Zielmarktanalyse Türkei 2012

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1 Projektführendes Partnerlogo auf gleicher Höhe des Logos des Bundesministeriums und rechtsbündig in dilöschen Energie Zielmarktanalyse Türkei 2012 Geothermie in der Türkei mit Profilen der Marktakteure Deutsch Türkische Industrie- und Handelskammer

2 Herausgeber: Deutsch-Türkische Industrie- und Handelskammer Yeniköy Cad. No: 88 TR Tarabya Istanbul Telefon: Fax: Internetadresse: Kontaktperson: Didem Uycan, Autor: Didem Uycan Disclaimer: Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist unheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Unheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung des Herausgebers. Sämtliche Inhalte wurden mit größtmöglicher Sorgfalt und nach bestem Wissen erstellt. Der Herausgeber übernimmt keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Für Schäden materieller oder immaterieller Art, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen unmittelbar oder mittelbar verursacht werden, haftet der Herausgeber nicht, sofern ihm nicht nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden zur Last gelegt werden kann. 1

3 INHALTSVERZEICHNIS 1. LÄNDERPROFIL Politik Umweltpolitik der Türkei Kyoto-Protokoll Wirtschaftliche Struktur und Entwicklung der Türkei Investitionen Investitionen zwischen Deutschland und der Türkei Aussenwirtschaft Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland ENERGIEWIRTSCHAFT Entwicklung Vorkommen Primärenergieträger Energieerzeugung Energieverbrauch Energiepreise Türkei als strategischer Partner für Energieversorgung Strommarkt Elektrizitätserzeugung und verbrauch Energiepolitik ERNEUERBARE ENERGIEN Windenergie Bioenergie Solarenergie GEOTHERMIE Die geographische Lage und das Geothermiepotential der Türkei Aktuelle Situation und Zukunftperspektiven Marktakteure auf dem türkischen Geothermie-Markt GESETZLICHE RAHMENBEDINGUNGEN FINANZIERUNGSMÖGLICHKEITEN Kreditlinie der EBRD (Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung) TurSEFF

4 7. GESCHÄFTSCHANCEN UND MARKTHEMNISSE FÜR DEUTSCHE UNTERNEHMEN Chancen für den Marktzugang deutscher Unternehmen Markthemnisse und Risiken für deutsche Unternehmen Swot Analyse Türkei SONSTIGES Fachrelevante Messen & Veranstaltungen Relevante Fachzeitschriften ANHANG-1: ERNEUERBARE ENERGIEN GESETZ ANHANG-2: ÄNDERUNGSGESETZ ZUM GESETZ ÜBER STROMERZEUGUNG AUS ERNEUERBAREN ENERGIERESSOURCEN ANHANG-3: SEKTORELLE VERBÄNDE IM ENERGIEBEREICH ANHANG-4: WICHTIGE SONSTIGE ADRESSEN

5 TABELLENVERZEICHNIS Tabelle 1 - Volkswirtschaftliche Daten der Türkei Tabelle 2 - Volkszählung Tabelle 3 - Städteauflistung (> Einwohner) Tabelle 4 - Prioritätsregionen bei der Investition Tabelle 5 - Industrielle Produktion nach Provinzen Tabelle 6 - Die Einfuhr der wichtigsten Warengruppen (in Mrd. USD) Tabelle 7 Abgeschlossene Lieferverträge Erdgas Tabelle 8 Erdgas Importe Tabelle 9 Primärenergieträger Rohstoffvorkommen Tabelle 10 Energieerzeugung Tabelle 11 - Primärenergieverbrauch nach Energiequellen (in t Erdöläquivalent) Tabelle 12 - Gaspreise (TL pro cbm) 1) Tabelle 13 - Verkauf der Versorgungsunternehmen an Endkunden (Mio. cbm) Tabelle 14 - Strompreise (TL pro kwh) 1) Tabelle 15 - Überblick über die Produktion und den Verbrauch von Elektrizität Tabelle 16 - Elektrizitätserzeugung nach Energiequellen(Kapazität in MW, Erzeugung in GWh) Tabelle 17 - Elektrizitätsverwendung in (GWh) Tabelle 18 - Stromverbrauch nach Jahren Tabelle 19 - Stromverteilungsregionen in der Türkei Tabelle 20 - Kooperationen zwischen den ausländischen und türkischen Firmen im Energiebereich Tabelle 21 Potential der erneuerbaren Energien in der Türkei Tabelle 22 Windkraftanlagen in der Türkei Tabelle 23 Biomassepotential der Türkei Tabelle 24 Biomasse-Produktion Tabelle 25 Städte nach Sonnenstunden Tabelle 26 - Nutzung geothermischer Energie Tabelle 27 - Für die Stromerzeugung geeignete Gebiete Tabelle 28 Heizung von Gebäuden Tabelle 29 - Überblick über die Kreditlinie zur Förderung bestimmter Länder

