Schreibberatung. Toss Texte online schreiben mit Schreibberatung. NEWSLETTER #07 Mai 2012

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1 Schreibberatung NEWSLETTER #07 Mai 2012 «AB BRUCH STEG REIN» so lautet ein mögliches Anagramm von Schreibberatung. Es umschreibt relativ treffend, wie wir unsere Tätigkeit (auch) verstehen: Unterstützen und beraten, wo es nötig ist. In diesem Newsletter zeigen wir drei ganz unterschiedliche Typen von Stegen, die zu unserem Repertoire gehören: individuelle Rückmeldungen online für Studierende, praktische Tipps, die zu effizienterem Arbeiten mit einem Textverarbeitungsprogramm führen, und unser Grundverständnis, dass Schreibberatung oft auch «Denk- Beratung» ist. Herzliche Grüsse Afra Sturm und Res Mezger Toss Texte online schreiben mit Schreibberatung Wir entwickeln zurzeit in Zusammenarbeit mit der Firma update ein Online-Tool, das vor allem die Beurteilung von Texten und die individuellen Rückmeldungen an die Studierenden erleichtern soll. Das Tool ist eine Weiterentwicklung der bisherigen Schreibkompetenzabklärung, die seit 2010 online durchgeführt wird. An der internationalen Konferenz des Forums wissenschaftliches Schreiben werden wir unser Projekt präsentieren und dabei einen zentralen Aspekt des formativen Vorgehens fokussieren: die direkte Gegenüberstellung von Selbsteinschätzung und FHNW Institut Forschung und Entwicklung Zentrum Lesen

2 Fremdbeurteilung (vgl. STURM 2009), die im Tool in einer zentralen Komponente abgebildet wird. Text-Netze, Schreib-Netze, Denk-Netze Schreiben in Studium und Beruf 4. internationale Konferenz des Forums wissenschaftliches Schreiben vom 7. und 8. Juni 2012 in Basel Sturm, Afra (2009): Schreibkompetenzen und Selbsteinschätzung bei angehenden Lehrpersonen. In: Zeitschrift Schreiben. [http://www.zeitschriftschreiben.eu/beitraege/sturm_schreibkompetenzen.pdf; ]. Das Projekt Toss hat direkte Auswirkungen auf unsere übrigen Tätigkeiten: So müssen wir bis auf Weiteres vor allem die inhaltliche Weiterentwicklung unserer Website einschränken. Wir bitten Sie deshalb um Verständnis, wenn etwa die Monatsideen nicht mehr so regelmässig erscheinen wie gewohnt. Lernen durch beobachten Komplexe Handlungsabläufe sind oft über Beobachtungen einfacher zugänglich als über ausführliche Handreichungen, auch wenn diese Abbildungen enthalten. So sind etwa schriftliche Erläuterungen zu einer spezifischen Funktion eines Computerprogramms oft umständlich formuliert und auch schwerer verständlich als Screenshots oder ein sogenannter Screencast, der die Abläufe am Bildschirm genau wiedergeben kann, unterlegt mit verbalen Erläuterungen. Auch wir beabsichtigen in Zukunft vermehrt bewegte Bilder einzusetzen, wo der Zugang über das Beobachten besser gewährleistet ist. Wir haben deshalb im

3 Zusammenhang mit unserer Word-Vorlage für wissenschaftliche Arbeiten erste Screencasts erstellt, in denen wir den Einsatz und die Funktionsweise von Formatvorlagen und von Querverweisen erläutern. Im Internet findet sich eine Fülle von Screencasts zu den unterschiedlichsten Themen auch zum (wissenschaftlichen) Schreiben. Ein gelungenes Beispiel ist «Recherche in der Bibliothek einfach erklärt» von explainity und der Universitätsbibliothek der Leuphana Universität Lüneburg. In diesem Film wird in gut dreieinhalb Minuten eine Fülle von Informationen rund ums Recherchieren von wissenschaftlichen Publikationen vermittelt, angefangen bei der Frage nach der Qualität von Publikationen, über deren Publikationsweise bis hin zur Beratung durch Bibliotheksangestellte. Sehr aufwändig produziert, aber eher zur Auflockerung geeignet, ist ein Film des Projekts Søk & Skriv von norwegischen Hochschulen, der in Anlehnung an Charles Dickens «A Christmas Carol» das Thema Plagiate aufgreift. Schreiben und Denken: zwei trennscharfe Bereiche? Wenn Studierende sich beim Planen, Verfassen oder Revidieren von Texten beraten lassen, dann steht schnell einmal die Befürchtung im Raum, dass dies nicht nur eine Schreib-, sondern auch oder vielleicht sogar vor allem eine Denk-Beratung und deshalb nicht opportun wäre. Da Schreiben in jeder Phase mit kognitiven Prozessen einhergeht (vgl. Hayes 1996), ist eine Schreibberatung tatsächlich auch eine Art «Denk-Beratung», geht es doch meistens darum, den Schreibprozess zu optimieren. Hinzu kommt, dass komplexere Schreibaufgaben,

4 insbesondere solche auf der Basis mehrerer Quellen, besser gelingen, wenn schreibend gelernt bzw. schreibend gedacht wird: Die Meta-Analyse von Bangert- Drowns/Hurley/Wilkinson (2004) zu «Schreibend-lernen»- Programmen kann einen kleinen, aber positiven Effekt auf schulische Leistungen nachweisen, insbesondere für College-Studierende. Die Lernenden profitieren v.a. dann, wenn ihnen metakognitive, reflexive Prozesse vermittelt werden. Inhaltliche Bereiche von welchem Fach auch immer sind dagegen kein Bestandteil einer Schreibberatung. Insofern können die angesprochenen Befürchtungen entkräftet werden, als eine Schreibberatung keine inhaltliche Beratung darstellt, wohl aber eine «Denk-Beratung», die durchaus mit der Vermittlung von Schreiben als sozialer literaler Praxis einhergehen kann. Bangert-Drowns, Robert L.; Hurley, Marlene M. und Wilkinson, Barbara (2004): The Effects of School-Based Writing-to-Learn Interventions on Academic Achievement: A Meta-Analysis. In: Review of Educational Research 74/1. S Hayes, John R. (1996): A New Framework for Understanding Cognition and Affect in Writing. In: Levy, C. Michael und Ransdell, Sarah (Hrsg.): The Science of Writing: Theories, Methods, Individual Differences and Applications. New York: L. Erlbaum Associates. S Jahre Zentrum Lesen Jubiläumsfeier Mittwoch, , Vor gut 5 Jahren, 2007, wurde die Schreibberatung lanciert: Das ist beinahe ein Grund zum Feiern. Einen noch besseren Grund hat das Zentrum Lesen: Es feiert sein 10-jähriges Bestehen. Was klein begann, hat sich über 10 Jahre hinweg zu einem weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten

5 Zentrum für forschungsbasierte Sprachdidaktik entwickelt. Schreibberatung FHNW, Pädagogische Hochschule Institut Forschung & Entwicklung, Zentrum Lesen

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