Herr Herzog wird PROFI-Schiedsrichter

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1 Herr Herzog wird PROFI-Schiedsrichter Herr Herzog hat sich in drei Jahren ein ausgezeichnetes Image als Schiedsrichter erworben. Immer öfter wird der Ruf laut, dass er seinen bürgerlichen Beruf aufgeben und sich als Profi-Schiedsrichter sein Brot verdienen sollte. Für Herrn Herzog wäre das ein Traum. Allerdings hat er Frau und zwei kleine Kinder zu ernähren und möchte daher keine voreilige Entscheidung treffen. Besser zehnmal gerechnet, als einmal verschätzt lautet seine Devise. Wenn er sich tatsächlich als Schiedsrichter selbständig machen wollte, müsste er einiges investieren. Er geht daher von folgenden Ausgangsdaten aus. Profi-Ausbildungskurs und Schiedsrichter-Lizenz (gültig für vier Jahre) ,- wird aktiviert und auf vier Jahre abgeschrieben Komfortables und sicheres Auto für seine vielen Reisen. Er rechnet, dass er damit 4 Jahre lang fahren wird können. Kleines Büro (Die Wohnung würde zu klein sein) - Monatsmiete Computer mit großem Bildschirm. (voraussichtliche Nutzungsdauer: 4 Jahre) ,- 400, ,- Internet (monatlich) 30,- Easy Business Training GmbH,

2 Handygebühren (Pauschalbetrag monatlich) 50,- Zinsen für den Kredit (pro Jahr) 3.000,- Fahrtkosten und Unterkunft pro Spiel 200,- Sonstige laufende Ausgaben pro Monat 100,- Um seine privaten Fixkosten decken zu können, benötigt Herr Herzog 2.000,- Euro monatlich (Hinweis: Ist als Gesamtbetrag in der Plan-GuV-Rechnung als normaler Kostenfaktor zu berücksichtigen; Steuerfrage ist nicht relevant). Im Juni plant Herr Herzog folgende Investitionen zu tätigen: Großbildfernseher und Anlage (für Videoanalysen seiner Spiele); Nutzungsdauer: 5 Jahre Waschmaschine und Trockner (er möchte ab dann seine Berufskleidung selbst reinigen): 1.500,- 800,- Nutzungsdauer: 8 Jahre Herr Herzog hat sich in den letzten Jahren einiges auf die Seite legen können und verfügt über ein Sparguthaben von ,- Euro. Easy Business Training GmbH,

3 Den für die Investitionen notwendigen Restbetrag würde eine Bank finanzieren. Die für den Kredit anfallenden Zinsen betragen wie in der Tabelle bereits berücksichtigt jährlich 3.000,- Euro. Diese sind im ersten Jahr erst im Dezember fällig. (Hinweis: Es handelt sich um einen endfälligen Kredit. Die Kreditrückzahlung erfolg am Ende der Laufzeit). Die Fußball-Bundesliga zahlt pro Einsatz 1500,- Euro. Die Zahlungen erfolgen alle vier Monate im nachhinein (Anfang Mai / Anfang September / Anfang Januar) Profi-Schiedsrichtern werden 48 Einsätze im Jahr zugesagt. Diese verteilen sich auf das Jahr folgendermaßen. Monat Einsätze Januar 0 Februar 2 März 5 April 5 Mai 5 Juni 5 Juli 5 August 4 September 5 Oktober 5 November 5 Dezember 2 Falls er sich als Schiedsrichter bewährt, dann könnte er in den Folgejahren 60 Einsätze jährlich haben. Easy Business Training GmbH,

4 Aufgaben Finanzplanung 1. Erstellen Sie eine Eröffnungsbilanz zu Beginn des Jahres ( x) (Hinweis: Diese Lösung finden Sie bereits auf der letzten Seite; probieren sie es vielleicht aber vorerst selbst. Bevor Sie die folgenden Punkte angehen, sollten Sie allerdings Ihre Lösung mit der Musterlösung vergleichen). 2. Erstellen Sie eine Plan-GuV-Rechnung (in Staffelform) a. Berechnen Sie dabei auch den Deckungsbeitrag (Rohertrag) und den Cash flow. 3. Erstellen Sie einen monatlichen Liquiditätsplan a. Stellen Sie fest, in welchem Monat/in welchen Monaten es eine Überdeckung, in welchen es eine Unterdeckung gibt. 4. Erstellen Sie eine Plan-Bilanz zum Ende des Jahres ( x) 5. Berechnen Sie folgende Plan-Kennzahlen und geben Sie dazu eine Beurteilung ab: a. Eigenkapitalrentabilität (basierend auf der Plan-GuV-Rechnung und der Plan-Eröffnungsbilanz) b. Liquidität (Planbilanz) c. Eigenkapitalquote (Planbilanz) Aufgaben Investitionsrechnung 6. Berechnen Sie den Break-even-point (alle Fixkosten werden auf 1 Jahr gerechnet) 7. Berechnen Sie die Amortisationsdauer (in Monaten laut Einsatzplan) Easy Business Training GmbH,

