Grundlagen Buchführung

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1 Der häufigste Fehler bei Buchführungsaufgaben ist der sogenannte Dreher, d. h. die Verwechslung von Soll und Haben. Das folgende einfache Schema soll Ihnen dabei helfen, mit der Bildung von Buchungssätzen besser klarzukommen und vor allem Dreher zu vermeiden. Statt Soll und Haben wird dabei von (= Soll) und (= Haben) gesprochen. Die Ursache für Dreher liegt meist in der Interpretation der Wörtchen Soll und Haben, was nur Verwirrung stiftet. Kontenrahmen oder gar Konto-Nummern brauchen Sie für die Prüfung nicht zu kennen, die zu verwendenden Konten sind vorgegeben. 1. Schritt Zerlegen Sie den Geschäftsvorfall, den Sie buchen sollen, so weit wie möglich in Teilvorgänge. Beispiel Kauf einer Maschine % USt (= ) auf Ziel. Bei diesem Geschäftsvorfall haben wir drei Teilvorgänge: - den Zugang der Maschine: die Mehrwertsteuer (= Forderung an das Finanzamt) die Verbindlichkeit gegenüber dem Lieferanten: Schritt Wenden Sie auf jeden Teilvorgang das folgende Schema an. Betrifft der Teilvorgang einen Bestand (Bilanz) oder den Erfolg (GuV)? Bestand (Bilanz) Erfolg (GuV) Aktivseite (= Vermögen) Vermögen oder Schulden? Passivseite (= Schulden) Aufwand oder Ertrag? Zugang oder Abgang? Zugang oder Abgang? Aufwand Ertrag Zugang Abgang Abgang Zugang (im Soll) (im Haben) (im Soll) (im Haben) immer (im Soll) immer (im Haben) Das vorstehende Schema gilt für alle möglichen Buchungssätze. Bei Korrekturbuchungen (Storno) müssen Sie nur den vorherigen Buchungssatz umdrehen. Storno-Buchungen kommen in der Prüfung jedoch nicht vor. Beispiel 1. Teilvorgang: Der Zugang der Maschine verändert den Bestand an Maschinen: also Bestand (Bilanz). Die Maschine ist ein Vermögensgegenstand, also Aktivseite, ein Zugang, also (im Soll) buchen. 2. Teilvorgang: Die gezahlte Mehrwertsteuer ist eine Forderung an das Finanzamt, also ein Vermögensgegenstand, damit Bestand (Bilanz) und Aktivseite. Es handelt sich um einen Zugang an Forderungen, also (im Soll) buchen. - Seite 1

2 3. Teilvorgang: Die Kaufvertragsvereinbarung lautet Kauf auf Ziel, d. h. wir müssen später einmal die Rechnung bezahlen, damit haben wir eine Veränderung unseres Bestandes an Schulden (Bilanz, Passivseite), es ist ein Zugang an Verbindlichkeiten, also (im Haben) buchen. 3. Schritt Überprüfen Sie, ob sich und die gleichen Summen ergeben. Unser Beispiel Links (Soll) Zugang Maschine Rechts (Haben) Zugang Verbindlichkeit Zugang USt-Forderung Summe Summe: Linke und rechte Seite stimmen überein. Beispiel Abschreibung Wir erfassen am Jahresende den Wertverzehr der Maschine, um den Buchwert der Maschine um planmäßige Abschreibungen zu verringern. Wir nehmen dazu an, dass wir die Maschine 10 Jahre nutzen werden, also die jährliche (lineare) Abschreibung beträgt. Dass die Maschine weniger wert ist, stellt für uns einen Aufwand dar. Wir zerlegen diesen Geschäftsvorfall Erfassung Wertverzehr Maschine in Teilvorgänge: Die Reduzierung des Buchwerts der Maschine betrifft einen Bestand, und zwar einen Vermögensgegenstand, eben unsere Maschine. Es handelt sich um einen Abgang, ein Teil des Wertes ist verloren, also erfolgt die Buchung auf dem Maschinenkonto (im Haben). Der Aufwand betrifft unsere Erfolgsrechnung, Aufwendungen werden immer gebucht. Skonto Skonto-Abzüge werden immer auf ein extra Konto (Kundenskonti oder Lieferantenskonti) gebucht, aber am Jahresende in das zugehörige Bestandskonto abgeschlossen. Berücksichtigen Sie, dass Sie bei Skonto-Ausnutzung die verringern müssen, da sich die immer auf das tatsächlich gezahlte Entgelt bezieht. Die einbehaltene ist eine Verbindlichkeit gegenüber dem Finanzamt, die gezahlte ist eine Forderung an das Finanzamt. Beides wird saldiert, der Differenzbetrag wird mit dem Finanzamt verrechnet. Buchen Sie niemals auf ein Erfolgskonto (Aufwand oder Ertrag)! Es ist für Unternehmen nur ein durchlaufender Posten. - Seite 2

