Verdi Banken-Forum Nord: Finanzmarktkrise und Betriebs-/ Personalratsarbeit. Wort des Jahres Worum geht es?

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1 Verdi Banken-Forum Nord: Finanzmarktkrise und Betriebs-/ Personalratsarbeit Handlungsmöglichkeiten in Ausnahmesituationen 26./27. Januar 2009, Hamburg Wort des Jahres 2008 Finanzkrise Wort des Jahres 2008 Dieser Ausdruck war seit Anfang des Jahres in der öffentlichen Diskussion präsent; er kennzeichnet zusammengefasst die dramatische Entwicklung im Banken-, Immobilien- und Finanzsektor und bezieht Immobilien-, Kredit-, Liquiditäts- und Wirtschaftskrise ein. Auf den 2. Platz kam übrigens das Wort verzockt! Pressemitteilung der Gesellschaft für Deutsche Sprache vom 11. Dezember Worum geht es? Ursachen Wie kam es zur Finanzmarktkrise? Folgen Was bedeutet die Krise für Unternehmen und Beschäftigte? Lösung Was können staatliche Rettungspakete bewirken? Zukunft Wie geht es weiter?

2 Ursachen Wie kam es zur Finanzmarktkrise? Systemkrise Von der Kreditkrise über die Vertrauenskrise in die Liquiditätskrise (1) Die US-Notenbank betreibt mit niedrigen Leitzinsen seit 2001 eine Politik des billigen Geldes Das Kreditgeschäft boomt, auch die Subprime-Kredite Billige Kredite heizen den US-Immobilienmarkt an Hauspreise explodieren ( asset price inflation ) Privater US-Haushalte verschulden sich immer stärker, während die Sparquote auf null sinkt Haushalte verkonsumieren neue Immobilienkredite Ab 2006 fallen die Immobilienpreise, Notverkäufe, Zwangsversteigerungen, Leerstände Schwierigere Refinanzierung der Hypothekenkredite HSBC muss Subprime-Kreditportfolio abschreiben 6 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung

3 Von der Kreditkrise über die Vertrauenskrise in die Liquiditätskrise (2) 7 Rettungsaktion für Bear Stearns-HF, die ABCP-Papiere nicht prolongieren können, weil Werthaltigkeit der besichernden Subprime-Kredite von den Kreditgebern angezweifelt wurde Der Markt für Kredit-Verbriefungen trocknet ein Banken müssen ihre Anleihen stark abschreiben ( fair value!) oder zur Verlustbegrenzung verkaufen Kurse von Bank- und Unternehmensanleihen geraten unter Druck Banken verschärften Kreditvergabestandards Das Kreditangebot wird knapper Banken leihen sich untereinander kaum noch Geld (Liquiditätskrise im Interbanken-Geldhandel) Eine Vertrauenskrise lähmt die Kapitalmärkte weltweit Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Subprime-Hypotheken Kredit, der nicht den Zeichnungsrichtlinien von Freddie Mac und Fannie Mae entspricht Also kein guter Kredit-Score kein festes Arbeitsverhältnis niedriges Verhältnis von Kredit zu Einkommen Risiko von Subprime-Hypotheken: Hohe Beleihungsquoten, hoher Kapitaldienst im Verhältnis zum Einkommen 8 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Banken vergeben immer mehr Subprime-Kredite Quelle: Berechnet auf der Grundlage von Ashcraft/Schuerman 2008, S. 2; entnommen: Ákos Róna- Tas/Stefanie Hiß, Das Kreditrating von Verbrauchern und Unternehmen und die Subprime-Krise in den USA, Lehren für Deutschland, September Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung

4 Immer mehr Immobilienkredite fließen in den Konsum (Anzahl von Darlehen nach Vergabezweck) - Kredite für den Kauf einer Immobilie (d. h. nicht für die Refinanzierung) - Zusätzliche Beleihung Immobilienvermögen mit Auszahlung - Zusätzliche Beleihung Immobilienvermögen ohne Auszahlung Quelle: Chomsisengphet/ Pennington-Cross 2006, S.42; entnommen: Ákos Róna-Tas/Stefanie Hiß, Das Kreditrating von Verbrauchern und Unternehmen und die Subprime-Krise in den USA, Lehren für Deutschland, September Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Subprime-Kredite: Nachschub für das Verbriefungsgeschäft Private HH langfr. Immobilienkredit Subprime-Kredite an schwache Schuldner US-Banken verkaufen Immobilienkredite in Paketen Institutionelle Investoren (z. B. Banken, Versicherungen, Investmentfonds Pensionsfonds) verkauft die Wertpapiere Zweckgesellschaft (SPV bzw. SPE) wandeln Immobilienkreditpaket in kurzfristige Wertpapiere um (sog. ABS, ABCP) 11 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Ursachen der Krise (1) Hoher Wettbewerbsdruck unter Banken provoziert Verzicht auf angemessene Risikoprämien Suche nach neuen Ertragsquellen (Landesbanken!) systematische Nutzung fristeninkongruenter Finanzierung Aufweichung von Kreditvergabestandards (USA!) 12 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung

5 Ursachen der Krise (2) Deregulierung des Bankgeschäfts in den USA Abschaffung von Obergrenzen für Hypothekenzinsen (Depository Institutions Deregulation and Monetary Control Act, 1980) Zulassung von Darlehen mit variablen Zinsen, hohen abschließenden Tilgungsraten ( balloon payments ), anfänglichen Niedrigstraten ( minimum payment loans ) und endfällige Darlehen ( interest-only loans ) (Alternative Mortgage Transaction Parity Act, 1982) Aufhebung der Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken 1999 (Glass-Steagall-Act) 13 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Ursachen der Krise (3) Privilegierung von Hypothekenkrediten (USA) Abschaffung von Steuervergünstigungen auf Zinsen für Verbraucherkredite (Tax reform act, 1986) Ausnahme: Hypothekenkredite Folge: Hypotheken- günstiger als Verbraucherkredite Konsumgüter-Finanzierung über Hypothekenkredite ( cash-out refinancing ) Hinzu kamen: Niedrige Zinsen, steigende Immobilienpreise 14 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Ursachen der Krise (4) Aufweichung von Kreditvergabestandards (USA) Kredite an bonitätsschwache Schuldner ( subprime mortgages ), Ninja loans (no job, no income, no assets) Variable Kreditzinsen (adjustable rate mortgages, ARM ) Niedrige Anfangsraten unter Marktniveau ( teaser rates ) Aggressiver Vertrieb, Betrug (Fälschung Selbstauskünfte, Verzicht auf Wertgutachten / bestellte Wertgutachten) Self Certification, keine Überprüfung gemachter Angaben Covenants light (Unternehmenskredite Finanzinvestoren) 15 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung

6 Ursachen der Krise (5) Stark arbeitsteiliger Kreditprozess und fehlende Aufsicht begünstigen Moral Hazard Provisionsbasiertes System (Akquisition, Verbriefung) Verteilung der Verantwortung im Kreditgeschäft (Vertrieb, Vergabe, Bearbeitung) Zu großes Vertrauen der Banken in Ratings Fehleinschätzung der Marktentwicklung Stetig steigende Immobilienpreise? 16 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Ursachen der Krise (6) Verbriefungs-Manie Subprime-Hypothekenkredite = Nachschub zur Befriedigung der Nachfrage von Investoren nach CDO Risikotransfer von Banken, die ihre Kunden kannten, hin zu Investoren ohne direkte Verbindung zu diesen Kunden Möglichkeit zum Verkauf des Risikos forciert Risikobereitschaft ( Originate-to-distribute ) Informationsgefälle zwischen Originator und Endinvestor Kredit-Enhancements schaffen mehr AAA-Kredite als AAAgeratetes Vermögen vorhanden ist 17 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Ursachen der Krise (7) Mangelnde Transparenz der Kriterien und Modelle von Rating-Agenturen zur Beurteilung von Krediten und Finanzanlagen von neuen und immer komplexeren Finanzinstrumenten (MBS, CDO, CDO 2, CDO 3,, CDS, ) der Risiken des Underlying im Ursprung der Verbriefungskette beim Verkauf verbriefter Kredite an nicht regulierte Akteure (ohne Eigenkapitalpflichten), wie z. B. Hedgefonds 18 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung

7 Ursachen der Krise (8) Auslagerung von Risiken in Zweckgesellschaften Möglichkeiten zur Vermeidung der Konsolidierung in der Konzernbilanz Zweckgesellschaften Kreditinstitute keine Pflicht zur Einhaltung der Eigenkapitalvorschriften von Basel II Geschäftsvolumen der Conduits war nicht durch das haftende Eigenkapital der Banken begrenzt! 19 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Ursachen der Krise (9) Schwächen von Ratings und Scoring-Verfahren Reaktivität / gaming the system : Kreditnehmer können den Score gezielt beeinflussen Nicht berücksichtigte Einflussgrößen Nicht berücksichtigte Korrelation von Kreditausfällen Endogenität der Kreditausfälle: Nicht nur das Kreditrisiko bestimmt den Score, sondern auch umgekehrt! Mangelnde Datenqualität Interessenkonflikte 20 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Wie konnte sich die Krise aus den USA weltweit verbreiten? (1) Die USA sind weltweit extrem hoch verschuldet Amerikaner konsumieren mehr, als sie selbst produzieren US-Leistungsbilanzdefizit: Importe > Exporte Folgen Kapitalexport (US-Dollar) der USA Empfängerländer investieren diese US-Dollar, z. B. in USamerikanische Unternehmen, Immobilien, Schatzwechsel! Empfängerländer finanzieren so das amerikanische Budgetdefizit! 21

8 Wie konnte sich die Krise aus den USA weltweit verbreiten? (2) Es handelt sich jedoch weniger um ein Liquiditätsproblem, sondern um ein Übermaß an Verschuldung im Verhältnis zum vorhandenen Vermögen. Ein Zentralbanksystem, das auf ( ) Geld, das nicht komplett durch reale Vermögenswerte gedeckt ist beruht, führt schneller zu neuen Verschuldungsinstrumenten, als dass die Wirtschaft wirkliche Werte schaffen könnte. Paul Craig Roberts, Mitglied der Regierung Ronald Reagans, Kolumnist des Wall Street Journal, in: Wie die Finanzkrise beendet werden kann, WISU 11/2008, S f. 22 Warum verkaufen Banken ihre Kredite? 1. Entlastung des Eigenkapitals 2. Konzentration auf Kernkompetenzen innerhalb der Wertschöpfungskette und innerhalb des Kreditportfolios 3. Risikostreuung innerhalb des Kreditbestands 4. Verbesserung des Liquiditätsmanagements 5. Senkung der Finanzierungskosten 6. Ertragsmanagement 23 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Verbriefung als Instrument des Ertragsmanagements Die Bank lebt von der Spanne ( Marge ) zwischen dem Kreditzins (für verliehenes Kapital) und dem Refinanzierungszins (des selbst geliehenen Kapitals) Wie konnte die Bank diese Marge erhalten, obwohl sie bzw. ihre Zweckgesellschaften die Kredite verkauft hat und den Käufern dafür Zinsen zahlen mussten? 24 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung

9 Wie funktionieren ABCP-Programme? Regelmäßige Ausgabe von kurzfristigen Wertpapieren Investition Kauft wiederholt Vermögenswerte mit Restlaufzeit von > 1 Jahr Zweckgesellschaft (Conduit) Finanzierung Refinanziert sich durch wiederholte Ausgabe von Wertpapieren mit Laufzeit < 1 Jahr (ABCP) 25 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Die Lösung: Fristentransformation mit Asset Backed Commercial Papers Immobilienkredite Langfristige Kredite, Laufzeit 10 bis 15 oder sogar 30 Jahre Bei normaler Zinsstruktur gilt: Je länger die Laufzeit, desto höher das Risiko der Bank (Rückzahlung, Inflation), desto höher die Zinserträge der Bank (wegen des höheren Risikos) Fristentransformation Umwandlung höher verzinster langfristiger Kredite in kurzfristige Anleihen ( Asset Backed Commercial Papers, ABCP, CP) 26 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Was ist eine Fristentransformation? Ohne Berücksichtigung weiterer Kosten der Bank, z. B. für Kreditverwaltung und Bankbetrieb 6 %./. 4 % = 2 % langfristiger Hypothekenkredit Kfr. Anleihe ( ABCP ) Marge der Bank, bzw. ihrer Zweckgesellschaft Investition Finanzierung 27 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung

10 Wie funktionieren ABCP-Programme? Asset Backed Commercial Papers (ABCP / CP) Kurzlaufende, nicht börsennotierte Schuldverschreibung Kapitaldienst aus den Cash Flows des zugrunde liegenden Vermögens, z. B. aus (Kredit-) Forderungen Liquiditätslinien i. R. v. ABCP-Programmen Sichert Rückzahlung des Kapitals an die ABCP-Investoren Wenn ABCP am Markt nicht verkäuflich / keine Tilgung fälliger ABCP möglich Rückgriff auf Liquiditätslinie einer Bank Liquiditätslinien verbessern die Bonität und daher auch das Rating ( Credit Enhancements ) 28 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Risiken aus Fristentransformation am Beispiel der IKB Aktiva Rhineland Funding Passiva lfr. Investition Langfristige Wertpapiere (überwiegend mit US-amerikanischen Hypotheken besichert; RMBS) Kurzfristige Wertpapiere (ABCP) Eigenkapital kfr. Finanzierung Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Risiko: Langfristige Kapitalbindung laufende, kurzfristige Rückzahlungspflicht Strategie geht nur auf, wenn ständig kurzfristig nachfinanziert werden kann! 29 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Ausstehendes ABCP-Volumen deutscher Sponsoren (Ende 2006) Helaba Landesbank Berlin AG DZ Bank HypoVereinsbank HSH Nordbank Commerzbank Dresdner Bank Bayern LB WestLB LBBW Deutsche Bank IKB Deutsche Industriebank SachsenLB Mrd. USD Die Sache hat allerdings einen Haken 30 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung

11 Geschäftsstrategie der IKB mit Hilfe von Rhineland Funding Erzielung von Zinserträgen aus Fristentransformation Instrument Finanzierung hochverzinslicher, mit amerik. Hypotheken besicherter langfristiger Wertpapiere durch niedriger verzinste kurzfristige Wertpapiere (ABCP) Ziel Hohe Zinserträge aus lfr. Investition niedrigere Zinsaufwendungen für kfr. Finanzierung Marge des Conduit aus Fristentransformation erhält IKB als Beratungshonorar 31 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Risiken der Fristentransformations- Strategie am Beispiel der IKB (1) Risiko des Conduit / Rhineland Funding Rhineland Funding selbst hat fast kein Eigenkapital (das ist der Normalfall!) Findet Rhineland Funding regelmäßig Käufer, um aus den Erlösen der verkauften ABCP die zu diesem Zeitpunkt fälligen ABCP zurückzuzahlen? 32 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Risiken der Fristentransformations- Strategie am Beispiel der IKB (2) Risiko der Investoren in ABCP Käufer der ABCP sind institutionelle Investoren (Banken, Versicherungen, Hedgefonds) Zahlen die Hypothekenkreditnehmer ihren Kapitaldienst? Zahlt Rhineland Funding Zinsen für die Commercial Papers? Tilgt Rhineland Funding die Papiere bei Fälligkeit? 33 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung

12 Risiken der Fristentransformations- Strategie am Beispiel der IKB (3) Risiko der IKB als Sponsor Bei Absatzproblemen der ABCP Inanspruchnahme der Liquiditätslinie der IKB für Rhineland Funding als Investor Die IKB hatte zusätzlich zu ihrer Rolle bei Rhineland Funding selbst hypothekenbesicherte Wertpapiere erworben (Rückzahlung!?) 34 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Warum hat das Risiko der IKB niemand erkannt? (1) Aus dem Lagebericht der IKB des Vorjahres 2005/06 zu Rhineland Funding 35 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Warum hat das Risiko der IKB niemand erkannt? (2) IKB hatte nur Liquiditätsrisiken und keine Kreditrisiken übernommen. Ein Blick in den Anhang des GB 2007 zeigt Die Liquiditätszusagen entsprechen ¼ der Bilanzsumme! 36 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung

13 Warum hat das Risiko der IKB niemand erkannt? (3) In dem Posten Andere Verpflichtungen sind Kreditzusagen über insgesamt 11,9 Mrd. ( ) Gegenwert an Spezialgesellschaften enthalten, die nur im Falle von kurzfristigen Liquiditätsengpässen bzw. vertraglich definierten Kreditausfallereignissen von diesen in Anspruch genommen werden können. Quelle: IKB GB 2007, S Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Warum hat das Risiko der IKB niemand erkannt? (4) Hoffmann/Lüdenbach, Die bilanzielle Abbildung der Hypothekenkrise und die Zukunft des Bilanzrechts, Der Betrieb, Heft 41, S ff. Das heißt nach heutigen Erkenntnissen übersetzt: In dem Posten Andere Verpflichtungen sind Kreditzusagen über 12 Mrd. an Spezialgesellschaften enthalten. Das Risiko ist quantitativ und qualitativ nur wenig diversifiziert. Der ganz überwiegende Teil konzentriert sich auf eine einzige solche Spezialgesellschaft, die überdies auf nur einem Geschäftsfeld (verbriefte amerikanische Hypothekendarlehen) tätig ist. Bei einer spürbaren Verschlechterung des amerikanischen Immobilien- und Hypothekenmarkts könnte daher die Gefahr der gleichzeitigen Inanspruchnahme und in der Folge schwere Liquiditätsprobleme der Banken entstehen. 38 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Folgen der Subprime-Krise für die IKB (1) Rückzug der ABCP-Investoren aus einem von hoher Risikoaversion geprägten Marktumfeld Fehlende Abnehmer für die ABCP Rhineland Funding muss Liquiditätslinie der IKB in Anspruch nehmen, um fällige ABCP bedienen zu können 39 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung

14 Folgen der Subprime-Krise für die IKB (2) Kurzfristige Garantiezusage der KfW über 8,1 Mrd. Künftige Belastungen in Form von drohenden Ausfällen aus den zur Besicherung der langfristigen Wertpapiere zugrunde gelegten Hypothekenkrediten Der tatsächliche Kreditausfall steht erst fest, wenn die Kredite amerikanischer Hausbesitzer, die dem Portfolio von Rhineland Funding zugrunde liegen, vollständig zurückgezahlt oder abgewickelt worden sind! 40 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Schlussfolgerungen für den Bilanzleser Trotz enger Verbindung der Risiken von Bank und Conduit erfolgt eine bilanzielle Erfassung der Risiken erst bei drohender Inanspruchnahme der Liquiditätslinie Einzelabschluss: Keine Bildung von Rückstellungen Konzernabschluss: Keine Konsolidierungspflicht des Conduit Die Liquiditätslinie ist nur im Anhang und Lagebericht und dort auch nur z. T. erkennbar ( Eventualverbindlichkeiten, Andere Verpflichtungen ) Bilanzwirksamkeit erst bei Eintritt des Kreditereignisses (Realisierung des Risikos) 41 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Problemzonen der Rechnungslegung (1) Berichterstattung im Anhang und im Lagebericht zu nicht bilanzierten bzw. nicht konsolidierten Risiken? Keine Aussage zu der Zweckgesellschaft im Risikobericht des Lageberichtes, sondern lediglich an zwei anderen Stellen des Lageberichtes ( Rahmenbedingungen, Ertragslage ) Es reicht aus, im Anhang Eventualverbindlichkeiten zu nennen, ohne sie als Klumpenrisiko zu markieren 42 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung

15 Problemzonen der Rechnungslegung (2) Einzelbilanzielle Passivierung von Risiken aus garantierten Liquiditäts-/Kreditlinien? Vorschriften zur Rechnungslegung von Kreditzusagen mit Gewährleistungscharakter zwingen nur zur Passivierung des Risikos bei überwiegender Wahrscheinlichkeit (> 50%) einer Inanspruchnahme (HGB, IFRS, US-GAAP) Da massive Auswirkungen der Subprime-Krise auf die betroffenen Banken zwar denkbar, aber nicht unbedingt wahrscheinlich waren, war die Bilanzierung insofern korrekt 43 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Problemzonen der Rechnungslegung (3) Konsolidierungskriterien für Zweckgesellschaften? Ausgliederung aus Konzernbilanz ( Off balance ) möglich bei Verzicht des Sponsors (IKB) auf Stimmrechtsmehrheit bei der SPE Verzicht auf Stimmrechtsmehrheit ist geschäftspolitisch unproblematisch, da über schuldrechtliche Verträge die Verfolgung eines eng vorgegebenen Zwecks genauso gut sicher gestellt werden kann ( Autopilot-Mechanismus ) IFRS/US-GAAP: Konsolidierungspflicht trifft nur den, der die Mehrheit der Chancen und Risiken trägt; Rhineland Funding: Offensichtlich hat IKB/Rhineland Funding den sog. szenarioorientierten Ansatz gewählt und entsprechend auf Konsolidierung verzichtet 44 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Zwischenfazit (1) Ursächlich für die Krise sind nicht Bilanzierungsprobleme Menschliches Versagen auf mehreren Ebenen hat die IKB in die Krise geführt Bei schweren Marktstörungen, bei denen es dauerhaft keine Käufer mehr für die Wertpapiere gibt, trägt der Liquiditätsgeber zwangsläufig auch die Kreditverluste In diesem Fall ist die Trennung von Liquiditäts- und Kreditrisiko künstlich 45 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung

16 Zwischenfazit (2) Wäre die neue Eigenkapitalvorschrift für Banken (Basel II) ein Jahr früher eingeführt worden, hätte die Krise voraussichtlich verhindert werden können Anders als Basel I (1988) müssen Banken nach Basel II auch kurzfristige Liquiditätslinien (Laufzeit < 1 Jahr) mit Eigenkapital unterlegen Mangels Eigenkapital in entsprechender Höhe wäre die IKB dazu jedoch kaum in der Lage gewesen Die IKB hätte Rhineland Funding daher keine Liquiditätsversprechen in diesem Umfang geben dürfen 46 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung - Quelle: Dow Jones Newswires, Nachtrag DJ Treuhänder ernennt Konkursverwalter für IKB- Vehikel Rhinebridge LONDON (Dow Jones) Der Treuhänder des IKB-Investmentvehikels Rhinebridge plc, die Bank of New York, hat am Dienstag drei Manager von Deloitte & Touche LLP als Konkursverwalter für die Zweckgesellschaft ernannt. Das durch die Krise am US-Hypothekenmarkt in Schieflage geratene Finanzvehikel Rhinebridge war vergangene Woche bei wichtigen Kapitaltests durchgefallen und wird seitdem im "Vollstreckungsstatus" geführt. Rhinebridge hatte sich wie ein weiteres Investmentvehikel der IKB, Rhineland Funding, am US- Hypothekenmarkt verspekuliert und dadurch der IKB große Verluste beschert. Die Vermögenswerte des Finanzvehikels haben sich von Anfang August bis Mitte Oktober nach früheren Angaben auf 1,2 Mrd USD halbiert, teils durch einen Verkauf der Papiere. Die Gesellschaft hatte sich zuletzt nur mit dem Verkauf von Papieren, allerdings meist unter dem ursprünglichen Wert, refinanzieren können. 47 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Folgen Was bedeutet die Krise für Unternehmen und Beschäftigte? 48

17 Der Ansteckungsprozess im Kapitalmarkt (1) Enge Verzahnung von Akteuren über den Kapitalmarkt Fehlende Liquidität im Geldhandel zwischen Banken Anstieg der Kapitalmarktzinsen Anstieg der Finanzierungskosten Verteuerung der Refinanzierung vor allem von kapitalmarktorientierten Banken und Unternehmen Rückgang von Investitionen der Unternehmen (Kreditzusagen für größere Projekte mit subject to funding -Klausel) und privaten Haushalte 49 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Der Ansteckungsprozess im Kapitalmarkt (2) Fehlende Investitionsbereitschaft institutioneller und privater Anleger: Absage von Börsengängen, z. B. Bahn Abwärtsspirale: Unzureichende Kapitalausstattung, sinkende Vermögensbewertung, fehlende Refinanzierung Zunahme von Restrukturierungen, vor allem bei Leveraged Buy Out-Unternehmen ( Studie Alix-Partners) Wertverlust von Finanzanlagen (WP, Beteiligungen) zwingt zu Abschreibungen von Firmenwerten 50 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Merkmale von Bankenkrisen der letzten 27 Jahre Der Internationale Währungsfonds (IWF) untersuchte 124 Bankenkrisen Kredit-Booms im Vorfeld in 30% aller Bankkrisen Liquiditätsstützende Maßnahmen in 71% der Fälle Staatliche Garantien für durchschnittlich 53 Monate in 29% der Fälle Staatliche Intervention (Schließung von Banken, Verstaatlichung, staatlich begleitete Fusionen) in 86% aller Fälle - Quelle: IWF, Banken-, Währungs- und Schuldenkrisen Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung

18 Folgen von Bankenkrisen für die Realwirtschaft - Quelle: G. Zimmermann, Die Credit Krise im historischen Vergleich, LBBW Credit Research - Bankenkrisen ziehen mehrere Jahre realwirtschaftlichen Wachstums unterhalb der Kapazitäten nach sich Einkommenswachstum: Durchschnittlicher Rückgang pro Kopf einer durchschnittlichen Bankenkrise: 2% Dauer der Rückkehr des Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf den bisherigen Wachstumspfad: 2 Jahre Bei den schlimmsten Bankenkrisen (Finnland, Japan, Norwegen, Spanien, Schweden): Wachstumsrückgang 5%; Wachstum unterhalb Niveau vor der Krise für 3 Jahre Rezessionen aufgrund von Finanzkrisen sind tiefer und länger als durch andere Faktoren verursachte Krisen (Quelle: IWF) 52 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Erste Auswirkungen der Finanzkrise werden sichtbar (1) Anstieg der Baufinanzierungszinsen Anstieg der Kreditzinsen für Krediten oberhalb von Ia- Hypothekenkrediten (Kredit > 60% Beleihungswert) Anstieg der Zinsen für Dispo-/Überziehungskredite Renditen von Bundesanleihen steigen stärker als Renditen von Pfandbriefen Zwangsverkäufe von Unternehmensanleihen auch guter Bonität durch Banken / Fondsgesellschaften Kursverfall 53 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Erste Auswirkungen der Finanzkrise werden sichtbar (2) Inverse Zinsstruktur kurzfristiges Geld ist teurer als langfristiges Wachsende Risikoscheu von Privateinlegern: Verlagerung von Einlagen zu Sparkassen und Genossenschaftsbanken trotz niedrigerer Verzinsung Steigende Risikozuschläge auf UN-Anleihen (Nervosität an den Kapitalmärkten / Erwartung Konjunktur-Abkühlung) Produktionsrückgang in der Automobilindustrie Forderungen nach gewerkschaftlicher Lohnzurückhaltung 54 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung

19 Erste Auswirkungen der Finanzkrise werden sichtbar (3) IG Metall wird weicher Wegen der Finanzmarktkrise zeigt sich die IG Metall bei den laufenden Tarifverhandlungen kompromissbereit und rückt von der Forderung nach einer einjährigen Laufzeit des neuen Tarifvertrags ab ( ). - Hannoversche Allgemeine Zeitung, , S Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Erste Auswirkungen der Finanzkrise werden sichtbar (4) Ältere kaufen Tresore Viele Deutsche wollen angesichts der Finanzkrise offensichtlich ihr Vermögen in einem Tresor schützen. Safe-Hersteller berichten von einer spürbar steigenden Nachfrage. ( ) Gekauft werden Tresore ( ) derzeit vor allem von älteren Kunden ( ). - Hannoversche Allgemeine Zeitung, , S Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Finanzmarktstabilisierungsgesetz (FMStG) (1) Gesetz zur Umsetzung eines Maßnahmenpakets zur Stabilisierung des Finanzmarkts Finanzmarktstabilisierungsgesetz (FMStG) Geltungsbereich: Unternehmen des Finanzsektors mit Sitz im Inland Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute ( Institute i. S. v. 1 Abs. 1b KWG ) Versicherungen Pensionsfonds Kapitalanlagegesellschaften ( Investmentfonds ) Betreiber von Wertpapier- und Terminbörsen und deren Mutterunternehmen 57 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung

20 Finanzmarktstabilisierungsgesetz (FMStG) (2) Inkraft seit Artikelgesetz (kein eigenständiges Gesetz, sondern Änderung bestehender Gesetze, z. B. KWG, InsO) Unmittelbare Haftung des Bundes für Verbindlichkeiten des Fonds Befristung der Maßnahmen bis zum Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Finanzmarktstabilisierungsgesetz (FMStG) (3) Ziele Gewährleistung von Stabilität und Funktionsfähigkeit des Finanzsystems Schutz von Bürgern, Arbeitsplätzen und sozialer Marktwirtschaft Sicherung der Spareinlagen Schaffung von Vertrauen in die Finanzmärkte und zwischen den Marktteilnehmern 59 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Finanzmarktstabilisierungsgesetz (FMStG) (4) Maßnahmen (1) 1. Einrichtung eines Finanzmarktstabilisierungsfonds (FMS) in Höhe von max. 100 Mrd. (Finanzierung durch Ausgabe von Schuldverschreibungen) in der Zuständigkeit des BMF, verwaltet von der Bundesbank 2. Garantien des Bundes für die Refinanzierung, max. 400 Mrd., für ab Inkrafttreten des FMStG bis ausgegebene Schuldtitel und Verbindlichkeiten von Banken mit Laufzeit bis max. 36 Monate 3. Rekapitalisierung von Unternehmen des Finanzsektors (z. B. durch Erwerb stimmrechtsloser Vorzugsaktien, Aktien, Hybridkapital, Genussscheine) gegen Zahlung einer angemessenen Gegenleistung 60 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung

21 Finanzmarktstabilisierungsgesetz (FMStG) (5) Maßnahmen (2) 4. Übernahme von Risiken durch Erwerb von problematischen Bankaktiva, z. B. Wertpapieren 5. Beteiligung der Bundesländer an den Lasten des FMS im Verhältnis Bund Länder von 65 : Besondere finanzielle Beteiligung von Ländern, deren öffentliche Finanzinstitute Maßnahmen zur Stabilisierung des Finanzmarktes beanspruchen 61 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Der Finanzmarktstabilisierungsfonds (FMS) Erleichterung der Beschaffung von Liquidität am Kapitalmarkt Vorsorge HH: 20 Mrd. Garantie 400 Mrd. Stärkung der Eigenkapitalbasis Rekapitalisierung Vorsorge HH: 80 Mrd. Gewährung von Liquidität durch Übernahme von Ausfallrisiken Risikoübernahme 62 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Finanzmarktstabilisierungsgesetz (FMStG) (6) Bedingungen für die Inanspruchnahme des Fonds 1. Auflagen für Banken, Manager und Eigentümer Gehaltsobergrenzen Streichung von Boni Beschränkung Dividendenausschüttungen Anpassung der Vergütungssysteme Bestimmte geschäftspolitische Ausrichtung Kreditvergabe an KMU 63 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung

22 Finanzmarktstabilisierungsgesetz (FMStG) (7) Entscheidung über Stabilisierungsmaßnahmen des Fonds Antrag des Unternehmens Entscheidung durch Bundesfinanzministerium Nach pflichtgemäßem Ermessen Je nach Bedeutung des Unternehmens für die Finanzmarktstabilität, Dringlichkeit, nach dem Grundsatz des effizienten und wirtschaftlichen Mitteleinsatzes Keine Informationspflicht gegenüber dem WA des Unternehmens falls der FMS Anteile erwirbt ( 106 Abs. 2 S. 2, Abs. 3 Nr. 9a, 109a BetrVG gelten nicht) 64 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Weitere Maßnahmen zur Stabilisierung des Finanzmarktes (1) 1. Änderung der Insolvenzordnung, 19 Abs. 2: Keine Überschuldung, wenn Fortführung des Unternehmens überwiegend wahrscheinlich Kritik: Insolvenzen treten i. d. R. nicht wegen Überschuldung ein sondern wegen Zahlungsunfähigkeit 2. Änderung von Bewertungs- und Bilanzierungsregeln für Finanzinstrumente im Falle eines illiquiden Marktes (IAS 39, Ergänzung [ Amendment ] vom ) 3. Sicherung der Liquidität von deutschen Geldmarktfonds durch die Deutsche Bundesbank 65 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung Weitere Maßnahmen zur Stabilisierung des Finanzmarktes (2) 4. Verbesserung der Aufsicht über den Finanzmarkt durch Änderung der Finanzmarktaufsichtsgesetze zwecks Verbesserung der Möglichkeiten zu Eingriffen in Krisen 5. Garantie der Leistungsfähigkeit der Einlagensicherungssysteme 6. Vorschläge der Bundesregierung zur engeren Verzahnung von Bundesbank und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Verbesserung der europäischen und internationalen Finanzmarktaufsicht Verbesserung der gesetzlichen Einlagensicherung 66 Alexandra Krieger Leiterin Referat Wirtschaft I, Abt. Mitbestimmungsförderung

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