Liquidität Der Check Guter Mittelstand, ein Qualitätsstandard u. a. für die Liquiditätsplanung 6. MUT, Leipzig

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1 Engpassfaktor Liquidität Wege zu zusätzlicher Liquidität Der Check Guter Mittelstand, ein Qualitätsstandard u. a. für die Liquiditätsplanung 6. MUT, Leipzig Prof. Dr. Oliver Kruse Offensive Mittelstand - Gut für Deutschland Fachhochschule des Mittelstands (FHM)

2 Agenda Liquidität ein knappes Gut! Bin ich heute und in Zukunft liquide? Wie bekomme und sichere ich meine Liquidität? Wie kann der Check der Offensive Mittelstand mich unterstützen? 2

3 Liquidität ein knappes Gut! liquide sein : Fähigkeit, jederzeit seine Zahlungsverpflichtungen erfüllen zu können. Liquidität: Unmittelbar verfügbare Barmittel, täglich fällige Guthaben bei Banken sowie verfügbare Kreditlinien; mittelbar alle Güter, und Rechte, die liquidiert, also zu Geld gemacht werden können. Wofür braucht man Liquidität? - Zum Bezahlen von Rechnungen, zur Rückzahlung von Krediten, zur Begleichung der Steuerschuld etc., - Zur Überbrückung von Zahlungsungleichgewichten, - Zur Finanzierung von Wachstum. Grundvoraussetzung für die Existenzsicherung jedes Unternehmens. 3

4 Fehlende Liquidität führt zur Insolvenz Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland Insolvenzen pro Jahr lt. creditreform 4

5 Die wichtigsten drei Insolvenzursachen 14 grundlegende Insolvenzursachen aus Sicht von Insolvenzverwaltern Quelle: Euler Hermes: Ursachen von Insolvenzen, Befragung von 125 Insolvenzverwaltern,

6 Illiquidität ist vermeidbar plötzlicher Liquiditätstod bildet die Ausnahme Potentielle Krise Strategiekrise latente Krise Rentabilitätsk. Beherrschbare Krise Ertragskrise akute Krise Nicht beherrschbare Krise Liquiditätskrise Insolvenz Aktuell ausreichende Bestandssicherheit gefährdete Bestandssicherheit beginnende Bestandsgefährdung mittlere Bestandsgefährdung höchste Bestandsgefährdung Quelle: Gleißner/Füser, Leitfaden Rating Basel II, 2002, S. 69 6

7 Planung der Liquidität schützt vor unliebsamen Überraschungen Beträge in Tsd. Januar Februar März. A. Anfangsbestand an Zahlungsmitteln Einzahlungen Umsätze Sachanlagen Inmaterielle Anlagen Finanzanlagen Eigen- und Fremdkapital Zinsen/Provisionen/Gewinne B. Gesamte Einzahlungen Auszahlungen Materielle und Immaterielle anlagen Finanzanlagen Material Personal Steuern/Abgaben Eigenkapital Fremdkapital Zinsen/Provisionen/Gewinne Sonstige C. Gesamte Auszahlungen Plan Ist Plan Ist Plan Ist 7 D. Endbestand an Zahlungsmitteln (A + B - C)

8 Liquiditätskennzahlen geben schnellen Überblick Barliquidität Liquidität 1. Grades Zahlungsmittel KurzfristigeVerbindlichkeiten Liquidität auf kurze Sicht Liquidität 2. Grades Zahlungsmi ttel + kurzfr. Forderungen KurzfristigeVerbindlichkeiten Liquidität auf mittlere Sicht Liquidität 3. Grades Zahlungsmi ttel + kurzfr. Forderungen + Vorräte KurzfristigeVerbindlichkeiten Jedoch: Kennzahlen haben nur eine begrenzte Aussagefähigkeit! 8

9 Cash Flow oder: Wie viel Liquidität bleibt in der Kasse übrig? Kassenbestand Ergebnis vor Steuern Abschreibungen Erhöhung Rückstellungen 0 - Auflösung Rückstellungen 0 = Cashflow Steuern = Cashflow Aufnahme von Krediten 50 + Beteiligung 0 - Tilgung 100 = Cashflow Investitionen = Cashflow Einzahlungen von Gesellschaftern 0 - Auszahlungen an Gesellschafter 0 = verfügbarer Cashflow 0 0 Quelle: Bernstorff, Liquiditätsmanagement, 2010

10 Wann kommt es zu einer Liquiditätsverbesserung? Verbesserung der Liquidität bedeutet letztlich: Einzahlungen erhöhen und/oder schneller bekommen, Auszahlungen verringern und/oder in die Zukunft verschieben. Wichtig: Einige der folgenden Maßnahmen sind immer sinnvoll. Bei anderen ist je nach Liquiditätssituation unternehmensindividuell zu entscheiden, ob und in welcher Schärfe die Maßnahmen durchgeführt werden. Einige Maßnahmen erhöhen sofort die Liquidität, bei anderen braucht es Zeit, bis die positive Liquiditätswirkung eintritt. 10

