Geschäftsbericht 2013

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1 Geschäftsbericht 2013

2 Überblick zu den Kennzahlen Gewinn- und Verlustrechnung Gebuchte Bruttobeiträge Mio. 674,5 684,3 699,3 Veränderung zum Vorjahr % 1,4 2,1 1,2 Bruttozahlungen für Versicherungsfälle Mio. 251,8 231,6 184,6 Veränderung zum Vorjahr % 8,7 25,5 38,2 Jahresüberschuss Mio. 36,8 28,0 32,8 Veränderung zum Vorjahr % 31,4 14,6 30,2 Bilanz Kapitalanlagen (inkl. fondsgeb. Versicherung) Mio , , ,2 Veränderung zum Vorjahr % 15,7 17,6 0,1 Brutto-Deckungsrückstellung (inkl. fondsgeb. Versicherung) Mio , , ,0 Veränderung zum Vorjahr % 16,0 18,1 0,0 Eigenkapital inkl. Rücklagen und Bilanzgewinn Mio. 163,0 153,2 155,2 Veränderung zum Vorjahr % 6,4 1,3 34,5 Versicherungsbestand Versicherungssumme (ohne Zusatzversicherung) Mio , , ,4 Veränderung zum Vorjahr % 0,3 1,6 0,9 Laufender Beitrag für ein Jahr Mio. 666,2 676,2 688,3 Veränderung zum Vorjahr % 1,5 1,8 0,1 Neugeschäftsbeiträge Mio. 37,7 40,8 47,8 Veränderung zum Vorjahr % 7,6 14,6 24,5 Beitragssumme des Neuzugangs Mio. 650,1 736,5 861,3 Veränderung zum Vorjahr % 11,7 14,5 0,8 Relationen Abschlusskosten in % der Beitragssumme des Neuzugangs 11,2 7,9 7,7 Verwaltungskosten in % der gebuchten Bruttobeiträge 3,5 2,7 2,7 Verwaltungskosten (inklusive Folgeprovision) in % der gebuchten Bruttobeiträge 7,3 7,6 9,2 Stornoquote in % (Basis: laufender Beitrag für ein Jahr) 4,97 5,57 5,07 Mitarbeiter Anzahl der Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) Personen 306,1 298,9 295,3 Veränderung zum Vorjahr % 2,4 1,2 2,2 2

3 Die Heidelberger Lebensversicherung AG Heidelberger Lebensversicherung AG: die Experten für fondsgebundene Altersvorsorge Die Heidelberger Lebensversicherung AG ist eines der jüngsten Unternehmen der Branche und blickt seit ihrer Gründung 1991 auf eine erfolgreiche Unternehmensgeschichte. Mit über 94 % hat das Unternehmen einen überdurchschnittlich hohen Anteil an laufenden Beiträgen im Neugeschäft Die Heidelberger Lebensversicherung AG ist ein Spezialist für die Alters-, Hinterbliebenen- und Risikovorsorge mit Schwerpunkt auf fondsgebundene Lösungen. Das Unternehmen setzt auf flexible Produkte für die langfristige Altersvorsorge und wendet sich insbesondere an ein jüngeres Zielpublikum. Für diese Zielgruppe wird die private Vorsorge in Zeiten des demografischen Wandels und daraus resultierenden sinkenden gesetzlichen Renten immer wichtiger. Um von einer höheren durchschnittlichen Lebenserwartung wirklich profitieren zu können, sollte idealerweise möglichst früh mit der privaten Altersvorsorge gestartet werden. Mit knapp über 300 Mitarbeitern verwaltet die Heidelberger Lebensversicherung AG derzeit ein Vermögen in Höhe von 5,9 Milliarden Euro und erwirtschaftete 2013 einen Jahresüberschuss von 36,8 Millionen Euro. Rund Kunden vertrauen der Heidelberger Lebensversicherung AG insgesamt rund Versicherungsverträge an. Das Unternehmen ist Teil des internationalen Finanzkonzerns Lloyds Banking Group, der jedoch im August 2013 die über die Tochtergesellschaft Clerical Medical International Holdings B.V./Niederlande gehaltenen Anteile an der Heidelberger Lebensversicherung AG an ein Gemeinschaftsunternehmen der führenden europäischen Private-Equity-Gesellschaft Cinven LLP und der Hannover Rück SE veräußert hat. Der Verkauf ist wegen der noch nicht abgeschlossenen Prüfung des Erwerbs durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zum Zeitpunkt der Berichterstellung noch nicht vollzogen. Die Heidelberger Leben hat sich seit ihrer Gründung 1991 erfolgreich entwickelt. Nach einer Phase des schnellen Wachstums hat das Unternehmen bereits 2012 damit begonnen, eine neue Strategie umzusetzen und den Fokus der Geschäftstätigkeit weg von der vorrangigen Akquise neuer Versicherungsnehmer mehr auf das bestmögliche Management des bestehenden Geschäfts und die Zusammenarbeit mit den Hauptvertriebspartnern zu legen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Verbesserung der Bestandsverwaltung, der Ausbau einer starken kundenorientierten Serviceorganisation sowie die Umsetzung dezidierter Bestandserhaltungsmaßnahmen. Mit Unterstützung der neuen Gesellschafter werden erhebliche Investitionen in die Verbesserung der IT-Systeme getätigt. Mit der angestrebten Umsetzung der operativen Verbesserungen und der Schaffung einer modernen skalierbaren Plattform als Konsolidierungsbasis rüstet sich das Unternehmen nunmehr für eine künftige Wachstumsstrategie und wird als Konsolidierungsplattform für den deutschen Lebensversicherungsmarkt agieren. Die Geschäftsleitung der Heidelberger Leben plant in den kommenden Jahren, weitere Lebensversicherungsportfolios zu erwerben und dieses attraktive Geschäftsmodell auszubauen. 3

4 Inhalt Überblick zu den Kennzahlen Die Heidelberger Lebensversicherung AG 3 Inhalt 4 Vorwort des Vorstands 6 Lagebericht 8 A. Gesamtwirtschaftliches Umfeld und konjunkturelle Aussichten 8 B. Versicherungs- und Lebensversicherungsmarkt Deutschland 8 C. Geschäftsverlauf und Lage 9 Neugeschäft 9 Schadenentwicklung und Stornoquote 10 Leistungen an Kunden 10 Beitragseinnahmen 10 Kapitalanlagen 10 Auswirkungen der Finanzmarktkrise 11 Kosten 11 Geschäftsergebnis 11 Risikomanagement und Risiken der zukünftigen Entwicklung 12 A. Das Risikomanagementsystem 12 B. Kapitalausstattung 12 C. Risikokategorien 12 D. Zusammenfassende Darstellung der Risikolage 15 Erklärung gemäß 312 (3) AktG 16 Personal- und Sozialwesen 16 Nachtragsbericht 17 Ausblick und Chancen der zukünftigen Entwicklung 18 Bewegung und Struktur des Versicherungsbestands Bilanz zum Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom bis zum Anhang 25 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 25 4

5 Erläuterungen zur Bilanz 28 Aktiva 28 Allgemeines 28 B. Kapitalanlagen 28 D. Forderungen 29 F. Rechnungsabgrenzungsposten 29 Entwicklung der Aktivposten A, B I bis II im Geschäftsjahr Zusammensetzung des Anlagestocks per Erläuterungen zur Bilanz 36 Passiva 36 A. Eigenkapital 36 B. Versicherungstechnische Rückstellungen 36 D. Andere Rückstellungen 36 F. Andere Verbindlichkeiten 36 G. Rechnungsabgrenzungsposten 36 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 37 I. Versicherungstechnische Rechnung 37 II. Nichtversicherungstechnische Rechnung 38 Allgemeine Angaben 38 Angabe der Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer 39 Sonstige finanzielle Verpflichtungen 39 Konzernzugehörigkeit 39 Deklaration der Überschussanteilsätze Organe 48 Aufsichtsrat 48 Vorstand 48 Treuhänder 48 Verantwortlicher Aktuar 48 Wirtschaftsprüfer 48 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers 49 Bericht des Aufsichtsrats 50 Gewinnverwendungsvorschlag 51 5

