German Working Papers in Law and Economics

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1 German Working Papers in aw and Economics Volume 2002 Paper 16 Ineffiziente Gläubigerbefriedigung bei Konkurrenz zwischen Banken- und ieferantenkrediten Jochen Bigus University of Hamburg Abstract Im Schrifttum zur Finanzierungstheorie werden verschiedene Fehlanreize der/des Unternehmer(s) diskutiert, die Gläubigergesamtheit zu schädigen. Das ist jedoch eine vereinfachte Sichtweise realer Sachverhalte. Gibt es zwei unterschiedliche Gläubigerparteien, z.b. Banken und ieferanten, so sind andere Formen von Fehlanreizen denkbar. Dieser Beitrag untersucht das Problem einer ineffizienten Gläubigerbefriedigung, das vom finanzierungstheoretischen Schrifttum bisher nicht modelliert wurde: Der Unternehmer befriedigt einen Gläubiger, der über eine Bürgschaft des Unternehmers verfügt, aus dem Unternehmensvermögen, um sein Privatvermögen zu schonen. Auch der begünstigte Gläubiger kann hiervon profitieren, wenn die Bürgschaft zu gering bemessen war. Das Ausfallrisiko der anderen Gläubigerpartei wird erhöht, wenn ihre Forderung nicht hinreichend gesichert werden kann. Sie wird das Anreizproblem antizipieren und möglicherweise das Kreditangebot beschränken. Copyright c 2002 by the authors. All rights reserved.

2 Bigus: Ineffiziente Gläubigerbefriedigung bei Konkurrenz zwischen B Ineffiziente Gläubigerbefriedigung bei Konkurrenz zwischen Banken- und ieferantenkrediten Jochen Bigus* 20. November 2002 Abstract Im Schrifttum zur Finanzierungstheorie werden verschiedene Fehlanreize der/des Unternehmer(s) diskutiert, die Gläubigergesamtheit zu schädigen. Das ist jedoch eine vereinfachte Sichtweise realer Sachverhalte. Gibt es zwei unterschiedliche Gläubigerparteien, z.b. Banken und ieferanten, so sind andere Formen von Fehlanreizen denkbar. Dieser Beitrag untersucht das Problem einer ineffizienten Gläubigerbefriedigung, das vom finanzierungstheoretischen Schrifttum bisher nicht modelliert wurde: Der Unternehmer befriedigt einen Gläubiger, der über eine Bürgschaft des Unternehmers verfügt, aus dem Unternehmensvermögen, um sein Privatvermögen zu schonen. Auch der begünstigte Gläubiger kann hiervon profitieren, wenn die Bürgschaft zu gering bemessen war. Das Ausfallrisiko der anderen Gläubigerpartei wird erhöht, wenn ihre Forderung nicht hinreichend gesichert werden kann. Sie wird das Anreizproblem antizipieren und möglicherweise das Kreditangebot beschränken. JE-Classification: G 33 Dr. Jochen Bigus, Universität Hamburg, Institut für Recht und Ökonomik, Edmund-Siemers-Allee 1 (Flügelbau West), Hamburg, Wertvolle Anregungen erhielt ich von Dr. iur. Silke Benderr. rer. pol. Stefan Prigge, beide Universität Hamburg, Prof. Hans-Peter Grüner, Universität Mannheim, zudem von Seminarteilnehmern auf dem III. Symposium zur Ökonomischen Analyse der Unternehmung an der Humboldt-Universität Berlin (Oktober 2002), im Economics Seminar (Prof. Holler) und im Seminar für Bank- und Finanzwirtschaft (Prof. Schmidt) an der Universität Hamburg und im Ökonomischen Workshop an der Universität Würzburg. Hierfür bedanke ich mich sehr herzlich wie auch für die finanzielle Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Bonn. Produced by bepress.com, 2011

3 2 German Working Papers in aw and Economics Vol. 2002, Paper 16 Ineffiziente Gläubigerbefriedigung bei Konkurrenz zwischen Banken- und ieferantenkrediten 1. Einleitung Ein Unternehmen besteht aus verschiedenen Parteien, die grundsätzlich eigene Interessen verfolgen. Interessenkonflikte verschiedenster Art sind daher denkbar und auch praktisch bedeutsam, so zwischen Geschäftsführung und Eignern, zwischen Mehrheits- und Minderheitseignern, zwischen Geschäftsführung und Arbeitnehmerschaft. Ein wichtiger Konflikt ist derjenige zwischen Eigner(n) 1 und Gläubigern. Im weiteren wird stets angenommen, dass der Eigner auch die Geschäfte führt, wie es z.b. bei einer GmbH häufig der Fall ist. Der Eigner sei als Unternehmer benannt. Der Konflikt zwischen Unternehmer und Gläubigern tritt insbesondere dann zutage, wenn der Unternehmer nicht oder nur beschränkt mit seinem privaten Vermögen haftet wie es z.b. bei Kapitalgesellschaften der Fall ist, 2 und das Eigenkapital (nahezu) aufgezehrt ist. In solchen Situationen, die wir im weiteren als Unternehmenskrise bezeichnen und die typischerweise im Vorfeld der Insolvenz auftreten, kann der Unternehmer versucht sein, Vermögensverschiebungen zu seinen Gunsten vorzunehmen, wenn die Gläubigerforderungen nicht ausreichend gesichert sind. Das Ausfallrisiko einzelner oder mehrerer Gläubiger wird dann erhöht. Es wird vermutet, dass bei jeder dritten Insolvenz solche kriminelle Handlungen vorkommen. 3 Während die Konflikte zwischen Unternehmer und Gläubigergesamtheit im finanzierungstheoretischen Schrifttum ausführlich untersucht worden sind, 4 findet man kaum Modelle, die die Interessenkonflikte zwischen verschiedenen Gläubigergruppen beleuchten. 5 Solche Konflikte können auftreten, wenn Ausfallrisiken bestehen, z.b. bei nicht (hinreichend) gesicherten Forderungen. Das Schrifttum betrachtet bisher Konflikte im Hinblick auf die Finanzierungs- oder 1 Vereinfachenderweise wird im folgenden nur noch von dem Eigner gesprochen. 2 Dieses Problem kann auch bei Personengesellschaften auftreten, wenn eine faktische Haftungsbeschränkung wegen mangelnden Privatvermögens besteht und der Zugriff auf künftige Einkommensströme beschränkt ist. 3 Siehe Wessels/Hillenkamp, 1999, S Weyand behauptet sogar, dass dies in 80-90% aller Insolvenzen der Fall sei, siehe Weyand, 1998, S Siehe z.b. die Übersichten bei Rudolph, 1984, S , Bitz/Hemmerde/Rausch, 1986, S. 80ff. Drukarczyk, 1993, S und Harris/Raviv, Zu einzelnen Fehlanreizen siehe auch Krahnen/Schmidt/Terberger, 1985, S (mangelnder Arbeitseinsatz), Jensen/Meckling, 1976, Kürsten, 1994 (Anreiz zur Erhöhung des Geschäftsrisikos) und Myers, 1977 (Unterlassung vorteilhafter Investitionsprojekte). 5 Nur vereinzelt findet man Hinweise, dass Gläubiger im Vorfeld der Insolvenz unterschiedliche Interessen haben können, siehe z.b. bei Schmidt, 1980, S rukarczyk, 1983, S. 336, Rudolph, 1984, S. 35. Modelltheoretische Analysen findet man bei Terberger, 1987, S , Peters, 1995, S und Bigus,

