Der ängstliche, unsichere Hund. von Monika Kaltner-Muschkiet 2009

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1 Der ängstliche, unsichere Hund von Monika Kaltner-Muschkiet 2009

2 Inhaltsverzeichnis Kapitel I Grundlagen 1.1. Definition Seite Ursachen Angststörungen Seite Überblick Therapieformen Seite 04 Kapitel II Gesichter der Angst 2.1. Hund Seite Anzeichen von Angst beim Hund Seite Körpersprache Seite Mensch Seite 07 Kapitel III Verhaltenstherapien 3.1. Kontrolle Seite Körperliches Wohlbefinden Seite Führung Seite Hausordnung Seite Training/Lernen Seite Lerntheorie Seite Clickern Seite Artgerechte Beschäftigung Seite 18 Kapitel IV Einzelne Ängste 4.1. Auto fahren Seite fremde Menschen Seite fremde Hunde Seite Geräusche Seite Trennung Seite Gegenstände Seite Tierarzt Seite Treppen Seite Boxen Seite 21 Anhang 1 Medikamentelle Therapien Seite 22 2 Fragebogen Seite 25

3 Der ängstliche, unsichere Hund Angststörungen beim Hund sind sehr häufig und sie beeinträchtigen das Wohlbefinden entscheidend. Die Vielzahl der Symptome kann unterschiedliche, körperliche und psychische Ursachen haben, sodass Hunde mit Angststörungen tierärztlich untersucht werden müssen. Wenn auch teilweise genetisch bedingt, sind die wichtigsten Ursachen in Entwicklungsstörungen durch reizarme Aufzucht und schlechten Erfahrungen zu suchen Definitionen Kapitel 1 Grundlagen Furcht: Eine mäßige Verhaltensreaktion des Hundes vor einem bekannten oder unbekannten Reiz, den er als wenig gefährlich betrachtet. Der Hund ist psychisch und körperlich in der Lage, den Reiz zu erforschen oder zu flüchten. Angst: Ist im Gegensatz dazu eine heftige Verhaltensreaktion vor einem bekannten oder unbekannten Reiz, den der Hund als sehr gefährlich ansieht. In dieser Situation ist der Hund weder psychisch noch körperlich zur Erforschung oder Flucht fähig. In solch einer ausweglosen Lage zeigt er körperliche Symptome der Angst wie Speicheln, Hecheln, erhöhte Herzfrequenz, Schwitzen an den Pfoten, emotional bedingten Harn- und Kotabsatz oder Entleeren der Analbeutel. Phobie: Ist eine zeitlich kurzfristige Reaktion der Angst vor einem genau definierten tatsächlichen Reiz wie bestimmte Geräusche, Männer, andere Hunde, etc., der aber für den Hund keine wirkliche Gefahr darstellt. Ängstlichkeit: Ist ein andauernder diffuser Zustand von Angst vor wechselnden und vielfach minimalen Reizen der Umwelt. Sie ist verbunden mit Vorahnung und folglich übersteigerter Wachsamkeit gegenüber kleinsten Veränderungen in der alltäglichen Umgebung, und oftmals mit körperlichen Symptomen wie Erbrechen, Durchfall, Speicheln, etc. Je nach Stadium der Erkrankung reagieren Hunde sehr leicht reizbar und aggressiv, quasi in einer ständigen Verteidigungshaltung gegenüber einer als feindlich angesehenen Umwelt, oder sie werden in ihren Verhaltensweisen immer stärker gehemmt und suchen Entlastung in Ersatzhandlungen wie dauerndes Trinken, Fressen, Pfoten lecken oder übersteigerter Bindung an ihre Bezugsperson. Seite 1