6 Vorwort des Vorstands Sehr geehrte Damen und Herren, ich freue mich, Ihnen mit dem vorliegenden Geschäftsbericht einen Überblick über das im zurückliegenden Geschäftsjahr Erreichte geben zu können und Ihnen einen Ausblick auf einige unserer geplanten Aktivitäten im Jahr 2014 zu ermöglichen. Angesichts eines durch fortdauernde Niedrigzinsphase, Schulden- und Finanzkrise sowie eine Vielzahl von komplexen regulatorischen Anforderungen weiterhin schwierigen Marktumfelds blicken wir bei der Heidelberger Lebensversicherung AG auf ein Jahr 2013 zurück, welches erneut große Herausforderungen für die gesamte Branche brachte. Wir bemerkten dies als Versicherungsgesellschaft durch die weiterhin anhaltende Zurückhaltung der Kunden, regelmäßig und auf lange Sicht Geld in Altersvorsorgeprodukte zu investieren. Als Spezialist für fondsgebundene Lösungen sprechen wir eine Zielgruppe an, die sich sowohl eine sichere Vorsorge wünscht als auch von den Chancen des Kapitalmarkts profitieren möchte. Auch wenn die Aktienmärkte 2013 wieder deutlich positive Zeichen gesetzt haben und die Indizes z. T. signifikant gestiegen sind, konnten wir als Heidelberger Lebensversicherung AG dennoch weiterhin ein gewisses Maß an Misstrauen, Skepsis und Verunsicherung aufseiten der Privatanleger erkennen. So mussten wir dem Trend des Gesamtmarkts für Altersvorsorge folgend leider eine rückläufige Entwicklung des Neugeschäfts im Vergleich zum Vorjahr feststellen. Diese ist im Wesentlichen auf die explizite Zurückhaltung in der Nachfrage bei Altersvorsorgeprodukten zurückzuführen, während wir im Bereich der Risikoabsicherung mit unseren Produkten deutliche Zuwächse verzeichnen konnten. Der für 2013 für den Gesamtlebensversicherungsmarkt erwartete Rückgang spiegelt sich auch in den Ergebnissen der Heidelberger Lebensversicherung AG wider. Zwar konnten die laufenden Beiträge im Vergleich zum Vorjahr nahezu auf konstantem Level gehalten werden, aber unser Gesamtneugeschäft reduzierte sich aufgrund der beschriebenen Marktentwicklung. Eine Entwicklung, die nicht völlig unerwartet war, und so hatten wir bereits frühzeitig Anfang 2012 die Weichen für eine Kurskorrektur gestellt und uns vertrieblich seitdem mehr auf langjährige produktive Partner konzentriert und parallel intensive Anstrengungen im Bereich bestandserhaltener Maßnahmen unternommen. Dies zahlte sich aus und wir konnten die Stornoquote, welche bereits in 2012 mit 5,57 % unter dem Marktdurchschnitt der Anbieter fondsgebundener Altersvorsorgeprodukte lag, nochmals signifikant auf 4,97 % in 2013 reduzieren. Ebenso freut es uns, unseren Kunden entgegen dem Trend in der Lebensversicherungsbranche für das Jahr 2014 erneut eine Überschussbeteiligung bieten zu können, die mit 4,0 % konstant auf dem Vorjahresniveau gehalten wurde. Aufgrund der Spezialisierung auf fondsgebundene Produkte ist die Heidelberger Lebensversicherung AG nur im geringen Umfang von der aktuellen Niedrigzinsphase betroffen. 6

7 Mit einer freien RfB (Rückstellung für die Beitragsrückerstattung) von 37,5 Mio. Euro zum dies entspricht einem Verhältnis von 297 % zwischen freier und gebundener RfB und vor dem Hintergrund einer über mehrere Jahre stabil gehaltenen Überschussbeteiligung sind wir auch weiterhin in der Lage, unseren Kunden faire und attraktive Produkte anzubieten. Dies gilt insbesondere auch für die Absicherung des Berufsunfähigkeitsrisikos in Form einer Selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung oder als Berufsunfähigkeitszusatzversicherung in Verbindung mit einer Risikoversicherung oder fondsgebundenen Rentenversicherung. Mit dem im August 2013 bekanntgegebenen Eigentümerwechsel und der damit einhergehenden Weiterentwicklung unserer Unternehmensstrategie haben wir die wohl wichtigste strategische Veränderung in unserer noch jungen Unternehmensgeschichte bekanntgegeben. In diesem Zusammenhang veräußert die Lloyds Banking Group ( Lloyds ) ihre Heidelberger Leben-Anteile an ein Gemeinschaftsunternehmen der führenden europäischen Private-Equity-Gesellschaft Cinven LLP und der Hannover Rück SE. Wir werden unser Geschäftsmodell zukünftig besonders auf die Ansprüche und Bedürfnisse der bestehenden Versicherungsnehmer ausrichten und weiter in die Verbesserung des Kundenservice sowie in Bestandserhaltungsmaßnahmen investieren, um die Zufriedenheit unserer Kunden zu gewährleisten. Mit der Unterstützung unserer neuen Gesellschafter werden wir die erste Konsolidierungsplattform für Lebensversicherungen in Deutschland aufbauen und weitere Lebensversicherungsportfolios erwerben und in die Konsolidierungsplattform integrieren. Meine Damen und Herren, Sie sehen: Die Heidelberger Lebensversicherung AG tut einiges, um auch in Zeiten schwieriger Marktbedingungen das Vertrauen ihrer Kunden und Partner zu pflegen, den aufgebauten Bestand zu sichern sowie ein für die Zukunft tragfähiges Geschäftsmodell auszubauen. Mein besonderer Dank gilt unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die die Veränderungen und Neuerungen im Jahr 2013 tatkräftig mitgestaltet haben und unser Unternehmen für unsere Kunden und Partner auch im Jahr 2014 erfolgreich gestalten wollen. Mit freundlichen Grüßen Michael Sattler Vorsitzender des Vorstands 7

8 Lagebericht A. Gesamtwirtschaftliches Umfeld und konjunkturelle Aussichten 1 Weltwirtschaftliche Entwicklung Die weltweite konjunkturelle Entwicklung wird aktuell vor allem von den Industrieländern getragen, während das Wachstum in den Schwellenländern ausgehend von einem hohen Niveau etwas nachlässt. Erstmals konnte unter den Krisenländern der Eurozone nach Portugal nun aber auch Spanien wieder ein leicht positives Wachstum erzielen. Zur Stützung der schwachen Kreditvergabe sowie der konjunkturellen Entwicklung im Euroraum hat die EZB Anfang November den Leitzins erneut auf jetzt 0,25 % abgesenkt. In den Schwellenländern blieb die wirtschaftliche Dynamik vor dem Hintergrund der strukturellen Wachstumsprobleme zuletzt verhalten. Lediglich die chinesische Wirtschaft konnte im 3. Quartal ihr Expansionstempo etwas erhöhen. Der internationale Währungsfonds (IWF) hat daher bezogen auf das Geschäftsjahr 2013 seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft zuletzt auf nur noch +2,9 % zurückgenommen. Für 2014 erwartet der IWF wieder ein etwas stärkeres Wachstum der Weltwirtschaft in Höhe von +3,6 %. Konjunktur in Deutschland Das Bruttoinlandsprodukt ist in Deutschland im 3. Quartal real um +0,3 % angestiegen und lag damit deutlich unter dem Wachstum des Vorquartals. Allerdings war der Anstieg im 2. Quartal angesichts des schwachen Jahresbeginns vor allem auf Nach- und Aufholeffekte infolge der ungünstigen Witterungsbedingungen zurückzuführen. Positive Wachstumsi m- pulse kamen im 3. Quartal ausschließlich aus der Binnenwirtschaft. Die Bauinvestitionen stiegen in Folge kräftig an. Die privaten Konsumausgaben profitieren neben der guten Arbeitsmarktlage von einer für Deutschland aktuell vergleichsweise niedrigen Sparquote. Wachstumsimpulse kamen darüber hinaus von den staatlichen Konsumausgaben. Die Konjunkturprognosen für 2013 gehen jetzt überwiegend von einem moderaten Wachstum des BIP in einer Größenordnung von bis zu 0,5 % aus. Die Wachstumsprognosen für 2014 liegen aktuell bei etwa 1,7 %. Die Konjunkturentwicklung soll demnach zunächst weiterhin durch die starke Binnenwirtschaft (insbesondere Wohnungsbau und Konsum) getragen werden. Angesichts der etwas verbesserten globalen Konjunkturaussichten wird aber auch erwartet, dass zunehmend Impulse aus der Außenwirtschaft kommen. Auch die Investitionstätigkeit soll den Prognosen zufolge im Zuge der Entwicklung wieder etwas anziehen. Unterstellt ist dabei auch eine weitere Überwindung der Krise im Euroraum. Noch nicht berücksichtigt sind in den Konjunkturprognosen die Koalitionsvereinbarungen, die eine Reihe von Maßnahmen enthalten, die sich potenziell belastend auf den Konjunkturverlauf auswirken könnten. B. Versicherungs- und Lebensversicherungsmarkt Deutschland 1 Erneut prägt die außergewöhnliche Dynamik im Einmalbeitragsgeschäft der Lebensversicherung den Geschäftsverlauf sowie die gesamte Versicherungswirtschaft. Bereits in den Ausnahmejahren 2009 und 2010 waren die Einmalbeiträge hier mit Wachstumsraten von +57,3 % und +33,6 % angestiegen und in 2011 und 2012 unter diesen Werten geblieben. Im bisherigen Jahresverlauf zeichnet sich allerdings erneut ein historischer Höchststand bei den Einmalbeiträgen ab. Das Wachstum stützte sich vor allem auf eine gesteigerte Nachfrage nach unterschiedlichen Formen der Rentenversicherung sowie Kapitalisierungsgeschäften. Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen in 2013 gegenüber dem Vorjahr um 3,8 %. Das Neuzugangsergebnis erreichte 5,26 Mio. Lebensversicherungsverträge mit 261,7 Mrd. Euro Versicherungssumme. Dies bedeutet der Zahl der Verträge nach ein Minus von 12,5 % und der Summe nach ein Minus von 7,4 % gegenüber den Vorjahreswerten. Für 2014 wird von einem Rückgang der Beitragseinnahmen ausgegangen. Wachstumspotenzial sehen die Unternehmen per Saldo nur in der Berufsunfähigkeits-, der Fondsgebundenen Lebens- und Renten- sowie abgeschwächt jetzt auch in der Risikoversicherung. 1 Quelle: GDV 8

