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1 Ausgabe Lübeck April zwischen Nord- und Ostsee Schwerpunktthema IHK Schleswig-Holstein Kurzarbeitergeld Sinnvolles Instrument in der Krise Aus- und Weiterbildung Immobilienwirtschaft IHK-Wirtschaftsakademie expandiert nach Bayern Recht & Fair Play Rundmails und Datenschutz

2 Inhalt April 2 Meinung Wirtschaft in Schleswig-Holstein 3 Das Land als Wiege der Windenergie 4 IHK-Initiative: Kurs 09 Volle Kraft für den Mittelstand 5 Wirtschaft in Schleswig-Holstein 6 Firmen-Ticker 13 Ökonomen Schwerpunktthema: Immobilienwirtschaft 14 Investitionen in Steine sind am sichersten 15 Internetportal der WTSH: Der einfache Weg zur passenden Gewerbeimmobilie 16 Finanzierung von gewerblich genutzten Immobilien 18 Heißes Thema: Brandschutz in Gebäuden Interview 19 Ein Parlament hat nur Sinn, wenn Handlungsspielräume gegeben sind Dr. Aloys Altmann, Präsident des Landesrechnungshofes IHK Schleswig-Holstein 21 Von der Schule in die Wirtschaft Klippe oder Chance für Schüler? Standortpolitik 23 MORO Nord Kongress am 29. April in Lübeck 23 Windkraft: Höchster Stromanteil in Schleswig-Holstein Starthilfe und Unternehmensförderung 24 ITB 2009: Start für Werbung um Best Ager Aus- und Weiterbildung 25 IHK-Wirtschaftsakademie expandiert nach Bayern 26 Girls Day am 23. April: Unternehmen öffnen die Türen für Schülerinnen Innovation und Umwelt 28 Jugend forscht Schüler experimentieren 2009 : Regionalwettbewerbe Novelle der Verpackungsverordnung: Vollständigkeitserklärung jetzt hinterlegen International 31 Britische Umsatzsteuer bis 30. Juni zurückfordern Recht Fair Play 32 Rundmails und Datenschutz 34 Neues aus Berlin und Brüssel 35 Veranstaltungen 36 Börsen 37 Buchtipp 38 Jubiläen 39 Umschau 40 Vorschau 40 Impressum Foto: Bilderbox Foto: Bilderbox zwischen Nord- und Ostsee IHK-Wirtschaftsakademie expandiert nach Bayern Die IHK-Wirtschaftsakademie Schleswig- Holstein (WAK) blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2008 zurück und sieht sich gut aufgestellt für Gefragt sind die Bildungsangebote nicht nur im Land zwischen den Meeren: Ab September wird erstmals das duale Modell der Berufsakademie in Kooperation mit der Wirtschaftsakademie in Regensburg starten. S. 25 Titelbild: Fördetower, Kiel Foto: Catella Real Estate AG / TLi Toplage Immobilien Foto: WAK Immobilienwirtschaft Er gilt als Auslöser, manchmal sogar als Ursache der globalen Konjunkturprobleme: der amerikanische Immobilienmarkt. Doch von einer Krise spüre die hiesige Immobilienbranche noch wenig, sagt Johannes-Peter Henningsen, Mitgründer und Ehrenpräsident des Immobilienverbands Deutschland (IVD). Außerdem im Schwerpunkt: das Immobilienportal der WTSH, Finanzierungsaspekte, die wichtigsten Regeln zum Brandschutz in Gebäuden. S. 14 Rundmails und Datenschutz Die Kommunikation mittels ist heute eine Selbstverständlichkeit und aus dem Berufsleben nicht mehr wegzudenken. Insbesondere Rundschreiben erfreuen sich wegen der Möglichkeit, einen großen Empfängerkreis schnell und unkompliziert zu erreichen, großer Beliebtheit. Doch sie bringen in datenschutzrechtlicher Hinsicht Probleme mit sich. S. 32

3 Meinung Foto: IMAGE Carsten Stöben, Geschäftsführer der Otto Stöben GmbH Gewerbeimmobilien: Service ist alles Der Markt für Gewerbeimmobilien in Schleswig-Holstein zieht wieder an. Das ist eine erfreuliche Nachricht. Vor allem das Interesse an Hallen-, Ladenund Büroflächen kleiner bis mittlerer Größe steigt. Doch eine Vermietung nach dem Motto Friss oder stirb ist heute nicht mehr möglich. Die Ansprüche der Mieter sind stark gewachsen. Die hohen Leerstände in vielen Innenstädten, aber auch manchen Gewerbegebieten machen es Mietern jetzt leichter, ihre Interessen durchzusetzen. Vor Jahren war es genau andersherum: Die Vermieter konnten zumindest in den Zentren nahezu jede Miete verlangen, ohne viel Service bieten zu müssen. Möglich