Der Weg von der Anmeldung bis zur Inbetriebnahme von EEG- und KWK- Anlagen

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1 Der Weg von der Anmeldung bis zur Inbetriebnahme von EEG- und KWK- Anlagen Sie möchten selbst Strom erzeugen und in unser Netz einspeisen? Der Weg von der Anmeldung bis zur Inbetriebnahme Ihrer eigenen Strom- Erzeugungs-Anlage (EEG und KWK-Anlagen) Photovoltaikanlage (EEG) Blockheizkraftwerk (KWK) Windkraftanlage (EEG) Biogasanlage (EEG) Wasserkraftanlage (EEG) Alle Formulare finden Sie in unserem Download-Bereich ( Antragsdokumente (Anmeldung, Datenblatt usw.) Beispiele für Übersichtspläne Inbetriebsetzungsformulare Ergänzungen und Erläuterungen zu den technischen Richtlinien für EEG- und KWK-Anlagen Für andere Eigenerzeugungsanlagen nennen wir Ihnen gern die notwendigen Unterlagen. Kontakt: Anmeldung und Anschluss von EEG-Anlagen: Paul Müller, Telefon: , EEG-Anlagen < 30 KW Cécile Marschall, Telefon: , EEG-Anlagen > 30 KW Anmeldung und Anschluss von KWKG-Anlagen: Paul Müller, Telefon: , KWK-Anlagen < 30 KW Cécile Marschall, Telefon: , KWK-Anlagen > 30 KW

2 Schritt 1: Angebots- und Auftragsphase mit dem Anlagenerrichter (z. B. Ihrem Installateur oder Dachdecker) Sie besprechen mit Ihrem Anlagenerrichter die gewünschte Anlagengröße, Technik und Finanzierung und erteilen ihm den Auftrag. Dieser wird anschließend mit der konkreten Planung der Anlage beginnen. Schritt 2: Anmeldung der Erzeugungsanlage bei der AVU Netz GmbH WICHTIG: Die Anlage muss rechtzeitig bei uns angemeldet werden. Die Anmeldung der Erzeugungsanlage übernimmt Ihr Anlagenerrichter bereits in der Planungsphase für Sie. Zum Hintergrund: Alle Erzeugungsanlagen müssen beim Netzbetreiber angemeldet werden, denn die Inbetriebsetzung einer Erzeugungsanlage ohne Zustimmung des Netzbetreibers kann die Sicherheit des Netzbetriebes und die Spannungsqualität im Netz gefährden und ist nicht zulässig (aus VDE-AR-4105 Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz). Derzeit gibt es in den Gesetzen und technischen Regelwerken keine Ausnahmen für kleine Erzeugungsanlagen. Der Anlagenerrichter muss folgende anschlussrelevante Unterlagen vollständig bei uns einreichen: Datenblatt und Anmeldung für eine Erzeugungsanlage für den Parallelbetrieb mit dem Nieder- bzw. Mittelspannungsnetz Lageplan, aus dem die Grundstücksgrenzen und der Aufstellungsort hervorgehen Übersichtsschaltplan des Anschlusses der Erzeugungsanlage an das Netz mit den Daten der eingesetzten Betriebsmittel, inklusive der Anordnung der Mess- und Schutzeinrichtungen der Anordnung der Zählerplätze, auch dezentrale Zählerplätze (Schalter, Wandler, Trafos, Schutz, Regler) Eine einpolige Darstellung ist ausreichend. Messkonzept mit der Angabe, welchen Messaufbau Sie wünschen. Sollten Sie uns auch als Messstellenbetreiber wünschen, muss Ihr Anlagenerrichter zusätzlich den Antrag zur Inbetriebsetzung einer Stromanlage einreichen. Für jede Erzeugungseinheit einen Konformitätsnachweis sowie den zugehörigen Prüfbericht Beschreibung der Schutzeinrichtungen und ein Konformitätsnachweis für den Netz- und Anlagenschutz bzw. Entkupplungsschutz und den zugehörigen Prüfbericht bzw. die Unbedenklichkeitsbescheinigung eines Prüfinstitutes Die vorgenannten Formulare finden Sie im Download-Bereich auf (Netzanschluss/Formulare für Einspeiseanlagen)

