Sammeldatei Tischvorlagen

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1 Johannes Gutenberg- Universität Mainz Fachbereich Sport Interdisziplinäres Seminar Sport und Gesundheit, im WS 2005/2006 Leitung: Prof. Dr. Dr. M. Messing, Prof. Dr. H.-V. Ulmer in Zusammenarbeit mit H. Preuß Sammeldatei Tischvorlagen Herausgegeben von H.-V. Ulmer und E. Metzler Zusammengestellt von H.-V. Ulmer in Zusammenarbeit mit Frau E. Metzler und Unterstützung von Frau I. Schürmann Darda sowie dem Netzmeister J. Vogl Mainz, 2006

2 2 Inhaltsverzeichnis Seite Vorwort 4 Programm 5 1. Definitionen von Sport und Ökonomie (U/M) 7 2. Definition von Sport Gesundheitsversprechen als Verkaufsargument für Sportgeräte, 15 Sportkleidung und Sportartikel eine exemplarische Untersuchung 4. Bonus-Punkte-System von Krankenkassen: Marketing oder Kosten- 15 senkung für die Krankenkasse? Eine Befragung von vier großen Krankenkassen 5. Rückenschulen im betrieblichen Umfeld Durchführung und Erwartung 18 (Erhebung bei mehreren! Betrieben im Umfeld MZ, WI, F, DA 6. Fitnessprogramme im Betrieb: BASF und Fraport AG im Vergleich 20 mit Japan 7. Sport und Prämiengestaltung bei Lebensversicherungen Steigendes Gesundheitsbewusstsein und Konjunktur des Abenteuer- 25 und Extremsports eine Paradoxie der modernen Gesellschaft? 9. Auswertung des Schriftgrößentests Body mass-index BMI Zahlenspiel mit der Gesundheit? WM Dehnübungen bringen nix pro und contra Sportinduzierte Mager- und Fettsucht am Beispiel der Rhythmi- 33 schen Sportgymnastik und des Sumo 13. Spezialkliniken für Sportverletzungen und chronische Sportschäden 35 in Deutschland Gesamtübersicht und Einzelfallstudie 14. Joggen im Wald und die Zecken Ärztliche IGel- Leistungen Marktwirtschaft auf dem Gesundheits- 40 markt? Eine Übersicht mit Bezug zu Sportmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen (U) 16. Gastvortrag Dr. Sportwiss. des. M. Klein, Universität Saarbrücken, Sport und Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen im Saarland" 17. Zuschauerausschreitungen im Fußball und Möglichkeiten der 45 Gewaltkontrolle im Hinblick auf die Fußball-WM Lärmbelästigung für Zuschauer, Akteure und Anwohner durch 47 Sportgroßveranstaltungen ein vernachlässigtes Problem? 19. Piercings im Sportunterricht als Verletzungsgefahr Vermarktung und Politisierung von Sport und Gesundheit 52 am Beispiel des VIP-Raums von Mainz Zum behaupteten und nachgewiesenen Nutzen der Schwanger- 54 schaftsgymnastik 22. Zur Entwicklung des Unfallgeschehens auf den Skipisten 56 nach der Einführung des Carving-Skis und des Snowboards

3 3 23. Vitalstoffe in Sport und Alltag pro und contra Gesundheitsprobleme von Hochleistungssportlern als 60 Determinanten des Versagens und Karriere-Endes 25. Freies Thema (Medizin): Stellenwert des Gesundheitszustandes 62 im Eingangsgespräch (Probetraining) in einem Fitnessstudio 26. Sportmedizinische Betreuung an Olympiastützpunkten aus der 64 Sicht von Kaderathleten ein Aktualisierung der Ergebnisse von Emrich unter Bewertung der Standarduntersuchungen 27. Zusatzaufgabe: Bericht über die erste Auswertung der Evaluationszettel Umfrage bei den Teilnehmern des Seminars Sport und Gesundheit 69 im WS 2005/2000 (ein Vater als kardialer Risikopatient) Anhänge: Anhang 1: Bewegung bei Übergewicht eine schlechte Pauschalempfehlung 73 Anhang 2: Verbrauchertip : Crosstrainer für zu Hause 75 Anhang 3. Schlußbetrachtungen zum Seminar Sport und Gesundheit WS 05/06 76

4 4 Vorwort Dieser Bericht enthält die von den Seminarteilnehmern abgegebenen Kurzfassungen, die zunächst als Tischvorlage verteilt, dann aber in den meisten Fällen anschließend revidiert wurden. Die Verantwortung für Inhalt und Form liegt daher bei den jeweiligen Autoren. Themenvergabe wie Diskussionen für sportsoziologische wie auch sportmedizinische Themen wurden wie zuvor auch unter dem Zusatz zum Seminarthema von M. Messing gesehen: Alternative Reflexionen aus soziologischer und medizinischer Sicht. Das Seminar wurde erstmals nicht bevorzugt für den Studienschwerpunkt Freizeitsport reserviert, da dieser im WS 05/06 turnusgemäß ausgesetzt wurde. Im Studienschwerpunkt Sportökonomie bestand ein Überhang an Teilnehmern. Da in den bisherigen Seminaren immer wieder Fragen zur Instrumentalisierung von Sport und Gesundheit als Marketingobjekte sowie weitere sozioökonomische Fragen angeschnitten wurden, wurde ein Teil des Seminars in Absprache mit dem Leiter des Studienschwerpunkts Sportökonomie (Jun.-Prof. Dr. H. Preuß) für 4 Studierende dieses Schwerpunkts geöffnet. Einige Studierende bezeichneten durchaus berechtigt das Seminar als tridisziplinär, was auch dem Reiz und dem Ablauf dieser Veranstaltung entsprach. Hinzu kam erstmals eine Medizinstudentin, die im Rahmen des Wahlpflichtfachs ihres Studiengangs erfolgreich teilnahm. Diese Dokumentation entstand maßgeblich durch das geduldige Zusammenfügen der vorhandenen Dateien für die revidierten Tischvorlagen der Seminarteilnehmer durch Frau E. Metzler. Ihr sei dafür und für die weitere redaktionelle Bearbeitung gedankt, genau so wie Herrn J. Vogl für die Umsetzung der Gesamtdatei in die Homepage der ehemaligen Abteilung Sportphysiologie. Aus der Entstehung dieser Sammeldatei ergibt sich eine Individualität eines jeden Dokuments; auf die Umsetzung zu einem einheitlichen Schriftbild oder zu einem standardisierten Layout wurde absichtlich verzichtet. Auch für den Inhalt ist trotz der stattgefundenen Beratung der jeweilige Autor(in) verantwortlich. Mainz, H.-V. Ulmer

