Sicherheitsuntersuchungen Curriculum Entwicklungspsychopharmakologie im Kindes- und Jugendalter am

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1 Curriculum Entwicklungspsychopharmakologie im Kindes- und Jugendalter am Dr. med. A. Schneider (Ulm)

2 Sicherheitsuntersuchungen Wozu? Empfehlungen Praktisches Vorgehen

3 Sicherheitsuntersuchungen Wozu? Psychopharmakotherapie beeinflusst Neurotransmitter => auch unerwünschte Effekte Häufig Off-Label Gebrauch von Medikamenten Unterschiede im kindlichen Organismus Dauer von Langzeiterfahrungen Leitlinien: Ärztliche Sorgfaltspflicht Kurz- und langfristiges Monitoring von Wirksamkeit und Verträglichkeit sicher stellen!

4 Psychopharmaka-Gruppen in der KJP (1) ADHS-Therapeutika (2) Antidepressiva (3) Antipsychotika (4) Lithium (5) Weitere

5 ADHS-Therapie Methylphenidat: Atomoetin: Häufige NW: Seltene NW: Dopamin-Agonismus selektiver Noradrenalin-Antagonismus - Kopfschmerzen - Übelkeit, Bauchschmerzen - Appetit, Gewicht - Einschlafstörungen, Reizbarkeit - Tachykardie -Blutdruck - Schwindel - Wachstumsverzögerungen - Parästhesien - depressive Verstimmung - Tics (Methylphenidat)

6 Stimulantien/Atomoetin - Überwachung Verlaufskontrollen: Vorher 1. Monat jährlich Anamnese Körperliche Untersuchung Körpergewicht Körpergröße Blutdruck Puls Labor: BB, Krea, Leberenzyme Spiegelbest. () EKG () () () EEG () () ()

7 Antidepressiva: SSRI Vertreter: Häufige NW: Seltene NW: Schwere NW: Fluoetin, Fluvoamin, Sertralin, Citalopram - Übelkeit, Diarrhöe, Obstipation, Appetit, Gewicht - Mundtrockenheit - Kopfschmerzen, Schwindel - Schlafstörungen - Hypomanie, Manie - leichte Unruhe, Tremor - allergische Hautveränderungen - Blutbildveränderungen - Tachkardie, RR-Veränderung - Suizidgedanken - seuelle Fkt.störungen - Leber-/Nierenfunktions-Störungen - behavioural toicity - serotoninerges Syndrom - Cave: Diabetiker!

8 Antidepressiva: SSRI Serotonin-Syndrom: Vegetative, zentralnervöse, neuromuskuläre Effekte: Tachykardie Blutdruck Hyperthermie Agitiertheit tonisch-klonische Krämpfe Bewusstseinstrübung bis Koma Therapie: Sofortiges Absetzen => Besserung meist innnerhalb 6-12h Symptomatische Behandlung ggf. Serotoninantagonist, Muskelrelaanz DD: Malignes neuroleptisches Syndrom

9 Antidepressiva: SSRI - Überwachung Verlaufskontrollen: Vorher 1. Monat jährlich Anamnese Körperliche Untersuchung Körpergewicht Körpergröße Blutdruck Puls Labor: BB, Krea, Na, Leberenzyme Spiegelbest. () EKG () ()

10 Antidepressiva: Trizyklische Antidepressiva Häufige NW: - Übelkeit, Mundtrockenheit, Obstipation - Appetit, Gewicht - Kopfschmerzen, Schwindel - Müdigkeit - Ödeme - leichte Unruhe, Zittern Seltene NW: - allergische Hautveränderungen - Blutbildveränderungen - HRST, orth. Hypotonie - Suizidgedanken - Leber-/Nierenfunktions-Störungen Sehr seltene NW: - Agranulozytose Sicherheitsuntersuchungen

11 Antidepressiva: TZA - Überwachung Verlaufskontrollen: Vorher 1. Monat jährlich Anamnese Körperliche Untersuchung Körpergewicht Körpergröße Blutdruck Puls Labor: BB, Krea, Na, Leberenzyme Spiegelbest. () EKG () EEG () () Zahnärztliche Kontrollen!

12 Klassische Antipsychotika Wirkstoffe: niedrig potent: Levomepromazin, Promethazin mittel potent: Chlorprothien hoch potent: Haloperidol Mechanismus: Häufige NW: Seltene NW: Schwere NW: Dopamin-(D2)-Antagonismus - Frühdyskinesien - Anticholinerg (Gewicht, Mundtrockenheit, Verschwommensehen, Obstipation) - Prolaktin - HRST, Hypotonie - Hautveränderungen - Spätdyskinesien - Blutbildveränderungen - Leberschäden - Malignes neuroleptisches Syndrom

13 Klassische Antipsychotika Malignes neuroleptisches Syndrom: Symptome:» Hyperthermie über 40 C» Rigor, Akinese, Bewusstsein» Krampfanfälle, Arrhythmien» Myoglobin und CK Behandlung: sofortiges Absetzen. Kühlen, da Antipyretika oft nicht ausreichend wirksam Behandlung Störungen Elektrolyt- & Wasserhaushalte, kardiovaskulären Manifestationen, Infektionen Versuch mit Dantrolen-Infusionen und Bromocriptin Sicherheitsuntersuchungen

14 Klassische Antipsychotika - Überwachung Verlaufskontrollen: Vorher 1. Monat bis 6. Monat (monatlich) jährlich Anamnese Körperliche Untersuchung Körpergewicht Körpergröße Blutdruck Puls Labor (nüchtern): BB, Krea, Glc, Leberenzyme, Blutfette (+Prolaktin) Spiegelbest. () EKG () EEG () () Zahnärztliche Kontrollen!