4 Stress: Stresshormone sind für Hunde genauso wie für uns Menschen nötig, um durch den Tag zu kommen, zu arbeiten und um dem Körper die notwendige Energie für die täglichen Dinge des Lebens bereitzustellen. Wenn allerdings zu viele dieser Hormone ausgeschüttet werden, z.b. bei Angst, Aufregung, Bedrohung oder Schmerzen, ist der Hund gestresst, da der Körper die Hormone in einer solchen Situation überdosiert. Hunde empfinden Stress in Situationen, von denen sie meinen, sie nicht meistern zu können. Sie werden gestresst, wenn der Besitzer wütend oder gewalttätig wird oder auch durch Erregung, z.b. wenn ein Rüde den Geruch einer läufigen Hündin aufnimmt Ursachen Angststörungen Hätten Tiere in der Wildnis keine Angst, dann hätten sie keine wirkliche Überlebenschance: Vorsicht heißt die Mutter der "Man-frisst-sich-Gesellschaft". Auch Hunde tragen sowohl genetische als auch erworbene Ängste mit sich. Zu den Urängsten zählt die Angst vor großen, aufrecht gehenden Lebewesen (Bär!), vor dem Verlassen-Sein, Ängste vor Schüssen, Gewitter oder zischenden Geräuschen, vor engen und dunklen Räumen oder Schatten. Solche Urängste können schon durch gute Erfahrung verschwinden. Bereits während der Trächtigkeit beeinflussen Berührungsreize wie Streicheln durch die Bauchdecke der Hündin die Gehirnentwicklung des Welpen. Nach der Geburt erwachen die Sinne des Welpen nach und nach: Tastsinn, Wärme-, Geschmacks- und Geruchssinn sofort, Sehen und Hören etwas später. Das erbliche Programm der Gehirnentwicklung wird in dieser Sozialisation genannte Entwicklungsphase bis zur 12. Woche maßgeblich und entscheidend durch die Umgebung beeinflusst. Ein Welpe, der in einer reizarmen und eintönigen Umwelt aufwächst, hat ein bleibendes strukturelles Defizit im Gehirn für sein ganzes weiteres Leben! Eine zweite äußerst sensible Entwicklungsphase des Hundes ist die Pubertät, im Alter von 5-12 Monaten. In diesem Alter finden neben körperlichen auch psychische Ausreifungsvorgänge statt. Selbst aufgeschlossene und freundliche Hunde werden auf einmal sensibel und reagieren sehr empfindlich auf Neues, seien es Menschen, Objekte, Geräusche oder Situationen. Kleinste unangenehme Erfahrungen haben starken Einfluss auf das Weltbild des Hundes, Phobien zeigen sich häufig erstmals in diesem Alter. Und schließlich nehmen Angststörungen im höheren Alter des Hundes zu. Im gleichen Masse wie die geistige Flexibilität und die Sinnesleistungen des Hundes abnehmen, werden sie durch emotionale Reaktionen zum Beispiel Furcht oder Angst ersetzt. Wenn ein Hund die Umweltreize in seinem Weltbild nicht mehr richtig einordnen kann, wird er unsicher und bekommt Angst. Seite 2

5 Neben diesen Umwelteinflüssen oder erblich bedingten psychischen Störungen können auch physische Krankheiten Angst auslösen. Zu diesem zählen insbesondere Erkrankungen der Schilddrüse, Epilepsie, Hyperaktivität und Tumore im Gehirnbereich. Aber auch nicht erkannte Schmerzen können zur Angst führen. A) Deprivationssyndrom Als Deprivationssyndrom wird die Gesamtheit der Symptome bezeichnet, die durch eine reizarme Aufzucht entstehen, wenn sich der Hund in seinem weiteren Leben in einer komplexen und anregenden Umwelt befindet. Durch seine Defizite in der Gehirnstruktur kann er mit den vielen Umwelteinflüssen nicht umgehen. Er reagiert zunächst mit einer Phobie vor allem, was neu ist und aufgrund der dynamischen Vorgänge im Rahmen dieser Erkrankung lebt er sehr bald in einem dauernden Zustand von Angst: deprivationsbedingte Ängstlichkeit. Allzu schnell lernt ein Hund in diesem überwachsamen, angespannten Zustand, dass aggressives Verhalten eine hervorragende Methode ist, sich alles und jeden vom Leib zu halten. Da diesen chronisch ängstlichen Hunden aufgrund ihrer Erkrankung eine vernünftige Selbstkontrolle fehlt, stellen sie eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Öffentlichkeit und, wenn die Kommunikation gestört ist, auch für ihre Familie dar! In manchen Fällen finden diese ängstlichen Hunde für sich eine scheinbar großartige Lösung. Sie kann die Ursache für das nächste Problem sein. B) Trennungsbedingte Angststörungen Ein unsicherer, ängstlicher Hund bindet sich übermäßig an seine Bezugsperson. Aus der Anwesenheit und dem Körperkontakt mit seinem Menschen bezieht er seine Stabilität und soziale Sicherheit. Sie, als Besitzer, sind die Lösung all seiner Probleme... ja, solange bis diese ohne Hund weggehen. Dann stürzt die Welt für den Hund zusammen, er hat auf einmal seine ganze Stabilität verloren. In seiner Verzweiflung beginnt er zu bellen und zu heulen, um wieder Kontakt zu bekommen. Die körperlichen Symptome der Angst können sich soweit steigern, dass er mehrfach Harn und vielfach flüssigen Kot absetzen muss. Manche Hunde beruhigen sich sehr zum Missfallen ihrer Besitzer selbst durch Kauen und Nagen die Schäden in der Wohnung können enorm sein. Bei der Rückkehr finden die Besitzer dann einen geduckten, eingeschüchterten und ängstlichen Hund. Er weiß ganz genau, was er wieder angerichtet hat.... Auch wenn es aus menschlicher Sicht noch so sehr danach aussehen mag: Der Hund weiß es nicht. Er kombiniert schlicht und einfach: Wenn Frauchen und kaputter Teppich zusammentreffen, bedeutet das nichts Gutes. Dass es sein, für ihn ja sinnvolles, weil beruhigendes Verhalten vor zwei Stunden war, das Ihre Unfreundlichkeit auslöst, kann er nicht erkennen. Dafür fehlen selbst einem sehr intelligenten Hund die geistigen Fähigkeiten, zeitlich versetzt zu kombinieren. Seite 3