gemacht hat dies der Einzug der großen Ketten. Die Folge war ein gleichförmiges und damit verwechselbares Gesicht der Innenstädte. Doch das Geschäft zwischen Mieter und Vermieter ist nur dann auf Dauer erfolgreich, wenn es auf einen vernünftigen Interessenausgleich angelegt ist. Das bedeutet, der Vermieter muss stärker als bisher auf die Wünsche der Mieter eingehen. Der Mieter wiederum wird dieses Entgegenkommen mit längeren Mietfristen und damit einer langfristigen Geschäftsbeziehung honorieren. Dem Immobilienmakler kommt bei dieser Geschäftsbeziehung eine besondere Rolle zu. Er sorgt für diesen Interessenausgleich und damit für ein langfristiges und gutes Verhältnis zwischen Vermieter und Mieter. Er ermittelt zum Beispiel das Anforderungsprofil des Mieters und errechnet dann eine angemessene Miete. Beim Verkauf von Gewerbeimmobilien diskutiert der Makler beispielsweise ausführlich mit dem Verkäufer, mit welcher Strategie für einen erfolgreichen Verkauf vorgegangen werden soll. Der Makler steht auch sonst mehr und mehr in der Verpflichtung, den Datenrahmen zu erstellen. Dazu gehören Flächen, Deckenhöhen, Belastbarkeit der Böden, Raumaufteilung, Freiflächen, Zu- und Abfahrtsmöglichkeiten, Parkplätze, Neuordnung der Räume und Sozialbereiche bis hin zur Schaffung eines unverwechselbaren Gebäudeimages. Ferner wird der Makler in die Investitionsplanung mit einbezogen und stellt Kontakte zu entsprechenden Finanzierungsinstituten oder Ingenieurbüros her. Auch gewinnt die energetische Betrachtung des Gebäudes sowie die Altlastenproblematik immer mehr an Bedeutung. Das Immobilienmaklerbüro ersetzt mehr und mehr die Fachabteilungen der Gewerbekunden. Dieser Trend wird sich auch in Zukunft verstärken, da die Gewerbekunden personell und fachlich nicht mehr in der Lage sind, die Anforderungen der Gebäudebewirtschaftung und Neuorientierung mit eigenen Kräften durchzuführen. Miethöhe, Dauer und Bonität des Mieters entscheiden über den Verkaufswert der Immobilie. Für den Makler gilt hierbei im Verhältnis zu seinem Kunden genau das Gleiche wie für den Vermieter gegenüber seinem Mieter: Service ist heutzutage alles. Carsten Stöben, Geschäftsführer der Otto Stöben GmbH 2 zwischen Nord- und Ostsee 04 09

4 Das Land als Wiege der Windenergie Windenergie ist Leitenergie. Das bekräftigten Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und Wirtschaftsminister Werner Marnette während einer Pressekonferenz bei der Husumer Firma REpower. Auf einer von der Berliner Agentur für erneuerbare Energien organisierten Journalistenfahrt sprachen die CDU-Politiker über die Zukunft der Energieversorgung im Land. Wirtschaft in Schleswig-Holstein Die Windenergie ist ein ganz wesentlicher Bestandteil unserer Energiekonzeption, sagte Marnette. Dies gelte besonders in Zeiten, in denen viele Staaten zur Atomenergie zurückkehrten. Gleichzeitig warben Carstensen und Marnette für einen gesunden Energiemix, ein Nebenund Miteinander der wichtigen Energieträger. Das schließe auch die Atomenergie ein, auf die letztendlich nicht verzichtet werden könne: Ein Verzicht auf Kernenergie würde den Strom in Deutschland teurer machen, sagte Marnette. Schleswig-Holstein setzt in diesem Energiemix vor allem auf die Windkraft. Daran beteiligt sind Unternehmen wie die Firma REpower, die unter anderem bereits bestehende Windkraftanlagen aufrüstet. Damit sind nach den Worten des REpower-Vorstandsvorsitzenden Per Hornung Pedersen die technischen Möglichkeiten der Windenergienutzung aber längst nicht ausgeschöpft. Besonders im Offshore-Bereich lasse sich die Leistung noch steigern. Noch aber stocke der Bau von Anlagen im offenen Meer. Schuld daran ist laut Carstensen allerdings nicht die Windfang mit schwerem Gerät: In der Werkshalle von REpower. Politik: Die Genehmigungen sind da. Vielmehr seien es wirtschaftliche Faktoren, die den Bau verzögerten. Daneben sei ein Ausbau des Stromnetzes