Pen. Pensionskassenforum Mai Fehlkonstruktion BVG? Warum Altersvorsorge und Risikoversicherung. müssen.

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1 Pensionskassenforum Mai 2011 Pen Fehlkonstruktion BVG? Warum Altersvorsorge und Risikoversicherung getrennt werden müssen. Prof. Dr. Olaf Meyer Direktor des Instituts für Finanzen & Vorsorge Hochschule für Wirtschaft Fribourg

2 Inhalt Ausgangssituation (Votum) Warum Altersvorsorge und Risikoversicherung trennen? Wie kann dies geschehen? Fazit (Votum) Altersvorsorge und Risikoversicherung können getrennt werden! Es ist von Vorteil dies zu tun! 2

3 BVG und Ist-Zustand PK erbringen neben den Vorsorgeleistungen auch diverse Serviceleistungen. Der Fokus des heutigen Vortrags soll auf den Vorsorgeleistungen liegen, die vielfach in Alters- und Risikoleistungen unterschieden werden. Schaubild 1: Struktur der obligatorischen Leistungen: Siehe Alexander Bruhin, Pensionskassenmanagement 3

4 BVG und Ist-Zustand Allein die Basisstruktur im obligatorischen Bereich ist komplex und wird oft nicht ausreichend verstanden. Ein häufiger Irrglaube der Versicherten ist, dass es einen getrennten Sparprozess (Altersleistungen)und einen Versicherungsprozess (Risikoleistungen) gibt. Das heute gültige BVG Konzept zur Absicherung von Alter, Invalidität und Tod beruht auf dem gesellschaftlichen und ökonomischen Stand der achtziger Jahre. 4

5 Die wesentlichen Änderungen Die Welt hat sich in den letzten 30 Jahren stark verändert: Trägt die heutige Ausgestaltung des BVG diesen langfristigen Trends ausreichend Rechnung? Abb. aus Vorsorgebericht 2040: Leitlinien einer zukunftsorientierten kapitalfinanzierten Vorsorge für die Schweiz, (Ackermann/Lang),

6 Die wesentlichen Änderungen Ein wesentliches Element ist die «flächendeckende» Einführung des Beitragsprimats: Leistungsprimat Beitragsprimat Individuelle Finanzierung X Kollektive Finanzierung Auch wenn es den Versicherten vielfach nicht erklärt wurde: sie tragen in diesem System das Risiko schwankender Altersleistungen. Jedoch wird im Beitragsprimat zumeist individuell finanziert, was eine deutliche Verbesserung der Transparenz zur Folge hat. 6

7 Kombination von Versicherung und Sparen im «privaten» Bereich Internetportal Geld.de Internetportal Finanztipp.de 7 Fachanalyse: Gemischte Lebensversicherungen, Winterthur 2011 Vermögenspartner.ch Sparen und Versichern zu trennen verspricht eine höhere Rendite und viel mehr Flexibilität

8 Die Effekte von Kombiangeboten So mag eingewendet werden, dass die Pensionskasse anders als eine private Lebensversicherung wirtschaftet und hier keine Kostenverschleierung oder Absatz durch Beimischung von ungeliebten Produktgruppen betrieben wird. Jedoch wird Vorsorge für den Kunden wie eine gemischte Lebensversicherung als Kombipaket zu einem Pauschalpreis angeboten, der gewöhnlich als Prozentsatz der versicherten Lohnsumme bestimmt ist. So bezahlt zumeist ein kinderlose-r alleinstehende-r Alleinverdiener-in den gleichen Prozentsatz in die Risikovorsorge ein wie ein-e verheiratete-r Elternteil. Hier entstehen Umverteilungsmechanismen, die für den Einzelnen intransparent sind. Der Versicherte kann nicht entscheiden, ob er diese Umverteilung wünscht. 8

9 Gibt es erwünschte Solidaritäten in der 2. Säule? Solidarität, ein Begriff aus der Sozialpolitik: Bezeichnet die Unterstützung von Hilfsbedürftigen, die sich selbst nicht aus einer schweren Notlage befreien können Impliziert Freiwilligkeit: es gibt keine erzwungene Solidarität. Umverteilung muss gemessen werden und von den Versicherten mehrheitlich gewünscht sein. 9

10 Die Effekte von Kombiprodukten in der 2. Säule Es gibt Kunden, die für Absicherungen bezahlen, die sie gar nicht in Anspruch nehmen können. Es gibt Kunden, die gemessen an ihrem Risiko nicht den vollen Preis bezahlen. Nur wenn die realen Kosten berechnet werden, kann der Kunde wirklich entscheiden, ob er die Leistung erwerben will. Ohne Kenntnisse der individuellen Risiken können Vorsorgeeinrichtungen nicht die günstigsten Preise einkaufen und damit anbieten. Pauschalpreise laden die Versicherer dazu ein, Margen einzubauen, die der Käufer nicht sieht. 10

11 Wie sollen Sparen und Risikovorsorge getrennt werden? Es gilt, den obligatorischen Bereich durch Marktpreise zu unterlegen, so dass der Sparanteil variabel wird. Beitragspfl. Total (in %) Total (in CHF) Individuelle Sparleistung Lohn (in CHF) Arbeitnehmer- Arbeitnehmer- Versicherungs- als und -geberanteil und -geberanteil prämie Differenz Mitglied 1 CHF 50'000 15% CHF 7'500 CHF 1'373 CHF 6'128 Mitglied 2 CHF 50'000 15% CHF 7'500 CHF 728 CHF 6'772 11

12 Das Primat der KUNDENBEDÜRFNISSE 12

13 Fazit Die Einführung von Transparenz, durch Verwendung von individuellen Risikoprämien ist möglich. Das BVG geht davon aus, dass es Solidaritäten gibt, jedoch ist eine ökonomisch korrekte Verrechnung der Prämien nicht untersagt. Es gilt zu prüfen, ob/inwieweit Solidaritäten von den Mitgliedern gewünscht werden. Individuelle Preise erhöhen die Effizienz und sind daher leistungserhöhend. 13

14 Abschlussvotum Altersvorsorge und Risikoversicherung können getrennt werden! Es ist von Vorteil dies zu tun! 14

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