6 Tabelle 30 Swot Analyse Türkei Abbildungen Abbildung 1 Benzinpreise Abbildung 2 Dieselpreise

7 Quellenverzeichis BOTAŞ, Enerji Yıllığı. (2011). BOTAŞ, Enerji Yıllığı. (2011). Das türkische Amtsblatt, Nr.:2737. (2010). Das türkische Amtsblatt, Nr.:2737;www.resmigazete.gov.tr. (2010). Das Türkische Energieministerium, (2011). Das Türkische Energieministerium, (2011). Das Türkische Energieministerium, Jahresprogramm der türkischen Regierung. (2011). Demirbaş. (2001). Deutsch-Türkische Industrie- und Handelskammer. (2007). Dünya - Wirtschaftszeitung, (2010). EGO, BURSAGAZ, ESGAZ, IGDAS, IZGAZ, GTAI - Germany Trade & Invest, (2010). EPDK - Regulierungsbehörde für den Energiemarkt, GTAI-Germany Trade & Invest, (2010) EUROSTAT, Das Türkische Energieministerium, IEA, (2009). GTAI - Germany Trade & Invest, (2010). Jahresprogramm der türkischen Regierung. (2010). PETDER-Verband der Erdölindustrie, Enerji Yıllığı. (2011). PWC Türkei, Enerji Yıllığı. (2010). Statistisches Bundesamt, GTAI-Germany Trade & Invest (2011). Statistisches Bundesamt, GTAI - Germany Trade & Invest, (2011). TEDAŞ - Das staatliche Stromversorgungsunternehmen, GTAI - Germany Trade & Invest, (2009). TEĐAŞ - Das staatliche Stromverteilungsunternehmen, (2009). TEĐAŞ - Das staatliche Stromverteilungsunternehmen, GTAI - Germany Trade & Invest, (2009). 6

8 TURSEFF - Turkey Sustainable Energy Financing Facility, (2012). TÜIK - Das türkische Statistikamt, Aussenhandel. (2011). TÜIK - Das türkische Statistikamt, Aussenhandel; (2011). TÜIK - Das türkische Statistikamt, Volkszählung;. (2008). TÜIK - Das türkische Statistikamt, Volkszählung; (2008). TÜIK - Das türkische Statistikamt;. (2008). TÜIK - Das Türkische Statistikamt; GTAI - Germany Trade & Invest;. (2011). TÜIK - Das türkische Statistikamt; (2008). TÜIK- Das türkische Statistikamt, GTAI - Germany Trade & Invest, (2011). TÜREB - Türkische Vereinigung für Windenergie, (2011). Verband für Geothermie, (2012). Verband für Geothermie, (2012). YEGM - Das Generaldirektorat für erneuerbare Energien, (2010). 7