nötig, das momentan noch nicht in der Lage sei, die produzierten Mengen Strom abzutransportieren. Eine weitere Herausforderung: Mit den neuen Offshore- Windanlagen betreten die Entwickler Neuland. Weder die Auswirkungen auf die Natur noch die technischen Herausforderungen sind vollends erforscht. Bei der Erforschung helfen soll die FINO 3 (Forschungsplattformen in Nord- und Ostsee). FINO 3 soll voraussichtlich 2012 in Betrieb genommen werden und die Windkraftparks Butendiek, DanTysk und Nördlicher Grund überwachen. Auf Wind allein will das Land allerdings nicht setzen. Deshalb stand zusätzlich eine Besichtigung des Bio-Holzheizwerkes Brunsbüttel auf dem Programm. Dort produziert das Unternehmen NovusEnergy aus so genanntem naturbelassenem Landschaftspflegematerial jährlich bei einer Generatorleistung von 7,5 Megawatt 56 Millionen Kilowattstunden Strom. Die Fahrt entlang der Westküste hat eines gezeigt: Schleswig-Holstein nimmt das Thema erneuerbare Energien ernst. Die Investitionen in die Windkraft und in den Bau von alternativen Heizwerken sind und bleiben ein wesentlicher Bestandteil des Energiekonzeptes des Landes. Martin Fitzl Das Technologieunternehmen REpower mit Sitz in Husum wurde 2001 gegründet. Entstanden aus den Unternehmen Jacobs Energie, BWU und pro + pro Energiesysteme, konzentriert sich REpower auf die Entwicklung, Produktion und Installation von Multi- Megawatt-Anlagen. Unter der Leitung des Vorstandsvorsitzenden Per Hornung Pedersen produziert das Unternehmen Windkraftanlagen mit Leistungen von 1,5 bis fünf Megawatt. Ziel ist eine wettbewerbsfähige Erzeugung von Strom aus Windenergie. Tochter- und Beteiligungsunternehmen finden sich unter anderem in Frankreich, Spanien, Japan, Indien und sogar Australien. Weitere Informationen unter FINO steht für Forschungsplattformen in Nord- und Ostsee. FINO 1 steht nördlich von Borkum, FINO 2 befindet sich nordwestlich von Rügen. Die FINO 3-Station wird 80 Kilometer westlich von Sylt gebaut. Dort soll mit Hilfe von hydrologischen, chemischen und biologischen Messungen untersucht werden, wie sich Offshore-Windparks auf die Meeresökologie auswirken. Bis 2012 soll die Anlage betriebsfertig sein. Beteiligt an dem Projekt sind unter anderem das Forschungs- und Entwicklungszentrum der Fachhochschule Kiel und das Bundesministeri ums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Informationen im Internet: NovusEnergy ist eine Tochtergesellschaft im Verbund der MMC Energy Europe. Das Unternehmen hat sich auf Entwicklung, Finanzierung, Betrieb und Akquisition von Kraftwerksanlagen spezialisiert, die Strom, Wärme und Kälte aus erneuerbaren Energien gewinnen. Das Bio-Heizkraftwerk in Brunsbüttel ist 2008 nach zweijährigem Bau fertig gestellt worden. Investiert wurden 24 Millionen Euro, das Kraftwerk beschäftigt zehn Mitarbeiter. Geplant ist Tonnen Landschaftspflegematerial pro Jahr zu verfeuern. Weitere Informationen im Internet unter zwischen Nord- und Ostsee

5 IHK Schleswig-Holstein Kurzarbeitergeld - Sinnvolles Instrument in der Krise In wirtschaftlichen Krisenzeiten sehen viele Unternehmer Entlassungen als einzigen Ausweg, um die konjunkturelle Schwächephase zu überstehen. Doch es gibt eine Alternative: Kurzarbeit hilft Unternehmen, die von vorübergehendem Arbeitsausfall betroffen sind. Was ist Kurzarbeit? Konjunkturell bedingte Kurzarbeit ermöglicht es dem Arbeitgeber, seine Mitarbeiter auch dann weiter zu beschäftigen, wenn in wirtschaftlichen Krisenzeiten zu wenige Aufträge vorliegen. Statt Arbeitnehmer entlassen zu müssen, können Unternehmer im Einvernehmen mit dem Betriebsrat Kurzarbeit einführen. In Firmen ohne Betriebsrat ist die Zustimmung aller betroffenen Mitarbeiter nötig. Kurzarbeit wird bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) angezeigt. Das Unternehmen muss dazu betriebsbezogen von einem erheblichen Arbeitsausfall betroffen sein, der auf