Brandschutz in der Planungspraxis

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1 Brandschutz in der Planungspraxis SS 2015 Aufgabenstellung von Dipl.-Ing. Thomas Kempen Dipl.-Ing. Thomas Kempen Vorstellung Geschäftsführender Gesellschafter der Kempen Krause Ingenieure in Aachen, Köln, Düsseldorf, Euskirchen, Hamburg, Berlin und Ingolstadt Beratender Ingenieur BDB/VBI Staatlich anerkannter Sachverständiger für die Prüfung des Brandschutzes Staatlich anerkannter Sachverständiger für Schall- und Wärmeschutz Sachverständiger in den Bereichen: Bauschäden, historische Bausubstanz, Glockenwesen Lehrbeauftragter der Fachhochschule Aachen Mitglied im Prüfungsausschuss für Brandschutzsachverständige der Ingenieurkammer-Bau NRW Mitglied im Arbeitskreis Brandschutzleitfaden des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Vorstandsmitglied der Ingenieurkammer-Bau NRW ( ) Mitglied im Arbeitskreis Bauordnung der Ingenieurkammer-Bau NRW Vorsitzender des BDB NRW - Bund Deutscher Baumeister ( ) Wissenschaftliche Tätigkeit Veröffentlichungen, Vortragstätigkeit 2 1-1

2 Vorstellung Vita 1985 Diplom Bauingenieurwesen RWTH Aachen Tätigkeit in der Bauwirtschaft Angestellter im väterlichen Ingenieurbüro Seit 1992 selbständig als Beratender Ingenieur Spezialisierungen: Historische Bausubstanz und Brandschutz 3 Vorstellung Firma gegründet Generation aktuell 185 Mitarbeiter 3 Geschäftsführer Dipl.-Ing. Thomas Kempen, Dr.-Ing. Hans-Jürgen Krause und Dipl.-Ing. Gerd Esselborn Tragwerksplanung Brandschutzplanung Baudynamik Projektmanagement SiGe-Koordination Prüfstatik Bauphysik Tiefbauplanung Integrale Planung Barrierefreiheit Standorte in: Aachen Köln Düsseldorf Hamburg Euskirchen Berlin Ingolstadt - bundesweite Tätigkeit 4 1-2

3 Inhalt Inhaltsübersicht - 2SWS wöchentlich, mittwochs 1. Termin / Aufgabenstellung 2. Termin Begriffe, Schutzziele, Beteiligte Wie lese ich einen Gesetzestext? Stand der Gesetzgebung in NRW 3. Termin Bauprodukte und Brandschutz mit europäischer Nomenklatur 4. Termin Materieller Brandschutz nach BauO NRW 5. Termin Materieller Brandschutz nach BauO NRW 6. Termin Materieller Brandschutz nach BauO NRW Änderung der Musterbauordnung MBO > 5 Inhalt Inhaltsübersicht - 2SWS wöchentlich, mittwochs 7. Termin Brandschutzkonzept Sonderbau am Beispiel Super C Muster-Versammlungsstättenverordnung MVStättVO 8. Termin Muster-Beherbergungsstättenverordnung MBeVO Muster-Verkaufsstättenverordnung MVKVO 9. Termin Sonderbauverordnung Teil 5: Garagen Richtlinie über bauaufsichtliche Anforderungen an Schulen Schulbaurichtlinie (SchulbauR) 10. Termin Muster-Richtlinie über den baulichen Brandschutz im Industriebau 11. Termin Richtlinie über bauaufsichtliche Anforderungen an den Bau und Betrieb von Einrichtungen mit Pflegeund Betreuungsleistungen 6 1-3

4 Terminübersicht Terminübersicht Vorlesungen Raum: Vorlesung: Mittwoch, :15 09:45 Uhr 2. Vorlesung: Mittwoch, :15 09:45 Uhr 3. Vorlesung: Mittwoch, :15 09:45 Uhr 4. Vorlesung: Mittwoch, :15 09:45 Uhr 5. Vorlesung: Mittwoch, :15 09:45 Uhr 6. Vorlesung: Mittwoch, :15 09:45 Uhr 7. Vorlesung: Mittwoch, :15 09:45 Uhr 8. Vorlesung: Mittwoch, :15 09:45 Uhr 9. Vorlesung: Mittwoch, :15 09:45 Uhr 10. Vorlesung: Mittwoch, :15 09:45 Uhr 7 Terminübersicht Terminübersicht Weiterhin sind die folgenden Termine verbindlich: 1. Beratungstermin zur Abgabe: Mittwoch, , 09:00 10:00 Uhr 2. Beratungstermin zur Abgabe: Mittwoch, , 09:00 10:00 Uhr 1. Übungsabgabe: Mittwoch, , 09:00 13:00 Uhr 2. Übungsabgabe: Mittwoch, , :00 Uhr 8 1-4

