«Konsumkompetenz» und «Harm Reduction» beim Tabakkonsum

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1 «Konsumkompetenz» und «Harm Reduction» beim Tabakkonsum Petra Baumberger Generalsekretärin Fachverband Sucht

2 Begriffsdefinitionen Schadenminderung Die Schadensminderung zielt darauf ab, das Risiko gesundheitlicher Schäden für Suchtmittel konsumierende Menschen zu minimieren. Schadensminderung bedeutet auch, dass Mitbetroffene und Drittpersonen möglichst wenig durch die Folgen der Suchterkrankungen belastet werden. Die Massnahmen im Bereich Schadensminderung erhöhen die Lebensqualität für alle Nutzerinnen und Nutzer des öffentlichen Raumes. Quelle: Departement Soziales der Stadt Winterthur 2

3 Begriffsdefinitionen Konsumkompetenz Unter Konsumkompetenz verstehen wir das Wissen und die Fähigkeiten, welche dem/der Einzelnen dabei helfen, sein/ihr Konsumverhalten so zu gestalten, dass die eigene körperliche, geistige und soziale Gesundheit, aber auch die Gesundheit des Umfelds erhalten und gefördert wird. Konsumkompetenz kann dabei als Teilbegriff von Gesundheitskompetenz (health literacy) und Lebenskompetenz (life skills) verstanden werden. Quelle: Suchtakademie 3

4 Sechs gute Gründe, ernsthaft über Schadenminderung und Konsumkompetenz beim Tabakkonsum nachzudenken Erstens «Gesundheit» ist physische Gesundheit. physische Gesundheit psychische Gesundheit soziale Gesundheit 4

5 Zweitens Die Abhängigkeit von Tabakprodukten ist genauso eine Suchterkrankung wie die Abhängigkeit von Alkohol oder Heroin. Eine Abhängigkeit resp. eine Sucht zeichnet sich u.a. durch die (z.t. sehr stark) verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des Konsums aus. 5

6 Drittens Respektierung des Wunsches und der individuellen Möglichkeiten der Konsumierenden statt Propagierung einer Massnahme (Rauchstopp) für alle. 6

7 Ja Nein Anmerkung: *Gelegenheitsrauchende: nur für den Zeitraum Juli-Dezember erhobene Daten. Abbildung 3.4.2_MB Aufhörwunsch bei den Täglich-Rauchenden Total und nach Geschlecht, Sprachregion und Alter 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Total (n=808) Geschlecht Männer (n=420) Frauen (n=387) Sprachregion deutsch (n=551) französisch (n=226) italienisch (n=30) Jahre (n=45) Jahre (n=90) Jahre (n=142) Jahre (n=171) Alter Jahre (n=154) Jahre (n=120) Jahre (n=64) Jahre (n=21) Ja Nein Quelle: Suchtmonitoring Jahresbericht Tabak 2012 (

8 3.4.2 Reduktionswunsch Die Rauchenden wurden auch zum Wunsch befragt, ihren Tabakkonsum zu reduzieren. Abbildung 3.4.7a_MB Reduktionswunsch bei den Täglich-Rauchenden Total und nach Geschlecht, Sprachregion und Alter 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Total (n=841) Geschlecht Männer (n=441) Frauen (n=400) Sprachregion deutsch (n=574) französisch (n=232) italienisch (n=35) Jahre (n=46) Jahre (n=92) Jahre (n=140) Jahre (n=175) Alter Jahre (n=155) Jahre (n=131) Jahre (n=72) Jahre (n=29) Ja Nein Quelle: Suchtmonitoring Jahresbericht Tabak 2012 (

9 Viertens Die Rückfallquote bei einem Rauchstopp ist hoch: Rückfallquote über 95% bei einem spontanen Rauchstopp Rückfallquote von 90% - 95% nach kurzer Entwöhnungsberatung durch eine Ärztin oder einen Arzt Rückfallquote von ca. 70% bei einem Rauchstopp mit einem Rauchstopp-Training Quelle: Nationales Rauchstopp-Programm 9

10 Fünftens Mit der Anwendung der Konzepte auf den Tabakkonsum wird die Abstinenz als mögliches Ziel überhaupt nicht in Frage gestellt. Sondern: Es wird eine Zieloffenheit geschaffen. Der bisher scheinbar einzige Weg, mit dem Tabakkonsum umzugehen, der Rauchstopp, wird mit weiteren Möglichkeiten ergänzt. 10

11 Sechstens Schadenminderung und Konsumkompetenz finden in der Praxis längst Anwendung: Passivrauchschutz Kontrolliertes Rauchen als Methode wird (analog zum kontrollierten / definierten Trinken) in der Suchtberatung heute bereits angewendet 11

12 Geht das Konzept der Schadenminderung für Tabak auf? Die Schadensminderung zielt darauf ab, das Risiko gesundheitlicher Schäden für Suchtmittel konsumierende Menschen zu minimieren. Ansätze: Konsumreduktion (kontrolliertes Rauchen) Konsum von E-Zigaretten anstatt von Tabak 12

13 Schadensminderung bedeutet auch, dass Mitbetroffene und Drittpersonen möglichst wenig durch die Folgen der Suchterkrankungen belastet werden. Ansätze: Passivrauchschutz Sensibilisierung schwangerer Frauen, während der Schwangerschaft auf den Tabakkonsum zu verzichten Sensibilisierung von Eltern, in der Wohnung und im Auto nicht zu rauchen viele weitere Beispiele und Ansätze 13

14 Die Massnahmen im Bereich Schadensminderung erhöhen die Lebensqualität für alle Nutzerinnen und Nutzer des öffentlichen Raumes. Ansatz: Passivrauchschutz 14

15 Geht das Konzept der Konsumkompetenz für Tabak auf? Unter Konsumkompetenz verstehen wir das Wissen und die Fähigkeiten, welche dem/der Einzelnen dabei helfen, sein/ihr Konsumverhalten so zu gestalten, dass die eigene körperliche, geistige und soziale Gesundheit, aber auch die Gesundheit des Umfelds erhalten und gefördert wird. Anpassung: [...], dass die eigene körperliche, geistige und soziale Gesundheit, aber auch die Gesundheit des Umfelds möglichst wenig beeinträchtigt resp. erhalten und gefördert wird wird. 15

16 Ansätze: Rauchstopp Konsumreduktion (kontrolliertes Rauchen) Konsum von E-Zigaretten anstatt von Tabak Voraussetzung: Informationsvermittlung zu Möglichkeiten der Schadensminderung Sachliche Aufklärung der KonsumentInnen über die Risiken der verschiedenen Konsummethoden Schaffung qualitativ guter Angebote zur Konsumreduktion 16

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