wirtschaftlichen Gründen oder einem unabwendbaren Ereignis beruht. Erfüllen die Firmen die dafür nötigen Voraussetzungen, erstattet die BA einen Teil des Arbeitsentgelts (= Kurzarbeitergeld). Neben konjunktureller Kurzarbeit gibt es noch zwei Sonderformen der Kurzarbeit: die Saison- Kurzarbeit, vor allem im Baugewerbe, und die Transfer-Kurzarbeit im Rahmen von betrieblichen Restrukturierungsmaßnahmen. Was sind die Vorteile von Kurzarbeit? Kündigungen werden in wirtschaftlich schweren Zeiten vermieden, so dass Betriebe keine gut ausgebildeten und eingearbeiteten Mitarbeiter entlassen müssen. Zudem werden Unternehmen von Personalkosten entlastet. Stattdessen kann die arbeitsfreie Zeit für die Weiterbildung der Mitarbeiter genutzt werden. Davon profitieren sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer: Qualifizierung bringt Wettbewerbsvorteile und Innovationskraft für die Unternehmen einerseits sowie Zusatzqualifikationen und Aufstiegschancen für die Arbeitnehmer andererseits. Vor allem ältere und gering qualifizierte Mitarbeiter können durch Weiterbildung ihr Risiko, langfristig arbeitslos zu werden, senken. Wer kurzarbeitet hält zudem seine Ansprüche auf Sozialleistungen aufrecht. Wie viel Geld erhalten die Arbeitnehmer in der Kurzarbeitsphase? Der Arbeitgeber zahlt nur den Teil des Arbeitsentgeltes, der der reduzierten Arbeitszeit entspricht. Wird zum Beispiel nur noch die Hälfte der Zeit gearbeitet, erhalten die Mitarbeiter vom Unternehmen auch nur noch die Hälfte der Vergütung. Hinzu kommt das Kurzarbeitergeld in Höhe von 60 Prozent des Lohnausfalls, bei Arbeitnehmern mit Kind im Haushalt 67 Prozent. Das Kurzarbeitergeld wird von der BA an den Arbeitgeber gezahlt, der es in der Regel vorher an seine Mitarbeiter verauslagt. Wie lange kann Kurzarbeitergeld bezogen werden? Seit dem 1. Januar 2009 gilt eine neue maximale Bezugsdauer für das Kurzarbeitergeld: Über die gesetzliche Bezugsfrist von sechs Monaten hinaus können Unternehmen nun für einen Zeitraum von maximal 18 Monaten die Leistung beantragen. Diese neue Regelung kommt auch den Betrieben zugute, die bereits 2008 mit Kurzarbeit begonnen haben. Wie lange arbeiten Kurzarbeiter? Ob der Arbeitsausfall stunden-, tage- oder wochenweise eintritt, bleibt dem Unternehmen vorbehalten. Das Entgelt muss für ein Drittel der Arbeitnehmer des Betriebes beziehungsweise der Betriebsabteilung um mehr als zehn Prozent verkürzt werden, damit Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht. Bei der so genannten Kurzarbeit null wird die Arbeit komplett eingestellt. Wer kann konjunkturelle Kurzarbeit beantragen? Nicht nur große Unternehmen, sondern vor allem kleine und mittelständische Firmen können von Kurzarbeit profitieren. Jedes Unternehmen mit mindestens einem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten kommt in Frage. Seit Ende 2008 können auch Zeitarbeitsunternehmen Kurzarbeit durchführen. Voraussetzungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld sind: Der Arbeitsausfall ist unvermeidbar, das heißt der Betrieb hat zuvor alles getan, um den Arbeitsausfall zu verhindern oder zu beheben, zum Beispiel durch das Aufbrauchen von Arbeitszeitguthaben oder das Gewähren von festgelegtem Erholungsurlaub. Und: Der Arbeitsausfall ist voraussichtlich nur vorübergehend und während der Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes ist davon auszugehen, dass die Beschäftigten anschließend wieder in Vollzeit arbeiten. Im Rahmen des 2. Konjunkturpakets werden die Bedingungen für Kurzarbeit weiter vereinfacht: Die Antragsstellung und die Zugangsvoraussetzungen werden erleichtert, zum Beispiel muss nicht mehr ein Drittel der Belegschaft betroffen sein, damit ein Unternehmen Kurzarbeit anmelden kann. Verzeichnet das Unternehmen einen Arbeitnehmer-Entgeltausfall von mehr als zehn Prozent, kann in Kurzarbeit gewechselt werden. Bisher trägt der Arbeitgeber für