Migrationshintergrund von SchülerInnen in Konstanz. 5. SchülerInnen-Befragung in den 5. Klassen im Schuljahr 2011 / 2012

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1 Statistik-Info Nr.5/2012 Juni 2012 Migrationshintergrund von SchülerInnen in Konstanz 5. SchülerInnen-Befragung in den 5. Klassen im Schuljahr 2011 / 2012 Bereits zum fünften Mal wurde im März 2012 in den 5. Klassen der Konstanzer Schulen eine Befragung zum Migrationshintergrund durchgeführt. Die vorliegende Erhebung dient als Datengrundlage für einen langfristigen Entwicklungsvergleich und trägt zu weiteren Entscheidungen bei, um eine frühe Förderung zu optimieren. Da die amtliche Schulstatistik Baden-Württembergs bislang nur die Staatsangehörigkeit von Eltern und Schülern berücksichtigt, entfallen aus dieser Statistik Kinder, die zwar eine deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, aber dennoch einen Migrationshintergrund haben. Dazu zählen: In Deutschland geborene Kinder mit nichtdeutschen Eltern, eingebürgerte Kinder und deutsche Aussiedlerkinder. 1 Die aus der Befragung gewonnenen Daten zeigen ein differenziertes Bild, wie Kindern mit Migrationshintergrund der Übergang in höhere Bildungseinrichtungen gelingt. Die Befragung ist beschränkt auf Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen und begrenzt sich auf das Merkmal Migrationshintergrund. Sie gibt daher keine Rückschlüsse über den endgültig höchsten Schulabschluss und erfasst nicht die Milieuzugehörigkeit und Bildungsnähe bzw. Bildungsferne der Familien. Diese Merkmale spielen zwar eine wesentliche Rolle für die schulische Entwicklung der Kinder, um sie zu erfassen wären jedoch umfangreichere Befragungen und Langzeitstudien notwendig. Dennoch spiegeln die Ergebnisse dieser Befragung Besonderheiten der Stadt Konstanz: Die Konstanzer Hochschulen und die Grenznähe tragen zu einem größeren Anteil einer bildungsnahen und international mobilen Bevölkerung bei. Da zusätzlich auch in der Schweiz geborenen Kindern ein Migrationshintergrund zugewiesen wird, tragen diese Faktoren dazu bei, dass in Konstanz relativ viele Kinder mit Migrationshintergrund ein Gymnasium besuchen. 1 Nach dem neuen Staatsbürgerschaftsrecht aus dem Jahr 2000, erhalten in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft, sofern sich ein Elternteil dauerhaft in Deutschland aufhält.

2 Definition Migrationshintergrund Zu der Gruppe der Migranten zählen Ausländer sowie Deutsche mit Migrationshintergrund. Ein Migrationshintergrund wird durch verschiedene Merkmale zugewiesen. Wenn mindestens eines der unten aufgeführten Merkmale zutrifft, wird dem Kind ein Migrationshintergrund zugeordnet. Ausländer Deutsche mit Migrationshintergrund oder oder oder SchülerInnen besitzen keine deutsche Staatsangehörigkeit. Geburtsland der SchülerInnen ist nicht Deutschland. Mindestens ein Elternteil besitzt keine deutsche Staatsangehörigkeit. SchülerInnen sprechen mit ihren Eltern eine andere Sprache. Dies schließt nicht aus, dass in der Familie zusätzlich auch Deutsch gesprochen wird. Mindestens ein Elternteil ist nach Deutschland zugezogen. Befragung Die Befragung wurde von Anna Blank im Auftrag des Integrationsbüros und des Hauptamts durchgeführt. Der standardisierte Fragebogen (siehe letzte Seite dieser Broschüre) wurde über die Schulen an alle SchülerInnen der 5. Klassen und deren Eltern ausgeteilt und von InterviewerInnen (alles Studierende der Universität Konstanz) in den jeweiligen Klassen eingesammelt. Die Beteiligung aller Schulen und der direkte Kontakt der SchülerInnen zu den InterviewerInnen sicherte eine hohe Beteiligungs- und Rücklaufquote. Dennoch ist die Beteiligungsquote in diesem Jahr mit 78,4% geringer ausgefallen als in den Vorjahren. Von insgesamt 750 SchülerInnen wurden 588 Fragebögen ausgefüllt. Ein Gymnasium schickte die Fragebögen per Post zurück, da sie keinen Unterrichtsbesuch der InterviewerInnen wollten. Allein die Beteiligungsquote dieser Schule lag bei unter 50%, in allen weiteren 5. Klassen konnten nur die nichtanwesenden Kinder nicht befragt werden. Befragungsteilnahme nach Schulart und 2012 im Vergleich Schulart Förderschule Hauptschule Realschule Gymnasium 5. Klassen insgesamt Schüler insgesamt*) Schüler TeilnehmerInnen insg. Vergl absolut in % absolut in % *) % % 97 98% % % % % % % *) Angaben aus der amtl. Schulstatistik, 2010 für Förderschulen keine Angaben, da z.t. private Schulen 2