9 EINLEITUNG Die Türkei gehört zu den 20 größten Volkswirtschaften. Das Land ist zum heutigen Zeitpunkt in hohem Maße von importierter Energie abhängig. 70 % der Energie in der Türkei wird importiert Der türkische Energiemarkt gehört mit einer steigenden Energienachfrage zweifelsfrei zu den weltweit dynamischsten. Um diesem Wachstum gerecht zu werden, müssen nach Angaben des Ministerium für Energie und natürliche Ressourcen bis zum Jahre 2020 Investitionen im Umfang von 120 Mrd. USD getätigt werden. Das Energiekonzept der türkischen Regierung ist hierbei durch einen Diversifikationsansatz geprägt, wodurch sowohl fosilse als auch erneuerbare Energiequellen in dertürkei zum Einsatz kommen werden. In Anbetracht des jährlich um 7 bis 8% steigenden Energieverbrauchs und drohender Engpässe in der Stromversorgung setzt die türkische Regierung zwar derzeit verstärkt auf den Ausbau der Kapazitäten bei Kohle- und Gaskraftwerken sowie den forcierten Bau von drei Atomkraftwerken. Das Bestreben, die hohe Importabhängigkeit bei Energierohstoffen abzubauen, dürfte mittelfristig einheimische Ressourcen stärker ins Zentrum rücken somit auch die Geothermie Die Türkei ist vielleicht arm an fosilen Energiereserven aber reich an erneuerbaren Energiequellen, die bisher nicht genug bewertet wurden. Im Rahmen der Vision für 2023 (das Jahr des hundertjährigen Bestehens der türkischen Republik) hat die Regierung das Ziel, den Anteils erneuerbarer Energien auf 30 % zu erhöhen. Die Regierung will auch den Anteil der Geothermie an der installierten Gesamtkapazität erhöhen. Die geothermischen Ressourcen befinden sich zumeist in der ägäischen Region. Ferner sind einige Ressourcen in Zentral- und Nordanatolien zu finden, weitere im ostanatolischen Vulkangebiet. Nach Angaben des türkischen Verbands für geothermische Energie entspricht das gesamte Potential der Türkei für die Stromerzeugung durch geothermische Energie einer Leistungskapazität von insgesamt MWe und zur Wärmeerzeugung MWt. Mit dem vorhandenen Potenzial könnten bei voller Auslastung rund 15 Prozent des türkischen Energiebedarfs gedeckt werden. Zur Zeit ist die Nutzung des Potenzials zur Stromproduktion mit installierten 30 MWe Anlagen sehr gering. Die direkte Nutzung der Geothermiereserven zur Wärmegewinnung liegt bei 983 MWt und liegt damit weit unter ihrem Ressourcenpotential. 8

10 Der private Sektor scheint bisher im Geothermiesektor kaum vertreten zu sein. Allerdings ermöglicht das Gesetz über Geothermale Quellen und natürliche mineralhaltige Wasser zur Nutzung geothermischer Ressourcen seit Juli 2007 auch der Privatwirtschaft den geothermischen Markt zu erschließen. Demnach können neben dem Staat auch natürliche und juristische Personen, sowie Privatunternehmen Nutzungsrechte erwerben. Nach der Vergabe zahlreicher Explorationslizenzen wird in den kommenden Jahren ein Boom in der Branche erwartet. 9

11 1. LÄNDERPROFIL Ein historischer Einschnitt für die Türkei die Gründung der Republik am 29. Oktober 1923 als Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches, durch den Staatsgründer Mustafa Kemal Paşa, später unter dem Beinamen Atatürk (Vater der Türken) bekannt. Atatürk verhalf der Türkei in das moderne Zeitalter, orientierte das Land in Richtung Westen und richtete eine klare Industrialisierungspolitik ein. Er schaffte das Sultanat, Kalifat und die Scharia ab, führte eine Kleiderreform ein, ersetzte die islamische Zeitrechnung durch den Gregorianischen Kalender und führte die lateinische Schrift ein. Zudem erfolgte die Einführung europäischer Rechtssysteme. Ende der achtziger Jahre reichte die Türkei offiziell ihren Antrag für eine Mitgliedschaft in der EU ein. Am trat die Zollunion mit der EU in Kraft. Für alle Industrieprodukte aus dem jeweiligen anderen Wirtschaftsraum werden seit dem keine Zölle erhoben. Ende der Neunziger bekam die Türkei den Status eines Beitrittskandidaten, womit am dann die Beitrittsverhandlungen zur EU offiziell aufgenommen wurden. Die Dauer der Beitrittsverhandlungen wird auf zehn bis fünfzehn Jahre geschätzt. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die volkswirtschaftlichen Daten der Türkei: Tabelle 1 - Volkswirtschaftliche Daten der Türkei Offizieller Landesname Republik Türkei Bevölkerungswachstum 1,6% Hauptstadt Ankara Korrespondenzsprachen Türkisch, Englisch, Deutsch Einwohner 74 Mio. (2010) Erwerbstätige Bevölkerung 25,9 Mio. (Oktober 2010) Durchschnittsalter 29,2 (2010) Präsident Abdullah Gül Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan Großstädte (Einwohner) Istanbul (13,3 Mio.), Ankara (4,8 Mio.), Izmir (3,9 Mio.), Bursa (2,6 Mio.), Adana (2,1 Mio.) Währung Türkische Lira (TL) Finanzzentrum Istanbul Bruttoinlandsprodukt (BIP): BIP Mio. TL BIP Mio. TL BIP pro Kopf 2011 (in USD) USD Inflationsrate 10,45 % (VPI 2011) 10

