regional verarbeiten, um sie zentral zu synchronisieren. Mit diesem zentralen -Repository synchronisieren sich auch die Partnersysteme, wodurch die Datenübertragung als solches wegfällt, denn benötigte Daten werden aus dem Repository einfach ins eigene System geladen. Variante A: Zentrales CM-Repository Variante B: Verteilte, homogene Systeme Variante C: Verteilte, Schnittstellen-homogene Systeme Variante B (vgl. Abbildung 5) Abbildung 5: Lösungsvarianten besagt, dass alle bisherigen Repositories weiterhin beibehalten werden würden und ein einheitliches Datenmodell appliziert werden müsste, ohne einen Aufbruch des Gesamtbildes vorzunehmen. Zusammenfassung der Masterarbeit von Hasan Veseli Seite 5

7 Variante C (vgl. Abbildung 5) orientiert sich an XML-Ansätzen, bei der durch ad-hoc- Transformation (mithilfe von Interpretern, die gemäß Regeln) (exportierte) Daten in eine neue Struktur umgewandelt werden. 3.2 Variantenauswahl Der Projektauftrag definiert drei Voraussetzungen für eine annehmbare Lösung (vgl. Abbildung 3 - Prerequisites). Die ersten zwei Voraussetzungen besagen, dass die Lösung keine Umstrukturierungen bestehender Systeme implizieren darf. Die dritte Voraussetzung ( Benefit for potenatial future IT implementations and landscape ) soll sicherstellen, dass sich zukünftige IT-Systeme an den geschaffenen Standard halten. Die ausgewählte Variante (Variante C) erfüllt als einzige alle Kriterien (vgl. Tabelle 1) und ist damit als akzeptabelster Ansatz zu sehen. Eine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile der jeweiligen Varianten erübrigt sich somit. No change of existing IT No change of existing IT Benefit for potenatial future IT Anforderung impelementations landscape implementations and Variante landscape Variante A (zentrales Repository) ~ (Teilweise gegeben, da einzelne Systeme, wegen (Nicht gegeben, da der Synchronisatios-Bedarf mit - (Gegeben, da schrittweise Integration möglich; des Synchronisations- dem zentralen Repository Kompatibel zu den anderen bedarfs, möglicherweise einen Paradigmenwechsel Varianten.) angepasst werden müssen.) verursacht.) Variante B (verteilte, homogene Systeme) (Nicht gegeben, da einzelne Systeme erheblich restrukturiert werden.) - (Gegeben, da nur einzelne Systeme restrukturiert werden.) (Gegeben, da schrittweise Integration möglich; kompatibel zu den anderen Varianten.) Variante C (verteilte, Schnittstellenhomogene Systeme) (Gegeben, da nur die Datentransformation an den Schnittstellen verändert wird.) (Gegeben, da Datenmodelle, Systeme etc. nicht modifiziert werden.) (Gegeben, da schrittweise Integration möglich; kompatibel zu den anderen Varianten.) Tabelle 1: Varianten-Vergleich auf Projekt-Anforderungen In Tabelle 1 wurde die Lösung mit der besten Abdeckung der Anforderungen ermittelt. Nun wird untersucht, ob eine aktive Umsetzung der Projektziele auf bestehenden Systemen und Zusammenfassung der Masterarbeit von Hasan Veseli Seite 6

