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1 Versicherungsforen-Themendossier Nr. 17/ September 2015 Digitalisierung in der Assekuranz Von der Not zur Tugend Auszug:»Technische Umsetzung von BiPRO-Normen«von Steffen Reimann (Bosch Software Innovations GmbH)

2 Technische Umsetzung von BiPRO-Normen Die Konsolidierung der Schnittstellen zwischen Maklern, Vergleichsportalen und Versicherern durch die BiPRO-Normen schreitet im zehnten Jahr des BiPRO e.v. zügig voran. Immer mehr Versicherungsunternehmen stellen fest, dass sie ohne eine BiPRO-konforme Schnittstelle im Vergleich zu Wettbewerbern oft weniger flexibel und langsamer agieren. Dieser Erfolg ist maßgeblich darauf zurückzuführen, dass Normen für praxistaugliche Schnittstellen geschaffen und in der praktischen Implementierung erprobt wurden. Die entstandenen Schnittstellen sorgen wo möglich und sinnvoll für eine einheitliche Lösung und ermöglichen wo nötig und unerlässlich eine Abbildung der Individualität von Versicherungsunternehmen und ihrer Produkte. Die Herausforderungen Oft stehen Versicherungsunternehmen nach der Entscheidung für BiPRO-konforme Schnittstellen vor der Frage, wie sie diese einfach, bezahlbar und flexibel technisch umsetzen können. Dabei werden sie mit einer Vielzahl von Herausforderungen aus verschiedenen Themenbereichen konfrontiert: BiPRO-Normen Welche Normen sollen angeboten werden? Welche Normversionen sollen angeboten werden? Müssen mehrere Normversionen parallel angeboten werden? Was passiert, wenn neue Normen veröffentlich werden, wie viel Aufwand entsteht dann? Infrastruktur/Technologie Mit welcher Technologie setzen wir die Schnittstellen um? Wer kümmert sich um Authentifizierung/Autorisierung und die Sicherheit allgemein? Werden neue IT-Systeme benötigt oder kann die bestehende Systemlandschaft weiter verwendet/integriert werden? Organisation/Prozess Wie können schnell und flexibel neue Versicherungsprodukte an der Schnittstelle verfügbar gemacht werden? Wie kann die Zusammenarbeit zwischen Fachbereich und IT vereinfacht werden, um das Daten-Mapping zwischen BiPRO-Nachrichten und den Backendsystemen zu vereinfachen? Abbildung 1: Genereller Ablauf einer BiPRO-konformen Abfrage mit vorausgehendem Aufruf des Secure Token Services (STS), Quelle: Bosch Software Innovations GmbH 2