12 Nettoauslandsverschuldung (Oktober 2011) Währungsreserven (Februar 2012) Warenimporte 2011.aus Deutschland Warenexporte 2011.nach Deutschland Wichtigste Exportländer (2011) Wichtigste Importländer (2011) 306,551 Mio. USD 89,68 Mio. USD Mio. USD Mio. USD Mio. USD Mio. USD Deutschland, Vereinigtes Königreich, USA, Italien, Frankreich, Spanien, Holland, Russland Russland, Deutschland, China, USA, Italien, Iran, Frankreich Freihandelsabkommen Zollunion-Abkommen mit der EU Freihandelsabkommen mit Albanien, Bosnien Herzegowina, Kroatien, den EFTA-Mitgliedsländern (Schweiz, Norwegen, Island und Lichtenstein), Ägypten, Georgien, Israel, Marokko, Mazedonien, Montenegro, Palästina, Serbien, Syrien, Tunesien Quelle: (TÜIK- Das türkische Statistikamt, GTAI - Germany Trade & Invest, ) Die Türkei befindet sich sowohl auf dem asiatischen als auch auf dem europäischen Kontinent. Die zwei Kontinente sind nur durch den Bosporus und die Dardanellen voneinander getrennt. Die Landesfläche der Türkei umfasst ,38 km². Ihre Nachbarländer sind Bulgarien, Griechenland, Syrien, Irak, Iran, Aserbaidschan, Armenien und Georgien. Das Land stellt einen Brückenkopf zwischen der Region um das Kaspische Meer, dem Nahen und Mittleren Osten und Europa dar. Die Hauptstadt der Türkei ist Ankara und das Land ist in 81 Provinzen unterteilt. Die Türkei hat 18 Metropolen mit jeweils mehr als 1 Mio. Einwohnern. Darunter finden sich zehn Metropolen die besondere Bedeutung haben. Die Städte Istanbul mit rund 13,3 Mio. Einwohnern, Ankara mit etwa 4,8 Mio. Einwohnern und Izmir mit ca. 3,9 Mio. Einwohnern dominieren heute diese Rangliste. Im Ballungsraum der Marmararegion mit Istanbul, Bursa und Kocaeli leben insgesamt über 20 Mio. Einwohner. Die folgende Tabelle verweist auf Daten aus der letzten Volkszählung im Jahre 2008, wo die offiziellen Zahlen zuletzt veröffentlicht wurden. 11

13 Tabelle 2 - Volkszählung 2008 Nr. Provinzen Gesamt Männer Frauen 1. Đstanbul Ankara Đzmir Konya Bursa Adana Antalya Đçel Şanlıurfa Diyarbakır Summe Türkei (Total) Quelle: (TÜIK - Das türkische Statistikamt, Volkszählung; 2008) Darüber hinaus ist die Verstädterung in der Türkei weit voran geschritten. Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Auflistung von Städten mit mehr als Einwohnern (leider sind neue Zahlen noch nicht veröffentlicht worden). Tabelle 3 - Städteauflistung (> Einwohner) Entwicklungsstand der Regionen Regionen und Provinzen Anteil am BIP 2008 (%) BIP pro Kopf 2008 (US$) Anteil der Industrie (%) TR10 Istanbul 27, ,7 TR51 Ankara 8, ,9 TR41 Bursa, Eskişehir, Bilecik 6, ,1 TR31 Izmir 6, ,7 12

