Vertriebs- Kompendium

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1 Vertriebs- Kompendium 2014

2 Vertriebs-Kompendium 2014 Inhaltsverzeichnis Zahlen, Daten, Fakten in der Übersicht... 4 Gesetzliche Systeme Demografische Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) Erwerbsminderungsrente (EMR) Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) Beitragspflichtige Einnahmen in der GKV Pflegeversicherung Private Altersvorsorge Private Altersvorsorgesysteme im Vergleich Entscheidungshilfe nach Nettoaufwand (Beispiel) Steuer auf Kapitalauszahlungen der 3. Schicht Rentenbesteuerung: Beispielberechnungen Ertragsanteile von Renten der 3. Schicht Basisrente Besteuerungsanteil/Absetzbarkeit Riester-Rente (Förderbeispiel) BU-Rente (Bedarfsermittlung, Schichtenvergleich) Fondsanlage Direktanlage in Investmentfonds Fondspolice vs. Direktanlage Cost-Average-Effekt Renditedreieck Inflation Erben & Schenken Erbschaftsteuer Vervielfältiger für lebenslange Leistungen Doppelter Freibetrag durch Rentenschenkung Schenkung mit Vetorecht Nützliches Steuerformel Einkommensteuer Auszug Einkommensteuertabelle Immobilie vs. Sparen Annuitätendarlehen Einmalanlage und Ratensparen (Zinseszins) Betriebliche Altersversorgung (bav) bav-durchführungswege im Vergleich Ersparnisse in der Direktversicherung Unterstützungskasse und der Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) bav-kombi (DV + UK) Alle Angaben sind sorgfältig recherchiert. Eine Gewähr für deren Richtigkeit kann jedoch nicht übernommen werden. Nachdruck, Vervielfältigungen, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Herausgebers: Helvetia schweizerische Lebensversicherungs-AG, Frankfurt. 2 3

3 Zahlen, Daten, Fakten in der Übersicht Rentenversicherung West Ost Beitragssatz 18,90 % 18,90 % Beitragsbemessungsgrenze E p. a E p. a. Mindestbeitrag für geringfügig Beschäftigte 325 E mtl. 325 E mtl. Höchstbeitrag (für freiwillig Versicherte) 1.124,55 E mtl. 945,00 E mtl. Höchstbeitrag (für Pflichtversicherte) 1.124,55 E mtl. 945,00 E mtl. Regelbeitrag (versicherungspflichtige Selbstständige) 522,59 E mtl. 443,21 E mtl. Geringverdienergrenze (nur Azubis) 20 Abs. 3 SGB IV 325 E mtl. 325 E mtl. Geringfügigkeitsgrenze 450 E mtl. 450 E mtl. Aktueller Rentenwert ( ) 28,14 E 25,74 E Krankenversicherung West Ost Beitragssatz 15,50 % 15,50 % Versicherungspflichtgrenze E p. a. nach 6 Abs. 6 SGB V Beitragsbemessungsgrenze E p. a. nach 6 Abs. 7 SGB V E p. a. nach 6 Abs. 6 SGB V E p. a. nach 6 Abs. 7 SGB V Arbeitslosenversicherung West Ost Beitragssatz 3,00 % 3,00 % Beitragsbemessungsgrenze E p. a E p. a. Höchstbeitrag 178,50 E mtl. 150,00 E mtl. Pflegeversicherung West Ost Beitragssatz 2,05 % 2,05 % Beitragssatz für Kinderlose 2,30 % (2,05% + 0,25 %) 2,30 % (2,05% + 0,25 %) Beitragsbemessungsgrenze E p. a E p. a. Höchstbeitrag für Kinderlose 93,15 E mtl. 93,15 E mtl. Höchstbeitrag 83,03 E mtl. 83,03 E mtl. Zuschuss Monatlicher Höchstbeitragszuschuss zur privaten Krankenversicherung (mit Anspruch auf Krankengeld) 295,65 E Pflegeversicherung (außer Sachsen) 41,51 E Sonstiges Inflation Deutschland (2013) 1,50 % Vorläufiges durchschn. Bruttoarbeitsentgelt E p. a. ( 1 Abs. 2 SV-Rechengrößenverordnung 2014) Basisrente Nicht verheiratet Verheiratet Maximalbeitrag E E Steuerpflicht der Rente 68 % 68 % Anrechenbare Vorsorgeaufwendungen 78 % 78 % 4 Zahlen, Daten, Fakten in der Übersicht Zahlen, Daten, Fakten in der Übersicht 5