3 Die Erfolgsfaktoren In den vergangenen Jahren haben sich in der Praxis für die technische Realisierung BiPRO-konformer Schnittstellen einige generelle Erfolgsfaktoren herauskristallisiert. Die meisten davon gelten sicherlich so oder so ähnlich auch für andere Softwareprojekte, in diesem Fall beziehen sie sich aber speziell auf die verschiedenen Phasen aus dem Lebenszyklus BiPRO-konformer Schnittstellen: Initiierungsphase Geschwindigkeit: Sorgen Sie dafür, dass Sie so schnell wie möglich einen Proof of Concept (PoC) umsetzen können (z. B. die STS Norm und eine ausgewählte Operation einer fachlichen Norm). Das wird Sie dabei unterstützen, eventuelle interne Skeptiker an den BiPRO-konformen Schnittstellen zu überzeugen und in das Projekt zu integrieren. Umsetzungsphase Kommunikation: Holen Sie den Fachbereich so früh wie möglich in der Umsetzungsphase an den Tisch. Vermeiden Sie die Umsetzung von Mappings auf Basis von Excel-Dateien und asynchroner Kommunikation. Entwickeln und testen Sie gemeinsam die Datenmappings mit dem Fachbereich. Das schafft Akzeptanz und ein besseres Verständnis auf beiden Seiten. Lose Kopplung: Entscheiden Sie sich wo immer möglich für eine möglichst lose Kopplung mit Ihren bereits vorhandenen Systemen (Rechenkern, Druckserver, Maklerverwaltung etc.) und verwenden Sie bereits vorhandene Schnittstellen. Das erspart Ihnen unnötige Zusatzaufwände und Sie können mit Ihrer Lösung flexibler auf Änderungen in der IT-Infrastruktur reagieren. Wiederverwendbarkeit: Nutzen Sie bereits vorhandene Systeme und Schnittstellen, über die Sie beispielsweise bereits Makler proprietär angebunden haben. Schaffen Sie möglichst keine neuen Datenredundanzen. Wartungs- und Pflegephase Agilität: Achten Sie darauf, dass Sie mit Ihrem technischen Lösungsansatz schnell und flexibel auf neue Versicherungsprodukte, d.h. auf neue versicherungsspezifische Schnittstellenversionen und neue BiPRO-Normen reagieren können. Prüfen Sie: Wie viel Aufwand entsteht bei der Implementierung einer neuen Normversion? Wie viel können Sie wiederverwenden? Ist es aufwendig, die Schnittstelle in einer neuen Normversion produktiv zu nehmen? Flexibilität: Der BiPRO e.v. veröffentlicht regelmäßig neue Normen und neue Normversionen. Stellen Sie deshalb sicher, dass Ihre Lösung mehrere Schnittstellenversionen parallel anbieten kann, da nicht alle Marktteilnehmer gleichzeitig auf eine Normversion wechseln können und wollen. Übergeordnetes Ziel all dieser Faktoren ist es, die Konkurrenzfähigkeit Ihres Versicherungsportfolios mithilfe der Bi- PRO-konformen Schnittstellen bestmöglich technisch sicherzustellen. Die Lösungsansätze Zur Umsetzung BiPRO-konformer Schnittstellen stehen dem Fachbereich und der IT die üblichen Optionen»Selber Machen«oder»Kaufen«zur Verfügung. Für beide Varianten gibt es gute Argumente, die im Folgenden genauer dargestellt werden. Eigenentwicklung Im Markt ist zu beobachten, dass sich viele Versicherungsunternehmen initial zur Eigenimplementierung entscheiden. Einige Argumente für eine solche Eigenimplementierung liegen dabei klar auf der Hand: Oft sind eigene Entwicklungsressourcen und Kapazitäten verfügbar. Niemand kennt die eigene Backend Infrastruktur so gut wie man selbst. Man kann die verwendeten Technologien soweit möglich auf die verfügbaren Kenntnisse im Haus abstimmen. Die BiPRO-Normen spezifizieren Webservice-Schnittstellen, die sich mit üblichen Technologien wie Java und.net umsetzen lassen. Die Komplexität der spezifizierten Schnittstellen scheint überschaubar und in vertretbarem Aufwand realisierbar. Es können selektiv erst einige wenige Normen umgesetzt werden um dann später weitere Sparten etc. zu integrieren. Bei all diesen Überlegungen spielen die Erfahrungen mit bereits vorhanden proprietären Schnittstellen und Systemanbindungen sowie die fehlende Erfahrung mit BiPRO-konformen Schnittstellen eine entscheidende Rolle.»Out of the box«-lösung Als zweite Option bietet der Markt Lösungen an, welche die BiPRO-konformen Schnittstellen implementieren. Diese Lösungen führen die Standardisierungsidee bis auf die Implementierungsseite weiter und bieten Versicherungsunternehmen ein Standard-Framework, um die eigenen individuellen Datenmappings und Backendanbindungen zu realisieren. Vorteile einer solchen Lösung können beispielsweise sein: Die einheitlichen, standardisierten Teile der BiPRO-Normen sind bereits realisiert, getestet und optimiert. Der Lösungsanbieter hat bereits Erfahrung mit der technischen Bereitstellung von BiPRO-konformen Schnittstellen. Die Lösung bietet einfache Möglichkeiten zum Datenmapping. Die Lösung beinhaltet bereits Monitoring- und Reportingfunktionen. Die Lösung steht schnell zur Verfügung. Versicherungsunternehmen können sich auf ihr Kerngeschäft und Know-how konzentrieren. Bereits am Markt etablierte Lösungen bieten damit eine gute Grundlage zum Erreichen der oben genannten Erfolgsfaktoren. Die Versicherungsunternehmen profitieren dabei direkt vom»eingebauten«know-how und einer bereits in der Pra- 3

4 xis bewiesenen Tauglichkeit der technischen Umsetzung. Sie müssen in vielen Bereichen der BiPRO-konformen Schnittstellen»das Rad nicht mehr neu erfinden«und können sich ganz auf die eigenen individuellen Themen konzentrieren. Fazit Eine gute Option, technische Schnittstellen einfach, schnell und flexibel umzusetzen, bietet sich Versicherungsunternehmen, wenn sie auf bereits am Markt verfügbare und etablierte Lösungen setzen. Diese Lösungen minimieren für sie das Risiko bei der Realisierung, erhöhen die Effizienz und Geschwindigkeit bei der Einführung und bieten eine stabile Grundlage für die Weiterentwicklung der BiPRO-konformen Schnittstellen. Sie wollen eine am Markt etablierte Lösung in Aktion sehen? In unseren Webinaren»BiPRO-Normen technisch umsetzen einfach, schnell, flexibel«zeigen wir Ihnen anhand eines Showcases, wie schnell und einfach BiPRO- Normen technisch mit dem Bosch BiPRO Server umgesetzt werden können und gehen dabei auf die oben genannten Erfolgsfaktoren ein. Zur Webinar-Aufzeichnung. AUTOR Steffen Reimann Applikationsverantwortlicher BiPRO Server Bosch Software Innovations GmbH 4

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