5 5 Ehemalige Sportphysiol. Abteilung Prof. Dr.med. H.-V. ULMER Sportsoziologische Abteilung Prof. Dr. Dr. M. MESSING Programm für das interdisziplinäre Seminar Sport und Gesundheit WS 2005/2006 (Stand: ), Beginn: Mi., M bzw. U: betrifft Primärbetreuung Prof. Messing oder Ulmer, (A in Klammern: Abgabetermin der Seminararbeit) SÖ= Schein Sportökonomie, Betreuung Prof. Ulmer zusammen mit Jun.-Prof. Preuß, WM = Wahlpflichtfach für Medizinstudierende Die Referenten mögen bitte rechtzeitig beim zuständigen Seminarleiter (M oder U) wegen Hinweisen zum Thema vorsprechen Einführung in das Seminar, Formalia, ggf. restliche Platz- und Themenvergabe (U) Definitionen von Sport und Ökonomie (auch mit Bezug zu Gesundheitsökonomie und Sportökonomie) (A= ), Schein: Sportsoziologie 2. Definition Sport, Diskussionsrunde, Leitung: Ulmer (M) (A= ) 3. (M) (A= ) Gesundheitsversprechen als Verkaufsargument für Sportgeräte, Sportkleidung und Sportartikel eine exemplarische Untersuchung 4. (SÖ1) (A= ) Bonus-Punkte-System von Krankenkassen: Marketing oder Kostensenkung für die Krankenkasse? Eine Befragung von vier großen Krankenkassen (U) Rückenschulen im betrieblichen Umfeld Durchführung und Erwartung (Erhebung bei mehreren! Betrieben im Umfeld MZ, WI, F, DA) (A=4.1.06) 6. (U/SÖ2) Fitnessprogramme im Betrieb: BASF und Fraport AG im Vergleich mit Japan (U/SÖ3) (A= ) Sport und Prämiengestaltung bei Lebensversicherungen. 8. (M) (A= ) : Steigendes Gesundheitsbewusstsein und Konjunktur des Abenteuer- und Extremsports eine Paradoxie der modernen Gesellschaft? MESSING, ULMER RUSCHMA- RITSCH, BJÖRN BÜRGER, FELIX ZEPPENFELD, JULIA LEIBOLD, MARTIN LAHRSEN, MEIKE BENZ, DANIEL DRUSHCHITZ, OLGA ausgefallen, ersetzt durch: Auswertung des Schriftgrößentests ULMER 10. (U,WM) (A= ) Body mass-index BMI Zahlenspiel mit der VILLNOW, Gesundheit? - WM NICOLA (U) (A= ) Dehnübungen bringen nix pro und contra WEINZETTEL, VINCENT 12. (M) (A= ) Sportinduzierte Mager- und Fettsucht am Beispiel der Rhythmischen Sportgymnastik und des Sumo, verschoben: KYRIOPOULOS, DANAE

6 (M) (A=1.2.06) Spezialkliniken für Sportverletzungen und chronische Sportschäden in Deutschland Gesamtübersicht und Einzelfallstudie BRANDENBUR- GER, EVA 14. (U) (A=1.2.06) Joggen im Wald und die Zecken HÜTTLIN, KATHRIN Weihnachtspause (15. (SÖ4) (A= ) Ärztliche IGel- Leistungen Marktwirtschaft auf dem Gesundheitsmarkt? Eine Übersicht mit Bezug zu Sportmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen (U) RICHTER, MEIKE Gastvortrag Dr. Sportwiss. des. M. Klein, Universität Saarbrücken, Sport und Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen im Saarland" (M) (A= ) Zuschauerausschreitungen im Fußball und Möglichkeiten der Gewaltkontrolle im Hinblick auf die Fußball-WM (M) (A= ) Lärmbelästigung für Zuschauer, Akteure und Anwohner durch Sportgroßveranstaltungen ein vernachlässigtes Problem? MACHMER, DANIELA GÜLAI, ALI (M) (A=1.3.06) Piercings im Sportunterricht als Verletzungsgefahr BUXBAUM, NINA 20. (M) (A= ) Vermarktung und Politisierung von Sport und Gesundheit SCHMIDTKE, am Beispiel des VIP-Raums von Mainz 05 DANIEL (M) (A=8.3.06) Zum behaupteten und nachgewiesenen Nutzen der Schwangerschaftsgymnastik. 22 (M) (A=8.3.06) Zur Entwicklung des Unfallgeschehens auf den Skipisten nach der Einführung des Carving-Skis und des Snowboards JOHANNSEN, NADINE WOOD, MICHAEL (U) (A= ) Vitalstoffe in Sport und Alltag pro und contra RICCIARDI, DANIEL 24 (M) (A= ) Gesundheitsprobleme von Hochleistungssportlern als Determinanten des Versagens und Karriere-Endes PETZOLD, THOMAS (U) (A= ) Freies Thema (Medizin): Stellenwert des Gesundheitszustandes im Eingangsgespräch (Probetraining) in einem Fitnessstudio 26 (M) (A= ) Sportmedizinische Betreuung an Olympiastützpunkten aus der Sicht von Kaderathleten ein Aktualisierung der Ergebnisse von Emrich unter Bewertung der Standarduntersuchungen 27 (U) Zusatzaufgabe: Verteilung der Evaluationszettel ("Top, Flop, sonstige Bemerkungen") 28 Umfrage zu Sport bei Risikopatienten ( Ihr Vater ), vorher nicht im Programm angekündigt wegen Bezug zu vorangegangenen Umfragen mit Dokumentation auf der Homepage (M) (A= ) Sportinduzierte Mager- und Fettsucht am Beispiel der Rhythmischen Sportgymnastik und des Sumo, verschoben 27 (U) (A= ) Zusatzaufgabe: Bericht über die erste Auswertung der Evaluationszettel 28 Erste Ergebnisse zur Umfrage Sport bei Risikopatienten ( Ihr Vater ) Fazit der Seminarteilnehmer und der Seminarleiter, Abschlußdiskussion Gesamt-Dokumentation MORGUET, STEPHAN AMANN, MANAUEL MORGUET, STEFAN ULMER KYRIOPOULOS, DANAE MORGET, STEFAN ULMER MESSING, ULMER ULMER U. METZLER Prof. Dr. Dr. M. MESSING Prof. Dr. H.-V. ULMER