4 Bigus: Ineffiziente Gläubigerbefriedigung bei Konkurrenz zwischen B Investitionspolitik, 6 aber nicht solche hinsichtlich der Befriedigungspolitik eines Unternehmens. Auch das rechtsökonomische Schrifttum betrachtet Gläubigerkonflikte fast ausschließlich unter der Perspektive, dass das Insolvenzverfahren bereits eingeleitet wurde. 7 Jedoch können solche Konflikte auch im Vorfeld einer Insolvenz bestehen. Dieser Beitrag betrachtet ein Unternehmen mit zwei Gläubigern, z.b. einer Bank und einem ieferanten, und untersucht den Anreiz zur ineffizienten Befriedigung: ein Unternehmer bedient die Bank, die über eine Bürgschaft des Unternehmers verfügt, vorzeitig aus dem Unternehmensvermögen. Der Anreiz besteht, wenn die ieferantenforderung nicht (ausreichend) gesichert ist und hierfür auch nicht das Privatvermögen des Unternehmers haftet. Dann wird das Privatvermögen geschont. Selbst die begünstigte Bank kann profitieren, wenn die Bürgschaftssumme zu gering bemessen war. Der ieferant verliert. Der Anreiz zur ineffizienten Befriedigung kann auch dann bestehen, wenn die Bank über eine Bürgschaftszusage und Sicherheiten an Unternehmensvermögen verfügt. Das Anreizproblem führt zu Wohlfahrtsverlusten, (a) wenn der Unternehmer unter Zeitdruck Unternehmensaktiva verschleudert und diese Verwertungsverluste 8 bei planmäßiger Abwicklung des Privatvermögens nicht (in dieser Größenordnung) auftreten und, (b) wenn ieferanten dieses Anreizproblem antizipieren und daher nicht das nachgefragte eistungsvolumen erbringen, so dass grundsätzlich vorteilhafte Projekte nicht durchgeführt werden können (Unterinvestition). Es gibt insolvenz- und strafrechtliche Bestimmungen ( 130, 131 InsO, 283c StGB), die den Anreiz zur ineffizienten Befriedigung dämpfen, insbesondere wenn der Unternehmer dem bevorzugten Gläubiger eine Sicherheit oder Befriedigung gewährt, die vertraglich nicht vorgesehen war und die verbleibenden Gläubiger schlechter stellt (sog. inkongruente Deckung). Allerdings sind diese Normen nur unter relativ restriktiven Bedingungen anwendbar. Daneben kann das Anreizproblem in verschiedener Weise vertraglich gelöst werden. (1) Der ieferant sichert seine Forderungen vollständig. In praxi verbreitet ist der 6 Terberger (1987) und Peters (1995) zeigen, dass die ungesicherten Ansprüche bestehender Gläubiger entwertet werden können, wenn das Unternehmen zusätzliches Fremdkapital mit bevorrechtigtem oder gleichem Rang aufnimmt. Das Modell von Bigus (2002) verdeutlicht, dass Gläubiger mit vorrangigen Ansprüchen eher risikoarme Investitionsstrategien favorisieren, nachrangige Gläubiger aber an riskanten Strategien interessiert sein können. 7 Siehe z.b. Eidenmüller, 1999 und Adler, Ausnahmen sind die Arbeiten von Bulow/Shoven, 1978, White, 1980, Gertner/Scharfstein, 1991, Bebchuk/Fried, 1996, die eher Interessenkonflikte verschiedener Gläubigergruppen im Hinblick auf die Investitionspolitik analysieren, nicht aber bezüglich der Befriedigungspolitik. 8 Wertminderungen können auch dann eintreten, wenn die zu liquidierenden Aktiva integraler Bestandteil des Produktionsprozesses sind und bei ihrer Verwertung Synergiepotentiale verloren gehen. Produced by bepress.com, 2011

5 4 German Working Papers in aw and Economics Vol. 2002, Paper 16 einfache Eigentumsvorbehalt für Warenlieferanten mit hoher Sicherungskraft. Der Eigentumsvorbehalt ist allerdings für ieferanten von Dienstleistungen ungeeignet. Andere Sicherungsformen wie Sicherungsübereignung, Sicherungsabtretung, erweiterter oder verlängerter Eigentumsvorbehalt weisen eine (deutlich) geringere Sicherungskraft auf oder sind gemessen am Forderungsvolumen mit hohen Überwachungskosten verbunden. Üblicherweise trägt der ieferant trotz Sicherheit immer noch ein Ausfallrisiko. (2) Der ieferant untersagt dem Unternehmer, vorfällige Tilgungen zugunsten anderer Gläubiger vorzunehmen mit entsprechenden Sanktionsmechanismen bei Vertragsverstoß. Allerdings mögen Sanktionen monetärer Natur im Insolvenzfall wenig abschreckend sein. Zudem können vorfällige Tilgungen, die auf Gläubigerkündigungsrechten beruhen, nicht beschnitten werden. (3) Der ieferant setzt sofern möglich ein kurzfristige Zahlungsziele. Damit ist es eher wahrscheinlich, vor der Bank befriedigt zu werden. (4) Bank und ieferant vereinbaren bereits vor der Krise, ihre Rechtspositionen in gemeinschaftlich koordinierter Weise wahrzunehmen und durchzusetzen (Poolvereinbarung). Das Anreizproblem tritt offenbar nicht auf, wenn es nur einen Gläubiger gibt. Dennoch beobachten wir, dass Unternehmen typischerweise nicht nur Verbindlichkeiten gegenüber Banken, sondern auch solche gegenüber ieferanten haben. In deutschen Unternehmen bestanden von 1990 bis 1996 durchschnittlich ca. 23% der gesamten Verbindlichkeiten gegenüber ieferanten. 9 In den USA beträgt dieser Anteil ca. 26%. 10 Offenbar bieten ieferanten Kredit an, wenn Banken hierzu nicht mehr bereit sind. Das Schrifttum erklärt die großzügigere Haltung der ieferanten vornehmlich mit zwei Gründen. ieferanten können die Bonität des Schuldners dank eines Informationsvorteils besser einschätzen. Außerdem können sie in der Insolvenz des Unternehmens Waren oder Dienstleistungen eher als eine Bank in anderen Verwendungen nutzen; die Verwertungsverluste sind mithin geringer. Der Beitrag ist wie folgt aufgebaut. Abschnitt 2 enthält ein Basismodell zum Anreizproblem der ineffizienten Befriedigung. In Abschnitt 3 werden verschiedene Prämissen diskutiert und das Basismodell entsprechend modifiziert. Abschnitt 4 behandelt die Frage, welche vertraglichen Regelungen das Anreizproblem der ineffizienten Befriedigung dämpfen. Abschnitt 5 faßt die wesentlichen Ergebnisse zusammen. 9 Siehe Deutsche Bundesbank, 1999, S Siehe Mian/Smith, Die Stichprobe umfaßt die Jahresabschlüsse von 3550 Nasdaq- Unternehmen des nicht-finanziellen Sektors.