9 C. Geschäftsverlauf und Lage Die Heidelberger Lebensversicherung AG ist ein Spezialist für die Alters-, Hinterbliebenen- und Risikovorsorge mit Schwerpunkt auf fondsgebundene Lösungen. Das Unternehmen setzt auf flexible Produkte für die langfristige Altersvorsorge und wendet sich insbesondere an ein jüngeres Zielpublikum. Betriebene Versicherungsarten Die Heidelberger Lebensversicherung AG betrieb im Geschäftsjahr 2013 folgende Versicherungsarten: Fondsgebundene Lebensversicherung Fondsgebundene Rentenversicherung Fondsgebundene Basisrente (nach dem Alterseinkünftegesetz) Kapitallebensversicherung (einschl. aktiver Rückversicherung) Rentenversicherung Risikoversicherung Selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (einschl. aktiver Rückversicherung) Staatlich geförderte Versicherungen nach dem AVmG Konventionelle Basisrente (nach dem Alterseinkünftegesetz) Das Versicherungsgeschäft wird je nach Versicherungsart im Rahmen von Mitversicherungsgemeinschaften, die von der Heidelberger Lebensversicherung AG geführt werden, betrieben. Je nach Versicherungsart zeichnet die Heidelberger Lebensversicherung AG einen bestimmten Anteil des Geschäfts und erzielt für die Führung des Geschäfts Konsortialführungserträge. Dieses Geschäft nimmt im Gesamtbestand einen großen Stellenwert ein. Zusammen mit Clerical Medical wurden auch Kombi-Produkte angeboten, bei denen die Heidelberger Lebensversicherung AG beispielsweise die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung liefert. Darstellung der rechtlichen und organisatorischen Struktur Die Heidelberger Lebensversicherung AG ist Teil des britischen Finanzdienstleistungskonzerns Lloyds Banking Group. Die Anteile der Heidelberger Lebensversicherung AG werden zu 99,9 % von der Clerical Medical International Holdings B.V. mit Sitz in den Niederlanden gehalten, der Rest befindet sich in Streubesitz. Die Clerical Medical International Holdings B.V. ist zu 100 % ein Konzernunternehmen der Lloyds Banking Group, an deren Spitze die Lloyds Banking Group plc steht. Die Clerical Medical International Holdings B.V. hat die von ihr gehaltenen Anteile an der Heidelberger Lebensversicherung AG mit Vertrag vom an ein Gemeinschaftsunternehmen der führenden europäischen Private-Equity-Gesellschaft Cinven LLP und der Hannover Rück SE veräußert. Der Verkauf ist wegen der noch nicht abgeschlossenen Prüfung des Erwerbs durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zum Zeitpunkt der Berichterstellung noch nicht vollzogen. Die Heidelberger Lebensversicherung AG ist die alleinige Gesellschafterin der Heidelberger Leben Clerical Medical Management GmbH mit Sitz in Heidelberg, die wiederum alleinige Gesellschafterin der Eurocap, European Concepts of Assurance and Pensions GmbH mit Sitz in Heidelberg ist. Zwischen der Heidelberger Lebensversicherung AG und der Heidelberger Leben Clerical Medical Management GmbH besteht seit 1. Oktober 2010 eine umsatzsteuerliche Organschaft. Organträger und damit umsatzsteuerlicher Unternehmer der Organschaft ist die Heidelberger Lebensversicherung AG. Neugeschäft Die Beitragssumme des Neuzugangs verringert sich um 11,7 % (T ,2; Vorjahr: T ,3). Davon entfallen rund 85 % auf fondsgebundene Versicherungen inklusive der zugehörigen Berufsunfähigkeitszusatzversicherung. Die Beitragssumme wird definiert als der jährliche statistische Zahlbeitrag (Summe aller Raten für ein Jahr einschließlich Zuschläge und abzüglich etwaiger Rabatte) multipliziert mit der entsprechenden Beitragszahlungsdauer zuzüglich der Einmalbeiträge aus dem Neuzugang des Geschäftsjahres. Im Neuzugang ergab sich bei den eingelösten Versicherungsscheinen eine Reduzierung um 14,8 % (T 3.450,1; Vorjahr: T 4.048,8) gemessen am laufenden Beitrag für ein Jahr und eine Erhöhung um 241,0 % (T ,6; Vorjahr: T ,7) gemessen an der Versicherungssumme. Für die dynamischen Erhöhungen ergibt sich eine Reduzierung um 5,5 % (T ,2; Vorjahr: T ,7) bzw. eine Reduzierung um 8,2 % (T ,5; Vorjahr: T ,8). 9

