Merkblatt: Steuern. Einkommenssteuer. Wer muss Einkommensteuer zahlen?

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1 Merkblatt: Steuern Zu beachten sind die Einkommenssteuer bzw. Körperschaftssteuer, die Umsatzsteuer und die Gewerbesteuer. Wenn Ihr Unternehmen eine Kapitalgesellschaft (GmbH, AG) ist, muss es Körperschaftssteuer abführen. Bei Personengesellschaften und Einzelunternehmen werden die Gesellschafter bzw. Inhaber zur Einkommensteuer veranlagt. Die Körperschaftssteuer ist also die Einkommenssteuer einer GmbH. Sofern Sie in ihrem Unternehmen Mitarbeiter beschäftigen, sind Sie zudem verpflichtet, die anfallende Lohnsteuer an das Finanzamt abzuführen. Jedoch ist dies keine Steuerlast, die von Ihrem Unternehmen aufgebracht werden muss, sondern vom Arbeitnehmer. Das Unternehmen übernimmt nur die Aufgabe, die anfallende Lohnsteuer direkt vom Gehalt des Mitarbeiters abzuziehen und an das Finanzamt zu zahlen. Eventuell kommen weitere Steuern auf Sie zu (z. B. die Grundsteuer, wenn Ihr Unternehmen ein eigenes Grundstück hat), auf diese weiteren Steuern wird an dieser Stelle aber nicht weiter eingegangen, da dies zu sehr von der spezifischen Unternehmenssituation abhängig ist. Deshalb nochmals der Hinweis: Nehmen Sie unbedingt die Hilfe eines kompetenten Steuerberaters in Anspruch. Einkommenssteuer Wer muss Einkommensteuer zahlen? Unternehmen, die als Personengesellschaft organisiert sind (Einzelunternehmen, GbR, OHG, KG), unterliegen - als Unternehmen - keiner spezifischen Ertragsbesteuerung. Jedoch sind die Inhaber oder Gesellschafter des Unternehmens verpflichtet, den Geschäftsertrag im Rahmen ihrer privaten Einkommensteuererklärung zu versteuern. Was wird besteuert? Der Einkommensteuer unterliegen die Gewinne aus der gewerblichen Tätigkeit. Als Gewinn bezeichnet man den Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben. Welche betrieblichen Ausgaben angerechnet werden können, ist ein schwieriges Feld. Hierzu ziehen Sie am besten Ihren Steuerberater zu Hilfe. Raimund Fisch 06 51/

2 Wie hoch ist die Einkommensteuer? Zunächst einmal wird von dem zu versteuerndem Einkommen ein sog. 'Mindestfreibetrag' abgezogen. Dieser beträgt derzeit für Ledige und für Verheiratete. Diese Beträge werden nicht besteuert. Das restliche Jahreseinkommen unterliegt einem progressiven Steuersatz mit steigendem Einkommen. Wann muss die Steuer gezahlt werden? Einkommensteuer wird im Voraus gezahlt, d. h. Sie müssen insgesamt 4 mal im Jahr eine Abschlagzahlung an das Finanzamt leisten (Termine s. Steuerkalender). Die Höhe dieser Vorauszahlungen richtet sich nach dem voraussichtlich erzielten Einkommen. Bis zum 31. Mai des jeweiligen Folgejahres müssen Sie ihre Einkommensteuererklärung beim Finanzamt abgeben. Das Finanzamt errechnet dann Ihre tatsächliche Steuerschuld und erstattet Ihnen evtl. zu viel gezahlte Beträge oder stellt eine Nachforderung, falls Ihre Vorauszahlungen zu niedrig waren. Elektronische Steuererklärung Sie haben mittlerweile auch die Möglichkeit, Ihre Einkommensteuererklärung elektronisch abzugeben. Grundinformationen hierzu bietet das Bundesfinanzministerium, Details und die notwendige Software erhalten Sie auf den Seiten des Projekts ELSTER. Körperschaftssteuer Wer muss Körperschaftssteuer zahlen? Körperschaftssteuer ist die Ertragsteuer für juristische Personen, im Unternehmensbereich also für Kapitalgesellschaften (GmbH, GmbH & Co. KG, AG). Raimund Fisch 06 51/

