»OLANZAPIN« 1 PUNKT. Zertifizierte Fortbildung 2012: Der Wirkstoff Olanzapin. für Apotheker und PTAs

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1 1 PUNKT für Apotheker und PTAs Olanzapin ist ein Wirkstoff, der zur Behandlung der Schizophrenie und manischer Episoden eingesetzt wird. In Deutschland wurde Olanzapin 1996 unter dem Namen Zyprexa eingeführt. Durch den Ablauf des Patents Ende September 2011 stehen seit kurzem auch generische Präparate zur Verfügung. Für den Therapieerfolg mit Olanzapin ist die Compliance der Patienten von wesentlicher Bedeutung. Diese ist jedoch schnell gefährdet, z. B. wenn unerwünschte Nebenwirkungen auftreten oder weil der Therapieerfolg zunächst auf sich warten lässt. Durch den Eintritt der Generika kommen mögliche Präparate-Wechsel hinzu, die zu einer Verunsicherung der Patienten führen und so die Compliance ebenfalls gefährden können. Dabei ist zu bedenken, dass es sich bei psychotischen Störungen um kritische Indikationen handelt, bei denen Patienten ohnehin häufig eine psychische Instabilität aufweisen. Durch eine fachkundige Beratung in der Apotheke können Sie die Patienten-Compliance gezielt fördern und damit wesentlich zum Therapieerfolg beitragen. Mit dieser Fortbildung können Sie Ihr Wissen hinsichtlich der Wirkung und Anwendung von Olanzapin auffrischen und vertiefen. Zudem erhalten Sie Hilfestellungen bezüglich der korrekten Abgabe von Olanzapin nach Eintritt der Generika sowie Tipps für Ihr Kundengespräch in der Apotheke. Hinweis: Am Ende der Fortbildung finden Sie ein Glossar, in dem verwendete Fachbegriffe (kursiv gesetzt) erklärt werden. Der Wirkstoff Olanzapin Entsprechend der Vielfältigkeit psychotischer Störungen gibt es eine Vielzahl an Substanzen, die im Rahmen einer medikamentösen Therapie eingesetzt werden können. In dieser Fortbildung wird die Substanz Olanzapin ausführlich besprochen. Olanzapin ist ein verschreibungspflichtiger, antipsychotischer Wirkstoff aus der Gruppe der atypischen Neuroleptika. Unter dem Begriff atypische Neuroleptika werden verschiedene Substanzen Abb. 1: Strukturformel Olanzapin zusammengefasst, die seit den 1990er Jahren zur Behandlung der Schizophrenie und anderer Psychosen eingesetzt werden. Im Vergleich zu den älteren, klassischen (= typischen) Neuroleptika besitzen sie vor allem ein günstigeres Nebenwirkungsprofil. Insbesondere werden extrapyramidal-motorische Störungen (EPMS) und Spätdyskinesien deutlich seltener verursacht als bei einer Behandlung mit typischen Neuroleptika wie z. B. Haloperidol. Olanzapin ist ein antimanischer und stimmungsstabilisierender Wirkstoff, der bei Schizophrenien sowie zur Behandlung manischer Episoden und zur Rückfallprophylaxe bei bipolaren Störungen eingesetzt wird. Chemisch gehört es zu den Thienobenzodiazepin-Derivaten. In Deutschland wurde Olanzapin 1996 unter dem Namen Zyprexa zur Behandlung bei Schizophrenie eingeführt. Ende 2003 wurde Olanzapin unter dem gleichen Namen in Deutschland auch zur Phasenprophylaxe bei bipolaren Störungen bei Patienten zugelassen, deren manische Episode auf eine Behandlung mit Olanzapin angesprochen hat. 1

2 Seit Oktober 2011 stehen auch generische Präparate wie z. B. Olanzapin Heumann zur Verfügung. Damit hat nicht nur der behandelnde Arzt die Möglichkeit, bei der Verordnung auf ein preisgünstiges Generikum zurückzugreifen auch in der Apotheke ergibt sich dadurch häufig die Möglichkeit bzw. ggf. auch eine Verpflichtung zur vorrangigen Abgabe eines generischen Präparates (siehe Kapitel Die Abgabe von Olanzapin nach Eintritt der Generika ). Anwendungsgebiete Olanzapin ist zur Behandlung der Schizophrenie bei Erwachsenen zugelassen. Bei Patienten, die initial auf die Behandlung angesprochen haben, ist Olanzapin zur Aufrechterhaltung der klinischen Besserung bei fortgesetzter Behandlung angezeigt. Zudem ist Olanzapin zur Behandlung von mäßig schweren bis schweren manischen Episoden bei Erwachsenen zugelassen. Bei Patienten, deren manische Episode auf eine Behandlung mit Olanzapin angesprochen hat, ist Olanzapin zur Phasenprophylaxe bei Patienten mit bipolarer Störung angezeigt. Olanzapin ist nicht angezeigt für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. EXKURS: Basiswissen zu den Indikationen Schizophrenie und bipolare Störungen I. Schizophrenie Die Schizophrenie ist eine schwere psychische Erkrankung, die vor allem durch Störungen des Denkens, der Wahrnehmung und der Affektivität gekennzeichnet ist. Der aus dem Griechischen stammende Begriff Schizophrenie bedeutet gespaltenes Bewusstsein, womit jedoch nicht wie häufig angenommen eine gespaltene oder multiple Persönlichkeit gemeint ist. Vielmehr wird damit ein Nebeneinander von gesunden und kranken Zuständen in Bezug auf das Denken, Fühlen und Wollen beschrieben. Symptome Die Erkrankung ist durch ein Muster von Störungen in den Funktionsbereichen Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Denken, Ich-Funktion, Affektivität, Antrieb und Psychomotorik gekennzeichnet, das individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Als sog. Positivsymptome werden Übersteigerungen und starke Fehlinterpretationen des normalen Erlebens und Wahrnehmens bezeichnet. Typische Positivsymptome sind Konzentrationsstörungen, inhaltliche und formale Denkstörungen, Ich-Störungen sowie Sinnestäuschungen wie z. B. akustische Halluzinationen. Als Negativsymptome werden Einschränkungen des normalen Erlebens wie Apathie, verringerte Affektivität oder Depressionen bezeichnet. 2