3 Befragte Merkmal absolut in % SchülerInnen insg % darunter Geschlecht Mädchen % Jungen % keine Angabe 37 6% Nationaltität Deutsche % Ausländer 31 5% keine Angabe 10 2% Geburtsland nicht Deutschland 54 9% keine Angabe 2 0% mind. ein Elternteil ohne deutsche Staatsangehörigkeit % ausl. Sprache in der Familie 88 15% mind. ein Elternteil ist nach 1980 nach Deutschland zugezogen 97 16% Mit 55% besucht der größte Teil der SchülerInnen, die sich an der Befragung beteiligt haben, ein Gymnasium. Weitere 27% der BefragungsteilnehmerInnen besuchen eine Realschule, 16% eine Hauptschule. Der Anteil von Kindern, die eine Förderschule besuchen, ist in der Befragung mit 2% sehr gering. SchülerInnen in den 5. Klassen nach Schulart (insg. 588) Förderschule 2% 16% Hauptschule Gymnasium 55% 27% Realschule Die Rundung der Ergebnisse führt zur Abweichung der Gesamtsumme. 3

4 MigrantInnen nach besuchter Schulart 65% der befragten SchülerInnen sind Deutsche ohne Migrationshintergrund. Eine ausländische Staatsbürgerschaft haben 5% der befragten SchülerInnen. Der Anteil der deutschen SchülerInnen, denen ein Migrationshintergrund zugewiesen wurde, liegt bei 30%. Somit verfügen insgesamt 35% der befragten SchülerInnen über einen Migrationshintergrund. Betrachtet man die Anteile der MigrantInnen getrennt nach Schularten, zeigen sich deutliche Unterschiede: - An den Gymnasien hat fast ein Drittel (29%) der SchülerInnen einen Migrationshintergrund. - An den Realschulen haben 34% der SchülerInnen einen Migrationshintergrund. - An den Hauptschulen hat über die Hälfte (56%) der SchülerInnen einen Migrationshintergrund. - An der Förderschule haben ebenfalls 56% der SchülerInnen einen Migrationshintergrund, allerdings bei einer sehr niedrigen Fallzahl von nur 9 SchülerInnen. Befragte SchülerInnen der 5.Klassen nach Migrationshintergrund, Staatsangehörigkeit und Schulart SchülerInnen Migrationshintergrund Staatsangehörigkeit insg. mit ohne Ausländer Deutsche Schulart absolut in % absolut in % absolut in % absolut in % absolut in % Förderschule 9 2% 5 2% 4 1% 0 0% 9 2% Hauptschule 97 17% 54 26% 43 11% 12 39% 85 15% Realschule % 53 26% % 10 32% % Gymnasium % 95 46% % 9 29% % SchülerInnen insg % % % % % 4

