Forum Junges Engagement fördern aber wie? am Ergebnisse und Ausblick

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1 Forum Junges Engagement fördern aber wie? am Ergebnisse und Ausblick Nach einer kurzen Einführung in das Programm ZI:EL, initiiert von der Deutschen Sportjugen (dsj) und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), und das daran anknüpfende Projekt der Hamburger Sportjugend HAFEN (vgl. Anhang) standen drei Leitfragen im Mittelpunkt: (1) Welchen Nachwuchsbedarf haben Sportvereine und Sportfachverbände an freiwilligem Engagement? (2) Was motiviert junge Menschen, sich im Sportverein zu engagieren? (3) Welche (neuen) Ideen gibt es zur Förderung jungen Engagements? In drei Arbeitsgruppen (AG 3 war ausschließlich mit den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern besetzt) wurden Antworten auf die drei Leitfragen diskutiert. In den folgenden Punkten 1-3 sind die auf Karten an Metaplanwänden festgehaltenen Stichworte pro Frage und pro Arbeitsgruppe aufgeführt. Zur besseren inhaltlichen Auswertung haben wir die Antworten thematisch sortiert. Unter Punkt 4 führen wir auf, welche Schlüsse die Hamburger Sportjugend aus den Ergebnisse zieht und welche Aktivitäten daraus folgen. 1 Welchen Nachwuchsbedarf haben Sportvereine und Sportfachverbände an freiwilligem Engagement? - Trainer/innen - Schiedsrichter/innen - Betreuer/innen - Helfer/innen z.b. für Anlagenpflege oder Veranstaltungen (Ballkinder, Ausschank etc.) - Junge Menschen für Ämter mit Verantwortung - Jugendvertreter/innen mit Wissen um ihre Aufgaben - Bedarfe auf allen Ebenen vorhanden - Insbesondere in Vorständen fehlt der Nachwuchs - Grundsätzlicher Bedarf an jungem Engagement Vereine sind verantwortlich für - Identifikation - Idee vom Verein attraktiv machen - Öffnung für soziale Verantwortung - Kulturelle Heterogenität (unter den Engagierten) - Interessierte aus der Masse herausziehen Was junge Engagierte mitbringen sollten - Blick über die eigene Sportart hinaus (abteilungsübergreifend) Probleme - junge Menschen vorhanden, aber zu wenig - Trainernachwuchs springt ab - Fahrer/innen Ü 21 - Betreuer/innen - Streckensicherung - Schiedsrichter - Junge Trainer/innen/ ÜL - Veranstaltungsorganisation Was junge Engagierte mitbringen sollten - kinderfreundlich - zuverlässig (überfachlich) - neue Ideen einbringen - Mut! Durchsetzungsvermögen - offen sein u.a. in Kommunikation (Kommunikationsfreude) - Engagement zur Bewerbung der Sportart - Engagement innerhalb des Verbands/Vereins/ der Sportart gefördert vom: 1

2 Bedarfe nach jungem Engagement im Sport sind auf allen Ebenen vorhanden, sowohl für temporäre (z.b. als Helfer/innen bei Veranstaltungen) als auch für längerfristige Aufgaben (z.b. Ämter im Vorstand). Die Vereine und Verbände selbst fühlen sich für die Nachwuchsförderung verantwortlich, allerdings sind sie auch auf die grundsätzliche Bereitschaft junger Menschen für freiwilliges Engagement angewiesen. 2 Was motiviert junge Menschen, sich im Sportverein zu engagieren? - Anerkennung, Mitbestimmung - Veränderungen bewirken können - Einbindung in die Organisation und deren Entscheidungen - finanzielle Anreize - eigene klare Aufgaben - Würdigung, Anerkennung - Taschengeld für Engagement oder andere Anreize - Spaß und Lust - Ehrenamt als Status (z.b. durch Zertifikat) - Zeitbezogenes, temporäres Engagement (ohne Amt ) - Positive Vorbilder - Gemeinschaft und Freunde - Sozialisation im Verein - Schulfrei für Ausbildung - Bevorzugung - Expertise der Jugendlichen nutzen (z.b. Social Media) - Vorbilder (auch: familiäres Engagement) - Mangel an Alternative (ländl. Raum) Barrieren - Ganztagsschulen (Verfügbarkeit von Hallen) - Zeitliche Beanspruchung durch Schule - Sportstruktur (Zeiten) - Nicht-Anerkennung von Trainern U18 (Am. Football) - gewollt werden - was verändern können - gebraucht werden - Wissen weitergeben/ vermitteln - als Vorbild fungieren - Gruppen anleiten - finanzieller Aspekt - zusammen etwas schaffen - zusammen Spaß haben - macht sich gut im Lebenslauf - der Sportart treu bleiben Für die Motivation ist es notwendig, dass das freiwillige Engagement junger Menschen im Sport innerhalb der Vereine anerkannt und gewürdigt wird und dass die Engagierten eingebunden werden in Entscheidungen, Verantwortung übernehmen und die Möglichkeit für Veränderungen haben. Dabei sind auch gesellige Aspekt zu gefördert vom: 2

