Geschäftsbericht CHG-MERIDIAN Deutsche Computer Leasing AG

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1 Geschäftsbericht 2010 Deutsche Computer Leasing AG

2 Symbol des Wachstums Eine wichtige Ertragskomponente der -Gruppe ist die Wiederverwertung von gebrauchten Hardware-Komponenten. Um den steigenden Volumina gerecht zu werden der Konzern verwaltet weltweit etwa 2,5 Millionen Endgeräte wurde im November 2010 in Groß-Gerau (Hessen/Deutschland) ein neues Technologie- und Servicezentrum bezogen. Bis zu Geräte können in dem Quadratmeter großen Bau jährlich aufbereitet werden hauptsächlich Computer, Drucker und Bildschirme, die für den Weiterverkauf in Deutschland und auch ins Ausland, wie zum Beispiel Nordafrika und Osteuropa, bestimmt sind. Weiterhin werden IT-nahe Services wie die sichere Datenlöschung angeboten. Wegen der verkehrsgünstigen Lage an der Autobahn A 67 nutzt die den Neubau auch als Kommunikationszentrum für den Austausch mit Kunden im In- und Ausland. 1 Mit den Impressionen aus dem neuen Technologie- und Servicezentrum möchten wir Ihnen diese wichtige Investition in unser Kerngeschäft auf den folgenden Seiten vorstellen. Der Bau symbolisiert eindrucksvoll die konsequente Wachstumsstrategie der, die sich in den guten Zahlen des Geschäftsjahres 2010 widerspiegelt.

3 Jahresüberblick 2 konzernzahlen Leasing-/Provisionserträge in TEUR Neuinvestitionsvolumen in TEUR Konzernjahresüberschuss in TEUR Konzernbilanzgewinn in TEUR Bilanzsumme in TEUR Eigenkapital in TEUR Mitarbeiter

4 INHALTSVERZEICHNIS geschäftsbericht KonzernlageberichT Allgemeiner Überblick Eckpunkte des Geschäftsjahres Konjunkturelles Umfeld Branchenentwicklung Geschäftslage des Konzerns Neuinvestitionsvolumen im Leasinggeschäft Finanzierung Gesellschaftsrechtliche Struktur und Organisation des Konzerns Technologie- und Servicezentrum Personal- und Mitarbeiterstrukturen Betriebswirtschaftliche Kennzahlen Bericht zur Ertragslage Bericht zur Vermögens- und Finanzlage Chancen- und Risikobericht Chanceneinschätzung Risikoeinschätzung Zusammenfassende Darstellung Nachtragsbericht Prognosebericht 35 2 KonzernBILANZ 39 3 konzerngewinn- und -verlustrechnung 42 4 Konzernanhang 45 5 entwicklung des Konzernanlagevermögens 69 6 kapitalflussrechnung 72 7 eigenkapitalspiegel 75 8 bestätigungsvermerk 77 3 chg-meridian Deutsche Computer Leasing AG 9 geschäftsentwicklung BILANZ gewinn- und verlustrechnung 94 chg-meridian ganz nah 12 Hauptsitz und niederlassungen Kontakt 100

5 4 Blick in die Produktion

6 1 I konzernlagebericht 5

7 1 I KONZERNLAGEBERICHT 1.1 Allgemeiner Überblick Eckpunkte des Geschäftsjahres Die -Gruppe zählt zu den weltweit führenden hersteller- und bankenunabhängigen Anbietern von IT-Leasing und Dienstleistungen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie. Das Geschäftsmodell liefert ein maßgeschneidertes kundenorientiertes Full-Service-Angebot von der Finanzierung bis zur Planung und Realisierung von komplexen IT-Projekten. Wichtiges Kernelement ist das webbasierte Asset Management. Der Aufschwung nach der tiefsten wirtschaftlichen Rezession seit der Nachkriegszeit hat sich in der Leasingbranche bisher nicht in vollem Umfang bemerkbar gemacht. 1 Dennoch konnte die -Gruppe ihre führende Marktstellung als hersteller- und bankenunabhängiges IT-Leasing- und IT-Dienstleistungsunternehmen im Geschäftsjahr 2010 weiter festigen. Eine konservative Finanzierungspolitik sowie ein qualitativ hochwertiges Leasingportfolio mit geringen Restwerten, gepaart mit einem gegenüber dem Vorjahr verbesserten Neuinvestitionsvolumen, trugen in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld zur Steigerung der wirtschaftlichen Substanz bei. Marktstellung Die -Gruppe konnte im Geschäftsjahr 2010 den bisher höchsten Konzernjahresüberschuss ihrer Firmengeschichte mit EUR 38,1 Mio. erwirtschaften, was einer Steigerung gegenüber der bisherigen Höchstmarke aus 2009 um 62,7 % entspricht. Hierzu beigetragen hat vorwiegend die Steigerung des betriebswirtschaftlichen Gesamtergebnisses, welches sich im Wesentlichen aus dem Deckungsbeitrag neu abgeschlossener Leasingverträge und Mietverlängerungen ergibt. Konzernergebnis Die wesentlichen Kennzahlen der Konzerngewinn- und -verlustrechnung sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt: 2 in TEUR Veränderung in % GuV-Kennzahlen 2 Leasingergebnis ,6 Zinsergebnis ,7 Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit ,6 Konzernjahresüberschuss ,7 Nach wie vor trägt die Konzernmutter Deutsche Computer Leasing AG, Weingarten (im Folgenden auch kurz AG ) den größten Anteil zum betriebswirtschaftlichen Erfolg der Gruppe bei. So konnte die AG im Geschäftsjahr 2010 ihren Jahresüberschuss 3 um 68,0 % steigern. Die Auslandsgesellschaften hingegen hielten ihr betriebswirtschaftliches Ergebnis nahezu konstant. 1 Vgl. Martin Mudersbach, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) in einer Pressemitteilung, Definiert als Summe der Leasingerträge, Leasingaufwendungen sowie Abschreibungen und Wertberichtigungen auf das Leasingvermögen. 3 Bereinigt um Konsolidierungseffekte.