4 Riester-Förderung Daten/Zulage/Beiträge Sockelbeitrag 60 E p. a. Maximalförderbeitrag (inkl. Zulage) E p. a. Grundzulage 154 E p. a. 84 EStG Kinderzulage (geboren vor ) 185 E p. a. 85 EStG Kinderzulage (geboren nach ) 300 E p. a. 85 EStG Für Zulageberechtigte nach 79 Satz 1 EStG, die zu Beginn des Beitragsjahres ( 88 EStG) das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, erhöht sich die Grundzulage nach Satz 1 um einmalig 200 EUR. Betriebliche Altersversorgung (bav) West Ost Bezugsgröße 18 SGB IV E mtl E mtl. Steuerfreie Höchstbeiträge 3 Nr. 63 EStG E p. a./238 E mtl. Zusätzlich ggf.: E p. a./150 E mtl E p. a./238 E mtl. Zusätzlich ggf.: E p. a./150 E mtl. PSV-Beitragssatz ,7 1,7 PSV-Höchstgrenze ( 7 BetrAVG) E monatliche Rente E monatliche Rente Höchstbeträge Abfindung Lfd. Leistung (1 % der monatlichen Bezugsgröße) 27,65 E mtl. 23,45 E mtl. Kapitalleistung (12/10 der monatlichen Bezugsgröße) E mtl E mtl. 6 Zahlen, Daten, Fakten in der Übersicht 7

5 Gesetzliche Systeme 8 9

6 Demografische Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland Am Am Männer Alter in Jahren Frauen Männer Alter in Jahren Frauen Gesetzliche Systeme Tausend Personen Tausend Personen Tausend Personen Tausend Personen Alter in Jahren Am Am Männer Frauen und Männer Alter in Jahren Frauen Untergrenze der mittleren Bevölkerung Obergrenze der mittleren Bevölkerung Tausend Personen Tausend Personen Tausend Personen Quelle: Statistisches Bundesamt Tausend Personen 10 Demografische Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland Demografische Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland 11

7 Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) Durchschnittswerte der GRV (Zugang/Wegfall) Rentenzugang 2012 Insgesamt West Ost Männer Frauen Männer Frauen Durchschnittlicher Rentenzahlbetrag aller Renten 693 E 845 E 509 E 817 E 718 E Durchschnittliche Altersrente 716 E 898 E 493 E 903 E 753 E Durchschnittliche Erwerbsminderungsrente 607 E 647 E 571 E 578 E 619 E Durchschnittliche Witwen-/ Witwerrente 514 E 235 E 574 E 291 E 604 E Durchschnittliches Zugangsalter Altersrente 64,0 64,1 64,1 63,6 62,8 Erwerbsminderungsrente 50,7 51,3 50,0 51,7 50,4 Rentenwegfall 2012 Durchschnittliches Wegfallalter 78,6 76,3 81,4 74,5 80,7 Durchschnittliche Bezugsdauer (in Jahren) 19,0 16,9 20,8 15,7 23,0 Durchschnittliche Lebenserwartung 65-Jähriger; Tafel 2010/12 (in Jahren) 19,0 17,2 20,8 17,0 20,6 Quelle: Deutsche Rentenversicherung, 2013 Ermittlung der Altersrente aus der GRV Entgeltpunkte erhält man z. B. für: Arbeitsentgelt: Bruttoarbeitsentgelt (max. bis zu BBG) wird durch den Durchschnittsverdienst geteilt, so dass max. 2 EGP pro Jahr erreicht werden können. Ausbildungszeiten: Schul- und Hochschulzeiten werden seit 2009 nicht mehr angerechnet, Fachschulausbildung max. für 36 Monate mit 0,0625 EGP je Monat. Kindererziehungszeiten: Für jeden Monat der Kindererziehung erhält man 0,0833 EGP (max. 12 Monate pro Kind, für Geburten ab 1992 max. 36 Monate). Aktueller Rentenwert West/Ost siehe Seite 4 (28,14 EUR/25,74 EUR) Rentenartfaktor für die Altersrente beträgt den Faktor 1 Abschläge bei vorzeitigem Rentenbeginn wird die Rente um einen Abschlag von 0,3 % je Monat vor dem regulären Termin vermindert Rentenformel Monatsrente = persönliche Entgeltpunkte x aktueller Rentenwert x Rentenartfaktor Altersrente für langjährig Versicherte Die Altersrente für langjährig Versicherte gibt es für Personen, die mindestens 35 Jahre in der Rentenversicherung zurückgelegt haben. Die Altersgrenze hängt vom Geburtsjahr ab. Wurden die Versicherten vor 1949 geboren, liegt die Altersgrenze bei 65 Jahren. Diese Altersrente kann aber auch mit einem Abschlag von 0,3 % pro Monat vor 65 in Anspruch genommen werden. ab 1949 und vor 1964 geboren, wird die Altersgrenze stufenweise angehoben oder später geboren, liegt sie bei 67. Die Altersrente kann jedoch auch ab 63 vorzeitig in Anspruch genommen werden, allerdings mit einem Abschlag von bis zu 14,4 %. Gesetzliche Systeme 12 Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) 13