6 Bigus: Ineffiziente Gläubigerbefriedigung bei Konkurrenz zwischen B Modellanalyse: Anreiz zur ineffizienten Gläubigerbefriedigung 2.1 Die simultane Existenz von Bank- und ieferantenkrediten In einem Modell, dessen maßgeblicher Baustein das Konkurrenzverhältnis zwischen Bank- und ieferantenkrediten darstellt, muss zunächst einmal geklärt werden, weshalb ein Unternehmen überhaupt Kredit von unterschiedlichen Gläubigern aufnimmt. Blicken wir zunächst auf die Empirie. Die folgende Tabelle zeigt das Gewicht von ieferanten- und Bankverbindlichkeiten, basierend auf den aggregierten Jahresabschlußdaten von über westdeutscher Unternehmen. 11 Tab. 1: Struktur der Verbindlichkeiten westdeutscher Unternehmen in den Jahren , Angaben in % Verbindlichkeiten gesamt kurzfristige Verbindlichkeiten darunter: gegenüber Kreditinstituten erhaltene Anzahlungen aus ieferungen u. eistungen langfristige Verbindlichkeiten darunter: gegen Kreditinstitute 74,5 15,9 10,3 25,0 25,5 15,8 75,2 16,0 10,5 23,5 24,8 15,2 75,1 16,7 9,0 23,1 24,9 15,4 74,0 15,4 10,6 21,2 26,0 16,3 75,1 14,4 11,6 22,4 24,9 15,4 75,3 15,1 10,5 22,7 24,7 15,2 75,3 15,0 10,7 22,5 24,7 15,3 Quelle: Deutsche Bundesbank, 1999, S. 23. Die Verbindlichkeiten gegenüber ieferanten umfassen relativ konstant ca % der Gesamtverbindlichkeiten. 12 In den USA beträgt dieser Prozentsatz nach Mian/Smith (1994) 26%. Offenkundig ist jedoch, dass üblicherweise sowohl ieferanten als auch Banken Ansprüche gegen Unternehmen haben. Aus theoretischer Sicht stellt sich die Frage, weshalb ein Unternehmen überhaupt mehrere Gläubiger hat. Die Sichtweise im Schrifttum ist, dass Kreditfinanzierung über Banken grundsätzlich günstiger und daher vorzuziehen sei, allerdings Banken aus verschiedenen Gründen das Kreditangebot beschränken. ieferanten können dennoch Gründe haben, weiteren Kredit anzubieten Siehe Deutsche Bundesbank (1999). Für die Jahre liegen die Jahresabschlußdaten von Unternehmen, für diejenigen von Unternehmen vor jeweils aus sämtlichen Branchen. 12 Die Position erhaltene Anzahlungen umfaßt die ieferverbindlichkeiten gegenüber Kunden, die bereits Anzahlungen geleistet haben. 13 Siehe z.b. Petersen/Rajan (1997) und Biais/Gollier (1997). Produced by bepress.com, 2011

7 6 German Working Papers in aw and Economics Vol. 2002, Paper 16 Ein Grund hierfür mag sein, dass ieferanten die Qualität eines Schuldners bei einer engen Geschäftsbeziehung genauer einschätzen können. 14 Insbesondere erkennen ieferanten über eine Änderung der Zahlungsgewohnheiten sofort (z.b. über kurzfristige Zahlungsziele), ob sich die Kreditwürdigkeit verschlechtert. Ein weiterer komparativer Vorteil eines ieferanten kann darin liegen, dass er in der Insolvenz des Unternehmens bestimmte Güter eher als eine Bank in anderen Verwendungen nutzen kann, insbesondere wenn gelieferte Güter noch nicht weiterverarbeitet wurden. 15 Die Verwertungsverluste sind mithin geringer. Drittens können ieferantenkredite als Instrument zur Preisdifferenzierung eingesetzt werden. 16 Viertens können die Verbindlichkeiten eines ieferanten zuweilen eine Art schöne Geisel darstellen, um Produktqualität zu signalisieren 17 oder um Fehlanreize zu dämpfen, die bei beziehungsspezifischen Investitionen auftreten können. 18 Es mag weitere Erklärungsansätze geben, die das Schrifttum nicht nennt. Banken übernehmen ieferantenforderungen nicht (gänzlich) d.h. die ieferantenforderung wird über das Bankkonto bezahlt wenn zu befürchten ist, dass Garantie- und Serviceleistungen des ieferanten nach der Begleichung der Forderung nicht (im zugesagten) Maße erbracht werden. Dies mindert den Wert der gelieferten Ware und damit die Zahlungsbereitschaft der Bank. Die vorsichtige Haltung der Banken kann auch auf einen simplen letzten Grund zurückzuführen sein: Gesetzliche Zinsobergrenzen, z.b. in Deutschland nach 138 BGB, 19 beschränken die Möglichkeiten der Banken zur Kompensation des Ausfallrisikos. Hingegen wird 138 BGB auf ieferantenkredite offenbar nicht angewandt: Kreditzinssätze von 40% p.a. und mehr sind nicht ungewöhnlich. Selbstverständlich könnte jeder dieser Erklärungsansätze herangezogen werden, um in einem Modell die simultane Existenz von Bank- und ieferantenkrediten zu rechtfertigen. Um das Modell möglichst einfach zu halten, sei im folgenden angenommen, dass ieferanten bessere Verwertungsmöglichkeiten haben als Banken. 14 Siehe Biais/Gollier (1997). 15 Siehe Petersen/Rajan (1997), S Siehe Brennan/Maksimovic/Zechner (1988). 17 Siehe ong/malitz/ravid (1994). 18 Allerdings zeigt Wilner (2000), dass Gläubiger von ieferantenforderungen in der Unternehmenskrise ausbeutungsoffen sein können, wenn die Beziehung langfristiger Natur ist. 19 Siehe Palandt, 1999, S Ein vertraglich vereinbarter Zinssatz, der (1) mehr als das Doppelte des effektiven Marktzinses beträgt oder (2) diesen um 12 Prozentpunkte übersteigt, ist nach der Rechtsprechung zu 138 BGB ( Wucher ) grundsätzlich als sittenwidrig und daher als nichtig anzusehen. Auch in vielen US-Staaten finden sich Wuchervorschriften.

8 Bigus: Ineffiziente Gläubigerbefriedigung bei Konkurrenz zwischen B Modellprämissen Für die modelltheoretische Analyse sei von folgenden Prämissen ausgegangen (ein Symbolverzeichnis findet sich im Anhang): (M1) (Investition) Es besteht in t=0 eine Kapitalgesellschaft. Der Unternehmer als einziger Gesellschafter führt die Geschäfte, hat die Einlage vollständig erbracht und haftet nicht mit seinem Privatvermögen. Der Unternehmer kann ein Investitionsprogramm (oder Projekt) durchführen, das eine einmalige Auszahlung von I (I>0) in t=0 erfordert. Ein Teil der Ausgaben ist erforderlich, um das Personal zu entlohnen und ein anderer Teil, um Waren und Dienstleistungen von einem oder mehreren ieferanten zu erwerben. In der Folge wird von einem ieferanten gesprochen, der die ieferantengemeinschaft repräsentiert. Bei guter Umweltentwicklung erbringt das Projekt einen Rückfluß von x, bei schlechter Entwicklung in t=2 einen Rückfluß von x ( x > x > 0) bei optimaler Verwertung der Aktiva. Der Erfolgsfall tritt mit einer Wahrscheinlichkeit von p (0 < p < 1), der Mißerfolgsfall mit der komplementären Wahrscheinlichkeit (1 p) ein. Das Projekt hat einen positiven Kapitalwert, da (1) p x + (1 p)x = x + p( x x) > I gelten soll und der Periodenzinssatz für risikolose Anlagen 0% beträgt. 20 (M2) (Finanzierung) Zunächst ist zu fragen, welchen Kreditbetrag die Bank maximal bereitstellen würde. Zwei Nebenbedingungen sind zu beachten. Erstens: Die Bank kann einige Sicherungsgegenstände nicht optimal verwerten, z.b. unfertige Erzeugnisse, Vorräte oder Patente etc. Hingegen haben ieferanten wegen bestehender Netzwerke geringere Kosten der Verwertung. Die Bank kann nur den Bruchteil β (0 β < 1) desjenigen Verwertungserlöses erzielen, den ein ieferant einfahren würde. Es sei angenommen, dass der maximale Verwertungserlös für unfertige Erzeugnisse/Vorräte/Patente x betrage vereinfachenderweise im guten wie im schlechten Umweltzustand. 21 Im guten Zustand bestehen darüber hinaus noch andere Aktiva im Umfang von ( x x), z.b. Forderungen aus ieferungen und eistungen. Bezüglich dieser Aktiva hat die Bank keine Nachteile bei der Verwertung. Zunächst sei angenommen, dass die Bank wegen ihrer komparativen Nachteile bei der Verwertung keine Sicherheiten am Unternehmensvermögen hält (die Prämisse wird gelockert in Abschnitt 3.3). Die zweite wichtige Annahme ist, dass der Unternehmer über Privatvermögen verfügt, das für Sicherungszwecke, aber nicht zur Finanzierung des Projekts in t=0 eingesetzt werden kann, z.b. weil es sich um illiquides Vermögen oder künftiges Einkommen handelt. 22 Der Unternehmer bürgt für die Bankschulden mit seinem privaten Vermögen. Die 20 Die Annahme eines positiven Periodenzinssatzes würde die qualitativen Modellergebnisse nicht beeinträchtigen. 21 In praxi dürfte der Bestand an unfertigen Erzeugnissen/Vorräte etc. auch vom Umweltzustand abhängen, allerdings würde dies an den qualitativen Aussagen des Modells kaum etwas ändern. 22 Siehe Bester/Hellwig, 1987, S. 143 zu einer ähnlichen Prämisse. Produced by bepress.com, 2011