8 nicht nur in Hinblick auf zukünftige Implementierungen nützlich wäre, da die ausgewählte Lösung (Variante C) mit vergleichbar minimalem Aufwand verbunden ist. Dies würde der Lösung einen höheren Reifegrad verleihen. Hierzu werden in Tabelle 2 die nominellen Defizite des aktuellen Ansatzes untersucht und ob die Variante C Lösungen hierfür bereithält. Nachteile des aktuellen Ansatzes Abhilfe durch die Auswahl (Variante C) 1. Sender müssen die Daten je nach Empfänger unterschiedlich restrukturieren, damit dieser sie verwenden kann. (Die Restrukturierung erfolgt immer nach demselben Schema.) 2. Empfänger erhalten schlechtestenfalls von jedem Partner unterschiedlich aufbereitete Daten, die wiederum importfähig gemacht werden müssen. (Empfänger erhalten die Daten immer nach demselben Schema.) 3. Datenmodelländerungen können die jeweiligen Daten-auszüge verändern, ohne dass die Empfänger eine Inkohärenz feststellen können. (Datenmodell änderungen beeinflussen nicht das Schnittstellenschema.) 4. Konstant hoher Aufwand, verbunden mit den zahlreichen Ex-/Imports. (Reduktion des Aufwandes durch die Applikation eines Schnittstellen-modells.) 5. Erhöhtes Risiko der fehlerhaften Interpretation von Daten (vor allem durch 2. und 3.). ~ (Da beide Austauschpartner das Datenmodell der Schnittstelle kennen, ist zumindest eine nominelle Fehlinterpretation der Daten ausgeschlossen.) Tabelle 2: Verteilte, heterogene CM-Systeme Nachteile 3.3 Konzeptentwurf Da sich die Wertschöpfung der ausgewählten Lösung (Variante C) stark an den Schnittstellen orientiert und strukturell kaum vom aktuellen Ansatz abweicht (vgl. Abbildung 4 und Abbildung 5), ist eine Konzentration auf die Schnittstellen des aktuellen Systems notwendig. Da CM-Datenübertragung prozessorientiert erfolgt, ist davon auszugehen, dass jeweils die Datenflüsse zwischen den Prozessschritten schnittstellenrelevant sind. Die EIA-836-A (wie in der Einleitung kurz erläutert) ist eine Norm, die den Austausch von CM- Daten zwischen verschiedenen Partnern definiert und somit grundsätzlich für den gewählten Lösungsansatz geeignet ist. Diese konzentriert sich explizit auf den Austausch von Konfigurationsdaten, mit dem Ziel eine gemeinsame Sprache bei dem Austausch von Daten zwischen mehreren Partnern und bei heterogenen Quellsystemen anzubieten. Zusammenfassung der Masterarbeit von Hasan Veseli Seite 7

9 Sie definiert die Struktur auf der Datenschnittstelle von Objekten aus der CM-Welt (Pläne, Baselines, Produkte etc.; vgl. Abbildung 7), ein Schnittstellenmodell also. Die in der EIA-836-A definierten Objekte enthalten Export File Senders Schema Transformation Script or Procedure 2 (using) 2 (using) 3 (producing) EIA 836 A Schema Transformed Export File (using) 5 4 (validating) (using) 5 Receivers Schema Transformation Script or Procedure (producing) 6 Import Ready File zahlreiche Konstrukte zur 1 (exporting) (importing) 7 Dokumentennachverfolgung, eindeutiger Objekt-Identifikation, Partner A Partner B standardisierte Code-Listen etc. Abbildung 6: Übertragungs-Prozedur für CM-Daten lt. Der Weiterhin geht diese auf typische EIA-836-A Fragestellungen wie Datenformate (in diesem Fall XML), Übertragungsprozeduren etc. ein. Diese können als ein Regelwerk verstanden werden, welches der dritten Anforderung (vgl. Abbildung 3 Project Proposal) genügt. EIA-836-A Objects Siemens CM-Process In-/Outputs (Business Object Types) ProductDefiningDocument AssociatedList Supplement PartModel Specification Standard Initiative EngineeringDrawing Contract DeficiencyRecord GenericDocument Organization Patent Facility Person File SoftwareUnit SoftwareComponent Plan Baseline AuditReport ChangeBoardCharter ChangeBoardMinutes DocumentChangeNotice RequestForVariance RequestForChange ProductModificationInstruction AuditPlan ChangeVerificationRecord Product ProductDesign ProductUnit HardwareDesign HardwareUnit SoftwareItem Concept Plan Report Audit Report Internal Requirement External Requirement Item Customer Contract Functional Location Individual Product Competitor Product Product Environment Change Request for Plan Change Request for General Product Configuation Change Request for Individual Change Request for Product Environment Change Request for Competitor Product Abbildung 7: Daten- bzw. Objektstrukturen der EIA-836-A Norm und des CM-Prozesses Zusammenfassung der Masterarbeit von Hasan Veseli Seite 8