14 TR42 Kocaeli, Sakarya, Düzce, Bolu, Yalova 6, ,3 TR62 Adana, Mersin ,6 TR61 Antalya, Isparta, Burdur 3, ,7 TR33 Manisa, Afyon, Kütahya, Uşak 3, ,3 TR32 Aydın, Denizli, Muğla 3, ,8 TR83 Samsun, Tokat, Çorum, Amasya 2, ,6 TR21 Tekirdağ, Edirne, Kırklareli 2, ,6 TR90 Trabzon, Ordu, Giresun, Rize, Artvin, Gümüşhane 2, ,9 TR63 Hatay, Kahramanmaraş, Osmaniye 2, ,3 TR62 Konya, Karaman 2, ,3 TR72 Kayseri, Sivas, Yozgat 2, TR22 Balıkesir, Çanakkale 2, ,6 TRC2 Şanlıurfa, Diyarbakır 1, ,6 TRC1 Gaziantep, Adıyaman, Kilis 1, ,5 TR71 Kırıkkale, Aksaray, Niğde, Nevşehir, Kırşehir 1, ,1 TR81 Zonguldak, Karabük, Bartın 1, ,2 TRB1 Malatya, Elazığ, Bingöl, Tunceli 1, ,5 TRC3 Mardin, Batman, Şırnak, Siirt 1, ,2 TRB2 Van, Muş, Bitlis, Hakkari ,8 TRA1 Erzurum, Erzincan, Bayburt 0, ,9 TR82 Kastamonu, Çankırı, Sinop 0, ,3 13

15 TRA2 Ağrı, Kars, Iğdır, Ardahan 0, ,6 Quelle: (TÜIK - Das türkische Statistikamt; 2008) Die Türkei wird entwicklungspolitisch in drei Kategorien eingeteilt: Die entwickelten Provinzen, die normalen Provinzen und die Provinzen, die zu entwickeln sind, die sogenannten Prioritätsregionen. Für letztere gibt es weitere Förderungen, sofern Investitionen getätigt werden. Die Kategorisierung wird jedes Jahr von Neuem vorgenommen. Bei der dritten Kategorie der Prioritätsregionen gab es Provinzen. Für 2011 sind die selben Provinzen vorgesehen. Diese Provinzen können wie folgt aufgelistet werden: Tabelle 4 - Prioritätsregionen bei der Investition 1. Adıyaman 26. Kars 2. Ağrı 27. Kastamonu 3. Aksaray 28. Kırıkkale 4. Amasya 29. Kırşehir 5. Ardahan 30. Kilis 6. Artvin 31. Malatya 7. Bartın 32. Mardin 8. Batman 33. Muş 9. Bayburt 34.Nevşehir 10. Bingöl 35. Niğde 11. Bitlis 36. Ordu 12. Çanakkale 37. Osmaniye (einschl. Bozcaada u. Gökçeada) 13. Çankırı 38. Rize 14

16 14. Çorum 39. Samsun 15. Diyarbakır 40. Siirt 16. Elazığ 41. Sinop 17. Erzincan 42. Sivas 18. Erzurum 43. Şanlıurfa 19. Giresun 44. Şırnak 20. Gümüşhane 45. Tokat 21. Hakkari 46. Trabzon 22. Iğdır 47. Tunceli 23. Kahramanmaraş 48. Van 24. Karabük 49. Yozgat 25. Karaman 50. Zonguldak Quelle: (Das türkische Amtsblatt, Nr.:2737; 2010) 1.1. Politik Die Republik Türkei gab ihre erste Verfassung in 1924 frei. Die Grundsätze der Verfassung von 1921, insbesondere das Prinzip der Volkssouveränität wurden übernommen. Es wurde die große türkische Nationalversammlung (TBMM oder Parlament) als alleiniger Vertreter des Volkes bestimmt. Die zweite Verfassung wurde 1961 verabschiedet und führte das Zweikammerparlament ein. Die dritte Verfassung der Republik, die 1982 per Volksentscheid angenommen wurde, ist bis heute rechtskräftig. Gemäß dieser Verfassung ist die Türkei eine demokratische, laizistische, soziale und rechtstaatliche Republik. Für das Jahr 2012 ist eine neue Verfassung zu erwarten. Oberhaupt des Staates ist der Staatspräsident. Den Ministerrat bilden der Ministerpräsident und die von ihm bestimmten Minister bzw. Staatsminister. Die türkische Verwaltung ist zentralistisch. Das türkische Parlament, die große türkische Nationalversammlung, wird für vier Jahre gewählt (Mehrheitswahlrecht). Es gilt eine landesweite Zehn-Prozent-Hürde für den Einzug ins Parlament. 15

