Deutsches Pflege Forum _ März Was bewegt Ratsuchende, Betroffene, Patienten, Pflegebedürftige und deren Angehörige rund um das Thema Pflege?

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1 Deutsches Pflege Forum _ März 2013 Was bewegt Ratsuchende, Betroffene, Patienten, Pflegebedürftige und deren Angehörige rund um das Thema Pflege?

2 Meine Handlungsfelder Patientenbeauftragte seit 2004 Koordinierungsstelle Pflegebeschwerden seit Beginn dieser Legislatur Zusammenarbeit mit Selbsthilfe, Verbänden chronisch Kranker, Engagement und Selbstorganisation seit mehr als 25 Jahren Pflegeunterstützung bei SEKIS seit 2011 Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 2

3 These Eine Weiterentwicklung der Pflege und der Pflegeunterstützung muss von zwei verschiedenen Enden her erfolgen: Wir brauchen eine massive Aufwertung der professionellen Pflege als Beruf und gesellschaftliche Aufgabe Wir brauchen eine Stärkung informeller Hilfenetze und eine Verbesserung ihrer Bedingungen Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 3

4 Eulen nach Athen Herausforderung Demographischer Wandel Verschiebung der Altersstruktur Wandel der Familienstruktur Abnahme der Zahl Pflegender Haushaltsstruktur und Lebensformen Leistungsfähigkeit der Sozialen Infrastruktur Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 4

5 Demographischer Wandel in Berlin bis 2030 Was ist Pflegeunterstützung? Zunahme der Bevölkerung um 7 % auf 3,75 Mio. Personen Das Durchschnittsalter erhöht sich von 42,3 Jahren in 2011 auf 44,2 Jahre in 2030 erwerbsfähige Bevölkerung im Alter von 18 bis 65 Jahren bleibt bis 2030 nahezu stabil Abnahme des Anteils junger Menschen (Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren um 6 Prozent) Die Gruppe der jungen Altern (65 Jahre bis unter 80 Jahre) wird um etwa 14 Prozent zunehmen Die Anzahl der Hochbetagten (80 Jahre und älter) wird um etwa 80 Prozent zunehmen. Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 5

6 Haushalte in Berlin Zahl der Haushalte von Familien mit Kindern sinkt (1999: , 2006: ) Bereits heute sind über 50 Prozent der Haushalte Einpersonenhaushalte. Stärkste Zunahme der Einpersonenhaushalte bei den Haushalten Älterer Hier wiederum sind es insbesondere hochaltrige Frauen (höhere Lebenserwartung) Gefahr von Vereinsamung steigt Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 6

7 Herausforderung Generationenwandel Zunehmende chronische Erkrankungen und Pflegebedürftigkeit im Alter Dramatisch: Zunahme der Alzheimer Erkrankungen Kürzere Liegedauer in Kliniken erhöht den Versorgungbedarf in der Nachsorge Unzulänglichkeiten im Bereich der Pflege aus mangelnder Wertigkeit des Berufs Heime als Versorgungsform werden nicht ausreichen Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 7

8 Was die Meisten sich wünschen Lange autonom bleiben Altern in der gewohnten Umgebung Heimversorgung vermeiden individuellere Angebote Zugehörigkeit zu Gemeinschaften Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 8

9 Wenn der Pflegefall eingetreten ist Hohe Inanspruchnahme der Familie 70 % aller Pflegebedürftigen werden zu Hause von Angehörigen versorgt Belastung der mittleren Generation Fehlendes Töchterpotenzial Vereinbarkeit von Pflege und Beruf Hohe Belastung pflegender Angehöriger Entlastung funktioniert oft schlecht Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 9

10 Was also wollen die Betroffen Was ist Pflegeunterstützung? Beratung und Unterstützung Begleitung Case-Management Individuellere Angebote einfache niedrigschwellige Hilfen Betreuung insbes. bei Demenz vor allem aber: alltagsnahe Entlastung Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 10

11 Was will die Gesellschaft? Den hohen Anteil privater Pflege in Familie und durch Angehörige erhalten. Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 11

12 Zwei Wege die Anliegen der Ratsuchenden zu betrachten 1. Beratungserfahrungen im Amt Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 12