10 Die 18 In-/Outputs der Prozessschritte (genannt Business Object Types) und die 31 Objekte der EIA-836-A-Norm stellen zwei Systeme dar, die jede für sich vollständige Lösungen für ihre Domänen bieten (vgl. Abbildung 7). Deswegen ist es notwendig, diese Systeme zu kombinieren bzw. primär zu prüfen, ob die Norm den Anforderungen des Prozesses genügt. Hierfür wird überprüft, ob sich die Prozessdaten mit Hilfe der Norm abbilden lassen bzw. was auf der Schnittstellenebene ergänzt werden muss, damit dies der Fall ist (vgl. Abbildung 7). Für insgesamt 14 Business Object Types (BOTs) wurden grundsätzlich (etwa 13) passende Objekte in der der EIA-836-A Norm identifiziert, die jedoch keinen 1:1 Abgleich darstellen (vgl. Abbildung 8). Im Detail (v. a. bei der Modellbildung) ergeben sich zahlreiche Varianten bzw. Punkte, die ergänzt werden müssen. Für die restlichen BOTs wurden Ergänzungsmöglichkeiten aufgezeigt, die sich an das übliche Vorgehen bei Siemens orientieren. Bei der späteren, abgestimmten Lösung müssen all diese Fragen geklärt werden. Hierfür wurde eine komprimierte Liste dieser Entscheidungspunkte geliefert, die in insgesamt 13 Kategorien aufgeteilt ist. Dies dient zudem als Basis für die Erstellung eines Regelwerks, wie es der Projektauftrag fordert. Major Input Individual Product Individual Product Individual Product External Requirement Internal Requirement Planning Major Output Concept Plan handover Competitor Product data Concept External Product Environment management Requirement concept reference Document meta information Internal Concept description Item Requirement management plan template Implementation concept Implementation plan Plan Plan Implementation cost estimation Competitor Product EIA-836A interface object: Product Environment Competitor Product Product Environment Plan Item Identification Revision Plan Plan CommonRevisionableDocumentProperties Item (Copyright, SecurityClassification, Title, Rights, DistributionStatement, Plan RelatedDocument, RevisionIdentifier, ApprovalAuthorityAssignedStatus, Identification Change Control RevisionDescription) Reporting Audit management plan reference ProductManaged Item Document meta information Report Audit Plan description Concept Representation (electronic etc.) Report Description of general configuration management Individual activities NextHigherPlanReference Product Item Responsibility charts Plan Policies and guidelines Conventions Competitor Product Individual Product Source: GEIA Standard Change EIA-836A, Request March 2007 Statutory and regulatory policies Terminology & definitions Information Siemens internal requirements External Product requirements Environment Competitor Product Identification concept Change control concept Reporting concept Product Environment Audit concept base consistency and Integrity concept Item Implementation concept Legend: Implementation plan Implementation cost calculation Change Request BOT Owned by Information BOT Other Owner Abbildung 8: Abgleich der In-/Output-Daten des Prozesses (BOTs) mit den Objekten der EIA-836-A Norm Zusammenfassung der Masterarbeit von Hasan Veseli Seite 9