17 Am 12. Juni 2011 hat die Türkei das letzte Mal zur 24. Großen Nationalversammlung gewählt. Die regierende islamisch-konservative AKP (Adalet ve Kalkınma Partisi) unter Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan gewann zum dritten Mal in Folge die Parlamentswahl, verfehlte aber die angestrebte Zweidrittelmehrheit, um alleine die Verfassung ändern zu können. Die kemalistisch-sozialdemokratische CHP (Cumhuriyet Halk Partisi) trat zum ersten Mal mit ihrem neuen Vorsitzenden Kemal Kılıçdaroğlu zur Wahl an und wurde zweitstärkste Partei. Abdullah Gül, der ehemalige Außenminister der Türkei, dessen Wahl zum Staatspräsidenten zu den vorgezogenen Parlamentswahlen in 2009 führte, wurde im August 2007 zum 11. Staatspräsidenten der Türkischen Republik gewählt. Der ehemalige Generaldirektor vom staatlichen Wasserbehörde DSI, Prof. Dr. Veysel Eroğlu ist seit dem 29. August 2007 Minister für Umwelt- und Forstwirtschaft. In 2011 hat sich der Name des Ministeriums für Umwelt und Forstwirtschaft als Ministerium für Forst- und Wasserwirtscahft geändert. Die AKP setzt ihre Reformpolitik für die EU Mitgliedschaft weiter fort. Die langfristigen Perspektiven einer EU-Mitgliedschaft wirken sich positiv auf das Geschäftsklima aus. Laut dem Fortschrittsbericht der Europäischen Kommission leidet die Wirtschaft der Türkei allerdings, ungeachtet der Erfolge in der Haushaltspolitik und beim Wachstum, weiterhin unter erheblichen Schwächen. Die Mängelliste der Kommission reicht von Hürden für den freien Warenverkehr über das abgeschottete Auftragsvergabewesen, Lücken im Nahrungsmittelrecht bis zum begrenzten Fortschritt bei der direkten Besteuerung. Mittelfristig wird die Türkei jedoch nach Einschätzung der Kommission dem EU- Wettbewerbsdruck unter der Voraussetzung standhalten können, dass sie klar an ihrer erfolgreichen Stabilitätspolitik festhält und weitere entscheidende Schritte hin zu strukturellen Reformen unternimmt. An dieser Stelle ist anzumerken, dass die Politik wenig auf Umweltschutz ausgerichtet ist. Keine der genannten Parteien hat einen starken Umweltschutz zum Ziel. Dennoch wächst das Bewusstsein der Bevölkerung für die Umwelt. Die Politik ist viel stärker auf ein stetiges Wirtschaftswachstum ausgerichtet. Die Türkei unterhält zu vielen bedeutenden Energielieferländern intensive Handelsbeziehungen und hat in diesen Ländern bedeutende Absatzmärkte für ihre Produkte. Gleichzeitig richtet sich das Augenmerk der türkischen Industrie- und Energiepolitik auf einen Ausbau der Fernleitungen für Gas und Strom in Richtung Zentraleuropa. Aber auch für die Länder im Nahen Osten setzt man auf die Verstärkung von Energielieferungen. 16

18 Umweltpolitik der Türkei Die Türkei gehört zu den 20 größten Volkswirtschaften der Welt. Das Land ist zum heutigen Zeitpunkt in hohem Maße von importierter Energie abhängig. 70 % der Energie in der Türkei wird importiert. Die Hauptenergiequellen sind Öl und Erdgas. Der Bedarf an elektrischer Energie steigt in der Türkei jährlich um 8 %. Die Türkei strebt mehr Unabhängigkeit von Importen an. Sie hat aufgrund der regionalen Gegebenheiten hervorragende Voraussetzungen für erneuerbare Energieträger. Die Türkei hat neben einem Gesetz zur Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien ein Gesetz zur Steigerung der Energieeffizienz verabschiedet, welches der Thematik Erneuerbare Energien und effizientere Nutzung von Energieträgern einen nachhaltigen Stellenwert bescheinigt. Ohne hohe Einsparungen im Energieverbrauch durch verstärkte Nutzung von energieeffizienteren Systemen droht in der Türkei ein Versorgungsengpass in der Stromversorgung in den nächsten Jahren. Die Politik ist wenig auf Umweltschutz ausgerichtet. Keine der genannten Parteien hat einen starken Umweltschutz zum Ziel. Dennoch wächst das Bewusstsein der Bevölkerung für die Umwelt. Die Politik ist viel stärker auf ein stetiges Wirtschaftswachstum ausgerichtet. Die Türkei unterhält zu vielen bedeutenden Energielieferländern intensive Handelsbeziehungen und hat in diesen Ländern bedeutende Absatzmärkte für ihre Produkte. Gleichzeitig richtet sich das Augenmerk der türkischen Industrie- und Energiepolitik auf einen Ausbau der Fernleitungen für Gas und Strom in Richtung Zentraleuropa. Aber auch für die Länder im Nahen Osten setzt man auf die Verstärkung von Energielieferungen Kyoto-Protokoll Zusammen mit den USA war die Türkei bisher einer der Staaten, die das Abkommen aufgrund der Befürchtungen bezüglich der negativen Folgen für das Wirtschaftswachstum nicht unterzeichnete. Nach jahrelangem Zögern gab die Türkei 2008 bekannt das Kyoto- Protokoll zur Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen zu unterzeichnen. Bislang hatte die Türkei mit dem Argument, man müsse zuerst die eigene industrielle Entwicklung abschließen das Abkommen nicht angenommen. 17