13 Fragen Betroffener und Angehöriger im Amt 1. Suche nach Versorgungs- und Betreuungsformen, Pflegedienste, Heimen, alternativen Wohnformen Handlungsfeld Zugängliche verständliche Information Transparenz im Dschungel der Infos Andere Qualitätsinformationen Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 13

14 Fragen Betroffener und Angehöriger im Amt 2. Beratung und Unterstützung Handlungsfeld Übergänge der Beratungsinstanzen Mehr echtes Case-Management insbesondere bei den Pflegestützpunkten wohnortnah Angebote Hilfe im Dickicht der Rechtsgrundlagen Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 14

15 Fragen Betroffener und Angehöriger im Amt 3. Alternative Lebensmodelle Handlungsfeld Wohngemeinschaften als Weg? Spannungsverhältnis von geschützter Privatheit und externer Kontrolle Gesetzliche Regelungen zur Stärkung der Interessen der Pflegbedürftiger Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 15

16 Fragen Betroffener und Angehöriger im Amt 4. Gute Versorgung statt Verwahrung Handlungsfeld Verständliche Qualitätsdarstellung System der Qualitätskontrolle Qualitätsdiskurs mit den Betroffenen Aufwertung der Pflege als Beruf und gesellschaftliches Handlungsfeld Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 16

17 Fragen Betroffener und Angehöriger im Amt 5. Hilfe bei Beschwerden Handlungsfeld auffällig viele anonyme Beschwerden Kein Verweiskarussell Maßnahmen bei Betrug(sverdacht) Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 17

18 Fragen Betroffener und Angehöriger im Amt 6. Die Rolle der rechtlichen Betreuer/innen Handlungsfeld Betreuer als Helfende oder Verwalter Rolle der Aufsicht auf rechtl. Betreuuer Unterstützung bei Konflikten - Mittler zwischen Betreuern und Angehörigen Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 18

19 Fragen Betroffener und Angehöriger im Amt 7. Im Mittelpunkt die Angehörigen Handlungsfeld Häusliche Pflege braucht Entlastung der Angehörigen Zielgruppenspezifische Entlastung Die professionelle Pflege muss mehr auf Angehörige als Ressource setzen Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 19

20 Herausforderung wird gesehen Da wirksame Medikament gegen die Demenz nicht in Sicht seien, sollten sich Politik und Gesellschaft schon heute auf die Situation vorbereiten, fordern die Vordenker des Think-Tank Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. Es rät zu Reformen in der Pflegeversicherung und zur Einrichtung von lokalen Netzwerken in den Kommunen, da die Betreuung der Patienten in Heimen schon bald an finanzielle Grenzen stoßen werde. Ärztezeitung 7. Februar 2013 Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 20

21 Zwei Wege die Anliegen der Ratsuchenden zu betrachten 2. Beratungserfahrungen in der Selbsthilfe und dem Bereich Pflegeunterstützung Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 21

22 Zwischenschritt: Soziale Infrastruktur in Berlin Professionelle Pflegeanbieter Stationärer Bereich, ambulante Hilfen Wohlfahrtspflege Pflegestützpunkte Stadtteilzentren Pflegeunterstützung Besuchsdienste Betreuungsangebote Selbsthilfe Engagement und Ehrenamt Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 22

23 Zwischenschritt: Soziale Infrastruktur in Berlin Was ist Pflegeunterstützung? Was ist Pflegeunterstützung Förderkonzept Stadtteilzentren Nachbarschaft Engagement und Ehrenamt Selbsthilfe Selbsthilfekontaktstellen (z.b. SEKIS) Pflegeunterstützung: Kontaktstellen PflegeEngagement ( 45d SGB XI) Betreuungsangebote ( 45c SGB XI) Engagement rund um die häusliche Pflege Kompetenzzentrum Pflegeunterstützung Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 23

24 Das Berliner Modell Professionelle Dienste Beratung und Unterstützung Ehrenamt und Selbsthilfe Familie Stationäre Angebote ambulante Hilfen Pflegedienste Kurzzeitpflege Entlastungspflege Verhinderungspflege Pflegestützpunkte Pflegekassen Dienstleister Vermittler Besuchsdienste Entlastung Ns Betreuung Nachbarschaft Selbsthilfe-KST Kontaktstellen PflegeEngagement Angehörige Freunde Informelle Netze Wohlfahrtspflege Mobile Dienste Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 24