3 Tab. 1: Symptome der Schizophrenie Beispiele für Störungen bei Schizophrenie Funktionsbereich Positivsymptome 1. Konzentrationsstörungen Aufmerksamkeit 2. Wahn (z. B. Kontrollwahn, Beeinflussungswahn), Gedankenabreißen oder Einschieben in den Gedankenfluss (führt oft zu Zerfahrenheit, Danebenreden oder Neologismen), Konkretismus, Assoziationslockerung Inhaltliches und formales Denken 3. Gedankenlautwerden, Gedankeneingebung, Gedankenentzug, Gedankenausbreitung Ich-Funktionen 4. Halluzinationen (insb. kommentierende oder dialogische Stimmen, die über den Patienten und sein Verhalten sprechen) Wahrnehmung Negativsymptome 5. Apathie Intentionalität und Antrieb 6. Haltungsstereotypien Psychomotorik 7. Verflachter oder inadäquater Affekt, Depressionen, Anhedonie (hat oft sozialen Rückzug zur Folge) Affektivität Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 50, Schizophrenie Verlauf Eine Schizophrenie kann chronisch verlaufen; häufiger ist jedoch ein schubweiser Verlauf mit akuten und nicht akuten Krankheitsphasen. Ein Schub (also eine akute Krankheitsphase) kann Wochen, aber auch mehrere Monate andauern, bis es dann zu einem mehr oder weniger vollständigen Abklingen der Krankheitssymptome kommt. Nach einiger Zeit das können Monate oder Jahre sein tritt ein neuer Schub ein. Nur in seltenen Fällen bleibt es bei einem einzigen Schub. Der erste Krankheitsschub tritt in der Regel zwischen der Pubertät und dem 30sten Lebensjahr auf. Zwischen den akuten Krankheitsphasen kann es zu einem vollständigen Rückgang (Remission) der Symptome komme. Meist folgt einem Krankheitsschub jedoch eine Residualphase, die durch negative Symptome wie Antriebsmangel, Depressivität und soziale Isolation gekennzeichnet ist. Die Ausprägung dieser Residualsymptome kann über den Krankheitsverlauf stabil bleiben; häufig werden sie jedoch nach jedem Schub stärker. Ursachen In Bezug auf die Entstehung und Ausprägung einer Schizophrenie spielen nach derzeitigem Kenntnisstand sowohl neurobiologische als auch psychologische und soziale Faktoren eine Rolle. Als Hauptrisikofaktor für die Entstehung einer Schizophrenie gilt eine genetische Disposition. Kommen zu einer vorhandenen Vulnerabilität belastende psychosoziale Faktoren, können diese schließlich eine schizophrene Psychose auslösen (Vulnerabilitäts-Stress-Modell). Neurobiologisch ist insbesondere eine Störung in zerebralen Nervenzellverbänden, die den Neurotransmitter Dopamin verwenden, von Bedeutung. Dies wird u. a. aus der Wirksamkeit von Arzneistoffen geschlossen, die durch die Blockade von Dopamin-Rezeptoren eine reduzierte Aktivität in diesen Bereichen bewirken. Die Vielfalt der Symptome schizophrener Erkrankungen deutet jedoch darauf hin, dass auch Störungen in anderen Neurotransmitter-Systemen, z. B. den über Glutamat, Serotonin oder GABA kommunizierenden Systemen, beteiligt sind. 3

4 Therapie Die Therapie einer Schizophrenie ist komplex und umfasst in der Regel neben einer medikamentösen Behandlung verschiedene psycho-, sozio- und ergotherapeutische Maßnahmen. Im Rahmen der medikamentösen Behandlung kommen in erster Linie Neuroleptika zum Einsatz, die auf verschiedene Neurotransmitter-Systeme wirken und darüber zu einer Besserung der Symptome führen. II. Bipolare Störungen Bipolare Störungen sind schwere psychische Erkrankungen, bei denen Betroffene unter extremen, in Phasen verlaufenden Stimmungsschwankungen leiden. Durch den ständigen Wechsel zwischen starken Glücksgefühlen (manische Phasen) und Trauer und Verzweiflung (depressive Phasen) wird die Bewältigung des Alltags fast unmöglich. Die Belastung ist so schwerwiegend, dass Betroffene ein stark erhöhtes Selbstmordrisiko aufweisen. Symptome Charakteristisch für manische Episoden ist eine unbegründet gehobene Stimmung. Daneben sind Unruhe und Rastlosigkeit, der Verlust sozialer Hemmungen und ein unkontrollierter Umgang mit Geld, Alkohol und Drogen häufig. Depressive Phasen hingegen sind durch Schwermut, Interessensverlust, Angst, Pessimismus, Ermüdung und ein vermindertes Konzentrationsvermögen gekennzeichnet. Ursachen Die Ursachen für bipolare Störungen sind bislang nicht vollständig geklärt. Ähnlich wie bei der Schizophrenie geht man von einem Zusammenspiel von neurobiologischen, psychischen und sozialen Faktoren aus. Dabei spielen genetische Faktoren ebenfalls eine wesentliche Rolle für das Erkrankungsrisiko. Neurobiologisch liegen auch hier Störungen des Gleichgewichts bestimmter Botenstoffe im Gehirn vor. Während depressiver Phasen ist z. B. eine verminderte Konzentration der Neurotransmitter Noradrenalin und Serotonin festzustellen. In der manischen Phase hingegen liegen Dopamin und Noradrenalin in erhöhter Konzentration vor. Ähnlich wie bei der Schizophrenie wird ein Vulnerabiltäts-Stress-Modell angenommen: Besteht eine genetische Disposition für die Erkrankung, können äußere Umstände wie andauernder Stress oder gravierende Ereignisse die Krankheit auslösen. Therapie Bipolare Störungen werden meist in drei aufeinanderfolgenden Therapieverfahren behandelt Zu Therapiebeginn befindet sich der Patient meist in einer Akutphase. Hier kommt zunächst eine medikamentöse Behandlung zum Einsatz, um den Patienten aus der akuten Phase zu bekommen und den Leidensdruck schnell zu lindern. Im Anschluss an die Akutbehandlung folgt die Erhaltungstherapie mit dem Ziel, den Zustand des Patienten zu stabilisieren und direkte Rückfälle zu vermeiden. Neben der medikamentösen Therapie wird hier auch eine psychische Behandlung vorgenommen. Hat sich der Zustand des Patienten stabilisiert, wird die sog. Phasenprophylaxe mit dem Ziel einer langfristigen Rückfallvorbeugung eingesetzt. Die medikamentöse Behandlung wird weitestgehend reduziert, jedoch aufgrund der ständigen Rückfallgefahr zusammen mit der psychischen Behandlung langfristig weitergeführt. 4

