15. Informationstagung der Reha Rheinfelden. Pharmakotherapie des idiopathischen Parkinsonsyndroms

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1 15. Informationstagung der Reha Rheinfelden Pharmakotherapie des idiopathischen Parkinsonsyndroms Dr. med. Florian von Raison, assoziierter Arzt, Neurologische Klinik, Universitätsspital (USB) Donnerstag,

2 Inhalt 1 2 Einführung M Parkinson Das dopaminerge System 3 Behandlungsprinzipien 4 Fragen und Antworten 2 Behandlung M Parkinson

3 M. Parkinson und Parkinson Syndrome 1. Idiopathisches Parkinson Sydrom (IPS, Parkinson-Krankheit, ca. 75 % aller PS), wird hinsichtlich der klinischen Symptome in folgende Verlaufsformen eingeteilt: akinetisch-rigider Typ Äquivalenz-Typ Tremordominanz-Typ 2. Genetische familäre Formen des PS (selten) 3. PS im Rahmen anderer neurodegenerativer Erkrankungen (atypische PS): Multisystematrophie (MSA) Demenz vom Lewy-Körper-Typ (DLK) progressive supranukleäre Blickparese (PSP) kortikobasale Degeneration (CBD) 4.symptomatische (sekundäre) PS: medikamenteninduziert: tumorbedingt posttraumatisch toxininduziert (z. B. durch Kohlenmonoxid, Mangan) entzündlich (AIDS-Enzephalopathie oder seltene Enzephalitiden) metabolisch (z. B. Morbus Wilson, Hypoparathyreoidismus) 75% 3 Behandlung M Parkinson

4 M. Parkinson Symptome Motorische Symptome Zittern (Tremor) Akinese (verlangsamte und verminderte Bewegung) Rigor (Muskelsteifigkeit) Störung der Gang- und Standstabilität Freezing Nicht Motorische Symptome Sensorische Störungen Schlafstörungen (REM) Tages-Schläfrigkeit Verlust des Riechvermögens Depressive Verstimmung Konzentration- und Gedächtnisstörungen Autonomes Nervensystem (e.g. Blasenentleerung, Orthostase, Obstipation) 4 Behandlung M Parkinson

5 M. Parkinson Geschichte der Medikamentösen Behandlung 1500 v Chr. : Indische Medizin Mucuna pruriens «juckbohne» 1817: James Parkinson London Darmspülung Aderlass 5 Behandlung M Parkinson

6 M. Parkinson Geschichte der medikamentösen Behandlung 1867: Jean Martin Charcot Paris Belladonna alkaloids Tollkirsche 1969: George Cotzias New York Erste Studie über längeren Gebrauch von L-dopa in Parkinson Patienten 6 Behandlung M Parkinson

7 M. Parkinson Behandlungs-Prinzipien Normale Bewegung Dopaminerge Nerfen Normales Dopamin Niveau Normal Langsame Bewegungen Unbehandelt Niedriges Dopamin Niveau M. Parkinson Bewegungen normalisiert L-dopa Behandlung Ersetzt fehlendes Dopamin M. Parkinson behandelt Bewegungen normalisiert Dopaminagonisten Behandlung Ersetzt fehlendes Dopamin M. Parkinson behandelt 7 Behandlung M Parkinson

8 Medikamentöse Behandlung des M. Parkinson (1/2) L-DOPA (mit Enzym-Hemmer) Stalevo (R) kombiniert L-dopa + COMT Dopaminagonisten Ropinirol, Pramipexol, Rotigotin (patch) Bromocriptin, Apomorphin, etc. COMT Inhibitoren Entacapone, Tolcapon (Zentral) MAO-B Inhibitoren Selegilin, Rasagilin Anticholinergika Biperiden Glutamatantagonisten Amantadin 8 Behandlung M Parkinson

9 Verlauf M. Parkinson Motorische Symptome L-dopa Plasma Spiegel Frühstadium Zunehmende Spätstadium Einschränkung Dyskinesien Optimal ON Rigidität, Akinesie OFF Stunden Stunden 9 Behandlung M Parkinson

10 Unerwünschte Nebenwirkungen der medikamentösen Parkinson Therapie Übersicht Substanz Motorisch Gastrointestinal Autonom Psychisch Andere L-dopa Non-ergot Dopaminagonisten Ergot Dopaminagonsiten Dyskinesien Dyskinesien Dyskinesien Übelkeit Erbrechen Übelkeit Erbrechen Obstipation Übelkeit Erbrechen Obstipation orthostatische Hypotension Vermehrtes Schwitzen Tachykardie orthostatische Hypotension orthostatische Hypotension Psychose Hypersexualität Psychose Verwirrtheit Psychose Verwirrtheit Dopaminerges Dysregulationssyndrom Punding Exzessive Tagesschläfrigkeit (Schlafattacken) Beinödeme Impulskontrollstörung Exzessive Tagesschläfrigkeit (Schlafattacken) Pleuropneumonale Fibrose Herzklappenfibrose Magenblutung Raynaud Phänomen Beinödeme Impulskontrollstörung Exzessive Tagesmüdigkeit (Schlafattacken) 10 Behandlung M Parkinson

11 Unerwünschte Nebenwirkungen der medikamentösen Parkinson Therapie Übersicht Substanz Motorisch Gastrointestinal Autonom Psychisch Andere COMT-Hemmer MAO.B Hemmer Selegilin /Rasagilin Amantadin Antichoniergika Dyskinesien Zunahme vorbestehender Dyskinesien Diarrhö Übelkeit Übelkeit (Selegilin) Übelkeit Erbrechen Obstipation Zunahme einer orthostatische Hypotension (Rasagilin) Mundtrockenheit Tachykardie Harnverhalt Erhöhung des Augeninnendrucks Psychose Verwirrtheit Selegilin : Psychose Verwirrtheit Hypersexualität Psychose Verwirrtheit Mnestische und kognitive Störungen Verwirrtheit Dunkle Färbung des Urins Tolcapon : Lebertoxizität Rasagilin : Kopfschmerzen Gewichtsabnahme Livedo Reticularis Knöchelödeme QT- Verlängerung (EKG) 11 Behandlung M Parkinson

12 Medikamentöse Behandlung des M. Parkinson (2/2) Therapie der Schlafstörungen Nächtliche Off-Phasen, frühmorgendliche Akinese: retardierte L-Dopa, Retard Dopaminagonist Durchschlafstörung, Insomnie: Mirtazapin, REM-Schlaf-Verhaltensstörung: Clonazepam Depressive Verstimmung Diverse Anti-depressiva Parkinson Psychose, Halluzinationen Adaptierung dopaminerge Medikation, u.u. Atypische Neuroleptika Parkinson Kognition, Demenz Actylcholinesterse inhibitor (Rivastigmin) Therapie der Obstipation Steigerung der Einnahme von Flüssigkeiten und Ballaststoffe. u..u Polyethylenglykol (Macrogol) Sialorrhö (Erhöhter Speichelfuss) Optimierung der dopaminergen Therapie, Anticholinergica wenn verträglich, lokale Injektionen von Botulinum- Toxin in die Speicheldrüsen Blasenfunktionstörung (Dranginkontinenz) Trospiumchlorid, Darifenacin, Solifenacin Störung männlicher Sexualfunktion Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil 12 Behandlung M Parkinson

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