Integrierte Versorgung Depression: Ablauf

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1 Integrierte Versorgung Depression: Ablauf Teilnahmeerklärung des Arztes/Psychotherapeuten Unterschreiben der Teilnahmeerklärung Arzt/Psychotherapeut Fax an MEDI Nach dem Absenden der Erklärung können Patienten sofort im Rahmen der Integrierten Versorgung behandelt werden. MEDI veröffentlicht auf ihrer Homepage die teilnehmenden Ärzte/Psychotherapeuten. Die Liste wird laufend aktualisiert, so dass bei der weiteren Suche nach einem Therapeuten/Facharzt darauf Bezug genommen werden kann MEDI Dienstleistungs GmbH Fr. Hoffmann Industriestraße Stuttgart Tel: (0711) Fax: (0711) Teilnahmeerklärung des Patienten Bei Vorliegen einer depressiven Phase (Diagnose ICD 10 F 31 bis 34, F06.3,F38) und Bereitschaft des Patienten im Rahmen der integrierten Versorgung behandelt zu werden: Unterschreiben der Teilnahmeerklärung - Patient MEDI Dienstleistungs GmbH Fr. Hoffmann Industriestraße Stuttgart Tel: (0711) Fax: (0711) Fax an MEDI Fax an Daimler BKK Daimler BKK Geschäftsstelle Sindelfingen Thomas Bauer Tel: 07031/ Fax: 07031/ Im Falle einer rezidivierenden Symptomatik eines ehemaligen IGV-Patienten ist eine erneute Teilnahmeerklärung nur erforderlich, wenn die letzte Behandlung im Rahmen der IGV länger als ein Jahr zurückliegt. Stand Juni 2009 S. 1

2 Einteilung des Schweregrades einer Depression: Depressive Episode (F32.xx, F31.xx, F33.xx) Jeweils Verlauf über > 2 Wochen Leicht: Mittelgradig: Schwer: Mit somatischen Symptomen: Symptomen 2 Hauptsymptome + 2 Zusatzsymptome 2 Hauptsymptome Zusatzsymptome 3 Hauptsymptome+ > 4 Zusatzsymptome Vorhandensein von mindestens 4 somatischen Hauptsymptome Depressive Stimmung (ungleich Trauer) Interessensverlust, Freudlosigkeit Antriebsmangel, erhöhte Ermüdbarkeit Zusatzsymptome Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen Gefühle von Schuld/ Wertlosigkeit negative und pessimistische Zukunftsperspektiven Suizidgedanken oder handlungen Schlafstörungen, frühmorgendliches Erwachen Mangelnde emotionale Reagibilität auf sonst freudige Ereignisse morgendliches Stimmungstief Appetitstörungen Somatische Symptome psychosomatische Hemmung oder Agitiertheit deutlicher Appetitverlust oder Appetitsteigerung Magendruck, Obstipation, Durchfälle Gewichtsverlust deutlicher Libidoverlust, Impotenz, Frigidität allgemeine körperliche Abgeschlagenheit, Mattigkeit Kopfschmerz (diffus, drückend, dumpf) Druckgefühl in Hals und Brust (Globusgefühl, Schwere) in der Brust) Schwindelgefühle, Flimmern vor den Augen, (Funktionelle) Störungen von Herz, Kreislauf, Atmung, Magen und Darm Sehstörungen Muskuläre Verspannungen Diffuse neuralgiforme Schmerzen Blasenstörungen Sistieren der Menses Stand Juni 2009 S. 2

3 Komfortbetreuung beim Hausarzt/Facharzt beinhaltet: Grundelemente: Arztkontakte: Bei leichter Depression: 5 Kontakte / Quartal à 10 Minuten Mittelgradige Depression: 8 Kontakte / Quartal à 15 Minuten Schwere Depression: 12 Kontakte / Quartal à 20 Minuten Kurzfristige Termine Vorgespräch mit Psychotherapeuten innerhalb der ersten 4 Behandlungswochen im Rahmen der integrierten Versorgung veranlassen/vereinbaren Anmelden des Patienten zur Psychoedukation beim Facharzt/Psychotherapeut (Termine werden im Internet bekannt gegeben, siehe unter Gruppenschulung/Psychoedukation) Achtung: Bei der Gruppenschulung handelt es sich um einen Pflichtbaustein, der angeboten werden muss! Optional: Überweisung von Hausarzt zum Facharzt: Überweisung zum Facharzt bei mittelschwerer oder schwerer Symptomatik, bipolare Störung, Rezidivierende Episoden, Dysthymie, unklare Symptomatik, Differentialdiagnose Wichtige Angaben auf der Überweisung : - der Patient nimmt an der integrierten Versorgung teil, - wie viele Arztkontakte/Gespräche bereits stattgefunden haben, - wie die weitere Versorgung stattfinden soll: - Übernahme der weiteren Betreuung oder - einmaliges Gespräch/Beratung wegen medikamentöser Behandlung. Fallkonferenz: Eine Fallkonferenz wird durchgeführt, wenn sich nach 8 Wochen Behandlung keine Änderung des Zustandsbildes abzeichnet. Der Arzt, der die IGV-Behandlung koordiniert, lädt zu einer Fallkonferenz ein. Als Teilnehmer werden alle Behandler eingeladen (Hausarzt, Facharzt, Psychotherapeut). Die Dauer der Fallkonferenz umfasst durchschnittlich 30 Min. Die Fallkonferenz hat zum Ziel, die Ergebnisse der bisherigen Behandlungen auszutauschen sowie weitere Schritte festzulegen. Der einladende Arzt dokumentiert die Fallkonferenz und leitet und erörtert die Ergebnisse mit dem Patienten. Stand Juni 2009 S. 3