3 Schritt 3: Netzverträglichkeitsprüfung durch die AVU Netz GmbH Liegen uns die Unterlagen vollständig vor, führen wir eine sogenannte Netzverträglichkeitsprüfung durch. Diese dauert in der Regel 2 bis 3 Wochen. Abhängig von der Lage des Netzverknüpfungspunktes und der Größe der Anlage gelten die in den technischen Regelwerken sowie den Vorgaben des Netzbetreibers beschriebenen Netzanschlussverfahren. Hinsichtlich der Messeinrichtung ergeben sich gegebenenfalls zusätzliche Angebote: Wandlermessung: Für hohe Leistungen (hier > 35kW) ist eine Wandlermessung zum Schutz des Zählers erforderlich. Technische Einrichtung für das Einspeisemanagement: die Erfassung und Steuerung des Stroms, der eingespeist wird, erfolgt bei der AVU Netz GmbH über einen sogenannten intelligenten Zähler. Er ist in der Lage, den Stromverbrauch und die Einspeisung zeitlich genau zu erfassen und über ein Display darzustellen. Außerdem erlaubt er den Austausch und die Verarbeitung der Daten, wodurch das optimale Last- und Einspeisemanagement möglich wird. Dazu erstellen wir Ihnen gerne entsprechende Angebote. Bitte sprechen Sie uns an. Schritt 4: Zusage durch die AVU Netz GmbH Nach der Netzverträglichkeitsprüfung erhalten Sie eine Einspeisekapazitätszusage von uns. Schritt 5: Bau der Erzeugungsanlage Nach Erhalt der Einspeisekapazitätszusage können Sie den Bau der Anlage bei Ihrem Anlagenerrichter freigeben. Tipp: Nehmen Sie auch rechtzeitig Kontakt mit Ihrem Steuerberater auf zu Fragen der Umsatzsteuer(pflicht). Schritt 6: Zusendung Inbetriebsetzungsantrag Ihr Anlagenerrichter muss spätestens eine Woche vor der geplanten Inbetriebnahme der Anlage einen Inbetriebsetzungsantrag bei uns einreichen. Schritt 7: Die Inbetriebsetzung durch Ihren Anlagenerrichter Bitte informieren Sie uns über diesen Termin. Wir entscheiden, ob wir bei der Inbetriebnahme anwesend sein werden. Auf jeden Fall muss Ihr Anlagenerrichter ein Inbetriebsetzungsprotokoll anfertigen. Sollten wir bei der Inbetriebnahme nicht anwesend sein, schicken Sie uns im Anschluss an die Inbetriebnahme unbedingt ein Duplikat des Inbetriebsetzungsprotokolls zu. Tritt zwischen der Fertigstellung der Anlage und dem Einbau/Zählerwechsel eine Vergütungsreduzierung oder ein Gesetzeswechsel ein, empfehlen wir eine wirtschaftliche

4 Inbetriebnahme. Diese dient zur Sicherung Ihrer Einspeisevergütung zum Zeitpunkt der Fertigstellung Ihrer Anlage. Die wirtschaftliche Inbetriebnahme müssen Sie mittels entsprechender Nachweise dokumentieren (siehe Infoblatt im Download-Bereich). Sie müssen Ihre EEG-Anlage bei der Bundesnetzagentur (BNA) bzw. Ihre KWK-Anlage beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) anmelden. Die Meldung sollte am Datum der Inbetriebnahme erfolgen, die Meldefrist beträgt drei Wochen ab diesem Zeitpunkt. Die Webadresse entsprechenden Online-Portale finden Sie auf (Einspeiser/Energie selbst erzeugen) Wichtig: Nur mit Anmeldung der Anlage haben Sie einen Vergütungsanspruch für den eingespeisten bzw. erzeugten Strom. Schritt 8: Einspeisevereinbarung und -vergütung Nach erfolgreicher Inbetriebsetzung und Anschluss der Erzeugungsanlage an unser Netz schließen wir mit Ihnen eine Einspeisevereinbarung bzw. einen Einspeisevertrag ab. Wir schicken Ihnen die Vereinbarung/den Vertrag zur Unterschrift zu.