11 Sechs Maßnahmen zur Liquiditätsverbesserung (I) 1. Überprüfung der Zahlungsbedingungen von Lieferanten und in den Rechnungen gegenüber Kunden - Ggf. Anzahlungen verlangen - Ggf. Skonto gewähren - Lastschriftverfahren vereinbaren - Fristen kombinieren - Zahlungsfristen verschieben 11

12 Sechs Maßnahmen zur Liquiditätsverbesserung (II) 2. Mahnwesen optimieren - Rechnungen sofort bei erbrachter Leistung stellen - Mahnbestand regelmäßig überprüfen - Straffes Mahnverfahren einführen - Sich rechtlich absichern 12

13 Sechs Maßnahmen zur Liquiditätsverbesserung (III) 3. Forderungsausfälle einschränken - Überprüfung der Bonität und ggf. des bisheriges Zahlungsverhaltens - Provisionszahlungen im Verkauf an Zahlungseingang knüpfen - Zahlungen absichern - Ggf. Vorkasse verlangen 13

14 Sechs Maßnahmen zur Liquiditätsverbesserung (IV) 4. Finanzreserven auf Aktiv- und Passivseite erschließen: - Verkauf von nicht mehr oder nur zum Teil genutzten Maschinen - Bei notwendigen neuen Maschinen ggf. Leasing in Anspruch nehmen - Abbau von zu hohen Vorräten durch Abbau von Überbeständen und Eliminierung von Ladenhütern - Ggf. Verkauf von Forderungen (Factoring) 14

15 Sechs Maßnahmen zur Liquiditätsverbesserung (V) 5. Eigenkapital erhöhen - Gewinnthesaurierung ist der beste gleichfalls der schwierigste Weg - Zusätzliche Einlagen der Eigentümer (wenn vorhanden!) 6. Fremdkapital erweitern - Als Fremdkapitalgeber kommen in Frage: Banken, Lieferanten und Kunden - Mit Hausbank und weiteren Banken über Krediterhöhung sprechen, bei Ablehnung: Gründe er- und hinterfragen - Angebote von Förderbanken prüfen 15

16 16 Wie kann der Check Guter Mittelstand: Erfolg ist kein Zufall mich unterstützen? (I)

17 Wie kann der Check Guter Mittelstand Erfolg ist kein Zufall mich unterstützen? (II) 17 Check ist u.a. ein Selbstbewertungsinstrument Ihres Liquiditätsmanagement im Unternehmen

18 Wie kann der Check Guter Mittelstand Erfolg ist kein Zufall mich unterstützen? (III) 18 Check gibt Ihnen Anregungen, selbst einen Blick auf Ihr Unternehmen zu werfen

19 Die wichtigsten Insolvenzursachen 14 grundlegende Insolvenzursachen aus Sicht von Insolvenzverwaltern 19 Nachhaltige Liquiditätssicherung erfordert ganzheitliche Unternehmensanalyse und steuerung

20 Ganzheitlicher Ansatz Strategie Organisation Liquidität Risikobewertung Kundenpflege Check Guter Mittelstand Personalentwicklung Unternehmenskultur Führung Innovation Beschaffung Prozesse 20

21 Bedeutung des Checks Der Check ist ein gemeinsamer Praxisstandard, den alle Partner gemeinsam entwickelt haben und anerkennen. Sie erhalten ein Selbstbewertungs-Instrument, mit dem Sie Ihr Unternehmen entlang des Wertschöpfungsprozesses analysieren und verbessern können. Unternehmen, die sich mit dem Check selbst bewertet haben, können im Internet in der Unternehmer-Liste Offensive Mittelstand aufgenommen werden. 21

22 Was bringt der Check einem Unternehmen? Verborgene Potenziale entdecken. Das Wesentliche: Jedes Thema auf zwei Seiten. Tipps und Anregungen. Unternehmer kann direkt selbst beginnen. Selbstbewertung mit Selbsterklärung. Liste Gute Unternehmen im Internet. 22

23 Was bringt der Check einem Unternehmen? Check führt hin zu Praxishilfen der Partner. Im Internet per Link hinterlegt. 23

24 Check Guter Mittelstand: Erfolg ist kein Zufall Partner Runder Tisch Offensive Mittelstand Gut für Deutschland eine Initiative von INQA-Mittelstand Wie können die Potenziale der Mittelständler besser ins Wettbewerbs-Spiel gebracht werden. Ein gemeinsamer BDA Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände e. V. Zentralverband des Deutschen Handwerks e. V. Bertelsmann Stiftung Standard Netzwerke von Unternehmern vieler Partner Kammern und Innungen IG BCE Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, des Energie Mittelstandes Institut für Mittelstandsforschung Bonn RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e. V. Fachhochschule des Mittelstands Bundesministerium für Arbeit und Soziales Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) Krankenkassen > IKK, AOK Insgesamt über 50 Partner 24

25 Mehr Informationen 25

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