6 Mit einer wie auch immer gearteten unfreundlichen Reaktion vergrößert man allerdings das Angstproblem des Hundes: Einerseits ist der Besitzer die einzige Möglichkeit, wo er Beruhigung und Sicherheit findet, andererseits wird er zurück gewiesen eine ziemlich ausweglose Situation für einen ängstlichen Hund Überblick Therapieformen Der Leidensdruck und die Beeinträchtigung der Lebensqualität für Hund wie Besitzer sowie die potentielle Gefahr für die Gesellschaft durch aggressives Verhalten dieser Hunde sollten genug Gründe sein, Hunde mit Angststörungen tierärztlich behandeln zu lassen. Die Möglichkeiten der modernen Verhaltensmedizin erlauben zwar nicht immer die vollständige Heilung ein mangelhaft entwickeltes Gehirn oder fehlende Selektion auf anpassungsfähige und psychische stabile Hunde kann nicht mehr rückgängig gemacht werden aber es gibt dennoch zahlreiche Möglichkeiten, diesen Hunden zu helfen. Die Ziele der Behandlung hängen im Einzelnen natürlich davon ab, was der Besitzer des Hundes erreichen möchte. Aber im Wesentlichen möchte man Folgendes erreichen: Wiederherstellung der psychischen Stabilität und des Wohlbefindens für den Hund Wiederherstellung einer harmonischen Beziehung zum Besitzer oder zur Familie Sicherheit für die Gesellschaft (z.b. bei aggressivem Verhalten) Keine weiteren Schäden in der Wohnung, Auto, etc. Die Behandlung hängt natürlich immer von der genauen Diagnose, der Dauer der Erkrankung und dem Grad der Beeinträchtigung ab. Die unangenehmen körperlichen Symptome der Angst und die gesamte ängstliche Stimmungslage des Hundes können und sollten zunächst mit Medikamenten behandelt werden. Die Palette der medikamentellen Möglichkeiten reicht von der Homöopathie, der Bachblütentherapie bis zu sehr spezifisch auf die Botenstoffe im Gehirn wirkenden synthetischen Psychopharmaka. Auch bestimmte Nahrungsergänzungsmittel können die Therapie unterstützen. Seite 4

7 Ein vollkommen neuer Weg in der Verhaltensmedizin ist der Einsatz von speziellen Geruchsstoffen, so genannten Pheromonen. Diese Pheromone werden von der Hündin während der Säugeperiode produziert und haben eine beruhigende und entspannende Wirkung auf die Welpen. Jüngste Untersuchungen haben gezeigt, dass diese Pheromone auch bei erwachsenen Hunden Angst lösend wirken. (siehe Anlage) Eine zusätzliche Unterstützung ist die Physiotherapie. Gestresste Hunde leiden genau wie wir Menschen an Verspannungen. Auch Therapieformen wie der TTouch können begleitend helfen. Dann beginnt die Phase der Verhaltenstherapie, wo der Hund langsam mit verschiedenen Techniken, wie zum Beispiel der systematischen Desensibilisierung, der Gegenkonditionierung oder der Spieltherapie an Angst auslösende Reize gewöhnt wird. Eine Verbesserung ist oft schon nach den ersten Wochen zu sehen, in manchen Fällen von schwerem Deprivationssyndrom kann die Therapie einige Monate bis zu einem Jahr dauern. Rückschläge sind häufig, mit Konsequenz, Ausdauer und der Strategie der kleinen Schritte können jedoch auch diese Hunde mit ihrer Beeinträchtigung leben. Seite 5

8 Kapitel II Gesichter der Angst 2.1. Hund Anzeichen von Angst beim Hund 1. Hörbare Anzeichen Jaulen Winseln Knurren Bellen Heulen Kläffen Schreien 2. Sichtbare Anzeichen erweiterte Pupillen angespannte Muskeln Zittern Hecheln starke Speichelbildung Gähnen Unruhe Grinsen Rastlosigkeit Beschwichtigungssignale 3. subtile Anzeichen Schweißpfoten schlechtes Fell Unruhe oder gar Hyperaktivität flache Atmung verstärktes Kratzen und Schütteln Lippen bludern öffnen der Analdrüse Leeren der Blase Es ist sehr wichtig, die Körpersprache des Hundes und seiner Stresssignale zu verstehen, damit Sie ihm helfen können, seine Ängste zu überwinden. Achten Sie auf seine Signale! Seite 6

9 Körpersprache 2.2. Mensch Lassen Sie den Hund auf Sie zukommen. Zwingen Sie ihn nicht. Drehen Sie sich eher zur Seite, als Frontal auf ihn zu zugehen. Bitte nicht starren! Lehnen Sie sich nicht über den Hund! Bücken, nicht herabschießen! Streicheln, aber bitte richtig! Nicht Kopf tätscheln; nicht umarmen Achten Sie auf Ihr Lächeln...Zähne zeigen heißt unter Hunden was anderes... Seite 7