10 Schadenentwicklung und Stornoquote 223 (Vorjahr: 210) Todesfälle und (Vorjahr: ) vorzeitige Abgänge sind in 2013 eingetreten. Die Stornoquote für den Berichtszeitraum, das heißt das Verhältnis aus Laufendem Beitrag für ein Jahr der vorzeitig beendeten Verträge zum mittleren Bestand, beträgt 4,97 % (Vorjahr: 5,57 %). Der Versicherungsbestand und die Bestandsbewegung im Geschäftsjahr sind aus der Aufstellung auf Seite 20 ersichtlich. Leistungen an Kunden Die Auszahlung an Kunden der Heidelberger Lebensversicherung AG stieg um 8,7 % auf T ,9 (Vorjahr: T ,6). Davon entfielen auf Ablaufleistung T ,7 (Vorjahr: T ,5), auf Versicherungsleistung für Todesfälle T 8.610,1 (Vorjahr: T 8.745,8), für Rückkäufe T ,0 (Vorjahr: T ,7) sowie für Berufsunfähigkeit bzw. aktive Rückversicherung T ,1 (Vorjahr: T 8.587,6). Aufgrund der überaus positiven Wertentwicklung der Fonds sind die Auszahlungsbeträge bei den Rückkäufen trotz geringerer Anzahl an Kündigungen gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Der Anstieg bei der Ablaufleistung ist mit einer erhöhten Anzahl an Vertragsabläufen zu erklären. Aufgrund der bereits erwähnten positiven Wertentwicklung der Fonds sind aber auch die durchschnittlichen Auszahlungsbeträge je Vertrag deutlich angestiegen und haben damit im Wesentlichen den deutlichen Anstieg verursacht. Die Erhöhungen der Leistungen für die Berufsunfähigkeitsversicherungen sind nicht nur auf eine größere Anzahl von Leistungsfällen, sondern auch zum Teil auf die im Leistungsbezug fest vereinbarten garantierten Leistungssteigerungen zurückzuführen. Beitragseinnahmen Die gebuchten Brutto-Beitragseinnahmen betrugen T ,0 (Vorjahr: T ,0). Das entspricht einer Reduktion von 1,4 %, davon entfielen auf die fondsgebundene Versicherung T ,5 (Vorjahr: T ,1). Kapitalanlagen Der Gesamtbestand an Kapitalanlagen der fondsgebundenen Versicherung beträgt T ,5 (Vorjahr: T ,1). Der sich ergebende Saldo aus realisierten und nicht realisierten Gewinnen und Verlusten beträgt T ,9 (Vorjahr: T ,0). Darin enthalten ist auch der Saldo aus Gewinnen und Verlusten aus dem Abgang von Kapitalan lagen der fondsgebundenen Versicherung in Höhe von T 3.631,1 (Vorjahr: T 5.845,4). Die Anzahl der Anteile und die Bilanzwerte zum sind den Erläuterungen zur Bilanz zu entnehmen. Die in den Beiträgen der Versicherungsnehmer enthaltenen Sparbeiträge werden ausschließlich in Fondsanteilen angelegt. Aufgrund der Beitragsgarantie bei den staatlich geförderten Produkten wird ein Teil des Beitrags konventionell angelegt. Steuergutschriften und ausgeschüttete Erträge sind den Verträgen automatisch gutgeschrieben worden. Die laufenden Erträge aus Kapitalanlagen betragen insgesamt T ,4 (Vorjahr: T ,9) und haben aufgrund der gestiegenen Kapitalanlagenbestände leicht zugenommen. Davon entfallen T 3.825,2 (Vorjahr: T 3.434,2) auf die Erträge aus den Kapitalanlagen der fondsgebundenen Versicherung. Der Kapitalanlagenbestand für eigene Rechnung der Heidelberger Lebensversicherung AG erhöhte sich im Berichtsjahr um 15,3 % auf 455,3 Mio. (Vorjahr: 394,9 Mio.) Der Bruttoneuzugang betrug 202,9 Mio. (Vorjahr: 156,4 Mio.). Aufgrund der langfristigen Leistungsversprechen gegenüber unseren Kunden ist der größte Teil unseres Portfolios im gebundenen Vermögen in festverzinsliche Anlagen angelegt. Ende 2013 belief sich dieser Anteil auf 90,4 % (Vorjahr: 94,7 %) der Anlagen. Der Schwerpunkt liegt in den Pfandbriefen mit 45,3 % (Vorjahr: 52,6 %) und Staatsanleihen mit 38,0 % (Vorjahr: 38,2 %). Bei den Staatsanleihen konzentrieren wir uns auf die Kernländer Europas mit einem Schwerpunkt auf deutsche Wertpapiere mit einem Anteil von 75,0 % (Vorjahr: 68,4 %). Der Anteil der Staatsanleihen und vergleichbaren Forderungen aus Italien und Spanien lag Ende 2013 bei 1,1 % (Vorjahr: 1,4 %) nach Buchwerten. Die Bewertungsreserven im gebundenen Vermögen der Heidelberger Lebensversicherung AG betrugen aufgrund des weiterhin sehr niedrigen Zinsniveaus 36,2 Mio. (Vorjahr: 59,5 Mio.), dies entspricht 8,1 % (Vorjahr: 16,1 %) des Buchwerts der Kapitalanlagen. Die Bewertungsreserven setzen sich zusammen aus stillen Reserven von 38,0 Mio. (Vorjahr: 60,1 Mio.) und aus stillen Lasten von 1,8 Mio. (Vorjahr: 0,6 Mio.). Die stillen Reserven entfielen hauptsächlich auf sonstige Ausleihungen mit einem Wert von 34,0 Mio. Die stillen Reser- 10

11 ven aus festverzinslichen Wertpapieren beliefen sich auf 2,8 Mio. und aus Investmentanteilen und nicht festverzinslichen Wertpapieren auf 1,2 Mio. Die stillen Lasten entfallen zu 100 % auf die sonstigen Ausleihungen. In 2013 erfolgten im gebundenen Vermögen keine Zuschreibungen (Vorjahr: 0,1 Mio.), die Abschreibungen betrugen 1,1 Mio. (Vorjahr: 0,5 Mio.). Darin enthalten sind Abschreibungen auf Immobilienfonds (nach Börsenkurs bewertet) von 0,2 Mio. (Vorjahr: 0,46 Mio.) sowie auf Inhaberschuldverschreibungen von 0,8 Mio. (Vorjahr: 0,05 Mio.). Durch Realisierung von Kursgewinnen im gebundenen Vermögen wurden am Jahresende 7,6 Mio. (Vorjahr: 1,8 Mio.) an Gewinnen erzielt. Die Abgangsverluste beliefen sich aufgrund von Abläufen in Höhe von 0,2 Mio. (Vorjahr: 0,2 Mio.) und Verkäufen von 0,3 Mio. (Vorjahr: 3,7 Mio.) auf 0,5 Mio. (Vorjahr: 3,9 Mio.). Die ordentlichen Erträge im gebundenen Vermögen konnten im Vergleich zum Vorjahr um 9,8 % von 13,3 Mio. auf 14,7 Mio. gesteigert werden. Auswirkungen der Finanzmarktkrise Die Heidelberger Lebensversicherung AG ist ein Spezialist auf dem Gebiet fondsgebundener Versicherungsprodukte. Hierbei kann der Kunde von den Chancen der Aktienmärkte profitieren, trägt aber gleichzeitig die Risiken. Der hohe Anteil fonds gebundener Policen hat folglich keine wesentlichen Aus wirkungen auf die Risikostruktur und Solvabilität der Heidelberger Lebensversicherung AG. Bei der Heidelberger Lebensversicherung AG entfallen auf das gebundene Vermögen 1,1 % (Vorjahr: 1,4 %) der Investitionen in den GIIPS-Staaten (Griechenland, Irland, Italien, Portugal, Spanien). Eine Übersicht der Länder ist in der nachfolgenden Tabelle in Euro enthalten: Land Nominalwert Marktwert Stille Reserven mit Berücksichtigung des Agios/Disagios Stille Lasten mit Berücksichtigung des Agios/ Disagios Italien , ,44 Spanien , ,16 Auf Staatsanleihen und vergleichbare Forderungen in Spanien und Italien entfällt ein Volumen von 5 Mio. (nominal). Kosten Die Abschlussaufwendungen entsprachen 11,2 % (Vorjahr: 7,9 %) der Beitragssumme. Diese deutliche Erhöhung ergibt sich, da ab dem Geschäftsjahr 2013 die für einige fondsgebundene Teilbestände auf zwölf bzw. sechs Jahre verteilten Abschlussprovisionen zu den Abschlussaufwendungen und nicht wie bisher zu den Verwaltungskosten gezählt werden. Der Verwaltungskostensatz entsprach ohne Verwaltungsprovisionen 3,5 % (Vorjahr: 2,7 %) der gebuchten Beiträge. Geschäftsergebnis Der Rohüberschuss des Geschäftsjahres beträgt T ,1 (Vorjahr: T ,6). Er wird durch die Zuführung zu der für Auswirkungen der BGH-Urteile gebildeten zusätzlichen Rückstellung in Höhe von T 9.900,0 und dem Rückversicherungsergebnis von T ,5 (Vorjahr: T ,2) belastet. Des Weiteren schlägt sich die Zuführung zur Zinszusatzreserve mit T 4.855,9 (Vorjahr: T 6.147,9) sowie die Ausbuchung immaterieller Vermögensgegenstände über T 5.622,0 im Rohüberschuss nieder. Am Rohüberschuss partizipierten die Kunden der Heidelberger Lebensversicherung AG zum einen in Form einer Direktgutschrift in Höhe von T ,5 (Vorjahr: T ,2) und zum anderen, indem der Rückstellung für Beitragsrückerstattung ein Betrag von T ,0 (Vorjahr: T 8.000,0) zugeführt wird. Die Steuern für das Geschäftsjahr belaufen sich auf T ,0 (Vorjahr: T ,6). Der Jahresüberschuss beträgt T ,6 (Vorjahr: T ,4). Die Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr kann aufgrund des positiven Geschäftsergebnisses und der Zukunfts sicherung durch bestandserhaltende Maßnahmen als günstig eingeschätzt werden. Die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft ist grundsätzlich als gut einzustufen. Durch die beschränkten Risiken aus den Kapitalanlagen der Heidelberger Lebensversicherung AG für das fondsgebundene Geschäft sowie der trotz anhaltender Niedrigzinsphase ausreichenden Deckung der Verpflichtungen aus dem konventionellen Versicherungsgeschäft sieht sich die Gesellschaft für die Zukunft gerüstet. 11