5 8. Berechnen Sie den Mindestumsatz (Break-even-Umsatz) 9. Nennen Sie drei Variable, die geändert werden könnten, damit sich die Werte verbessern Aufgaben Businessplan / Marketing Erstellen Sie für Herrn Herzog als Schiedsrichter eine Corporate Vision ein Corporate Design Wer könnten die Stakeholder von Herrn Herzog sein? Wer ist der Kunde von Herrn Herzog? Welche Bedürfnisse hat dieser? Erläutern Sie, welche Bedürfnisse gemäß der Maslow-Pyramide Herr Herzog mit dem Schiedsrichter-Job erfüllen könnte. Welche Marketingmaßnahmen wären für Herrn Herzog denkbar? Easy Business Training GmbH,

6 LÖSUNGEN FINANZPLANUNG 1. Eröffnungsbilanz: Eröffnungsbilanz AKTIVA Kurs und Zertifikat Auto Computer Kassenbestand SUMME AKTIVA PASSIVA Eigenkapital Bankkredit SUMME PASSIVA Erläuterung: Die Ausbildung samt Lizenz wurde in der Bilanz aktiviert. Die ,- Euro werden auf 4 Jahre abgeschrieben. (In einer Steuerrechtlichen Bilanz würde man diese Kosten aus Gewinn mindernden Gründen nicht aktivieren). Easy Business Training GmbH,

7 2. Plan-GuV-Rechnung Umsatz variable Kosten = Deckungsbeitrag (Rohertrag) Mietaufwand Internet Mobilfunkgebühren (Handy) Sonstiger Aufwand Personalaufwand (Unternehmerlohn) = Cash flow (operativer) Abschreibungen = Betriebsergebnis Zinsaufwand = EGT (und Jahresergebnis vor Steuern) Hinweise: o Der Deckungsbeitrag pro Spiel beträgt 1.300,- Euro. (Prämie 1.500,- abzüglich 200,- Euro variable Kosten für Fahrtkosten) o Der Cash flow wurde auf Basis des Betriebsergebnisses berechnet (operativer Cash flow genannt) o Da es keinen außerordentlichen Aufwand gibt, entspricht das EGT auch dem Jahresergebnis vor Steuern. Easy Business Training GmbH,

8 3. Liquiditätsplan Monat Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember Zahlung Einzahlung Auszahlung Cash flow Bestand an liquiden Mitteln Hinweise: o In den Monaten März, April, Juli und August gibt es eine Unterdeckung (einen Liquiditätsengpass). Für diese Monate müssen entsprechende Vorkehrungen getroffen werden. o Die Einzahlungen im Januar setzen sich zusammen aus Euro Eigenkapital und Euro Bankkredit. o Bei den laufenden Auszahlungen werden die Ausgaben für die Investitionen berücksichtigt; allerdings nicht die Abschreibung. o Noch offen sind an Forderungen gegenüber dem Fußballverband (fällig im Januar des Folgejahres). Easy Business Training GmbH,

9 4. Plan-Bilanz Eröffnungsbilanz Schlussbilanz AKTIVA Kurs und Zertifikat Auto Computer Fernseher Waschmaschine 700 Forderungen Kassenbestand SUMME AKTIVA PASSIVA Eigenkapital Bankkredit SUMME PASSIVA Hinweise: o Eine Gegenüberstellung des Eigenkapitals der Eröffnungsbilanz mit der der Schlussbilanz ergibt eine Erhöhung des Eigenkapitals um Euro. Das entspricht exakt dem in der GuV-Rechnung ausgewiesenem Gewinn. Das bedeutet, dass die Rechnungen richtig erstellt wurden. o Die im Juni angeschafften Vermögensgegenstände werden mit einem vollen Jahresbetrag abgeschrieben (da sie vor dem 1. Juli angeschafft werden). o Der Kassenbestand in der Schlussbilanz ist aus dem Liquiditätsplan übernommen worden. Easy Business Training GmbH,

10 5. Plan-Kennzahlen Eigenkapital-Rentabilität = x 100 = 83,5 % Die Eigenkapital-Rentabilität ergibt einen ausgezeichneten Wert. (Der ROI ergibt ebenfalls einen hohen Wert von 25,9 %). Liquidität 1. Grades = x 100 = Die Liquidität 1. Grades ist mathematisch nicht zu berechnen (da die Division durch 0 erfolgt). Sie ist in jedem Fall als positiv zu bewerten. Eigenkapitalquote = x 100 = 45,20 % Die Eigenkapital-Quote ist mit 45 % ebenfalls sehr positiv zu bewerten. Trotz dieser positiven Werte muss nochmals darauf hingewiesen werden, dass es in diesem Jahr immer wieder zu Liquiditätsengpässen kommt, die das Unternehmen auch zum Scheitern bringen können (sofern es nicht gelingt, dafür entsprechende Mittel aufzutreiben). Easy Business Training GmbH,