5 Ein anderes Bild ergibt sich bei Betrachtung der absoluten Verteilung aller befragten MigrantInnen auf die einzelnen Schularten: Von insgesamt 207 MigrantInnen besuchen 95 ein Gymnasium, 53 besuchen eine Realschule, 54 eine Haupt- und Werkrealschule und 5 eine Förderschule. Vergleicht man die beiden Gruppen der SchülerInnen mit und ohne Migrationshintergrund, fällt auf, dass bei der Rangfolge der Schularten kein Unterschied besteht: - Das Gymnasium wird von beiden Gruppen am häufigsten besucht: von 46% aller MigrantInnen und von 60% aller Nicht-MigrantInnen. Dennoch ist der Anteil der GymnasiastInnen unter den MigrantInnen geringer als unter den Nicht-MigrantInnen. - Die Realschule ist von beiden Gruppen die zweithäufigste besuchte Schulart. - Die Hauptschule wird deutlich häufiger (mehr als doppelt so häufig) von MigrantInnen als von Nicht-MigrantInnen besucht. Verteilung der MigrantInnen auf die Schularten (absolut) 5 Förderschule Hauptschule 54 Realschule 53 Gymnasium Im Vergleich zum Schuljahr 2010/2011 ist der Anteil der MigrantInnen, die ein Gymnasium besuchen um 2% zurückgegangen, der Anteil der HauptschülerInnen unter den MigrantInnen ist um 5% gestiegen. Dieses Ergebnis kann an der geringeren Befragungsteilnahme von GymnasiastInnen (74%) und der sehr hohen Befragungsteilnahme von HauptschülerInnen (98%) liegen. Die Rundungen der Ergebnisse führt zur Abweichung bei der Gesamtsumme 5

6 Herkunftsregionen der SchülerInnen mit Migrationshintergrund Milieuzugehörigkeit und Bildungsnähe der Familien sind ein wichtiger Faktor für den Schulverlauf der Kinder. Da diese aber in dieser Studie aus Kapazitätsgründen leider nicht erhoben werden können, werden alternativ die Herkunftsländer der SchülerInnen und die hauptsächlich mit den Eltern gesprochene Sprache betrachtet. Die Herkunftsländer und die im Elternhaus gesprochenen Sprache wurden zu zehn Herkunftsregionen zusammengefasst. 23% aller befragten SchülerInnen mit Migrationshintergrund haben einen Bezug zu südeuropäischen, 22% einen zu nord- und westeuropäischen Ländern, davon nannten rund zwei Drittel die Schweiz als Herkunftsland. SchülerInnen mit türkischem Migrationshintergrund stellen 15%, osteuropäische und ex-jugoslawische Hintergründe liegen bei ca. 10%. SchülerInnen mit afrikanischem, asiatischem, nordamerikanischem, südamerikanischem oder australischem Migrationshintergrund sind in Konstanz selten (zwischen 1 bis 6%). Insgesamt zeichnet sich eine positive Bilanz mit einem hohen Bildungsniveau ab: SchülerInnen aus den Herkunftsregionen ehemaliges Jugoslawien, Osteuropa und Türkei besuchen zu rund einem Drittel ein Gymnasium, bei allen anderen Gruppen ist das Gymnasium die am häufigsten besuchte Schulart. Nur Kinder mit türkischer Herkunft besuchen mit 50% überwiegend eine Hauptschule, gefolgt von Kindern südeuropäischer Herkunft, von denen über ein Drittel eine Hauptschule besucht. Die Herkunftsregionen Australien, Nord- und Südamerika werden auf Grund der geringen Fallzahlen zusammengefasst: Von den insgesamt 10 SchülerInnen besuchen 70% ein Gymnasium und 30% eine Realschule. 6