5 Die medikamentöse Therapie besteht in allen drei Phasen aus den sog. Stimmungsstabilisatoren, mit denen die Häufigkeit, Dauer und Schwere der Krankheitssymptome reduziert und Stimmungsschwankungen ausgeglichen werden sollen. Häufig eingesetzte Wirkstoffe sind Lithium, Valproinsäure oder Carbamazepin. Weiterhin werden Neuroleptika wie Olanzapin sowie Antidepressiva oft in Kombination mit einem der genannten Stimmungsstabilisatoren eingesetzt. Die Wirkung von Olanzapin Olanzapin besitzt eine antimanische und stimmungsstabilisierende Wirkung. Bei Schizophrenie wirkt sich Olanzapin günstig sowohl auf Negativsymptome wie Interessenverlust und Antriebslosigkeit als auch auf Positivsymptome wie Wahn oder Halluzinationen aus. Bei Patienten mit bipolarer Erkrankung bewirkt Olanzapin eine Besserung der manischen Symptome und kann das Wiederauftreten einer Manie sowie auch von Depression verhindern oder verzögern. Der genaue Wirkmechanismus von Olanzapin ist bis heute nicht vollständig geklärt. Die Wirkung wird vor allem einer antagonistischen Wirkung auf zerebrale Serotonin- und Dopamin-Rezeptoren zugeschrieben. Die Blockade der Dopamin-Rezeptoren vermindert vor allem psychotische Störungen wie Sinnestäuschungen und Wahnvorstellungen (Positivsymptome). Durch die Blockade der Serotonin-Rezeptoren hingegen gehen Negativsymptome wie Teilnahmslosigkeit und Depressionen zurück; Gedächtnisleistungen und das Konzentrationsvermögen verbessern sich. Olanzapin reagiert auch mit verschiedenen weiteren Neurotransmitter-Systemen. In präklinischen Studien zeigte Olanzapin Affinitäten für eine ganze Reihe von Rezeptoren: Serotonin 5HT 2A/2C, 5HT 3, 5HT 6 Dopamin D 1, D 2, D 3, D 4, D 5 cholinerge Muskarinrezeptoren (M 1 M 5 ) α 1 -adrenerge und Histamin-H 1 -Rezeptoren Tierverhaltensstudien zeigten serotonerge, dopaminerge und cholinerge antagonistische Wirkungen, die den jeweiligen Rezeptor-Bindungs-Profilen entsprechen. Sowohl In-vitro- als auch In-vivo-Untersuchungen belegen eine höhere Affinität zu Serotonin-5HT 2 - als zu Dopamin-D 2 -Rezeptoren. Durch Olanzapin wird die Reizübertragung von mesolimbischen, dopaminergen Neuronen selektiv verringert; die striatalen Leitungen der motorischen Funktionen werden hingegen nur wenig beeinflusst. Insgesamt werden die Blockade der 5HT 2 - und M 1 -Rezeptoren sowie eine schwächere Blockade der D 2 -Rezeptoren in den striatalen Bahnen für das im Vergleich zu Haloperidol günstigere Nebenwirkungsprofil in Bezug auf extrapyramidal-motorische Nebenwirkungen verantwortlich gemacht. Als ein weiterer Vorteil gegenüber Haloperidol wird häufig ein weniger stark ausgeprägter Prolaktin-Anstieg unter Olanzapin genannt. Erhöhte Prolaktin-Werte können bei Frauen u. a. zum Ausbleiben des Eisprunges und der Menstruation führen. 5

6 Die Anwendung von Olanzapin Im Folgenden werden die wichtigsten Punkte aufgeführt, die es bei der Anwendung von Olanzapin-Präparaten zu berücksichtigen gilt. Ausführlichere Angaben, insbesondere in Bezug auf die Gegenanzeigen und mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen, können der jeweiligen Fachinformation entnommen werden. Einnahmehinweise Olanzapin wird einmal täglich, möglichst immer zur selben Tageszeit, angewendet. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen, da die Resorption durch die Nahrung nicht beeinflusst wird. Die empfohlene Anfangsdosis für Olanzapin hängt von der vorliegenden Indikation ab. Bei Schizophrenie beträgt sie 10 mg/tag. Bei manischen Episoden beträgt die empfohlene Anfangsdosis bei einer Monotherapie 15 mg und bei einer Kombinationstherapie 10 mg täglich. Zur Phasenprophylaxe bei bipolaren Störungen wird eine Anfangsdosis von 10 mg/tag empfohlen. Bei Patienten, die Olanzapin zur Behandlung einer manischen Episode erhalten haben, erfolgt die weitere Behandlung zur Rückfallvorbeugung zunächst mit derselben Dosis. Bei allen Indikationen kann die Dosis auf der Grundlage erneuter klinischer Beurteilungen in einem Bereich von 5 20 mg /Tag angepasst werden. Die Beendigung einer Olanzapin-Behandlung sollte durch eine schrittweise Verminderung der Dosis erfolgen. Gegenanzeigen Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile sollten Olanzapin- Präparate nicht eingenommen werden. Weiterhin ist Olanzapin bei Patienten mit bekanntem Risiko eines Engwinkelglaukoms kontraindiziert. Zudem gibt es eine Reihe von Erkrankungen, bei deren Vorliegen Olanzapin möglichst nicht oder nur mit Vorsicht verabreicht werden sollte. Dazu zählen u. a. Demenzassozierte Psychosen und/oder Verhaltensstörungen Parkinsonsche Erkrankung Leberfunktionsstörung Neutropenie Krampfanfälle Nebenwirkungen Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen zählen Schläfrigkeit, Gewichtszunahme sowie eine Erhöhung der Prolaktin-, Cholesterin-, Glukose- und Triglyzeridwerte im Blut. Weitere häufig beobachtete Nebenwirkungen sind u. a. Eosinophilie, Schwindel, Halluzinationen, orthostatische Hypotonie, Mundtrockenheit, Verstopfung, vorübergehende Erhöhungen von Lebertransaminasen und Ödeme. Zu den seltenen Nebenwirkungen zählen z. B. extrapyramidal-motorische Störungen, Akkomodationsstörungen, Leukopenie, Neutropenie, Krampfanfälle, Leberentzündung, Hautausschläge und erniedrigte Herzfrequenz. 6