11 3.4 Test Auch in der Konzeptphase ist es wichtig zu testen ganz im Sinne des Systems-Engineering. Deshalb wird das aus dem Prozessabgleich abgeleitete Modell anhand von insgesamt 15 Use-Cases getestet, mit dem zusätzlichen Ziel weitere Erkenntnisse für Anpassungen zu erlangen. Die Use-Cases wurden aus den Szenarien abgeleitet, die bereits dem SERVOR for CM Prozess als Grundlage dienten. Diese Use-Cases wurden von den Bereichen als übliche Geschäftsszenarien im Bereich CM identifiziert. Da es sich hierbei um einen Konzept-Vorschlag handelt, wurde auf der Modellebene getestet, um in erster Linie zu überprüfen, ob Denkfehler gemacht wurden, bzw. Übertragungen grundsätzlich (also auf der Modellebene) möglich sind; sowie zu ermitteln welche weitere Lücken (Gaps) es gibt und ob sie umgegangen werden können, oder ob Modifikationen notwendig sind. 4 Resümee Der Lösungsvorschlag bildet ein Datenmodell für den Austausch von konfigurationsrelevanten Daten. Im Gegensatz zu einem Datenmodell für Prozessdaten, beschreibt das Datenmodell der Schnittstelle die Datenelemente, die zwischen verschiedenen Systemen ausgetauscht werden. Als Folge werden für Konfigurationsdaten, die als Dokument ausgetauscht werden sollen, z. B. Pläne, Berichte etc., ein besonderer Wert auf Dokumentmanagement-Aspekte, z. B. Versionsmanagement, Verantwortlichkeiten etc., gelegt. Weiterhin müssen für Produkt- und Komponenten-Konfigurationen die Strukturen des Prozessmodells weiter detailliert und standardisiert werden und, wenn nötig, um Verwaltungsinformationen (z. B. Datenherkunft, Eigentümer, etc.) erweitert werden. Zu Beginn des Projektes wurde in erster Linie versucht, ein implementierbares Datenmodell (im Sinne eines Entity-Relationship-Modells) zu entwickeln, welcher aus dem Prozessmodell (BOTs) abgeleitet werden sollte. Die Ergebnisse ähnelten in der Aufbaustruktur den Objekten der EIA-836-A-Norm. Weitere Analysen führten explizit zur EIA-836 Norm, die zwar nicht 1:1 übernommen werden konnte, jedoch für sich ein brauchbares Konzept darstellt (Erweiterbarkeit von Objekten, Zusammenfassung der Masterarbeit von Hasan Veseli Seite 10

12 Beschreibungstiefe von z. B. Orts- oder Dokumentmanagementangaben etc.), wobei dem eine längere Entwicklungszeit vorausgegangen war 2. Durch die Analyse von diversen Beschreibungen der Norm war es zwischenzeitlich fraglich, ob die Norm mit den Lösungsanforderungen vereinbar war. Der hohe Umfang der Norm- Dokumentation (ca. 500 Seiten) und die daraus resultierende Komplexität erforderten viele Sitzungen, die alle das Ziel hatten, ein gemeinsames Verständnis zu erreichen und den Nutzwert für dieses Projekt zu ermitteln. Gespräche mit Stakeholdern ergaben wichtige Erkenntnisse über zu erwähnende Aspekte und der notwendigen Granularität, mit der die Darstellung bzw. Darstellungsart der Ergebnisse als allgemein verständlich gilt. Die Aufbereitung des Vorgehens in Präsentationen und das Feedback des Auditoriums waren hilfreich für die Chronologie dieser Arbeit. Die Literatur fokussiert sich zu sehr auf die Probleme und Möglichkeiten von CM in der Produktentstehungsphase und versäumt i. d. R. hilfreiche Erfahrungsberichte für die Datenübertragung über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg oder speziell für den Bereich Service (in Bezug auf CM) zu geben. In einer Zeit, in der sich die Kompatibilität von Systemen wegen des hohen Kommunikationsbedarfs als zu lösendes Problem erweist, kann man davon ausgehen, dass Siemens nicht die erste größere Organisation ist, bei der derartige Standardisierungs-Bestrebungen unternommen werden. Gleichzeitig impliziert diese Kritik, dass man mit besserem Beispiel vorangehen sollte. Literaturhinweise [Daen02] Daenzer, W. (Hrsg.), Haberfellner, R., Nagel, P., Becker, M., Büchel, A., & von Massow, H. (2002). Systems Engineering. Zürich: Verlag Industrielle Organisation. [EIA-836-A] Information Technology Association of America (ITAA). (2007). Exchange and Interoperability. ITAA EIA-836-A. [ISOCM03] International Organization for Standardization (ISO). (2003). Quality management systems - Guidelines for configuration management. ISO 10007:03. [SERVOR CM] Siemens AG. (2002). SERVOR for Library. 2 Der erste Draft der EIA-836-A Norm wurde schon 2001 publiziert, erst nach drei Jahren (2004) folgte eine offizielle Publikation EIA-836 welches bis zum Jahr 2007 nochmals überarbeitet wurde. Für die weiteren Iterationen wurden Services angekündigt. Zusammenfassung der Masterarbeit von Hasan Veseli Seite 11

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