10 Kapitel III Verhaltenstherapie Die vier Säulen sind nach meiner Meinung Grundlage für die Verhaltenstherapie Kontrolle Setzen Sie Ihren Hund so selten wie möglich Dingen aus, die ihm Angst machen. Halten Sie eine gewisse Routine ein, damit Ihr Hund weiß, was ihn erwartet. Weichen Sie aber auch immer mal wieder ein klein wenig ab. Schränken Sie die Rechte Ihres Hundes zu seiner eigenen Sicherheit etwas ein. Reagieren Sie auf einen unsicheren Hund mit Gelassenheit und Selbstsicherheit. Belohnen Sie den Hund für ruhiges und entspanntes Verhalten. Lassen Sie Ihren Hund nicht im Stich! Bindung ist unerlässlich! Bindungsaufbau Es ist egal ob ein Welpe in die Familie kommt oder ein erwachsener Hund, der Mensch muss beweisen, dass er sorgen, schützen, helfen und anleiten kann. Gefestigt wird die Bindung durch alle gemeinsamen positiv erlebten Erlebnisse. Gemeinsames Spiel (auch Aufgaben, Sport, u.s.w.), gemeinsame Ausflüge (aktive Spaziergänge, Reisen, Besuche) und Körperkontakt (Pflege, Schmusen, u.s.w.). Bei all den Erlebnissen, sollte man den Hund aktiv mit einbeziehen. Durch wechselnde Anforderungen, spannende Spiele auf Ausflügen, eingebaute Gehorsamkeitsübungen (zb Absitzen lassen) bleiben Mensch und Hund in Kontakt. Machen Sie sich zum interessanten und begehrten "Teampartner" für Ihren hochsozialen, wissbegierigen und neugierigen Schüler. (Die Bindungsspannung auf Ausflügen, ist bei jagdbegeisterten Hunden sehr wichtig, um sie vom Jagen abzuhalten.) Aber auch eine klare Hierarchie mit einer verständnisvollen artgerechten Erziehung, stärkt die Bindung und das Vertrauen zum Menschen. Nur wenn der Hund sanft und klar angeleitet wird, fühlt er Sicherheit und kann sich entspannt auf seinen Menschen verlassen. Hunde stimmen ihr Verhalten mit dem ihres Menschen ab. Im Laufe der Zeit entsteht eine Harmonie im Umgang miteinander und die Bindung zwischen Mensch und Hund wird immer enger. Der Hund kann seine Gefühle nicht verbergen. Hunde reagieren mit Freundlichkeit auf Freundlichkeit, mit Aggression auf Aggression, mit Misstrauen auf Misstrauen und mit Unsicherheit auf Unsicherheit. Auch Vertrauen ist immer eine Sache auf Gegenseitigkeit. Wenn Sie Ihren Hund von morgens bis abends mit misstrauischen Blicken beobachten, wird er diese Distanz, diese latente Kritik spüren. Da er aber nicht weiß, worauf sie sich bezieht, wird er unsicher werden und misstrauisch. Der Hund kann nur so viel Vertrauen in Sie aufbauen, wie Sie ihm schenken. Seite 8

11 3.2. Körperliches Wohlbefinden Außergewöhnlich unsicher Hunden sollten dem Tierarzt vorgestellt werden Die Ernährung beeinflusst die Gesundheit Ihres Hundes und natürlich auch sein Verhalten. Kauen z.b. baut Stress ab Bewegung nützt dem Hund in vielerlei Hinsicht. Sie ist für ängstliche Hunde besonders wichtig, da sie zu einem ruhigen, friedlichen Gemütszustand beiträgt Die geistige Auslastung des Hundes fast unumgänglich. Ein Hund dessen Geist zu wenig ausgelastet ist, neigt eher dazu Angst zu haben Absolut unerlässlich sind Ruhephasen. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund entspannen kann Führung Gute Hundeführer setzten eher Psychologie als körperliche Gewalt ein, um den Hund zu führen und ihm was beibringen. Es gibt keinen Grund, den Hund durch körperliche Überwältigung zu beweisen, wer das sagen kann. In einem Wolfsrudel sind es die, die in der Ranfolge in der Mitte stehen, die zanken. Ein wahres Alphatier muss nichts beweisen. Es ist souverän und gelassen. Auf den Mensch gebracht: Ruhige, knappe Sprache; die Körpersprache klar und eindeutig und als oberstes Gebot: Konsequenz! Bringen Sie ihrem Hund bei, dass es Konsequenzen hat, wenn er nicht kooperiert. Seien Sie nie ungeduldig oder gar ungerecht Hausordnung oder NILIG: nichts im Leben ist gratis! Die Hausordnung ist keine Übung, die man dann und wann auszuüben ist. Sie ist vielmehr als regeln und Gewohnheiten zu sehen, die in die tägliche Routine integriert werden sollte und das von allen Familienmitgliedern. Futter Weil Fressen für Hunde im wahrsten Sinne des Wortes Leben und Tod bedeutet ist es wichtig, dass der Hund versteht, dass es von Ihnen kommt und nicht auf wundersame Weise aus dem kleinen runden Ding am Boden kommt. Also: Kein Futter zur freien Verfügung!, Seite 9

