Versorgungssicherheit mit Energierohstoffen. Dr. Hubertus Bardt 21. Mai 2015, Köln

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1 Versorgungssicherheit mit Energierohstoffen Dr. Hubertus Bardt 21. Mai 2015, Köln

2 ENERGIEROHSTOFFE ENERGIEROHSTOFFRISIKEN IN 6 LÄNDERN BEZAHLBARE STROMVERSORGUNG IN DEUTSCHLAND 2

3 ENERGIEROHSTOFFE ENERGIEROHSTOFFRISIKEN IN 6 LÄNDERN BEZAHLBARE STROMVERSORGUNG IN DEUTSCHLAND 3

4 Abhängigkeiten von Nicht-Binnenmarkt- Importen in Deutschland, in Prozent 80 Mineralöle (EFTA) Erdgas (EFTA) Steinkohle (EFTA) Mineralöle: Rohöl und Mineralölerzeugnisse, Erdgas: Naturgas, Steinkohle: Anthrazit, Kokskohle, Bituminöse Kohle, Subbituminöse Kohle Quellen: Eurostat; Institut der deutschen Wirtschaft Köln 4

5 Ausgangslage Energieversorgung in Deutschland Breit aufgestellter Primärenergiemix (Eher) Inland Braunkohle (13%) Erneuerbare (11%) Kernkraft (8%) Eher Ausland Steinkohle (12%) Erdgas (22%) Erdöl (32%) Global gute Vorratssituation durch Ressourcen Global stark wachsende Primärenergienachfrage 5

6 Wachsende globale Nachfrage noch fossil Globaler Primärenergieverbrauch in Mtoe Erdöl Erdgas Kohle Kernenergie Erneuerbare Energien Quellen: BP 2014; Berechnungen des IW Köln 6

7 Künftig weiter wachsende globale Nachfrage Globaler Primärenergieverbrauch in Mtoe New Policies Scenario Rest der Welt Lateinamerika (Nicht-OECD) Mittlerer Osten Afrika Sonst. Asien (Nicht-OECD) Indien China Sonst. OECD-Länder Japan USA EU-28 Quellen: IEA World Energy Outlook 2014; Berechnungen des IW Köln 7

8 2/3 des Verbrauchs in lediglich 10 Staaten Angaben in % des globalen Primärenergieverbrauchs, 2013 China USA Russland Indien Japan Kanada Deutschland Brasilien Südkorea Frankreich Quellen: BP 2014; Berechnungen des IW Köln

9 D verbraucht weltweit die meiste Braunkohle Angaben in % des globalen Braunkohleverbrauchs, 2012 Deutschland China Russland USA Polen Australien Türkei Griechenland Indien Tschech. Rep Quellen: BGR 2013; Berechnungen des IW Köln

10 Braunkohle wichtigster heimischer Rohstoff Wichtigster im Inland gewonnener Energieträger 2/5 der inländischen Primärenergiegewinnung Anteil D am globalen Braunkohleangebot Top-1 Förderung: 17% Top-3 Reserven: 14% Top-11 Ressourcen: 1% D aktuell unabhängig von anderen Ländern Allerdings künftiges Potenzial woanders: 2/3 der globalen Ressourcen in USA + Russland Quellen: BMWi, 2014; BGR, 2014; Berechnungen des IW Köln 10

11 ENERGIEROHSTOFFE ENERGIEROHSTOFFRISIKEN IN 6 LÄNDERN BEZAHLBARE STROMVERSORGUNG IN DEUTSCHLAND 11

12 Ist die Energieversorgung in D sicher? Versorgungssicherheit: Guter Zugang wichtig + Sicherheit: Vielfalt an Energieträgern - Risiken: Hohe Importabhängigkeit Heimische Energieträger besonders sicher Breite Risikostreuung wichtig Braunkohle Erneuerbare Viele Lieferländer Flexible Transportwege 12

13 Energiemixe im 6-Ländervergleich Struktur des PEV + Stromerzeugung in %, Sonstige Erneuerbare Kernenergie Braunkohle Steinkohle Erdgas Erdöl PEV Strom PEV Strom PEV Strom PEV Strom PEV Strom PEV Strom D F I JP USA CHN Quellen: IEA 2014; Berechnungen des IW Köln 13

14 Messen von Versorgungsrisiken Energierohstoffrisikoindex 4 Dimensionen: 7 Indikatoren Mehrstufiges Verfahren: nationale + internationale Sicht Einheitliche über Länder/Energierohstoffe vergleichbare Metrik Nur fossile Brennstoffe Langfrist. Verfügbar keit Importabhängigkeit Preisrisiken Länderrisiken Vergleich D mit F, I, USA, JP, CHN Gesamtindex Gesamtindex Quelle: IW Köln / IW Consult (2015), Eigene Darstellung 14