8 Anhebung der Altersgrenze auf 67 Versicherte (Jahrgang) Anhebung der Altersgrenze Künftiger normaler Rentenbeginn (Jahr) Abschlag bei Ren te mit 63 Monat/Jahr um Monate Jahr Monat in % Januar ,5 Februar ,8 März bis Dezember , , , , , , , , , , , , , , ,8 Ab ,4 Besteuerung der gesetzlichen Rentenversicherung (Beispiel) Rente 1.000,00 E p. a. Rentenbeginn % Kohortenprinzip Zu versteuernder Anteil 680,00 E p. a. Spitzensteuersatz 30 % Steuer 204,00 E Rentenerhöhung im nächsten Jahr um 10 E 1.010,00 E p. a. Zu versteuernder Anteil 690,00 E p. a. volle Besteuerung der Rentenerhöhung Spitzensteuersatz 30 % Steuer 207,00 E p. a. Vollständige Tabelle der Steueranteile siehe Seite 31. Erwerbsminderungsrente (EMR) Versicherungsrechtliche Voraussetzungen Mindestens fünf Jahre wurden Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt (sogenannte allgemeine Wartezeit). In den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung müssen drei Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit belegt sein (besondere versicherungsrechtliche Voraussetzung). Medizinische Voraussetzungen Wegen Krankheit oder Behinderung arbeitsfähig in beliebiger Tätigkeit für über 6 Std. mind. 3 bis max. 6 Std max. 3 Std. Kein Anspruch Halbe EMR Volle EMR Durchschn. Rentenhöhe pro Monat wegen verminderter Erwerbstätigkeit West Ost Männer Frauen Männer Frauen 647 E 571 E 578 E 619 E Quelle: Deutsche Rentenversicherung, 2013 Rentenformel EMR Monatsrente = persönliche Entgeltpunkte + EP aus Zurechnungszeit x aktueller Rentenwert x Rentenartfaktor x Zugangsfaktor Zurechnungszeit vereinfacht wird der Durchschnitt der Jahre mit Beiträgen bis zum 60. Lebensjahr hochgerechnet Aktueller Rentenwert West 28,14 E Ost 25,74 E Rentenartfaktor Volle EMR 1,0 Halbe EMR 0,5 Zugangsfaktor (EMR vor 60. Lebensjahr) 0,892 (entspricht Abschlag von 10,8 %) Beispiel: Rentner für volle EMR mit Alter 30, 10 Jahre Durchschnittsentgelt = 10 Entgeltpunkte, West Monatsrente = 10 Entgeltpunkte + 30 Entgeltpunkte aus Zurechnungszeit x Rentenwert 28,14 E x Rentenartfaktor 1,0 x Zugangsfaktor 0,892 = E Gesetzliche Systeme 14 Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) Erwerbsminderungsrente (EMR) 15

9 Besteuerung der EMR Rentenbeginn im Jahr Steuerpflichtiger Anteil in % Beispiel zur Besteuerung Rente ,00 E p. a. Rentenbeginn % (Kohortenprinzip) Zu versteuernder Anteil 8.160,00 E p. a. Spitzensteuersatz 30 % Steuer 2.448,00 E p. a. Rentenerhöhung im nächsten Jahr um 120 E p. a ,00 E p. a. Zu versteuernder Anteil 8.280,00 E p. a. (volle Besteuerung der Rentenerhöhung) Spitzensteuersatz 30 % Steuer 2.484,00 E p. a. Vollständige Tabelle der Steueranteile siehe Seite 34. Die Erwerbsminderungsrente ist zudem beitragspflichtig in der Krankenversicherung der Rentner. Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) Grenzwerte und Rechengrößen 2014 Jährlich Monatlich Beitragsbemessungsgrenze Kranken- und Pflegeversicherung ,00 E 4.050,00 E Versicherungspflichtgrenze Kranken- und Pflegeversicherung ,00 E 4.462,50 E Für bereits am privat krankenversicherte Beschäftigte gilt ,00 E 4.050,00 E Allgemeine Mindestbezugsgöße 2.765,00 E Mindestbemessungsgrundlage Selbstständige (75 %) 2.073,75 E Für Existenzgründer mit Anspruch auf Gründungszuschuss (50%) 1.382,50 E Mindestbemessungsgrundlage sonstige freiwillig Versicherte (33,33%) 921,66 E Geringfügigkeitsgrenze 450,00 E Geringverdienergrenze Azubis und Praktikanten (AG zahlt alle SV-Beiträge) 325,00 E Beitragssätze Allgemeiner Beitragssatz zur GKV 15,50 % Monatlicher Mindestbeitrag/Höchstbeitrag 321,43 E 627,75 E Vom allgemeinen Beitragssatz tragen Arbeitnehmer/Arbeitgeber 8,20 % 7,30 % Pflichtversicherte Rentner/Rentenversicherungsträger 8,20 % 7,30 % Freiwillig versicherte Rentner (aus Renten, Versorgungsbezügen, Einnahmen aus nebenberuflicher selbstständiger Tätigkeit) 15,50 % Gesetzliche Systeme 16 Erwerbsminderungsrente (EMR) Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) 17