12 Risikomanagement und Risiken der zukünftigen Entwicklung A. Das Risikomanagementsystem Für die Heidelberger Lebensversicherung AG ist die Übernahme von Risiken und deren professionelle Steuerung ein wesentlicher Aspekt ihres Geschäfts als Versicherungsunternehmen. Neben der Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen liegt das Augenmerk des Risikomanagements auf der Wahrung der Belange unserer Kunden sowie auf einer angemessenen Balance zwischen dem Eingehen von Risiken und den zu erwartenden Chancen. Das Risikomanagement- und Frühwarnsystem ist auf die Identifikation und Steuerung finanzieller, unternehmerischer und projekt-/programmbezogener Risiken ausgerichtet. Es gewährleistet, dass Risiken und deren Entwicklung erfasst und kontrolliert werden. Es stellt darüber hinaus sicher, dass wesentliche Risiken zeitnah identifiziert und an die Entscheidungsträger berichtet werden. Die Heidelberger Lebensversicherung AG nutzt derzeit für eine unternehmensweite konsistente Risikoerfassung und Bewertung operationeller Risiken die Risikokategorisierung und Impactmatrix der Lloyds Banking Group Insurance Division. Sie achtet dabei darauf, dass die angewandte Risikokategorisierung und die Bewertung der Risiken mit dem BaFin- Rundschreiben 3/2009 (MaRisk VA) sowie mit Heidelberger Lebensversicherung AG spezifischen Anforderungen wie beispielsweise der Anwendung der Standardformel für Solvency II konform sind. Finanzielle Risiken werden zusätzlich zur aufsichtsrechtlich vorgeschriebenen Bewertungsmethode nach Solvency I mittels Solvency II-Standardformel bewertet. B. Kapitalausstattung Die Abdeckungsquote des benötigten Risikokapitals durch anrechenbares vorhandenes Kapital für die Heidelberger Lebensversicherung AG liegt nach Solvency I über 163 %. Im Folgenden wird auf die übergreifenden Risikokategorien, welche die Heidelberger Lebensversicherung AG zugrunde legt, eingegangen. C. Risikokategorien Kapitalanlagerisiko Alle Lebensversicherungsunternehmen unterliegen dem Kapitalanlagerisiko, das insbesondere in den nicht fondsgebundenen Lebensversicherungstarifen mit den dort garantierten Rechnungszinssätzen besteht. Die Kapitalanlagerisiken werden durch den jährlichen Prozess der strategischen Asset-Allokation für die geplante Kapitalanlage durch das Asset-Liability- Management-Team (ALM) bestimmt. Die Umsetzung der Strategie wird durch ein internes Risiko-Komitee laufend überprüft und überwacht. Darüber hinaus werden die aufsichtsrechtlichen Begrenzungen (Mischung und Streuung) gemäß Anlageverordnung berücksichtigt. Schwerpunkte unseres Produktangebots sind fondsgebundene Versicherungen. Typisch für diese Tarife ist die Übernahme des Kapitalanlagerisikos durch den Versicherungsnehmer. Von den gesamten in der Bilanz ausgewiesenen Kapitalanlagen entfallen 92,3 % (Vorjahr: 92,3 %) auf die Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko der Versicherungsnehmer. Über das für eigenes Risiko gehaltene Anlagenportfolio wird wie folgt berichtet: Es bestehen Fremdwährungsrisiken, die durch Devisentermingeschäfte abgesichert worden sind. Darüber hinaus sind zum Zweck der Kurssicherung für den Aktienfonds Put-Optionen erworben worden. Das Investitionsvolumen in GIIPS-Staaten (Anleihen hoch verschuldeter Staaten des Euro-Raums) ist im Berichtsjahr nicht weiter reduziert worden. Bei einem Gesamtvolumen von 455,3 Mio. (Vorjahr: 394,9 Mio.) ohne die Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen entspricht dies 1,1 % (Vorjahr: 1,3 %) des Vermögens. Eine Übersicht der Staatsanleihen und vergleichbare Forderungen in GIIPS-Staaten sind in der nachfolgenden Tabelle in Euro enthalten: Bezeichnung Nennwert Anschaffungswert Buchwert Marktwert 4,646 % Communidad Aut. del País Vasco SSD 09/ , ,21 5,260 % Republik Italien SSD 09/ ,44 Summe , ,65 12

13 Bei Kurswerten nicht festverzinslicher Wertpapiere (ohne Beteiligungswerte und Genussscheine) von T kann die Auswirkung eines 20-prozentigen Kursverlusts mit T quantifiziert werden. T ergeben sich aus Fonds im restlichen Vermögen von T (Marktwert), der Immobilienfonds aus dem gebundenen Vermögen von T (Marktwert) und der Aktienfonds mit Absicherung aus dem gebundenen Vermögen von T (Marktwert). Maßgebliche Teile unseres Kapitalanlagebestands sind kurzfristig veräußerbar, wodurch das Postulat jederzeitiger Liquidität im Zusammenhang mit den Verpflichtungen aus dem Versicherungsgeschäft erfüllt ist. Die Anlage und Aufbewahrung unserer Kapitalanlagen, die der Bedeckung der versicherungstechnischen Verpflichtungen dienen, werden laufend von unserem Treuhänder überwacht. Für unsere Bestände an festverzinslichen Wertpapieren und sonstigen Ausleihungen (T ) ergeben sich bei einer einprozentigen Verschiebung der Zinskurve Zeitwertschwankungen von T (Zinsanstieg) bzw. T (Zinssenkung). Zusätzlich wurden alle Stresstests entsprechend den Vorgaben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht bestanden. Bei der Anlage in festverzinslichen Titeln gelten hausinterne Mindestanforderungen hinsichtlich zu erfüllender Bonitätskriterien. Die Wertpapiere erfüllen die Investment-Grade-Anforderungen. Die festverzinslichen Kapitalanlagen bei Banken betragen insgesamt 269,8 Mio. (Vorjahr: 209,7 Mio.) oder 59,3 % (Vorjahr: 53,1 %) der Kapitalanlagen. Davon sind wiederum 74,6 % (Vorjahr: 92,5 %) als deutsche Pfandbriefe bzw. anderweitig besichert. Ein weiterer wichtiger Bestandteil sind die Emittenten der festverzinslichen Kapitalanlagen in Staaten mit 169 Mio. (Vorjahr: 129,6 Mio.) oder 37,1 % (Vorjahr: 32,8 %) des Bestands. Der Rest von 7,2 % (Vorjahr: 4,0 %) ist in Unternehmensanleihen bzw. in Genussscheine investiert. Insgesamt bestehen die festverzinslichen Kapitalanlagen zum überwiegenden Teil aus Wertpapieren deutscher Emittenten. Die Bonitätsstruktur der festverzinslichen Kapitalanlagen ist per wie folgt: Bonitätsstruktur Fixed Income in % Investment-Grade (Rating AAA BBB) 100,0 Non-Investment-Grade (Rating BB B) 0,0 Non-Investment-Grade (Rating CCC D) 0,0 Ohne Rating (not rated) 0,0 Innerhalb der festverzinslichen Kapitalanlagen dominieren erstklassige AAA-geratete Schuldtitel (56,6 % vom insgesamt ausstehenden Nominalwert). 30,5 % der Anlagen fallen in die Ratingkategorie AA, 7,9 % in die Kategorie A und 5,0 % in die Kategorie BBB. Versicherungstechnische Risiken Die versicherungstechnischen Risiken bestehen in der Lebensversicherung im Wesentlichen aus den biometrischen Risiken (Todesfall-, Berufsunfähigkeits- und Langlebigkeitsrisiken). Diese werden maßgeblich durch Schwankungen im Zeitverlauf, in der Häufigkeit oder der Schwere der versicherten Risiken gegenüber den erwarteten Schäden beeinflusst. Damit besteht das versicherungstechnische Risiko aus der Gefahr signifikanter Veränderungen der biometrischen Risiken im Zeitverlauf und durch zufallsbedingte erhöhte Schadenquoten gegenüber denen in der Tarifkalkulation verwendeten Rechnungsgrundlagen. Die Heidelberger Lebensversicherung AG begegnet dieser Gefahr mit Maßnahmen zur Risikominderung. Die Maßnahmen umfassen Modifikationen der Tafeln der Deutschen Aktuarsvereinigung (DAV), um aufgrund der Besonderheiten (Optionen, Leistungserweiterungen) der Tarife die Sicherheitsmargen zu erhöhen oder anzupassen, eine sorgfältige Risikoprüfung und den Abschluss von risikobegrenzenden Rück- und Mitversicherungsverträgen. Das Zinsrisiko der Lebensversicherung kann sowohl als versicherungstechnisches als auch als Marktrisiko angesehen werden. Durch die starke Ausrichtung der Heidelberger Lebensversicherung AG auf fondsgebundene Produkte und der damit verbundenen Struktur der Aktiv- und Passivseite ist das Zinsrisiko begrenzt. Trotzdem hat auch die andauernde Niedrigzinsphase Auswirkungen. Aufgrund des im Jahre 2013 weiter gefallenen Referenzzinses gemäß Deckungsrückstellungsverordnung wurde eine Erhöhung der Zinszusatzreserve erforderlich, zum betrug die Zinszusatzreserve 12,6 Mio.. Bereits jetzt gibt es deutliche Hinweise, dass dieser Referenzzins auch im Jahr 2014 weiter fallen und damit eine weitere Erhöhung der Zinszusatzreserve erforderlich sein wird. Aufgrund der Bestandsstruktur ist trotzdem die dauerhafte Erfüllbarkeit der Verpflichtungen auch in der aktuellen Niedrigzinsphase gewährleistet. 13

