ZIELE, INHALTE, METHODEN UND ABLAUFSCHRITTE

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1 Qualitätsentwicklung in Wohnstätten mit dem Instrument LEWO II Qualifizierung von ModeratorInnen ZIELE, INHALTE, METHODEN UND ABLAUFSCHRITTE der 3. LEWO-Moderatorenschulung 2003/2004 1

2 KONZEPTION DER MODERATORINNENSCHULUNG LEWO Die Schulung für eine ModeratorInnentätigkeit zur Arbeit mit dem Qualitätsentwicklungsinstrument LEWO soll den TeilnehmerInnen Kenntnisse über Grundlagen, Ziele, Aufgaben und Methoden einer fachlich fundierten Qualitätsentwicklung in Wohneinrichtungen für Menschen mit einer geistigen Behinderung vermitteln und sie dazu befähigen, eigenständig und kompetent mit diesem Instrument in seinen verschiedenen Anwendungsvarianten zu arbeiten. Die TeilnehmerInnen lernen dazu den theoretischen Bezugsrahmen, den Aufbau, die Inhalte und Einsatzmöglichkeiten des Instruments kennen und werden dazu befähigt, die im LEWO-Konzept vorgesehene Funktion der ModeratorIn wahrzunehmen. Die TeilnehmerInnen erhalten fundierte Informationen über die aktuellen sozialpolitischen und gesetzlichen Neuerungen im Kontext der sozialen Rehabilitation, die verschiedenen Ansätze zur Bestimmung des Qualitätsbegriffes und die Relevanz der maßgeblichen Instrumente zur Qualitätssicherung in der sozialen Rehabilitation sowie über die Bedeutung der neuen fachlichen Leitlinien der Behindertenhilfe, die gegenwärtig unter dem Stichwort Von der Versorgung zur Unterstützung die fachliche Diskussion bestimmen. Durch die praxisorientierte Auseinandersetzung mit verschiedenen Konzepten und Verfahren der Organisationsentwicklung unter dem Gesichtspunkt der Qualität der Dienste und Leistungen werden die TeilnehmerInnen dazu qualifiziert, in ihren eigenen Einrichtungen Prozesse des Qualitätsmanagements zu initiieren und kompetent mitzugestalten. Das Fortbildungsangebot umfasst Theorie- und Praxisanteile: Neben der Qualifizierung für die Moderationstätigkeit in Seminarform werden die TeilnehmerInnen angeleitet, eine Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung mit dem Instrument LEWO zu evaluieren. Nach dem Prinzip der kollegialen Beratung sind sie dabei zunächst nicht in der eigenen Wohnstätte, sondern in der Einrichtung eines/einer anderen TeilnehmerIn der LEWO-Moderatorenschulung tätig. Die beteiligten Einrichtungen haben zusätzlich die Möglichkeit, auf begleitende Beratung des Zentrums für Planung und Evaluation Sozialer Dienste zurückzugreifen. Im Rahmen des Fortbildungsangebotes wird als Ergebnis der praktischen Arbeit für jede der beteiligten Einrichtungen ein Qualitätsbericht erstellt, der! Auskunft über die Stärken und Schwachstellen der Angebote und Leistungen gibt, die in der unterschiedlichen Wohneinheit erbracht werden;! den maßgeblichen Entwicklungsbedarf der Wohneinheit beschreibt;! im Sinne eines strategischen Controllings die Festlegung und Überprüfung fachlicher Zielperspektiven ermöglicht und! gegenüber den Kostenträgern die Durchführung von internen Maßnahmen zur Qualitätssicherung und entwicklung dokumentiert. 2

3 Im einzelnen enthält die Moderatorenschulung folgende Elemente 1. Qualifizierung für die Moderationstätigkeit in vier Schulungseinheiten 2. Projektbegleitende Supervision 3. Auswertung der Moderationstätigkeit und der Fortbildung im Rahmen einer abschließenden öffentlichen Tagung Qualifikationen und Kenntnisse für die erste Schulungseinheit ( ) Den Schwerpunkt der ersten Einheit der Moderatorenschulung bilden die theoretischen Grundlagen und die Einführung in die praktische Arbeit mit dem Qualitätsentwicklungsinstrument LEWO. Die TeilnehmerInnen können nach Abschluss der ersten Schulungseinheit 1.) die Anwendung des Instruments LEWO in einer Wohneinheit/Wohngruppe planen und vorbereiten und 2.) das Instrument LEWO in wohnbezogenen Diensten einführen.! Gegenstand, Aufgaben und Dimensionen der sozialen Rehabilitation! Verschiedene Menschenbilder von Menschen mit geistiger Behinderung! Die Bedeutung der Grundbedürfnisse und sozialen Beziehungen für die Arbeit in wohnbezogenen Diensten! Konzepte der Behindertenhilfe als theoretische Grundlagen des Instruments LEWO, u.a. Aufwertung sozialer Rollen, Normalisierungsprinzip, Assistenzkonzept! Den Aufbau des Instruments: die Aufgabenfelder, Gegenstandsbereiche und Indikatoren, die Fragebögen zur Erhebung der angebots- und nutzerbezogenen Strukturdaten! Die heranzuziehenden Kriterien für die Auswahl der Gegenstandsbereiche! Den idealtypischen Ablauf einer Evaluation mit LEWO, die Aufgaben der Steuergruppe und des Evaluationsteams, die Methoden der Erkundung, Informationssammlung und Dokumentation sowie das Verfahren zur Einschätzung und Diskussion der Indikatoren! Die grundlegenden fachlichen Leitlinien von LEWO, ihre Herkunft und Bedeutung! Das Dienstleistungs- und Unterstützungskonzept als neue Leitlinie in der Behindertenhilfe! Zentrale Grundbegriffe des Qualitätsdiskurses (Definitionen, Dimensionen von Qualität, TQM, DIN ISO)! Funktionen und Probleme von Qualitätssicherung und entwicklung in der sozialen Rehabilitation von Menschen mit Behinderungen! Spezifische Aufgaben der Moderation im Rahmen einer Evaluation mit LEWO 3