10 Beitragssätze Ermäßigter Beitragssatz 14,90 % Vom ermäßigten Beitragssatz tragen: Weiterbeschäftigte Rentner/Arbeitgeber 8,20 % 7,30 % Hauptberuflich Selbstständige aus Einkommen 14,90 % Mindestbeitrag/Höchstbeitrag 308,99 E 603,45 E Für Existenzgründer mit Anspruch auf Gründungszuschuss 14,90 % Mindestbeitrag/Höchstbeitrag 205,99 E 603,45 E Freiwillig versicherte Beamte 14,90 % Freiwillig Versicherte (auch Rentner) auf Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, Erträge aus Kapitalvermögen 14,90 % Pauschaler Beitragssatz für Arbeitgeber bei geringfügig Beschäftigten 13,00 % Pflegeversicherung 2,05 % Beitragszuschlag für Kinderlose ab Vollendung des 23. Lebensjahres 0,25 % Höchstzuschuss des Arbeitgebers Prozentual Monatlich Zur privaten Krankenversicherung 7,30 % 295,65 E Pflegeversicherung 1,025 % 41,51 E Pflegeversicherung Sachsen 0,525 % 21,26 E Studentenbeitrag Monatlich Krankenversicherung 64,77 E Pflegeversicherung bis Vollendung des 23. Lebensjahres bzw. mit Kind 12,24 E Pflegeversicherung ab Vollendung des 23. Lebensjahres, kinderlos 13,73 E Beitragspflichtige Einnahmen in der GKV Beiträge für gesetzlich Pflichtversicherte ( 226 SGB V): Die Beiträge von gesetzlich pflichtversicherten Arbeitnehmern orientieren sich an folgenden Einnahmen max. bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze: Arbeitsentgelt Rente aus der gesetzl. Rentenversicherung Betriebsrente (inkl. einmaliger Kapitalauszahlungen aus der bav verteilt auf 120 Monate) Arbeitseinkommen neben einer Rente aus der gesetzl. Rentenversicherung Einkünfte aus anderen Einkommensarten, z. B. Mieten, Zinsen, spielen keine Rolle. Beitragsgrundlage für freiwillig gesetzlich Versicherte ( 240 SGB V): Die Beiträge für freiwillig Versicherte orientieren sich an deren wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Beitragspflichtig sind daher alle Einnahmen, die zum Lebensunterhalt verbraucht werden oder verbraucht werden können, max. bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze. Hierzu gehören zum Beispiel: Der Gewinn aus selbstständiger Tätigkeit, ermittelt nach dem Einkommensteuerrecht Der Zahlbetrag der Rente laut Rentenbescheid, zum Beispiel bei gesetzlichen Renten, Betriebsrenten, Renten aus privater Versicherung und Pensionen Das laufende Gehalt inklusive anteiliger Einmalzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld Beamtenbezüge Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung (Bruttokaltmiete abzgl. Werbungskosten) Erträge aus Kapitalvermögen wie Zinsen oder Dividenden, laut Einkommensteuerbescheid (Sparerpauschbetrag bleibt unberücksichtigt) Der Gründungszuschuss für Existenzgründer ohne die 300-EUR- Pauschale für die soziale Sicherung 18 Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) Beitragspflichtige Einnahmen in der GKV 19 Gesetzliche Systeme