8 1 I KONZERNLAGEBERICHT Entwicklung Neuinvestitionsvolumen Die in den vergangenen Jahren verfolgte Expansions- und Internationalisierungsstrategie hat im Geschäftsjahr 2010 für die Entwicklung der Unternehmensgruppe weiter an Bedeutung gewonnen. Die AG ist zwar nach wie vor die größte Gesellschaft der Firmengruppe, jedoch tragen die Auslandsgesellschaften einen immer größeren Anteil zum nachhaltigen Erfolg der Unternehmensgruppe bei. Ausdruck dieser Entwicklung ist der kontinuierliche Anstieg, den das Ausland zum Gesamtneuinvestitionsvolumen der Unternehmensgruppe beisteuert. So wurden im Geschäftsjahr 2010 rund 47,9 % (i. Vj. 45,0 %) des Gesamtneuinvestitionsvolumens außerhalb des deutschen Marktes erzielt. Dies resultiert im Wesentlichen aus der Entwicklung der US-amerikanischen und mexikanischen Gesellschaften, die ihr Neuinvestitionsvolumen zusammen auf EUR 104,5 Mio. vervierfachen konnten. 7 Die auf kundenspezifische Anforderungen zugeschnittenen innovativen IT-Lösungsansätze entlang des gesamten IT-Lebenszyklus sind hierbei auch in den Auslandsmärkten zunehmend erfolgreich. Gleichwohl ist der Entwicklungsprozess noch längst nicht abgeschlossen. Internationalisierung Die AG ist unverändert mit Tochtergesellschaften in 18 Ländern vertreten. Akquisitionen wurden im Geschäftsjahr 2010 nicht durchgeführt, weitere strategisch sinnvolle Zukäufe im Leasing- und Servicegeschäft werden derzeit geprüft. Im Geschäftsjahr 2010 wurde die Integration der in 2009 getätigten Akquisitionen der El Camino Resources International Inc., Los Angeles/USA, und der hiermit verbundenen Beteiligung an der El Camino Resources Mexico S.A. de C.V., Mexiko-Stadt/Mexiko, weiter vorangetrieben. Die Aufnahme der operativen Tätigkeit auf dem brasilianischen Leasingmarkt ist für 2011 geplant Konjunkturelles Umfeld Die Weltwirtschaft hat sich nach ihrer schwersten Krise seit der Nachkriegszeit im Geschäftsjahr 2010 wieder deutlich erholt. Die starke Belebung der Wirtschaftsleistung manifestiert sich in einem deutlichen Anstieg des realen BIP. Das reale BIP als wesentlicher Konjunkturindikator erhöhte sich im Geschäftsjahr 2010 weltweit um rund 4,5 % gegenüber dem Vorjahr, nachdem es im Geschäftsjahr 2009 noch einen Rückgang von 0,7 % zu verzeichnen hatte. Folgende Darstellung aus der EU-Kommissionsprognose Herbst 2010 gibt die Entwicklung des weltweiten Wirtschaftswachstums anhand des realen BIP wider: Entwicklung des realen BIP 6,0 4,0 4,5 3,7 4,8 2,0 1,8 1,8 2,0 1,6 2, , ,0-4,0-6,0 Weltweit -0,7 EU -4,2 Deutschland -4,7 Großbritanien -5,0 Belgien -2,8 Frankreich -2,6 Mexiko -6,5 USA -2,7-8,0

9 1 I KONZERNLAGEBERICHT 8 Die insgesamt äußerst positive Entwicklung fällt jedoch regional und branchenspezifisch recht unterschiedlich aus. So stellt sich die Entwicklung des BIP in der für die -Gruppe wesentlichen Märkte, die Europäische Union sowie die Länder USA und Mexiko, teilweise verhaltener dar. Während die deutsche und mexikanische Wirtschaft im Geschäftsjahr mit der Weltwirtschaft Schritt halten konnte, hat die Konjunktur unter anderem in Großbritannien und Frankreich kaum Fahrt aufnehmen können. Das BIP der Europäischen Union steigerte sich um ca. 1,8 %, nachdem es sich im Jahr 2009 um 4,2 % verringert hatte. Etwas positiver sieht die Situation in den USA und Mexiko aus. In den USA hat sich das BIP nach einer Reduktion in 2009 um 2,7 % in 2010 wieder um 2,7 % erhöht. Mexiko hatte einen Einbruch des BIP in 2009 um 6,5 % zu verzeichnen, konnte jedoch im Geschäftsjahr 2010 mit einer Steigerung des BIP um 4,8 % eine deutliche Erholung des Bruttoinlandsprodukts verbuchen. Deutschland verzeichnete einen Zuwachs des realen BIP i.h.v. 3,7 % (i. Vj. Rückgang um 4,7 %) und hat die Finanzmarktkrise damit gut überwunden. Der wirtschaftliche Aufschwung hatte im Geschäftsjahr 2010 zwar einen positiven Einfluss auf die Insolvenzstatistik, die Rezession wirkte jedoch bis Mitte des Jahres noch belastend auf das Insolvenzgeschehen zahlreicher Länder Europas. Das Jahr 2009 markierte einen Höchststand bei den Unternehmensinsolvenzen. In Westeuropa (EU-15 Staaten plus Norwegen und Schweiz) mussten Unternehmen Insolvenz anmelden, was einer Steigerung von 19,1 % gegenüber dem Vorjahr entsprach. Die Unternehmensinsolvenzen reduzierten sich in Westeuropa im Geschäftsjahr 2010 lediglich um 1,4 % und bildeten damit noch den zweithöchsten Stand der letzten zehn Jahre. 4 Bei der -Gruppe hat sich die Zahl der ausstehenden Mietraten, die von einer Kundeninsolvenz betroffen sind, in 2010 um 58,7 % gegenüber dem Vorjahr reduziert. Dieser überdurchschnittliche Rückgang bekräftigt die Strategie der -Gruppe, Leasingverträge nur mit bonitätsstarken Kunden abzuschließen. Die Nettoausfallquote 5 des Konzerns ist mit deutlich unter 1,0 % weiterhin auf niedrigem Niveau. Die Recovery Rate, definiert als Verhältnis erzielter Erlöse aus der Verwertung zu noch ausstehenden Barwerten der Leasingraten, liegt bei über 50 %. Für 2011 wird ein deutlicher Rückgang der Unternehmensinsolvenzen erwartet Branchenentwicklung Gemäß einer Studie der International Data Corporation (IDC) haben die IT-Investitionen der weltweit 25 wichtigsten Länder im Geschäftsjahr 2010 um 2,7 % zugenommen. Die für die -Gruppe wesentlichen Länder entwickelten sich wie folgt: Entwicklung im IT-Markt in Mio. EUR Veränderung in % IT-Investitionen Deutschland ,1 Großbritannien ,6 Belgien ,2 Frankreich ,1 Mexiko ,4 USA ,7 4 Siehe Insolvenzen in Europa, Jahr 2010/11, Creditreform, S Definiert als das Verhältnis der im Zeitpunkt der Insolvenz ausgefallenen zukünftigen barwertigen Mietraten inklusive rückständiger Mietraten abzüglich Sicherheiten und Nachvermarktungserlöse zu Leasingportfolio.