7 7 Fachbereich Sport Seminar: Sport und Gesundheit WS 2005/06 Leitung: Prof. Dr. Dr. M. MESSING Prof. Dr.med. H.-V. ULMER Referent: Ruschmaritsch Björn 20. November Definitionen von Sport und Ökonomie (U/M) 1. Was ist eine Definition? Definition (lat.: de ab, weg; finis Grenze, also Definitio = Abgrenzung) ist die Verdichtung von Merkmalen zu einem Begriff, dessen Sachverhalt (Definiendum) danach auf Eigenschaften (Definiens) zurückgeführt wird. Kurz: Eine Definition ist eine sprachliche Verkürzung eines Sachverhalts (WIKIPEDIA 2005). Die klassischen Definitionsregeln, gehen auf Aristoteles zurück (WIKIPEDIA, 2005) 1. Ein Begriff wird durch seine nächste Gattung und den Artunterschied definiert Praecisio definitionis bezeichnet die Forderung nach Exaktheit der Definition. 2. Der Artunterschied muss ein Merkmal oder eine Gruppe von Merkmalen sein, die nur dem vorliegenden Begriff zukommen und bei anderen Begriffen fehlen, die zur selben Gattung gehören. 3. Eine Definition muss angemessen sein, d.h. weder zu weit noch zu eng gefasst sein 4. Eine Definition darf keinen Zirkelschluss enthalten 5. Eine Definition darf keine logischen Widersprüche enthalten 6. Eine Definition darf nicht nur negativ bestimmt sein 7. Eine Definition darf keine Mehrdeutigkeiten enthalten. 2. Sport Sport ist ein soziales Konstrukt. Nicht nur ein Bewegungsablauf (Laufen, Springen, Werfen,...) ist bereits Sport, da gleiche Bewegungsabläufe auch in der Arbeit zu finden sind. Zu Sport wird er erst durch eine situationsspezifische Rezeption und Bedeutungszuweisung durch die Handelnden als zweckfrei, erholsam, gesund, unproduktiv, fair, freudvoll, kommunikativ usw. und indem andere Merkmale wie z.b. Schweiß, Anstrengung, Routine, Monotonie als nicht konstitutiv ausgeklammert werden (HEINEMANN, S. 34, 1998). Röthig schreibt: Da Sport ein umgangssprachlicher Begriff ist und in vielen Sprachen der Welt vorkommt, lässt sich eine präzise oder gar eindeutige begriffliche Abgrenzung nicht vornehmen. Ferner schreibt er noch: Darüber hinaus verändert erweitert und differenziert das faktische Geschehen des Sporttreibens selbst das Begriffsverständnis von Sport (RÖTHIG, S. 420, 1992). Dies ist ein Zirkel oder eine Sackgasse. - Sport ist eine Sammelbezeichnung für alle als Bewegungs-, Spiel- oder Wettkampfformen gepflegten körperlichen Aktivitäten des Menschen (MEYERS GROSSES TASCHENLEXIKON, S. 7078, 2003). - Sport (engl.: sport = Zeitvertreib, Vergnügen bzw. v. frz. desport) bezeichnet das kulturelle Handlungsfeld, in dem Menschen körperliche und / oder geistige Tätigkeiten ausüben, die mit planmäßiger Körperschulung, meist im Bereich der Bewegungskunst, in Zusammenhang stehen (WIKIPEDIA, 2005).

8 8 - Sport ist eine körperliche Betätigung die (im Wettkampf mit anderen) der Gesundheit und / oder dem Vergnügen dient (DAS GROSSE WÖRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE, S. 2453, 1981). - Sport ist jede planmäßige körperliche Betätigung, die im Wettkampf mit anderen den spielerischen Ausgleich zur Arbeitswelt sucht, zugleich aber im freien Spiel der Kräfte die Grenzen der eigenen Persönlichkeit weitet (DER GROSSE DUDEN, Band 5, 2. Auflage, S. 670, 1966). - Sport ist eine zusammenfassende Bezeichnung für alle menschlichen Tätigkeiten, die vorwiegend körperliche Bewegungen sind und auf eine höhere (meist körperliche, aber auch geistige) Leistungsfähigkeit zielen. Grundlegende Merkmale des Sports sind die Einheitlichkeit der Regeln (für jede Sportart), seine weltweite Verbreitung und das daraus resultierende Streben nach internationalen Vergleichswettkämpfen (WISSEN.DE, 2005). TIEDEMANN (Professor am Institut für Sportwissenschaften der Universität Hamburg)schreibt: Die folgende Sport-Definition ist ein im Januar 2002 erstmals ins Internet gestellter und seitdem mehrfach überarbeiteter Vorschlag, der meines Wissens so noch nicht zur Diskussion gestellt worden ist (TIEDEMANN, 2005, a). - Sport ist ein kulturelles Tätigkeitsfeld, in dem Menschen sich freiwillig in eine wirkliche oder auch nur vorgestellte Beziehung zu anderen Menschen begeben mit der bewussten Absicht, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten insbesondere im Gebiet der Bewegungskunst zu entwickeln und sich mit diesen anderen Menschen nach selbst gesetzten oder übernommenen Regeln zu vergleichen, ohne sie oder sich selbst schädigen zu wollen (Nullsummenspiel = Schaden!?) (TIEDEMANN, 2005, a). - "Bewegungskultur" ist ein Tätigkeitsfeld, in dem Menschen sich mit ihrer Natur und Umwelt auseinander setzen und dabei bewusst und absichtsvoll ihre insbesondere körperlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln, gestalten und darstellen, um einen für sie bedeutsamen individuellen oder auch gemeinsamen Gewinn und Genuss zu erleben (TIEDEMANN, 2005, b). 3. Ökonomie Ökonomie allgemein: 1. im engeren Sinne Haushalt, Hauswirtschaft 2. im weiteren Sinne Wirtschaft überhaupt - Die Ökonomie beschäftigt sich hauptsächlich mit Knappheit! Rohstoffe, Zeit, Geld, Raum, sogar Moral, Glück und Gesundheit. Knappheit ist ein interessantes, schwieriges und interdisziplinäres Problem (BRONNER, 2005, S. 3). - Ökonomie aus Sicht der Biologie ist die rein zweckgebundene Ausbildung von Merkmalen und Organen mit geringsten Mitteln (ohne "überflüssiges" Beiwerk) (WISSEN.DE, 2005). Medizinische Ökonomie (meistens Gesundheitsökonomie oder Medizin-Ökonomie genannt) ist eine empirische, theoretische und interdisziplinäre Wissenschaft, die sich mit der Produktion und Verteilung von knappen und anderen Gesundheitsgütern und mit der ökonomischen Seite der Gesundheitsversorgung allgemein beschäftigt (WIKIPEDIA, 2005).

9 9 Sportökonomie ist eine Wissenschaft, welche ökonomische Aspekte des Sports untersucht und erklärt! Fazit: Sport klar abzugrenzen ist wahrlich nicht einfach. Meistens scheitert man an der präzisen Formulierung. Literaturliste 1. Lexika 1. DAS GROßE DEUTSCHE WÖRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE, Mannheim: Dudenverlag, DER GROßE DUDEN, Band 5, 2. Auflage, MEYERS GROßES TASCHENLEXIKON. Meyer RÖTHIG P., u.a. (Hrsg.): Sportwissenschaftliches Lexikon. Schorndorf: Hofmann Weitere Literatur 1. BRONNER, R.: Grundlagen der Unternehmensführung, Edingen: Winkler, HEINEMANN, K.: Einführung in die Soziologie des Sports. Schorndorf: Hofmann Internet 1. TIEDEMANN, a), Universität Hamburg, Fachbereich Sportwissenschaften, Stand: /Eingang: , 2. TIEDEMANN, b), Universität Hamburg, Fachbereich Sportwissenschaften, Stand: /Eingang: , 3. WIKIPEDIA die freie Enzyklopädie, Definition, Stand: /Eingang: , 4. WIKIPEDIA die freie Enzyklopädie, Medizinische Ökonomie, Stand: /Eingang: , 5. WIKIPEDIA die freie Enzyklopädie, Praecisio Definitionis, Stand: /Eingang: , 6. WIKIPEDIA die freie Enzyklopädie, Sport, Stand: /Eingang: , 7. WISSEN.DE, Ökonomie, ner&occurrenceid=sl sl tm01- FullContent&WissenID=Q2tjpm63TzpJkvEQlsflYXBkFsPhA7XSwBFzd72aGaGV8718z0 A / /6/7063/7063/7003/7003/7063/-