3 berücksichtigen: Die jungen Engagierten wollen und sollen auch Spaß haben an der Ausübung ihrer freiwilligen Tätigkeit. Wichtig ist jedoch auch die ihres Engagements. Dies könnte z.b. in Form von Zertifikaten oder im Rahmen bestimmter Anerkennungsformen in Schule und Studium erfolgen. Bei der Motivation für freiwilliges Engagement im Sport geht es nicht automatisch um das klassische Ehrenamt im Vorstand eines Sportvereins oder Sportverbands. Bei der zeitlichen Beanspruchung durch Schule und Studium ist es vielmehr wichtig, nicht (nur) um langfristige Bindung zu werben, sondern auch oder vor allem für freiwilliges, temporäres und projektbezogenes Engagement. 3 Welche (neuen) Ideen gibt es zur Förderung jungen Engagements? - Junge Menschen in Schulen akquirieren - Migrant/innen als Multiplikator/innen - Systemisch anlegen Kooperation mit Schulen - Schulfreie Woche als Incentive - Ansprache über Familienhelfer - Neue HHer Qualifizierungsangebote - Marketing - Öffentlichkeitsarbeit - Eventmanagement - Veranstaltungsorganisation - Ausflugsorganisation (nicht nur auf den Sport bezogen) - Jugendvertreter/innen: Rechte und Pflichten - 1. Hilfe - Themenbezogene Angebote in den Vereinen (Referent/innen gehen direkt in die Vereine - Teammanager/innen (zur Unterstützung von Trainer/innen) Allgemeine Angebote - Berichte älterer junger Menschen in den Clubs z.b. über Auslandsaufenthalte (auch sportunspezifisch) - Ehrenamt als Status (mit Zertifikat) Qualifizierungsangebote - Ausbildung von Sportassistenten - Fortbildungen an anderen Orten d. Verein gefördert - Dezentrale Fortbildungen (z.b. Bergedorf Viermarschlande) Andere Angebote entwickeln - Punktuelles Engagement als Einstieg fördern - Räume für Jugendliche - CI für junges Ehrenamt entwickeln (z.b. T-Shirts) - Jugendteams ausbauen - Breiteres Angebot in Vereinen - Sportartübergreifende Angebote (Identifikation mit dem Verein stärken) - Würdigung bei Veranstaltungen etc. - Rollenvorbilder schaffen und bekannt machen - Indiv. Voraussetzungen prüfen - Jugendreferenten einstellen (Hauptamt) - Wie kommen wir an die jungen Engagierten? - Direkte Ansprache - Nutzung von sozialen Medien zur Ansprache - Motivationsveranstaltung Was vermittelt werden sollte - Perspektiven schaffen (was habt ihr davon?) - Was kommt auf euch zu? - Wir Gefühl ( du kannst dazu gehören ) Andere Angebote entwickeln - Austauschforum - Lockere Treffen, was zusammen machen - Jugendpool Club - Mentoring (Anlernen) - Netzwerk innerhalb des Vereins - Handlungsleitfaden für Veranstaltungsorganisation - Finanzierung als Wertschätzung - Wissen akquirieren - Verantwortung annehmen und aufteilen gefördert vom: 3

