Vorbeugung des Schlaganfalles

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1 Vorbeugung des Schlaganfalles Gesundheits-Tag Bad Neuenahr-Ahrweiler Paul Reuther Ambulantes neurologisches Rehabilitationscentrum Ahrweiler

2 Schlaganfall und Geschichte Jalta Februar >Schlaganfall

3 Prominente mit Schlaganfall Schubert Haydn Charles Dickens Lenin Hindenburg Eisenhower George Bush Sr. Deng Xiao-Ping Karl Carstens Ramses II Churchill Stalin Roosevelt Ariel Scharon Liz Taylor Prinzessin Margret Bette Davis Quincy Jones Oliver Hardy Burt Lancaster Kirk Douglas Gene Kelly Fellini Heinz Erhardt Drafi Deutscher Tegtmeier Hans-Dieter HüschH Axel Schulz

4 Der Schlaganfall entsteht durch eine plötzliche Durchblutungsstörung des Gehirns : Minderdurchblutung (80%) oder Blutung (20%). Die Entstehung des Schlaganfalles wird durch eine Reihe von Risikofaktoren begünstigt >

5 Unbeeinflussbare Risikofaktoren wie z.b. Alter, Geschlecht oder familiäre Belastungen Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel gehören zu den Risikofaktoren, die durch eine gesunde Lebensweise, oftmals auch in Kombination mit Medikamenten, positiv beeinflusst werden können Einige Herzrhythmusstörungen und das Schlaf- Apnoe-Syndrom sind zusätzliche Risikofaktoren Auch der Hormonersatz in den Wechseljahren kann kritisch sein

6 Wichtig zu wissen ist, dass die Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen (Schlaganfall, Herzinfarkt, arterielle Verschlusskrankheit/"Raucherbein") sich gegenseitig beeinflussen und dieses negative Zusammenspiel sich in einem erhöhten "globalen" Gesamtrisiko äußert. Facit: Mit gezielter Vorbeugung gleich mehrfach vorsorgen

7 Epidemiologie des Schlaganfalles Fakten Zweithäufigste Todesursache weltweit Dritthäufigste Ursache für Behinderung und vorzeitige Invalidität in Europa Erkrankungshäufigkeit in Deutschland pro Jahr (ansteigend) Tod: 20% in ersten 4 Wochen, 37% im erstem Jahr, 60% in 5 Jahren Ein Drittel bleibt nach Schlaganfall pflegebedürftig Risiko für ein Zweitereignis in 5 Jahren 20-40% Bei 70- bis 80-jährigen haben 7,5% der Frauen und 8,5% der Männer bereits mindestens einen Schlaganfall erlitten Prognose: über 80-jährige im Jahre 2050: 15% der Bevölkerung

8 Kosten direkte und indirekte Kosten der Versorgung pro Patient im ersten Jahr nach Schlaganfall

9 Schlaganfall ist Notfall Symptome schlagartig auch flüchtig Lähmungserscheinung Gefühlsstörung Sehstörung Doppelbilder Gesichtsfeld Sprachstörung Zeit ist Hirn - jede Minute zählt Tel oder 112

10 Schlaganfall-Rettungskette Unmittelbarer Rettungsteameinsatz Information des Schlaganfallzentrums Sofort Notruf (112) Identifikation von Schlaganfallsymptomen durch Patient oder Anwesende Unverzügliche Diagnostik und Therapie durch die Schlaganfallspezialisten in der Stroke Unit

11 Folgende Krankheiten und Lebenstilfaktoren sind als Schlaganfall-Risiken identifiziert

12 Bluthochdruck Je höher der Blutdruck, desto höher das Schlaganfall-Risiko. Bluthochdruck verursacht Schäden an den Gefäßwänden und begünstigt die Entwicklung der Arteriosklerose. Die frühzeitige Erkennung und Behandlung des Bluthochdrucks senkt das Schlaganfall-Risiko um bis zu 40 Prozent. in systolisch diastolisch optimal unter 120 unter 80 normal unter 130 unter 85 noch normal Bluthochdruck ab 140 ab 90

13 Bluthochdruck Für die Verminderung des Schlaganfall-Risikos gilt, dass grundsätzlich Blutdruck-Werte im Normalbereich von unter 130/85 mmhg anzustreben sind. Dies gilt auch für ältere Menschen.