7 Ein Gymnasium besuchen: - 82% der SchülerInnen aus der Herkunftsregion Asien und 70% der SchülerInnen aus Nord- und Westeuropa - 46% der SchülerInnen aus der Herkunftsregion Afrika sowie 46% aus Südeuropa - 35% der SchülerInnen aus der Herkunftsregion ehemaliges Jugoslawien, 28% der SchülerInnen aus Osteuropa und 27% der SchülerInnen aus der Türkei Eine Realschule besuchen: - Rund ein Fünftel der SchülerInnen aus den Herkunftsregionen Nord- und Westeuropa (21%) und der Türkei (23%) - Rund ein Drittel der SchülerInnen aus den Herkunftsregionen Südeuropa (26%), ehemaliges Jugoslawien (35%), Afrika (36%) und Osteuropa (44%) Eine Hauptschule besuchen: - Nur wenige SchülerInnen aus den Herkunftsregionen Nord- und Westeuropa (9%), Asien (18%) und Afrika (18%) - Rund ein Drittel der SchülerInnen aus den Herkunftsregionen Osteuropa (28%), ehemaliges Jugoslawien (30%) und Südeuropa (39%) - Die Hälfte der SchülerInnen aus der Türkei. Sprache im Elternhaus Von den 207 befragten SchülerInnen mit Migrationshintergrund sprechen 88 (43%) in ihrem Elternhaus überwiegend eine andere Sprache; ca. die Hälfte dieser Kinder gab an, zusätzlich auch Deutsch im Elternhaus zu sprechen. 117 (57%) Kinder sprechen nur Deutsch im Elternhaus. Sprache mit Eltern Sprache mit den Eltern nur deutsch andere Sprache MigrantInnen insg % 88 43% Nord- und westeuropäische Sprachen 39 87% 6 13% Nordamerikanische Sprachen 4 100% 0 0% Südeuropäische Sprachen 24 51% 23 49% Afrikanische Sprachen 9 75% 3 25% Sprachen aus dem ehemaligen Jugoslawien *) 12 86% 2 14% Türkisch 14 47% 16 53% Osteuropäische Sprachen **) 1 3% 30 97% Südamerikanische Sprachen 2 50% 2 50% Asiatische Sprachen 5 46% 6 53% Australische Sprachen 2 100% 0 0% keine Angabe zur Herkunft oder Sprache 7 *) ohne 6 Albanisch sprechende Kinder **) zuzüglich 6 Albanisch sprechende Kinder Die Familien, in denen nur Deutsch gesprochen wird, kommen aus Regionen mit sehr geringen Fallzahlen (2 aus Australien und 4 aus Nordamerika). In nord- und westeuropäischen 7

8 Herkunftsfamilien wird mit 87% überwiegend Deutsch gesprochen. In den südeuropäischen Herkunftsfamilien wird zu 50% und in den türkischen Familien zu 47% Deutsch gesprochen. Am seltensten wird deutsch in osteuropäischen Herkunftsfamilien gesprochen, dazu muss angemerkt werden, dass 6 SchülerInnen, deren Herkunft zwar das ehemalige Jugoslawien, die Sprache im Elternhaus aber albanisch ist, hier zu den osteuropäischen Sprachen zugezogen wurden. Von insgesamt 31 Kindern, die osteuropäische Sprachen sprechen, sprechen 11 albanisch und 11 russisch. Sprache mit Eltern nach Schulart Deutsch andere Sprache k.a. MigrantInnen insg Förderschule 4 80% 1 20% Hauptschule 25 46% 29 54% Realschule 22 42% 30 58% 1 Gymnasium 66 69% 28 31% 1 Betrachtet man die mit den Eltern gesprochene Sprache getrennt nach besuchter Schulart, zeigt sich, dass 69% der MigrantInnen, die ein Gymnasium besuchen, mit ihren Eltern überwiegend Deutsch sprechen. Mehr als ein Drittel der MigrantInnen die eine Real- (42%), oder Hauptschule (46%) besuchen, sprechen mit ihrem Eltern überwiegend deutsch. Bei den FörderschülerInnen ist der Anteil der deutsch Sprechenden mit 80% sehr hoch, hier ist die geringe Fallzahl von nur 5 Kindern mit Migrationshintergrund zu bedenken. Im Vergleich zum Vorjahr sprechen mehr FünftklässerlerInnen mit Migrationshintergrund mit ihren Eltern überwiegend Deutsch. Mit den Freunden sprechen fast alle MigrantInnen Deutsch; nur zwei von 207 gaben an, mit ihren Freunden eine andere Sprache zu sprechen. Herkunftsschulen Die SchülerInnen wurden nach der Schule gefragt, die sie im letzten, 4. Schuljahr (Herkunftsschule) besuchten. Ca. 20% der SchülerInnen besuchten eine Grundschule außerhalb von Konstanz, wie zum Beispiel auf der Reichenau, wo es keine weiterführende Schule gibt. Die Übergangszahlen auf die verschiedenen Schularten sind bei den einzelnen Konstanzer Grundschulen sehr unterschiedlich. Rückschlüsse auf die Qualität der Grundschulen geben diese Zahlen nicht. Sie sind lediglich ein Anhaltspunkt für die Sozialstruktur der jeweiligen Stadtteile, da Kinder meist Grundschulen innerhalb ihrer Grundschulbezirke besuchen. Die größte Anzahl der befragten SchülerInnen war zuvor - mit 13% an der Sonnenhaldeschule, davon besuchen 63% ein Gymnasium. 36% haben einen Migrationshintergrund, darunter besucht die Hälfte ein Gymnasium. - mit 12% an der Stephansschule, davon besuchen 72% ein Gymnasium. 40% haben einen Migrationshintergrund, darunter besuchen über zwei Drittel ein Gymnasium. - mit 10% an der Haidelmoosschule, davon besuchen 52% ein Gymnasium. 30% haben einen Migrationshintergrund, darunter besucht rund ein Drittel ein Gymnasium. Die viertgrößte Anzahl der befragten SchülerInnen besuchte zuvor die Gebhardschule, davon haben 61% einen Migrationshintergrund, darunter besucht rund ein Drittel ein Gymnasium. 8