10 1 I KONZERNLAGEBERICHT Die Zahlen verdeutlichen, dass sich die IT-Investitionen im Geschäftsjahr 2010 im Verhältnis zum BIP nur geringfügig steigerten. In Großbritannien sowie Frankreich ist sogar ein Rückgang der IT-Investitionen im Vergleich zum Vorjahr erkennbar. Lediglich Mexiko (+3,4 %) und die USA (+2,7 %) haben deutliche Zuwächse der IT-Investitionen zu verzeichnen. Entwicklung des Mobilien-Leasing- Marktes Über die Entwicklung des für die -Gruppe relevanten Mobilien-Leasingmarktes stehen nur sehr wenige aussagekräftige Daten zur Verfügung, da die statistische Erfassung der Leasingmärkte im Ausland unzureichend durchgeführt wird. Dies gilt insbesondere für die Länder, in denen Leasingfinanzierungen bislang noch unterrepräsentiert sind. Als wesentlicher Konjunkturindikator der Leasingbranche erhöhten sich die Ausrüstungsinvestitionen in Deutschland von EUR 154,7 Mrd. in 2009 auf EUR 167,5 Mrd. im Geschäftsjahr Im Geschäftsjahr 2008, das in Deutschland dem Niveau vor der Finanzmarktkrise entspricht, betrugen die Ausrüstungsinvestitionen jedoch EUR 201,6 Mrd., so dass die aktuellen Investitionen einer Reduzierung von 16,9 % im Vergleich zum Wert vor der Krise entsprechen. 6 Obwohl die Investitionsbereitschaft zahlreicher Unternehmen gestiegen ist, führen restriktivere Finanzierungsanforderungen seitens der Banken gerade für den Mittelstand zur Zurückstellung von Investitionen. 7 9 Vorläufige Statistiken der Europäischen Kommission für das Jahr 2010 deuten ebenfalls darauf hin, dass sich die Bruttoinvestitionen auf europäischer Ebene unterproportional zum BIP entwickelt haben, was sich an der verringerten Investitionsquote 8 i.h.v. 18,6 % (i. Vj. 19,1 %) widerspiegelt. Im ersten Quartal lagen die Bruttoinvestitionen der EU noch um 5,0 % unter dem vergleichbaren Vorjahreswert. Erst im zweiten Halbjahr steigerten sich die Bruttoinvestitionen innerhalb der EU im Vergleich zum Vorjahr. 9 Die vorläufigen Marktdaten des Verbandes Leaseurope zeigen, dass Leasinggesellschaften europaweit erst im zweiten Halbjahr Steigerungen des Neuinvestitionsvolumens im Vergleich zum Vorjahr realisieren konnten. Dies zeigt, dass sich der Wirtschaftsaufschwung in 2010 noch nicht vollständig in der Leasingbranche bemerkbar gemacht hat. 10 Das Wachstum des Leasingmarktes wird generell durch zwei Entwicklungen getragen: Neben der reinen Finanzierungsfunktion hat sich das IT-Leasing hin zum Projektgeschäft entwickelt, bei dem die Leasinggesellschaften im Rahmen eines Full-Service-Ansatzes den Kunden Gesamtlösungen aus einer Hand anbieten. Die Kosten für ein IT-Projekt werden hierdurch von vornherein kalkulierbarer und transparenter. Ein weiterer Mehrwert für den Kunden ergibt sich daraus, dass ihm lediglich ein Ansprechpartner für die Bereiche Finanzierung und Service zur Verfügung steht. Zusätzlich stellt Leasing durch die Zahlungsweise pay-as-you-earn gegenüber einer klassischen Mischfinanzierung von Investitionsgütern aus Eigenmitteln und Fremdkapital eine sehr liquiditätsschonende Finanzierungsalternative dar. 6 Siehe Statistisches Bundesamt 2011, Deutsche Wirtschaft 2010, Verwendung des BIP. 7 Vgl. Martin Mudersbach, Präsident des BDL in einer Pressemitteilung, Definiert als Verhältnis der Investitionen zum Bruttoinlandsprodukt. 9 Dazu Europäische Kommission, eurostat, volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen. 10 Siehe BDL-Leasing-News, S. 3, Ausgabe Dezember 2010.

