Finanzanalyse. Analysefelder. Ertragslage. Finanzlage. Liquidität. Vermögensstruktur. Finanzierungsstruktur

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1 Finanzanalyse Analysefelder Ertragslage Finanzlage Liquidität Vermögensstruktur Finanzierungsstruktur 1

2 2. Kapitel Finanzwirtschaftliche Bilanzanalyse 2.1 Analyseziele Kapitalverwendung (Vermögens- und Investitionsanalyse) Kapitalaufbringung (Finanzierungsanalyse) Liquidität (Fähigkeit, Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können) (Manövriermasse zur Krisenbewältigung) 2

3 2.2 Kurzfristige, situative Liquidität Liquiditätskennzahlen Liquidität 1. Grades = (Liquide Mittel)/Kurzfristiges Fremdkapital Liquidität 2. Grades = (kurzfristig gebundenes Umlaufvermögen)/Kurzfristiges Fremdkapital Liquidität 3. Grades = (monetäres Umlaufvermögen + Vorräte)/kurzfristiges Fremdkapital Working Capital = Umlaufvermögen (Kurzfristiges Fremdkapital + Mittelfristiges Fremdkapital) Working Capital (relativ) = Umlaufvermögen/(Kurzfristiges Fremdkapital + Mittelfristiges Fremdkapital) 3

4 2.2 Kurzfristige, situative Liquidität Liquiditätskennzahlen Liquidität 1. Grades = (Liquide Mittel)/Kurzfristiges Fremdkapital ZB25 (Barliquidität) Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit 1 Jahr + Steuerrückstellungen + Sonstige Rückstellungen (abzüglich Aufwandsrückstellungen) + Ausschüttungsbetrag + Passive Rechnungsabgrenzungsposten = kurzfristige Schulden 4

5 2.2 Kurzfristige, situative Liquidität Liquiditätskennzahlen Liquidität 2. Grades = (monetäres Umlaufvermögen)/ kurzfristiges Fremdkapital ZB25 (Liquidität auf kurze Sicht) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände + Wertpapiere des Umlaufvermögens + Aktive Rechungsabgrenzungsposten ohne Disagio = monetäres Umlaufvermögen 5

6 2.2 Kurzfristige, situative Liquidität Liquiditätskennzahlen Liquidität 3. Grades = (monetäres Umlaufvermögen + Vorräte)/Kurzfristiges Fremdkapital ZB25 (Liquidität auf mittlere Sicht) 6

7 2.2 Kurzfristige, situative Liquidität Liquiditätskennzahlen Working Capital = Umlaufvermögen (Kurzfristiges Fremdkapital) ZB25 Working Capital (relativ) = Umlaufvermögen/(Kurzfristiges Fremdkapital) Working Capital Ratio ZBU1;ZB21 current assets: alle innerhalb eines Jahres monetisierbaren Vermögensgegenstände gegebenenfalls incl. stiller Reserven 7

8 2.3 Vermögensstrukturkennzahlen nach IAS 1, SEC Regulation S-X und nach der deutschen Auslegung der IFRS, RIC 1 ist die Bilanz ausschließlich nach dem Aspekt der Fristigkeit zu gliedern nach dem HGB noch nach Fristigkeit; statt Anlagevermögen: Langfristige Vermögenswerte (noncurrent assets) ZB20;ZB25 Umlaufvermögen: Kurzfristige Vermögenswerte (current assets) ZB20;ZB25 8

9 2.3 Vermögensstrukturkennzahlen Anlageintensität = Anlagevermögen/Gesamtvermögen ZB25 Arbeitsintensität = Umlaufvermögen/Gesamtvermögen ZB25 bzw. Umlaufintensität Vermögensintensität = Anlagevermögen/Umlaufvermögen Dispositionselastizität: Je kurzfristiger das Vermögen gebunden ist, desto höher ist die Anpassungsfähigkeit. Erfolgselastizität: Je geringer der Fixkostenanteil ist, um so weniger wirken sich Beschäftigungsänderungen aus. Intensität des immateriellen Vermögens = Immaterielle Vermögensgegenstände/Gesamtvermögen ZB25 9

10 2.3 Vermögensstrukturkennzahlen Umschlagshäufigkeit des Gesamtvermögens = Umsatz/durchschnittliches Gesamtvermögen Umschlagsdauer des Vorratsvermögens = (durchschnittliche Vorräte x 365 Tage)/Umsatz ZB24;ZB25 Warenvorräte: Welche Bestände für die einzelnen Warenvorräte liegen vor und welche wertmäßige Entwicklung ist hierfür zu beobachten? Mit welchem Wertansatz werden die selbst erstellten Waren bewertet? Wie werthaltig sind die einzelnen Warenbestandspositionen? (Dem Umsatz ist hier Umsatzsteuer hinzuzurechnen, da Forderungen aus Lieferungen und Leistungen incl. Umsatzsteuer sind.) 10