10 / /6/7063/7063/7003/7003/7063/ WISSEN.DE, Sport, Stand/Eingang: Definition SPORT: SPORT = körperliche Aktivität nach entsprechenden Regeln oder Brauchtum zur persönlichen Bedürfnisbefriedigung und nicht zum Broterwerb (Ausnahme: Profisport) H.-V. Ulmer, 2005 Kommentar: Diese Definition geht u. a. auf das interdisziplinäre Seminar Sport und Gesundheit aus medizinischer und soziologischer Sicht am Mainzer Sportinstitut zurück (zusammen mit dem Soziologen Prof. Dr. Dr. M. Messing). Unter körperlicher Aktivität ist zu verstehen, daß diese im Vordergrund stehen muß, meistens als Bewegung oder Fortbewegung des Körpers und/oder von Sportgeräten. Auch wenn beim Schach oder Kartenspiel Bewegungen eingeschlossen sind, so sind diese nur Ausdruck und Beigaben bevorzugt kognitiv und taktisch bestimmter Vorgänge; derartige Spiele sind somit nicht als Sport einzustufen. Regeln und/oder Brauchtum gehören zu den wesentlichen Bestandteilen des Sports: Regeln bei den konventionellen Sportarten Brauchtum auch bei den neuen Freizeitsportarten ohne festgelegte Spielregeln, aber meistens mit neuartigen Sportgeräten oder Techniken. Die persönliche Bedürfnisbefriedigung stellt ein wesentliches Verhaltensmerkmal vieler Sporttreibenden dar. Daraus resultieren die vielen, z. T. sehr unterschiedlichen Sportarten sowie der Lustgewinn, den offensichtlich viele Sporttreibende bei ihren jeweiligen sportlichen Aktivitäten erfahren. Ferner resultiert daraus aber auch, daß es viele Menschen gibt, die durch Sporttreiben keine Bedürfnisbefriedigung (bzw. Lustgewinn) erfahren und daher auch keinen Sport treiben. Aus der persönlichen Bedürfnisbefriedigung resultiert aber auch ein Dilemma des Gesundheitssports (s. unten). Ein als Gesundheitssport etikettierter Sport wird meistens auf Dauer nur von denjenigen betrieben, die damit auch Lustgewinn verspüren und die dann auch ohne Rücksicht auf die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken (Herzinfarkt bei Risikopatienten, Sportverletzungen und chronische Sportschäden) ihrem persönlichen Sport nachgehen. Gesundheitssport weist mindestens zwei Aspekte auf: Bewegungstherapie und Präventiver Gesundheitssport. Bewegungstherapie sollte an den strengen Kriterien einer Therapie ausgerichtet sein: Anamnese und Befund als Basis einer Diagnose, daraus hergeleitet eine entsprechend spezielle Therapie mit adäquater Dosierung und Therapiekontrolle. Die persönliche Bedürfnisbefriedigung entsteht in diesem Falle durch das Bedürfnis nach Therapie. Kommt Lustgewinn hinzu, besteht das Risiko einer selbstbestimmten Überdosierung, die nur durch strenge Aufsicht und Anleitung (nicht durch gutgemeinte Ratschläge) zu vermeiden ist (Beispiel: Herzgruppen). Präventiver Gesundheitssport folgt zwar einem extern erzeugten Bedürfnis, dürfte aber auf Dauer nur von

11 11 denjenigen betrieben werden, die damit auch Lustgewinn verspüren, woraus wiederum ein Dosierungsproblem resultiert. Beim o. g. Dilemma des Gesundheitssports ist auch die WHO-Definition von Gesundheit in Betracht zu ziehen. Dort ist von vollständigem Wohlbefinden die Rede, was diese Definition in die Diskussion gebracht hat. Definiert man in Anlehnung an die WHO, setzt aber statt vollständigen Wohlbefindens den Begriff Säule, dann ruht Gesundheit auf drei Säulen, einer körperlichen, einer geistig-seelischen und einer sozialen Säule. Daß es einerseits viele Menschen gibt, die keinen Sport treiben und andererseits Menschen, die sich aktiv in den verschiedensten Sportarten betätigen, zeigt, wie interindividuell verschieden die Bedürfnisse sind. Gesundheitssport wäre dann auf diejenige Sportart zu beziehen, für die ein persönliches intrinsisches Bedürfnis besteht oder extrinsisch erzeugt wird. Die selbstgewählte Sportart wäre dann Symptom der Bedürfnisstruktur eines Menschen und somit Ausprägung eines Persönlichkeitsmerkmals. So wird beispielsweise Ausdauersportlern eine gewisse masochistoide Persönlichkeitsstruktur nachgesagt. Bedürfnisbefriedigung erzeugt Wohlbefinden, das dem geistig-seelischen und sozialen Bereich zuzuordnen ist. Über diese Schiene wäre Gesundheitssport derjenige Sport, der einem Individuum je nach Persönlichkeitsstruktur psychosoziale Bedürfnisbefriedigung verschafft. Dies macht geradezu den Wert der verschiedensten Sportarten aus. Diese Bedürfnisbefriedigung kann aber durchaus mit physischen Nachteilen einhergehen (z. B. Sportunfälle oder Herzinfarkt durch Sporttreiben gerade bei Risikopatienten) Nachteile, die offensichtlich sportimmanent sind und mit denen einschlägige Pharma-Firmen auf ihre Präparate oder Sportärzte auf ihre Vorsorgeuntersuchungen hinweisen. Wie stark das Bedürfnis zum Sporttreiben trotz erhöhter physisch-gesundheitlicher Risiken oft ist, läßt sich an drei Beispielen verdeutlichen: 1. Langläufer laufen oft so lange, bis es aufgrund von Knie- und Fußgelenks-Beschwerden nicht mehr geht. Rechtzeitiges Aufhören erfordert großen Willenseinsatz, gutgemeinte Ratschläge auch von Ärzten bei offensichtlichen physisch-gesundheitlichen Risiken werden oft nicht umgesetzt, 2. Gleiches gilt für Fußballspieler mit ihren Knieschädigungen. Selbst nach Kreuzbandplastiken wird weiter gespielt, 3. Für viele Sportarten gilt: no risk, no fun. Mit diesem Spruch wird sogar ungeniert Marketing betrieben. Man stelle sich diese Devise im Zusammenhang mit Arbeit und Gesundheit vor! Aus dem Effekt der Bedürfnisbefriedigung resultiert auch, daß meistens gutgläubig-naive Empfehlungen über richtiges Sporttreiben (bezüglich der physischen Gesundheit) in den Wind geschrieben sind. Die geistig-seelische und soziale Bedürfnisbefriedigung steht meistens im Vordergrund: Es geht um das Ausloten persönlicher Grenzen oder um das Messen der persönlichen Leistung im Wettkampf mit anderen. Es würde sonst nicht so viele Sportverletzte geben, von denen ein Teil trotz erlebter Risiken für die physische Gesundheit weiter Sport betreibt und dabei unverdrossen überzeugt ist, daß Sport gesund sei. Die gesundheitlichen Risiken des Sporttreibens werden dann mit der These verdrängt, man müsse ihn nur richtig betreiben, dann sei er auch gesund. Aus dem oben Dargelegten folgt jedoch, daß gerade in dem nur das Problem steckt. Wegen der psychosozialen Bedürfnisbefriedigung ist es eben so schwer, den Sport aus physischer Sicht richtig zu betreiben. Für das aus physisch-gesundheitlicher Sicht richtige Sporttreiben genügen offensichtlich nicht gutgemeinte Appelle, Empfehlungen oder Richtlinien, vielmehr bedarf es eines betreuten Sporttreibens, vom Übungsleiter bis zum