die Ausfallzeit die Beiträge zur Sozialversicherung allein, zukünftig übernimmt die BA die Hälfte. Qualifiziert ein Unternehmen während der Kurzarbeit seine Mitarbeiter, werden die Sozialbeiträge vollständig übernommen. Wer berät über Kurzarbeit und über Fördermöglichkeiten bei Kurzarbeit? Die regionalen Agenturen für Arbeit beraten Arbeitgeber vor Ort zum Thema Kurzarbeit und unterstützen sie bei der Antragstellung. Sie kommen dafür auch direkt in die Betriebe. Die bundesweit einheitliche Telefonnummer des Arbeitgeberservices der BA lautet 01801/ (3,9 ct./min aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; Mobilfunkpreise abweichend). Auf der Homepage der Bundesagentur für Arbeit unter stehen die Merkblätter zur Kurzarbeit und alle Formulare als Download zur Verfügung. Aktuelle Informationen zum Thema, weiterführende Links und Beratungsangebote Ihrer IHK finden Sie im Internet unter Ansprechpartner: IHK Flensburg: Service-Center Tel.: IHK zu Kiel Dr. Martin Kruse Tel.: IHK zu Lübeck Dipl.-Volksw. Martin Krause Tel.: Foto: Andre Walther, projekt-zwei 4 zwischen Nord- und Ostsee 04 09

6 ICS Festival GmbH Wacken rockt bald auch im Ausland Wirtschaft in Schleswig-Holstein Es ist ein Phänomen, das staunen lässt: Jedes Jahr pilgern zehntausende Menschen aus aller Welt nach Schleswig-Holstein und treffen sich zu einem der größten Events der Heavy-Metal-Szene dem Wacken Open Air. Für kurze Zeit wird dann die 200-Seelengemeinde im ländlichen Kreis Steinburg zur Partymeile. Holger Hübner, Wacken-Organisator und einer der Geschäftsführer der ICS Festival Service GmbH, ist mit seiner Standortwahl zufrieden. Wir haben uns bewusst für den ländlichen Raum Schleswig-Holsteins entschieden. Wir möchten dadurch die strukturschwache Region stärken. Das gelte besonders für die ICS Festival Service GmbH, die ihren Sitz ein paar Dörfer weiter in Dörpstedt hat. Wacken, berichtet Hübner, sei eher aus einer Kneipenlaune heraus entstanden. Dafür konnten sich die Besucherzahlen schon beim ersten Festival 1990 sehen lassen. Danach gelang es den Veranstaltern sich stetig zu verbessern. Mittlerweile ist Wacken zum Mekka für die gesamte Hardrock- und Metal-Szene geworden, 2008 zählten die Veranstalter über Teilnehmer. Das Internet habe mit seinen schnellen Verbreitungswegen stark zum Erfolg von Wacken und schließlich der ICS Festival Service GmbH beigetragen, so Hübner. Was wir bieten, ist ein 360-Grad-Modell, beschreibt er das Unternehmenskonzept. Es besteht aus verschiedenen Geschäftsbereichen, die sich gegenseitig ergänzen. So betreut das Dörpstedter Unternehmen über das hauseigene Label verschiedene Musiker und vertritt dabei ihre Interessen über den eigenen Verlag. Außerdem sind Hübner und sein Geschäftspartner Thomas Jensen als Tourneeund Konzertveranstalter tätig, sind mit dem WackenRadio im Internet vertreten, besitzen einen Downloadservice, einen Internet-Shop und einiges mehr. Besonders weiß Hübner den eigenen Ticketservice zu schätzen. Ich bin froh, dass wir das nie aus der Hand gegeben haben. Dadurch hatten wir immer einen guten Cashflow und waren in der Vergangenheit unabhängig von Krediten. Die Geschäfte der ICS Festival Service GmbH laufen sehr gut. Alleine im vergangenen Jahr lag der Umsatz bei rund zwölf Millionen Euro. Wacken sei die größte Einnahmequelle, so der Geschäftsführer. Wir sind, Holger Hübner ist der Mann hinter den Kulissen des Wacken Open Air. was die Platzverhältnisse angeht, wirklich an unsere Kapazitätsgrenzen gestoßen. Mehr Besucher gehen schlicht nicht. Ein Grund für Jensen und Hübner die Erfolgsgeschichte anderorts weiter zu schreiben. Mit Wacken rocks Seaside (Aurich, Nordfriesland) und Wacken rocks Southside (Rieden-Kreuth, Franken) haben die Geschäftspartner bereits zwei Ableger gegründet. Außerdem stehen die Norddeutschen kurz davor Wacken ins Ausland zu exportieren: Wir sind eifrig dabei Partner in