9 8 German Working Papers in aw and Economics Vol. 2002, Paper 16 Bürgschaftssumme beträgt S (S >0). Die Verwertung des Privatvermögen würde in t=2 sicher einen Erlös in Höhe von S erbringen. 23 Die risikoneutrale Bank wird in t=0 daher maximal Mittel in Höhe von (2) = β x + p(x x) S I max B + zur Verfügung stellen. Der Zahlungsanspruch der Bank in t=2 beträgt D B = I B (1 + r B ) mit 0 < D B x. ieferantenkredite sind für die Projektdurchführung notwendig, wenn die von der Bank maximal bereit gestellten Mittel nicht ausreichend sind, d.h. wenn I B < I gilt. Dieser Fall wird im weiteren betrachtet und ist gegeben, wenn die Rückflüsse (x, x ), die Erfolgswahrscheinlichkeit (p) oder die Haftungsmasse (S) hinreichend gering sind oder die Verwertungsverluste der Bank (β) hinreichend hoch. ieferanten gehen von höheren Verwertungserlösen aus (β=1). Daher sind sie auch bereit, in t=0 einen ieferantenkredit in Höhe von I = I I B zu gewähren. 24 Bietet (die ieferantengemeinschaft oder einfacher ) der ieferant in t=0 Dienstleistungen in Höhe von I an, so erlangt er hieraus einen Zahlungsanspruch in t=2 in Höhe von D = I (1 + r ) mit 0 < D x. Der Anspruch von ist ungesichert, damit kann der Unternehmer über einige Vermögensgegenstände frei disponieren. 25 In praxi haben ieferanten einen ungesicherten Anspruch, z.b. wenn die Kosten zur Vereinbarung und Überwachung der Sicherheit relativ hoch sind. Das gilt insbesondere, wenn eine Vielzahl von ieferanten jeweils eistungen in relativ geringem Umfang erbringen. Vorfällige Tilgungen zugunsten der Bank sind vertraglich möglich. ieferant kontrahiert nach der Bank und kann eine vorfällige Tilgung nicht verhindern. 26 Es sei der Fall betrachtet, dass die Summe der Forderungen den maximalen Rückflussbetrag in t=2 nicht übersteigt, allerdings den minimalen (x < D B + D x ) Es erscheint eher plausibel, dass der Verwertungserlös unsicher ist. Wichtig ist aber nur der Umstand, dass der Unternehmer überhaupt mit Privatvermögen haftet. Plausibler erscheint es auch, dass die Bank sowohl Sicherheiten am Unternehmen hält als auch eine Bürgschaft des Unternehmers innehat. Abschnitt 3.3 zeigt, dass dies den Fehlanreiz mildert, aber nicht eliminiert, solange disponibles Unternehmensvermögen gegeben ist, das nicht durch Sicherungsrechte des ieferanten belegt ist. 24 Ein anderer Teil der ieferantenforderungen wird möglicherweise gleich in t=0 über das Bankkonto gezahlt. Die Bank ist dann der Gläubiger. 25 Auch wenn ieferanten ihre Forderung besichern, ist sie bei bestimmten Sicherungsformen häufig ausfallbedroht, wenn der Unternehmer Verfügungsgewalt über die Sicherungsgegenstände hat, z.b. bei den erweiterten Formen des Eigentumsvorbehalts oder bei Sicherungsabtretungen und übereignungen (siehe hierzu die Diskussion in Abschnitt 4 und Tabelle 2). 26 Präziserweise sind zwei Fälle zu unterscheiden. Handelt es sich um das Recht des Unternehmers, vorfällige Tilgungen leisten zu können, so könnte der ieferant im Vertrag mit dem Unternehmer verlangen, auf dieses Recht zu verzichten. Für den Falle eines Verstoßes sollte der Unternehmer haften. Die Sanktion wirkt nicht, wenn die Haftungsmasse zu gering ist. Im zweiten Fall kann die Pflicht des Unternehmers zur vorfälligen Tilgung bestehen, wenn die Bank den Kredit kündigt. Das Kündigungsrecht der Bank kann durch den Vertrag zwischen ieferant und Unternehmer nicht beschnitten werden. 27 Der Anreiz zur ineffizienten Befriedigung besteht nicht im Fall D B + D x. Dann besteht für keinen der Gläubiger ein Ausfallrisiko. Im Fall D B + D > x besteht der Fehlanreiz auch bei guter Umweltentwicklung.