7 Wechselwirkungen Olanzapin wird vorwiegend über CYP1A2 des Cytochrom P450-Systems metabolisiert. Die gleichzeitige Verabreichung von CYP1A2-Inhibitoren (z. B. Fluvoxamin) kann daher zu einer erheblichen Erhöhung der Olanzapin-Konzentration führen. Vorsicht ist zudem bei der gleichzeitigen Einnahme von Alkohol oder Arzneimitteln, welche eine Hypotonie, erniedrigte Herzfrequenz, Atemdepression oder Depression des Zentralnervensystems auslösen können, geboten. Olanzapin kann die Wirkung von indirekt oder direkt wirksamen Dopaminagonisten abschwächen. Steckbrief Olanzapin Wirkstoffklasse: Pharmakotherapeutische Gruppe: ATC-Code: Anwendungsgebiete: Wirkmechanismus: Anwendung: Dosierung: Gegenanzeigen: Häufigste Nebenwirkungen: Wechselwirkungen: Atypisches Neuroleptikum Thienobenzodiazepin-Derivat N05AH03 Schizophrenie, mäßig schwere bis schwere manische Episoden, Phasenprophylaxe bei bipolaren Störungen Serotonin-Dopamin-Rezeptor-Antagonist, reagiert mit verschiedenen Rezeptorsystemen 1 x täglich 5 20 mg/tag Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder anderen Bestandteilen des Arzneimittels, bekanntes Risiko eines Engwinkelglaukoms Schläfrigkeit, Gewichtszunahme, Erhöhung der Prolaktinwerte im Blut CYP1A2-Inhibitoren (z. B. Fluvoxamin) können zur Erhöhung der Olanzapin- Konzentration führen; Olanzapin kann die Wirkung von Dopaminagonisten abschwächen; Vorsicht bei Alkohol oder Arzneimitteln, welche eine Hypotonie, erniedrigte Herzfrequenz, Atemdepression oder Depression des Zentralnervensystems auslösen können. Arzneimittelabgabe und Beratung in der Apotheke Die Abgabe von Arzneimitteln ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, die gerade auch bei verschreibungspflichtigen Arzneistoffen wie Olanzapin eine hohe Fachkompetenz des Apothekenpersonals erfordert. Denn häufig besteht ein gewisser Entscheidungsspielraum bezüglich der Auswahl eines Präparates aus mehreren abgabefähigen Produkten. Dies erfordert neben der genauen Kenntnis der gesetzlichen Regelungen auch ein Gespür für die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden. Des Weiteren gilt es, die Kunden über die richtige Anwendung des Medikaments und mögliche Neben- und Wechselwirkungen zu informieren. Indem Sie gezielt auf die Bedeutung der regelmäßigen Anwendung der Arzneimittel hinweisen, können Sie die Patienten-Compliance zusätzlich fördern und auch damit einen erheblichen Einfluss auf den Therapieerfolg nehmen. 7

8 Die Abgabe von Olanzapin nach Eintritt der Generika Seit Oktober 2011 stehen neben Zyprexa auch wirtschaftlichere, generische Olanzapin-Präparate wie z. B. Olanzapin Heumann zur Verfügung. Dadurch ergibt sich in der Apotheke immer häufiger die Möglichkeit bzw. oft auch die Notwendigkeit einer Arzneimittelsubstitution. Denn der Rahmenvertrag zur Arzneimittelvesorgung nach 129 SGB V zwischen den Spitzenverbänden der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) und dem Deutschen Apothekerverband (DAV) verpflichtet dazu, vorrangig Arzneimittel mit Rabattvertrag abzugeben, sofern der Arzt eine Substitution nicht durch Ankreuzen des Aut-idem-Feldes ausgeschlossen hat (Aut-idem- Ausschluss). Für eine Substitution müssen allerdings die im Rahmenvertrag festgelegten Substitutionskriterien erfüllt sein. Als Voraussetzung für eine Substitution gilt das Vorliegen des gleichen Wirkstoffs der identischen Wirkstärke der identischen Packungsgröße der gleichen oder austauschbaren Darreichungsform eines gleichen Anwendungsgebiets Hinsichtlich des gleichen Anwendungsgebiets wurde in Vergangenheit häufig diskutiert, ob eine einzige Überschneidung der Indikationen ausreicht oder ob eine Substitution nur dann erfolgen darf, wenn das abzugebende, rabattierte Präparat alle Anwendungsgebiets des verordneten Arzneimittels abdeckt. Das Arzneimittelneuordnungsgesetz (AMNOG), das zum 1. Januar 2011 in Kraft getreten ist, hat hier Klarheit verschafft: Als Voraussetzung für eine Substitution gilt, dass das Austauschpräparat für ein gleiches Anwendungsgebiet wie das verordnete zugelassen ist. Weitere Änderungen, die das AMNOG mit sich gebracht hat, betreffen die Packungsgrößenverordnung. Als identisch und damit austauschbar gelten jeweils Packungen, die das gleiche Packungsgrößenkennzeichen (N1, N2 oder N3) tragen. Für Olanzapin gilt: N1 = 24 36, N2 = 50 62, N3 = Ein wichtiges Kriterium ist auch die gleiche oder austauschbare Darreichungsform. Denn oftmals bringen Generika-Hersteller andere Darreichungsformen auf den Markt als der Erstanbieter. Eine uneingeschränkte Substituierbarkeit ist in diesem Fall nicht unbedingt gegeben und muss daher im Falle einer Arzneimittelsubstitution überprüft werden. Beispiel Olanzapin: Das Original Zyprexa wird als überzogene Tabletten angeboten. Zusätzlich ist mit Zyprexa Velotab eine Schmelztablette erhältlich. Die meisten Generika-Hersteller bieten Olanzapin jedoch nur (oder auch) in Form einer Filmtablette an. Diese verschiedenen Darreichungsformen waren zunächst untereinander nicht austauschbar. Ein Austausch wurde erst am mit der Veröffentlichung des entsprechenden G-BA- Beschlusses im Bundesanzeiger zulässig. Nur wenige Hersteller bieten wie der Erstanbieter eine überzogene Tablette sowie eine Schmelztablette an und bieten damit die Möglichkeit, alle Patienten durchgehend mit ihrer gewohnten Darreichungsform zu therapieren. 8