3 Was wird besteuert? Der Körperschaftssteuer unterliegen die Gewinne aus der gewerblichen Tätigkeit. Als Gewinn bezeichnet man den Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben. Welche betrieblichen Ausgaben angerechnet werden können, ist ein schwieriges Feld. Hierzu ziehen Sie am besten Ihren Steuerberater zu Hilfe. Wie hoch ist die Körperschaftssteuer? Der Steuersatz liegt einheitlich bei 15 %. Wann muss die Steuer gezahlt werden? Identisch zum Verfahren bei der Einkommensteuer, müssen für die Körperschaftssteuer 4 mal jährlich Vorauszahlungen geleistet werden (s. Termine für die Einkommensteuervorauszahlung im Steuerkalender). Bis Ende Mai des Folgejahres muss eine Steuererklärung für das Geschäftsjahr abgegeben werden. Umsatzsteuer Was ist die Umsatzsteuer? Die Umsatzsteuer wird auf den gesamten privaten und öffentlichen Verbrauch erhoben. Beim Kauf einer Ware oder Dienstleistung ist also neben dem eigentlichen Preis, den der Verkäufer erhält, zusätzlich die Umsatzsteuer zu zahlen. An das Finanzamt abgeführt wird die Umsatzsteuer von demjenigen, der den Umsatz tätigt, d. h. vom Verkäufer. Unternehmen müssen also jedes Mal, wenn sie einen Umsatz tätigen (Produkte oder Dienstleistungen verkaufen), auf den eigentlichen Verkaufspreis die Umsatzsteuer aufschlagen und diese anschließend an das Finanzamt abführen. Gleichzeitig kann das Unternehmen von dieser Steuerschuld die so genannte Vorsteuer abziehen. Dabei handelt es sich um die Umsatzsteuer, die das Unternehmen selbst bereits entrichtet hat, bspw. beim Kauf von Produktionsgütern. Raimund Fisch 06 51/

4 Wie hoch ist die Umsatzsteuer? Die Umsatzsteuer kennt zwei verschiedene Steuersätze: den allgemeinen Steuersatz von 19 %. Dieser gilt für fast alle getätigten Umsätze. den ermäßigten Steuersatz von 7 %. Dieser gilt für Lebensmittel (außer Getränke und Gaststättenumsätze), den Personennahverkehr, Bücher, Zeitungen und bestimmte Kunstgegenstände. Was wird besteuert? Der Umsatzsteuer unterliegen alle Umsätze eines Unternehmens. Dies können sein: Lieferungen und Dienstleistungen Eigenverbrauch Einfuhr aus Nicht-EU-Ländern Einfuhr aus EU-Ländern (sog. innergemeinschaftlicher Erwerb). Wie es funktioniert - ein Beispiel Ein Sportgeschäft kauft bei einem Sportartikelfabrikanten Waren im Wert von Der Sportartikelfabrikant berechnet dem Geschäft den Warenwert zuzüglich der Umsatzsteuer von 19 %: Warenwert % Umsatzsteuer Rechnungsbetrag Der Sportartikelfabrikant muss nun 190 Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. Das Sportgeschäft verkauft die Waren nun an einen Endkunden für Auch hier muss die entsprechende Umsatzsteuer hinzugezogen werden: Verkaufspreis % Umsatzsteuer Rechnungsbetrag Raimund Fisch 06 51/