11 1 I KONZERNLAGEBERICHT 1.2 Geschäftslage des Konzerns Neuinvestitionsvolumen im Leasinggeschäft 10 Das anhand der erhaltenen Eingangsrechnungen für vermietetes bzw. an Refinanzierungsinstitute verkauftes Equipment ermittelte Neuinvestitionsvolumen im Leasinggeschäft liegt bei der -Gruppe im Geschäftsjahr 2010 gemäß Management Reporting bei EUR 661,0 Mio. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Steigerung des Konzernneuinvestitionsvolumens um EUR 59,2 Mio. oder 9,8 %. Das Neuinvestitionsvolumen in der -Gruppe stellt sich wie folgt dar: Konzernneuinvestitionsvolumen in TEUR Abweichung in % Neuinvestitionsvolumen ,8 Deutschland ,0 Österreich ,0 Schweiz ,2 Großbritannien/Irland ,0 Niederlande ,3 Belgien ,5 Frankreich ,1 Spanien ,6 Italien ,9 Russland ,0 Polen ,2 Tschechische Republik/Slowakei ,8 Slowenien ,2 Mexiko (50 %-Anteil) ,7 USA ,1 Ursächlich für die Erhöhung des Neuinvestitionsvolumens ist überwiegend das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2010, da das Neuinvestitionsvolumen zum Ende des dritten Quartals noch 1,8 % unter dem korrespondierenden Vorjahreswert lag. Dies verdeutlicht, dass sich der Aufschwung nach der Finanzmarktkrise mit einer zeitlichen Verzögerung in der IT-Leasingbranche bemerkbar machte. Viele Firmen stärkten zunächst ihr Eigenkapital, bevor Investitionen getätigt wurden. Die stark nachlassende Investitionstätigkeit der Leasingnehmer während der Finanzmarktkrise hat sich im Geschäftsjahr 2010 daher unterproportional zum Wirtschaftswachstum entwickelt. Als Konsequenz der beschriebenen Entwicklung war auch das abgelaufene Geschäftsjahr der Unternehmensgruppe durch eine hohe Anzahl an Vertragsverlängerungen und -umstrukturierungen im Leasinggeschäft geprägt. Das Festhalten an der Strategie, Leasingverträge nur bei positiven Bonitätsprüfungen abzuschließen, führte zu Anfang des Jahres noch zu einer verhaltenen Entwicklung des Neugeschäftsvolumens. Der im Jahresverlauf stetige Anstieg der Ausrüstungsinvestitionen hatte dann eine sukzessive Ausweitung des Neuinvestitionsvolumens zur Folge.

12 1 I KONZERNLAGEBERICHT Entwicklung der Landesgesellschaften Das Neuinvestitionsvolumen erhöhte sich bei einer Reihe von ausländischen Tochtergesellschaften deutlich, so dass das Auslandsgeschäft für die -Gruppe stetig an Bedeutung gewinnt. Mittlerweile werden 47,9 % (i. Vj. 45,0 %) des Konzernneuinvestitionsvolumens von den ausländischen Tochtergesellschaften erwirtschaftet. Diese Tendenz zeigt, dass die systematische Ausweitung des Konzerns auf profitable Märkte zur Erschließung signifikanter Wachstumsquellen beigetragen hat. Besonders dynamisch gewachsen ist die -Gruppe im Geschäftsjahr 2010 auf dem US-amerikanischen, dem mexikanischen sowie dem russischen Markt. Den größten absoluten Zuwachs hat die US-amerikanische Tochtergesellschaft erzielt, die ihr Neuinvestitionsvolumen von EUR 5,7 Mio. auf EUR 44,7 Mio. steigern konnte. Die Verachtfachung des Neugeschäftes ist auf gezielte Investitionen in den Aufbau des Vertriebsbereichs sowie in die Infrastruktur zurückzuführen. 11 An der mexikanischen Gesellschaft CHG-El Camino S.A.P.I. de C.V., Mexiko-Stadt/ Mexiko, ist die AG mittelbar/unmittelbar zu 50 % beteiligt, weshalb nur die Hälfte des mexikanischen Neuinvestitionsvolumens dem Konzernneuinvestitionsvolumens zugerechnet wird. Nichtsdestotrotz hat die mexikanische Gesellschaft mit EUR 59,8 Mio., nach EUR 20,4 Mio. im Vorjahr, entscheidend zum Anstieg des Neugeschäfts beigetragen. Das Potential der Märkte in den USA sowie Mexiko ist nach wie vor groß, so dass Neugeschäftszuwächse im zweistelligen Millionenbereich für das kommende Geschäftsjahr erwartet werden. Nach EUR 0,8 Mio. in 2009 verzeichnete die Tochtergesellschaft in Russland im Geschäftsjahr 2010 ein Neuinvestitionsvolumen i.h.v. EUR 5,8 Mio. Damit ist sie mit einem Anteil am Neugeschäft von knapp 50 % die größte Landesgesellschaft auf dem osteuropäischen Markt. Neben den bereits genannten Landesgesellschaften, deren Zugehörigkeit zur Unternehmensgruppe noch relativ kurz ist, konnte auch die britische Tochtergesellschaft das Neugeschäft von EUR 43,6 Mio. auf EUR 55,0 Mio. steigern. Der Zuwachs wäre währungsbereinigt noch höher ausgefallen, da der Euro im Vergleich zum britischen Pfund im Geschäftsjahr 2010 durchschnittlich um 3,7 % abwertete. Die Tochtergesellschaften in Österreich, der Schweiz sowie den Niederlanden haben sich ebenfalls positiv entwickelt. Der Zuwachs in Österreich beträgt EUR 1,7 Mio. auf EUR 11,6 Mio., in der Schweiz EUR 4,0 Mio. auf EUR 8,5 Mio. und in den Niederlanden EUR 3,2 Mio. auf EUR 19,5 Mio. Die Neuinvestitionsvolumina des Vorjahres wurden in Belgien, Frankreich, Spanien, Italien, Polen, der Tschechischen Republik/Slowakei sowie Slowenien nicht erreicht. Belgien konnte ein Neuinvestitionsvolumen von EUR 48,5 Mio. erwirtschaften, die südeuropäischen Tochtergesellschaften (Frankreich, Spanien und Italien) erreichten EUR 57,2 Mio. und die drei osteuropäischen Tochtergesellschaften Polen, die Tschechische Republik/ Slowakei und Slowenien erzielten in Summe ein Neuinvestitionsvolumen i.h.v. EUR 5,9 Mio.