12 Es stellen sich schnelle Erziehungserfolge ein, wenn dem Hund klar wird, dass er arbeiten muss um fressen zu können. Unbedingt vor dem Hund zu essen ist meines Erachtens überflüssig. Sie sind der Boss, also entscheiden Sie, wann Dinge passieren. Bevor der Hund die Mahlzeit bekommt soll er also arbeiten. Verlangen Sie ein Sitz oder Platz, wenn er es prompt macht, geben Sie ihn wieder frei und stellen Sie die Futterschüssel hin. Befolgt Ihr Hund das Hörzeichen nicht sofort, d.h. spätestens beim 2. Mal, nehmen Sie den Napf weg. Einige Minuten später versuchen Sie es noch einmal. Es ist wohl selbstverständlich das dafür nur bekannte Kommandos verwendet werden. Eine noch effektivere Methode ist die Handfütterung. Ein Sitz in der Küche ist relativ unwichtig im Vergleich zu einem Sitz an der Hauptstraße. Die Handfütterung macht deutlich, dass die wertvollste Ressource direkt von Ihnen kommt. Sie werden bald merken wie sich die Bereitschaft Ihres Hundes zur Kooperation ändert. Ressourcen Zentrale und erhöhte Liegeplätze sind ein Privileg. Der Hund muss sich dies erarbeiten, wie wir Menschen eben auch. Zentrale und erhöhte Liegeplätze wie z.b. die Couch, das Bett oder der Eingangsbereich, sowie das Bedrängen an Türen und Treppen sind tabu. Mögliche Abhilfen können sein: Das Schlurfen, als ob der Hund nicht da wäre; ein Richtungswechsel; das Wegschicken des Hundes oder der Bodycheck. Sorgen Sie durch Körpereinsatz dafür, dass der Hund an Türen und Treppen Ihnen der Vortritt lässt. Tut er das nach einiger Zeit automatisch, verlangen Sie hin und wieder von ihm dass er vorangeht. Territorium Garten: Der Hund soll nicht alleine im Garten bleiben. Dort lernt er oft unerwünschtes Verhalten wie Bellen, Löcher graben oder Vögel jagen. Besucher Der Hund soll Besucher nicht als Erster begrüßen. Legen Sie ihm eine Hausleine an, bringen Sie ihn auf seinen Platz und binden ihn dort an. Geben Sie und Ihre Besucher dem Hund keinerlei Aufmerksamkeit. Erst wenn der Hund zur Ruhe gekommen ist, kann man ihn losmachen, aber weiterhin keinerlei Beachtung schenken. Wenn er dann immer noch ruhig ist, darf er begrüßt werden. Seite 10

13 Individualdistanz Bürsten Sie den Hund, ob es nun notwendig ist oder nicht. Sie dürfen die Individualdistanz jederzeit unterschreiten und Körperkontakt einfordern. Der Hund nicht! Wenn der Hund Sie bedrängt, arbeiten Sie wieder mit Körpereinsatz. Schubsen und ein Hallooo?? helfen sicher. Soziale Aktionen Spielzeuge gibt s nicht zur freien Verfügung; Kleidung oder gar Menschenhaut sind kein Spielzeug. Sie beginnen und Sie beenden das Spiel oder jegliche Interaktionen. Wird der Hund zu wild oder lässt das Spiel nicht beenden sofort Abbrechen => keine Beachtung. Da das beste Spielzeug und die Möglichkeit dieses zu Nutzen nur durch Sie erreichbar ist, wird Ihr Rang automatisch höher. Das Selbe gilt für Spaziergänge und Schmuseeinheiten. Der Hund darf diese nie einfordern (z.b. durch jaulen, bellen, Pföteln oder Kopf auflegen). Ignorieren Sie den Hund völlig. Beachtung wäre dabei auch Tadel, Strafe oder jeglicher Blickkontakt. Erst wenn Ihr Hund wieder ruhig ist oder sich sogar ablegt, holen Sie ihn zu sich und gehen Gassi oder streicheln Sie ihn Training/Lernen Benutzen Sie nur positive, sanfte Ausbildungsmethoden. Wenden Sie keine körperliche Gewalt an. Das Training sollte keine lästige Pflicht sein, sondern eine spaßmachende, das Selbstbewusstsein stärkende und verbindende Erfahrung für Sie und Ihren Hund sein. Überlegen Sie, welche Sportarten Ihnen und dem Hund Spaß machen könnten Lerntheorie im Überblick...denn früh belehrt ihn die Erfahrung... sobald er schrie bekam er Nahrung! (Wilhelm Busch) Die Natur hat zwei Strategien zur Anpassung eines Organismus an die Umwelt: Vererbung und Lernen Vererbung ermöglicht Anpassung an relativ statische Umweltbedingungen Lernen ermöglicht Überleben in einer flexiblen Umgebung Seite 11