5 Gegenüber dem Finanzamt muss das Sportgeschäft nun die einbehaltene Umsatzsteuer abzüglich der Vorsteuer (gezahlte Umsatzsteuer an den Sportartikelfabrikanten) als Steuerschuld abführen: Umsatzsteuer Vorsteuer 190 Steuerschuld 190 Im Grunde ist die Umsatzsteuer also für das Sportgeschäft (für alle Unternehmen) nur ein durchlaufender Buchungsposten. Lediglich der Endverbraucher zahlt real die Umsatzsteuer (diesem eher als Mehrwertsteuer bekannt). Steuerbefreiung für Kleinunternehmer Für Kleinunternehmer ist eine Befreiung von der Umsatzsteuer möglich. Sofern die Umsätze eines Unternehmens im vorangegangenen Kalenderjahr den Betrag von nicht überschritten haben und im laufenden Jahr voraussichtlich nicht übersteigen werden, kann das Unternehmen von der Umsatzsteuer befreit werden. Das heißt aber auch, dass keine Vorsteuer geltend gemacht werden kann und bei getätigten Umsätzen keine Umsatzsteuer auf der Rechnung ausgewiesen werden darf. Wann muss die Umsatzsteuer gezahlt werden? In der Regel ist bis zum 10. des Folgemonats eine so genannte Umsatzsteuervoranmeldung abzugeben, aus der die geleistete Vorsteuer sowie die einbehaltene Umsatzsteuer hervorgehen. Mit der Abgabe der Voranmeldung ist gleichzeitig (per Scheck oder Überweisung) die errechnete Steuerschuld zu bezahlen. Haben Sie ein negatives Saldo, also mehr Vorsteuern gezahlt als Umsatzsteuer einbehalten, müssen Sie natürlich nichts zahlen, sondern bekommen vom Finanzamt eine Steuererstattung in entsprechender Höhe. Bitte beachten Sie: Das Finanzamt ist berechtigt, ohne Sie vorab zu benachrichtigen einen Steuerprüfer zu Ihnen zu schicken, dem Einsicht in alle umsatzsteuerrelevanten Unterlagen gewährt werden muss. Gehen Sie daher sorgfältig mit den Belegen über gezahlte Vorsteuer und einbehaltene Umsatzsteuer um! Unternehmen, deren gesamte abzuführende Umsatzsteuer im Vorjahr nicht überstieg, können ihre Vorsteueranmeldung auch vierteljährlich abgeben. Zusätzlich zu den Voranmeldungen muss jedes Unternehmen eine Jahressteuererklärung bis spätestens zum 31. Mai des Folgejahres abgeben. Die darin errechnete Abschlusszahlung ist innerhalb eines Monats nach Abgabe der Erklärung an das Finanzamt zu leisten. Raimund Fisch 06 51/

6 Wozu wird eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer benötigt? Da der Verkauf von Waren aus einem Mitgliedsland der EU in ein anderes umsatzsteuerfrei ist, gibt es für diesen Fall eine besondere Regelung. Wenn Sie am so genannten *innergemein-schaftlichen Warenverkehr* (d. h. dem Ver- oder Ankauf von Waren nicht Dienstleistungen - in oder aus EU-Mitgliedstaaten) teilnehmen möchten, benötigen Sie eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Beim Kauf einer Ware aus einem EU-Land übermitteln Sie dem Verkäufer ihre Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, welche diesem anzeigt, dass Sie Unternehmer sind und in diesem Fall keine Umsatzsteuer zahlen müssen. Bei Neugründung Ihres Unternehmens erhalten Sie vom Finanzamt einen Fragebogen, auf dem Sie die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer direkt beantragen können. Sie erhalten dann eine Mitteilung über die Nummer. Besteht Ihr Unternehmen schon länger, können Sie die Nummer direkt beim Bundesamt für Finanzen beantragen. Gewerbesteuer Die Gewerbesteuer ist eine kommunale Steuer, d. h. sie wird von der Steueramt der Stadt/Gemeinde erhoben und nicht vom Finanzamt, welches die Bundes- und Landessteuern erhebt. Die Gewerbesteuer muss von allen gewerblichen Unternehmen gezahlt werden. Besteuert wird der so genannte 'Gewerbeertrag', der sich aus dem Unternehmensgewinn abzüglich bestimmter Beträge errechnet. Die exakte Berechnung der Gewerbesteuer verläuft nach einem recht komplizierten Verfahren, das an dieser Stelle nicht weiter erläutert wird. Die Höhe der Gewerbesteuer ist zudem abhängig vom jeweiligen lokalen 'Gewerbesteuerhebesatz', der von jeder Kommune selbständig festgelegt wird. In Trier beträgt der aktuelle (2010) Hebesatz 390. Die folgende Tabelle bietet einen Vergleich der Gewerbesteuer in verschiedenen deutschen Großstädten. Gemeinde (Hebesatz) Bonn (460) München (490) Berlin (410) Frankfurt/M. (460) Viermal pro Jahr müssen Gewerbebetriebe eine Gewerbesteuer-Vorauszahlung entrichten. Die Daten entnehmen Sie bitte dem Steuerkalender. Evtl. zu viel gezahlte Beträge werden später erstattet. Raimund Fisch 06 51/