13 1 I KONZERNLAGEBERICHT 12 Die Landesgesellschaften in Belgien, Frankreich, der Tschechischen Republik sowie Slowenien hatten die deutlichsten Rückgänge beim Neuinvestitionsvolumen zu verzeichnen. Zum einen ist dies darauf zurückzuführen, dass das Vorjahr durch einzelne Großprojekte beeinflusst war. Zum anderen konnten Refinanzierungen in diesen Ländern aufgrund der restriktiven Finanzierungssituation zum Teil nicht in gewünschtem Umfang durchgeführt werden. Damit diese Gesellschaften wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren, wurden im Geschäftsjahr 2010 sowohl organisatorische als auch personelle Umstrukturierungen vorgenommen. Hieraus resultierende positive Impulse werden bereits im Geschäftsjahr 2011 erwartet. In Kundensituationen wurde zum Teil bewusst auf Neugeschäft verzichtet. So hat die -Gruppe von Geschäften Abstand genommen, die entweder zu risikoreich erschienen oder bei denen kein adäquates Risiko-/Chancenverhältnis gegeben war. Neugeschäft wurde ausschließlich mit refinanzierbaren Kunden bzw. Kunden mit Topbonitäten abgewickelt. Für den nachhaltigen Unternehmenserfolg ist es entscheidend, Neukunden zu gewinnen. Im Geschäftsjahr 2010 erwirtschaftete die Unternehmensgruppe mit Neukunden ein Neuinvestitionsvolumen i.h.v. EUR 191,2 Mio. Gegenüber des in dieser Hinsicht starken Vorjahrs bedeutet dies eine Reduzierung um EUR 34,7 Mio. oder 15,4 %. Mit einer Neukundenquote von 28,9 % (i. Vj. 37,5 %) wurde das Niveau des Geschäftsjahres 2008 erreicht. Der Rückgang der Neukundenquote resultiert vorwiegend aus der Entwicklung der belgischen Gesellschaft, die eine Verringerung des Neugeschäfts mit Neukunden um EUR 56,1 Mio. auf EUR 1,5 Mio. zu verzeichnen hatte. Dies ist im Wesentlichen auf einen Großdeal mit einem Neukunden in Belgien im Geschäftsjahr 2009 zurückzuführen. Neukundenquote Finanzierung Im Zuge der Finanzmarktkrise klagten zahlreiche Leasinggesellschaften über Schwierigkeiten bei der Refinanzierung, wodurch rund die Hälfte der Leasinggesellschaften laut Angaben des BDL auf Neugeschäft verzichten musste. Höhere Anforderungen der Kreditinstitute an Sicherheiten sowie höhere Risikoaufschläge, eine verlängerte Kreditbearbeitungsdauer und ein Rückgang der Refinanzierungspartner stellten laut einer Umfrage des BDL die größten Probleme bei der Refinanzierung dar. Ursächlich hierfür waren weniger Forderungsausfälle oder Profitabilitätsprobleme der Leasinggesellschaften als vielmehr die Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Banken, die Ertragseinbrüche erlitten, neue Auflagen seitens der EU-Kommission sowie des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) erhielten und sich in Folge dessen auf ein reduziertes Spektrum an Kerngeschäftsfeldern konzentrierten. Im Geschäftsjahr 2010 ist eine deutliche Entspannung auf der Refinanzierungsseite festzustellen. 11 Finanzierungsumfeld Die -Gruppe war weder im Krisenjahr 2009 noch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 wesentlich von den Refinanzierungsschwierigkeiten betroffen. Refinanzierungspartner, welche sich aufgrund der Finanzmarktkrise von der Refinanzierung zurückgezogen haben, kehren teilweise zurück. Bestehende Darlehenslinien wurden verlängert und in nennenswertem Umfang erhöht. Daneben war es auch möglich, eine Reihe neuer Finanzierungspartner zu gewinnen, sowohl für die Darlehensfinanzierungen als auch für regressfreie Finanzierungslösungen. 11 Dazu BDL-Jahresbericht 2009/10, Refinanzierungsbedingungen gute Gründe für eine Entspannung, S. 38.