4 Qualifikationen und Kenntnisse für die zweite Schulungseinheit ( ) Den Schwerpunkt der zweiten Einheit der Moderatorenschulung bildet die Vertiefung der inhaltlichen und methodischen Kenntnisse des Instruments LEWO und die Anleitung/Moderation einer Evaluation in der Institution. Die TeilnehmerInnen können nach Abschluss der zweiten Schulungseinheit 1.) das Instrument LEWO in wohnbezogenen Diensten vollständig und flexibel einsetzen und für die Qualitätsentwicklung der Angebote und Leistungen einer Einrichtung verfügbar machen und 2.) ihre Aufgaben und ihre Rolle als ModeratorInnen und BeraterInnen des Evaluationsteams kompetent wahrnehmen und kritisch reflektieren.! die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten des Instruments in der Evaluation, Planung, Konzeptualisierung und Fortbildung;! die Kriterien für die verschiedenen Anwendungsoptionen;! Techniken zur Moderation von Gruppen und zum Umgang mit Konflikten;! aktivierende Verfahren zur Einbeziehung von NutzerInnen im Evaluationsteam;! Techniken zur Auswertung von Gruppenprozessen;! Verfahren der Datenerhebung, -dokumentation und -auswertung;! verschiedene Präsentationstechniken;! ein Verfahren zur effektiven Protokollführung und zur Abfassung des Qualitätsberichts;! die Kriterien zur Bestimmung des vorrangigen Unterstützungs- und Veränderungsbedarfs sowie zur Aufstellung eines Aktionsplans für die untersuchte Wohneinheit;! die Spezifika und Probleme der Organisation institutioneller Angebote und Hilfen;! die Grundlagen gruppendynamischer Prozesse und von Teamentwicklung;! die Rolle der Fachkräfte in wohnbezogenen Diensten (berufliche Sozialisation, Einarbeitung, Qualifizierung, Beziehungen zu KollegInnen, NutzerInnen, Angehörigen, Öffentlichkeit);! die Möglichkeiten und Formen partizipativer Arbeit in Organisationen;! verschiedene Ansätze und Verfahren der Organisationsentwicklung;! die Funktion und die Methoden externer Beratung. Qualifikationen und Kenntnisse für die dritte Schulungseinheit ( ) Den Schwerpunkt der dritten Einheit der Moderatorenschulung bildet die Vermittlung des sozialpolitischen Hintergrunds der Qualitätsdebatte und die Einordnung des Instruments LEWO in den Kontext der unterschiedlichen Ansätze der Organisationsentwicklung. 4

5 Die TeilnehmerInnen können nach Abschluss der dritten Schulungseinheit 1.) die sozialpolitischen Hintergründe und Entwicklungen hinsichtlich der sozialen Rehabilitation von Menschen mit Behinderungen kritisch bewerten und 2.) die Möglichkeiten und Grenzen fachlich orientierter Qualitätsentwicklung durch Arbeitsformen der Evaluation und Selbstevaluation realistisch einschätzen.! den gesellschaftlichen und sozialpolitischen Kontext des Qualitätsdiskurses;! die sozialrechtlichen Bestimmungen des 93 BSHG und ihre Auswirkungen auf sozialrehabilitative Dienste;! die Grundlagen eines fachlich orientierten Qualitätsmanagements;! die Grundlagen der Evaluation von sozialen Diensten und Programmen;! die spezifischen Anforderungen an ein qualifiziertes Handeln in fremden Institutionen;! verschiedene fachliche Konzepte der Qualitätsentwicklung in der sozialen Arbeit;! aktuelle Konzepte und Instrumente der Qualitätssicherung und entwicklung in der Behindertenhilfe;! Prüfsteine für einen fachgerechten Einsatz verschiedener Instrumente und Verfahren. Qualifikationen und Kenntnisse für die vierte Schulungseinheit ( ) Den Schwerpunkt der vierten Einheit bildet die systematische Auswertung von Evaluationsprozessen, die Präsentation der durchgeführten praktischen Anwendungen des Instrumentes, die Reflexion des eigenen Lernprozesses und die Sicherung des Transfers in der Praxis. Die TeilnehmerInnen kennen dazu! verschiedene methodische Ansätze qualitätsbezogener Organisationsentwicklung;! Funktionen und Methoden der externen Beratung;! Ansätze zur Transfersicherung in der Praxis;! verschiedene Formen der Auswertung komplexer Lernprozesse. Die in der Moderatorenschulung erworbene Qualifikation wird bei erfolgreicher Teilnahme durch das Zentrum für Planung und Evaluation Sozialer Dienste (ZPE) der Universität Siegen mit einem ausführlichen Zertifikat bescheinigt. Grundlage hierfür ist die kontinuierliche Teilnahme an allen Veranstaltungsblöcken und die Erarbeitung eines Qualitätsberichtes zu der von jeder TeilnehmerIn unter Anleitung durchzuführenden Evaluation eines wohnbezogenen Dienstes. 5

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