14 Die BGH-Urteile vom 25. Juli 2012, 17. Oktober 2012, 26. Juni 2013 und 11. September 2013, in welchen der BGH Klauseln zur Verrechnung der Abschlusskosten, zu Rückkaufswerten und zu beitragsfreien Versicherungsleistungen sowie zum Stornoabzug für ungültig erklärt hat, wirken sich ebenfalls auf das versicherungstechnische Risiko aus. Diese Urteile greifen nachträglich in die Kalkulation von Tarifen ein und zur Abfederung der Auswirkungen wurde eine Rückstellung gebildet. Die Heidelberger Lebensversicherung AG hat Maßnahmen zur Beseitigung der damit verbundenen Risiken beschlossen, deren Umsetzung durch ein Projekt begleitet und vorangetrieben wird. Operationelle Risiken Die Heidelberger Lebensversicherung AG definiert operationelle Risiken als die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder infolge von externen Ereignissen eintreten. Auch rechtliche Risiken fallen darunter. Das Risiko kann sich durch finanzielle Verluste oder Reputationsschäden verwirklichen. Die Heidelberger Lebensversicherung AG folgt dem Operationellen Risiko Rahmenwerk der Lloyds Banking Group. Wesentliche Bestandteile sind: Control Effectiveness Review (CER) inklusive Risikoworkshops Analyse und Überwachung der Key Risk Indicators (KRIs) Loss Event Management Sarbanes-Oxley (SOX) Kernelemente des jährlichen CER sind die Überprüfung des internen Kontrollsystems sowie des Risikomanagements. Der CER bezieht sich sowohl auf die finanziellen Markt- und Kreditrisiken, versicherungstechnische Risiken sowie finanzielle Solidität als auch auf die operationellen Risiken. Die regelmäßige Auswertung, Analyse und Meldung von Key Risk Indicators (KRIs) für die finanziellen und operationellen Risiken spielen eine wichtige Rolle im Rahmen der Risikoüberwachung. Die KRIs inklusive Limits werden auf der Ebene der Risikokategorien für alle wesentlichen Risiken durch das IFS Risk Committee für operationelle Risiken und das IFS Capital, Asset and Liability Committee für finanzielle Risiken im Auftrag des Vorstands bzw. IFS Executive Committees festgelegt. Die Einhaltung der Limits wird laufend durch das Risikomanagement sowie im Rahmen der Komitee-Sitzungen überwacht. Im Fall der Limitüberschreitungen werden Maßnahmen festgelegt und dokumentiert, die durch das verantwortliche Vorstandsmitglied umzusetzen sind. Das Loss Event Management dient der Identifizierung, Erfassung, Verwaltung und Eskalation von operationellen Risiken und Schadenfällen. Die operationellen Schadenfälle werden anhand der LBG Impactmatrix bewertet. Die Schadenfälle werden im Operational Risk System eingegeben und überwacht. Die Kontrollen der finanzberichtserstattungsrelevanten Prozesse der Heidelberger Lebensversicherung AG unterliegen den SOX-Anforderungen, da die Lloyds Banking Group ein an der New York Stock Exchange notiertes Unternehmen ist. Es sind daher die SEC (Security and Exchange Commission)-Anforderungen in Bezug auf Dokumentation und Überprüfung der Kontrolle im Rahmen des Finanzreportings zu erfüllen. Die Nutzung der Informationstechnologie ist für die Heidelberger Lebensversicherung AG unverzichtbar aufgrund immer größerer Unterstützung der Unternehmensprozesse. Durch die zunehmende Abhängigkeit von der IT steht die IT- Sicherheit im Fokus. Die Sicherheitsmechanismen werden systematisch weiterentwickelt, um die ordnungsgemäße Nutzung und den Schutz des Informationsbestands sicherzustellen. Der CER-Prozess stellt folgende Informationen zur Verfügung: Aussage über die Wirksamkeit des Kontrollrahmenwerks im Hinblick auf die wesentlichen Risiken, Identifizierung von signifikanten Kontrollschwächen in Kernbereichen, Fachbereiche mit bekannten Kontrollschwächen, deren Restrisiko akzeptiert wird, Nachweis von Maßnahmen, um Kontrollschwächen wirksam innerhalb eines Zeitplans zu beheben. Aufgrund stetiger Sichtung der gesetzlichen Änderungen sowie der aktuellen Rechtsprechung ist sichergestellt, dass die Heidelberger Lebensversicherung AG zeitnah auf Veränderungen reagiert und sie entsprechend umsetzt. 14

