Konflikte am Arbeitsplatz

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1 Konflikte am Arbeitsplatz Was sind Konflikte, wie entstehen sie und wie können sie bewältigt werden? 0 Fuchs-Mediation

2 Einleitung Konflikte sind Bestandteil gesellschaftlichen Zusammenseins. Werden sie nicht gelöst, können lang anhaltende Konflikte in Mobbinghandlungen übergehen. Wie im privaten, so können Konflikte, die die Würde und Persönlichkeitsrechte einzelner Beschäftigter verletzen auch am Arbeitsplatz entstehen. Menschen in lang anhaltenden Konflikten, wie auch Betroffene von Mobbing, leiden häufig unter schwerwiegenden körperlichen und seelischen Folgen. Gereiztheit, psychosomatische Beschwerden, Schmerzen, Angstzustände, Depressionen und geringes Selbstwertgefühl sind nur einige Bespiele dafür. Viele Betroffene reagieren darauf mit Kündigung oder dem Wunsch nach Versetzung. Auch für die einzelnen Unternehmen sind die Folgen durchaus enorm (Hohe Fluktuationsraten, erhöhter Krankenstand und verminderte Arbeitsmotivation). In den Betrieben kommt es zu verringerter Produktivität, Qualitätseinbußen, Verschlechterung von Teamarbeit und des Betriebsklimas.

3 Was sind Konflikte? Konflikte sind Interessengegensätze, die zwischen verschiedenen Parteien bestehen und die durch diese gemeinsam gelöst werden sollten. Konflikte sind für die Weiterentwicklung von Personen und Organisationen notwendig. Für den Umgang mit Konflikten gibt es verschiedene Grundmuster, von denen jedes seine Vorteile, aber auch Nachteile hat: Flucht, Vernichtung, Unterwerfung, Delegation, Kompromiss oder Konsens usw.. Durch professionelle Strategien zur Konfliktbearbeitung kann den Konfliktparteien geholfen werden, auch Konflikte zu lösen, die aus ihrer Sicht als nicht lösbar erscheinen.

4 Wie entstehen Konflikte? Konflikte entstehen immer da, wo Menschen oder Gruppen miteinander zu tun haben. Ursachen von Konflikten sind: jede Organisation, jeder Bereich, jeder Arbeitsplatz unterliegt einem ständigen Prozess der Entwicklung und Veränderung in jedem Unternehmen prallen an den unterschiedlichsten Stellen widersprüchliche Anforderungen aneinander es gibt Spannung zwischen Persönlichkeiten mit mehr und solchen mit weniger Erfolg (Konkurrenz, Neid) zwischen Personen mit Macht und solchen, die der Macht ausgeliefert sind Menschen haben unterschiedliche Wahrnehmungs-, Denk-, Werte- und Handlungsweisen (die Welt "mit der eigenen Brille sehen"). Dies führt manchmal zu Missverständnissen, Irritationen, Fehlern Es gibt einen natürlichen Prozentsatz von Menschen mit Verhaltensstörungen, Charaktermängeln, auffälligem Verhalten

5 Was fördert Konflikte? Förderer von Konflikten sind: Vorurteile "Chemie"-Probleme schlechtes Betriebsklima Machtgefälle (hierarchisch, sprachlich, sozial, materiell), Konkurrenz, Eifersucht Überlastung der Mitarbeiter durch (angeblich) unfähiges Management - keine ausreichenden Ressourcen (Zeit, Arbeitsplatz, Geld) oder fehlende Unterstützung Vernachlässigung, Funktionalisierung, Gängelung oder Manipulierung von Mitarbeitern Mitarbeiter werden für Aufgaben herangezogen, die sie nicht wollen, nicht können oder für falsch halten, erfahren Regeln, deren Sinn sie nicht einsehen

6 Persönliches Empfinden Konflikte liegen auch dann vor, wenn nur einer der Beteiligten diesen als solchen erlebt. Auswirkungen sind: die Kommunikation im Betrieb wird erschwert (Missverständnisse, Irreführungen, Respektlosigkeiten, Entgleisungen, Angriffe können folgen) die Wahrnehmung (Pauschalisierungen, Idealisierung der eigenen Position, Misstrauen) ist beeinträchtigt und Veränderung der Einstellung / Haltung (Formalisierung, Feindseligkeit, Lagerbildung) ist zu beobachten und bei der Aufgabenverantwortung Arbeitsteilung: "Jeder macht seinen Kram" - "mir hilft ja auch keiner" mit der Konsequenz: Ungelöste Konflikte schlagen sich in höheren Kosten wieder!

7 Gefahren und Chancen Gefahren in Konflikten: Konflikte sind gesund, aber ungelöste Konflikte sind gefährlich: Diese sind meist tabuisiert, weil besetzt und können sich aus heiterem Himmel explosionsartig entladen. Je weiter ein Konflikt schmort, je schneller droht er zu eskalieren und je schwieriger wird es, die Gefühle wieder runterzukochen. Konflikte haben allerdings auch positive Auswirkungen: ermöglichen Innovationen, fördern Kreativität, erzeugen den nötigen Druck für Veränderung / (Persönlichkeits-) Entwicklung, stellen Entscheidungen auf den Prüfstand vertiefen zwischenmenschliche Beziehungen, begründen Findungsprozesse für Personen und Gruppen, sind dadurch normen- und hierarchieklärend ermöglichen Aggressionsabfuhr (Klimareinigung).

8 Eigenbewältigung und Probleme Wenn ich mich in einem Konflikt wiederfinde bieten sich folgende Strategien zur eigenen Konfliktbewältigung an: sich bewusst machen was passiert, eigene Anteile suchen, Distanz behalten Gespräch mit Dritten darüber führen, sich Hilfe holen, ggf. Kollegen informieren sich selbst pflegen, es sich gut gehen lassen: positive Dinge genießen, bewusst andere Themen betreiben aktiv nach Lösungsmöglichkeiten suchen, Vermittlung einschalten Oft entstehen Probleme beim Versuch mit Konflikten klarzukommen durch: Überforderung durch falschen Ehrgeiz ( Das muß ich allein lösen - da kann mir niemand helfen! ) Schamgefühle ( Das darf niemand wissen, ist mir peinlich ) Hilflosigkeit ( Ich weiß nicht, was ich tun soll! ) Rechthaberei: schwarz-weiß- Denken / gut gegen böse / Freund gegen Feind / richtig und falsch / oben gegen unten... zum Sündenbock machen ( Schuldige gehören bestraft! )

9 Hilfe und Unterstützung Förderlich ist die Unterstützung bei Konflikten durch: vertrauenswürdige, freundliche Kollegen Lebenspartner, private Freunde, Angehörige Betriebsrat Betriebliche Beratungsstelle den Vorgesetzte (sofern Vertrauensbasis) Fuchs-Mediation

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