12 12 Diplomsportlehrer bzw. -wissenschaftler. Diese Personen sollten auch beim Gesundheitssport auf die Notwendigkeit ihrer Expertise hinweisen und nicht pauschal Sport bzw. Bewegung als gesund deklarieren! Ein vorbildliches Beispiel hierfür sind Herzsportgruppen, bei denen spezielle Übungsleiter und anwesende Ärzte dafür sorgen, daß sich die Sportler nicht übernehmen. Bei den Betreuern von Sportgruppen müßte allerdings bei aller Begeisterung für ihre Sportart das Bewußtsein vorhanden sein, daß neben Animation Unfallverhütung und Schadensminderung zu ihren wesentliche Betreuungsaufgaben zählen, wenn es um Gesundheitssport geht. Wegen des hohen psychosozialen Werts des Sporttreibens als Bedürfnisbefriedigung ist dies keine leichte Aufgabe. Mainz, Prof. Dr. med. H.-V. Ulmer, Facharzt für Physiologie Fachbereich Sport Seminar: Sport und Gesundheit WS 2005/06 Seminarleitung: Prof. Dr. Dr. M. Messing Prof. Dr. med. H.-V. Ulmer Referent: Felix Bürger Gesundheitsversprechen als Verkaufsargument für Sportgeräte, Sportkleidung und Sportartikel eine exemplarische Untersuchung (M) 1. Werbung in und von Sportfachgeschäften: - Sportfachgeschäfte werben mit Prospekten, Anzeigen und Flyern. - Anzeigen sind eher selten, meist in Sportfachzeitschriften oder lokalen Zeitungen. - Prospekte und Flyer sind in den Geschäften erhältlich, sind aber meist von den Herstellern der Artikel und nicht vom Geschäft. Insgesamt wenig Werbung, Ausnahme RUNNERS POINT Gründe: Drucken und Verteilen von Prospekten ist teuer und lockt keine uninteressierten Kunden an. Interessierte gehen sowieso ins Fachgeschäft, da sie beraten werden wollen. Fachgerechte Beratung ist für die Geschäfte am wichtigsten. Im Verkaufsgespräch wird letztlich auch geworben, Gesundheitsversprechen stehen hier, je nach Artikel und Kundenwünschen, durchaus im Vordergrund. RUNNERS POINT bietet als einziges, von mir untersuchtes Fachgeschäft, sowohl eigene Prospekte als auch Plakate und Flyer an, anhand derer für den sogenannten Orthopädietag geworben wird. Der RUNNERS POINT Shop in Mainz arbeitet hier zweimal die Woche mit einem Orthopäden zusammen. Um für jeden Kunden den optimalen Laufschuh zu finden, wird der Fuß gemessen und eine Laufanalyse erstellt. So sollen entstehende Belastungen und individuelle Belastungsspitzen möglichst gering gehalten werden. In dieser Sparte und beim Nordic Walking wird der orthopädische Gesundheitsaspekt sehr groß geschrieben. 2. Werbung in und von großen Warenhäusern: - Große Kaufhäuser wie KARSTADT und KAUFHOF werben wesentlich mehr. Vor allem die Prospekte in den genannten Warenhäusern sind, aufgrund einer breiteren Auswahl und vielen zusätzlichen Informationen zu den einzelnen Produkten, wesentlich umfangreicher und auch informativer. Bei diesen anpreisenden Zusatzinformationen geht es

13 13 hauptsächlich um Design und Qualitätsmerkmale (leicht, wasserdicht, Tragekomfort...). Gesundheitliche Aspekte werden nur am Rande erwähnt (z. B. dämpfend, gelenkschonend). - Zudem werden einige ausgestellte Artikel zusätzlich durch beiliegende Zettel beschrieben und beworben. In der Nordic Walking Abteilung bei KARSTADT wirbt der Hersteller exel für seine Produkte, indem er die gesundheitlichen Vorzüge des N. W. beschreibt. Mehr gedruckte Informationen, da es diesbezüglich kein geschultes Verkaufspersonal gibt. 3. Werbung in Herstellerprospekten und Katalogen: In den Katalogen der großen Hersteller (ADIDAS, PUMA, NIKE) werden die Produkte ähnlich wie bei den Prospekten der Warenhäuser beschrieben. Die Prospekte der Heimsport Marke KETTLER, die in allen Geschäften, die Heimtrainer vertreiben, ausliegen, sind etwas informativer und stellen die Gesundheit des potentiellen Käufers in den Vordergrund. Es wird mit der Aktion Deutschland bewegt sich geworben, die von KETTLER mit den nötigen Geräten unterstützt wird. Im Gegenzug wird das offizielle Aktionssortiment von der BARMER Krankenkasse empfohlen. Doch KETTLER weist auch in Prospekten, in denen nichts von der Aktion steht, stets auf die, für die Gesundheit, positiven Effekte eines regelmäßigen Trainings hin und auch die Beschreibungen der einzelnen Geräte sind gespickt mit Gesundheitsaspekten. 4. Werbung von Discountern Auch Discounter wie ALDI und LIDL verkaufen seit einigen Jahren immer mehr Sportartikel. In dieser Verkaufssparte geht es jedoch nur um den niedrigen Preis, der im Vordergrund steht, und um die verschiedenen funktionellen Aspekte der Sporttextilien, die hauptsächlich vertrieben werden. LIDL hat zusätzlich noch eine Gesundheitsbroschüre ausliegen, in der hauptsächlich Vitaminprodukte, Gesundheitstees, aber auch Sportgels und andere Salben speziell für die Regeneration nach dem gesundheitsfördernden Sport angepriesen werden. 5. Werbung in Online-Shops QUELLE und OTTO werben, ähnlich wie KETTLER, mehr mit gesundheitlichen Aspekten. In der Sportabteilung des OTTO- online- Shops wird zunächst versucht, den Kunden davon zu überzeugen wie wichtig es ist, Sport zu treiben. Bewegungsarmut wird als Hauptauslöser für Zivilisationskrankheiten (hier speziell Herz- und Kreislauferkrankungen) bezeichnet. Motto der Werbung: Wollen Sie gesund werden oder bleiben, müssen Sie trainieren. Die angebotenen Artikel, mit den dazugehörenden Beschreibungen, entsprechen im Großen und Ganzen denen der KETTLER-Prospekte. Stellenweise werden gesundheitsfördernde Aspekte jedoch weiter ausgeschmückt und somit noch mehr betont. Beliebt sind hier vor allem kurze Kommentare von (vermeintlichen) Experten. 6. Werbung von Fitnessstudios Es gibt zwei Sorten Fitnessstudios. Einmal die mehr gesundheitsorientierten und dann die mehr fitnessorientierten, welche allerdings auch immer mehr im Gesundheitssport aktiv sind. KIESER TRAINING wirbt mit dem Slogan ein starker Rücken kennt keine Schmerzen und bezeichnet sein Training selbst als Gesundheitsorientiertes Krafttraining. Eine bessere Ausdauer soll erreicht werden, um das Herz zu stärken. Andere Aspekte des Krafttrainings wie eine attraktivere Figur, gerade bei Frauen, werden als positive Nebeneffekte bezeichnet.

