Trends. Magazin 01/2016. Maschinenbau

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2 Wir bringen Industrie 4.0 in den Mittelstand 3 7 Partner von it s OWL zeigen ihre Innovationen in Hannover (Halle 16 A04) Im Technologie-Netzwerk it s OWL Intelligente Technische Systeme OstWestfalenLippe entwickeln rund 180 Unternehmen und Forschungseinrichtungen gemeinsam neue Technologien für intelligente Produkte und Produktionsverfahren. Daraus entstehen konkrete Lösungen für Industrie 4.0 und neue Geschäftsideen. Mit einem erfolgreichen Transferkonzept können insbesondere kleine und mittlere Unternehmen neue Technologien aus dem Cluster nutzen und in die Anwendung bringen. Auf dem OWL-Gemeinschaftsstand (Halle 16 A 04) präsentieren 38 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Organisationen in Hannover ihre innovativen Ansätze und zeigen auf, wie Unternehmen diese nutzen können. Der Gemeinschaftsstand wird von der OstWestfalenLippe GmbH und OWL organisiert. Lösungen für Industrie 4.0 Aus den Projekten des Spitzenclusters sind bereits konkrete Lösungen für Industrie 4.0 entstanden, die auf der Hannover Messe gezeigt werden. Phoenix Contact kann beispielsweise mittels einer durchgängigen Datenkette mit einem gemeinsamen Datenformat den Aufwand für das Engineering von Maschinen und Betriebsmitteln um 30% reduzieren. Weidmüller hat bei Umformprozessen wie beispielsweise dem Stanz- Biegen Ausschuss und Fehlerquote um 20% gesenkt. Mit dem Baukastensystem für effiziente Antriebslösungen und dem intelligenten Lastmanagement der Firma Lenze werden bis zu 30% Energie und Ressourcen in der Produktionslogistik eingespart. Durch die Integration neuer Funktionen in die Automatisierungstechnik erreicht Beckhoff signifikante Verbesserungen in der Produktionstechnik. So können der Energieverbrauch und der Ausschuss verringert sowie die Werkzeuglebensdauer deutlich erhöht werden. Durch das Herunterregeln der Säge bei längeren Bearbeitungspausen können beispielsweise bis zu 17% Energie eingespart werden. Auf dem OWL Gemeinschaftsstand präsentieren 37 Aussteller Lösungen für intelligente Produkte und Produktionsverfahren. Quelle: OWL GmbH 10

3 In Demonstrationszentren wie dem Mensch-Maschine-Transferlabor der Universität Bielefeld können Unternehmen neue Technologien erproben. Quelle: Universität Bielefeld Digitale Maschinenverwaltung und virtuelle Werkzeugmaschine DMG MORI zeigt ganzheitliche, durchgängige Lösungen für Werkzeugmaschinen. Durch das APP-basierte CELOS - System können die Mitarbeiter unter einer einheitlichen Oberfläche in ShopFloor und Arbeitsvorbereitung sämtliche Auftrags-, Prozess- und Maschinendaten verwalten, dokumentieren und visualisieren. Der Vorteil: 30 Prozent Zeitersparnis beim Rüsten und ein 50 Prozent geringerer Aufwand für die Berechnung von Technologiewerten oder das Suchen von Informationen. Durch eine virtuelle Werkzeugmaschine lassen sich auf Basis der virtualisierten Prozesskette Bearbeitungsprozesse exakt simulieren und damit perfekt planen. Der Kunde wird künftig über eine Cloud-Plattform bei der Arbeitsvorbereitung unterstützt, in der die virtuelle Werkzeugmaschine optimierte Fertigungsdaten liefert. Unproduktive Nebenzeiten entfallen, bei Störungen sind schnellere Reaktionen möglich. Im Projekt Werkzeugmaschine 4.0 werden durch die Integration von Sensoren eine intelligente Zustandsüberwachung und eine vorausschauende Wartungsplanung ermöglicht. Es entsteht ein intelligentes Frühwarnsystem, das Wartungs- und Instandhaltungsintervalle optimiert, ungeplante Maschinenstillstände vermeidet und die Maschinenverfügbarkeit signifikant erhöht. Innovative Gründungen Aus der Zusammenarbeit im Netzwerk entstehen neue Geschäftsideen. Seit dem Start von it s OWL sind 25 neue Unternehmen gegründet worden, von denen sich fünf auf der Hannover Messe präsentieren. KrauseDiMaTec beispielsweise bietet im Bereich der additiven Fertigungstechnologien eine Komplettlösung für die gesamte Prozesskette im Maschinen- und Anlagenbau und verwandten Branchen: von der Technologieauswahl über die Konzipierung und Konstruktion bis zur belastungsangepassten Optimierung. Darüber hinaus werden einbaufertige Bauteile und Baugruppen produziert. Aufgrund der komplexen spanenden Nacharbeit der oftmals organisch geformten Bauteile wurde dazu ein neues Verfahren entwickelt und zum Patent angemeldet. Auf der Durch das Herunterregeln der Säge kann Beckhoff bei längeren Bearbeitungspausen bis zu 17% Energie einsparen. Technologien erproben. Quelle: Universität Bielefeld 11