11 Unterhaltszahlungen vom getrennt lebenden oder geschiedenen Ehegatten Sozialhilfe Einmalige Kapitalauszahlungen aus der betrieblichen Altersversorgung verteilt auf 120 Monate Kapitalerträge aus Einmalauszahlungen von Lebens- oder Rentenversicherung verteilt auf 12 Monate Eine Verrechnung von positiven und negativen Einkünften wie in der Steuererklärung findet jedoch nicht statt. Beispiel 1: Pflichtversicherter, kinderloser Rentner Art der Einnahme Betrag Gesetzl. Krankenversicherung Gesetzl. Pflegeversicherung Zuschlag kinderlos Beitrag Gesetzliche Rente 1.000,00 E 8,20 % 2,05 % 0,25 % 105,00 E Betriebsrente (bav) 500,00 E 15,50 % 2,05 % 0,25 % 89,00 E Private Rente (auch Riester) 300,00 E 0 % 0 % 0 % E Mieteinnahmen 400,00 E 0 % 0 % 0 % E Zinseinnahmen 300,00 E 0 % 0 % 0 % E Gesamt 2.500,00 E 194,00 E Beispiel 2: Freiwillig versicherter, kinderloser Rentner Art der Betrag Einnahme Gesetzl. Krankenversicherung Gesetzl. Pflegeversicherung Zuschlag kinderlos Beitrag Gesetzliche Rente 1.000,00 E 8,20 % 2,05 % 0,25 % 105,00 E Betriebsrente (bav) 500,00 E 15,50 % 2,05 % 0,25 % 89,00 E Private Rente (auch Riester) 300,00 E 15,50 % 2,05 % 0,25 % 53,40 E Mieteinnahmen 400,00 E 14,90 % 2,05 % 0,25 % 68,80 E Zinseinnahmen 300,00 E 14,90 % 2,05 % 0,25 % 51,60 E Gesamt 2.500,00 E 367,80 E Pflegeversicherung Leistung Pflegestufe Im Einzelfall bis zu 0 I II III Pflegegeld pro Monat Pflegesachleistungen pro Monat bis zu Pflegegeld bei eingeschränkter Alltagskompetenz pro Monat Pflegesachleistungen bei eingeschränkter Alltagskompetenz pro Monat bis zu Verhinderungspflege bis zu (max. 4 Wochen im Jahr) pro Kalenderjahr Teilstationäre Pflege pro Monat bis zu Vollstationäre Pflege pro Monat bis zu Kurzzeitpflege bis zu (max. 4 Wochen im Jahr) pro Kalenderjahr Zusätzliche Betreuungsleistungen bis zu pro Kalenderjahr Zuschuss zu Umbaumaßnahmen bis zu je Maßnahme, max für Wohngruppen Zusätzliche Pflegeversicherung als Vermögensschutz Grundsätzlich gilt: Reichen die o. g. Leistungen nicht für die Begleichung der Pflegekosten bei stationärer Unterbringung aus und kann kein Einkommen oder Vermögen verwertet werden, gleicht das Sozialamt den Fehlbetrag aus. Allerdings kann das Geld von unterhaltspflichtigen Verwandten 1. Grades zurückgefordert werden. Primär dient eine Pflegeversicherung also dem Schutz des Vermögens des Pflegebedürftigen und sekundär dem Schutz des Einkommens und Vermögens der Unterhaltspflichtigen. Gesetzliche Systeme 20 Beitragspflichtige Einnahmen in der GKV Pflegeversicherung 21

12 Wann wird keine zusätzliche Absicherung benötigt? Die Summe aus den Einnahmen im Ruhestand und den Leistungen der Pflegeversicherung reicht zur Deckung der Kosten aus. Es ist genügend liquides Kapital vorhanden, um die Pflegekosten bis zum Lebensende zu decken (z. B. auch über den Rückkauf einer lebenslangen Rente). Das Einkommen und das Vermögen der Unterhaltspflichtigen liegt unter den Freigrenzen (z. B. Nettoeinkommen unter EUR für den Unterhaltspflichtigen, EUR für den Ehegatten, Kinder nach Düsseldorfer Tabelle Kredite, angemessene Altersversorgung etc. werden berücksichtigt). Gesetzliche Systeme Wann ist eine zusätzliche Absicherung empfehlenswert? Die Summe aus den Einnahmen im Ruhestand und den Leistungen der Pflegeversicherung reicht NICHT zur Deckung der Kosten aus. UND Das verwertbare Vermögen des Pflegebedürftigen soll nicht für die Pflege verbraucht werden. Die Unterhaltspflichtigen verfügen über hohe Nettoeinkommen und Vermögen. Vorhandene Altersversorgung des Pflegbedürftigen kann nicht liquidiert werden, um die Pflegekosten bis zum Lebensende zu decken. Möglichkeiten der Absicherung: Angemessene Altersversorgung (Renten, Vermögen, Immobilien etc.) Altersversorgung mit ergänzender Leistung im Pflegefall oder Rückkaufmöglichkeit der Altersrente Pflegetagegeld (mit oder ohne staatl. Förderung über Pflege-Bahr) Pflegerentenversicherung Leistungen einer Pflegeversicherung sind steuerfrei ( 3 Nr. 1a EStG). 22 Pflegeversicherung 23