14 14 Ein mehr fitnessorientiertes Studio wirbt natürlich auch mehr mit Versprechen um gutes Aussehen, mit starken und wohlgeformten Körpern und einem positiven Ganzkörpergefühl, Bäume ausreißen zu können. Aber auch gesundheitsorientierte Sportler und noch nicht Sportler sollen angelockt werden. Besonders beliebt sind hier Nordic-Walking-Kurse, aber auch für das normale Training sind gesundheitliche Aspekte wichtig. Insgesamt ist in den letzten Jahren ein deutlicher Trend, in Richtung Gesundheitssport zu erkennen. Studios rüsten ihre Geräte auf und achten dabei immer mehr auf gesundheitsverträgliche Geräte. So versuchen sie auch mit Krankenkassen zusammenzuarbeiten, da diese, bei erfüllten Kriterien, ihre Versicherungsnehmer finanziell unterstützen, wenn sie sich zum Training in diesem Studio entscheiden. 1. Zeitschriften und Prospekt: Quellenverzeichnis ADIDAS Katalog 2003 und 2005 BKK SECURVITA, Mitgliederzeitung März/April 2004: Das Kreuz mit dem Kreuz. Dr. WOLFF, Broschüre: Rückenfitness-Zentrum FIT for FUN: Fitness zu verschenken: Ausgabe Dezember KARSTADT Sport-Katalog 2005/2006. KETTLER-Prospekte 2005/2006, verschiedene Ausgaben. KIESER TRAINING: Kundenmagazin Reflex, Oktober LIDL, Broschüre Lebenslust GESUNDHEIT Marketingjournal 6/2004: Sport-Marketing Kieser-Training. Mitteldeutsche Zeitung vom : Arbeitgeber kann Zuschuss geben. NIKE Katalog PUMA Katalog RUNNERS POINT-Kataloge, Running Highlights und Walking Highlights, Herbst/Winter RUNNERS POINT, verschiedene Flyer zum Orthopädietag o.j. Alle Quellen ohne Ortsangaben 2. Quellen aus dem Internet: /EUR/OV_BrowseCatalog-Start;sid=-TwLH- RAN08ZH6fEpJMhP syog0tfdycnctnkf_qyouuqa1fxygcmy9ccncw==?categoryname=sh776531&ls=0 Start;sid=mbeDVxNYn82DVVDcxTQvQ3AT4liLKLvM8js=?CategoryName= &Linktype=H (QUELLE AG 2005)

15 15 Fachbereich Sport Seminar: Sport und Gesundheit WS 2005/06 Leitung: Prof. Dr. Dr. M. MESSING Prof. Dr. med. H.-V. ULMER Referentin: Zeppenfeld, Julia 16. November 2005 E-Post: Nr. 4. Bonus-Punkte-System von Krankenkassen: Marketing oder Kostensenkung für die Krankenkasse? Eine Befragung von 4 großen Krankenkassen (U) Was sind Bonusprogramme? Bei den Bonusprogrammen der einzelnen Krankenkassen handelt es sich um Angebote, die ein bestimmtes Verhalten des Versicherten durch Vergünstigungen belohnen. Dementsprechend gibt es einen Bonus für z.b. gesundheitsbewusstes Verhalten, welches mit einer Sach-, Geldprämie oder verschienen Gutscheinen belohnt wird (vgl. SCHREIBER, 2004). Wofür genau es Bonuspunkte gibt, ist von Kasse zu Kasse unterschiedlich (s. Anhang). Was sind Ziele der Bonusprogramme? Mitglieder sollen zu einer gesünderen Lebensweise angeregt werden und mehr Eigenverantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Deutschland gilt auf dem Feld der Primär- und Sekundärprävention als Entwicklungsland (weniger als 10% der Mittel werden in Präventionsmaßnahmen investiert). Durch optimale Prävention ließe sich bspw. das Herzinfarktrisiko um 70% und das Schlaganfallrisiko um 50% senken (vgl. BLÖß, 2004, S. 108; BARMER ERSATZKASSE, 2003). Seit wann gibt es die Bonusprogramme? Die Regierungskoalition und die Union der Krankenkassen haben erst mit dem GKV- Modernisierungsgesetz (GMG) zum den Krankenkassen die Möglichkeit gegeben, Bonusprogramme flächendeckend anzubieten (vgl. BLÖß, 2004, S. 107). Somit können die 359 gesetzlichen Krankenkassen miteinander in Wettbewerb treten und die Abwanderung der Versicherten in die private Krankenversicherung stoppen (vgl. BAUREITHEL, 2003). Ziel: Qualität und Wirtschaftlichkeit des Gesundheitswesens zu steigern (vgl. o.a., o.j.). Kriterien für die unterschiedliche Bonuspunkteverteilung für die einzelnen Maßnahmen: das Potenzial zu Steigerung der Inanspruchnahme eine Kosten-/Nutzenbewertung der Maßnahme die Nachhaltigkeit der Wirkung dieser Maßnahme und die gesundheitspolitische Bedeutung (vgl. TECHNIKER KRANKENKASSE, 2005).

