Latente Steuern. Urheberrechtlich geschützt Stollfuß Medien GmbH & Co. KG

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3 Latente Steuern Mit der Neufassung des 274 HGB im Rahmen des BilMoG wurde die Konzeption der latenten Steuerabgrenzung im handelsrechtlichen Jahresabschluss umgestellt. Ziel ist die richtige Vermögensdarstellung der zukünftigen Steuererstattungen und verpflichtungen in der Handelsbilanz. Der bisherige GuV-orientierte Ansatz (Timing-Konzept) wurde durch den im Rahmen der internationalen Rechnungslegungsstandards üblichen bilanzorientierten Ansatz (Temporary-Konzept) ersetzt. Das bedeutet, dass sich die latenten Steuern aus den unterschiedlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten nach Handelsrecht und Steuerrecht ergeben. Ebenfalls neu ist die Aktivierung latenter Steuern aufgrund der künftigen Nutzung von steuerlichen Verlustvorträgen und ähnlichen Sachverhalten (z.b. Zinsvorträge). Mit dem Programm Latente Steuern von Stotax können durch einen Versionsvergleich von Handels- und Steuerbilanz die latenten Steuer aus temporären Differenzen berechnet werden. Zusätzlich können die aktiven latenten Steuern aus den Verlust- und Zinsvorträgen ermittelt werden. Über das Aktivierungswahlrecht für einen eventuellen Überhang aktiver Steuern und dem Saldierungswahlrecht von aktiven und passiven latenten Steuern kann der Bilanzansatz ermittelt werden. Grundangaben Jahresabschluss Damit das Programm latente Steuern genutzt werden kann müssen einigen Einstellungen in den Grundangaben zum Rechnungswesen vorgenommen werden. Versionen Damit die unterschiedlichen bilanziellen Wertansätze zwischen Handelsrecht und Steuerrecht dargestellt werden können, müssen in den Grundangaben zum Jahresabschluss mindestens zwei Versionen angelegt worden sein. Jedes Wirtschaftsjahr hat standardmäßig nur eine Version. Über die Schaltfläche weitere Versionen können zusätzliche Versionen des gleichen Wirtschaftsjahres angelegt werden. Grundsätzlich kann jede Version eine beliebige Bezeichnung erhalten. Bitte beachten Sie, dass nur die erste Version Umbuchungen in die Finanzbuchhaltung von Stotax übergeben kann. Dadurch wird der Jahresabschluss des Mandanten endgültig. Daher ist zu empfehlen, dass die erste Version als Handelsbilanz bezeichnet werden sollte. So könnte die zweite Version als Steuerbilanz bezeichnet werden. Dies dient neben der Versionsnummer der späteren Unterscheidung der Versionen. Es können aber auch weitere Versionen, wie z.b. Version 3 Steuerbilanz nach Betriebsprüfung angelegt werden. Abschlussart Grundsätzlich kann das Programm latente Steuern nur mit Mandanten genutzt werden, die den Gewinn durch Betriebsvermögensvergleich gem. 4 Abs. 1 EStG ermitteln. Das bedeutet in den Grundangaben Jahresabschluss muss eine der folgenden Abschlussarten für die Version Handelsbilanz gespeichert sein: Einzelunternehmer Kommanditgesellschaft Personengesellschaft, allgemein Kapitalgesellschaft GmbH & Co. KG Schematischer Arbeitsablauf Im Folgenden sollen die jeweiligen Arbeitsschritte skizziert werden, bevor die latenten Steuern berechnet werden können: Finanzbuchhaltung 1. Übernahme Fibu-Werte 3 / 7

4 Handelsbilanz (Version 1) Vorläufige Handelsbilanz (Version 1) 2. Umbuchungen (inkl. handelsrechtlichen Abschreibungen) 3. Übernahme aus Version Steuerbilanz (Version 2) 4. Umbuchungen (z.b. Korrektur der handelsrechtlichen Abschreibungen) endgültige Steuerbilanz (Version 2) Berechnung latente Steuern aus Bilanzvergleich und Verlust-/Zinsvorträgen Umbuchung latente Steuern Endgültige Handelsbilanz (Version 1) 1. Übernahme Fibu-Werte in Version 1 Handelsbilanz Grundsätzlich basiert die Handelsbilanz auf der Summen- und Saldenliste der Finanzbuchhaltung. Über das Programm Übernahme Fibu-Werte kann die Summen- und Saldenliste in die Version 1 Handelsbilanz übernommen werden. Wird die Finanzbuchhaltung von Stotax nicht genutzt, kann die Summen- und Saldenliste auch über eine Importschnittstelle in den Jahresabschluss von Stotax übernommen werden. 2. Handelsrechtliche Umbuchungen erfassen Im nächsten Schritt muss zunächst eine vorläufige Handelsbilanz (vorläufig, weil vor latenten Steuern) erstellt werden. Das bedeutet, es müssen die handelsrechtlichen Umbuchungen in der Version Handelsbilanz erfasst werden. Dies können z.b. die handelsrechtlichen Abschreibungsbuchungen des Anlagevermögens sein. 3. Übernahme Fibu-Werte in Version 2 Steuerbilanz Entsprechend dem Maßgeblichkeitprinzip nach 5 Abs. 1 EStG setzt die Steuerbilanz auf der Handelsbilanz auf. Wählen Sie im Programm Übernahme Fibu-Werte die Version 2 Steuerbilanz aus. Über die Funktion Übernahme aus Version kann die Summen- und Saldenliste der Version 1 Handelsbilanz übernommen werden. Bitte beachten Sie, dass die Summen- und Saldenliste der Version 1 Handelsbilanz auch die Änderungen durch die handelsrechtlichen Umbuchungen beinhaltet. 4. Steuerrechtliche Umbuchungen erfassen Erfassen Sie nun in der Version 2 Steuerbilanz die Umbuchungen um das handelsrechtliche Ergebnis in das steuerrechtliche Ergebnis überzuleiten. Programm latente Steuern 4 / 7