15 Heimische Energieträger geringeres Risiko Rohstoffspezifischer Energierohstoffindex (0-100) 80 Erdöl D; 61, Erdölprodukte D; 49,3 D F I Braunkohle D; 11,7 Erdgas D; 70,6 USA JP CHN Steinkohle D; 43,7 Japan: keine Braunkohle Quelle: IW Köln / IW Consult (2015), Berechnungen der IW Consult 15

16 D im 6-Ländervergleich - mittleres Risiko Energierohstoffindex (fossil) bei Verwendungen (0 100) China USA Deutschland Japan Frankreich Italien PEV Strommix Wärmemix Quelle: IW Köln / IW Consult (2015), Berechnungen der IW Consult 16

17 Stromerzeugungsszenarien für D ausgewählte Szenarien, Verwendung in %* 120 Erdölprodukte Erdgas Steinkohle Braunkohle Erneuerbare Kernkraft : aktuell 1: Braunkohle wichtig 2: Steinkohle wichtig 3: Erdgas wichtig : Braunkohle weg *Nur betrachtete Energieträger, nicht immer 100% Quelle: IW Köln / IW Consult (2015), Berechnungen der IW Consult 17

18 Braunkohle-Szenario: geringstes Risiko Szenarien, Energierohstoffindex inkl. EE und Uran (0 100) Erdölprodukte Erdgas Steinkohle Braunkohle Erneuerbare Kernkraft 29,8 25,4 24,2 23,3 19, : aktuell 1: Braunkohle wichtig 2: Steinkohle wichtig 3: Erdgas wichtig 4: Braunkohle weg Quelle: IW Köln / IW Consult (2015), Berechnungen der IW Consult 18

19 ENERGIEROHSTOFFE ENERGIEROHSTOFFRISIKEN IN 6 LÄNDERN BEZAHLBARE STROMVERSORGUNG IN DEUTSCHLAND 19

20 Industriestrompreise: Deutschland belegt Spitzenpositionen, in Cent je KWh Vereinigtes Königreich Deutschland Italien EU-28 Tschechische Republik Niederlande Portugal Dänemark Österreich Spanien Belgien Frankreich Polen Griechenland Finnland Schweden Norwegen 4,9 4,7 8,5 8,0 7,8 7,6 7,5 7,2 7,2 6,8 6,6 6,1 5,8 5,6 11,3 10,6 10,5 Quelle: Eurostat, 2014, bei einen Jahresverbrauch von 70 bis 150 GWh 20

21 Steigender Kostennachteil durch Sonderlasten Steuern und Angaben liegen in Deutschland um X Cent je kwh höher als in EU 2,9 2,3 1,7 1,5 1,0 0,3 0,3 0, Jahresverbrauch von 70 bis 150 GWh; 2007: 2. Halbjahr, 2014: 1 Halbjahr, sonst Jahresmittel Quellen: Eurostat; IW Köln 21

22 Ein Großteil der Industrie ist von steigenden Stromkosten voll betroffen Wenige sehr große Stromverbraucher, stehen einer Mehrheit von kleinen bis mittleren Stromverbrauchern gegenüber. 75 Prozent der Stromverbraucher verbrauchen nicht mehr als 1,8 GWh, 90 Prozent überschreiten die 6,6 GWh nicht. 99,5 Prozent der deutschen Unternehmen verbrauchen unter 150 GWh und deren Strompreise sind daher anhand der öffentlichen Statistik nachvollziehbar. Nur etwa 4 Prozent der Industrieunternehmen profitieren von Ausnahmeregelungen im Rahmen des EEG 22

23 Desinvestition energieintensiver Unternehmen Anteil der Refinanzierung der Abschreibungen in Prozent 120% weniger Energieintensive Energieintensive 110% 100% 90% 80% Energieintensive: Papier, Chemie, Glas/Keramik/Stein & Erden, Metallerzeugung und -bearbeitung. Quellen: Statistisches Bundesamt, 2014; IW Köln 23

24 Die klimapolitische Herausforderung bleibt Preiswürdigkeit und Versorgungssicherheit erfordert effiziente Klimapolitik Überschneidungsfreier (rohstoff- und technologieunspezifischer) Instrumentenmix Stärkung des Europäischen Emissionshandels als klimapolitisches Leitinstrument Gleichzeitige Begrenzung und Reduktion kostspieliger Doppelregulierungen 24

25 Dr. Hubertus Bardt Geschäftsführer Leiter Wissenschaft

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