10 Bigus: Ineffiziente Gläubigerbefriedigung bei Konkurrenz zwischen B (M3) (Befriedigungspolitik) Zu Anfang der zweiten Periode, d.h. in t=1, erkennt der Unternehmer, nicht aber die Gläubiger B und, welche Umweltentwicklung in t=2 eintreten wird. 28 Der Unternehmer hat die vertraglich zugesicherten Möglichkeiten, den Anspruch der Bank planmäßig in t=2 aus dem Privatvermögen zu begleichen oder vorzeitig, d.h. vor t=2 aus dem Unternehmensvermögen. 29 Bei einer vorzeitigen Tilgung muß der Unternehmer allerdings freie Unternehmensaktiva unter Zeitdruck und zu Schleuderpreisen verkaufen. 30 Es fallen hierdurch Verwertungskosten in Höhe von k (0 < k x) an, die die Vermögensmasse des Unternehmens schmälern. Wertminderungen können auch eintreten, wenn ein Abzug der zu liquidierenden Aktiva den Produktionsablauf erheblich beeinträchtigen würde und Synergiepotentiale verloren gingen. Wird die Forderung von B in t=2 aus dem Privatvermögen befriedigt, fallen geringere Verwertungskosten an, die wir vereinfachenderweise auf Null setzen. Es gelte zudem: 0 < D B x k < x mit 0 < k x, d.h. Bank B trägt trotz der Verwertungskosten kein Ausfallrisiko bei Befriedigung aus dem Unternehmensvermögen. 31 (M4) (Informationsstruktur) Es bestehen keine Informationsasymmetrien hinsichtlich der Handlungsmöglichkeiten der einzelnen Akteure und der Payoffs, die mit den einzelnen Strategiekombinationen verbunden sind. Der Unternehmer erkennt den Eintritt der Umweltentwicklung und damit auch den Eintritt einer Unternehmenskrise früher als die Gläubiger. Das gibt ihm Raum für opportunistische Handlungen. Daneben bestehen Informationsasymmetrien und Transaktionskosten dergestalt, dass eine Besicherung des ieferantenanspruchs prohibitiv teuer ist. 28 Die Bank mag anhand der gewählten Befriedigungspolitik erkennen, welche Umweltentwicklung der Unternehmer vermutet, sofern dies der einzige oder ein wesentlicher Grund für eine vorzeitige Tilgung ist. Wichtig ist hier nur, dass der ieferant uninformiert bleibt. Könnte der ieferant die Umweltentwicklung erkennen, insbesondere den Eintritt der Krisensituation, würde er bestrebt sein, dem zu erwartenden Fehlanreiz entgegenzuwirken. 29 Die Bank fordert trotz der vorzeitigen Tilgung jedoch den gleichen Betrag D B (der Marktzinssatz für risikolose Anlagen beträgt 0%). 30 Der Zeitdruck verschlechtert die Verhandlungsposition, insbesondere wenn Unternehmensaktiva keinen Marktpreis und einen hohen Grad an Spezifität aufweisen, (z.b. spezielle Produktionsanlagen). Kaufinteressenten sind häufig Wettbewerber. Ist die Unternehmenskrise vornehmlich auf branchenoder konjunkturbedingte Faktoren zurückzuführen, so können auch die Wettbewerber wirtschaftlich angeschlagen sein. Dies drückt den iquidationserlös. Siehe hierzu Shleifer/Vishny, Bestandteile des Privatvermögens können einen geringeren Grad an Spezifität aufweisen, z.b. Hausgrundstücke, ebensversicherungen, Sparbücher/-briefe und Wertpapiere. Auf der Käuferseite dürften branchenbedingte Einflüsse eine geringere Rolle spielen. Zwar ist auch hier mit Verwertungsverlusten zu rechnen, der Einfachheit halber setzen wir diese im Modellrahmen jedoch auf Null, ohne dass dies die qualitativen Ergebnisse beeinträchtigen würde. 31 Diese Prämisse ist nicht kritisch und vereinfacht die Analyse. Wichtig ist allein der Umstand, dass die Bank aus dem Unternehmensvermögen befriedigt wird. Die qualitativen Ergebnisse ändern sich nur unwesentlich, wenn wir D B > x k annehmen (siehe Modifikation in Abschnitt 3.3). Produced by bepress.com, 2011

11 10 German Working Papers in aw and Economics Vol. 2002, Paper 16 (M5) (Nutzenkalküle und Teilnahmebedingungen) Unternehmer U, Bank B und ieferant sind risikoneutral und verfolgen jeweils das Ziel der Endvermögensmaximierung. Bank B und ieferant erzielen wegen des scharfen Wettbewerbs auf dem Finanz- bzw. Gütermarkt einen Nullgewinn. Der Unternehmer strebt einen nicht-negativen Endvermögenszuwachs an. Aus den Prämissen kann man folgende Spielstruktur bzw. Zugreihenfolge ableiten: Periode 1 (t=0 bis t=1): Für die Durchführung eines vorteilhaften Projekts ist eine Investitionsauszahlung von I notwendig. Bank B bietet dem Unternehmer U Kreditmittel an. U hat keine eigenen liquiden Mittel. B finanziert den Betrag I B. Das Angebot von B bezieht sich auf die Rückzahlungsforderung D B. Die Bankforderung ist gesichert. Die Bank finanziert nicht voll. Es ist ein zusätzlicher Kredit des/der ieferanten notwendig in Höhe von I = I I B. Bietet den nachgefragten Kredit an, so bezieht sich sein Angebot auf die Rückzahlungsforderung D (0 < I D x ). Ist nur zu einem geringeren Kreditvolumen (und eistungsvolumen) bereit, wird das Projekt nicht durchgeführt; der Payoff beträgt für alle Beteiligten Null. Periode 2 (t=1 bis t=2): Unternehmer U kann abschätzen, ob ein hoher oder ein niedriger Rückfluß in t=2 erzielt wird (x bzw. x ), jedoch nicht die Gläubiger. U kann die Bankforderung in t=2 entweder aus dem Privatvermögen bedienen oder kurz vor t=2 aus dem Unternehmensvermögen. Bei der letzteren Variante können Aktiva nur unter Zeitdruck und zu Schleuderpreisen verkauft werden. Der Verwertungsverlust beträgt dann k (0 < k x). Die folgende Graphik verdeutlicht die Modellstruktur. 32 Abb. 1: Modellstruktur Bank B Kredit kein Kredit ieferant (0, 0, 0) Kredit kein Kredit Natur N (0, 0, 0) gute Entw. Wkt. = p schlechte Entw. (1 p) Unternehmer U PV UV PV UV PV/UV = Befriedigung der Bank aus dem Privat- bzw. Unternehmensvermögen 32 kein Kredit in Abbildung 1 umschreibt den Sachverhalt, dass der Kredit nicht in einer Höhe gewährt wird, dass das Projekt durchgeführt werden könnte.

12 Bigus: Ineffiziente Gläubigerbefriedigung bei Konkurrenz zwischen B Zwei Fälle sind zu unterscheiden. Im ersten Fall steht als Haftungsmasse ausschließlich das Privatvermögen des Unternehmers zur Verfügung. Im zweiten Fall haftet der Unternehmer sowohl mit seinem Privat- als auch mit dem Unternehmensvermögen. In den folgenden Abschnitten 2.3 und 2.4 wird zunächst der erste Fall analysiert, im Abschnitt 3.3 der zweite. 2.3 Analyse des Grundmodells (nur private Haftung) Haftet ausschließlich das Privatvermögen des Unternehmers, so stellt die Bank einen Kredit in Höhe der Bürgschaftssumme zur Verfügung. Wegen des sicheren Verwertungserlöses und wegen der Nullgewinnbedingung entspricht der Forderungsbetrag dem Kreditvolumen: (3) I B = D B = S. Da es sich um ein dynamisches Spiel handelt, ist mittels Rückwärtsinduktion zu ermitteln, unter welchen Bedingungen das Projekt durchgeführt wird oder nicht. Die First-best-ösung besteht offenkundig darin, die Bankforderung in t=2 aus dem Privatvermögen zu befriedigen, da dann die Verwertungsverluste aus dem fire sale vermieden werden. Keine der beiden Forderungen ist dann ausfallbedroht. Das vorteilhafte Projekt wird durchgeführt. Bei opportunistischem Verhalten hat der Unternehmer mitunter einen Anreiz, die Bank aus dem Unternehmensvermögen zu bedienen, obwohl dies ineffizient ist. Um dies zu zeigen, betrachten wir zunächst die Payoffs der einzelnen Parteien für verschiedene Kombinationen von Umweltentwicklungen und Befriedigungsformen. a) Gute Umweltentwicklung (x = x bei effizienter Befriedigungspolitik PV bzw. x = x k bei ineffizienter Befriedigungspolitik UV), Eintrittswahrscheinlichkeit: p Die Parteien erzielen in t=2 folgende individuellen Nettorückflussbeträge, wenn der Unternehmer die Bankforderung in t=2 aus dem Privatvermögen (Index: PV) begleicht: (4.1) R B (PV) = D B I B, (4.2) R (PV) = D I, (4.3) R U (PV) = x D B D, (4.4) R BU (PV) = R B (PV) + R (PV) + R U (PV) = x I B I. Die Forderung der Bank wird gänzlich aus dem Privatvermögen bedient, diejenige des/der ieferanten gänzlich aus dem Unternehmensvermögen. Weder B noch Produced by bepress.com, 2011