Südamerika zu suchen. Im Mai werde es ein erstes Gastspiel in Brasilien geben, verrät Hübner können wir dann richtig losgehen. Zusätzlich wollen die beiden den Sprung auf den asiatischen Markt schaffen. Die Zeichen stehen nicht schlecht. Hübner rechnet in China sogar mit staatlicher Unterstützung: Während Pop und Rock verteufelt werden, gilt Heavy Metal als Arbeitermusik. An Ideen und Arbeit mangelt es den beiden jedenfalls nicht. Ein Grund, warum ein 14-Stunden-Tag eher die Regel als die Ausnahme ist. Hübner nimmt es sportlich: Unsere Fans und unsere Kunden geben uns sehr viel zurück, so dass es auch wirklich Spaß macht. Vanessa Barth Wacken: Die 200 Seelen-Gemeinde ist durch das Festival zum Pilgerort für Rockfans aus der ganzen Welt geworden. Kontakt: ICS Festival Service GmbH Hauptstraße Dörpstedt Telefon: (04627) Fax: (04627) zwischen Nord- und Ostsee

7 +++ Firmen-Ticker +++ Firmen-Ticker +++ Firmen-Ticker +++ Firmen-Ticker +++ Firmen-Ticker +++ Firmen-Ticker +++ Firmen-Ticker +++ Alle Ausfuhr-Anmeldungen außerhalb der EU müssen ab dem 1. Juli 2009 elektronisch über ATLAS-Ausfuhr abgegeben werden, eine Papieranmeldung wird dann nicht mehr möglich sein. Als Anbieter der Business-Software abas-erp (ERP - PPS - WWS - ebusiness) arbeitet die ABAS Systemhaus GmbH aus Reinbek bereits seit Anfang des Jahres gemeinsam mit seinen Kunden unter Volldampf an einem reibungslosen Übergang: Über die integrierte ATLAS-Schnittstelle können die unterschiedlichen Export-Softwarepakete für ATLAS an abas-erp angebunden werden. In Kundenworkshops sowie auf einem Kundentag im Mai im Schloss Reinbek informiert die ABAS Systemhaus GmbH im Detail über das Thema. +++ Der High-Tech Gründerfonds investiert Euro in das Lübecker Medizintechnik-Start-Up- Unternehmen Microstim GmbH. Die Microstim GmbH entwickelt einen neuartigen, gewebe- und funktionserhaltenden implantierbaren Muskelstimulator für muskuläre Herzunterstützungssysteme. Diese werden in der Therapie von Patienten mit einer Herzmuskelschwäche eingesetzt, die nicht mehr medikamentös behandelbar ist. +++ Mit dem Innovationspreis IT 2009 ist auf der Computermesse CeBIT in Hannover gleich in zwei Kategorien die Lübecker Consideo GmbH ausgezeichnet worden. Consideo ist eine Firmenausgründung aus der Universität zu Lübeck. Der Innovationspreis IT 2009 stand unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Mit dem Consideo Modeler, einer Software für das Chancen- und Krisenmanagement, wurde unter Bewerbungen erstmals eine Entwicklung aus Norddeutschland sowohl als innovativste IT-Lösung für den Mittelstand in der Kategorie Wissensmanagement als auch als Landessieger Schleswig-Holstein mit dem Sonderpreis der Bundesländer ausgezeichnet. +++ Ministerpräsident Peter Harry Carstensen eröffnete auf Fehmarn das neue Erlebnisbad FehMare. Die Sanierung des alten Meerwasserwellenbades in Burg und der Erweiterungsbau mit dem neuen Erlebnisbad wurden mit insgesamt 6,1 Millionen Euro aus dem Regionalprogramm 2000 des Landes unterstützt. +++ Die Raytheon Anschütz GmbH hat den Großauftrag erhalten, umfangreiche Navigations- und Kontrollsysteme für sechs U-Boote des Typs U214 zu liefern. Die Materialpakete werden für ThyssenKrupp Marine Systems an deren Werft HDW in Kiel geliefert. Das zweite Los von U214 für die südkoreanische Marine wird bei Daewoo Shipbuilding und Hyundai Heavy Industries in Korea gebaut. +++ In Kiel haben die Bauarbeiten für das neue ArbeitsbühneE Kein Theater mit den Mitarbeitern Das Verhältnis zwischen Führungskräften und Mitarbeitern ist ein entscheidender Faktor für die Leistungsbereitschaft von Arbeitnehmern. Doch nur selten erhalten Führungskräfte ein ehrliches und sachliches Feedback darüber, wie ihr Führungsstil und ihr Kommunikationsverhalten bei Mitarbeitern ankommt. Genau das bietet die Opernregisseurin und Kommunikationstrainerin Gesa Eckhardt. Das Kommunikationstraining