Bedarf neuer Psychopharmaka aus Sicht psychiatrischpsychosomatischer. Univ.-Prof. Dr.med.Dipl.-Psych.Gerd Laux Wasserburg-Gabersee/München

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1 Bedarf neuer Psychopharmaka aus Sicht psychiatrischpsychosomatischer Versorgungskliniken Univ.-Prof. Dr.med.Dipl.-Psych.Gerd Laux Wasserburg-Gabersee/München

2 Hamburg Köln/Bonn Berlin Frankfurt/Main München Wasserburg a. Inn Salzburg

3 Kliniken des Bezirks Oberbayern kbo

4 ,6 11,6 TOP 6 - Diagnosen kbo-inn-salzach-klinikum 2001 vs ,8 29,4 22,5 23,5 17,1 13,3 8,1 10,8 4,5 4,4 F1 Abhängigkeiten F2 Schizophrenien F3 Affektive Störungen F4 Neurotische-/ Belastungs-Störungen F6 Persönlichkeitsstörungen Prozent Hauptdiagnosen bei Entlassung aus stationärer Behandlung 2001 N = N = 8170 F0 Demenzen

5 Verordnungsmuster psychotroper Medikamente in der stationären Psychiatrie Analyse der AGATE-Stichtagserhebungen 2008 bis 2010 SANDER, LAUX et al Psychopharmakotherapie 2012; 19: : N = : N = : N = 14035

6 Epidemiologie 2.-3.häufigste Einsatzursache für Notarzt (ca. 12%) Alkoholintoxikationen Erregungszustände Suizidversuche Ca. 15% der Patienten in allgemeinen, interdisziplinären Notaufnahmen weisen psychische Störungen auf Häufiger stationärer Aufnahmegrund

7 Häufige psychiatrische Notfälle Erregungszustände Akute Suizidalität Panikstörung Delir/Verwirrtheitszustände Stupor/Katatonie Psychopharmakainduzierte Notfälle Drogen-Notfälle

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10 Suizidalität - Therapie - Medikamentöse Sedierung Benzodiazepin sed. Antidepressivum Antipsychotikum Antisuizidale Wirkung? Nachsorge (Rückfallgefährdung ca. 25% erneuter SV Selbsthilfegruppen binnen 2 Jahren!)

11 Akute Angst- und Panikstörung Akutkupierung einer Panikattacke: Alprazolam, Diazepam, Lorazepam ( Abhängigkeitsrisiko) Einstellung auf SSRI oder SNRI Neue Anxiolytika? Entspannungsverfahren Verhaltenstherapie Expositionsverfahren

12 Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD) Debriefing negativ Selbstheilungskräfte Benzodiazepine negativ Neuer Ansatz: Hydrocortison Molekulare Gedächtnisprozess-Forschung D-Cycloserin (?)

13 Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD)

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15 Bedarf nach Anwendung Akuttherapie Rascherer Wirkungseintritt Antidepressiva Langzeittherapie Verträglichkeit Angesichts Überalterung und Multimorbidität geringes Interaktionspotenzial Seniorengerechte Applikationsformen

16 Non-Adhärenz gegenüber der Medikation Schon 6 bis 12 Monate zeigen bis zu 50 % aller Schizophrenie-Patienten eine nicht ausreichende Adhärenz 4 1. Dolder et al. Am J Psychiatry 2002; 161: Weiden et al. J Clin Psychiatry 2009; Suppl Weiden et al. Psychiatr Serv. 1995; 46: Osterberg L et al., N Engl J 2005; 353: Lambert und Naber. Pharmakotherapie der Schizophrenie. Thieme-Verlag 2009.

17 Mangelnde Adhärenz zeigt weitreichende medizinische Auswirkungen Nicht adhärentes Verhalten führt zu weiteren Belastungen der Betroffenen, der Angehörigen und der Kostenträger Die Verschlechterung der Erkrankung ist verbunden mit einer Absenkung der funktionalen und sozialen Fähigkeiten, sowie einer sinkenden Lebensqualität 1. Osterberg et al., N Engl J 2005; 353: Robinson et al., Arch Gen Psychiatry 1999; 56(3): Lieberman et al., Psychiatr Serv 2008; 59(5): Reichhart, Kissling. M&B 2010; 1:(2) August 2010: 19-22

18 Bedarf nach Anwendung (2) Depot-Antidepressivum (Adhärenz Compliance) Depot-Antipsychotikum (Langzeit) Alkoholismus-Rückfallverhütung

19 Häufigere Diagnosen ohne Psychopharmaka-Zulassung Borderline -Persönlichkeitsstörung Schizoaffektive Psychose Impulskontrollstörung Spielsucht Nicht-Alzheimer-Demenzen

20 Häufigere Diagnosen ohne Psychopharmaka-Zulassung Dissoziative Störungen (Konversionsstörungen) Somatoforme Störungen (Somatisierungsstörung, Fibromyalgie, chronisches Müdigkeitssyndrom CFS, Hypochondrie) Kinder- und Jugendpsychiatrie, z.b. Autismus (tief greifende Entwicklungsstörungen)

21 Folgen des neuen Entgeltsystems Pauschalierendes Entgeltsystem in Psychiatrie und Psychosomatik (PEPP) Verweildauerverkürzung stationär (degressive Vergütung) Vergütungsanreize für bestimmte Krankheiten/Störungen Erhöhter Druck auf effektive und effiziente Pharmakotherapie

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