14 1 I KONZERNLAGEBERICHT Finanzierungsstruktur Wenngleich die Refinanzierungssituation für zahlreiche Leasinggesellschaften im Geschäftsjahr 2010 weiterhin problematisch war, konnte die -Gruppe bei 64 (i. Vj. 48) verschiedenen Refinanzierungspartnern 81,0 % (i. Vj. 91,5 %) des Neuinvestitionsvolumens über regresslose Finanzierungsinstrumente refinanzieren. Der Anstieg der Refinanzierungspartner ist vorwiegend auf die britische, mexikanische und US-amerikanische Landesgesellschaft zurückzuführen, deren starkes Wachstum zu einer Erhöhung der Refinanzierungspartner führte. Das Bestreben der restlichen Landesgesellschaften der -Gruppe, die stabilen, langjährigen Geschäftsverbindungen zu den Refinanzierungspartnern weiterzuentwickeln und zu vertiefen, hat sich im Geschäftsjahr 2010 bezahlt gemacht und die Anzahl der Refinanzierungspartner auf einem hohen Niveau konstant gehalten. Die nach wie vor sehr gute Forfaitierungsquote verdeutlicht die überdurchschnittlichen Bonitäten der CHG-Kunden sowie das hohe Vertrauen, welches der -Gruppe seitens der Refinanzierungspartner entgegengebracht wird. Der Rückgang der Forfaitierungsquote resultiert aus der Finanzierungsstrategie der -Gruppe im Geschäftsjahr 2010, über eine stärkere Darlehensfinanzierung Synergie- und Margeneffekte zu heben. 13 Entwicklung in den einzelnen Landesgesellschaften In Deutschland, Österreich, Belgien und der Schweiz werden die zukünftigen Forderungen überwiegend regresslos verkauft (Forfaitierung). Im Geschäftsjahr 2010 wurden in den genannten Ländern Finanzierungen mit einem Auszahlungsvolumen von EUR 318,6 Mio. (i. Vj. EUR 364,3 Mio.) forfaitiert. In Deutschland wurden im Geschäftsjahr 2010 Finanzierungen bei 22 (i. Vj. 21) verschiedenen Finanzierungspartnern platziert. Wenngleich die Refinanzierungssituation für viele Leasinggesellschaften insgesamt nicht leicht war, konnte die -Gruppe in Deutschland eine Forfaitierungsquote (definiert als Verhältnis des Auszahlungsvolumens der regressfreien Finanzierungen zum Neuinvestitionsvolumen im Geschäftsjahr) von rund 79,3 % (i. Vj. 84,9 %) erzielen. Die nach wie vor hohe Forfaitierungsquote dokumentiert den unveränderten Grundsatz der Muttergesellschaft, Leasingverträge vorwiegend regressfrei zu refinanzieren. Hiervon wird nur in begründeten Ausnahmefällen abgewichen, wobei Eigenfinanzierungen dann jeweils den Charakter von Brückenfinanzierungen, hin zu einer späteren regressfreien Finanzierung, haben sollten. Derzeit werden Refinanzierungen über Darlehen mit bonitätsstarken Kunden bewusst forciert, so dass die Forfaitierungsquote in den kommenden Geschäftsjahren auf % reduziert wird. Über die steigende Darlehensfinanzierung werden bei der -Gruppe Synergie- und Margeneffekte gehoben. Im Geschäftsjahr 2010 hat die AG das weiterhin niedrige Zinsniveau ausgenutzt, um anteilige Liquidität aus den freien Mieten durch die Aufnahme von Darlehen zu heben. Insgesamt hat die Muttergesellschaft im Geschäftsjahr 2010 Darlehen in Höhe von EUR 59,1 Mio. bei diversen Kreditinstituten in Anspruch genommen. Darin enthalten ist die erfolgreiche Ausweitung der Refinanzierungsstruktur um eine Konsortialfinanzierung i.h.v. EUR 23,1 Mio. Die Kreditinanspruchnahme liegt damit deutlich über dem Vorjahr, in welchem Darlehen über EUR 41,5 Mio. aufgenommen wurden. Neben der verringerten Forfaitierungsquote hat auch das erhöhte Neugeschäft zur gesteigerten Darlehensinanspruchnahme im Geschäftsjahr beigetragen. Die Landesgesellschaften in Österreich und der Schweiz weisen im Geschäftsjahr 2010 ein Forfaitierungsvolumen i.h.v. insgesamt EUR 13,2 Mio. (i. Vj. EUR 13,8 Mio.) auf. Das erhöhte Neuinvestitionsvolumen wurde teilweise über die Aufnahme von Darlehen kompensiert. In Österreich wurden die regresslosen Finanzierungen mit vier Refinanzierungspartnern (i. Vj. korrigiert fünf) durchgeführt. In der Schweiz wurde das Neugeschäft über regresslose Refinanzierungen mit einem Kreditinstitut refinanziert (i. Vj. 3).