4 Psychotherapeut: Grundelement Vorgespräch 50 min innerhalb von 4 Wochen Kurzbericht an den überweisenden Hausarzt/ Facharzt ob Psychotherapie empfohlen wird. Optional: Aufnahme einer Psychotherapie: Bei leichter Depression: Bei Mittelgradige Depression: Bei Schwerer Depression: 6 Stunden 12 Stunden 12 Stunden Ausfüllen der Mitteilung zur Psychotherapie Fax an Daimler BKK Daimler BKK Geschäftsstelle Sindelfingen Thomas Bauer Tel: 07031/ Fax: 07031/ Gruppenschulung/Psychoedukation Die Gruppenschulungen werden von den Fachärzten und /oder Psychotherapeuten geleitet. Die festen Termine und Orte der Gruppenschulungen werden auf der Homepage von MEDI veröffentlicht Stand Juni 2009 S. 4

5 Abrechnung - Evaluation Der Evalutionsbogen dient gleichzeitig auch zur Abrechnung. Der einschreibende bzw. fallführende IGV-Arzt füllt den Evaluationsteil vollständig aus. Die Mitbehandler brauchen nur den Abrechnungsteil auszufüllen. Bei der Abrechnung wird das jeweilige Datum des Kontaktes in die entsprechenden Felder eingetragen. Der Abrechnungs-/Evaluationsbogen wird an MEDIVERBUND Stuttgart nach Beendigung der Krankheitsphase, bzw. nach einer 3monatigen Behandlung gefaxt. Ist die Komfortbetreuung über mehr als ein Quartal bzw. eine länger als 3-monatige Behandlungsdauer erforderlich, ist bei der 2. Abrechnung Folge-Behandlungsepisode anzukreuzen. Ziel der IGV ist eine so weitgehende Stabilisierung, dass eine Wiederaufnahme in die Regelversorgung möglich ist. Die IGV ist nicht als dauerhafter Ersatz der Regelversorgung angelegt. Ausfüllen des Evaluations -/Abrechnungsformular Fax an MEDI MEDI Dienstleistungs GmbH Fr. Hoffmann Industriestraße Stuttgart Tel: (0711) Fax: (0711) Abrechnungsteil: Hausarzt : Facharzt: Psychotherapeut: C2Arztkontakte (leichte Depression) C4 Fallkonferenz (optional) C1 Diagnosemodul (bei Einsteuerung durch Daimler BKK) C2 Arztkontakte (alle Schweregrade) C3 Psychoedukation, wenn sie selbst durchgeführt wurde C4 Fallkonferenz (optional) C3 Psychoedukation, wenn sie selbst durchgeführt wurde C4 Fallkonferenz (optional) C5 Vorgespräch Psychotherapie C6 Psychotherapie (optional) Stand Juni 2009 S. 5

6 CGI Clinical Global impressions 1. Schweregrad der Krankheit Ziehen Sie Ihren gesamten Erfahrungsschatz an dieser Art von Kranken in Betracht und geben Sie an, wie hoch Sie den jetzigen Grad der seelischen Erkrankung des Patienten einschätzen. 2. Gesamtbeurteilung der Zustandsänderung Beurteilen Sie dabei die Zustandsänderung insgesamt, also nicht nur das Ergebnis der Medikamenten-behandlung. Bitte vergleichen Sie den jetzigen Zustand des Patienten mit dem zu Beginn der Studie, und geben Sie an, inwieweit sich das Krankheitsbild des Patienten geändert hat. 0 Nicht beurteilbar 1 Patient ist überhaupt nicht krank 2 Patient ist ein Grenzfall psychiatrischer Erkrankung 3 Patient ist nur leicht krank 4 Patient ist mäßig krank 5 Patient ist deutlich krank 6 Patient ist schwer krank 7 Patient gehört zu den extrem schwer Kranken 0 Nicht beurteilbar 1 Zustand ist sehr viel besser 2 Zustand ist viel besser 3 Zustand ist nur wenig besser 4 Zustand ist unverändert 5 Zustand ist etwas schlechter 6 Zustand ist viel schlechter 7 Zustand ist sehr viel schlechter Stand Juni 2009 S. 6

