Paris & Folgen für Österreich

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1 Paris & Folgen für Österreich Georg Rebernig, Geschäftsführer Umweltbundesamt istockphoto.com/kycstudio

2 Klimavertrag von Paris Das neue Abkommen Globales Verständnis über Klimawandel als Bedrohung Freiwillige Beiträge von 187 Staaten (INDC) Teilnahme der größten Verursacher; Staaten, deren Budgets von fossilen Energieträgern abhängen Starke Beteiligung Wirtschaftsverbände, NGOs, Ziel, Temperaturanstieg auf well below 2 C gegenüber vorindustriellem Niveau zu begrenzen Alle Länder müssen Beitrag leisten Eingereichte INDC reichen nicht aus, um die Erwärmung auf 2 C zu begrenzen Global Stock Take alle fünf Jahre Monitoring Vermeidungs-, Anpassungs- und Finanzierungsmaßnahmen Update der nationalen Klimaschutzpläne mit ehrgeizigeren Reduktionsplänen Globaler Höchststand ( peak ) an Emissionen so bald wie möglich Ziel: Balance zwischen THG-Emissionen und Senken in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts Adaptation 2

3 Klimavertrag von Paris Herausforderungen & positive Signale Inkrafttreten: Unterzeichnung ab April 2016, danach Ratifikation durch 55 Vertragsparteien, die insgesamt 55 % der globalen THG- Emissionen ausstoßen Klares Signal für EntscheidungsträgerInnen: Klimaschutz ist Kernaufgabe für nächsten Jahrzehnte Beginn einer neuen Form der globalen Zusammenarbeit Auswirkungen auf globale Investitionsentscheidungen Investitionen in erneuerbare Energieträger & Divestment Auswirkungen auf Forschung & Entwicklung Ab 2020: 100 Mrd $ jährlich für Unterstützung von Entwicklungs- und Schwellenländern 3

4 Klimavertrag von Paris Beitrag EU: Klima- & Energiepaket 2030 Reduktionsziel für Treibhausgase bis 2030: 40 % (BJ 1990) Emissionshandel: 43 % (BJ 2005): 2,2 % p.a. (dzt. 1,74 %) effort sharing (i.e. nicht-eh): 30 % (BJ 2005) nationale Ziele werden 2016 festgelegt Kriterien für nationale Ziele: BIP/Kopf Ziel für Österreich: bis zu minus 40 % THG-Reduktion im Nicht-EH (Bezugsjahr 2005) Energieeffizienz 2030: 27 % (BJ 1990); Überprüfung 2020 und ggf. Erhöhung auf 30 % Erneuerbare Energie 2030: 27 % Anteil am Bruttoendenergieverbrauch (BJ 1990) Für EnEff & EE: auf EU-Ebene keine nationalen Ziele für

5 Sonstige Rahmenbedingungen 7. Umweltaktionsprogramm der EU: Living well, within the limits of the planet Konsumorientierter versus produktionsorientierter Ansatz: für Ö: + 50 % GHG-Emissionen Niedriges Wachstum in Europa Verteilungsschere geht weiter auf Neue Technologien (Digitalisierung) Öffentliche Budgets nach Finanzkrise angespannt Politische Krise in der EU (nach Finanzkrise: Brexit, Flüchtlinge, ) 5

6 Klimavertrag von Paris Empfehlungen für Österreich Für 2030: Handlungsbedarf EU-Ziel: minus 40 %, Festlegung nationale Ziele 2016 Kriterien für nationale Ziele: BIP/Kopf Ziel für Österreich: bis zu minus 40 % THG-Reduktion im Nicht-EH (Bezugsjahr 2005) Forcierte Maßnahmenumsetzung bis 2030 Wirksamkeit für 2050 Für 2050: Weitgehender Ausstieg aus Nutzung fossiler Energie Beschlüsse von Paris als Eckpunkte für Transformation Bestmögliche Nutzung der volkswirtschaftlichen Chancen der Energiewende 6

7 Anforderungen an die österreichische Klima- & Energiepolitik ambitionierte, kombinierte Klima- und Energiestrategie Fossile Energie verteuern (derzeit falsche Preissignale) Steuer auf Arbeit senken Ressourcenverbrauch, Emissionen besteuern Umweltkontraproduktive Subventionen reformieren Bedeutung von Investitionen in nachhaltige Infrastruktur 2030 ist morgen, 2050 übermorgen lock-ins vermeiden Energie- und Ressourceneffizienz: Green Economy Industrie: für Ö extrem wichtig (Stahl, Zement, Chemie, Papier) 20 % Emissionshandel; EnergieeffizienzG Circular Economy (EU Package): Kreislaufführung: (Primär)Ressourcenverbrauch drastisch reduzieren (Urban Mining) Bioökonomie: nachwachsende, recyclier-, kompostierbare Rohstoffe 7

8 Anforderungen an die österreichische Klima- & Energiepolitik Raumwärme Emissionen gegen 0 reduzierbar; verpflichtende thermisch-energetische Sanierung Erneuerbare Energieträger Strom; Raumwärme/Fernwärme; Industrie; Verkehr Strom entscheidender Energieträger - Verbrauch steigend (Steuerung, Raumwärme, Mobilität) aus GHG-freier Produktion (BM Rupprechter: 2030) Novelle Ökostromgesetz mit Ausbauzielen über 2020 hinaus Netzausbau Verkehr 80% des Ölverbrauchs durch Verkehr Diversifizierung der Antriebstechnologien, Rückzug aus Vorherrschaft des Verbrennungsmotors Modal Split Richtung Umweltverbund, Reduktion der Automobilität insb. MIV Verkehrsleistung reduzieren Forschung & Innovation 8

9 Herausforderungen & Chancen Schlechte Nachricht = gute Nachricht: Es gibt eine Unmenge zu tun Richtig gemanagt mächtiger, kontinuierlicher Wachstumstreiber Transformation hat schon begonnen Divestment-Bewegung und -entscheidungen Investitionen in erneuerbaren Strom 2014 erstmals höher als in fossilen Strom/Atomenergie Beyond GDP Nutzen wir die Dynamik! 9

10 Kontakt & Information Georg Rebernig Geschäftsführer Umweltbundesamt GmbH Spittelauer Lände Wien/Österreich Tel.: +43-(0) /

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