9 Beratung im Falle einer Umstellung auf generisches Olanzapin Durch den Eintritt der Generika erhalten viele Patienten, die bislang Zyprexa genommen haben, nun oder in Zukunft ein anderes Präparat. Diese Umstellung kann entweder durch den Arzt erfolgen oder sich durch eine Arzneimittelsubstitution in der Apotheke ergeben. Solch ein Präparate-Wechsel bringt für den Patienten grundsätzlich keine Nachteile: Da eine nachgewiesene Bioäquivalenz Voraussetzung für die Zulassung eines Generikums ist, ist auch die therapeutische Wirksamkeit mit dem Original vergleichbar. Bei kritischen Indikationen wie Schizophrenie und bipolaren Störungen, die eine sorgfältige, individuelle Einstellung des Patienten auf die Medikation erfordern, ist insbesondere eine vergleichbare Bioverfügbarkeit des Generikums bezogen auf die Referenzsubstanz von entscheidender Bedeutung für eine sichere Umstellung. Klinische Studien zeigen die Bioäquivalenz zwischen Generikum und Referenzmittel, wie z. B. eine im Jahr 2006 durchgeführte, randomisierte Studie an erwachsenen, gesunden, männlichen Probanden mit Olanzapin Heumann und dem Referenzpräparat Zyprexa : Abb.2: Mittlere Plasmaspiegelverläufe von Olanzapin Heumann 10 mg im Vergleich mit Zyprexa in einem Konzentrations-Zeit-Diagramm Da die therapeutische Wirksamkeit eines Generikums dem des Originals entspricht, müssen sich Patienten bei einer Umstellung lediglich an den neuen Namen und an das etwas andere Aussehen ihres Medikaments gewöhnen. Dennoch kann eine Umstellung auf ein Generikum den Patienten soweit verunsichern, dass die Compliance und damit der Therapieerfolg gefährdet sind. Dies gilt für Patienten mit psychotischen Störungen in besonderem Maße, da sie ohnehin häufig psychisch instabil sind und das Vertrauen in die medikamentöse Therapie leicht zu erschüttern ist. Gerade bei der Behandlung psychotischer Erkrankungen ist eine hohe Compliance in der Arzneimitteltherapie jedoch von entscheidender Bedeutung für den Therapieerfolg. Durch eine entsprechende Beratung in der Apotheke können Sie die Patienten-Compliance im Falle eines Präparate-Wechsels jedoch gezielt fördern. Indem Sie über die Hintergründe aufklären und die Vergleichbarkeit der Produkte hinsichtlich Wirkung und Qualität betonen, lassen sich Verunsicherungen seitens der Patienten oft beheben. Nicht zuletzt sollten Sie immer auch die Bedeutung der regelmäßigen Medikamenteneinnahme ansprechen, um Patienten in ihrer Eigenverantwortung zu fördern. Anhand eines exemplarischen Beratungsgesprächs möchten wir Ihnen Anregungen geben, wie Sie Ihr Beratungsgespräch im Falle einer Umstellung von Zyprexa auf ein generisches Präparat gestalten können. 9

10 Exemplarisches Beratungsgespräch: Umstellung von Zyprexa auf ein Generikum ( K = Kunde / A = Apotheker) K A K A K A K A K Guten Tag! Ich möchte gerne dieses Rezept einlösen. Gerne das Arzneimittel haben wir vorrätig. Das ist aber gar nicht das Medikament, das ich sonst immer bekommen habe! Richtig. Zu dem Medikament Zyprexa gibt es nun auch sogenannte Generika. Das sind Nachahmerprodukte, die den gleichen Wirkstoff wie das Original-Medikament enthalten, aber preisgünstiger sind. Ihr Arzt hat Ihnen daher nun ein generisches Olanzapin-Präparat verschrieben. Ich möchte aber lieber mein gewohntes Medikament haben, denn das vertrage ich sehr gut. Dann werden Sie auch das generische Produkt sehr gut vertragen, denn es besitzt den gleichen Wirkstoff in genau der gleichen Dosierung. Die therapeutische Vergleichbarkeit der beiden Arzneimittel wurde durch Studien belegt. Sie müssen sich also nur an das andere Aussehen der Tabletten und der Packung gewöhnen, sonst bleibt für Sie alles beim Alten. Wichtig ist, dass Sie Ihr Medikament wie gehabt 1 x täglich einnehmen, denn nur dann kann es zuverlässig wirken. In Bezug auf die Umstellung brauchen Sie aber keine Bedenken zu haben. In Ordnung, dann probiere ich es mit neuen Präparat. Gut. Kann ich sonst noch etwas für Sie tun? Nein, vielen Dank. Auf Wiedersehen! Wichtige Hinweise zur Anwendung von Olanzapin Bei der Abgabe eines Olanzapin-Präparates sollten Sie den Patienten stets auch hinsichtlich der richtigen Anwendung beraten unabhängig davon, ob es sich um einen Präparate-Wechsel handelt oder nicht. Folgende Hinweise können Sie im Rahmen Ihres Beratungsgesprächs geben: Olanzapin wird 1 x täglich, möglichst immer zur selben Tageszeit, eingenommen. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Es kann mehrere Tage bis zu einigen Wochen dauern, bis sich eine Wirkung der Arzneimitteltherapie zeigt. Darauf sollten Patienten unbedingt hingewiesen werden, damit sie die Therapie nicht aufgrund des zunächst ausbleibenden Therapieerfolgs abbrechen! Nach der Einnahme von Olanzapin kann sich der Patient benommen fühlen und sollte in diesem Fall kein Fahrzeug und keine Maschinen bedienen. Während einer Olanzapin-Therapie sollte auf den Konsum von Alkohol möglichst verzichtet werden, denn Olanzapin und Alkohol können zusammen zu Benommenheit führen. Häufigste Nebenwirkungen bei der Einnahme von Olanzapin sind Gewichtszunahme, Schläfrigkeit sowie eine Erhöhung der Prolaktinwerte im Blut. Diese sind in der Regel kein Grund für einen Therapieabbruch. Im Zweifelsfall sollte immer der behandelnde Arzt konsultiert werden. Fühlt der Patient sich besser, sollte er die Einnahme von Olanzapin nicht einfach beenden, sondern vorher unbedingt Rücksprache mit dem Arzt halten. Diese Hinweise zur Anwendung von Olanzapin können ebenso wie Ihre Beratung zu den Hintergründen bei einer Präparate-Umstellung das Vertrauen der Patienten in die Arzneimitteltherapie stärken und damit die Compliance nachhaltig fördern. Damit leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum Therapieerfolg bei Patienten mit einer schweren psychotischen Erkrankung wie Schizophrenie oder bipolaren Störungen. 10