5 Bitte beachten Sie, dass die vorherigen Arbeitsschritte abgeschlossen sein müssen, damit das Programm latente Steuern von Stotax korrekt genutzt werden kann. Nachträgliche Änderungen, z.b. durch Umbuchungen in der Version 1 Handelsbilanz, können sich gegebenenfalls auch auf die Version 2 Steuerbilanz auswirken. Nachdem Sie das Programm gestartet haben, erhalten Sie eine Übersicht aller gespeicherten Berechnungsversionen der latenten Steuern. Neuanlage Um eine neue Berechnungsversion zu erstellen, klicken Sie in der Gruppe Bearbeiten auf die Schaltfläche Neu. Für eine neue Berechnung der latenten Steuern können Sie eine entsprechende Bezeichnung erfassen. Wählen Sie danach das Wirtschaftsjahr aus, für welches die latenten Steuern berechnet werden sollen. Das Programm schlägt Ihnen automatisch für die Handelsbilanz die Version 1 und für die Steuerbilanz die Version 2 vor. Die Vorbelegungen können Sie beliebig ändern, z.b. für den Fall, dass weitere Versionen des Wirtschaftsjahres existieren. Gewerbesteuer Im nächsten Schritt muss der GewSt-Hebesatz des Unternehmens erfasst werden. Existieren mehrere Betriebsstätten für das Unternehmen, muss der durchschnittliche GewSt-Hebesatz erfasst werden. Bitte beachten Sie, dass der GewSt-Hebesatz eine Pflichtangabe ist, ohne die eine Berechnung der latenten Steuern nicht möglich ist. Die GewSt-Messzahl wird standardmäßig mit 3,5 % vorbelegt und kann geändert werden. Wurde bei dem Mandanten ein gewerbesteuerlicher Verlust- bzw. Zinsvortrag festgestellt, können diese Werte hier erfasst werden. Anmerkung: Der gewerbesteuerliche Hebesatz, sowie der Verlust- bzw. Zinsvortrag wird zurzeit nicht automatisch vorbelegt. Zu einem späteren Zeitpunkt wird das Gewerbesteuerprogramm von Stotax hier eingebunden, sodass die entsprechenden Angaben direkt aus der GewSt-Erklärung übernommen werden können. Körperschaftssteuer Nur bei juristischen Personen müssen auch die Angaben zum KSt-Satz und Solidaritätszuschlag erfasst werden. Diese werden standardmäßig mit 15 % bzw. 5,5 % vorbelegt und können beliebig geändert werden. Wurde bei dem Mandanten ein körperschaftsteuerlicher Verlust- bzw. Zinsvortrag festgestellt, können diese Werte hier erfasst werden. Anmerkung: Der körperschaftsteuerlicher Verlust- bzw. Zinsvortrag wird zurzeit nicht automatisch vorbelegt. Zu einem späteren Zeitpunkt wird das Körperschaftsteuerprogramm von Stotax hier eingebunden, sodass die entsprechenden Angaben direkt aus der KSt-Erklärung übernommen werden können. Bilanzieller Durchschnittssteuersatz Für die Berechnung der latenten Steuern aus den temporären Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz wird der bilanzielle Durchschnittssteuersatz benötigt. Dieser ermittelt sich wie folgt: (GewSt-Hebesatz x GewSt-Messzahl) + (KSt-Satz + (KSt-Satz x SolZ)) Abweichend vom bilanziellen Durchschnittssteuersatz kann ein individueller Steuersatz erfasst werden, der dann alternativ zur Anwendung kommt. Alternativ zur Berechnung der latenten Steuern aus dem Vergleich der Bilanzposten zwischen Handels- und Steuerbilanz, kann die Berechnung auf Grundlage des Kontennachweises erfolgen. Konten für die Umbuchung latenter Steuern Damit die latenten Steuern in die Handelsbilanz als Umbuchung übergeben werden können, werden die entsprechenden Konten bei Mandanten mit einem Standardkontenrahmen von Stotax vorbelegt. 5 / 7