4 steute und das InIT arbeiten an der Weiterentwicklung von industriegerechten Funknetzwerken für Schaltgeräte. Quelle: steute Hannover Messe werden die Vorteile der Technologie an realen Beispielen aus dem Maschinen- und Anlagenbau demonstriert. Dabei wird der Unterschied zwischen dem neuen Verfahren und bisherigen Technologien an konkreten Produkten aus Metall und Kunststoff verdeutlicht. Neue Software-Dienste für technische Systeme und Anlagen auf Basis moderner Machine-to-Machine Kommunikation erhalten produzierende Unternehmen bei der Paderborner verlinked GmbH. Das innovative Start Up ist erfolgreich am Markt und beschäftigt bereits sieben Mitarbeiter. Auf der Hannover Messe wird der Mehrwert am Beispiel des Wartungs- und Servicemanagements verdeutlicht. Der Demonstrator veranschaulicht die vertikale Vernetzung eines technischen Systems, die internetbasierte Kommunikation, eine mobilfähige Webapplikation und die Integration in betriebswirtschaftliche Prozesse. Aus der Forschung in den Mittelstand Mit dem innovativen it s OWL Transferkonzept werden neue Basistechnologien aus den Projekten für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) verfügbar gemacht. Dabei geht es beispielsweise um die Bereiche Selbstoptimierung, MenschMaschine-Interaktion, Intelligente Vernetzung und Systems 12 Engineering. In Transferprojekten können KMU in Kooperation mit Forschungseinrichtungen die Technologien auf ihre Anwendungen übertragen. Bis Ende 2017 werden ca. 170 solcher Projekte umgesetzt, 73 laufen bereits oder abgeschlossen. Ergebnisse werden in Hannover gezeigt. So hat das Löhner Unternehmen steute mit dem Institut für industrielle Informationstechnik der Hochschule OWL Lösungen für die intelligente drahtlose Vernetzung von Schaltgeräten entwickelt. topocare aus Gütersloh, Spezialist für Hochwasserschutz und Hersteller von Deichbaumaschinen, hat mit der Fachhochschule der Wirtschaft ein Simulationsmodell entwickelt, das alle notwendigen Akteure eines realen Hochwasser-Einsatzes erfasst und zusammenbringt. Mit Hilfe einer eigenen Smartphone-App gibt es nun ein handhabbares Werkzeug. Konkret erfährt damit beispielsweise der LKW-Fahrer mit dem Sand auf dem Hänger, wann er wohin fahren soll. Dank des Projekts konnte topocare sein Geschäftsfeld um IT basierende Dienstleistungen erweitern. Mittelstand fit für die Digitalisierung machen Die hervorragende Resonanz und die Rückmeldungen zeigen, dass KMU in besonderer Weise von der Zusammenarbeit im

5 Netzwerk profitieren. Mit den Transferprojekten erhalten sie einen einfachen Zugang zu praxiserprobten Technologien. Damit leistet it s OWL einen wichtigen Beitrag, den Mittelstand fit für Industrie 4.0 zu machen. Mit dem neuen Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0 werden die Aktivitäten weiter intensiviert und in die Breite getragen. Das vom Bundeswirtschaftsministerium initiierte Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0 bündelt künftig die Kompetenzen des Spitzenclusters it s OWL sowie der Regionen Rheinland und Metropole Ruhr. Darüber hinaus können Unternehmen in Demonstrationszentren an den Forschungseinrichtungen neue Technologien erproben und deren Einsatzmöglichkeiten im Unternehmen prüfen. Beispiele sind die Smart Factory in Lemgo, das Mensch-Maschine- Interaktion Transferlabor in Bielefeld und das Systems Engineering Live Lab in Paderborn. Ausgewählte Anwendungen werden in Hannover präsentiert. Intelligente Assistenzsysteme für die Arbeit der Zukunft Die Digitalisierung wird die Arbeitswelt verändern. Intelligente Assistenzsysteme können beispielsweise die Arbeitsbedingungen verbessern. Das Institut für Systemdynamik und Mechatronik (ISyM) der Fachhochschule Bielefeld bietet dafür mit seinem Schwerpunkt Human Mechatronics Anknüpfungspunkte: Im Entwurf technischer Systeme werden mechatronische und menschliche Aspekte gleichermaßen berücksichtigt. Auf der Hannover Messe demonstriert das ISyM am Beispiel eines elastischen Roboters, wie Montagearbeiten erleichtert und Mitarbeiter unterstützt werden können. Die Universität Bielefeld stellt ein neues Assistenzsystem für die industrielle Fertigung vor. Das Gerät erkennt Werkstücke und zeigt durch eine Projektion auf der Arbeitsfläche an, wie sie montiert werden müssen. Auch bei der Prüfung von Bauteilen unterstützt das System. Weitere Aussteller des OWL Gemeinschaftsstands sind u.a. die Unternehmen Boge, Böllhoff, Claas, Intorq, KEB, Miele, solihde, Target Industria und topocare. Darüber hinaus präsentieren sich die folgenden Forschungseinrichtungen: Fraunhofer IEM, Fraunhofer IOSB-INA und die Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Mit CELOS und der virtuellen Werkzeugmaschine schafft DMG Mori durchgängige Lösungen für Werkzeugmaschinen. Quelle: DMG Mori. 13

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