Technology-Update für IT-Manager 04/2015

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1 ISSN CIOBRIEFING Technology-Update für IT-Manager 04/ Das Datacenter als Stromquelle nutzen +++ Berufsbild Data Scientist +++ PaaS hinter dem Rücken des CIOs +++ Datenweitergabe im Internet der Dinge +++ Die neue, bunte UCC Welt +++ Backup und Deduplizierungs-Themen +++ Container-Technik: Docker & Co. +++ Big Data in neuen Dimensionen mit Apache Spark +++ Neue Impfstrategien mithilfe von Public Cloud Maßnahmen bei Malware-Befall +++ Windows 10 mit Windows 10 Server und System Center vnext +++ Preisdruck bei All-Flash-Arrays +++ powered by

2 CIOBRIEFING 03/2015 MANAGEMENT & STRATEGIE Das Datacenter als Stromquelle nutzen...3 Fachliche Vielseitigkeit und Kreativität sind gefragt...6 PaaS hinter dem Rücken des CIOs Datenweitergabe im Internet der Dinge Die neue, bunte UCC Welt Letztlich entscheidet der RZ-Leiter, ob das Disaster Recovery effizienter wird...21 TECHNOLOGIE & ZUKUNFT Container-Technik: Docker & Co...26 Big Data in neuen Dimensionen mit Apache Spark...33 Neue Impfstrategien mithilfe von Public Cloud Maßnahmen bei Malware-Befall...40 Vorteile der neuen Betriebssysteme im Überblick...45 Preisdruck bei All-Flash-Arrays...50 IMPRESSUM: Vogel IT-Medien GmbH August-Wessels-Str Augsburg Tel.: +49(0) Fax: +49(0) Internet: Handelsregister Augsburg HRB Umsatzsteueridentifikationsnummer: DE Geschäftsführer: Werner Nieberle Inhaltlich Verantwortliche gemäß 55 Absatz 2 RStV: Nico Litzel, Florian Karlstetter, Ulrike Ostler, Andreas Donner, Peter Schmitz, Rainer Gra efen (Anschrift siehe Verlag) Vogel IT-Medien Die Vogel IT-Medien GmbH, Augsburg, ist eine 100prozentige Tochtergesellschaft der Vogel Business Media, Würzburg. Seit 1991 gibt der Verlag Fachmedien für Entscheider heraus, die mit der Produktion, der Beschaffung oder dem Einsatz von Informationstechnologie beruflich befasst sind. Dabei bietet er neben Print- und Online-Medien auch ein breites Veranstaltungsportfolio an. Die wichtigsten Angebote des Verlages sind IT-BUSINESS, egovernment Computing, BigData-Insider.de, CloudComputing-Insider.de, DataCenter-Insider.de, IP-Insider.de, Security-Insider.de, Storage-Insider.de. Vogel Business Media Das Fachmedienhaus Vogel Business Media ist einer der führenden deutschen Fachinformationsanbieter mit rund 100 Fachzeitschriften und 60 Webseiten sowie zahlreichen internationalen Aktivitäten. Hauptsitz ist Würzburg. Die Print- und Online-Medien bedienen vor allem die Branchen Industrie, Automobil, Informationstechnologie und Recht/Wirtschaft/Steuern.

3 Dieselgeneratoren taugen als Energielieferanten für positive Minutenreserve Das Datacenter als Stromquelle nutzen In deutschen Rechenzentren schlummern ungenutzte Energiequellen in beträchtlichem Umfang, die monetarisiert werden könnten: Die Dieselgeneratoren, die das Datacenter gegen Stromausfall absichern, lassen sich auch noch anders nutzen. Der Energiebedarf der Rechenzentren wächst mit geschätzten Steigerungsraten von zehn bis 15 Prozent jährlich und das, obwohl die Hersteller mit immer neuen Stromspartechniken aufwarten. Vom Niedrigenergie-Mehr-Kerne-Chip bis zu ausgefeilten Softwaretechniken wie der Virtualisierung nahezu aller Hardware-Komponenten und der daraus resultierenden besseren Auslastung der Geräte reichen die Ansätze. Aber es hilft nichts. Cloud-Computing, Collaboration, Social Media, Industry 4.0 heißen die Techniken, die nach Rechenzentrumspower verlangen. Dabei wird vorausgesetzt, dass die Data Center die gespeicherten Daten allzeit verfügbar halten und selbstverständlich gegen profane Stromausfälle gesichert sind. Sind sie auch. Die DC-Betreiber installieren Batteriepuffer zur kurzfristigen Überbrückung, bis leistungsstarke Dieselgeneratoren im Gefahrenfall die Stromerzeugung übernehmen. Bild: Telehouse Deutschland GmbH Dr. Béla Waldhauser, CEO Telehouse Deutschland GmbH, könnte mit den 18 Dieselgeneratoren rund Haushalte mit Strom versorgen. Seite 3