13 Private Altersvorsorge 24 25

14 Private Altersvorsorgesysteme im Vergleich Schicht 1 Basisrente Hartz IV (Ansparphase) Schicht 2 Riester Schicht 3 Private Vers. Geschützt Geschützt Nicht geschützt Kündigung Nicht kündbar Kündbar (Verlust der staatlichen Förderungen) Beleihung Nicht beleihbar Nicht beleihbar (Ausnahme: selbst genutzte Immobilie) Kapitalwahlrecht Vererbung Beitragsgarantie Auswandern Ansparphase: möglich Rentner: evtl. DBA, beschränkte Einkommensteuerpflicht Verfügbarkeit Nein Ehepartner und kindergeldpflichtige Kinder (Rente) 30 % Teilkapitalisierung möglich Ehepartner (Riester-Vertrag) In den Nachlass (förderschädlich) Kündbar Beleihbar Ja Freie Vererbung Optional Pflicht Optional Ansparphase: keine Förderung Rentner: evtl. DBA, beschränkte Einkommensteuerpflicht Rente ab 60 Jahren, Verträge ab 2012: 62 Jahre Ansparphase: keine Förderung Rentner: evtl. DBA, beschränkte Einkommensteuerpflicht, Verlust der Förderung außerhalb der EU Rente ab 60 Jahren, Verträge ab 2012: 62 Jahre Beliebig Zuzahlung Ja (Höchstgrenzen) Ja (Höchstgrenzen) Ja Auszahlplan Nein Nein (RV) Ja Helvetia Tarife Fondspolice CleVesto Allcase CleVesto Double- Invest CleVesto Allcase CleVesto Favorites Klassische Versicherung Klassik Wachstum Klassik Wachstum Sofortrente CashPlan Zielgruppe Ansparphase Vergünstigung Keine (außer evtl. Altverträge vor 2005 unter sonstige Vorsorgeaufwendungen) Ansparphase Grenzen Berufsunfähigkeitsabsicherung Rentenbesteuerung Kapitalbesteuerung Schicht 1 Basisrente Alle Steuerzahler in Deutschland ( 1 Abs. 1 EStG) Steigender Sonderausgabenabzug 10 Abs. 3 EStG 2014: 78 %, Tabelle Seite 34/35 Max p. a. (Single) Max p. a. (verheiratet) Integrierbar (max. 50 % des Beitrages) Steigender Steueranteil für Altersrente & BU-Rente 2014: 68 % Es gilt das Jahr des Renteneintritts! Tabelle Seite 34/35 Kein Kapitalwahlrecht Schicht 2 Riester GRV-Pflichtversicherte Zivil-/Wehrdienst Beamte, Richter, Soldaten (s. 79 EStG) Zulagenförderung: 154 Grundzulage, 185 pro Kind geb. bis 2008, 300 pro Kind geb. ab 2008, 200 einmalig für <25-Jährige Zusätzlicher Sonderausgabenabzug ( 10a EStG) Mind. 60, max inkl. Zulagen je Förderfähigen (4 % des Vorjahreseink, für volle Zulage) Integrierbar (max. 20 % des Beitrages) Altersrente 100 % Besteuerung Max. 30 % Kapitalauszahlung bei 100 % Besteuerung Schicht 3 Private Vers. Jeder Keine Integrierbar (auch Dread-Disease-Komponente möglich) Altersrente Ertragsanteil 22 Nr. 1 Satz 3 (Bsp: 65 Jahre = 18 %) BU-Rente (abgekürzte Rente) Ertragsanteil 55 EStDV Nr.2 (Bsp: 12 Jahre = 14 %) Volles Kapitalwahlrecht, Besteuerung s. S. 31 Private Altersvorsorge 26 Private Altersvorsorgesysteme im Vergleich Private Altersvorsorgesysteme im Vergleich 27