11 Glossar Anhedonie Apathie Engwinkelglaukom Eosinophilie Extrapyramidal-motorische Störungen Extrapyramidal-motorisches System GABA Genetische Disposition Ich-Störung In vitro In vivo Konkretismus Leukopenie Mesolimbisches System Neologismus Neutropenie Unfähigkeit, Freude und Lust zu empfinden Teilnahmslosigkeit, mangelnde Erregbarkeit und Unempfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen Eine Form des Glaukoms, bei der es zu einer Erhöhung des Augeninnendruckes durch eine Behinderung im Abfluss des Kammerwassers kommt Erhöhung der Zahl eosinophiler Granulozyten im Blutbild; Sonderform der Leukozytose Störungen im Bewegungsablauf, bei denen es zu einer Zunahme oder Verminderung der Bewegungen, verbunden mit erhöhtem oder vermindertem Spannungszustand der Muskeln, kommt Alle ins Rückenmark ziehende, motorische Bahnen, die nicht der Pyramidenbahn angehören Gamma-Amino-Buttersäure Genetisch bedingte Anfälligkeit; Veranlagung Erlebensweisen, bei denen es zu Störungen der Ich-Umwelt- Grenze oder zu Störungen des personalen Einheitserlebens ( Ich-Erleben ) kommt Organische Vorgänge, die außerhalb eines lebenden Organismus stattfinden Prozesse, die im lebendigen Organismus ablaufen Schwierigkeiten im Sinnverständnis, die durch ein Festhalten an der konkreten Wortbedeutung verursacht werden; mangelnde Abstraktionsfähigkeit Mangel an Leukozyten (weißen Blutkörperchen) im Blut Eine Reihe von Nervenstraßen im Gehirn, die entscheidend an der Entstehung der Emotion Freude beteiligt sind; wird auch als positives Belohnungssystem bezeichnet Neu eingeführter oder neuartig gebrauchter sprachlicher Ausdruck; hier im Sinne von Wortneuschöpfungen zu verstehen Verminderung der neutrophilen Granulozyten im Blut 11

12 Orthostatische Hypotonie Prolaktin Residualphase Remission Spätdyskinesien Striatium Vulnerabilität Eine bei Wechsel in die aufrechte Körperlage (Orthostase) auftretende Regulationsstörung des Blutdrucks Hormon, welches das Wachstum und die Differenzierung der Brustdrüse während der Schwangerschaft stimuliert; unterdrückt auch den Eisprung Phase im Anschluss einer akuten Krankheitsphase, in der sich noch Restsymptome zeigen Temporäres oder dauerhaftes Nachlassen von Krankheitssymptomen Bewegungsstörungen, die als möglicher Schaden bei längerem Gebrauch von Neuroleptika auftreten können Teil der Basalganglien, die zum Großhirn gehören; wichtige Schaltstelle im extrapyramidal-motorischen System Anfälligkeit, Verwundbarkeit, Verletzbarkeit Quellen Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 50, Schizophrenie (Herausgeber: Robert Koch-Institut), Berlin 2010 Kompetenznetz Schizophrenie (KNS): Ratgeber Bipolare Störung: Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen e.v. (DGBS): Fachinformation Zyprexa, Stand November 2010 Fachinformation Olanzapin Heumann, Stand: Mai