4 Zwei-Wege-Energie mit Potenzial fürs DC Seit einigen Jahren fließt Strom nicht mehr nur in eine Richtung vom Energielieferanten zum Verbraucher sondern auch umgekehrt, wenn private Stromerzeuger ihre erzeugte Wasserkraftoder Solarenergie ins Stromnetz einspeisen und dafür reichlich Geld einstreichen können. Dr. Béla Waldhauser, CEO des RZ-Anbieters Telehouse Deutschland GmbH macht seine Stromrechnung auf: An der Leipziger Energiebörse kostet die Kilowattstunde derzeit rund 3,2 Cent. Darauf werden zwei Cent Stromsteuer und sechs Cent Umlage für erneuerbare Energien gepackt. Zusammen mit weiteren Abgaben etwa für Netznutzung kostet die Kilowattstunde für mich als Großabnehmer rund 14 Cent. Da wäre es schön, wenn ein Teil der Stromkosten wieder eingespielt werden könnte. Die naheliegende Lösung: Selbst ins Stromnetz einspeisen und den Energielieferanten bei der Bewältigung der Schwankungen im Stromnetz helfen. Worauf es ankommt: Positive Minutenreserve Die Stromwirtschaft basierend auf erneuerbare Energien leidet unter starken Schwankungen: Nicht immer scheint die Sonne und der Wind bläst auch mal in der Nacht, wenn der Strombedarf gesunken ist. Dazu kommt die ungleiche lokale Verteilung von Erzeugung und Abnahme der Energie: Erzeugt wird in den Windparks im Norden, verbraucht wird im Süden. Damit Stromspitzen jederzeit und an jedem Ort abgedeckt werden, befinden sich einige Gas-, Pumpenspeicher- oder Blockheizkraftwerke im Wartezustand um innerhalb weniger Minuten Strom liefern zu können, das nennt sich Minutenreserve oder auch Tertiärregelung. Sie definiert sich als die Bereitstellung von kurzfristigen Stromreserven zum Ausgleich von Schwankungen im bundesdeutschen Stromnetz nach einer Vorlaufzeit von 15 Minuten. Nun könnte man, so die Überlegungen von Dr. Waldhauser, auch die Dieselgeneratoren in den Rechenzentren als positive Mindestreserve nutzen. Die Telehouse hat allein im Raum Frankfurt 18 Dieselgeneratoren in Betrieb, die alle voll aktiv und betriebsbereit sind, das bedeutet, dass sie, ähnlich wie ein Diesel-PKW, vorgewärmt auf ihren Einsatz warten der aber hoffentlich niemals kommt. Dank der externen Vorwärmung sind die Aggregate innerhalb von 20 bis 30 Sekunden angelaufen und benötigen dann viel- Seite 4