13 12 German Working Papers in aw and Economics Vol. 2002, Paper 16 tragen ein Ausfallrisiko. Bei der ineffizienten Befriedigungspolitik UV kann ieferant hingegen einen Ausfall erleiden; zudem fallen Verwertungskosten in Höhe von k an. (5.1) R B (UV) = D B I B, (5.2) R (UV) D I = x k D (5.3) R U (UV) = x D 0 B B D (5.4) R BU (UV) = x I B I k. I k x k D > x k D B x k D B > x k D B B,, b) Schlechte Umweltentwicklung (x = x bzw. x = x k), Wahrscheinlichkeit: 1 p Bei schlechter Umweltentwicklung betragen die individuellen Nettorückflußbeträge bei Befriedigung aus dem Privatvermögen: (6.1) R B (PV) = D B I B, (6.2) R (PV) D I = x I (6.3) R U (PV) DB + x D = DB < 0 (6.4) R BU (PV) = x I B I. < 0 x > x, x > x, Die Nettorückflüsse bei vorzeitiger Befriedigung aus dem Unternehmensvermögen betragen: (7.1) R B (UV) = D B I B, (7.2) R (UV) = x k D B I, (7.3) R U (UV) = 0, (7.4) R BU (UV) = x k I B I. Ergebnis 1: Ist die Forderung des ieferanten hinreichend groß (D > x D B ), so wählt Unternehmer U bei guter Umweltentwicklung die effiziente Befriedigungspolitik, im Krisenzustand jedoch nicht. muß daher im Krisenzustand mit einem Fehlanreiz und mit einer Entwertung seines Anspruchs rechnen Beweis: Für die gute Umweltentwicklung gilt R U (PV) = x D B D k > R U (UV) = 0 wegen der Annahmen k > 0 und x > D B D. Im Krisenzustand gilt R U (PV) < R U (UV) = 0 wegen der Annahmen D B > 0 und x < D B + D.

14 Bigus: Ineffiziente Gläubigerbefriedigung bei Konkurrenz zwischen B Der erwartete Nettorückfluß, mit dem ieferant aus Sicht des Zeitpunkts t=0 rechnet, beträgt somit: (8) E( R ~ ) = I + pd + (1 p)(x k D B ). Wegen der Nullgewinnbedingung wird der ieferant nur dann den erforderlichen Kredit in Höhe von I gewähren und die dem Kredit zugrunde liegende eistung im nachgefragten Umfang erbringen, wenn er zumindest einen Nullgewinn erzielt, d.h. wenn gilt: (9) I pd + (1 p)(x k D B ). Da D = (1 + r )I gilt, kann man (9) auch nach dem kritischen Zinssatz r * umformen, der dem ieferanten einen erwarteten Nullgewinn sichert: (10) * I (1 p)(x k DB) r = 1. pi Zu beachten ist die Restriktion r * x /I 1, da die ieferantenforderung inklusive Zinsen nicht den maximalen Projektrückflussbetrag überschreiten sollte (D = (1 + r )I x ). Setzt man diese Bedingung in (10) ein, so erhält man das maximale max Kreditangebot des ieferanten I : (11) max I = px + (1 p)(x k D ). B Ist das maximale Kreditangebot des ieferanten zu niedrig, wird unter folgender Bedingung ein Projekt nicht durchgeführt, obwohl es vorteilhaft ist: (11.1) max I + I B < I < px + (1 p) x. Offenbar sinkt nach (11) das maximale Kreditangebot des ieferanten (und der eistungsumfang) ceteris paribus, je geringer die Erfolgswahrscheinlichkeit p ist, je höher die Verwertungsverluste k bei einem fire sale sind (die Verwertungsverluste dürften um so höher sein, je weniger marktgängig die Aktiva sind, z.b. bei Aktiva mit hohem Spezifitätsgrad oder bei nichtphysischen Aktiva, z.b. Patenten, oder je gravierender der Verlust an Synergiepotentialen ist), je höher die Bankforderung D B ist, und je geringer der Mindestrückflußbetrag x ist (x dürfte c.p. um so geringer sein, je größer die Streubreite der Rückflüsse ist, z.b. bei jungen Unternehmen oder bei Unternehmen im Hochtechnologiebereich). Produced by bepress.com, 2011

15 14 German Working Papers in aw and Economics Vol. 2002, Paper 16 Ergebnis 2: Der ieferant wird den Fehlanreiz antizipieren und das Kreditangebot auf max I beschränken. Wenn die angebotene Kreditsumme den erforderlichen Investitionsbetrag unterschreitet ( I max < I I B ), kann das Projekt nicht durchgeführt werden, obwohl es die Gesamtwohlfahrt steigern würde (Unterinvestition). Bemerkenswerterweise kann im vorliegenden Modell eine private Haftungszusage des Schuldners, d.h. eine externe Kreditsicherheit, bestimmte Anreizprobleme hervorrufen. Im Schrifttum wird hingegen überwiegend argumentiert, dass externe Kreditsicherheiten Anreizprobleme mildern bzw. eliminieren. 34 Allerdings wird dann auch häufig angenommen, dass es nur eine Gläubigerpartei oder aber mehrere Gläubiger mit homogenen Interessen gibt. Im vorliegenden Modell haben die Gläubiger Zugriff auf unterschiedliche Haftungsmassen, was den Unternehmer zu einer opportunistischen Befriedigungspolitik anreizen kann. Folgendes Beispiel verdeutlicht die Modellaussagen: Unternehmer U kann ein Projekt durchführen, das mit einer Erfolgswahrscheinlichkeit von p = 0,4 einen Rückfluß von x = 80 GE, ansonsten x = 40 GE erbringt. Die Investitionsauszahlung beträgt 54 GE. Das Projekt ist vorteilhaft, da der Kapitalwert positiv ist: 0, , = 2. Der Unternehmer bürgt in Höhe von S = 20 mit seinem privaten Vermögen. Beträgt die Verwertungsquote β 30%, so wird die Bank das Projekt nicht vollständig alleine finanzieren, da der erwartete Erlös insgesamt 48 GE beträgt (30% (80 40) + 20 gemäß Formel (2)). Man kann zwei Fälle unterscheiden: im ersten hat wie im Modell die Bank alleine Sicherheiten am Privatvermögen, jedoch keine am Unternehmensvermögen zumal der ieferant diesbezüglich komparative Vorteile bei der Verwertung aufweist.. Im zweiten hat die Bank Sicherheiten sowohl am Privat- als auch am Unternehmensvermögen. Der zweite Fall in Abschnitt 3.3 betrachtet, im folgenden jedoch der erste Fall. Die Bank stellt dann Mittel in Höhe der Bürgschaftssumme zur Verfügung, d.h. I B = 20 GE. Das entspricht auch ihrem Forderungsbetrag D B. Um das Projekt durchzuführen, ist dann ein ieferantenkredit von I = 34 GE erforderlich. Bei vorzeitiger Befriedigung im schlechten Zustand entstehen Verwertungsverluste von k = 20 GE, d.h. der Rückfluss beträgt dann = 20. Der ieferant wird dann nicht den angefragten Kredit von I = 34 anbieten. Den maximalen Forderungsbetrag, den vernünftigerweise verlangen kann, ist D = 80. Der maximale Rückfluß beträgt ja gerade x = 80 GE und die Bank hat keine Sicherheiten am Unternehmensvermögen. Bei guter Umweltentwicklung kann der ieferant 80 GE erzielen. In der Unternehmenskrise erzielt keinerlei Rückfluß: von 34 Siehe z.b. die Überblicke bei Neus, 1998, und anger, Nur vereinzelt finden sich Beiträge, die zeigen, dass externe Kreditsicherheiten Anreizprobleme verschärfen können, siehe z.b. Kürsten, 1997, und Bigus, 2002, S