15 Entscheidungshilfe nach Nettoaufwand (Beispiel) 40-jähriger Kunde, verheiratet, monatl. Nettoeinkommen EUR, Anspruch aus GRV EUR monatlich, angenommene Wertentwicklung der Anlage vor Kosten und Garantie 6 % p. a., ein zulagenberechtigtes Kind (geb. 2007), gewünschte zusätzliche Absicherung EUR monatlich. Beitragsgarantie ist nicht gewünscht. Berechnung ist ohne Berücksichtigung von Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Die Steuer wird mit der Steuerformel berechnet. Im Rahmen der Riester-Rente kann durch stochastische Simulationen nachgewiesen werden, dass bei gleicher Anlage mit Beitragsgarantie sich die mögliche Rendite des Vertrages um ca. 20 % reduziert. Dies wird ebenso wie eine erhöhte Kostenquote den Berechnungen zugrunde gelegt. Als Vorteil steht dem eine Garantie der gezahlten Prämien gegenüber. Bitte beachten Sie, dass die simulierte Berechnung den Maximalbetrag für die Riester-Rente überschreitet. In der Beratung muss die Aufteilung der Beträge angepasst werden. Steuer auf Kapitalauszahlungen der 3. Schicht Besteuerung abhängig vom Vertragsabschluss Abschluss vor Jahre Laufzeit 5 Jahre Beitragszahlung 60 % Todesfall (LV) Ja Steuerfrei Abschluss ab 2005 bis Ende Jahre Laufzeit Alter des Empfängers: 60 Jahre Ja Halbeinkünfteverfahren Wenn diese Kriterien nicht erfüllt werden Abschluss ab Jahre Laufzeit Alter des Empfängers: 62 Jahre Ja Halbeinkünfteverfahren Private Altersvorsorge Berechnungsbeispiel aus dem Schichten-Navigator Basisrente Riester-Rente Privatrente aus der 3. Schicht Eigener monatlicher Aufwand nach Förderung Beitrag vor Förderung Verzinsung im Vertrag ohne Kosten 6,00 % 6,00 % 6,00 % Vertragsmehrkosten 0 10 % der Rendite 0 Beitragsgarantie 0 20 % der Rendite 0 Nettozins 6,00 % 4,20 % 6,00 % Kapital mit 65 Jahren (ohne Vertragskosten) Verrentung mit Faktor 265, Bruttorente Steuer Nettorente (Ziel) Beispielhafter Vergleich der Kapitalauszahlungen Ohne Berücksichtigung von Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Steuer berechnet mit Steuerformel. Zu versteuerndes Einkommen bei Entnahme EUR, Single (HEV=Halbeinkünfteverfahren). Abgeltungsteuer Komplettentnahme mit Abgeltungsteuer Komplettentnahme mit Halbeinkünfteverfahren Teilentnahme über 10 Jahre Steuerfreiheit als Todesfallleistung Anteilguthaben Beitragssumme Ertrag HEV Steuer Steuer gesamt Vorteil im Vergleich zu Abgeltungsteuer 0 % 10 % 45 % 100 % 28 Entscheidungshilfe nach Nettoaufwand (Beispiel) Steuer auf Kapitalauszahlungen der 3. Schicht 29

16 Rentenbesteuerung: Beispielberechnungen Ohne Berücksichtigung von Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Beispiel: gesetzliche Altersrente und Basisrente (1. Schicht) Altersrente 1.000,00 Rentenbeginn im Jahr 2020 Steuerpflichtiger Anteil 80 % Rente 1.000,00 Zu versteuern = x 80 % 800,00 Individueller Steuersatz 30 % Steuer 240,00 Nettorente 760,00 Beispiel: Riester-Rente und bav ( 3 Nr. 63 EStG) (2. Schicht) Altersrente 1.000,00 Steuerpflichtiger Anteil 100 % Rente 1.000,00 Zu versteuern = x 100 % 1.000,00 Individueller Steuersatz 30 % Steuer 300,00 Nettorente 700,00 Besteuerung private Rente (3. Schicht) Rente 1.000,00 Rentenbeginn im Alter 65 Jahre Ertragsanteil 18 % Zu versteuern = x 18 % 180,00 Individueller Steuersatz 30 % Steuer 54,00 Nettorente 946,00 Eine abgekürzte Leibrente der 3. Schicht wird mit Ausnahme einer BU-/EU-Absicherung wie eine Teilentnahme besteuert (s. Seite 29). Ertragsanteile von Renten der 3. Schicht Lebenslange Verrentung (3. Schicht) 22 EStG Bei Beginn der Rente vollendetes Lebensjahr des Rentenberechtigten 30 Rentenbesteuerung: Beispielberechnungen Ertragsanteile von Renten der 3. Schicht 31 Ertragsanteil in % Bei Beginn der Rente vollendetes Lebensjahr des Rentenberechtigten Ertragsanteil in % Ab 97 1 Private Altersvorsorge