5 Berufsbild Data Scientist Fachliche Vielseitigkeit und Kreativität sind gefragt Bei Big-Data-Projekten fällt der Rolle des Data Scientist eine Schlüsselfunktion zu: Dieser Mitarbeiter, der Kenntnisse in Mathematik, Informatik und Betriebswirtschaft vereint, kommuniziert den möglichen Mehrwert von analy tischen Resultaten an die Unternehmensleitung. So wird er Teil von strategischen Entscheidungsprozessen. Was macht eigentlich ein Data Scientist? SAS Institute Education beschreibt in einem Whitepaper die Aufgaben so: Data Scientists arbeiten an der Schnittstelle zwischen Daten und Business. Ihre Aufgabe ist es, geschäftsrelevante Besonderheiten oder Zusammenhänge in den Daten eines Unternehmens zu identifizieren, zu analysieren und sie als Entscheidungsgrundlage für Management oder Fachabteilungen aufzubereiten. Das bedeutet: Data Scientists haben die Aufgabe, Big Data in,big Value zu wandeln, erläutert der Unternehmensberater Wolfgang Martin. Sie sind verantwortlich für die Methodologie von Big-Data-Analytik sowie die Kommunikation von analytischen Resultaten gegenüber dem Vorstand und dem gesamten Unternehmen. Mit anderen Worten: Für die Wertschöpfung von Big Data sind Data Scientist unverzichtbar. Data Scientists übernehmen das Organisieren der Daten und das Bauen von analytischen Modellen im Rahmen des Projektes, präzisiert Martin. Dazu gehört auch das Überprüfen, Ändern und Ersetzen von Modellen, falls notwendig, sowie die Kommunikation von analytischen Resultaten. Die Kernaufgaben des Data Scientist nach SAS. Bild: SAS Seite 6

6 Idealanforderungen Laut Martin handelt es sich um Mitarbeiter, die eher im Bereich Business Intelligence angesiedelt sind und folgende Eigenschaften idealerweise mitbringen: 1. Technische Expertise: Tiefe Kenntnisse in einer Natur- oder Ingenieurs-Wissenschaft sind notwendig. Sie bilden die Grundlage, um als Data Scientist erfolgreich arbeiten zu können. Insofern sollte man zukünftige Data Scientists in dieser Gruppe suchen und dann auch die weiteren geforderten Eigenschaften testen. 2. Problembewusstsein: Die Fähigkeit, ein Problem in überprüfbare Hypothesen aufzubrechen. 3. Kommunikation: Die Fähigkeit, komplexe Dinge per Anekdoten durch einfach verständliche und gut kommunizierbare Sachverhalte darzustellen. 4. Kreativität: Die Fähigkeit, Probleme mit anderen Augen zu sehen und anzugehen ( thinking out of the box ). SAS ist nicht so streng bei der Stellenbeschreibung: In jedem Unternehmen gibt es Mitarbeiter, die die Voraussetzungen mitbringen, sich zum Data Scientist weiterzubilden. Dafür sind Talent und Veranlagung, Flexibilität und Lust auf Neues erforderlich. Und eine Grundausstattung an technisch-methodischem Know-how. Unterschiedliche Karrierewege Der Weg zum Data Scientist kann demnach ganz unterschiedlich verlaufen und hängt sowohl vom Unternehmen als auch vom jeweiligen Mitarbeiter ab: Manche kommen aus dem technischnaturwissenschaftlichen Bereich und haben sich das notwendige Business Know-how angeeignet. Andere starten mit Fachabteilungsperspektive, beispielsweise aus Marketing, Vertrieb oder Controlling, und bilden sich in den erforderlichen technischen Disziplinen weiter. Stephan Reimann und Alexander Richthammer sind IBM-Mitarbeiter aus der Praxis der Big-Data-Analyse. Der Data Scientist, so Reimann, kümmert sich mithilfe von Data Mining um die Frage, wie sein Unternehmen bzw. seine Organisation Wissen und Nutzen aus Daten ziehen kann. Im Rahmen von Data Mining setzt er auch ETL-Tools ein. Seine Arbeitsweise ist vor allem explorativ. Daher benötige der Data Scientist als berufliche Seite 7