9 Schulische Förderung in den 5. Klassen Erstmals wurden die SchülerInnen in diesem Jahr nach der Inanspruchnahme einer Förderung in Form von Nachhilfe oder Hausaufgabenbetreuung in den 5. Klassen und während ihrer Grundschulzeit gefragt. (,,Bekommst du Nachhilfe oder Hilfe bei den Hausaufgaben (zum Beispiel nachmittags in der Schule, in der Nachhilfe? ) Insgesamt erhalten 171 SchülerInnen (29%) in den 5. Klassen eine Förderung für die Schule, 408 SchülerInnen erhalten keine. Fast die Hälfte der HauptschülerInnen (47%) erhält schulische Unterstützung, bei den RealschülerInnen sind es 35% und bei den GymasiastInnen nur 22%. Über 50% der Kinder, die eine Förderung erhalten, bekommen diese innerhalb ihrer Schule. Auf den Hauptschulen haben 65% der SchülerInnen, die Förderung erhalten, einen Migrationshintergrund. An den Realschulen und den Gymnasien hingegen zeigt sich ein umgekehrtes Bild: Hier haben jeweils rund zwei Drittel der Kinder, die Förderung erhalten, keinen Migrationshintergrund. SchülerInnen mit und ohne Migrationshintergrund, die eine Förderung erhalten Hauptschule 65% 35% Realschule 36% 64% mit Mgh. ohne Mgh. Gymnasium 33% 67% 0% 20% 40% 60% 80% 100% 9

10 Frühere Förderung in den Grundschulen In der Grundschule bekamen insgesamt 139 SchülerInnen (24%) eine Förderung für die Schule und 447 SchülerInnen erhielten keine. 14% der GymnasiastInnen, 30% der RealschülerInnen und 55% der HauptschülerInnen erhielten eine Förderung. Auch in den Grundschulen nahmen die Kinder überwiegend Förderangebote innerhalb ihrer Schulen wahr Art der Förderung in der Grundschule, nach besuchter Schulart in der 5. Klasse (absolut) Gymnasium Realschule Hauptschule In der Schule Andere, professionelle Nachhilfe Privat / sonstige Ja, ohne konkrete Angabe Tageseinrichtungen Auch die Förderung in der Grundschule wurde unter den HauptschülerInnen hauptsächlich von SchülerInnen mit Migrationshintergrund in Anspruch genommen. Unter RealschülerInnen und GymnasistInnen war die Förderung in der Grundschule zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund ausgeglichen. Grundgesamtheit im Diagramm sind alle Kinder, die Förderung erhalten haben. Sie werden getrennt nach Schulart dargestellt, wobei unterschieden wird, welcher Anteil einen Migrationshintergrund hat und welcher nicht. SchülerInnen mit und ohne Migrationshintergrund, die eine Förderung in der Grundschule erhielten, nach heute besuchter Schulart Hauptschule 62% 38% Realschule 49% 51% mit Mgh. ohne Mgh. Gymnasium 47% 53% 0% 20% 40% 60% 80% 100% 10