4 Junge Menschen sollten auf freiwilliges Engagement im Sport dort angesprochen werden, wo sie sich aufhalten: neben dem Sportverein selbst z.b. auch in Schulen. Sie sollten direkt, aber auch mit Hilfe von sozialen Medien angesprochen werden. Dabei ist es notwendig, ihnen die Perspektiven und den Nutzen des Engagements zu vermitteln. Sie sollen grundsätzlich auch auf die Möglichkeit eines punktuellen oder projektbezogenen Engagements ohne mehrjährige Bindung an ein (Ehren-) Amt hingewiesen werden. Neben bereits bestehenden Qualifizierungsangeboten wie die Ausbildung zum Sportassistenten sollten auch neue Formate entwickelt werden, z.b. für die Bereiche Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungsorganisation oder Eventmanagement. Besonders für bereits aktive Freiwillige im Verein oder im Verband muss zur Aufrechterhaltung ihrer Motivation auch auf entsprechende Wertschätzung und Anerkennung geachtet werden. Es sollten entsprechende Aktivtäten von Seiten des Vereins erfolgen. Ein mehrfach genannter Aspekt zur Förderung des jungen Engagements ist die Schaffung von Angeboten auch außerhalb des Trainings oder der Sporteinheit. So wird die Identifikation mit dem Verein als eine wichtige und notwendige Grundlage für freiwilliges Engagement gesehen. Dafür ist es wichtig, Möglichkeiten des Austausches und des Netzwerkens aber auch einfach nur für gemeinsamen Spaß unter Gleichaltrigen zu schaffen. 4 Ausblick Die Hamburger Sportjugend zieht aus der Veranstaltung zusammenfassend folgende Schlüsse: Es gibt drei Zielgruppen, die für freiwilliges Engagement im Sport motiviert bzw. deren Motivation aufrechterhalten werden sollte: (a) junge Menschen, die noch nicht im Sport organisiert sind, (b) junge Menschen, die die bereits im Sport organisiert sind, aber sich nicht darüber hinaus für ihre Sparte, ihren Verein oder Verband aktiv engagieren, (c) junge Menschen, die bereits im Sport organisiert und freiwillig im Verein oder Verband engagiert sind, deren Motivation dafür jedoch aufrechterhalten werden muss. Zur Gewinnung und nachhaltigen Motivation jungen Engagements im Sport sind unterschiedliche Maßnahmen denkbar: Für die Zielgruppe a) müssen neue Formen der Ansprache z.b. in Schulen oder Jugendhäuser entwickelt werden. Für die Zielgruppen b) und c) könnten neue Qualifizierungsangebote mit anwendungsnahen Inhalten die Motivation zum freiwilligem Engagement fördern, aber auch geselligkeitsfördernde Angebote der Vereine selbst. Für die Zielgruppe c) sollten Maßnahmen zur Anerkennung und Wertschätzung ihres Engagements entwickelt werden. Wie geht es weiter? Im Rahmen des Projektes HAFEN sollen Maßnahmen konzipiert und durchgeführt werden, die das junge Engagement in Sport fördern. Für die finanzielle Förderung gelten die Richtlinien des Kinder- und Jugendplans des Bundes (KJP), inhaltlich ist die Konzeption des bundesweiten Programms ZI:EL richtungsweisend. Beide Doku- gefördert vom: 4

5 mente sind auf der Homepage der Hamburger Sportjugend unter abrufbar. Aufbauend auf die Ergebnisse des Forums soll das Projekt HAFEN folgendermaßen weiterentwickelt werden: Vereine und Verbände, die intern oder vereinsübergreifend Maßnahmen zur Förderung jungen Engagements durchführen möchten, mögen sich bei der Hamburger Sportjugend mit ihrer Idee melden bzw. diese in Kurzform zu Papier bringen. Die Hamburger Sportjugend prüft in Absprache mit der dsj die finanzielle und inhaltliche Förderfähigkeit des Vorhabens und unterstützt die Vereine/Verbände bei der Umsetzung. Die Hamburger Sportjugend wird Richtlinien für die Förderung und Durchführung von Maßnahmen im Rahmen des Projektes HAFEN entwickeln und veröffentlichen. Die Einhaltung der Richtlinien wird jedoch nicht alleiniges Kriterium für die Förderung sein. Vielmehr werden die Förderfähigkeit der Projektideen individuell zwischen der Hamburger Sportjugend und dsj geklärt. Die Hamburger Sportjugend plant für die zweite Jahreshälfte 2014 vereinsübergreifende Qualifizierungsmaßnahmen zu den Themen Veranstaltungsmanagement und Marketing/Öffentlichkeitsarbeit. Sie wird diese über ihren Verteiler sowie über ihre Homepage bekannt geben. Die Vereine und Verbände werden gebeten, die Angebote an die Zielgruppe (junge Menschen bis einschließlich 26 Jahre) weiterzuleiten. Hamburger Sportjugend, 19. Juni 2014 gefördert vom: 5

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