15 1 I KONZERNLAGEBERICHT Das Finanzierungsvolumen in Belgien hat sich auf EUR 33,2 Mio. nach EUR 66,8 Mio. im Vorjahr reduziert. Die Finanzierung wurde weiterhin bei fünf Refinanzierungsinstituten platziert. 14 Die regresslosen Finanzierungen in Großbritannien erfolgten bei 18 (i. Vj. korrigiert neun) verschiedenen Banken mit einem Auszahlungsvolumen i.h.v. EUR 50,4 Mio. (i. Vj. korrigiert EUR 32,9 Mio.). Die Steigerung der Refinanzierungspartner resultiert vorwiegend aus der Capital Limited, deren Zunahme des Refinanzierungsvolumens auf zahlreiche Kreditinstitute verteilt wurde. Die Erhöhung des Auszahlungsvolumens ist im Wesentlichen auf den Zuwachs beim Neuinvestitionsvolumen zurückzuführen. Die Finanzierung erfolgt juristisch in Form eines Darlehens, dessen Rückzahlung an die Bonität und die Zahlung des Leasingnehmers geknüpft ist. Bilanziell wird die regresslose Finanzierung von Operating leases 12 im passiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen. Die regresslose Finanzierung von Finance leases wird unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten i.h.v. EUR 43,8 Mio. (i. Vj. EUR 29,0 Mio.) dargestellt. In Frankreich, Spanien, den Niederlanden (inkl. Luxemburg) und Italien erfolgt die Refinanzierung im Wesentlichen über Objektverkäufe, bei denen sowohl das juristische Eigentum an den Leasinggegenständen als auch das Bonitätsrisiko auf den Refinanzierungspartner übertragen werden. Auf diese Weise wurden im Geschäftsjahr 2010 in den betreffenden Ländern EUR 77,4 Mio. gegenüber EUR 114,1 Mio. in 2009 an Refinanzierungen abgeschlossen. Die Aufteilung lautet wie folgt: Frankreich EUR 22,5 Mio. (i. Vj. EUR 47,9 Mio.); Spanien EUR 21,8 Mio. (i. Vj. EUR 25,2 Mio.); Italien EUR 11,8 Mio. (i. Vj. EUR 20,7 Mio.); Niederlande (inkl. Luxemburg) EUR 21,3 Mio. (i. Vj. EUR 20,3 Mio.). In den osteuropäischen Ländern wurden im Hinblick auf die Gesamtrisikostrategie des Konzerns vorwiegend regressfreie Finanzierungen vorgenommen. Insgesamt konnten in diesen Ländern Neuinvestitionen i.h.v. EUR 9,4 Mio. (i. Vj. EUR 13,8 Mio.) regressfrei finanziert werden. Daneben wurde ein Teil der Finanzierung in den osteuropäischen Ländern über Darlehen finanziert. In den USA wurde Neugeschäft i.h.v. EUR 33,0 Mio. regressfrei finanziert. Als Refinanzierungspartner stehen derzeit acht (i. Vj. sechs) Kreditinstitute zur Verfügung. Die regressfreien Finanzierungen in Mexiko betragen EUR 46,5 Mio., die mit drei Refinanzierungspartnern abgeschlossen wurden. Daneben wurden in Mexiko Refinanzierungen über Darlehen i.h.v. EUR 13,9 Mio. abgeschlossen. Aufgrund des 50%-igen Beteiligungsansatzes werden die Refinanzierungsvolumina in Mexiko nur zur Hälfte in der -Gruppe berücksichtigt. Die -Gruppe konnte die Basis des kreditgebenden Bankenkreises trotz des Rückzugs einiger Refinanzierungspartner aus der Finanzierung von Leasinggesellschaften - ohne die Berücksichtigung von Großbritannien, Mexiko und den USA - nahezu konstant halten. Über die drei größten Refinanzierungspartner Landesbank Baden-Württemberg, SG Equipment Finance-Gruppe und die ING Lease wurden ca. 32,2 % (EUR 197,0 Mio.) des gesamten Finanzierungsvolumens abgewickelt. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Anteil der drei größten Refinanzierungspartner um 7,4 Prozentpunkte verringert. Zum Rückgang beigetragen haben die stärkere Diversifizierung des Kreises an Refinanzierungspartnern sowie die Zurechnung von Forfaitierungsvolumen zu einem Bankenkonsortium, welches als eigenständiger Refinanzierungspartner geführt wird. Neben den oben genannten Finanzpartnern wurde mit zwei (i. Vj. drei) weiteren Kreditinstituten jeweils über 5 % des Finanzierungsvolumens abgeschlossen. Entwicklung der Geschäftsverbindungen 12 Bilanzierung beim Leasinggeber im Leasingvermögen.

16 1 I KONZERNLAGEBERICHT Zum weiteren Ausbau der Refinanzierungsbasis wurden im Geschäftsjahr 2010 Verhandlungen mit Finanzpartnern aufgenommen, welche in 2011 zu neuen Rahmenverträgen führen werden. Konzernfremdfinanzierungsquote Auf Basis eines Auszahlungsvolumens von EUR 612,3 Mio. (i. Vj. EUR 601,8 Mio.) im Geschäftsjahr 2010 ergibt sich bezogen auf das Konzernneuinvestitionsvolumen von EUR 661,0 Mio. (i. Vj. EUR 601,8 Mio.) eine Konzernfremdfinanzierungsquote von 92,6 % (i. Vj. 100,0 %). Die nach wie vor hohe Fremdfinanzierungsquote zum Vorjahr verdeutlicht das große Vertrauen, welches der -Gruppe seitens Ihrer Refinanzierungspartner entgegengebracht wird Gesellschaftsrechtliche Struktur und Organisation des Konzerns 15 Die Konzernstruktur der operativ tätigen Konzerngesellschaften zum 31. Dezember 2010 ist in nachfolgender Grafik dargestellt. Soweit keine Prozentzahlen angegeben sind, besteht eine Anteilsquote von 100%. chg-meridian deutsche computer leasing ag US Holding Inc. CSL Finance NV Computer Leasing Netherlands BV Computer Spain S.L. Schweiz AG 54,4% abakus IT AG Computer Leasing Czech Republic s.r.o. 85% Leasing-Beteiligungs- Holding GmbH 69% 51% US Finance Ltd. 31% Computer Leasing Belgium NV/SA Belgium NV/SA Computer Leasing Ireland Limited (Holdings) UK Limited Italia S.p.A. Computer Finance France SAS Computer Leasing Austria GmbH Computer Leasing d.o.o. (Slovenia) 60% n-komm GmbH CML Services GmbH Computer Leasing Slovakia s.r.o. Computer Leasing Polska sp. z o.o. OOO Leasing (Russia) 8,2% 0,001% 41,8% CHG-El Camino SAPI DE C.V. (Mexico) 99,9% SPAPc (Headcount) UK Limited Capital Limited (UK) Lease Support Desk Limited (UK) 49% ECR Leasing Services SOFOM Computer Leasing UK Limited Abb.: Konzernstruktur der -Gruppe zum Die Unternehmen der -Gruppe sind grundsätzlich in allen Ländern mit eigenen Vertriebsbüros vertreten. Ausnahmen sind die Gesellschaften in Irland, der Slowakei und Slowenien, die von Großbritannien, der Tschechischen Republik und Österreich mit betreut werden. Die Gesellschaften in Österreich, der Schweiz und Slowenien werden verwaltungsseitig von der deutschen Muttergesellschaft betreut. Zum Bilanzstichtag unterhielt die - Gruppe in den deutschsprachigen Ländern wie im Vorjahr insgesamt acht Vertriebsbüros, die aufgrund der geografischen Verteilung eine ausreichende Kundennähe garantieren. Die britische Gesellschaft stellt die notwendigen Back-Office-Leistungen für die Gesellschaft in Irland und die belgische Gesellschaft für die Gesellschaft in den Niederlanden zur Verfügung. Die Slowakei wird verwaltungsseitig von der Tschechischen Republik betreut. Die übrigen Gesellschaften unterhalten neben dem Vertrieb auch eigene Verwaltungsabteilungen.