nutzt eine neue Methode: Führung in der Rolle des Theaterregisseurs. Es bietet die Möglichkeit, das eigene Verhalten in Führungssituationen zu reflektieren und die Wirkung auf andere zu überprüfen. In den Trainings steht jedem der zwei bis vier Teilnehmer ein Team aus professionellen Schauspielern zur Verfügung. In der Rolle des Regisseurs leiten Führungskräfte eine Theaterprobe. Die Schauspieler setzen ihre szenischen Anweisungen auf der Bühne um und erarbeiten unter der Führung des Gastregisseurs eine kurze Szene. Regiehandwerk und Theatererfahrung sind bei diesem Training nicht nötig. Es geht um die Fähigkeit, individuelle kreative Potentiale anzusprechen und einem Gesamtkonzept zunutze zu machen. Kern der Trainings ist das Feedback der Schauspieler nach den Proben. Sie bringen das auf den Punkt, was Mitarbeiter im Arbeitsalltag selten ehrlich aussprechen: Welche Auswirkungen hat das Kommunikationsverhalten eines Vorgesetzten auf Potenzialentfaltung und Motivation eines Mitarbeiters? Weil Schauspieler Experten für Körpersprache, Physiognomie und Stimme sind, können sie vieles präzise benennen, was andere Menschen nur unbewusst wahrnehmen. In den zweitägigen Trainings haben Führungskräfte auch die Möglichkeit, die Erkenntnisse aus dem ersten Feedback am nächsten Tag umzusetzen und mit Hilfe der Schauspieler Handlungsalternativen zu testen. Die Arbeit mit den Schauspielern wird noch durch praktische Übungen aus dem Rhetorik- und Schauspieltraining bereichert. Dabei geht es vor allem darum, die Wahrnehmung für die meist verborgenen emotionalen Reaktionen von Mitarbeitern zu schärfen. Nach dem Training erhalten die Teilnehmer eine individuelle DVD mit Ausschnitten aus der Arbeit. Vor der Gründung der ArbeitsbühneE war Gesa Eckhardt Seminarleiterin bei der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein und bei der Deutschen Angestellten-Akademie. Dabei hat sie festgestellt, dass Seminarteilnehmer schnell in den gewohnten Fortbildungsmodus verfallen: zuhören, abnicken, nett essen und mal raus aus den Alltag. Das gibt es bei ihr nicht: Aktives Erleben und Erfahren kennzeichnet ihre Trainings. Dazu nutzt sie auch das außergewöhnliche Ambiente des Theaters, das in unserer Kulturgeschichte schon seit über Jahren ein Raum für Reflexion ist. red Kontakt: ArbeitsbühneE Kommunikationstraining Gesa Eckhardt Börnsener Str Börnsen Telefon: (040) Führungskräfte als Theaterregisseure. 6 zwischen Nord- und Ostsee Foto: ArbeitsbühneE

8 Foto: Sun Energy Europe GmbH Durch Drehung und Neigung schöpfen die Solarmodule das Maximum an Energie aus. Auch Solarstrom geht gut In Nordhackstedt gibt es Interessantes zu sehen. Dort wo die Menschen überwiegend Wind für die Stromproduktion nutzen, steht seit kurzem eine der größten Solarstromanlagen ihrer Art in Deutschland. Doch lohnt sich Photovoltaik überhaupt in Schleswig-Holstein? Hauptinvestor Henning Wriedt meint ja. Der Küstenwind kühlt die Module und erhöht dadurch den Wirkungsgrad. Außerdem reißt in Schleswig-Holstein immer wieder die Wolkendecke auf. Dadurch sei die Ausbeute genauso hoch wie in Süddeutschland, erklärt Wriedt. Die Solarstromanlage in Nordhackstedt verwendet eine Technik, die der Natur nachempfunden ist: So wie einige Pflanzen folgen die Solarmodule dem Lauf der Sonne, um das Maximum an Energie auszuschöpfen. Möglich macht dies ein ausgeklügelter Mechanismus, der sowohl Drehung als auch Neigung zulässt. Bauleiter und Mitinvestor Hans-Christian Andresen sagt: Eine Anlage mit zweifacher Nachführung dieser Größe gibt es in ganz Deutschland nicht. Auf diese Weise ließen sich rund 30 Prozent mehr Energie gewinnen als mit herkömmlichen Photovoltaikparks. Andresen ist mit seiner Firma Solar-Energie-Andresen in verschiedener Form in das Projekt eingebunden. Als Subunternehmer arbeitete er während des Aufbaus eng mit der hauptverantwortlichen SunEnergy Europe GmbH zusammen. Abgesehen