14 Die 3 grundlegenden Gesetzmäßigkeiten des Lernens Gesetzt der Bereitschaft besagt, dass nur gelernt wird, wenn im Organismus eine Bereitschaft dafür vorliegt, d.h. wenn ein Bedürfnis gestillt werden soll. Versucht wird einen angenehmen Zustand herzustellen bzw. aufrecht zu erhalten oder einen unangenehmen Zustand zu beseitigen bzw. zu vermeiden. Mit dem Effektgesetz ist gemeint, dass aus einer Menge von ausgeübten Verhaltensweisen auf Dauer nur solche gezeigt werden, die den Organismus befriedigende Konsequenzen mit sich bringen. Folgt keine befriedigende Konsequenz, so wird ein Verhalten seltener bzw. gar nicht mehr gezeigt. Somit bestimmen die Konsequenzen die Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens. Frequenzgesetz ist, dass ein Verhalten nur durch mehrfache Übung erlernt wird. Durch mangelnde, unregelmäßige Übung wird es abgebaut. Lernkategorien Habituation (Gewöhnung/Desensibilisierung) Motorisches Lernen (Bewegungslernen) Prägung(Sozialisierung) Nachahmung bzw. soziale Anregung Lernen aus Einsicht (logisches Denken) Klassische Konditionierung Operante Konditionierung Klassische Konditionierung Verknüpfungs- oder Assoziationslernen Pawlow sche Konditionierung Iwan Pawlow ( ) entdeckt in den 20-er Jahren des letzten Jahrhunderts konditionierte Reflexe bei seiner Laborarbeit mit Hunden (sie speicheln wenn der Assistent den Raum betritt, der sie regelmäßig füttert. Anschließend erforscht er diese Konditionierungsvorgänge indem er einen Glockenton mit der Futtergabe verknüpft!) Klassische Konditionierung beschreibt einen Lernvorgang, bei dem ein ursprünglich neutraler Reiz eine Bedeutung (einen Vorhersagecharakter ) bekommt Ursprünglich ist/war K.K. per Definition nur gegeben, wenn ein Lebewesen auf den erlernten Reiz mit angeborenen Reflexen reagiert (Speichelfluss, Augenzwinkern...usw.) In weiter gefassten Definitionen unterliegen aber auch Gefühle der K.K. (z.b. Reaktion bei Wahrnehmung typischen Zahnarztgeruchs im Wartezimmer, oder Aufregung eines Hundes beim Klingeln der Haustürglocke) Seite 12

15 Wesentlich ist dabei, dass bei der K.K. das konditionierte Lebewesen keinerlei Zusammenhang zwischen eigenen Handlungen und der Konsequenz auf den Ankündigungsreiz zu erkennen vermeint. Durch Erlernen ankündigender Ereignisse können durch K.K. ganze Reizverkettungen entstehen (z.b.: bei Ängsten: Angst vor Autofahren - zuerst nur wenn Hund im Auto mit Fahrgeräusch, dann bereits vor dem Auto, dann im Treppenhaus, in der Wohnung wenn der Autoschlüssel klappert usw.) Klassische Konditionierung kann nur stattfinden, bei ausreichender Kontiguität = zeitlicher Zusammenhang konditionierter Reiz muss vor dem unkonditionierten Reiz kommen (optimal 0,5 sec. max. 2 sec.) Kontingenz = konsequente Paarung der beiden Reize Beim Erlernen der Konditionierung ist eine ausreichende Anzahl an Verknüpfungen nötig (die Anzahl variiert je nach Bedeutung des unkonditionierten Reizes) Reize bei denen bereits Gewöhnung aufgetreten ist, sind schwerer neu zu konditionieren (z.b. der Rufname des Hundes!) Umkonditionierung und Löschung ist möglich! Beispiele für Klassische Konditionierung: Rascheln der Futtertüte, Schüsselklappern, Glocke an der Haustüre, Klingeln des Telefons, Geräusche eines ankommenden Fahrzeugs, Gerüche, Schreckreaktion auf Autohupe, Hundepfeife, Clickgeräusch usw. Operante Konditionierung (Instrumentelle Konditionierung) Lernen durch Versuch und Irrtum/Erfolg Edward Lee Thorndike ( ) untersucht Anfang des 20. Jahrhunderts das Lernverhalten von Katzen und entdeckt, dass diese durch Versuch und Irrtum lernen einen Käfig mit einem Hebel zu öffnen. Gilt mit John B. Watson als Begründer des Behaviorismus ( die Lehre vom Verhalten des Menschen ) Thorndike s Law of effect Verhalten wird durch seine Konsequenzen bestimmt Die Operante Konditionierung ist wohl die bedeutendste Lernform in der Natur. Alle Lebewesen lernen anhand der Ergebnisse ihres Verhaltens dieses nach Bedarf zu optimieren. Seite 13