16 16 Sind die Bonus-Punkte-Systeme Marketing der Krankenkasse? Abwanderung von Patienten in die private Kasse kann verringert werden. Krankenversicherer treten durch die Bonus Modelle in einen Wettbewerb (o.a., 2004). Den Versicherten können durch intelligentes Einkaufsmanagement und Sponsoring kosten-günstige, aber attraktive Prämien garantiert werden (vgl. BLÖß, 2004, S. 108). Dienen die Bonus-Punkte-Systeme der Kostensenkung der Krankenkasse? Mittelfristig müssen die Kosten aus Einsparungen und Effizienzsteigerungen, die durch die Bonusmodelle zu erzielen sind, gedeckt werden (vgl. BLÖß, 2004, S. 108). 65a Bonus für gesundheitsbewusstes Verhalten (Sozialgesetzbuch Fünftes Buch) (4) Die Aufwendungen für Maßnahmen nach den Absätzen 1 und 2 müssen mittelfristig aus Einsparungen und Effizienzsteigerungen, die durch diese Maßnahmen erzielt werden, finanziert werden. Die Krankenkassen haben regelmäßig, mindestens alle drei Jahre, über diese Einsparungen gegenüber der zuständigen Aufsichtsbehörde Rechenschaft abzulegen. Werden keine Einsparungen erzielt, dürfen keine Boni für die entsprechenden Versorgungs-formen gewährt werden. Betragserhöhungen allein deshalb, weil die Krankenkasse in ihrer Satzung Bonusregelungen vorsieht, sind nicht zulässig (vgl. CLADE, 2005; LÖSER, 2005). Die Einsparpotentiale werden auf 20-30% der Krankheitskosten geschätzt. Ein Nachweis ist sehr schwierig. Dies liegt an den vielen Einflussfaktoren für die Gesundheit, die man nicht beeinflussen kann (vgl. o.a. 2005). Kritiker meinen, dass eine grundlegende Reform des Gesundheitswesens nötig sei um die Kosten zu senken (vgl. ZIETAN, 2002). Die Krankenkassen geben nur weniger als 10% ihrer Gesamtausgaben für Präventive Maßnahmen aus. Diese Ausgaben sollten gesteigert werden, denn eins steht fest: Bewegung, Ausdauersport und eine richtige Ernährung steigern die Gesundheit. Probleme: Bonuspunkte bekommen lediglich Versicherte, die ihr gesundheitsbewusstes Verhalten wie z.b. die Mitgliedschaft im Sportverein oder die Teilnahme an einem Raucherentwöhnungskurs schriftlich belegen können. Fährt jemand regelmäßig Fahrrad, hält sich fit und ernährt sich gesund, so bekommt er keine Bonuspunkte, d.h. jemand der keine Bonuspunkte erhält kann sich wesentlich gesundheitsbewusster verhalten, als jemand der Mitglied eines Sportvereins ist. Eine sinnvolle Förderung ist hingegen gegeben, wenn den Versicherten Bonuspunkte für Vorsorgeuntersuchungen gewährt werden (vgl. SCHREIBER, 2004). Bei den Beiträgen müssen alle Versicherten gleich behandelt werden. Das Modell darf nicht dazu führen, dass ehemalige Raucher weniger Beiträge zahlen als ewige Nichtraucher. Gefahr besteht, dass Patienten Behandlungen aufschieben, um den Bonus nicht zu verlieren (vgl. ZIETAN, 2002). Fazit Primäres Ziel der Bonus-Punkte-Systeme ist die Kostensenkung der Krankenkassen. Dies wird auch vom Gesetz gefordert und alle drei Jahre überprüft. Ist die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben, müssen die Programme eingestellt werden. Ob sich die Programme in Bezug auf die Kostensenkung der Krankenkasse lohnen, lässt sich laut Gesetz erst Ende 2006 sagen. Dies ist jedoch kritisch zu sehen, denn nach nur 3 Jahren wird in meinen Augen noch keine Aussage diesbezüglich möglich sein. In Bezug auf Wettbewerbsfähigkeit der Krankenkassen spielen Marketingaspekte eine entscheidende Rolle. Hier könnte das Bonus-Punkte-System eine Abwanderung der Versicherten in die private Krankenversicherung vermeiden. In Anlehnung an MESSING & EMRICH (2003, S. 19 ff.) sind die Bonus-Punkte-Systeme der Krankenkassen auch kritisch als Geschenksimulation zur Imagepflege und Markenausstrahlung zu betrachten, da den Mitgliedern Bonuspunkte als Geschenke suggeriert werden, die sie letztendlich durch ihre Mitgliedsbeiträge selbst finanzieren.

17 17 Literaturverzeichnis BARMER ERSATZKASSE ( ). BARMER baut Gesundheits-Bonus-Programme weiter aus. Abgerufen am von BAUREITHEL, U. ( ). Alles Marketing oder was? Abgerufen am von BLÖß, T. ( ). Bonusprogramme: Kassen wollen Prävention fördern. Abgerufen am von CLADE, H. ( ). Gesundheitsreform: Bonustarife inzwischen mehr nachgefragt. Abgerufen am von LÖSER, C. ( ). GKV-Modernisierungsgesetz. Abgerufen am von MESSING, M. & EMRICH, E. (2003). Sportsponsoring als Geschenksimulation und Status- Spiel. In: Sportwissenschaft 33, S o. A. ( ). Die Gesundheitsreform wirkt: Wichtiges auf einen Blick. Abgerufen am von o. A. ( ). Pressegespräch zum DAK/DLV Walking Day am in der DAK Bezirksgeschäftsstelle München Hauptbahnhof. Abgerufen am von o.a. (o.j.). Das Glossar zur Gesundheitsreform. Abgerufen am von SCHREIBER, A. ( ). Geld zurück nur für Gesunde. Abgerufen am von TECHNIKER KRANKENKASSE ( ). Allgemeine Fragen und Antworten zum Bonusprogramm. Abgerufen am von gut versichert/075 bonusprogramm/160 fragen/fragen-navi.html ZIETAN, U. ( ). Krankenkassen: Sind Prämien für Gesunde unsolidarisch? Abgerufen am von Anhang Tab. 1: Bonusbereiche der vier ausgewählten Krankenkassen Vorsorgemaßnahmen ** *** ** ** Gesunde Lebensweise *** *** *** * Gesundheitsbewusster Sport ** ** *** * Beteiligung an Arztkosten *** Für andere etwas tun ** Tab. 2: Bonuspunktevergabe im Bereich Sport der vier ausgewählten Krankenkassen - Aktive sportliche Betätigung in Sportverein, zertifizierten Fitnesstudio + Gesundheitszentrum

