Rückblick auf das Anlagejahr 2014

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1 MLB Vermögensmanagement Januar 2015 Rückblick auf das Anlagejahr 2014 Im Ergebnis war das Börsenjahr 2014 ein gutes Jahr. Die Belebung der Weltwirtschaft fand vor allem in den USA statt. Daher hat die US Notenbank (FED) das Anleihekaufprogramm im Herbst 2014 beendet. Die EZB musste mit weiteren Zinssenkungen und Anleihekäufen auf das schwache Wirtschaftswachstum und den Inflationsrückgang reagieren. Die hohen Schuldenberge bleiben weiterhin ein gesamteuropäisches Problem. Mit einem global ausgerichteten Aktienportfolio ließen sich gute Renditen erwirtschaften. Allerdings fielen die regionalen und sektoralen Performanceunterschiede teils sehr massiv aus. Insbesondere die Kursentwicklung deutscher Aktien enttäuschte und gehörte trotz des Übertreffens alter Höchstmarken zu den schwächeren Aktienmärkten. Die Empfehlung, grundsätzlich Aktien dem Vermögen beizumischen, war richtig. Deutlich anders als von den meisten Experten erwartet haben sich Anleihen entwickelt. Erstklassige Staatsanleihen konnten aufgrund der gesunkenen Zinsen erneut sehr stark zulegen, 10-jährige deutsche Staatsanleihen erreichten zum Jahresende eine Rendite von nur noch 0,53% p.a. Aktien - Indizes am seit Assets am seit MSCI World (Index: USD-Basis) 1.709,67 16,92% * EUR/USD 1,21-11,97% STOXX Europe ,95 2,90% entspricht USD-Kursanstieg 11,97% DAX 9.805,55 2,65% Rohöl 57,56-41,05% * Dow Jones ,07 22,14% * (USD pro Barrel) Nikkei ,77 7,04% * Gold 1.200,50 13,98% * MSCI China Free 66,04 18,89% * (USD pro Feinunze) MSCI India 496,39 38,45% * Rohstoffe 274,71 1,89% MSCI Latin America 2.727,69-3,19% * (CCI-Index) MSCI Eastern Europe 120,12-31,85% * (* Wertentwicklung: inkl. Veränderung zum EUR) Kapitalmarktumfeld In den vergangenen Monaten haben geopolitische Krisen wie der Konflikt in der Ukraine oder die Terrorakte der IS für größere Marktbewegungen gesorgt. Auch die ein oder andere konjunkturelle Enttäuschung trübte die Stimmung der Kapitalanleger. Allerdings nicht in den USA, die das Wirtschaftswachstum weiter steigern konnten und auch in China hielt der Trend zu niedrigeren, aber noch akzeptablen Wachstumsraten an. Japan enttäuschte indes mehrfach. Auch konnten andere Schwellenländer (z. B. Brasilien und Russland) die Erwartungen nicht erfüllen. In Europa kamen der Reformstau in Frankreich und Italien dazu. Zudem musste der wichtigste Energieträger (Rohöl) seit September 2014 einen Kursverfall von rd. 50% erfahren und ist dadurch auf den tiefsten Stand seit über vier Jahren gefallen. Dies führt zu hohen Unsicherheiten im weltwirtschaftlichen Gefüge. Stärkere Auswirkungen auf die Börsenkurse sind zu erwarten. Vermögensmanagement Seite 2

2 Entwicklung Brent Spot (Rohöl) in US Dollar seit 2008: Quelle: vwd Group Unsere Strategie und das Anlageergebnis im vierten Quartal 2014 Mit unserer Anlagestrategie einer breiten Streuung, einem hohen Anteil an US-Werten und einer Konzentration auf dividendenstarke Aktien aus den Industriestaaten konnten wir auch im vierten Quartal ein gutes Anlage- und damit auch Jahresergebnis erzielen. Im Bereich der festverzinslichen Wertpapiere haben wir unsere bisherige Strategie der Diversifikation und der Investition in Laufzeiten von durchschnittlich 2,5 Jahren bei Vermögensverwaltungen und MLB- Strategieportfolios, sowie 5 Jahren beim MLB-Stiftungsfonds beibehalten. Vom bis ergab sich eine Wertentwicklung von 3,74% 1 für das MLB- Strategieportfolio I mit max. 30% Aktienquote bzw. von 10,70% 1 für das MLB-Strategieportfolio II mit max. 100% Aktienquote. 1 Berechnungsgrundlage: BVI-Methode, d.h. der Ausgabeaufschlag wurde nicht berücksichtigt. Es können zusätzlich die Wertentwicklung mindernde Depotkosten entstehen. Vermögensmanagement Seite 3