17 1 I KONZERNLAGEBERICHT Technologie- und Servicezentrum 16 Der Neubau des Technologie- und Servicezentrums in Groß-Gerau bei Frankfurt am Main wurde planmäßig im November 2010 fertiggestellt. Der Umzug der ehemaligen Brokerageund Logistikaktivitäten in Mörfelden als auch des bislang separaten Vertriebsstandorts Sulzbach nach Groß-Gerau wurde in 2010 erfolgreich abgeschlossen. Das neue Technologie- und Servicezentrum verfügt über eine Aufbereitungskapazität von Geräten pro Jahr und ist exakt für die Bedürfnisse und Arbeitsabläufe der -Gruppe konzipiert. Deswegen wird für die zusätzlichen Mengen in der Aufbereitung eine weitere Reduzierung der Grenzstückkosten erwartet. Das Gebäude verfügt aus ökologischen und ökonomischen Gründen über eine Photovoltaikanlage, die zugleich die größte im Raum Groß- Gerau darstellt. Die Heizung des Bürogebäudes wird über eine Luftwärmepumpe betrieben. Umzug nach Groß- Gerau und Integration des Logistikzentrums Egham Weiterhin wurde im Mai 2010 das Logistikzentrum der Tochtergesellschaft in Egham, Großbritannien, nach Mörfelden integriert. Sämtliche Aufbereitungen der britischen Tochtergesellschaft fanden seit 1. Mai 2010 in Mörfelden und seit 16. November 2010 in Groß-Gerau statt. Das Gebäude in Egham fungiert seither nur noch als Zwischenlager. Die erhöhte Produktivität des Technologie- und Servicezentrums lässt sich an der Entwicklung der durchschnittlichen Lagerumschlagshäufigkeit erkennen. Die durchschnittliche Lagerumschlagshäufigkeit erhöhte sich von 6,4 in 2008 auf 17,1 im abgelaufenen Geschäftsjahr, d.h. die Verweildauer von IT-Geräten im Lager ist knapp drei Mal geringer als zwei Jahre zuvor. 13 Entwicklung des Lagerumschlags der IT-Geräte Personal- und Mitarbeiterstrukturen Personalentwicklung und -weiterbildung In der -Gruppe waren zum Stichtag 31. Dezember 2010 insgesamt 590 Mitarbeiter beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um einen Mitarbeiter. Personalentwicklung Dem Anstieg der Mitarbeiterzahl in den USA von 13 auf 22 im Geschäftsjahr 2010, der durch die strategische Expansion in dieser Landesgesellschaft begründet ist, steht eine Verringerung der Personalzahl bei der britischen Tochtergesellschaft (von 53 auf 47) gegenüber. Der Rückgang der Mitarbeiterzahl in Großbritannien hängt vorwiegend mit der Personalkonsolidierung der beiden Gesellschaften UK Limited sowie Capital Limited zusammen. In der AG waren zum Bilanzstichtag 344 Mitarbeiter beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang von zwei Mitarbeitern (i. Vj. 346 Mitarbeiter). Bei den Nicht-Leasinggesellschaften blieb die Zahl der Mitarbeiter nahezu konstant. Eine Darstellung der Mitarbeiterstruktur des Konzerns erfolgt unter Punkt Betrachtung ohne IT-Geräte der britischen Tochtergesellschaft auf Basis des Kommissionierungsdatums (entspricht Verkaufsdatum).

18 1 I KONZERNLAGEBERICHT Einbindung der Unternehmenswerte in die Personalführung Mitarbeiterqualifizierung und -ausbildung Die Erreichung der übergeordneten Unternehmensziele soll unter anderem durch das Prinzip Management by Objectives sichergestellt werden. Für Vertriebsmitarbeiter und Führungskräfte werden individuelle Ziele vereinbart. Die Formulierung, Vereinbarung und Kontrolle von Jahreszielen gewährleistet, dass sich alle Mitarbeiter aktiv daran beteiligen, die strategischen Ziele der Unternehmensgruppe umzusetzen. Zudem hat die -Gruppe Werte definiert, die jeden Mitarbeiter bei seiner Arbeit führen und die Unternehmensphilosophie und -kultur ausmachen. Durch die gemeinsamen Ziele und Werte sowie die konkret definierten Richtlinien soll sichergestellt werden, dass sich sämtliche Mitarbeiter untereinander sowie gegenüber der Öffentlichkeit gesetzeskonform und ethisch korrekt verhalten. Auch im Geschäftsjahr 2010 wurde der Mitarbeiterqualifizierung und -weiterbildung hohe Priorität eingeräumt. Mit der CHG-Academy wird den Mitarbeitern CHG-spezifisches Wissen, wie zum Beispiel System- und Prozesskenntnisse, vermittelt. Zudem wurde im Geschäftsjahr das umfangreiche Schulungsprogramm weiter ausgebaut und die ausländischen Tochtergesellschaften mit ins Schulungsprogramm integriert. 17 Die -Gruppe hat ihre gesellschaftliche Verpflichtung zur Ausbildung junger Menschen wahrgenommen. Auch im Geschäftsjahr 2010 haben Studenten sowie Auszubildende ihre Karriere bei der -Gruppe begonnen, wohingegen andere Studenten und Auszubildende die Ausbildung abschließen konnten und von der Unternehmensgruppe übernommen wurden. Daneben wurde Studentinnen und Studenten vermehrt die Möglichkeit angeboten, im Rahmen eines Praktikums in einem internationalen Umfeld Theorie in die Praxis umzusetzen und die eigenen Interessen und Stärken zu entdecken.

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