von finanziellen Anreizen interessiert den Mitinvestor Andresen an dem XXL-Projekt noch ein weiterer Aspekt: Der Photovoltaikpark dient ihm als Testfeld für unterschiedliche Solarmodule. Die verschiedenen Modelle verteilten die Risiken und die Module mit der besten Stromausbeute könnten ausfindig gemacht werden. Davon wiederum profitieren Andresens Kunden. Dank des rund vier Fußballfelder großen Geländes haben die Betreiber reichlich Platz für ihr Vorhaben. Insgesamt 130 Drehtürme stehen auf dem Feld des Land- und Energiewirtes Henning Wriedt. Sie sind mit riesigen Sonnensegeln bestückt, die Raum für beinahe 4000 Solarmodule bieten. Die von ihnen produzierte elektrische Energie wandeln so genannte Wechselrichter der Flensburger Firma FeCon dann in Wechselstrom um. Unterm Strich entstehe so pro Jahr ein Ertrag von rund Euro und circa eine Million Kilowatt Strom, rechnet Wriedt vor. Rund 250 Haushalte könnten auf diese Weise problemlos mit Strom versorgt werden. Wriedt: Wir leben hier zwischen den Meeren. Egal ob Windenergie, Biogas oder Photovoltaik, alles geht gut. Vanessa Barth Kontakt: Solar-Energie-Andresen GmbH Hauptstraße Sprakebüll Telefon: (04662) Atlantic Hotel begonnen. Das neue Haus der Atlantic Hotel Kooperation zwischen dem Kieler ZOB und dem Hauptbahnhof soll im Sommer 2010 seine Türen öffnen. Ursprünglich sollte an gleicher Stelle das Projekt Hotel- und Gesundheitszentrum Kiel der Dr. Sellschopp Hausbau AG entstehen. Auch der Grundstein für das neue Vier-Sterne-Haus der Atlantic Hotel Kooperation in Lübeck ist gelegt. Die Investoren Joachim J. Linnemann und Kurt Zech errichten das designorientierte Haus in der Altstadt direkt neben dem Zentralbad. Die Eröffnung ist für März 2010 geplant. Auch der Eingangsbereich zum benachbarten öffentlichen Zentralbad wird im Zuge des Hotelbaus von den Investoren neu errichtet. Die Fertigstellung dieser Eingangshalle ist für Ende des Jahres 2009 vorgesehen. +++ Der 17-jährige Lübecker Schüler Philipp Schatton ist Mitbegründer der Firma SignSpin in Lübeck. Bei Sign Spinning handelt es sich um die Präsentation von Werbebotschaften, die auf Tafeln angebracht sind, die meistens die Form eines Pfeils haben. Die Pfeile werden von den Sign Spinnern an stark frequentierten Orten dynamisch präsentiert, das heißt sie werden geschwenkt, gedreht, jongliert oder ähnliches. Die Grundidee der Sign Spinning-Werbung kommt aus den USA und erreicht dort mittlerweile hohe Aufmerksamkeitswerte. Die Firma SignSpin in Lübeck bietet dieses innovative Werbeangebot als erste in Deutschland an. +++ Die Mortimer English School in Kaltenkirchen hat den Service für ihre Kunden in 2008 nochmals erweitert und bietet nun auch Beratung und Verkauf von Fachliteratur, Lehrmaterialien und englischen Büchern und Spielen an. Seit Februar 2006 besteht die staatlich anerkannte private englische Sprachschule in Kaltenkirchen, gegründet von der 32-jährigen Alexandra Albrecht. Die Mortimer English School bietet ein breites Spektrum an Kursen an, beispielsweise auch Firmenschulungen. Komplettpakete sowie individuelle Angebote ermöglichen es Berufstätigen jeder Branche sich fortzubilden. +++ Die AKN ist mit ihren technischen Möglichkeiten und der Erfahrung ihrer Mitarbeiter in diesen Tagen einmal mehr als Partner gefragt. So nutzt derzeit die Hessische Landesbahn GmbH aus Frankfurt am Main die Dienstleistungen der Betriebswerkstatt Kaltenkirchen. Bei insgesamt zehn Triebwagen werden von den technischen Experten der AKN seit Januar nach und nach die Radscheiben ausgewechselt und mit Hilfe einer modernen Radsatzpresse die Räder ausgetauscht. Bis zum Sommer sollen die Arbeiten an den Fahrzeugen abgeschlossen sein. +++ zwischen Nord- und Ostsee Firmen-Ticker +++ Firmen-Ticker +++ Firmen-Ticker +++ Firmen-Ticker +++ Firmen-Ticker +++ Firmen-Ticker +++ Firmen-Ticker +++

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