3 Entwicklung der MLB-Strategieportfolios MLB-SP-I und MLB-SP-II relativ zum MSCI World-Index ( =100%): MLB SP I MLB SP II ,26% 10,96% ,24% 11,11% ,64% -8,69% ,22% 7,72% ,30% 4,17% ,74% 10,70% Quelle: vwd group Der am aufgelegte MLB-Stiftungsfonds enthält maximal 20% dividendenstarke Aktien aus Europa und Nordamerika sowie etwa 80% Anleihen mit Laufzeiten von durchschnittlich 5 Jahren und hat sich ebenfalls gut entwickelt. Der ausschüttungsorientierte Fonds konnte eine Performance von 4,32% 1 seit Auflegung verzeichnen. Ausblick auf das Börsenjahr 2015 Für die Weltkonjunktur in 2015 ist der gesunkene Ölpreis ein willkommener Impuls. Insbesondere Deutschland profitiert stark. Die Rahmenbedingungen für die deutsche Konjunktur zum Jahreswechsel lesen sich fast traumhaft. Genannt werden kann u.a. wettbewerbsfähige Exportindustrie, solide Staatsfinanzen, hoher Beschäftigungsgrad, steigende Reallöhne, unterstützende Fiskalpolitik, sinkende Rohstoffpreise, Euro-Abwertung und eine angemessen wachsende Weltwirtschaft. Trotzdem bleiben die USA der Hoffnungsträger der Weltwirtschaft. Sie haben die Nachwirkungen der Finanzmarktkrise gut bewältigt. Die extrem niedrigen US-Zinsen haben ihre erhoffte Wirkung entfaltet. Die wirtschaftliche Dynamik der US-Wirtschaft wird unserer Meinung nach im Verlauf des 2. Halbjahres zu Leitzinsanhebungen der FED führen. In Europa hätte die englische Notenbank aus konjunktureller Sicht die Möglichkeit, sich einem Zinsschritt der FED anzuschließen. Dagegen wird sich die Geldpolitik der Europäischen Notenbank (EZB) und der Bank of Japan (BoJ) weiter expansiv entwickeln, um einer möglichen Deflation vorzubeugen. Da die langfristigen Inflationserwartungen erneut gesunken sind, dürfte die EZB in Kürze den großangelegten Ankauf von Staatsanleihen der Euroländer umsetzen. Ein möglicher Ankauf wird wahrscheinlich die letzte starke Maßnahme zur Wachstumsverbesserung in Europa sein weitere Möglichkeiten, die Märkte zu stimulieren, bleiben eigentlich nicht. Mit ähnlichen Mitteln versucht Vermögensmanagement Seite 4

4 auch die japanische Notenbank die Deflationssorgen zu bekämpfen bisher allerdings mit wenig positiven Impulsen für die heimische Wirtschaft. Klar ist, dass die Geldpolitik im Euroraum und den USA weit länger als in früheren Zyklen unterschiedlich sein wird. Für die Kapitalmärkte in 2015 ist dies vielleicht das wichtigste Thema. Entwicklung der Renditen für 10-jährige deutsche Bundesanleihen und 10-jährige amerikanische Staatsanleihen seit dem : Quelle: vwd Group Die so gut wie nicht mehr vorhandenen Renditen am heimischen Rentenmarkt sind für die Anleger katastrophal. Auch in 2015 wird eine risikolose Anlagestrategie in diesem Segment keine bzw. kaum Zinsen erwirtschaften. Und selbst wer bereit ist, bei Anleihen längere Laufzeiten zu akzeptieren wird kaum die Inflation verdienen können. Vergleicht man die Dividendenrendite des DAX Performanceindex mit den Renditeniveaus für Bundesanleihen und Unternehmensanleihen wird schnell klar, dass es viele deutsche Aktien gibt, die lukrative Dividenden zahlen. Natürlich bleibt die Investition in hoch rentierliche Dividendenpapiere immer eine Anlage mit den damit verbundenen Kursrisiken. Die Dividende ist nur ein Teil der Gesamtperformance. Allerdings ist eine nachhaltige Dividendenzahlung ein echter Erfolgsfaktor in den vergangenen Jahrzehnten gewesen. In den kommenden Monaten dürfte die Erzielung von Gewinnen an den US-Aktienmärkten schwieriger werden, da die geopolitische Unsicherheiten und ein vorsichtigerer Ausblick für das globale Wachstum sich auf die Stimmung der Anleger auswirken. Trotzdem ist ein Engagement in US-Aktien unverzichtbar, da andere Assetklassen keine vergleichbaren Rahmendaten aufweisen und nur wenige Länder das für die US-Wirtschaft vorhergesagte Wachstum erreichen oder übertreffen könnten. Hinzu kommen noch potentielle Währungsgewinne im US-Dollar. Vermögensmanagement Seite 5

