Gesundheitsökonomische. Analysen. 31. März 2010 Guido Büscher

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1 Institut t für und Klinische Epidemiologie Gesundheitsökonomische Analysen 31. März 2010 Guido Büscher

2 Allgemeine Einführung Bedarf an Leistungen groß (unbegrenzt?) Ressource Geld begrenzt Notwendig, die Ressource optimal zu Nutzen Dazu Gesundheitsökonomische Analysen Fragestellungen: Bonusprogramm effektiv Integrierte Versorgung effektiv Welche Behandlung ist effektiver Seite 2

3 Nutzen Senkung eines Labortwertes Vermiedenes Ereignis (Tod, Schlaganfall, ) Arbeitsfähigkeit nach x Tagen Verweildauer im Krankenhaus x Tage Ein Score QALY (Quality-Adjusted Life Year) DALY (Disability-Adjusted Life Year) Auszahlung in Form von Geld... Verallgemeinert: Nutzeneinheit (NE) Seite 3

4 Kosten In Geldeinheiten Direkte Kosten Ressourcenverbrauch, Personal, Gebäude, Verwaltung, Behandlung von Nebenwirkungen, Betreuung von Kindern Indirekte Kosten Verminderte Produktivität, Ausfall der Produktivität, Verlust von Freizeit (oder als Verlust bei QALYs) Intangible, externe, zukünftige Kosten Z.T. heftige Debatte Nicht quantifizierbare Kosten (auf Grund von Stress, Schmerz, Angst), Kosten durch Krankenbesuch von Angehörigen Behandlung von Krankheiten durch längere Lebenserwartung, Seite 4

5 Perspektiven der Evaluation Verschiedene Perspektiven Mögliche Sicht der Gesellschaft Sicht des Patienten t / Versicherten Sicht der Krankenkasse / Krankenhauses / Rentenkasse... Wahl der Perspektive hat starken Einfluss auf die Ergebnisse Unterschiedlicher Nutzen Unterschiedliche Kosten Seite 5

6 Entscheidungsbaum bildliche, übersichtliche Darstellung Nur ein Modell Beispiel: Welche Behandlung? Beh. A (kleine, normale Tablette) Beh. B (große Retard-Kapsel) korrekte Einnahme 0,90 falsche Einnahme 0,10 korrekte Einnahme 050 0,50 falsche Einnahme 0, Wirkung 0,75 0,25 Wirkung 0,99 0,01 1-0,6 1-0,2 Seite 6

7 Roll-Back-Verfahren berechne zu erwartenden Nutzen (oder Kosten) für beide Alternativen Beispiel: Wirkung Beh. A korrekte Einnahme 0,60 NE 0,75 (kleine, normale 0,90 Tablette) e) 0,54 NE 0,25 falsche Einnahme Welche 0,00 NE; P = 0,10 0,10 Behandlung? Wirkung korrekte Einnahme 0,99 NE 0,99 Beh. B 0,50 (große Retard-Kapsel) 0,49 NE 0,01 falsche Einnahme 0,00 NE Beh. A (kleine, normale Tabl... : 0,54 NE 0,50 1,00 NE; P = 0,68-0,60 NE; P = 0,23 1,00 NE -0,20 NE Seite 7

8 Kosten-Nutzen-Analyse Erstelle Entscheidungsbaum, führe Roll-Back durch Berechne Inkrementelle Kosten-Nutzen-Relation (IKNR) IKNR = Kosten A - Nutzen A - Kosten B Nutzen B Kosten und Nutzen müssen jeweils in gleichen Einheiten vorliegen Seite 8

9 Versch. Formen der Kosten-Nutzen-Analyse Kosten-Effektivitäts-Analyse (Nutzen in medizinischer Größe) Kosten-Nutzwert-Analyse (Nutzen z.b. einem Score) Kosten-Nutzen-Analyse im engeren Sinne (Nutzen in Geldeinheiten) Kostenminimierungs-Analyse: Betrachte nur Kosten, bei identischem Nutzen Seite 9

10 Vom Ergebnis zu Entscheidung Kosten A - Kosten B IKNR ist berechnet: Nutzen A - Nutzen u. U. vergleich mit maximale Zahlungsbereitschaft (WTP) was ist Entscheidungsträger bereit pro gewonnener NE mehr zu zahlen 0 < IKNR WTP wähle Entscheidung mit höherem Nutzen IKNR > WTP wähle Entscheidung mit geringeren Kosten Wahl der WTP nicht einfach B Seite 10

11 Unsicherheit Werte unterliegen Unsicherheiten (Wahrscheinlichkeiten, Kosten, Nutzen) Werte unbekannt, Ungenaue Angaben Werte variieren leicht, sowohl räumlich als auch zeitlich Werte eteunsicher sc => Entscheidung edu gunsicher sc? Nicht unbedingt! Lösung: Sensitivitätsanalyse Variiere Werte und berechne das Modell neu Ändert sich die Entscheidung? Seite 11

12 Komplexere Entscheidungs-Modelle Bis jetzt: Medikament wirkt oder nicht, Patient geheilt oder nicht Verbesserung: Markov-Modelle M Berücksichtigung von zeitlichen Veränderung Seite 12

13 letzte Bemerkungen Gesundheitsökonomische Evaluation ein Teil von Überlegungen, neben ethischen, gesundheitspolitischen,... Einzelfallregelungen nicht ausgeschlossen Seite 13

14 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Seite 14

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