Verbessert die gemeinsame Schulung von Ärzten und Pflegenden die sichere Identifikation von Patienten im Krankenhaus?

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1 Dr. Constanze Lessing 1, Hans-Joachim Standke², Dr. Richard Lux 1 1 Insitut für Patientensicherheit, 2 Vivantes GmbH Verbessert die gemeinsame Schulung von Ärzten und Pflegenden die sichere Identifikation von Patienten im Krankenhaus? Ergebnisse aus einer randomisierten Multicenterstudie im Time-Series-Design 12. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung 23. bis 25. Oktober 2013 in Berlin

2 Hintergrund Seite 2

3 Aktionsbündnis Patientensicherheit Sichere Patientenidentifikation Vorname, Nachname, Geburtsdatum Vollständige Dokumentation (Patientenakten, Anforderungen, Befunde, Proben) Vollständiger Abgleich vor jeder Maßnahme und aktive Ansprache der Patienten Kommunikation und Austausch zwischen allen Berufsgruppen? Seite 3

4 Intervention Seite 4

5 Schulung und Begleitmaterial Schulung (2 x 45 Minuten) Patientensicherheit Fehler und Schäden (Ursachen, Epidemiologie, Prävention) Vorstellung Studie Kasuistik Patientenidentifikation Optimierung der ärztlichen und pflegerischen Dokumentation Begleitmaterial (2 x 45 Minuten) Begleitheft zur Schulung APS-Handlungsempfehlung Poster auf Station PC-basierte Schulung Teambesprechung (2 x 45 Minuten) Leitfaden Seite 5

6 Studiendesign Seite 6

7 Kontrollierte Studie im Time-Series-Design Teilnehmer 16 chirurgische und internistische Stationen in vier Berliner Krankenhäuser der Regel- und Maximalversorgung. Kontroll- und Interventionsgruppe bestehend aus je einer chirurgischen und einer internistischen Station pro Studienkrankenhaus (Randomisierung: Münzwurf) Intervention Zwei 45minütige Schulungen von Ärzten und Pflegenden Informationsmaterial, Leitfaden für Teambesprechungen zur sicheren Patientenidentifikation PC-basierte Schulung Beobachtungsendpunkte Identifizierungsrelevante Fehler in Patientenakte: Fehlende Angaben, Schreibfehler, falsche Angaben (Retrospektiver Chart Review) Patientenbeobachtungen zur sicheren Patientenidentifikation (Befragung) Stichprobe 767 Patienten der teilnehmenden Stationen (Befragung + Chart Review), (Verweildauer 3 bis 14 Tage) Seite 7

8 Ergebnisse Seite 8

9 Schulungsteilnehmer Seite 9

10 Stichprobe Seite 10

11 Befragung Subjektives Sicherheitsempfinden Organisatorische Aspekte 5 5 4,5 4, ,5 3,5 Mittelwert 3 2,5 2 Intervention Kontrolle Mittelwert 3 2,5 2 Intervention Kontrolle 1,5 1, ,5 0, Messzeitpunkt Messzeitpunkt Häufigkeit sichereheitsrelevanter Routinen Mittelwert 5 4,5 4 3,5 3 2,5 2 1,5 1 0, Messzeitpunkt Intervention Kontrolle Seite 11

12 Chart Review Anzahl der Fehler Dokumente mit identifikationsrelevantem Fehler pro Akte Anzahl fehlerhafter Dokumente Messzeitpunkt Kontrollgruppe Interventionsgruppe diff = 0,0 p = 0,878 diff =0,2 p = 0,633 diff = 1,0 p = 0,000 diff = 0,2 p = 0,197 Seite 12

13 Fazit Die multimodale Intervention ist geeignet, Ärzte und Pflegenden für das Thema sichere Patientenidentifikation zu sensibilisieren (Ausnahme: PC-basierte Schulung). Durch gemeinsame Schulungen von Ärzten und Pflegenden kann die Gesamtqualität der ärztlichen und pflegerischen Dokumentation verbessert werden. Verhaltensänderungen im Umgang/Kommunikation mit Patienten konnten nicht beobachtet werden. Kurzfristige Verhaltensänderungen können durch die Vermittlung technischer Fertigkeiten erwirkt werden (vollständige Dokumentation identifizierungsrelevanter Patientendaten); die Änderung sozialer Verhaltensweisen (Patientenkontakt) bedarf mittel- und langfristiger Interventionen. Wiederkehrende und kontinuierliche Schulungs- und Erinnerungsmaßnahmen sind zu empfehlen, um Verhaltensänderungen zu verfestigen und zu vertiefen. Seite 13

14 Wir bedanken uns bei unseren Förderern und Projektpartnern Bundesministerium für Gesundheit Aktionsbündnis Patientensicherheit e.v. Vivantes - Netzwerk für Gesundheit GmbH Universitätsklinikum Bonn Zentrum für Evaluation und Methoden, Universität Bonn Seite 14

15 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Institut für Patientensicherheit der Universität Bonn Dr. phil. Constanze Lessing

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