13 Olanzapin Heumann (verschreibungspflichtig): Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Olanzapin Heumann 2,5 mg überzogene Tabletten (UTA) enthält 2,5 mg Olanzapin. Sonstige Bestandteile: 60,4 mg Lactose-Monohydrat/UTA, 0,06 mg Sojalecithin/UTA. Jede Olanzapin Heumann 5 mg UTA enthält 5 mg Olanzapin. Sonstige Bestandteile: 120,8 mg Lactose-Monohydrat/UTA, 0,12 mg Sojalecithin/UTA. Jede Olanzapin Heumann 7,5 mg UTA enthält 7,5 mg Olanzapin. Sonstige Bestandteile: 181,2 mg Lactose-Monohydrat/UTA, 0,18 mg Sojalecithin/UTA. Jede Olanzapin Heumann 10 mg UTA enthält 10 mg Olanzapin. Sonstige Bestandteile: 241,5 mg Lactose- Monohydrat/UTA, 0,24 mg Sojalecithin/UTA. Anwendungsgebiete: Olanzapin ist für die Behandlung der Schizophrenie angezeigt. Bei Patienten, die initial auf die Behandlung angesprochen haben, ist Olanzapin bei fortgesetzter Behandlung zur Aufrechterhaltung der klinischen Besserung wirksam. Olanzapin ist zur Behandlung von mäßig schweren bis schweren manischen Episoden angezeigt. Bei Patienten, deren manische Episode auf eine Behandlung mit Olanzapin angesprochen hat, ist Olanzapin zur Phasenprophylaxe bei Patienten mit bipolarer Störung angezeigt. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Patienten mit bekanntem Risiko eines Engwinkelglaukoms. Wechselwirkungen: Bei Patienten, die Arzneimittel mit einer das Zentralnervensystem dämpfenden Wirkung erhalten, ist Vorsicht angebracht. Mögliche Wechselwirkungen, die Olanzapin beeinflussen: Da Olanzapin durch CYP 1A2 metabolisiert wird, beeinflussen Substanzen, die spezifisch dieses Isoenzym induzieren oder hemmen, möglicherweise die Pharmakokinetik von Olanzapin. Induktion von CYP 1A2: Der Metabolismus von Olanzapin kann durch Rauchen und Carbamazepin induziert werden. Dadurch kann es zu niedrigeren Olanzapin- Konzentrationen kommen. Beobachtet wurde nur eine leichte bis mäßige Zunahme der Olanzapin- Clearance. Die klinischen Konsequenzen sind wahrscheinlich gering, es wird jedoch eine klinische Überwachung empfohlen. Falls erforderlich, kann eine Erhöhung der Olanzapin-Dosis erwogen werden. Hemmung von CYP 1A2: Für Fluvoxamin, einen spezifischen CYP 1A2 Hemmstoff, wurde eine signifikante Hemmung des Olanzapin Metabolismus gezeigt. Die durchschnittliche Zunahme der Olanzapin C max nach Fluvoxamin betrug bei weiblichen Nichtrauchern 54 % und bei männlichen Rauchern 77 %. Die durchschnittliche Zunahme der Olanzapin AUC betrug 52 % bzw. 108 %. Bei Patienten, die Fluvoxamin oder einen anderen CYP 1A2 Hemmer wie Ciprofloxacin anwenden, muss eine niedrigere Anfangsdosis von Olanzapin in Betracht gezogen werden. Eine Reduzierung der Olanzapin-Dosis muss in Betracht gezogen werden, wenn eine Behandlung mit einem CYP1A2 Hemmer begonnen wird. Verminderte Bioverfügbarkeit: Aktivkohle vermindert die Bioverfügbarkeit von oralem Olanzapin um % und sollte mindestens zwei Stunden vor oder nach Olanzapin eingenommen werden. Fluoxetin (ein CYP2D6 Hemmstoff), Einzeldosen von Antazida (Aluminium, Magnesium) oder Cimetidin haben keinen signifikanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Olanzapin. Möglicher Einfluss von Olanzapin auf andere Arzneimittel: Olanzapin kann die Wirkung von direkten und indirekten Dopamin-Agonisten abschwächen. Die wichtigsten CYP450 Isoenzyme (z. B. 1A2, 2D6, 2C9, 2C19, 3A4) werden durch Olanzapin in vitro nicht gehemmt. Deshalb ist hier keine besondere Wechselwirkung zu erwarten, was auch durch in vivo Studien belegt wurde, in denen keine Hemmung des Metabolismus der folgenden Wirkstoffe gefunden wurde: trizyklische Antidepressiva (im allgemeinen typisch für den CYP2D6 Weg), Warfarin (CYP2C9), Theophyllin (CYP1A2) oder Diazepam (CYP3A4 und 2C19). Olanzapin zeigte keine Wechselwirkungen bei gleichzeitiger Gabe von Lithium oder Biperiden. Die therapeutische Überwachung der Valproat- Blutspiegel hat nicht gezeigt, dass die Valproat Dosis angepasst werden muss, nachdem mit der gleichzeitigen Gabe von Olanzapin begonnen wurde. Nebenwirkungen: Sehr häufige (> 10 %) unerwünschte Wirkungen im Zusammenhang mit der Anwendung von Olanzapin in klinischen Prüfungen waren Schläfrigkeit und Gewichtszunahme. In klinischen Prüfungen bei älteren Patienten mit Demenz war die Behandlung mit Olanzapin im Vergleich zu Placebo mit einer höheren Inzidenz an Todesfällen und zerebrovaskulären Ereignissen verbunden. Sehr häufige (> 10 %) unerwünschte Wirkungen im Zusammenhang mit der Anwendung von Olanzapin in dieser Patientengruppe waren abnormer Gang und Stürze. Pneumonie, erhöhte Körpertemperatur, Lethargie, Erythem, visuelle Halluzinationen und Harninkontinenz wurden häufig (1 10 %) beobachtet. In klinischen Prüfungen

14 bei Patienten mit einer durch Arzneimittel mit dopaminerger Wirkung ausgelösten Psychose im Zusammenhang mit einer parkinsonschen Erkrankung wurde sehr häufig und häufiger als unter Placebo über eine Verschlechterung der Parkinson Symptome und Halluzinationen berichtet. In einer klinischen Prüfung bei Patienten mit bipolarer Manie betrug bei einer gleichzeitigen Behandlung mit Valproat und Olanzapin die Häufigkeit einer Neutropenie 4,1 %. Möglicherweise haben hohe Valproat-Plasmaspiegel dazu beigetragen. Bei gleichzeitiger Gabe von Olanzapin und Lithium oder Valproat kam es häufiger (> 1 %) zu Zittern, Mundtrockenheit, größerem Appetit und Gewichtszunahme. Gelegentlich wurden Sprachstörungen berichtet. Während einer Behandlung mit Olanzapin in Kombination mit Lithium oder Divalproex kam es bei 17,4 % der Patienten während der Akutbehandlung (bis zu 6 Wochen) zu einer Zunahme des Körpergewichts von 7 % gegenüber dem Ausgangswert. Die Langzeitbehandlung mit Olanzapin (bis zu 12 Monate) zur Phasenprophylaxe bei Patienten mit bipolaren Störungen war bei 39,9 % der Patienten mit einer Zunahme des Körpergewichts von 7 % gegenüber dem Ausgangswert verbunden. Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems: Häufig: Eosinophilie. Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen: Sehr häufig: Gewichtszunahme: Häufig: Zunahme des Appetits, erhöhte Glukosespiegel (siehe Anmerkung 1 weiter unten), erhöhte Triglyceridspiegel. Erkrankungen des Nervensystems: Sehr häufig:schläfrigkeit. Häufig: Schwindelgefühl, Akathisie, Parkinsonismus, Dyskinesie (siehe auch Anmerkung 2 weiter unten). Herzerkrankungen: Gelegentlich: Bradykardie mit oder ohne Hypotonie oder Synkope, QT-Verlängerung. Gefäßerkrankungen: Häufig: Orthostatische Hypotonie. Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts: Häufig: Leichte, vorübergehende anticholinerge Effekte einschließlich Verstopfung und Mundtrockenheit. Leber- und Gallenerkrankungen: Häufig: Vorübergehende asymptomatische Erhöhungen von Lebertransaminasen (ALT,AST), besonders zu Beginn der Behandlung. Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes: Gelegentlich: Lichtüberempfindlichkeitsreaktionen. Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort: Häufig: Asthenie, Ödeme. Untersuchungen: Sehr häufig: Erhöhte Plasmaprolaktinspiegel, damit zusammenhängende klinische Befunde (Gynäkomastie, Galaktorrhoe und Brustvergrößerung) waren jedoch selten. Bei den meisten Patienten normalisierten sich die Prolaktinspiegel, ohne dass die Behandlung abgebrochen wurde. Gelegentlich: Hohe Kreatin- Phosphokinase Werte. 1 In klinischen Prüfungen bei über 5000 Patienten mit nicht-nüchternen Ausgangsglukosekonzentrationen von 7,8 mmol/l traten nicht-nüchterne Plasmaglukosekonzentrationen von 11 mmol/l (die auf einen Diabetes hinweisen) mit einer Häufigkeit von 1,0 % auf, im Vergleich zu 0,9 % unter Placebo. Nicht-nüchterne Plasmaglukose-konzentrationen von 8,9 mmol/l und < 11 mmol/l (die auf eine Hyperglykämie hinweisen) traten mit einer Häufigkeit von 2,0 % auf, im Vergleich zu 1,6 % unter Placebo. Hyperglykämie wird auch als sehr seltenes (< 0,01 %) spontanes Ereignis berichtet. 2 In klinischen Studien war die Häufigkeit von Parkinsonismus und Dystonie bei mit Olanzapin behandelten Patienten numerisch größer, aber nicht statistisch signifikant unterschiedlich im Vergleich zu Placebo. Bei mit Olanzapin behandelten Patienten war die Häufigkeit von Parkinsonismus, Akathisie und Dystonie geringer als bei denen, die titrierte Dosen Haloperidol erhielten. Da keine genauen Informationen über individuelle akute oder späte extrapyramidale Bewegungsstörungen in der Anamnese vorliegen, kann zur Zeit nicht geschlossen werden, dass Olanzapin weniger Spätdyskinesien oder spät auftretende extrapyramidale Bewegungsstörungen verursacht. Die folgende Tabelle unerwünschter Wirkungen beruht auf Spontanberichten nach der Markteinführung: Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems: Selten: Leukopenie. Sehr selten: Thrombozytopenie, Neutropenie. Erkrankungen des Immunsystems Sehr selten: Allergische Reaktion (z. B. anaphylaktoide Reaktion, Angioödem, Juckreiz oder Nesselsucht). Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen. Sehr selten: Eine Hyperglykämie und/oder die Entwicklung oder Verschlechterung eines Diabetes wurden sehr selten spontan berichtet, gelegentlich begleitet von Ketoacidose oder Koma, einschließlich einiger fataler Fälle. Hypertriglyceridämie, Hypercholesterinämie und Hypothermie. Erkrankungen des Nervensystems: Selten: Das Auftreten von Krampfanfällen wurde selten bei mit Olanzapin behandelten Patienten berichtet. Bei den meisten dieser Fälle wurden Krampfanfälle in der Anamnese oder Risikofaktoren für Krampfanfälle berichtet.