14 Fettstoffwechselstörungen Ein erhöhter Cholesterinspiegel im Blut erhöht das Schlaganfall-Risiko um das zweifache. Blutfette lagern sich an den Arterienwänden ab, bilden Engpässe und fördern die Entwicklung von Arteriosklerose. Ein "Fettprofil zeigt ob erhöhte Cholesterinspiegel gesundheitsgefährdend sind. Neben dem Gesamtcholesterin werden "gutes" HDL- und "schlechtes" LDL- Cholesterin bestimmt. Fett (mg/dl) keine zusätzlichen zusätzliche Risiken bereits vorhandene Risiken Gefäßerkrankung Triglyzeride unter 200 unter 200 unter 200 Gesamtcholesterin unter 250 unter 200 unter 180 LDL-Cholesterin unter 160 unter 130 unter 100 schlecht HDL-Cholesterin über 40 über 40 über 40 gut

15 Fettstoffwechselstörungen Grenzwert für das Gesamtcholesterin ist 200 mg/dl. Entscheidend für die Schlaganfall-Gefährdung ist jedoch, ob noch andere Risikofaktoren mitspielen. Sind zusätzliche Risikofaktoren vorhanden und/oder bereits Schlaganfall oder Herzinfarkt aufgetreten, sollen die Grenzwerte streng eingehalten werden. Die ist oft nur durch medikamentöse Therapie möglich.

16 Diabetes mellitus Die Zuckerkrankheit, ist heute die Volkskrankheit Nr. 1 Diabetiker haben ein zwei- bis dreifach erhöhtes Schlaganfall-Risiko. Wie beim Bluthochdruck wird die Krankheit oft erst spät entdeckt, denn viele Diabetiker sind anfangs beschwerdefrei. Ein hoher Blutzuckerspiegel schädigt die Gefäßwände und beschleunigt das Entstehen von Arteriosklerose. Bei Zuckerkranken liegt der Blutzuckerwert in nüchternem Zustand morgens bereits über 120 mg/dl und nach dem Essen über 200 mg/dl.

17 Diabetes mellitus Durch 1. Begrenzung der täglich aufgenommenen Kohlenhydrate ("Diabetes Diät"), 2. Normalisierung des Körpergewichts, 3. ausreichende Bewegung (Verbrauch des Zuckers durch die Muskelzellen) 4. den Einsatz blutzuckersenkender Medikamente wird der Zuckerspiegel im Blut normalisiert.

18 Vorhofflimmern Bestimmte Herzrhythmusstörungen sind gefährlich für die Entwicklung eines Schlaganfalls. Es bilden sich Blutgerinnsel im Herzen, die als Embolie mit dem Blutstrom ins Gehirn gelangen, eine Arterie verstopfen und einen Schlaganfall auslösen. Das so genannte Vorhofflimmern ist eine spezielle Form der Herzrhythmusstörungen. Es äußert sich durch einen unregelmäßigen Herzschlag und erhöht das Schlaganfall-Risiko ganz massiv. Der unregelmäßige Herzschlag ist meist nicht direkt spürbar (Herzstolpern oder Herzklopfen).

19 Vorhofflimmern Die Häufigkeit des Vorhofflimmerns nimmt mit dem Alter zu. Im Alter von 65 bis75 Jahren sind 4 bis 6 Prozent der Bevölkerung betroffen. In der Altersgruppe über 75 Jahre liegt die Häufigkeit bereits bei 10 bis 16 Prozent. Durch die Gabe von Medikamenten, die die Blutgerinnung hemmen (so genannte Blutverdünner (Marcumar) kann das Schlaganfall-Risiko um bis zu 70 Prozent reduziert werden.

20 Rauchen Rauchen erhöht das Schlaganfall-Risiko um das zwei- bis vierfache. Frauen und sehr starke Raucher haben ein besonders hohes Schlaganfall-Risiko Das Schlaganfall-Risiko steigt mit der Anzahl der "Raucherjahre" und der täglichen Zigarettendosis. Im

21 Rauchen Im Zigarettenrauch sind Nikotin, Teer und Kohlenmonoxid enthalten, die zu Schädigung der Gefäßwände führen. Nikotin verengt die Gefäße. Der Blutdruck steigt an. Zusätzlich verändern die Substanzen im Zigarettenrauch die Fließeigenschaften des Blutes es wird dickflüssiger und neigt verstärkt zur Bildung von Gerinnseln. Diese Gerinnsel können ein verengtes Blutgefäß verstopfen. Im