5 Der Flughafenbrand in Düsseldorf Rhein-Ruhr-Flughafen Düsseldorf Im Abfertigungsgebäude halten sich in Spitzenzeiten des Tages ca Personen auf. Zum Zeitpunkt des Brandes hielten sich mehr als Menschen im Gebäude auf. 17 Personen kamen bei dem Brand ums Leben. Brandursache: Schweißarbeiten - begünstigt durch den horizontalen Einbau von Polystyrol-Hartschaum-Platten. 9 Der Flughafenbrand in Düsseldorf Quelle: Feuertrutz

6 Bauordnungsrechtliche Folgen des Brandes Unabhängige Sachverständigenkommission des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen zur Prüfung von Konsequenzen aus dem Brand auf dem Rhein-Ruhr-Flughafen Düsseldorf Untersucht werden sollten insbesondere ob und welche Änderungen baurechtlicher Vorschriften Änderung der einschlägigen technischen Regelwerke Maßnahmen zur Wiederherstellung des Flughafens Bauordnungsrechtliche Folgen des Brandes Nachrüstungsvorschläge für die anderen Flughäfen Vorschläge zur Verbesserung des Brandschutzes für vergleichbare Gebäude, in denen sich regelmäßig viele Menschen aufhalten empfohlen werden können

7 Bauordnungsrechtliche Folgen des Brandes Änderungen im materiellen Baurecht hat es auf Grund des Flughafens kaum gegeben (vgl. 37 (1) BauO NRW). Wesentliche Änderungen hat es stattdessen in den bauordnungsrechtlichen Verfahren gegeben. 13 Begriff Der Begriff Brandschutzkonzept bezeichnet eine ganzheitliche schutzzielorientierte brandschutztechnische Bewertung bzw. Planung des Gebäudes

8 Projektbeispiel: Justizzentrum Aachen 15 Aufgabenstellung Brandschutzkonzept

9 Komponenten Das Brandschutzkonzept besteht mindestens aus: Textteil und Planunterlagen 17 Brandschutzkonzept - Der Textteil Inhalt Veranlassung/Auftraggeber/ Umfang Grundlagen, z.b. Anforderungen und gesetzliche Bestimmungen (Schutzzieldefinition) Objektbeschreibung, Rahmensituation Risikoanalyse Darstellung des Brandschutzkonzeptes

10 Inhalt Brandschutzkonzept - Der Textteil weitere Inhalte, z.b. Brandschutz während der Bauausführung, ingenieurmäßige Verfahren Zusammenfassung/ Schlussbewertung 19 Inhalt Der Brandschutzplan Anforderung an Bauteile (farblich) Rettungswege (farblich) Sicherheitstechnische Einrichtungen (symbolisch) Farbgebung z.b. nach DIN 4844 Praxishinweis: Tragende Teile nicht darstellen. Grund: Abschottungssystem nicht mehr erkennbar!

11 21 Projektbeispiel: BMZ Bonn

12 23 Anforderungen an das Brandschutzkonzept von 1) Planungsbeteiligten 2) Behörden 3) Betreibern / Nutzern

13 Planungsbeteiligte a) Frühzeitige Information über die wesentlichen Inhalte b) Umfassende Information über die einzuhaltenden Normen und Vorschriften c) Planungssicherheit d) Visualisierte Planung e) Nachvollziehbarkeit Pläne würden i.d.r. reichen; der Textteil hat die untergeordnete Rolle 25 Behörden a) Prüfbarkeit b) Vollständigkeit c) Eindeutige Aussagen d) Handhabbarkeit (keine 100 Seiten-Konzepte) vielfach in Behördensprache gewünscht, Pläne sind für das Verstehen des Textes unerlässlich. Der Text ist jedoch das zentrale Element

14 Betreiber / Nutzer a) Verständliche Anleitung zum Handeln b) Muss vom Beauftragten lesbar sein und von allen verstanden werden. c) Es muss den aktuellen Stand der brandschutztechnischen Konzeption des Gebäudes (Objektes) widerspiegeln. Ständig fortgeschriebenes Konzept als Brandschutz-Dokumentation Pläne und Text mit eindeutiger Struktur. Der Text muss auch als Nachschlagewerk dienen können. 27 Projektbeispiel: Verkaufsstätte Aachen