15 Rechtsrisiken sind durch den Einsatz von qualifizierten Mitarbeitern sowie externer Beratung im Bedarfsfall beschränkt. Die Heidelberger Lebensversicherung AG unterstützt eine zügige Implementierung der Solvency II-Anforderungen und richtet das Risikomanagement darauf aus. Ein Business-Continuity-Management-Prozess ist implementiert. Die Organisationsstruktur und die Notfallpläne werden in regelmäßigen Abständen überarbeitet. Das Business-Continuity- Management zielt darauf ab, bei Notfällen und Krisen eine ernste Unterbrechung kritischer Geschäftsfunktionen zu vermeiden. Um die Effektivität des Business-Continuity-Managements sicherzustellen, werden Notfallübungen durchgeführt. Das Projekt zur Herauslösung der Heidelberger Lebensversicherung AG aus der Lloyds Banking Group steuert und regelt vollumfänglich alle damit einhergehenden Risiken für die Gesellschaft. Hierbei liegt der Fokus insbesondere auf der Implementierung neuer, eigenständiger IT-Systeme sowie dem Einrichten eines lokalen Rechenzentrums. Des Weiteren wird ein eigenständiges Risikomanagementsystem implementiert. Risiken durch den Ausfall von Forderungen Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft bestehen gegenüber Versicherungsnehmern, Versicherungsvermittlern und Rückversicherern. Dem Risiko des Forderungsausfalls bei Außenständen von Versicherungsnehmern wird organisatorisch durch ein internes Inkasso- und Mahnwesen begegnet. Grundsätzlich stellt ein möglicher Ausfall von Forderungen an Versicherungsnehmer kein bedeutendes Risiko für ein Lebensversicherungsunternehmen dar. Die Summe der ausstehenden Nettoforderungen an Versicherungsnehmer, deren Fälligkeitszeitpunkt am Bilanzstichtag mehr als 90 Tage zurückliegt, beläuft sich auf T ,7. Die durchschnittliche Ausfallquote der Beitragsforderungen in den letzten drei Jahren betrug 2,8 %. D. Zusammenfassende Darstellung der Risikolage Versicherungsunternehmen sind verpflichtet, zur Sicherstellung der dauernden Erfüllbarkeit der Verträge freie, unbelastete Eigenmittel in Höhe einer aufsichtsrechtlich vorgeschriebenen Solvabilitätsspanne zu bilden. Für das laufende Geschäftsjahr ergibt sich eine gute Ausstattung mit Eigenmitteln im Sinne der Kapitalausstattungsverordnung. Die Solvabilitätsquote beträgt 163,8 %. Hierbei wurden keine Bewertungsreserven berücksichtigt. Im Rahmen einer jährlichen Überprüfung untersuchen wir auch die Solvabilitätsspanne in der nahen Zukunft. Für die Folgejahre kann ebenfalls von einer deutlichen Überdeckung ausgegangen werden. Aufgrund unserer Ausrichtung auf fondsgebundene und Risikoprodukte sowie unserer konsequenten Überwachung der konventionellen Kapitalanlage waren wir von der Finanzmarktkrise und der Niedrigzinsphase im Vergleich zum Lebensversicherungsmarkt wesentlich weniger betroffen. Den Risiken aus der Neustrukturierung und der Herauslösung aus der LBG wird durch einen koordinierten Projektplan begegnet. Es liegen keine Anhaltspunkte vor, die die Entwicklung der Heidelberger Lebensversicherung AG langfristig negativ beeinflussen oder den Bestand des Unternehmens gefährden könnten. Das Risiko aus Forderungsausfällen gegenüber Vermittlern und die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Solvenzposition des Unternehmens werden als gering eingestuft. 15

16 Erklärung gemäß 312 (3) AktG Personal- und Sozialwesen Die Schlusserklärung in dem vom Vorstand erstatteten Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß 312 AktG hat folgenden Wortlaut: Der Vorstand erklärt hiermit, dass die Gesellschaft nach den Umständen, die ihm zu dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem dieser Rechtsgeschäfte eine angemessene Gegenleistung erhalten hat. Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse des herrschenden Unternehmens oder eines mit diesem verbundenen Unternehmens hat die Heidelberger Lebensversicherung AG weder getroffen noch unterlassen. Der Beginn des Jahres 2013 war aus Sicht der Mitarbeiter weiter von der geänderten Organisationsstruktur geprägt. Viele Mitarbeiter hatten im letzten Quartal des Vorjahres neue Aufgaben im Unternehmen übernommen. Um dies den Kolleginnen und Kollegen zu ermöglichen, wurde in Fortbildungsmaßnahmen investiert, um entsprechend für die neuen Aufgaben zu qualifizieren. Wir sind uns der besonderen Herausforderungen an die Belegschaft bewusst und bedanken uns ganz herzlich bei der Belegschaft für ihre Treue zum Unternehmen und ihre herausragenden Leistungen, die die erfolgreiche Veränderung des Unternehmens erst ermöglichte. Im Geschäftsjahr haben wir einen Beschäftigungszuwachs um 2,4% auf im Durchschnitt 306,1 Mitarbeiter zu verzeichnen. Das zweite Halbjahr 2013 stand im Zeichen einer erneuten Veränderung. Die Konzernmutter der Heidelberger Lebensversicherung AG, die Lloyds Banking Group plc, konzentriert ihre strategische Ausrichtung auf ihr Geschäft im Heimatmarkt Großbritannien. Im August 2013 hat sie in diesem Zusammenhang den Verkauf der von ihr gehaltenen Anteile an der Heidelberger Lebensversicherung AG an ein Gemeinschaftsunternehmen der Cinven LLP und der Hannover Rück SE bekannt gegeben. Für die Belegschaft war dies naturgemäß mit Verunsicherung verbunden, aber auch ganz klar mit der Chance auf eine langfristige neue Perspektive durch die geplante Ausrichtung als zukünftige Konsolidierungsplattform für Lebensversicherungsportfolios. Diese Neuausrichtung wird für die Zeit nach dem Abschluss des Verkaufsprozesses, voraussichtlich im Frühjahr 2014, erwartet. Auch in veränderlichen Zeiten haben wir uns unvermindert stark der Nachwuchsförderung gewidmet. Im Jahr 2013 haben wir 7 Auszubildenden und Studenten der Dualen Hochschule eine Ausbildung im Versicherungswesen ermöglicht, das sind 5 mehr als im Vorjahr. Für das Jahr 2014 planen wir darüber hinaus mit bis zu 4 weiteren neuen Auszubildenden bzw. Studenten. Auch konnten wir im Jahr 2013 allen 9 ausgelernten Auszubildenden und Studenten einen Arbeitsplatz in unserem Unternehmen anbieten und diese damit für unser Unternehmen gewinnen. 16

17 Nachtragsbericht Zur weiteren Verbesserung der Ausbildungsqualität und -attraktivität konnten wir 2 Auszubildenden und Studenten einen Auslandsaufenthalt, einmal in Italien und einmal in England, ermöglichen. Dies hat zur Verbesserung der Sprachkenntnisse der beiden beigetragen und sie konnten einen ersten Einblick in die Arbeitsprozesse in anderen Ländern gewinnen. Der innerbetriebliche Unterricht, der im Jahr 2012 zum ersten Mal in Kooperation mit einem konzernfremden Sachversicherer stattgefunden hat und auf positive Resonanz gestoßen ist, konnte im Jahr 2013 weiter fortgeführt werden. Wesentliche Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nach dem Schluss des Geschäftsjahres nicht eingetreten. Auch unterstützen und fördern wir unsere Mitarbeiter in ihrem Vorhaben, sich berufsbegleitend weiterzubilden. Die Möglichkeiten unserer Mitarbeiter hierzu liegen neben der Ausbildung zum/zur Kaufmann/Kauffrau für Versicherungen und Finanzen (BWV) oder dem Bachelorstudium z. B. bei der Fortbildung zum Versicherungsfachwirt (IHK) oder zum Aktuar (DAV). Wie auch im Vorjahr haben wir zur Unterstützung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 2013 einen Gesundheitstag angeboten. Neben ganztägigen Informations- und Beratungsangeboten externer Dienstleister in unserem Hause konnte sich die Belegschaft auch im Rahmen von Workshops, wie z. B. zur Raucherentwöhnung oder zum Rückentraining, mit dem Thema der eigenen Fitness auseinandersetzen. Tanja Krebs, Mitarbeiterin in der Abteilung Policy Servicing 17