16 Bigus: Ineffiziente Gläubigerbefriedigung bei Konkurrenz zwischen B den 40 GE gehen 20 GE an die Bank, die anderen 20 GE stellen Verwertungsverluste dar. Der erwartete Nettorückfluß des ieferanten ist damit negativ: 0, , = Modellmodifikationen 3.1 Analyse bei allgemeinen Verteilungsannahmen Im weiteren sei untersucht, inwieweit die Modellergebnisse von den unterstellten Verteilungsannahmen abhängen. Hierzu wird Prämisse (M1) modifiziert: (M1)...Der unsichere Rückflussbetrag X ~ in t=2 ist zwischen den Werten x und x (mit 0 < x < x ) (diskret oder kontinuierlich) verteilt. Die Verwertungskosten betragen k (0 < k x). Es gelte zudem x k D B, d.h. die Bankforderung kann stets vollständig aus dem Unternehmensvermögen bedient werden Der erwartete Rückfluss beträgt E( X ~ ) = µ und übersteigt das Investitionsvolumen I: µ > I. Der Unternehmer kann nur dann einem Fehlanreiz unterliegen, wenn die ieferantenforderung ausfallbedroht ist, d.h., wenn gilt: D + D B > x oder D > x D B (notwendige Bedingung). Nur dann trägt auch der ieferant die Kosten der opportunistischen Handlung. Die hinreichende Bedingung hängt von dem Informationsstand des Unternehmers in t=1 ab. Zwei Szenarien sind zu unterscheiden: (a) Wie im Grundmodell kann der Unternehmer exakt einschätzen, welche Entwicklung, d.h. welcher Unternehmensrückfluss in t=2 eintritt (nämlich x mit x x x ). (b) Der Unternehmer weiß nicht genau, welcher Rückfluss eintritt, hat aber eine Einschätzung über die Verteilung des unsicheren Rückflußbetrages, G U (x). Die hinreichende Bedingung für den Fehlanreiz im Fall (a) gleicht derjenigen im Grundmodell: (12) D B > x D. Dann nämlich wird die Bank auf die private Haftungsmasse zugreifen. Im Fall (b) gilt für die hinreichende Bedingung: x k (13) [ 1 G (x k) ] dx > [ G (x)] DB+ D U x 1 dx D B. D Die linke (rechte) Seite von (13) stellt den erwarteten Rückfluß des Unternehmers U bei opportunistischem (bzw. nicht opportunistischem) Verhalten dar. Ist (13) erfüllt, so unterliegt der Unternehmer dem Fehlanreiz. Trifft man keine spezifischen Verteilungsannahmen, so kann es mehrere kritische ieferantenforderungsbeträge U Produced by bepress.com, 2011

17 16 German Working Papers in aw and Economics Vol. 2002, Paper 16 geben, bei deren Überschreiten (oder Unterschreiten) der Fehlanreiz des Unternehmers ausgelöst wird. Entscheidend ist der exakte Verlauf der Verteilungsfunktion G U (x). 3.2 Unzureichende Sicherheiten der Bank Es sei nun der Fall betrachtet, in dem die Bank nicht über ein ausreichendes Sicherungsvolumen verfügt. Prämisse (M2) sei entsprechend modifiziert: (M2)... Der Unternehmer bürgt für die Bankschulden mit seinem privaten Vermögen. Im Zeitablauf verfällt der Wert des Privatvermögens, so dass die Verwertung des unternehmerischen Privatvermögen aus Sicht des Zeitpunkts t=1 in t=2 nur noch einen sicheren Verwertungserlös in Höhe von S (0 < S < D B ) erbringen würde und die Forderung von Bank B nicht sicher befriedigt werden könnte Eine vorzeitige Befriedigung der Bank aus dem Unternehmensvermögen kann unter diesen Bedingungen nicht nur den Unternehmer, sondern auch die Bank bei Eintritt der schlechten Umweltentwicklung besser stellen. Im Krisenzustand (x < D B + D ) betragen die individuellen Nettorückflüsse bei Befriedigung aus dem Privatvermögen (siehe (6.1) (7.3) zum Vergleich) aus Sicht des Zeitpunkts t=1: (15.1) R B (PV) = S I B, (15.2) R (PV) D I = x I (15.3) R U (PV) S' + x D = S' < 0 x > x, x > x. Bei vorzeitiger Befriedigung aus dem Unternehmensvermögen gilt bei x < D B + D : (16.1) R B (UV) = D B I B, (16.2) R (UV) = x k D B I, (16.3) R U (UV) = 0. Ergebnis 3: Drei Szenarien sind zu unterscheiden. Hat die Bürgschaft eine hinreichende Sicherungskraft (x D < S < D B ), so stellt sich neben dem Unternehmer auch die Bank besser, wenn U die Bankverbindlichkeit vorzeitig aus dem Unternehmensvermögen tilgt. Dies gilt auch bei geringerer Sicherungskraft (0 < S 35 Ähnlich gelagert ist der Fall, in dem kein Wertverfall einsetzt, jedoch der Verwertungserlös des Privatvermögens unsicher ist und für geringe Ergebnisausprägungen zu einem Ausfall der Bank führt.

18 Bigus: Ineffiziente Gläubigerbefriedigung bei Konkurrenz zwischen B x D ) und hinreichend hoher ieferantenforderung. Für den Fall (0 < S x D ) und D x profitiert nur die Bank. Ist die Bank in t = 1 über die Unternehmenssituation hinreichend informiert, hat sie in den genannten Fällen (ebenfalls) ein Interesse an der ineffizienten Befriedigungspolitik zu asten des ieferanten. 3.3 Die Bank hält Sicherheiten am Privat- und Unternehmensvermögen Die folgende Modellvariation zeigt, dass der Anreiz zur ineffizienten Befriedigung auch dann bestehen kann, wenn die Bank über Sicherheiten am Unternehmensvermögen und über eine Bürgschaft verfügt. Für die Analyse seien die folgenden Passagen der Prämissen (M2) und (M3) geändert: (M2)... Die Bank kann einige Sicherungsgegenstände nicht optimal verwerten, z.b. unfertige Erzeugnisse, Vorräte oder Patente etc. Hingegen haben ieferanten wegen bestehender Netzwerke geringere Kosten der Verwertung. Die Bank kann nur den Bruchteil β (0 β < 1) desjenigen Verwertungserlöses erzielen, den ein ieferant einfahren würde. Es sei angenommen, dass der maximale Verwertungserlös für unfertige Erzeugnisse/Vorräte/Patente x V betrage. Daneben hält die Bank Kreditsicherheiten am Unternehmensvermögen: zum einen hat sie sich die Forderungen sicherungshalber abtreten lassen. Diese Kreditsicherheit erbringt bei guter Umweltentwicklung einen Verwertungserlös von x x GE. Bei schlechter Umweltentwicklung, d.h. bei geringeren Umsätzen, ist der Erlös deutlich geringer, vereinfachenderweise betrage er 0 GE. Zusätzlich hat die Bank Grundpfandrechte, die mit Sicherheit einen Verwertungserlös von x G erbringen. Die Vorräte des Unternehmens dienen der Bank nicht als Sicherheit. Werden diese durch die ieferanten verwertet, so beträgt der Erlös x V. Der Gesamterlös im schlechten Umweltzustand umfaßt x = x G + x V. Neben der internen Kreditsicherheit steht der Bank die private Haftungsmasse des Unternehmers zur Verfügung in Höhe der Bürgschaftssumme S = D B x G. (M3)...Bei einer vorzeitigen Tilgung muß der Unternehmer freie Unternehmensaktiva unter Zeitdruck und zu Schleuderpreisen verkaufen. Es fallen hierdurch Verwertungskosten in Höhe von k (0 < k x V ) an, die die Vermögensmasse des Unternehmens schmälern. Wird die Forderung von B in t=2 aus dem Privatvermögen befriedigt, fallen geringere Verwertungskosten an, die wir vereinfachenderweise auf Null setzen. Es sei der Fall D B x betrachtet. 36 Welche Befriedigungspolitik der Unternehmer U wählt, bestimmt sich wieder daran, welche Umweltentwicklung eintritt. Im Falle der guten Umweltentwicklung ändert sich durch die Modellmodifikation nichts: U wählt die effiziente Form der Befriedigung, da er vollständig die Kosten einer ineffizienten Handlung tragen würde. 36 Die qualitativen Ergebnisse ändern sich nicht für die Fälle x k D B < x oder 0 < D B < x k. Produced by bepress.com, 2011