17 Abgekürzte Leibrente 55 EStDV (z. B. private BU-Rente) Beschränkung der Laufzeit auf... Jahre ab Beginn des Rentenbezugs Ertragsanteil in % (vorbehaltlich Spalte 3) Nach Vollendung des... Lebensjahres gelten die Ertragsanteile der lebenslangen Leibrenten nach 22 EStG 1 0 entfällt 2 1 entfällt Abgekürzte Leibrente 55 EStDV (z. B. private BU-Rente) Beschränkung der Laufzeit auf... Jahre ab Beginn des Rentenbezugs Ertragsanteil in % (vorbehaltlich Spalte 3) Nach Vollendung des... Lebensjahres gelten die Ertragsanteile der lebenslangen Leibrenten nach 22 EStG Ab 80 Der Ertragsanteil ist immer der Tabelle in 22 Nr. 1 Satz 3 Buchstabe a Doppelbuchstabe bb des Gesetzes zu entnehmen. Private Altersvorsorge 32 Ertragsanteile von Renten der 3. Schicht Ertragsanteile von Renten der 3. Schicht 33

18 Basisrente Besteuerungsanteil/Absetzbarkeit Eine Übersicht zur Förderhöhe finden Sie unter Zahlen, Daten, Fakten in der Übersicht auf Seite 5. Rentenbeginn Besteuerungsanteil in % Absetzbarer Anteil in % Bis Ab Rentenbeginn Besteuerungsanteil in % Absetzbarer Anteil in % Riester-Rente (Förderbeispiel) Beispiel für die Riester-Förderquote (Berechnung) Rentenversicherungspflichtiges Vorjahreseinkommen Familienstand/Kinder nach 2008 verheiratet/1 Kind Zu versteuerndes Einkommen (Ehepaar) % des Vorjahreseinkommens Grundzulage 154 Kinderzulage 300 => eigener Beitrag 746 Förderquote bezüglich des eigenen Beitrages 61 % Förderquote bezüglich des Gesamtbeitrages 38 % Private Altersvorsorge 34 Basisrente Besteuerungsanteil/Absetzbarkeit Riester-Rente (Förderbeispiel) 35

19 BU-Rente (Bedarfsermittlung, Schichtenvergleich) Bedarfsermittlung bei BU-Renten Rentenhöhen unterhalb der Grundsicherung sind nicht zu empfehlen, da die Rentenleistungen komplett auf die Zahlungen angerechnet werden. Die Mindestabsicherung sollte demnach EUR betragen. Kleinere Renten sind nur bei Haushalten mit 2 Einkommen sinnvoll bzw. zum Ausgleich der Kosten einer Haushaltshilfe. Beispiel Grundsicherung 2014 (alleinlebend) Regelsatz 391 Angemessene Wohnung 400 Heizkosten 50 Summe 841 Beispiel: Single, BU im Alter 45 (im Jahr 2020), Leistungsdauer bis Alter 67, keine weiteren Einnahmen, gewünschte Nettoversorgung EUR p. Monat (80% des Nettogehaltes), kein Anspruch auf EMR oder ALG II, ohne Berücksichtigung von Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer Privat 3. Schicht bav 2. Schicht Basis 1. Schicht Freiwillige GKV Monatliche BU-Rente Zu versteuern Ertragsanteil/ Steueranteil 23 % 100 % 80 % Freiwillige GKV Steuer (lt. ESt-Tabelle) Nettorente Private Altersvorsorge Bruttobedarf unter Berücksichtigung von Steuer und Krankenversicherung Je nach Art der Absicherung ist die Belastung mit Steuer und Krankenversicherung unterschiedlich hoch. Dafür unterliegen Beiträge in die bav bzw. Basisrente einer höheren steuerlichen Förderung (siehe Seite 5 und 6). In der privaten Krankenversicherung werden die Beiträge unabhängig vom Einkommen erhoben, in der gesetzlichen Krankenversicherung orientieren Sie sich an der Rentenhöhe. Die Beiträge zur Krankenversicherung mindern im Rahmen der Sonderausgaben allerdings auch die Steuerlast der Rente (in der PKV max. in Höhe des Beitrages der Grundversorgung). Private KV Monatliche BU-Rente Zu versteuern Ertragsanteil/ Steueranteil 23 % 100 % 80 % Private KV (z. B. 500 ) Steuer (lt. ESt-Tabelle) Nettorente Besteuerungsgrundlagen siehe Seite 32 ff. 36 BU-Rente (Bedarfsermittlung, Schichtenvergleich) BU-Rente (Bedarfsermittlung, Schichtenvergleich) 37

20 Betriebliche Altersversorgung 38 39

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