7 Natürliche Personen und Personengesellschaften haben einen Gewerbesteuerfreibetrag von Erst auf den darüber hinaus anfallenden Gewinn muss Gewerbesteuer gezahlt werden. Dieser Freibetrag gilt nicht für alle Gesellschafter, sondern für den einzelnen Betrieb insgesamt. Kapitalgesellschaften, wie GmbH oder AG, haben keinen Gewerbesteuerfreibetrag. Sie müssen ab dem ersten Euro Gewinn Gewerbesteuer zahlen. Was ist zu tun? Unsere Empfehlung ist: Suchen Sie zunächst nach einem Steuerberater, der Sie kompetent berät. Wenn das Finanzamt nach der Gewerbeanmeldung nicht automatisch auf Sie zukommt, kontaktieren Sie von sich aus das Finanzamt, um Ihr Unternehmen anzumelden. Nach erfolgter Anmeldung erhalten Sie eine Steuernummer, unter der alle steuerlichen Belange Ihres Unternehmens behandelt werden. Denken Sie an die monatlichen Steuervorauszahlungen, die Sie zu leisten haben (s. Steuerkalender). Falls Sie geschäftliche Beziehungen innerhalb der EU haben, beantragen Sie eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (s. Umsatzsteuer). Raimund Fisch 06 51/

8 Links zum Thema Steuern: (Steuerberater-Suchservice) (Infos zur elektronischen Steuererklärung) (Informationen, Service und Downloads zur elektronischen Steuererklärung) (Finanzministerium NRW FAQ des Finanzministeriums NRW zur Umsatzsteuer) (Suche nach zuständigem Finanzamt NRW) Raimund Fisch 06 51/

9 Steuerkalender Monat Fälligkeit Steuerart Januar Umsatzsteuervoranmeldung Dezember oder IV. Kalenderquartal des Vorjahres Lohnsteueranmeldung Dezember oder IV. Kalenderquartal des Vorjahres oder Jahresmeldung Februar Umsatzsteuer- und Lohnsteuervoranmeldung für Januar Gewerbesteuervorauszahlung März Umsatzsteuer- und Lohnsteuervoranmeldung für Februar Einkommensteuervorauszahlung I. Quartal April Umsatzsteuervoranmeldung März oder I. Kalenderquartal des laufenden Jahres Lohnsteueranmeldung März oder I. Kalenderquartal des laufenden Jahres Mai Umsatzsteuer- und Lohnsteuervoranmeldung für April Gewerbesteuervorauszahlung Einen Monat nach Bekanntgabe der Bescheid Steuer- Festsetzung durch Gemeinde Abgabe der Einkommensteuererklärung und Umsatzsteuerjahresanmeldung für das Vorjahr Gewerbesteuererklärung Juni Umsatzsteuer- und Lohnsteuervoranmeldung für Mai Einkommensteuervorauszahlung II: Quartal Juli Umsatzsteuervoranmeldung Juni oder II. Kalenderquartal des laufenden Jahres Lohnsteueranmeldung Juni oder II. Kalenderquartal des laufenden Jahres August Umsatzsteuer- und Lohnsteuervoranmeldung für Juli Gewerbesteuervorauszahlung September Umsatzsteuer- und Lohnsteuervoranmeldung für August Einkommensteuervorauszahlung II. Quartal Oktober Umsatzsteuervoranmeldung September oder III. Quartal des laufenden Jahres Lohnsteueranmeldung September oder III. Quartal des laufenden Jahres November Umsatzsteuer- und Lohnsteuervoranmeldung für Oktober Gewerbesteuervorauszahlung Dezember Umsatzsteuer- und Lohnsteuervoranmeldung für November Sondervorauszahlung für Dauerfristverlängerungen bei Umsatzsteuervoranmeldungen Einkommensteuervorauszahlung Quelle: Deutsche Ausgleichsbank Raimund Fisch 06 51/

10 Hinweis: Die Veröffentlichung von Merkblättern ist ein Service der IHK Trier für ihre Mitgliedsunternehmen. Dabei handelt es sich um eine zusammenfassende Darstellung grundlegender Informationen, die nur erste Hinweise enthält und keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Obwohl dieses Merkblatt mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt wurde, kann eine Haftung für die inhaltliche Richtigkeit nicht übernommen werden. Raimund Fisch 06 51/

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