11 INVESTITIONSRECHNUNG 6. Break-even-point Die jährlichen Fixkosten setzen sich folgendermaßen zusammen: Personal (Unternehmerlohn) Sonstiges (Miete, Internet, ) Abschreibungen Zinsen Summe Fixkosten Der Deckungsbeitrag pro Einsatz errechnet sich aus Prämie Variable Kosten (Fahrt, Unterkunft) 200 = Deckungsbeitrag pro Einsatz Break-Even-Point = = 36,43 Einsätze Easy Business Training GmbH,

12 7. Amortisationsdauer Die Investitionen haben sich nach 10 Monaten amortisiert. Im Oktober wird die Break-Even-Einsatzgrenze von 36,43 erreicht und auch deutlich überschritten. Das bedeutet, dass noch ca. 2,5 Monate lang Zeit bleibt,über die Investitionskosten hinaus einen Gewinn zu erzielen. 8. Mindestumsatz Der Mindest-Umsatz ergibt sich aus der Multiplikation der Break-Even- Absatzmenge mit der Prämie pro Einsatz: Mindestumsatz = 36,43 x = Euro 9. Variable Herr Herzog könnte versuchen, o eine höhere Prämie pro Einsatz zu erzielen o die Fahrtkosten und die Unterkunftskosten zu reduzieren o geringere Ausbildungskosten zu bezahlen o bei den Fixkosten zu sparen Easy Business Training GmbH,

13 BUSINESSPLAN / MARKETING 10. Corporate Vision: Die Corporate Vision von Herrn Herzog könnte folgendermaßen lauten: Ich möchte in fünf Jahren zu den besten Schiedsrichtern des Landes gehören. Sowohl die Spieler als auch die Zuschauer sollen mit dem Namen Herzog Fairness, Gerechtigkeit und Umsichtigkeit verbinden. Das Anpfeifen eines Finales vor Zuschauern soll einen Höhepunkt der Karriere markieren. 11.Corporate Design Herr Herzog könnte beispielsweise die Farbe Gelb zu seinem Corporate Design machen: eine gelbe Hose, ein gelbes Schweissband, gelbe Schuhe könnten zu seinem Markenzeichen werden. 12. Stakeholder Direkt und indirekt betroffen von Herrn Herzogs Schiedsrichteraktivitäten sind: - die Spieler - die Fußballklubs - die Zuschauer - der Fußballverband - Ausrüster - Sponsoren - die Medien Easy Business Training GmbH,

14 13. Kunden Der Kunde im engeren Sinn ist der Fußballverband. Dieser bezahlt die Prämien und entscheidet ob Herr Herzog eingesetzt wird oder nicht. Dessen Bedürfnisse sind: - eine hervorragende Qualität (= regelkonformes Schiedsrichtern auch in schwierigen Situationen) - Anerkennung bei den Spielern und bei den Clubs - Verlässlichkeit - Charisma (auch Schiedsrichter können zu Stars werden, die Zuschauer in die Stadien locken können) Als Kunden im weiteren Sinn könnten auch die Kunden des Fußballverbands (= Clubs, Zuschauer etc,) gesehen werden. Easy Business Training GmbH,

15 13. Maslow-Pyramide Physiologische Bedürfnisse: Sicherheitsbedürfnis Soziale Bedürfnisse Anerkennung Mit den Prämien kann Herr Herzog sich Essen, Heizung etc. kaufen Ein Auto mit entsprechenden Sicherheitsstandards, Versicherungen etc. können ebenfalls durch die Prämien bezahlt werden. Als Schiedsrichter kommt Herr Herzog mit vielen Personen in Kontakt (Spielern, Zuschauern etc.) Schiedsrichter sind bereits von Ihrer Funktion aus während des Fußballspiels Respektspersonen, deren Entscheidungen bedingungslos akzeptiert werden müssen (= Machtposition). Er hat zudem die Chance mit einer guten Leistung von vielen Seiten direktes Lob zu empfangen. Selbstverwirklichung Schiedsrichter Herzog kann nach Perfektion streben und versuchen Fehlentscheidungen praktisch gegen Null zu reduzieren. Seine Vision ein Finale zu pfeifen könnte auch einer seiner Höhepunkte seines Lebens sein. Easy Business Training GmbH,

16 14. Marketing-Maßnahmen Produktpolitik Preis- und Konditionenpolitik Durch ständige Weiterbildung seinen Marktwert steigern. Um die Zahl der Einsätze zu erhöhen, könnte er dem Fußballverband anbieten, bei schlechten Leistungen seine Prämie um 500,00 Euro zu reduzieren. Kommunikationspolitik - eine eigene Homepage - einen Newsletter - einen Webblog, wo er seine Entscheidungen erläutert - gute Kontakte zur Presse (Presseaussendungen, Interviews etc) - etc. Easy Business Training GmbH,

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