3 Arten von Konten Bestandskonten S Aktive Bestandskonten H S Passive Bestandskonten H Anfangsbestand Abgänge Abgänge Anfangsbestand Zugänge Endbestand Endbestand Zugänge Erfolgskonten S Aufwandskonten H S Ertragskonten H Aufwand (evt. Korrekturen) (evt. Korrekturen) Erträge Saldo in GuV Saldo in GuV Eigenkapitalkonto und Privatkonto S Privatkonto H S Eigenkapital H Privatentnahmen Privateinlagen (Verlust) Anfangsbestand (Saldo) (Saldo) (Privat) (Gewinn) Endbestand (Privat) Warenkontobuchung Erste Variante: Gemischtes Warenkonto Anfangsbestand und Zugänge zum Einkaufspreis ansetzen Abgänge (= Verkäufe) zum Verkaufspreis ansetzen Endbestand zum Einkaufspreis ansetzen (ins Schlussbilanzkonto gegenbuchen!) Saldo des Gemischten Warenkontos = Warenrohgewinn (in GuV gegenbuchen!) Zweite Variante: Wareneinkaufskonto und Warenverkaufskonto Auf das Wareneinkaufskonto (= aktives Bestandkonto) werden Anfangsbestand, Zugänge und Endbestand zu Einkaufspreisen gebucht. Endbestand laut Inventur! Abschluss ins Schlussbilanzkonto. Restsaldo als Wareneinsatz in die GuV (= Aufwand!); 246 Abs. 2 HGB Auf das Warenverkaufskonto (= Erfolgskonto) werden nur die Verkäufe zu Verkaufspreisen gebucht. Abschluss in die GuV. Dritte Variante: Wareneinkaufskonto, Wareneinsatzkonto, Warenverkaufskonto Wareneinkaufskonto: Anfangsbestand, Zugänge und Endbestand laut Inventur (zum Einkaufspreis), Abschluss ins Schlussbilanzkonto (= Aktives Bestandskonto) Jeder Warenverkauf wird auf das Warenverkaufskonto gebucht (zum Verkaufspreis). Abschluss Warenverkaufskonto in die GuV (= Ertragskonto) Zusätzlich wird der zu jedem Warenverkauf zugehörige Wareneinsatz vom Wareneinkaufskonto auf das Wareneinsatzkonto umgebucht (zum Einkaufspreis). Abschluss des Wareneinsatzkontos in die GuV (= Aufwandskonto) Warenrücksendungen Hierzu wird der ursprüngliche Buchungssatz einfach umgekehrt. - Seite 3