5 1.) Angebots- und Auftragsphase 2.) Anmeldung Erzeugungsanlage inkl. anschlußrelevanter Unterlagen 3.) Netzverträglichkeitsprüfung Ggf. Nebenangebote - Messung - Einspeisemanagement 4.) Einspeisekapazitätszusage 5.) Bau der Anlage freigeben Bau der Anlage 6.) Versendung Inbetriebsetzungsantrag (1 Woche vor Inbetriebnahme) 7.) Inbetriebsetzung Erzeugungsanlage + Anmeldung - EEG-Anlage (BNetzA) - KWK-Anlage (BAFA) AVU Netz GmbH anwesend AVU Netz GmbH nicht anwesend Übergabe Inbetriebsetzungsprotokoll an AVU Netz GmbH Versendung Inbetriebsetzungsprotokoll an AVU Netz GmbH Kontrolle Inbetriebsetzungsprotokoll 8.) Versendung Einspeisevereinbarung Anlagenbetreiber: Rücksendung Einspeisevereinbarung Anlagenerrichter: = Auszahlung Vergütung AVU Netz GmbH:

6 Glossar Anlagenbetreiber Der Anlagenbetreiber einer netzgekoppelten elektrischen Anlage (wie zum Beispiel Photovoltaik) ist grundsätzlich Unternehmer: Denn der erzeugte Strom wird ins Stromnetz eingespeist und dem zuständigen Netzbetreiber verkauft. Er ist für den sicheren Betrieb und den ordnungsgemäßen Zustand der Erzeugungsanlage verantwortlich. Anlagenerrichter (VDE-AR-N 4105: ) Anlagenerrichter ist eine Person oder Unternehmen, die/ das eine elektrische Anlage errichtet und sie erweitert, ändert oder unterhält. Anlagenerrichter kann aber auch derjenige sein, der die genannten Arbeiten als Sachverständiger überprüft und die Verantwortung für deren ordnungsgemäße Ausführung übernommen hat. Anschlussrelevante Unterlagen Alle Informationen und Nachweise, die für die Anmeldung der Erzeugungsanlage zum Netzanschluss erforderlich sind. Im Wesentlichen sind dies: 1. Lageplan 2. Elektrischer Übersichtsplan 3. Datenblatt für die Erzeugungsanlage sowie jede Erzeugungseinheit 4. Konformitätsnachweise, Prüfberichte der Erzeugungseinheit 5. Konformitätsnachweise, Prüfberichte der Schutzeinrichtungen 6. Antrag In-/Außerbetriebsetzung einer Stromanlage 7. Beauftragung Einspeisemanagement BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.v. Bundesnetzagentur Die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen, kurz Bundesnetzagentur (BNetzA), wurde 1998 als Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post gegründet. Sie hat ihren Sitz in Bonn und ist eine obere deutsche Bundesbehörde. Mittlerweile bestehen die Aufgaben dieser Regulierungsbehörde aus der Aufrechterhaltung und der Förderung des Wettbewerbs in den fünf Netzmärkten Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnverkehr.