5 Die konjunkturelle Dynamik hat in Europa in den letzten Monaten nachgelassen. Da die meisten Länder nicht bereit sind, die Stagnation ihrer Wirtschaft durch Ausgabensteigerungen zu überwinden, bleibt die EZB der einzige handlungsfähige Akteur. Während der deutsche Aktienmarkt im globalen Vergleich noch fair bewertet ist, sind die europäischen Aktien günstiger bewertet. Der Grund liegt in der noch nicht vollständig verarbeiteten Staatsschuldenkrise. Nach unserer Einschätzung sollten Investitionen in Aktien auch im Jahr 2015 von der anziehenden Wirtschaftsentwicklung profitieren, insbesondere Aktien von Unternehmen mit hoher und stabiler Dividendenrendite sowie mit einer globalen Vernetzung. Dabei sind die Einflussfaktoren (z. B. Geld-, Konjunktur-, Zins- und Währungspolitik) auf die Kapitalmärkte der jeweiligen Länder und Branchen vielfältig und individuell zu berücksichtigen. Die konjunkturellen Unterschiede stärken den US-Dollar. Dies ist gut für den Export und damit die Wirtschaft in Europa und Japan, aber wirkt belastend für Rohstoffe und die Schwellenländer. Entwicklung Euro zum US-Dollar seit 2000: Quelle: vwd Group Nach nun sechs guten Börsenjahren in Folge sind wir auch für das neue Jahr verhalten optimistisch, sehen aber in Summe etwas geringere Performancechancen als im zurückliegenden Jahr. Viele Anlageklassen und Segmente sind hoch bewertet und es ist mit einer steigenden Volatilität der Kurse zu rechnen. Daher ist eine flexible Anlagestrategie sinnvoll, um mögliche Marktschwankungen nutzen zu könen. Wir möchten die sich bietenden Anlagechancen aktiv nutzen, um eine attraktive, deutlich über der Inflation liegende Rendite für unsere Kunden zu erzielen. Vermögensmanagement Seite 6

6 Welche Themen können die Kapitalmärkte in 2015 bewegen? Thema 1: Unterschiedliche Wachstumsgeschwindigkeit in der Welt Die Wachstumsdynamik in den großen Wirtschaftsregionen der Welt dürfte sich weiter auseinander entwickeln. Während die USA die Krise hinter sich gelassen hat, kämpfen die europäischen Länder auch in diesem Jahr mit den Folgen der Staatsschulden. Thema 2: Die Unterschiede in der Politik der Notenbanken werden größer Geldpolitisch wird das Jahr 2015 aller Wahrscheinlichkeit nach große Unterschiede aufzeigen. Die amerikanische und englische Notenbank werden aufgrund positiver Konjunkturtrends die Leitzinsen anheben. Ob die EZB ihr Ziel erreichen wird, eine Deflation in der Eurozone abzuwenden, bleibt abzuwarten. Thema 3: Das Währungsgefüge verschiebt sich Die unterschiedlichen Wachstums- und Zinstrends werden das globale Währungsgefüge massiv beeinflussen. Die jüngste Stärke des US-Dollars und des Schweizer Frankens - aber auch anderer Währungen - gegenüber dem EURO werden sich wahrscheinlich fortsetzen. Thema 4: Rentenmärkte bieten kaum noch Chancen Niedrige Inflationserwartungen und eine expansive Geldpolitik lassen die Renditen auf einem extrem niedrigen Niveau verharren. Mittelfristig sollte eine Renditeerhöhung im Zuge steigender US-Renditen erfolgen. Damit werden Bewertungsgewinne der vergangenen Jahre reduziert bzw. Neuanlagen führen zu deutlichen Kursverlusten. Thema 5: Schwankungsbreite an den internationalen Aktienmärkten Die Schwankungsbreite an den Aktienmärkten hat in den letzten Monaten wieder zugenommen und wird die Kapitalanleger in diesem Jahr weiter begleiten. Zudem entfalten auch die geopolitischen Spannungen, wie z. B. in der Ukraine oder dem Nahen Osten, ihre Wirkung. In Griechenland stellt die Neuwahl den gesamten Reformprozess in Frage. Politisches Risiko bedeutet auch die Wahl in Großbritannien im Mai und die Diskussion um die Beziehung zur EU. Für ein persönliches Gespräch sowie für Ihre Fragen zur Vermögensanlage stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung und bedanken uns für Ihr Vertrauen. Wir freuen uns auf eine weiterhin angenehme und erfolgreiche Zusammenarbeit. Mit freundlichen Grüßen Ihre Münsterländische Bank Thie & Co. Vermögensmanagement Seite 7

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