7 Fachabteilungen basteln sich ihre Apps in der Cloud PaaS hinter dem Rücken des CIOs Es ist ein Phänomen, das in der Regel hinter dem Rücken des CIOs auftaucht: Fachabteilungen setzen ihre eigene App auf, ganz wie sie sie haben wollen. Das geht heutzutage dank Rapid-Application-Development (RAD)-Funktionen und Platform-as-a-Service-(PaaS)-Umgebungen schneller und einfacher als man denkt. Das Phänomen hört gerne auf den Namen Develop Your Own Application (DYOA) und ist eine Reaktion der Fachabteilungen auf den stetig steigenden Bedarf nach neuen Anwendungen. Anstatt den Umweg über die zentrale IT-Abteilung zu gehen, schlagen sie den direkten Weg zum Ziel ein. Das jedenfalls ist die Erkenntnis, die Vanson Bourne bereits im vergangenen Jahr aus einer Studie gezogen hat. Für die Untersuchung hat der Marktforscher 700 IT-Entscheider in Australien, den Benelux-Staaten, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA befragt. In Unternehmen, die eine schnellere Entwicklung und kürzere Implementierungszeiten fordern, steigt demnach die Nachfrage nach PaaS- Plattformen, auf denen die Entwicklung neue Anwendungen entwickeln beziehungsweise vorhandene Applikationen per Point-und-Click in einem Browser verbessern können. Weiterer überzeugender Faktor: Die Produktionszeit einer App fällt in PaaS-Umgebungen vergleichsweise schnell aus, 85 Prozent der befragten Unternehmen berichten von einem hohen Bedarf, die Entwicklungszeiten zu reduzieren. Bild: Alphaspirit, Fotolia Auch die Anwendungsentwicklung in Unternehmen unterliegt dem Kosten- und Zeitdruck. Als Alternative bieten sich Developer-Plattformen aus der Cloud an nicht immer zur Freude der IT-Chefs. Seite 11

8 Weitere Ergebnisse der Studie im Überblick: 70 Prozent aller Befragten (74 Prozent in Deutschland) nutzen bereits eine PaaS-Lösung für die Erstellung von Anwendungen oder planen deren Einsatz. Bei 43 Prozent der Projekte (45 Prozent in Deutschland) kam die Nachfrage nach zusätzlichen Apps direkt aus der Vorstandsebene, bei weiteren 47 Prozent von Kunden oder Partnern. 47 Prozent der Projekte kamen aus Marketing und Vertrieb und 44 Prozent aus dem Finanzwesen. Bei rund einem Viertel der Befragten (27 Prozent) hat die Arbeitsgeschwindigkeit der PaaS-Umgebung Vorrang vor der Möglichkeit, komplexe Anwendungen erstellen zu können. 54 Prozent der PaaS-Anwender (40 Prozent in Deutschland) konnten die Entwicklungs- und Implementierungszeiten verkürzen und 51 Prozent (55 Prozent in Deutschland) die Kosten reduzieren. 47 Prozent der Befragten (40 Prozent in Deutschland) konnten durch den Einsatz einer PaaS-Lösung zusätzliche Innovationspotenziale erschließen. Dazu zählt auch die Möglichkeit, verstärkt mobile Applikationen einzusetzen. Finanziert wurde die Studie vom PaaS-Spezialisten Progress. Dessen Vice President Technology Matt Robinson reibt sich die Hände: Die neuen Möglichkeiten von Develop Your Own Application werden die Art wie wir arbeiten massiv beeinflussen, ganz so, wie es zuvor bereits die Trends Bring Your Own Device und Bring Your Own Application vermocht haben. Er zeigt sich überzeugt, dass auch Nicht-Profis Apps auf PaaS-Basis entwickeln können: Es besteht kein Zweifel daran, dass wir im Zeitalter der Citizen Developer leben und damit der Entwickler, die aus den Fachabteilungen und nicht aus der IT kommen. Eine Demokratisierung des Entwicklungsprozesses quasi. Plattformen für jeden Geschmack Üblicherweise enthalten die PaaS-Angebote Enwicklungswerkzeuge, Datenbanken, Laufzeitumgebungen und technische Frameworks. Die genauen Modalitäten müssen natürlich von Fall zu Fall ausgehandelt werden. Neben Progress offeriert eine ganze Reihe anderer Anbieter Plattformen, darunter u.a. Google mit seiner App Engine auf der Cloud Platform, die Berliner cloudcontrol GmbH, Microsoft mit Windows Azure sowie auch Seite 12

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