15 Sehr selten: Im Zusammenhang mit Olanzapin wurden als malignes neuroleptisches Syndrom (MNS) berichtete Fälle erhalten. Parkinsonismus, Dystonie, und tardive Dyskinesie wurden sehr selten im Zusammenhang mit Olanzapin berichtet. Sehr selten wurden akute Symptome wie Schwitzen, Schlaflosigkeit, Zittern, Angst, Übelkeit oder Erbrechen berichtet, wenn Olanzapin plötzlich abgesetzt wurde. Herzerkrankungen: Sehr selten: QTc- Verlängerung, ventrikuläre Tachykardie/ Fibrillation und plötzlicher Herztod. Gefäßerkrankungen: Sehr selten: Thromboembolien (einschließlich Lungenembolien und tiefer Venenthrombose). Erkrankungen des Gastro-intestinaltrakts: Sehr selten: Pankreatitis. Leber- und Gallenerkrankungen: Selten: Hepatitis (einschließlich einer hepatozellulären oder cholestatischen Leberschädigung oder einer Mischform). Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen: Sehr selten: Rhabdomyolyse. Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes: Selten: Ausschlag Sehr selten: Haarausfall. Erkrankungen der Nieren und Harnwege: Sehr selten: Schwierigkeiten beim Wasserlassen. Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse: Sehr selten: Priapismus. Untersuchungen: Erhöhte Transaminasen Sehr selten: Erhöhte alkalische Phosphatase, erhöhtes Gesamtbilirubin.Stand: 05/2011.Heumann Pharma GmbH & Co. Generica KG, Südwestpark 50, Nürnberg

16 1 PUNKT für Apotheker und PTAs Kontrollfragen Bitte alle Antwortbogen faxen an: Herr Frau Vorname: Nachname: Apotheker PTA Sonstige Name der Apotheke: Straße: BITTE VOLLSTÄNDIGE ANSCHRIFT DER APOTHEKE (IN DRUCKBUCHSTABEN) PLZ: Fax: Ort: -Adresse: Ich möchte regelmäßig über neue Fortbildungen informiert werden. 1) Für welche/s Anwendungsgebiet/e ist Olanzapin zugelassen? (mehrere richtige Antworten möglich) Autistische Störungen Mäßig schwere bis schwere manische Episoden Schizophrenie Angststörungen 2) Welche Symptome zählen zu den sog. Negativsymptomen der Schizophrenie? (mehrere richtige Antworten möglich) Apathie Halluzinationen Wahn Haltungsstereotypien 3) Welche Symptome sind charakteristisch für eine bipolare Störung? Halluzinationen Extreme, in Phasen verlaufende Stimmungsschwankungen Apathie Dyskinesien Phantomschmerzen 4) Nennen Sie die drei Therapiephasen, die bei der Behandlung einer bipolaren Störung in der Regel aufeinanderfolgen. a) b) c) 5) Was besagt das sog. Vulnerabilitäts-Stress-Modell? 1

17 1 PUNKT für Apotheker und PTAs 6) Welche Wirkung besitzt Olanzapin? Eine Stimulierung der Serotonin- und Dopamin-Synthese im Gehirn Eine Hemmung der Serotonin- und Dopamin-Synthese im Gehirn Eine antagonistische Wirkung auf zerebrale Serotonin- und Dopaminrezeptoren Eine agonistische Wirkung auf zerebrale Serotonin- und Dopaminrezeptoren 7) Wie wird Olanzapin angewendet? (mehrere richtige Antworten möglich) Unabhängig von den Mahlzeiten 1x täglich Vor dem Frühstück 3 x täglich 8) In welcher Dosierung wird Olanzapin im Normalfall angewendet? max. 10 mg/tag 5-20 mg/tag mg/tag 9) Wie sollte die Beendigung einer Olanzapin-Behandlung möglichst erfolgen? Durch abruptes Absetzen Durch schrittweise Verminderung der Dosierung Durch eine ergänzende Schmerzmedikation für einige Tage 10) Nennen Sie mindestens 3 Voraussetzungen, die für eine Arzneimittelsubstitution erfüllt sein müssen! 11) Wie lautet der aktuelle N2-Bereich für Olanzapin? ) Wie können Sie im Falle einer Umstellung von Zyprexa auf ein generisches Olanzapin die Patienten-Compliance fördern? 2

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