7 GAF Global Assessment of Functioning Hervorragende Leistungsfähigkeit in einem breiten Spektrum von Aktivitäten; Schwierigkeiten im Leben scheinen nie außer Kontrolle zu geraten; Wird von anderen wegen einer Vielzahl positiver Qualitäten geschätzt; Keine Symptome. Keine oder nur minimale Symptome (z.b. leichte Angst vor einer Prüfung), gute Leistungsfähigkeit in allen Gebieten, interessiert und eingebunden in ein breites Spektrum von Aktivitäten, sozial effektiv im Verhalten, im allgemeinen zufrieden mit dem Leben, übliche Alltagsprobleme oder -sorgen (z.b. nur gelegentlicher Streit mit einem Familienmitglied). Wenn Symptome vorliegen, sind diese vorübergehende oder zu erwartende Reaktionen auf psychosoziale Belastungsfaktoren (z.b. Konzentrationsschwierigkeiten nach einem Familienstreit); höchstens leichte Beeinträchtigung der sozialen, beruflichen und schulischen Leistungsfähigkeit (z.b. zeitweises Zurückbleiben in der Schule). Einige leichte Symptome (z.b. depressive Stimmung oder leichte Schlaflosigkeit) ODER einige leichte Schwierigkeiten hinsichtlich der sozialen, beruflichen oder schulischen Leistungsfähigkeit (z.b. gelegentliches Schuleschwänzen oder Diebstahl im Haushalt), aber im allgemeinen relativ gute Leistungsfähigkeit, hat einige wichtige zwischenmenschliche Beziehungen. Mäßig ausgeprägte Symptome (z.b. Affektverflachung, weitschweifige Sprache, gelegentliche Panikattacken) ODER mäßig ausgeprägte Schwierigkeiten bezüglich der sozialen, beruflichen oder schulischen Leistungsfähigkeit (z.b. wenige Freunde, Konflikte mit Arbeitskollegen, Schulkameraden oder Bezugspersonen). Ernste Symptome (z.b. Suizidgedanken, schwere Zwangsrituale, häufige Ladendiebstähle) ODER starke Beeinträchtigung der sozialen, beruflichen und schulischen Leistungsfähigkeit (z.b. keine Freunde; Unfähigkeit, eine Arbeitsstelle zu behalten). Einige Beeinträchtigungen in der Realitätskontrolle oder der Kommunikation (z.b. Sprache zeitweise unlogisch, unverständlich oder belanglos) ODER starke Beeinträchtigungen in mehreren Bereichen, z.b. Arbeit oder Schule, familiäre Beziehungen, Urteilsvermögen, Denken oder Stimmung (z.b. ein Mann mit einer Depression vermeidet Freunde, vernachlässigt seine Familie und ist unfähig zu arbeiten; ein Kind schlägt häufig jüngere Kinder, ist zu Hause trotzig und versagt in der Schule). Das Verhalten ist ernsthaft durch Wahnphänomene oder Halluzinationen beeinflusst oder ernsthafte Beeinträchtigung der Kommunikation und des Urteilsvermögens (z.b. manchmal inkohärent, handelt grob inadäquat, starkes Eingenommensein von Selbstmordgedanken) ODER Leistungsunfähigkeit in fast allen Bereichen (z.b. bleibt den ganzen Tag im Bett, hat keine Arbeit, kein Zuhause und keine Freunde). Selbst- und Fremdgefährdung (z.b. Selbstmordversuche ohne eindeutige Todesabsicht, häufig gewalttätig, manische Erregung) ODER ist gelegentlich nicht in der Lage, die geringste persönliche Hygiene aufrechtzuerhalten (z.b. schmiert mit Kot) ODER grobe Beeinträchtigung der Kommunikation (größtenteils inkohärent oder stumm). Ständige Gefahr, sich oder andere schwer zu verletzen (z.b. wiederholte Gewaltanwendung) ODER anhaltende Unfähigkeit, die minimale persönliche Hygiene aufrechtzuerhalten oder ernsthafter Selbstmordversuch mit eindeutiger Todesabsicht Stand Juni 2009 S. 7

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