11 Mitgliedschaft in einem Verein Auch die aktive Mitgliedschaft in einem Verein wurde in diesem Jahr erstmals erhoben, da davon ausgegangen werden kann, dass die Teilnahme an einem Verein zur Integration von Kindern mit Migrationshintergrund beiträgt. Insgesamt gaben 449 (von 588) SchülerInnen an, in einem Verein aktiv zu sein, dies entspricht 76%. Hierbei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Schularten: Von allen GymnasiastInnen sind nur 14%, von allen RealschülerInnen 26% und von allen HauptschülerInnen 45% in keinem Verein aktiv. Mitgliedschaft in einem Verein nach Schulart (in %) 45% 8% Hauptschule 7% 4% 35% Realschule 1% 5% 8% 26% 60% keine Mitgliedschaft Sonstige Narrenverein Musikverein Sportverein 14% 5% Gymnasium 1% 15% 66% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% Vereinsmitgliedschaft und Schulart (absolut) keine Mitgliedschaft Sonstige Narrenverein Musikverein Sportverein % 20% 40% 60% 80% 100% Gymnasium Realschule Hauptschule Die folgenden Diagramme zeigen die Vereinsmitgliedschaft nach Art des Vereins, nach besuchter Schulart und einem Migrationshintergrund der SchülerInnen. An den Gymnasien sind 77% der Kinder mit und 90% der Kinder ohne Migrationshintergrund in einem Verein. An den Realschulen sind 66% der Kinder mit und 79% der Kinder ohne Migrationshintergrund in einem Verein. An den Hauptschulen sind nur 37% der Kinder mit und 77% der Kinder ohne Migrationshintergrund in einem Verein. Es zeigt sich, dass der Anteil von Vereinsmitgliedern unabhängig von der Schulart unter den MigrantInnen geringer ist als unter den SchülerInnen ohne Migrationshintergrund. Die Differenz zwischen MigrantInnen und Nicht-Migrantinnen ist allerdings unter den HauptschülerInnen deutlich größer als unter den RealschülerInnen und GymnasiastInnen. 11

12 Der beliebteste Verein ist unabhängig von besuchter Schulart und Migrationshintergrund der Sportverein. Mitgliedschaft in einem Verein nach Migrationshintergrund Gymnasium 70% 69% 60% 58% 50% 40% 30% 20% 10% 0% 15% 15% 0% Sport Musik Narren Sonstige keine Mitgliedschaft 1% 4% 5% 23% 10% mit Mgh. ohne Mgh. Mitgliedschaft in einem Verein nach Migrationshintergrund Realschule 70% 60% 58% 61% 50% 40% 30% 20% 10% 0% 4% 11% 0% Sport Musik Narren Sonstige keine Mitgliedschaft 2% 4% 6% 34% 21% mit Mgh. ohne Mgh. Mitgliedschaft in einem Verein nach Migrationshintergrund Hauptschule 70% 60% 50% 53% 63% 40% 30% 20% 10% 0% 21% 7% 0% 2% 14% Sport Musik Narren Sonstige keine Mitgliedschaft 7% 9% 23% mit Mgh. ohne Mgh. 12