16 Der wesentliche Unterschied zur Klassischen Konditionierung ist, dass es genau auf dieses Verhalten des Lebewesens ankommt! Es erkennt dabei den Zusammenhang zwischen seinem Verhalten und den Reaktionen der Umwelt. Erfolgreiches Verhalten wird wiederholt nicht lohnendes Verhalten reduziert sich und wird auf Dauer gelöscht! Die Kontinuität (der zeitliche Zusammenhang) zwischen Verhalten und Umweltkonsequenz spielt wie bei der K.K. eine wesentliche Rolle ( Verknüpfungszeit 0,5 2 sec.) Die Kontingenz (der konsequente Zusammenhang zwischen Verhalten und Bestärkung) spielt eine geringere Rolle, als bei der K.K. (besonders lohnendes Verhalten wird auch wiederholt, wenn es nur ganz selten Erfolg bringt!) beeinflusst aber dennoch die Wahrscheinlichkeit von Lernerfolgen! Burrhus Frederic Skinner( ) Skinner, ein Schüler Pawlow s, führt Thorndike s Forschungen fort und begründet die moderne Lerntheorie. Er entdeckt bei seinen Versuchen unter anderem, dass Lernen über Belohnung wesentlich zuverlässiger und dauerhafter funktioniert, als über Bestrafung. Skinner entdeckt bei seinen Versuchen die bestärkende Wirkung klassisch konditionierter Signale wie das Klacken des Futterverschlusses und beginnt damit zu experimentieren insofern kann man ihn als Vater des Clickertrainings bezeichnen! Im Folgenden bleiben diese Erkenntnisse aber nur einem kleinen Insiderkreis vorbehalten. Tiere werden zu militärischen Zwecken, oder von Filmtiertrainern mittels Click & Treat ausgebildet, bis Karen Pryor, eine Delphintrainerin es durch ihr Buch Don t shoot the Dog 1984 populär macht. Seite 14

17 Die vier möglichen Umweltantworten auf Verhalten B+: Positive Bestärkung Verhalten wird bestärkt, weil etwas Angenehmes hinzugefügt wird. Der innere Zustand des Tieres verändert sich von NEUTRAL (oder schlecht) nach GUT! (Hund sitzt und wird gefüttert, ABER auch Hund bellt -und wird beachtet) Verhalten tritt öfter auf, da durch dieses angenehme Konsequenzen herbeigeführt werden oder erhalten bleiben. (Darbietung eines Reizes) B-: Negative Bestärkung Verhalten wird bestärkt, weil etwas Unangenehmes entzogen wird. Der innere Zustand des Tieres verändert sich von SCHLECHT nach NEUTRAL (oder gut)! (Zwangsapport Schmerz /Ohrenzwicken lässt nach, wenn Hund Apportel ins Maul nimmt, oder Sitz/Platz mit Druck auf den Körper dieser lässt nach, wenn Position eingenommen wird) Verhalten tritt häufiger auf, da durch dieses eine negative Konsequenz vermieden, beendet oder geschwächt werden kann. (Entfernung eines Reizes) S+: Positive Strafe Verhalten wird gehemmt, weil etwas Unangenehmes hinzugefügt wird. Der innere Zustand des Tieres verändert sich von NEUTRAL (oder gut) nach SCHLECHT! (Jegliche aversive Einwirkung: von barschem NEIN bis Teletakt, aber auch die heiße Herdplatte ) Verhalten tritt seltener auf, da durch dieses eine unangenehme Konsequenz folgt. S-: Negative Strafe Verhalten wird gehemmt, weil etwas Angenehmes entzogen wird. Der innere Zustand des Tieres verändert sich von GUT nach NEUTRAL (oder schlecht)! (Entzug von Aufmerksamkeit, Beendigung einer Trainingseinheit, ABER auch enttäuschte Erwartungshaltung, Konditionierung von Fisher-Disc s) Verhalten tritt seltener häufiger auf, da durch dieses ein angenehmer Zustand beendet bzw. das Erreichen eines positiven Zustands vermieden wird. Seite 15

18 Lernen und Stress Stress ist eine messbare physiologische Reaktion zur Mobilisierung von körperlichen Leistungsreserven, die Lebewesen in Situationen zeigen, denen sie eventuell nicht gewachsen sein könnten In gewissem Maße gehört Stress zum Leben und ist nicht unbedingt schädlich, wenn er in bewältigbarer Größenordnung auftritt. Stress hemmt Lernvorgänge! Eine positive Grundstimmung fördert die Lernfähigkeit! Das Wohlfühlhormon Serotonin spielt bei der Bildung neuer Synapsen (Nervenverbindungen im Gehirn, die für neue Lernverknüpfungen zuständig sind) eine wesentliche Rolle! Lernen wird also dadurch begünstigt, dass wir uns um eine entspannte Lernatmosphäre bemühen (bei Zuckerbrot und Peitscheausbildung ist dies kaum möglich) Hingegen lernt ein Hund gerade beim Clickertraining schrittweise Anforderungen zu bewältigen und dadurch mit mildem Stress umzugehen. Löschung und Löschungstrotz Löschung bei Klassischer Konditionierung: Verändert sich das erlernte Muster bei klassisch konditionierten Vorgängen, also verschwindet plötzlich der unkonditionierte Reiz nach dem Signal, wird die Reaktion mit der Zeit schwächer (z.b. hören die Pawlow schen Hunde mit 0der Zeit zum Speicheln auf, wenn sie die Glocke eine Zeit lang hören -OHNE dass ihnen Futter verabreicht wird. Wie lange dies dauert hängt von verschiedenen Faktoren ab (Stärke, Intensität des Reizes, Dauer der Lernerfahrung etc.). Im Grunde genommen findet dabei ein Umlernen statt. Der Hund lernt durch. Gewöhnung dass ein ursprünglich wichtiger interessanter Reiz nun nicht mehr von Bedeutung ist. Uninteressanter wir das Signal aber auch eventuell schon, wenn die Häufigkeit der Verknüpfung signifikant unter 50% absinkt (man denke daran, wie stark unsere Lust sinkt, die Haustüre nach Ertönen der Klingel zu öffnen, wenn mehr als jedes zweite Mal niemand draußen steht). Deswegen ist es empfehlenswert bei gezielter Klassischer Konditionierung die Bestärkungsrate dauerhaft hoch zu halten (siehe z.b. Verknüpfung CLICK + BELOHNUNG) Seite 16