7 Einspeisekapazitätszusage Der Einspeisekapazitätszusage geht die sog. Netzverträglichkeitsprüfung voraus. Bei der Netzverträglichkeitsprüfung wird geprüft, ob und unter welchen Voraussetzungen ein Netzanschluss Ihrer Erzeugungsanlagen mit der gewünschten Leistung möglich ist. Danach wird der geplanten Anlage ein Netzverknüpfungspunkt zugewiesen. Dieser wird Ihnen in der Einspeisekapazitätszusage mitgeteilt und der Bau der Erzeugungsanlage kann beginnen. Einspeisemanagement Unter Einspeisemanagement versteht man die Reduzierung der Wirkleistung von Erzeugungsanlagen bis zu deren kompletter Abschaltung im Falle von Netzengpässen. Dazu sind die Netzbetreiber für an ihr Netz angeschlossene Anlagen gemäß Erneuerbare-Energien- Gesetz in definierten Situationen berechtigt. Einspeisevereinbarung (EEG) bzw. Einspeisevertrag (KWK-G) In der Einspeisevereinbarung bzw. im Einspeisevertrag werden die Rahmenbedingungen der Einspeisung festgelegt. Dazu sind folgende Angaben notwendig: 1. Unterschrift 2. Steuer-ID 3. BNetzA Anmeldung der Anlage, BAFA Bescheinigung 4. Bankverbindung Erzeugungsanlage (EZA) Alle an einem Netzanschluss angeschlossenen Erzeugungseinheiten eines Primärenergieträgers. Primärenergieträger sind in der Natur vorkommende, ursprüngliche Energieträger wie Steinkohle, Rohbraunkohle, Erdöl, Erdgas, Holz, Wasser, Wind und eben auch Sonne. Erzeugungseinheit (EZE) Einzelne Erzeugungseinheit zur Erzeugung elektrischer Energie Inbetriebsetzung (IBS) Nach dem EEG ist die Inbetriebnahme die erstmalige Inbetriebsetzung der Anlage nach Herstellung ihrer technischen Betriebsbereitschaft ausschließlich mit erneuerbaren Energien oder Grubengas; die technische Betriebsbereitschaft setzt voraus, dass die Anlage fest an dem für den dauerhaften Betrieb vorgesehenen Ort und dauerhaft mit dem für die Erzeugung von Wechselstrom erforderlichen Zubehör installiert wurde; der Austausch des Generators oder sonstiger technischer oder baulicher Teile nach der erstmaligen Inbetriebnahme führt nicht zu einer Änderung des Zeitpunkts der Inbetriebnahme. Für die IBS ist vom Anlagenerrichter/ - Betreiber der IBS-Antrag einzureichen.

8 Konformitätsnachweis für jede Erzeugungseinheit Mit dem Konformitätsnachweis für jede Erzeugungseinheit weist der Hersteller die elektrischen Eigenschaften der Erzeugungseinheit aus und bestätigt, dass sie den Anforderungen der VDE-Anwendungsregel 4105 entspricht. Konformitätsnachweis für die Schutzeinrichtungen Mit diesem Konformitätsnachweis bestätigt der Hersteller der Schutzeinrichtung, dass der Netz- und Anlagenschutz den Anforderungen der VDE-Anwendungsregel VDE-AR-N 4105 genügt. Der Netz- und Anlagenschutz überwacht die Spannung und die Frequenz und greift im Falle von Fehlern steuernd ein. Mittelspannung (Abkürzung MS ) Die Mittelspannung umfasst Spannungen von bis Volt. Für diese Spannungsebene gelten eigene Richtlinien. Netzanschlussnehmer (VDE-AR-N 4105: ) Jede natürliche oder juristische Person (z. B. Eigentümer), deren elektrische Anlage unmittelbar über einen Anschluss mit dem Netz des Netzbetreibers verbunden ist. Der Anschlussnehmer steht in einem Rechtsverhältnis zum Netzbetreiber. Netzbetreiber Betreiber eines Netzes der allgemeinen Versorgung für elektrische Energie. Niederspannung (Abkürzung NS ) Drehstromnetz der Netzbetreiber mit einer Nennspannung 1000 V. Die für Haushalte typische Spannung beträgt 230 bzw. 400 Volt. Prüfbericht Der Prüfbericht zeigt, ob die Angaben der Konformitätsnachweise mit den realen Einstellungen und Messwerten der Anlage übereinstimmen. Oft sind diese in den Konformitätserklärungen enthalten. Übersichtsplan Der Übersichtsplan verschafft dem Netzbetreiber ein schematisches Bild vom Aufbau der gesamten elektrischen Anlage, an welche die Erzeugungsanlage angeschlossen werden soll.

9 Dargestellt sind zum Beispiel die Anzahl und die Größe der PV-Module, die Anzahl und Größe der Wechselrichter, die Zähleranordnung, die Anordnung des Netz- und Anlagenschutzes sowie die Platzierung der Verbrauchseinrichtungen VDE VDE Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik e.v.

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