22 Rauchen Rauchen gefährdet jedoch nicht nur die eigene Gesundheit Passivrauchen erhöht das Schlaganfall-Risiko um 18 Prozent gegenüber Nichtrauchen (= Schlaganfälle pro Jahr in D durch Passivrauchen) Die gute Nachricht Es gibt gute Belege dafür, dass die Aufgabe des Rauchens das Schlaganfall-Risiko reduziert und selbst dann, wenn bereits seit Jahrzehnten geraucht wurde oder wenn schon mal ein Schlaganfall aufgetreten ist. - bis vierfache. Im

23 Alkohol Geringer Konsum von Alkohol (z.b. ein Glas Wein oder Bier) bedingt kein erhöhtes Schlaganfall-Risiko. Die im Wein enthaltenen Flavonoide sind offensichtlich in der Lage, Arteriosklerose-Vorgänge in den Blutgefäßen aufzuhalten. Ein Glas Wein ab und zu kann auch zu einer leichten Absenkung des Cholesterinspiegels im Blut beitragen. Aber höherer Konsum erhöht das Risiko deutlich Bei Männern steigt ab einer Alkoholmenge von 40 g pro Tag (= eine halbe Flasche Wein, ein Liter Bier) das Schlaganfall- Risiko jedoch sehr deutlich an. Bei Frauen liegt die entsprechende Grenze bei 20 g pro Tag.

24 Fehlernährung und Übergewicht Übergewicht führt zu Bluthochdruck oder Diabetes. Allein schon deshalb kann es das Schlaganfall-Risiko um das zwei- bis dreifache erhöhen. Bei Herz- und Kreislauferkrankungen (auch Schlaganfall). hat sich gezeigt, dass durch Gewichtsabnahme das Erkrankungsrisiko gesenkt wird.

25 Fehlernährung und Übergewicht Der Body-Mass-Index misst das Übergewicht Erhöhter Taillenumfang zeigt ungünstige Fettverteilungsmuster Messung des Bauchumfangs an der Taille gilt als einfacher Weg: erhöhtes Risiko für Frauen über 80 cm für Männer über 90 cm In Deutschland überschreiten ca % diese Risikoschwelle. Durch die Reduktion des Bauchumfangs (z. B. Abnehmen durch Sport) kann das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung erheblich reduziert werden.

26 Bewegungsmangel Sport hält fit: die Gefäße werden trainiert und elastisch gehalten, zudem werden sie mit Sauerstoff versorgt. Blutdruck und Cholesterinwerte sinken, der Zuckerstoffwechsel wird reguliert. Mangelnde körperliche Bewegung begünstigt das Auftreten von Herz-Kreislauferkrankungen (und Schlaganfall) und das Entstehen von Arteriosklerose.

27 Bewegungsmangel Beim Sport ist wichtig: Höchstleistungen müssen nicht sein. Vorsichtig beginnen und langsam steigern. Optimal ist ein Training dreimal die Woche etwa eine halbe Stunde. Geeignete Sportarten: Wandern, Walking, Joggen, Schi-Langlauf, Schwimmen, Fahrradfahren, Badminton. Ergometer, Crosswalker, Fitnessstudio, Rehasport Grundsätzlich gilt: Sportart und Intensität müssen an Alter und Gesundheitszustand angepasst sein.

28 Schlaf-Apnoe-Syndrom In vielen deutscher Schlafzimmer hängt der Haussegen schief, weil ein Partner extrem schnarcht. Aber noch viel zu oft wird die nächtliche Lärmbelästigung hingenommen, ohne ärztlichen Rat zu suchen. Diagnose: Wahrscheinlich Schlafapnoe > unbehandelt drohen Herzinfarkt, Schlaganfall und Impotenz Diagnosesicherung im Schlaflabor Behandelbar mit Überdruck-Schlafmaske

29 Das Idealziel zur Vorbeugung des Schlaganfalles Ernährung mediterran salzarm frucht- und gemüsereich hoher vegetarischer Anteil viel Fisch (2x pro Woche) 0,25 l Wein Verzicht auf Kaffee und Spirituosen Normalgewicht Nichtraucher Blutdruck 135/80 mmhg Schlafapnoe erkannt und behandelt Normalwerte für Blutzucker, Cholesterin und Triglyceride 3x30 min Ausdauersport pro Woche Hormonersatz bei Frauen (Vorsicht bei Risiken, < 50ug Oestrogen)

30 PC gestützter Risikotest auch in der Ausstellung am Stand des ANR Ahrweiler verfügbar

31 Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

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