15 Atypische Antipsychotika Wirkstoffe: Mechanismus: Häufige NW: Seltene NW: Schwere NW: Olanzapin, Aripiprazol, Quetiapin, Zisprasidon, Risperidon, Clozapin Dopamin- und Serotonin-Antagonismus - Müdigkeit, Schlaflosigkeit - EPS, Kopfschmerzen - Appetit, Gewicht -BD, Schwindel - gastronintestinale Symptome - Prolaktinerhöhung - BB-Veränderungen - Metabolisches Syndrom - Malignes neuroleptisches Syndrom - Agranulozytose

16 Atypische Antipsychotika Metabolisches Syndrom: Olanzapin und Clozapin Risikopopulation: Erstanwendung bei Kindern und Jugendlichen mit erstmaligem Auftreten einer Psychose Meist innerhalb 8 12 Wochen Therapie: VT und Metformin

17 Atypische Antipsychotika - Überwachung Verlaufskontrollen: Vorher 1. Monat jährlich Anamnese Körperliche Untersuchung Körpergewicht Körpergröße Blutdruck Puls Labor (nüchtern): BB, Krea, Glc, Leberenzyme, (+Prolaktin) Blutfette Spiegelbest. () EKG () EEG () ()

18 Atypische Antipsychotika - Sonderfall Clozapin Erstes atypisches Antipsychotikum (kaum EPS!) Cave: Agranulozytose-Risiko!!

19 Atypische Antipsychotika - Sonderfall Clozapin Anwendung beschränkt auf: Therapieresistente Schizophrenie bei Leukozyten 3, /l und Neutrophile 2, /l Obligat: wöchtl. BB-Kontrolle in ersten 18 Wochen!! Monatl. BB-Kontrolle während gesamter Behandlung BB-Kontrollen bis mind. 4 Wochen nach Absetzen Sicherheitsuntersuchungen

20 Lithium Indikation: bipolare Störungen Mechanismus: unbekannt; Down-Regulation von Serotoninrezeptoren, Signaltransduktion Häufige NW: - Gewicht - Polyurie, Polydypsie - Sedierung Geringe therapeutische Breite! =>Überdosierung: Tremor und Gelbsehen Sicherheitsuntersuchungen

21 Lithium - Überwachung Kontrolluntersuchungen: Vorher 1. Monat Monat (monatlich) jährlich Anamnese Körperliche Untersuchung (+Halsumfang) (+Halsumfang) Körpergewicht Körpergröße Blutdruck Puls Labor: Krea (wöchentl.) E lyte, SD-Werte Krea-Clearance (24h-Urin) Spiegelbest. (wöchentl.) EKG EEG Blutentnahme für Spiegelbestimmung möglichst genau 12h nach letzter Einnahme. Zweckmäßigerweise am Morgen vor nächster Tablettengabe.

22 Antikonvulsiva Indikation: Rezidivprophylae bipolarer Störungen Wirkstoffe: Carbamazepin, Valproat, Topiramat, Lamotrigin Mechanismus: unbekannt; Stabilisierung von Ionenkanälen NW: - Übelkeit - Leukopenie - Müdigkeit Schwere NW: - Agranulozytose (Carbamazepin) - akutes Leberversagen (Valproat) - dermatologische Komplikationen (Lamotrigin) Sicherheitsuntersuchungen

23 Antikonvulsiva - Überwachung Verlaufskontrolle Carbamazepin Vorher 1. Monat Monat (monatlich) jährlich Anamnese Körperliche Untersuchung Körpergewicht Körpergröße Blutdruck Puls Labor:BB, E lyte, Krea, Leberwerte Lipase, Amylase Fibrinogen, Quick, PTT,Faktor VIII Spiegelbest. EKG EEG Gynäkologische Untersuchung vorher und im Verlauf

24 Antikonvulsiva - Überwachung Verlaufskontrolle Valproat Vorher Monat (monatlich) jährlich Anamnese Körperliche Untersuchung Körpergewicht Körpergröße Blutdruck Puls Labor:BB, E lyte, Krea, Leberwerte Lipase, Amylase Fibrinogen, Quick, PTT,Faktor VIII Spiegelbest. EKG () () () EEG () () Gynäkologische Untersuchung vorher und im Verlauf

25 Aniolytika/Hypnotika Wirkstoffe: Diazepam, Lorazepam Indikation: Initial bei Psychose; Angst-/Erregungszustände Mechanismus: über GABA-Rezeptoren Häufige NW: - Tagesmüdigkeit Seltene NW: - paradoe Wirkung - Appetitstörungen - se. Funktions-Störungen Große therapeutische Breite Abhängigkeitspotential => Anamnese Suchtpotential Sicherheitsuntersuchungen

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27 Sicherheitsuntersuchungen

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29 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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