6 Anmerkung: Die Übergabe der Umbuchungen in die Handelsbilanz steht zurzeit noch nicht zur Verfügung und wird mit einem der nächsten Onlineupdates ausgeliefert. Über die Schaltfläche Weiter startet das Programm die Erstellung eines Bilanzvergleichs von Handels- und Steuerbilanz. Außerdem werden bereits die aktiven latenten Steuern aus den steuerlichen Verlust- und Zinsvorträgen ermittelt. Multifunktionsleiste Nach der Neuanlage befinden Sie sich im eigentlichen Berechnungsprogramm für die latenten Steuern. In der Multifunktionsleiste befinden sich verschiedene Gruppen, die Sie bei der Bearbeitung der latenten Steuern führen und unterstützen. In der Gruppe Berechnung sind die Schaltflächen, mit denen Sie die Berechnung der latenten Steuern aus dem Bilanzvergleich sowie aus den steuerlichen Verlust- und Zinsvorträgen bearbeiten können. Bilanzvergleich Das Programm startet mit dem Programmpunkt Bilanzvergleich. Im Bilanzvergleich wird die Handels- und Steuerbilanz tabellarisch auf Postenebene dargestellt. Die Postensummen von Handels- und Steuerbilanz, sowie die daraus resultierenden Differenzen werden in den Spalten Saldo HB, Saldo StB und Abweichung ausgegeben. Bitte beachten Sie, dass nach der Neuanlage im Bilanzvergleich noch keine latenten Steuern aus temporären Differenzen berechnet wurden. Alle Abweichungen werden somit wie permanente Differenzen behandelt. Erst durch die Erfassung der temporären Differenzen in der Spalte Bemessungsgrundlage erfolgt die Berechnung der latenten Steuern. Abweichend vom bilanziellen Durchschnittssteuersatz, ob berechneter oder individueller, kann für jeden einzelnen Bilanzposten ein abweichender Steuersatz erfasst werden. Dies kann z.b. nötig sein, wenn ein Unternehmen ausländische Betriebsstätten hat und die entsprechenden Bilanzposten im Inland bilanzieren muss. In diesem Fall müssen die ausländischen Steuersätze für die Berechnung der latenten Steuern herangezogen werden. Die Berechnung der latenten Steuern kann alternativ zur Berechnung auf Postenebene auch im Kontennachweis über die entsprechende Option erfolgen. Somit können bei der Berechnung auch gegenläufige Effekte (positive und negative Differenzen) innerhalb eines Bilanzpostens berechnet werden In der Gruppe Übernahme können die Werte des Bilanzvergleichs über die Schaltfläche Jahresabschluss aktualisiert werden. Die Gruppe Ausgabe kann nur in Verbindung mit der Schaltfläche Bilanzvergleich genutzt werden. So kann der Bilanzvergleich über verschiedene Formate exportiert werden. Verlust- und Zinsvorträge Über die Schaltfläche Verlust-/Zinsvorträge kommen Sie auf die Maske mit der Berechnung der aktiven latenten Steuern aus den steuerlichen Verlust- und Zinsvorträgen. Die Berechnung unterscheidet zwischen den gewerbesteuerlichen und körperschaftssteuerlichen Angaben. Die aktive latente Steuer aus dem gewerbesteuerlichen Verlustvortrag berechnet sich wie folgt: Verlustvortrag GewSt x (GewSt-Hebesatz x GewSt-Messzahl) Die Berechnung der latenten Steuern weichen beim gewerbesteuerlichen Zinsvortrag ab, da gem. 8 GewStG 25% hinzugerechnet werden müssen und somit nur 75% anrechenbar sind: Zinsvortrag GewSt x (1-0,25) x (GewSt-Hebesatz x GewSt-Messzahl) Die Berechnung der aktiven latenten Steuern aus den körperschaftsteuerlichen Verlust- und Zinsvorträgen erfolgt dagegen einheitlich: 6 / 7

7 Verlust- bzw. Zinsvortrag KSt x (KSt-Satz + (KSt-Satz x SolZ)) Bitte beachten Sie, dass Änderungen an den Steuersätzen von Gewerbe- und Körperschaftssteuer direkte Auswirkungen auf den bilanziellen Durchschnittssteuersatz für den Bilanzvergleich haben. Anmerkung: Die steuerlichen Verlustvorträge müssen zunächst hinsichtlich ihrer Werthaltigkeit durch eine gesonderte steuerliche Planungsrechnung ermittelt werden. Die steuerliche Planungsrechnung ist nicht Bestandteil des Programms. Ergebnis Über die Schaltfläche Ergebnis erhalten Sie einen Überblick über die Einzelberechnungen und die Gesamtsummen der aktiven und passiven latenten Steuern. Über die Ausweisalternativen kann nun der endgültige Bilanzansatz bestimmt werden. Diese Hilfe als PDF... Diese Hilfe als Pdf-Dokument LatenteSteuern.pdf Andere Hilfen aufrufen... Weitere Hilfethemen finden Sie hier 7 / 7

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