19 18 German Working Papers in aw and Economics Vol. 2002, Paper 16 Tritt die schlechte Umweltentwicklung ein (x = x), so erzielen die einzelnen Parteien bei Wahl der effizienten Befriedigungspolitik folgende Nettorückflüsse in t=2: (17.1) R B (PV) = S + x G I B = D B x G + x G I B = D B I B, (17.2) R (PV) = D x V I I x > x V V, (17.3) R U (PV) = (D (D B B x x G G ) + x ) V D = x D B D x > x V V. Bei vorzeitiger Befriedigung aus dem Unternehmensvermögen erhält die Bank x k GE aus dem Unternehmensvermögen und den Rest (D B (x k )) aus dem Privatvermögen. Der ieferant erhält dann nichts. Die Nettorückflüsse betragen: (18.1) R B (UV) = x k + (D B (x k )) I B = D B I B, (18.2) R (UV) = I, (18.3) R U (UV) = (D B (x k )) = x D B k. Ergebnis 4: Der Unternehmer U hat wie im Basismodell einen Anreiz, die Bank in ineffizienter Weise aus dem disponiblen Unternehmensvermögen zu bedienen, solange die Verwertungsverluste geringer sind als der (eingesparte) Betrag zur Befriedigung der ieferantenforderung (k < D bzw. k < x V ). Auch wenn die Bank zusätzlich Sicherheiten am Unternehmensvermögen hat, ändert dies nichts am Grundproblem: Der Unternehmer hat einen Anreiz, sein Privatvermögen schonen und kann diesen auch umsetzen, da ein Teil des Unternehmensvermögens disponibel ist (nämlich x V ) Zur Verdeutlichung greifen wir nochmal das Beispiel aus Abschnitt 2.3 auf. Die Bank hat sich die Forderungen des Unternehmens in Höhe von x x, d.h = 40, sicherungshalber abtreten lassen. Der zusätzlich erwartete Bruttorückfluß der Bank beträgt nun 0,4 40 = 16 GE. Damit ist sie bereit, in t=0 maximal Mittel in Höhe von I B = = 36 bereit zu stellen. Es ist dann noch ein ieferantenkredit in Höhe von I = = 18 erforderlich, um das Projekt durchführen zu können. Allerdings wird den Kredit nicht in der erforderlichen Höhe gewähren. Den maximalen Forderungsbetrag, den vernünftigerweise verlangen kann, beträgt wegen der zusätzlichen Sicherheit der Bank nun D = x = 40. Bei guter Umweltentwicklung fällt der Kredit nicht aus. In der Unternehmenskrise erzielt jedoch wiederum einen Rückfluß von 0: von den 40 GE gehen 20 GE an die Bank, die anderen 20 GE stellen Verwertungsverluste dar. Der erwartete Bruttorückfluß beträgt 0, ,6 0 = 16 und ist somit niedriger als der erforderliche Kapitaleinsatz des ieferanten.

20 Bigus: Ineffiziente Gläubigerbefriedigung bei Konkurrenz zwischen B Diskussion sonstiger Prämissen Rechtliche Sanktionen: Nicht betrachtet haben wir bisher straf- oder zivilrechtliche Sanktionen für den Unternehmer. Diese bestehen insbesondere im Falle inkongruenter Deckung, d.h. wenn dem bevorzugtem Gläubiger eine Sicherheit oder Befriedigung gewährt wird, die dieser nicht 38, nicht in dieser Form 39 oder nicht zu diesem Zeitpunkt 40 beanspruchen kann. Unter bestimmten Voraussetzungen ist das Rechtsgeschäft dann anfechtbar ( 131 InsO) und zurück abzuwickeln. Schärfere Voraussetzungen an die Anfechtung sieht der Gesetzgeber für den Fall der kongruenten Deckung vor ( 130 InsO). Danach erhält der begünstigte Gläubiger eine ihm vertraglich zustehende eistung, z.b. wenn eine vorfällige Tilgung des Kredits explizit im Vertrag vorgesehen war. 283c StGB betrifft nur den Fall der inkongruenten Deckung. 41 Hieran können sich auch zivilrechtliche Sanktionen in Form von Schadenersatzzahlungen knüpfen ( 823, 826 BGB). Es ist jedoch nicht strafbar, wenn der Gläubiger vertragsgemäß befriedigt wird. Der Anwendungsbereich der Anfechtungsnormen 130, 131 und des 283c StGB ist wegen der rechtlichen Voraussetzungen stark eingeschränkt. Grundsätzlich muß das illegale Rechtsgeschäft innerhalb der letzten drei Monate vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens stattgefunden haben, zudem muß der Schuldner zu diesem Zeitpunkt bereits zahlungsunfähig gewesen sein oder der begünstigte Gläubiger muß von der Benachteiligung anderer Gläubiger gewußt haben. 42 Der Anreiz zur Gläubigerbegünstigung ist prinzipiell aber auch dann vorhanden, wenn ein Unternehmen überschuldet, aber noch nicht zahlungsunfähig ist. Zudem sind Anfechtungen nur möglich für Rechtsgeschäfte innerhalb der drei Monate vor Insolvenzantrag. Da der Insolvenzgrund Überschuldung nicht präzise definiert ist, kann der Unternehmer den Zeitpunkt des Insolvenzeintritts im gewissen Rahmen 38 Beispiel: dem begünstigten Gläubiger wird eine (zusätzliche) Sicherheit gewährt, obwohl dies im Kreditvertrag nicht vorgesehen ist. 39 Beispiel: der begünstigte Gläubiger erhält statt der vereinbarten Geldleistung einen Kundenscheck. Zahlt der Schudner hingegen mit einem eigenen Scheck, so stellt dies eine Form der bargeldlosen Zahlung vor ( an Erfüllung statt ); inkongruente Deckung liegt nicht vor. Siehe Wessels/Hillenkamp, 1999, S Beispiel: der begünstigte Gläubiger wird vor vertraglich vereinbarter Fälligkeit befriedigt. 41 Siehe Fischer, 2001, S , Wessels/Hillenkamp, 1999, S , Schönke/Schröder, 1997, S Diese Norm erfaßt auch den Fall, wenn ein Insolvenzverfahren hinausgezögert wird, damit der Gläubiger eine Pfändung vornehmen kann, siehe hierzu Schönke/Schröder, 1997, S Steht der Gläubiger dem Unternehmen nahe, z.b. Mitglieder der Geschäftsführung oder des Aufsichtsrats, typischerweise aber nicht Hausbanken, so trägt der begünstigte Gläubiger die Beweislast, siehe Eickmann et al., 1999, S Bei kongruenter Deckung ( 130 InsO) müssen beide Kriterien (Zahlungsunfähigkeit, Kenntnis der Benachteiligung) zugleich erfüllt sein, bei inkongruenter Deckung nur eines von beiden. Fand das Rechtsgeschäft innerhalb eines Monats vor Insolvenzantrag statt, ist es im Falle inkongruenter Deckung auch ohne diese Voraussetzungen anfechtbar. Produced by bepress.com, 2011

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