18 18 - Hochschulsport - Nordic-Walking - Rückenschule + Wirbelsäulengymnastik + Herz-Kreislauf- Training - Autogenes Training + Hatha Yoga + Tai Chi + Qi Gong + Wirbelsäulengymnastik + Herz- Kreislauf- Training + Hatha Yoga + Tai Chi + Qi Gong - Aqua-Fitness - Teilnahme an Sport- Events vor Ort (z.b. Skater-Marathon in Berlin oder Hamburg, Beachvolleyball- Turniere) - Sportabzeichen oder Leistungsabzeichen - Erwerb von Lauf-, Wander- und Schwimmabzeichen Tab. 3: Ergebnisse der Befragung der vier Krankenkassen Sowohl Marketing als auch Kostensenkung Kosteneinsparungen müssen alle 3 Jahre nach 65a des Sozialgesetzbuches (Fünftes Buch) nachgewiesen werden! Marketinginstrument, indirekt Kostensenkung Prävention steigern Folgekosten vermeiden Telefonische Antwort wurde verweigert! Einsparpotentiale: ca % der Krankheitskosten viele Einflussfaktoren für die Gesundheit, die man nicht beeinflussen kann ausschließlich Marketing, um konkurrenzfähig zu bleiben! Bonus-System mit finanziellen Bonus über 8 Jahre ( 63) Seminar: Sport und Gesundheit. WS 05/06 Mainz, den Leitung: Prof. Dr. Dr. M. Messing; Prof. Dr. med. Ulmer; Referent: Martin Leibold; Johannes Gutenberg Universität Mainz Fachbereich 02 Sozialwissenschaften, Medien und Sport Rückenschule im betrieblichen Umfeld:Durchführung und Erwartung Eine Erhebung bei mehreren Betrieben der Region Mainz, Wiesbaden, Frankfurt und Darmstadt (U)

19 19 Sachstand Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz Ein Ziel der Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz könnte die Prävention von Rückenbeschwerden sein. Hierzu konstatierte 3 : Eine Literaturübersicht über den möglichen Zusammenhang von körperlicher Aktivität und Rückenbeschwerden ergibt zahlreiche Indizien dafür, dass sowohl individuelle Verhaltensaspekte als auch strukturelle Arbeitsverhältnisse und Arbeitsbedingungen einen starken Einfluß [sic] auf dieses Krankheitsgeschehen haben können. Begrifflichkeit: Betrieb In einer weiten Sichtweise wird der Betrieb im Sinne eines planvoll handelnden Sozialsystems gesehen In der engeren Sichtweise zählen nur profitorientierte Unternehmen als Betrieb. 2 Begrifflichkeit: Rückenschule Aufgrund einer Vielfalt möglicher Entstehungsfaktoren für den Rückenschmerz entwickelten sich die Rückenkurse didaktisch-methodisch variat 4. Hervorzuheben sind folgende gemeinsame Inhalte Haltungs- und Bewegungsschulung, Körperwahrnehmungs-, Koordinations- und Entspannungsübungen sowie vielfältige Gymnastikprogramme zur Dehnung und Kräftigung der wichtigsten Muskelgruppen. 5 Entsprechend der Zielgruppe und dem Einsatzort werden vier Schulungsprogramme differenziert: die Kinderrückenschule, die arbeitsplatzbezogene Rückenschule, die allgemeine, präventive Rückenschule sowie die therapeutische Rückenschule 5. Die Wirksamkeit von Rückenschulprogrammen scheint am ehesten für Programme am Arbeitsplatz gesichert zu sein. 1 Fragestellung Werden Rückenschulen im betrieblichen Umfeld durchgeführt? Warum (nicht)? Welche Ziele verknüpfen Betriebe mit einer Rückenschule? Welche Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung werden alternativ/neben einer Rückenschule angeboten? Methodik Datenerhebung Die o. g. Fragestellungen sollten aus der Arbeitgeberperspektive beschrieben werden. Zur Datenerhebung wurden die entsprechenden Pressestellen von Betrieben per mit Anhang Fragebogen kontaktiert. Für die Beantwortung der Fragen war ein Telefoninterview, Fragebogen oder persönliches Gespräch wählbar. Untersuchungsobjekte Die Befragung wurde in Betrieben der Region Mainz, Wiesbaden, Frankfurt und Darmstadt durchgeführt. Entsprechend 267, (2), HGB wurden 23 Betriebe ausgewählt, die mindestens als mittelgroß bezeichnet werden. Ergebnisse Tabelle 1: Teilnahme an der Befragung Nehmen Sie an der Befragung teil? n = 23 ja, per 4 ja, per Telefon 1 ja, persönliches Gespräch 2 ja, per Brief 1 nein, unbekannt 10 nein, Absage 5

20 20 An der Befragung nahmen acht Betriebe teil, davon ein Betrieb aus der Bank/Versicherungsbranche, ein Betrieb aus dem verarbeitenden Gewerbe, zwei Betriebe aus der Branche öffentlicher Verwaltung/Transport und vier Betriebe aus dem Dienstleistungsbereich. Mit ja beantworteten fünf Betriebe die Frage nach der Durchführung einer Rückenschule, ein Betrieb führte früher einmal Rückenschule durch. Als Inhalte der Rückenschule wurden Übungen am Arbeitsplatz, Hebe- und Tragetechniken, ein Kompaktkurs sowie ein Kurs in Kinästhetik genannt. Ziele, die erreicht werden sollen, lauten zusammengefasst: Belastungsminderung für das Personal, Schaffen eines Bewusstseins für Bewegungen sowie Sicherheits- und Gesundheitsförderung. Gründe, keine Rückenschule durchzuführen sind andere Projekte zur betrieblichen Gesundheitsförderung, zu hohe Kosten, geringe Nachfrage und Wechsel des Rückenschulleiters. Alternativ bzw. neben einer Rückenschule zählen Fitnessstudio, Massage, Gesundheitstage, Besuch im Schwimmbad und Betriebssportgruppen zur betrieblich unterstützten Gesundheitsförderung. Diskussion In Bezug zu den Inhalten einer Rückenschule entsprechend den Kooperationsvereinbarungen wird nur bei einem Betrieb tatsächlich Rückenschule durchgeführt. In den anderen Betrieben werden nur Einzelelemente einer Rückenschule angeboten. Zugleich werden durch alternative Maßnahmen die Ziele einer Rückenschule erreicht, z. B. Muskelkräftigung im Fitnessstudio. Zusammenfassung Entsprechend den Ergebnissen bleibt kritisch anzumerken, ob eine Rückenschule noch zeitgemäß ist. Zu den alternativen Maßnahmen mit flexiblen Nutzungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter gehören Möglichkeiten zur Gesundheitsförderung, die von Betrieben zudem auch als kostengünstiger angesehen werden. Quellen- und Literaturverzeichnis 1 Flothrow, Anne: Neuere Ergebnisse der evidence-basierten Evaluation. Welche Schlussfolgerungen ergeben sich für die Rückenschule? Pdf. 5. Download unter: Zugriff am Freyer, Walter: Sport-Marketing. 3. vollständig überarbeitete Auflage. Dresden: FIT Huber, Gerhard: Evalutation gesundheitsorientierter Bewegungsprogramme. Kleine Schriftenreihe Deutscher Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie. Waldenburg: Sport Consult-Verlag ebd Könföderation der deutschen Rückenschulverbände (Kooperationsvereinbarungen). o. D. Pdf. 2. Download unter: Zugriff am Fachbereich Sport Seminar: Sport und Gesundheit WS 2005/2006 Leitung: Prof. Dr. Dr. M. MESSING Prof. Dr. med. H. -V. ULMER Referentin: Lahrsen, Meike Fitnessprogramme im Betrieb: BASF und Fraport AG im Vergleich mit Japan (U/SÖ)

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