4 Rabatt und Bonus Rabatt: sofortige Gewährung = Sofortabzug! Bonus: nachträgliche Gewährung (Achtung! muss korrigiert werden!) Kundenboni: Auf Konto Kundenboni buchen, Abschluss über Warenverkauf Lieferantenboni: Auf Konto Lieferantenboni buche, Abschluss über Wareneinkauf Skontobuchung Allgemeiner Hinweis: Die auf der Rechnung ausgewiesene muss bei Skontoausnutzung entsprechend korrigiert werden. Bemessungsgrundlage der USt ist gem. 10 UStG das Entgelt. Korrekturbetrag: USt- Satz auf den Skontobetrag anwenden. Bruttomethode Brutto heißt, der Warenwert wird brutto (= ohne Skontoabzug) ins Warenkonto gebucht, das Skonto wird in ein extra Skonto -Konto gebucht, das am Jahresende in das Warenkonto abgeschlossen wird. Lieferantenskonto: Skontoabzug bei Wareneinkauf Buchung bei Eingang der Ware: Wareneinkauf an Lieferantenverbindlichkeiten Lieferantenverbindlichkeiten an Bank Lieferantenskonto Abschlussbuchung am Jahresende Lieferantenskonto an Wareneinkauf Kundenskonto: Skontoabzug bei Warenverkauf Buchung bei Verkauf (Abgang) der Ware: Kundenforderungen an Warenverkauf Bank an Kundenforderungen Kundenskonto Abschlussbuchung am Jahresende Warenverkauf an Kundenskonto Nettomethode Der Rechnungsbetrag ohne USt wird in zwei Bestandteile zerlegt, den Warenwert und den Zinsanteil (für die evtl. Kreditgewährung). Bei Zahlung innerhalb Skontofrist wird der Zinsanteil storniert. Die Abschlussbuchung entfällt, weil im Warenkonto bereits der Nettobetrag gebucht ist. Lieferantenskonto: Skontoabzug bei Wareneinkauf Buchung bei Eingang der Ware: Wareneinkauf an Lieferantenverbindlichkeiten Skontoaufwand Lieferantenverbindlichkeiten an Bank Skontoaufwand - Seite 4

5 Kundenskonto: Skontoabzug bei Warenverkauf Buchung bei Verkauf (Abgang) der Ware: Kundenforderungen an Warenverkauf Skontoertrag Bank an Kundenforderungen Skontoertrag Verbuchung des Werkstoffverbrauchs Verbuchung der Werkstoffzugänge Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe an Lieferantenverbindlichkeiten Erfassung des Werkstoffverbrauchs Erfassungsmethode Charakterisierung Anwendungsbereich Inventurmethode Skontrationsmethode keine Erfassung der Einzelabgänge Verbrauchsermittlung am Periodenende Verbrauch = AB + Zugänge - EB Erfassung jedes Einzelabgangs durch Materialentnahmeschein (MES). Kleinbetriebe Mittel- und Großbetriebe mit Lagerbuchhaltung Verbuchung nach der Inventurmethode S Bestandskonto Rohstoffe H S Aufwand Rohstoffe H Anfangsbestand Zugänge Endbestand laut Inventur (SBK) Saldo = Abgang Verbrauch = Saldo Bestandskonto Rohstoffe Saldo (Rohstoffaufwand) (in die GuV) Verbuchung nach der Skontrationsmethode S Bestandskonto Rohstoffe H S Aufwand Rohstoffe H Anfangsbestand Abgang (1) Verbrauch (1) Zugänge Abgang (2) Verbrauch (2) Abgang (3) Verbrauch (3) Endbestand (SBK) Saldo (Rohstoffaufwand) (in die GuV) Bestandsänderungen bei Halb- und Fertigfabrikaten (1) Für unfertige Erzeugnisse wird ein separates Bestandskonto eingerichtet. (2) Das Bestandskonto "unfertige Erzeugnisse" gibt seinen Endbestand an SBK ab. (3) Bestandserhöhungen werden als Ertrag im Haben des Erfolgskontos "Bestandsänderung ue" verbucht. (4) Bestandsminderungen werden als Aufwand im Soll des Erfolgskontos "Bestandsänderung ue" verbucht. (5) Das Erfolgskonto "Bestandsänderung ue" gibt seinen Saldo an das GuV-Konto ab. - Seite 5

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