13 Fazit Eine alleinige Unterscheidung nach Staatsangehörigkeit ist nicht mehr ausreichend, um den Übergang in höhere Bildungseinrichtungen bei MigrantInnen zu messen. Beispielsweise haben in der aktuellen Befragung nur 31 der Kinder (5%) keine deutsche Staatsangehörigkeit, aber mehr als jedes dritte Kind (35%) hat einen Migrationshintergrund. Für eine erfolgreiche Bildungsintegration spielen die Milieuzugehörigkeit und der Bildungsstand der Herkunftsfamilie sicherlich eine große Rolle, sie können im Rahmen dieser Größeaber nicht erhoben werden. Es wird davon ausgegangen, dass in Konstanz auf Grund der Hochschulen und der Grenznähe relativ viele MigrantInnen ein höheres Bildungsniveau aufweisen. Die Ergebnisse zeigen, dass SchülerInnen mit Migrationshintergrund in allen Schularten vertreten sind. An den Gymnasien haben 29% aller SchülerInnen einen Migrationshintergrund an den Realschulen 34% und an den Hauptschulen 56%. Betrachtet man die Verteilung unter den MigrantInnen an den unterschiedlichen Schularten zeichnet sich ein positiveres Bild ab: 46% aller MigrantInnen besuchen ein Gymnasium und jeweils 26% eine Real- oder Hauptschule. Dabei ist zu beachten, dass die Befragungsteilnahme bei den HauptschülerInnen mit 98% höher ist als bei den GymnasiastInnen mit nur 74%. Ein Blick auf die Herkunftsregion der Familien zeigt, dass Kinder mit nord- und westeuropäischen Wurzeln zu 70% ein Gymnasium besuchen, während Kinder mit türkischen Wurzeln mit 50% den höchsten Anteil an HauptschülerInnen haben. 43% der Kinder mit Migrationshintergrund sprechen innerhalb der Familie eine weitere Sprache. Von allen Kindern mit Migrationshintergrund sprechen die GymnasiastInnen (69%) deutlich häufiger zu Hause Deutsch als die Real- (42 %) oder Hauptschülerinnen (46%). Insbesondere Kinder aus nord- und westeuropäischen Herkunftsregionen sprechen mit ihren Eltern überwiegend Deutsch. 97% der Kinder aus osteuropäischen Herkunftsregionen, 53% der Kinder aus der Türkei und 49% der Kinder aus südeuropäischen Herkunftsregionen sprechen in ihren Familien überwiegend in ihren Herkunftssprachen. Diese zweite Sprache neben Deutsch sollte als zusätzliche Ressource der Kinder wahrgenommen und gefördert werden. Mit ihren Freunden sprechen fast alle Deutsch. Erstmalig wurde in diesem Schuljahr erhoben, wie viele Kinder eine Förderung für die Schule, wie beispielsweise Nachhilfe, in Anspruch nehmen. Insgesamt erhalten 29% der FünftklässlerInnen eine Förderung. Von den GymnasiastInnen erhalten insgesamt 22%, von den RealschülerInnen 35% und von den HauptschülerInnen 47% Unterstützung für die Schule. Der Anteil der MigrantInnen unter den Kindern, die Unterstützung erhalten, liegt bei den HauptschülerInnen bei 65%, bei den RealschülerInnen bei 36% und bei den GymnasiastInnen bei 33%. Während ihrer Grundschulzeit nahmen nur 24% der SchülerInnen eine Förderung in Anspruch. Von den GymnasiastInnen erhielten 14%, von den RealschülerInnen 30% und von den HauptschülerInnen 55% eine Förderung. Der Anteil der MigrantInnen unter den Kindern, die in der Grundschule eine Förderung erhielten, liegt bei den HauptschülerInnen bei 62%, bei den RealschülerInnen bei 49% und bei den GymnasiastInnen bei 47%. Über 50% der Kinder, die schulische Unterstützung annehmen, erhalten diese in ihren Schulen. 76% aller SchülerInnen sind in einem Verein aktiv, davon sind die meisten in einem Sportverein. Bei den MigrantInnen ist der Anteil mit Vereinsaktivitäten höher als bei den Kindern ohne Migrationshintergrund. Jedoch unterscheiden sich die HauptschülerInnen deutlich von den anderen beiden Schularten: Im Vergleich ist mit 45% ein relativ hoher Anteil nicht in einem Verein aktiv. Besonders auffällig ist, dass 63% der HauptschülerInnen mit Migrationshintergrund in keinem Verein aktiv sind. 13

14 Fragebogen Migrationshintergrund der Schüler und Schülerinnen der 5. Klassen Schule: Klasse: Schulart: Hauptschule Gymnasium Realschule Förderschule sonstige Bist du ein Mädchen Junge Welche Staatsangehörigkeit (welchen Pass) hast du? In welchem Land wurdest du geboren? Seit wann lebst du in Deutschland? Welche Staatsangehörigkeit (welchen Pass) hat deine Mutter Seit wann lebt sie in Deutschland? Welche Staatsangehörigkeit (welchen Pass) hat dein Vater? Seit wann lebt er in Deutschland? Welche Sprache sprichst du meistens mit deinen Eltern? Welche Sprache sprichst du meistens mit deinen Freunden? In welcher Schule warst du im letzten Schuljahr? Bekommst du Nachhilfe oder Hilfe bei den Hausaufgaben (zum Beispiel nachmittags in der Schule, in der Nachhilfe)? Nein Ja und zwar in: Hast du früher Hilfe für die Schule bekommen (zum Beispiel in der Schule, im Hort, in der Nachhilfe oder andere)? Nein Ja in welcher Klasse? und wo? Bist du in einem Verein? Nein Ja und zwar im: VIELEN DANK FÜR DEINE MITARBEIT! 14

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16 Stadt Konstanz Erstellt von: Anna Blank Hauptamt Statistik und Steuerungsunterstützung Kanzleistr Konstanz Tel. (07531) / Internet:

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