25 Anliegen der Ratsuchenden im Bereich Selbsthilfe und Pflegeunterstützung Aktiv das Alter(n) annehmen Unterstützungsbedarf von chronisch Kranken und pflegenden Familien Bereitschaft zum Engagement Bedürfnis nach Gemeinschaft Besondere Rolle der Angehörigen Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _ März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 25

26 Aktiv das Alter(n) annehmen Ratsuchende, die sich auf ihr Alter vorbereiten wollen, steigt Alleinlebende, meist Frauen Mit Familie, aber in Distanz zu ihr Aktivität und Kontakt (z.b. über Kultur) Wohnen im Alter - scheitern an Realität Gemeinsamer Fokus nicht leicht zu finden Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 26

27 Unterstützungsbedarf für Kranke Angebote für Demenzerkrankte zahlreich Lücke in der Versorgung bei Pflegebedarf von chronisch Kranken Selbsthilfe leiste hier viel steht aber selber vor einem Generationenwandel Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 27

28 Bereitschaft zum Engagement Zunahme von Anfragen zur Mitarbeit Interesse an selbstbestimmter Arbeit Ehrenamt im Wohnumfeld Suche nach strukturierende Beschäftigung angebunden an gut organisierte und identitätsstiftende Einrichtungen Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 28

29 Wunsch nach Selbstbestimmung in Gemeinschaft Antizipation der Hilfebedürftigkeit Interesse an Selbstorganisation Neues Konzept für die Selbsthilfe Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 29

30 Herausforderung Formen wechselseitiger Unterstützung in der Gesellschaft (als Gemeinschaft) zusätzlich zu oder im Vorfeld von professionell angebotenen Dienstleistungen Pflege-Mix und sorgende Netze Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 30

31 Belebung des Informellen Sektors Das Berliner Modell Pflegeunterstützung Was ist Pflegeunterstützung? Verbindung von Selbsthilfe und Pflege Modellhaften Erprobung von Gruppengründungsprozessen in einem definierten Wohnbereich und durch die Einbindung von Ehrenamtlichen Ziel: Entlastung der pflegenden Familien Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 31

32 Herausforderung wird angenommen Begleiten, unterstützen, stärken Das Potenzial des bürgerschaftlichen Engagements für Pflegebedürftige in einer Sorgenden Gemeinschaft Fachtagung des BMFSFJ am 25. April 2013 in Berlin Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 32

33 Probleme Starker Rekurs auf Ehrenamt Konkurrenz um Ehrenamtliche Konkurrenz der Anbieter Betreuung als Teil der ambulanten Pflege könnte das Engagement reduzieren (Chance nutzen?) Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 33

34 Probleme Angehörige sind schwer zu erreichen Es gibt Angebote zur Entlastung, aber sie sind kaum bekannt Die Gesellschaft muss die Rolle pflegender Angehöriger aufwerten - nicht nur symbolisch Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 34

35 Probleme Entlastende Strukturen für besondere Zielgruppen: Chronisch Kranke Pflegebedürftige Kinder und Jugendliche Freundschaft, Verbindlichkeit und informelle Verantwortung lässt sich nicht inszenieren oder gar planen. Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 35

36 Anliegen der Betroffenen Leichte Zugänge zu den Hilfen Fließende Grenzen und Übergänge zwischen den Angeboten Mehr Wissen bei Multiplikatoren Hilfe statt Beratungskarussell Echtes Case-Management Beteiligung Neue Mitspracheformen sind notwendig Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 36

37 Pflegeunterstützung Sorgende Netze rund um die häusliche Pflege Pflegeunterstützung als wohnortnahe nachbarschaftliche Hilfe Engagement und Selbstorganisation als räumliches Konzept Aufwertung der Pflege als Beruf und gesellschaftliche Aufgabe Patientenbeauftragte für Berlin_ Deutsches Pflege Forum _20. März 2013 _Was ist Pflegeunterstützung? 37

38 Danke für Ihre Aufmerksamkeit Karin Stötzner Patientenbeauftragte für Berlin Tel

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