11 2.3 Vermögensstrukturkennzahlen Debitorenlaufzeit = (Forderungen aus Lieferungen und Leistungen x 365 Tage)/Umsatz (= Kundenziel ) ZB24;ZB25 zusätzlich: (Kennzahl zur Kapitalstruktur) Kreditorenlaufzeit = (Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen x 365 Tage)/Wareneingang (= Lieferantenziel ) ZB24;ZB25 Wareneinsatz und Aufwendungen für touristische Leistungen + Zunahme des Bestandes an Vorräten = Wareneingang 11

12 2.3 Vermögensstrukturkennzahlen Liquiditätskreislauf (cash conversion cycle): durchschnittliche Dauer, um die für den Wareneinkauf eingesetzten Mittel durch den Umsatzprozess zurück zu gewinnen Vorrats-Umschlagsdauer + Kundenziel Lieferantenziel = Liquiditätskreislauf 12

13 2.3 Vermögensstrukturkennzahlen Liquiditätskreislauf (cash conversion cycle): Die Cashfix AG wurde im Jahr 2008 von einem anderen Unternehmen übernommen. Im Rahmen der Finanzplanung stellt sich für den Konzernvorstand die Frage, wie es um das Liquiditätsmanagement der Cashfix AG bestellt ist. Hierzu liegt neben den unten stehenden bilanziellen Werten der Cashfix AG noch die Auskunft des Rechnungswesens vor, dass die Umsatzerlöse TGE für das Jahr 2008 bzw TGE für 2007 betragen haben. Der Wareneingang verringerte sich für die beiden Jahre von TGE auf TGE im Jahr Beurteilen Sie die Liquiditätssituation der Cashfix AG anhand des Liquiditätskreislaufs! ausgewählte Bilanzposten (in TGE) Vorräte Forderungen aus Lieferungen und Leist Liquide Mittel Verbindlichkeiten aus Lieferungen u. Leist

14 2.3 Vermögensstrukturkennzahlen Kennzahlen zur Untersuchung der Investitions- und Abschreibungspolitik: Anlagenabnutzungsgrad = (kumulierte Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen)/(Sachanlagevermögen zu historischen Anschaffungskosten) ZB19 Investitionsquote = (Nettoinvestitionen in Sachanlagevermögen) / (Sachanlagen zu historischen Anschaffungskosten) ZBU1;ZB19 Wachstumsquote = (Nettoinvestitionen in Sachanlagevermögen) / (Abschreibungen des Geschäftsjahrs auf Sachanlagevermögen) ZB19 Abschreibungsquote = (Abschreibungen des Geschäftsjahrs auf Sachanlagevermögen) / (Sachanlagevermögen zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten) 14

15 2.4 Solidität und Stabilität der Finanzierung Finanzierungsgrundsätze Liquiditätserhaltung Risikoentsprechung Wirtschaftlichkeit Dispositionsfreiheit 15

16 2.4 Solidität und Stabilität Kapitalstruktur Eigenkapitalquote = Eigenkapital/Gesamtkapital ZB20 Verschuldungsgrad = Fremdkapital/Eigenkapital financial leverage risk REK=RGK +FK/EK (RGK-FKZ) ZB6 Pensionsrückstellungsquote = Pensionsrückstellungen/Gesamtkapital 16

17 2.4 Solidität und Stabilität Eigenkapitalstruktur ZB26 Rücklageanteil = Rücklagen/Eigenkapital Selbstfinanzierungsgrad = Gewinnrücklagen/Eigenkapital 17

18 2.4 Solidität und Stabilität Struktur des Fremdkapitals Fristigkeit (Langfristigkeit) ZB21 Fremdkapitalgeber ZB22 Abhängigkeit von wenigen Lieferanten Anstieg der Lieferantenschulden ZBU1; ZB2;ZB21 Struktur der Rückstellungen ZB21 Fristigkeit (Eigenkapitalcharakter?) 18

19 2.4 Solidität und Stabilität Vermögensaufbau und finanzielle Deckung Verknüpfung Aktiva - Passiva horizontale Bilanzstruktur Fristenkongruenz goldene Bilanzregel: langfristiges Vermögen langfristig finanzieren Deckungsgrad A = Eigenkapital/langfristiges Vermögen Deckungsgrad B = (langfristiges Kapital)/langfristiges Vermögen 19

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