18 Ausblick und Chancen der zukünftigen Entwicklung Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Für die Geschäftsentwicklung in der Lebensversicherung stellen in 2013 und 2014 das gesamtwirtschaftliche Umfeld, die Wettbewerbssituation im Vergleich zu anderen Anlageformen und die Perspektiven der privaten Altersvorsorge wesentliche Bestimmungsfaktoren dar. Entwicklung Heidelberger Leben Die Heidelberger Lebensversicherung AG ist ein Spezialist für die Alters-, Hinterbliebenen- und Risikovorsorge mit Schwerpunkt auf fondsgebundene Lösungen. Das Unternehmen setzt auf flexible Produkte für die langfristige Altersvorsorge und wendet sich insbesondere an ein jüngeres Zielpublikum. Der deutsche Arbeitsmarkt entwickelte sich im Laufe des Jahres 2013 weiterhin positiv. Die Zahl der Erwerbstätigen ist in den letzten Monaten weiter kontinuierlich angestiegen. Die wirtschaftliche Lage der privaten Haushalte hat sich weiter verbessert. Neben dem Anstieg der verfügbaren Einkommen wird der private Verbrauch derzeit zusätzlich durch eine rückläufige Sparquote gestützt, die sich negativ auf die Versicherungsnachfrage auswirkt. Die Wachstumsprognosen für 2014 liegen aktuell bei etwa 1,7 %. Die Konjunkturentwicklung soll demnach zunächst weiterhin durch die starke Binnenwirtschaft (insbesondere Wohnungsbau und Konsum) getragen werden. Angesicht der etwas verbesserten globalen Konjunkturaussichten wird aber auch erwartet, dass zunehmend Impulse aus der Außenwirtschaft kommen. Branchenentwicklung Zwar hat sich die Krise im Euro-Raum spürbar gebessert, allerdings sind nach wie vor im Bereich der Vorsorgeprodukte (Risikolebensversicherung, BU, Altersvorsorge) aufgrund der weiterhin bestehenden Unsicherheiten vorerst kaum Veränderungen in der Versicherungsnachfrage zu erwarten, obwohl im Bereich der Geldvermögensbildung der privaten Haushalte trotz der Krise im Euro-Raum und des anhaltenden Niedrigzinsumfelds kaum gute Alternativen zur Lebensversicherung zur Verfügung stehen. Durch die Verunsicherung der Versicherungsnehmer im momentanen Niedrigzinsumfeld und der hierdurch gesunkenen Rentabilität im Bereich der konventionellen Lebensversicherung ist eine weitverbreitete Skepsis in der Bevölkerung gegenüber langfristigen Sparformen spürbar. Im Bereich der fondsgebundenen Lebensversicherung werden wir als Spezialanbieter fondsgebundener Altersvorsorgelösungen unser Investmentportfolio auch in 2014 auf der Basis unseres 5R-Qualitätssicherungsprozesses zur Fondsauswahl pflegen und aktualisieren, um unseren Kunden in allen drei steuerlich geförderten Schichten die bestmögliche Fondsauswahl anbieten zu können. Mit einer freien RfB (Rückstellung für die Beitragsrückerstattung) von 37,5 Mio. Euro zum dies entspricht einem Verhältnis von 297 % zwischen freier und gebundener RfB und vor dem Hintergrund einer über mehrere Jahre stabil gehaltenen Überschussbeteiligung sind wir auch weiterhin in der Lage, unseren Kunden faire und attraktive Produkte anzubieten. Dies gilt insbesondere auch für die Absicherung des Berufsunfähigkeitsrisikos in Form einer Selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung oder als Berufsunfähigkeitszusatzversicherung in Verbindung mit einer Risikoversicherung oder fondsgebundenen Rentenversicherung. Vertrieblich wird weiterhin die Unterstützung unserer produktiven unabhängigen Vertriebspartner und Großvertriebe im Fokus stehen, insbesondere bei der Betreuung und Sicherung bestehender Kundenbeziehungen. Im Kunden- und Partnerservice wird stetig an weiteren Optimierungen gearbeitet, um das Serviceerlebnis und die Kundenbindung zu erhöhen. Hierfür nutzen wir nicht nur die Auswertung konkreter Befragungen, sondern ebenso die proaktiven Rückmeldungen unserer Kunden und Vorschläge unserer Mitarbeiter. Äußere Einflüsse wie bspw. die Gesetzgebung oder auch die kürzlich ergangene Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs stellen den Bereich vor immer neue Herausforderungen. Für 2014 wird daher von einem leichten Rückgang der Beitragseinnahmen ausgegangen. Wachstumspotenzial sehen die Unternehmen per Saldo nur in der Berufsunfähigkeits-, der Fondsgebundenen Lebens- und Renten- sowie abgeschwächt jetzt auch in der Risikoversicherung. Weiterhin kann auch von einer stabilen Quote der vorzeitigen Beendigung (Storno) von Lebensversicherungsverträgen ausgegangen werden und wir möchten die implementierten Maßnahmen der Bestandserhaltung in den nächsten Jahren noch deutlich ausbauen. 18

19 Darüber hinaus ergeben sich im Zusammenhang mit dem im August 2013 bekannt gegebenen Eigentümerwechsel und der angestrebten Ergänzung des Geschäftsmodells Chancen für eine positive Weiterentwicklung der Heidelberger Leben. Mit der damit einhergehenden Weiterentwicklung unserer Unternehmensstrategie haben wir die wohl wichtigste strategische Veränderung in unserer noch jungen Unternehmensgeschichte bekannt gegeben. Wir werden unser Geschäftsmodell zukünftig besonders auf die Ansprüche und Bedürfnisse der bestehenden Versicherungsnehmer ausrichten und weiter in die Verbesserung des Kundenservice sowie in Bestandserhaltungsmaßnahmen investieren, um die Zufriedenheit unserer Kunden zu gewährleisten. Mit der Unterstützung unserer neuen Gesellschafter werden wir die erste Konsolidierungsplattform für Lebensversicherungen in Deutschland aufbauen und weitere Lebensversicherungsportfolios erwerben und in die Konsolidierungsplattform integrieren. Damit verbunden ist die Chance auf eine langfristige neue Perspektive für die Heidelberger Leben. Diese Neuausrichtung wird für die Zeit nach dem Abschluss des Verkaufsprozesses, voraussichtlich im Frühjahr 2014, erwartet. Den Risiken aufgrund der BGH-Urteile wurde bisher mit der Bildung einer Rückstellung begegnet. Zukünftig wird durch den nicht mehr abziehbaren Stornoabschlag eine Erhöhung der Rückkaufswerte erwirkt, was auch für Kündigungen ab 2014 eine geringe negative Auswirkung auf zukünftige Perioden haben wird. Vor dem vorangehend dargestellten Hintergrund rechnen wir mit einer weiteren Stabilisierung und einem insgesamt gleichbleibend positiven Geschäftsergebnis für das Jahr Hierbei sind die Optimierung des Kundenservice und die damit einhergehende Stabilisierung und weitergehende Reduktion der Stornowahrscheinlichkeiten Teil der neuen Strategie. Daneben steht die Immunisierung der Kostenbelastung durch einen Outsourcing-Vertrag mit der Heidelberger Leben Clerical Medical Management GmbH sowie einer proaktiven Asset- Management-Strategie zur Steuerung des Kapitalergebnisses im Vordergrund. Dies wird zu einer Stabilisierung und Verbesserung des Geschäftsergebnisses in 2014 beitragen. Im Zusammenhang mit der neuen Strategie und dem Fokus auf Bestandserhaltung und niedrigem Neugeschäft rechnen wir zukünftig mit geringfügig sinkenden Beitragseinnahmen für den Versicherungsbestand der Heidelberger Lebensversicherung AG. Aufgrund des anhaltenden Zinstiefs wird in 2014 mit weiteren Belastungen durch die Zinszusatzreserve gerechnet. Die dauerhafte Erfüllbarkeit der Verpflichtungen ist jedoch auch in einer lange anhaltenden Niedrigzinsphase jederzeit gesichert. 19

20 Bewegung und Struktur des Versicherungsbestands 2013 A. Bewegung des Bestands an selbst abgeschlossenen Lebensversicherungen Gesamtes selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft (nur Hauptversicherungen) (Haupt- und Zusatzversicherungen) (nur Hauptversicherungen) Anzahl der Versicherungen Lfd. Beitrag für ein Jahr in Einmalbeitrag in Versicherungssumme in I. Bestand am Anfang des Geschäftsjahres , II. Zugang während des Geschäftsjahres 1. Neuzugang a) Eingelöste Versicherungsscheine , , b) Erhöhungen der Versicherungssummen (ohne Pos. 2) , Erhöhungen der Versicherungssummen der Überschussanteile Übriger Zugang , , Gesamter Zugang , , III. Abgang während des Geschäftsjahres 1. Tod , Ablauf der Versicherung/Beitragszahlung , Rückkauf und Umwandlung in beitragsfreie Versicherungen , Sonstiger vorzeitiger Abgang , Übriger Abgang , Gesamter Abgang , IV. Bestand am Ende des Geschäftsjahres , B. Struktur des Bestands an selbst abgeschlossenen Lebensversicherungen (ohne Zusatzversicherungen) Gesamtes selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft 1. Bestand am Anfang des Geschäftsjahres (davon beitragsfrei) 2. Bestand am Ende des Geschäftsjahres (davon beitragsfrei) Anzahl der Versicherungen Versicherungssumme in C. Struktur des Bestands an selbst abgeschlossenen Zusatzversicherungen Zusatzversicherungen insgesamt Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherungen Anzahl der Versicherungen 12-fache Jahresrente in Anzahl der Versicherungen 12-fache Jahresrente in 1. Bestand am Anfang des Geschäftsjahres Bestand am Ende des Geschäftsjahres D. Beitragssumme des Neuzugangs in

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