19 Löschung bei Operanter Konditionierung: Löschung bei Operanter Konditionierung ist hingegen wesentlich schwieriger, weil hier die variable Bestärkung äußerst wirksam ist. Das heißt nur wenige Erfolgserlebnisse verhindern ein Aussterben unerwünschten Verhaltens. Im Gegenteil, die Bemühungen werden nach den Gesetzen des Lernens sogar besonders intensiviert, wenn die erhoffte Bestärkung ausbleibt. Man spricht dabei vom Löschungstrotz dieser wirkt sich mitunter fatal für unsere erzieherischen Bemühungen aus, denn er tritt besonders heftig auf, kurz bevor Löschung vielleicht stattfindet und lässt den Hundehalter gerade dann besonders am eingeschlagenen Weg zweifeln. Gibt er nun nach tritt das unerwünschte Verhalten stärker auf, als zuvor. Künftige Löschungsversuche werden durch diese vereinzelten besonderen Lernerfolge ( ich muss mich nur ganz toll anstrengen ) umso mehr erschwert! Clickern Basiert auf dem Urprinzip des Lernens: Das Formen von Verhalten nach versuch und Irrtum; das Formen von Verhalten durch Erfolg! A) Vorteile Punktgenau, da schneller als Worte Entfernung zum Hund egal außergewöhnliches Geräusch und emotionslos da ohne Leckerchen in der Hand gearbeitet wird ist die Konzentration beim Hund besser (100 Euroschein Bahnhof) rein positive Erziehung (Verhalten wird bestimmt durch Konsequenzen) Rote Ampeln grüne Ampeln Hund lernt agieren und nicht nur zu reagieren aktiver -> kreativer B) Arten, den Clicker zu benützen Einfangen Hund zeigt Übung von sich aus und man clickt dies (z.b. Strecken nach dem Aufstehen = Diener machen) Locken Hund wird in eine bestimmte Position gelockt und dafür geclickt Formen bestimmte Übungen hervorrufen in dem der erste Ansatz geclickt wird (z.b. leichtes Pfoteheben bis zu Give Five) Seite 17

20 C) Wichtig beim Clickern Weniger ist mehr (lieber mehrmals täglich kleine Einheiten ca. 3 Minuten) Click nie als Hier Click heißt immer Belohnung Signale einführen Beginn Signal: Action Keine Belohnung Signal: was anders Versuchsignal: Weiter Endsignal: Schluß Nein gibt es nicht Variabel bestärken (Einarmiger Bandit) Signal erst einführen wenn Hund verstanden hat und sein erlerntes Verhalten zuverlässig zeigt (100 Wette) Zu Beginn ruhiges und bekanntes Umfeld wählen; danach wechseln Falls der Hund nicht kreativ ist schnellere Clickerrate kleinste Kleinigkeiten clicken Bewegung reinbringen (z.b. durch Leckerchen werfen) D) Belohnung Hitliste der Belohnungen aufstellen. Belohnung kann z.b. sein: Futter Lob Spiel Freigang E) Shapen Zum Aufbau des Selbstbewusstseins eignen sich vor allem das sog. Shapen. Der Hund agiert, der Mensch reagiert Artgerechte Beschäftigung Überlegen Sie, was Sie da zu sich nach Hause geholt haben. Für was wurde die Rasse gezüchtet? Was würde den Hund artgerecht auslasten? Was macht Ihnen und Ihrem Vierbeiner Spaß? Hunde brauchen nicht nur ausreichend Bewegung, sondern auch eine regelmäßige sinnvolle Unterhaltung und Beschäftigung ist wichtig. Unser Hund ist ein Produkt seiner Umwelt, dies zu mindestens 70%. Der Rest ist ererbte Veranlagung, die selbst wiederum höchst unterschiedlich ausfallen kann. Die rassetypischen Verhaltensbesonderheiten sind dabei zu beachten. Seite 18

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