15 Brandschutzkonzept Erdgeschoss 29 Brandschutzkonzept 4. Obergeschoss

16 Zusammenspiel Genehmigungsplanung Behörden Bauvorlagen Brandschutzkonzept Genehmigung Bedürfnisse, Funktionen Planungsbeteiligte Planungsangaben Nutzungsangaben Bauherr/ Nutzer Ausführungsplanung Umsetzung Unternehmer Auftrag 31 G/ G/ G - Leistungsphasen Grobkonzept - Grundlagenermittlung und Vorplanung Genehmigungskonzept - Entwurfsplanung und Genehmigungsplanung Gesamtkonzept - Ausführungsplanung und Objektüberwachung

17 Projektbeispiel: Neubau Klinik Minden 33 Lageplan

18 Erdgeschoss 35 Dynamisches Fluchtwegleitsystem - Hintergrund Im Falle eines Brandes in einem Gebäude, wo sich viele Menschen versammeln, erweist sich nicht die Hitzeentwicklung als hauptsächliche Gefährdungsquelle, sondern der sich schnell ausbreitende Rauch mit starker toxischer Belastung. Die Gefahr der Erstickung droht. Sicht und damit Orientierung sind erheblich eingeschränkt. Das direkte Umfeld eines Brandes muss so schnell wie möglich verlassen werden

19 Dynamisches Fluchtwegleitsystem - Hintergrund Bisher: Statische, meist über Türen oder unter Decken in Gängen angebrachte Rettungszeichenleuchten/ Hinweisleuchten, die zum nächstgelegenen Fluchtweg leiten. Keine Garantie, dass dies auch in der entsprechenden Ausnahmesituation der richtige Weg ist. Da sich Qualm und Rauch immer im oberen Raumdrittel konzentrieren, sind sie rasch nicht mehr zu erkennen und erfüllen somit ihre Funktion nicht mehr. 37 Dynamisches Fluchtwegleitsystem Das System leistet über die bloße Anzeige möglicher Rettungswege - wie bei herkömmlichen Leuchten - hinaus die Kennzeichnung tatsächlich rauch- und damit gefahrenfreier Rettungswege. Zur Richtungsanzeige werden grüne LED genutzt. Brandherd und Gefahrenstellen werden in der Frühphase unmittelbar nach Erkennen eines Brandes lokalisiert. Dynamische, bewegliche Richtungszeichen und Fluchtwegleuchten in Bodennähe oder für den Bodeneinbau ersetzen die statischen

20 Vom Entwurf zum Konzept Bestand: Risikoanalyse Neubau: Beratung Maßnahmenkatalog Entwurf Grobkonzept Bauvorlage Genehmigungskonzept Baugenehmigung 39 Projektbeispiel: Beherbergungsstätte Aachen

21 Brandschutzkonzept Erdgeschoss 41 Brandschutzkonzept 1. Obergeschoss

22 Aufgabenstellung Ausblick - Aufgabenstellung Aufgabenstellung Brandschutz Teil I - Grundlagen - Erarbeiten Sie ein Brandschutzkonzept gemäß 9 BauPrüf VO für folgende Teilaspekte: Baurechtliche Einstufung System der äußeren und inneren Abschottung System der Rettungswege Allgemeine Beschreibung der brandschutztechnischen Infrastruktur (Brandmeldeanlage, Sprinkler, Notbeleuchtung) sofern erforderlich Darstellung und Erläuterung der Abweichungen und Kompensationsmaßnahmen 43 Aufgabenstellung Ausblick - Aufgabenstellung Die Erarbeitung sollte 10 bis 15 Seiten Text sowie das Eingangsgeschoss und zwei Geschosse im Grundriss als Brandschutzzeichnung nicht überschreiten. Die Vorstellung erfolgt zusätzlich als mündlicher Vortrag mit Folien oder als ppt-präsentation. Hinweis: Die Bewertung wird nach folgendem Schema erfolgen: 1. Wurden die richtigen Rechtsgrundlagen erkannt und genannt? 2. Wurden aus den baurechtlichen Anforderungen die richtigen Schlussfolgerungen gezogen? 3. Sind Abweichungen vollständig beschrieben und sinnvoll kompensiert? 4. War die Argumentationskette nachvollziehbar? 5. Bitte alle Unterlagen im DIN A4-Format (Pläne max. DIN A3) abgeben

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