Das Leseförderprogramm für 5. Klassen der Bühl-Realschule Dornstadt Entwickelt von Dr. Martin Böhnisch in Zusammenarbeit mit der Fachschaft Deutsch

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1 Das Leseförderprogramm für 5. Klassen der Bühl-Realschule Dornstadt Entwickelt von Dr. Martin Böhnisch in Zusammenarbeit mit der Fachschaft Deutsch

2 Gründe für die Leseförderung 1. Wegfall der Grundschulempfehlung 2. Verwaltungsvorschrift 1999/ Empfehlungen der Leseforschung 4. Lesen als Schlüsselkompetenz 5. Alle Schüler sollen gefördert werden Beginn der Entwicklung: 2010

3 Bausteine unserer Leseförderung Diagnose Fragebogen Antolin Förderung der Lesemotivation Diagnose HAMLET (Teil 2/3) Förderung des Leseverstehens Diagnose HAMLET (Teil 1) Förderung der Leseflüssigkeit Leseausweise Antolin Sonstige Fischer Training Paired Reading Diagnose am Ende der Förderung, Rückmeldung an die Eltern, Leseklassenarbeit

4 Kompetenzstufen (Vereinfachte Darstellung nach U. Fischer 2008) Der Lesende ist in der Lage, Schlussfolgerungen zu ziehen. Die vorgelagerten Stufen werden ebenfalls beherrscht Der Lesende ist in der Lage, Informationen und/oder Handlungs- und Hintergrundmotive eines Textes zu kombinieren/rekonstruieren Der Lesende ist in der Lage, einem Text eine oder mehrere Informationen entnehmen, obwohl die Formulierung nicht identisch ist 1 Der Lesende ist in der Lage, in einem Text eine einfache Information aufzufinden

5 Leseförderung Schuljahr 2013/14 Lesekompetenz Beginn Schuljahr Lesekompetenz Ende Schuljahr 12% 40% 22% 31% Lesekompetenz 1 und 2 Lesekompetenz 1 und 2 Lesekompetenz 3 48% Lesekompetenz 3 Lesekompetenz 4 47% Lesekompetenz 4

6 Ergebnisse 2014 nach der Förderung Positiv 1. Der Anteil der Schüler auf Lesestufe 4 konnte von 12% auf 22% erhöht werden. 2. Der Anteil der Schüler, die sich auf Lesestufe 3 und 4 befinden, konnte von 60% auf 69% erhöht werden. 3. Der Anteil der Schüler auf Lesestufe 1 und 2 konnte von 40% auf 32% gesenkt werden. 4. Der Anteil der Schüler auf Lesestufe 1 konnte von 7% auf 3% gesenkt werden. 5. Im LRS-Kurs konnten 40% der Schüler ihre Leseleistungen um mind. 1 Stufe verbessern. Negativ 1. Letztes Jahr fiel die Förderung effektiver aus, obwohl die Klassen größer waren und der Anteil der schwachen Leser bei 50% (anstatt bei 40%) lag. 2. Wie letztes Jahr haben sich auch dieses Jahr Schüler verschlechtert 3. 3% kommen nicht über Lesestufe 1 hinaus.

7 Vergleich Vorjahr Förderung 2012/13 Förderung 2013/14 Steigerung Lesestufe 4: 20% Reduktion Lesestufe 1+ 2: 20% Reduktion Lesestufe 1: 11% Steigerung Lesestufe 4: 10% Senkung Lesestufe 1+ 2: 10% Reduktion Lesestufe 1: 4%

8 5 Kl. HAMLET Kl. DVA 2014 Niveaustufe Lesen a Oben 11% 46% Unten 11% 20% 7b Oben 76% 60% Unten 4% 0% 7c Oben 0% 23% Unten 25% 38%

9 Deutungsversuche Das Förderprogramm 2012 hat zwar zu einem Zuwachs geführt. Die besonders schwachen Leser und die besonders starken profitieren scheinbar nur bedingt. Maßnahme für Schwache: Paired Reading. Für Starke: Leseausweise. Ein bestimmter Anteil der Schüler scheint überhaupt nicht auf die Förderung anzusprechen: Lukas, Nico und Leon bleiben auf einer unteren Stufe - trotz Förderung. Lesekompetenz scheint in dieser Altersgruppe fragil zu sein. Schüler können sich auch verschlechtern, obwohl sie zu Beginn relativ gut abgeschnitten haben.

10 Leseförderung - Organisation Trainingsstunde Fachlehrer Deutsch 5 a, b, c LRS- Kurs* Förderbeauftragter Deutsch Termin: Immer montags 6. Stunde aller Deutschwochenstunden Lesetraining nach Dr. Ute Fischer Individuell; Kompetenzstufen orientiert

11 Alle helfen mit! Organisation von Räumen/Stunden Moralische Unterstützung Fischer Lesetraining Paired Reading Lesebegleithefte Deutschlehrer Schulleitung Kollegium Training Lesestrategien an Fachtexten Testung, Auswertung Beratung Förderlehrer Schüler Schüler- und Mitschüler Lesebegleithefte Paired Reading Lesen Eltern vor Eltern Leseraupe Kontrollieren das Vorlesen

12 Zusammenfassung I. An der RSD werden alle Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse im Lesen und Rechtschreiben gefordert und gefördert. II. Die Förderung erfolgt diagnosegeleitet, d.h. auf Grundlage eines soliden Testverfahrens. Wir orientieren uns demnach an den individuellen Lernständen der Kinder. III. Einmal pro Woche findet im Fach Deutsch eine extra Trainingsstunde statt. Für Kinder mit einer Lese- und Rechtschreibschwäche bieten wir zeitgleich einen speziellen Förderkurs an.

13 Paired Reading Die in den USA entwickelte Methode des Paired Reading erweist sich als besonders effizient. Bei dieser Methode lesen der Lernende und der Tutor einen Text so oft gemeinsam laut vor, bis der Lernende sich sicher genug fühlt, um alleine weiter zu lesen. Erfolge treten schnell ein: Durch das aktive Erleben und Hören eines richtig gesprochenen Textes wird auch das Leseverstehen eines schwachen Lesers besser, sein Lesen wird flüssiger. Vgl.

14 Lesestrategien n. Fischer Lesephasen I Vor dem Lesen II Während des Lesens Verstehensstrategien samt Methode Vorwissen einbringen (Cluster; Mind-Map; etc.) Fragen an den Test stellen (Notizen machen) Hypothesen aufstellen Nutzen der Textoberflächenstruktur (Überschriften für Sinnabschnitte finden ) Kohärenz erstellen (Oberbegriffe; Inhaltszusammenfassung) Überwachen des Verständnissen (W-Fragen stellen und beantworten) Punktuelles Lesen (Markieren, Schlüsselbegriffe) Einbringen von Textsortenwissen (Merkmale von Sachtexten; Merkmale von literarischen Texten ) III Nach dem Lesen Ergänzen/Erweitern (Cluster; Mind-Map ergänzen) Beachten der Autorenintention (Fragen zur Intention stellen) Reduktion der Information (Wirkung notieren; Kürzen; Zusammenfassen; Thema formulieren)

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