19 Dem Kyoto-Protokoll ist die Türkei Anfang 2008 beigetreten. Das türkische Parlament hat mit großer Mehrheit am das internationale Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz ratifiziert. Von 252 anwesenden Abgeordneten stimmten 243 Abgeordnete für das Abkommen. Drei Parlamentarier stimmten dagegen, bei sechs Enthaltungen. Das Hauptargument für den Beitritt war nach jahrelangem Zögern die Option der Mitbestimmung bei der Gestaltung der Modalitäten. Die Türkei ist derzeit nicht unterden Ländern des Annex B, der jene Staaten enthält, die ihren CO2-Ausstoß bis 2012 auf den Stand von 1990 verringern wollen. Daher hat die türkische Regierung trotz der Ratifizierung des Abkommens aktuell kein CO2- Minderungsziel. Für den Umweltschutz werden hohe Kosten auf die Türkei zukommen. Schätzungen zufolge muss die Türkei bis zu 35 Mrd. Euro investieren, um die Umweltnormen der EU zu erfüllen. Ein neuer Kredit der Weltbank wird die Türkei bei der Umsetzung von Projekten zur Treibhausgasreduktion unterstützen. 600 Mio. USD sollen für Investitionen in Erneuerbare Energie- und Energieeffizienzprojekte zur Verfügung gestellt werden Wirtschaftliche Struktur und Entwicklung der Türkei Die türkische Wirtschaft hat die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise rasch überwunden: Nach einem Wachstumsrückgang im Jahre 2009 auf 4,7 % zog das Wirtschaftswachstum im Jahre 2010 wieder deutlich an und betrug 8,9%. Im ersten Halbjahr 2011 konnte die Türkei mit einem Wachstum von 10,2% sogar die weltweit höchste Wachstumsrate verzeichnen. Damit lag die Türkei auf Augenhöhe mit den Wachstumsökonomien der BRIC-Länder (Brasilien, Russland, Indien, China). Der positive Trend setzte sich im Verlauf des Jahres fort und belief sich für das Gesamtjahr 2011 innerhalb des von der türkischen Regierung vorgegebenen Korridors auf rund 8,0 Prozent. Für die Jahre prognostizieren die türkischen Verantwortlichen eine Stabilisierung der Entwicklung bei Wachstumsraten von 4%. Nach den Angaben der Weltbank fallen auch 2011 ca. 10 % des türkischen BIP auf den Landwirtschaftssektor, in dem ca. ein Drittel der Bevölkerung beschäftigt ist. Der breitgefächerte industrielle Sektor (Textil, Fahrzeuge, Chemie, Maschinen und Elektronik) hat mit einem Anteil am BIP von rund 22 Prozent und Wachstumsraten von bis zu 35 Prozent ebenfalls wesentlich zum wirtschaftlichen Wachstum beigetragen. Auch das 18

20 Baugewerbe hat durch die im Inland weiter wachsenden gewerblichen Flächen, wie Bürogebäude, Industrieanlagen, Gebäude für den Groß-und Einzelhandel seinen Teil zum wirtschaftlichen Erfolg des Landes geleistet. Mit ihren anstehenden inländischen Großprojekten, wie z.b. dem Bau der dritten Bosporus-Brücke sowie der Beruhigung der politischen Situation im nordafrikanischen Raum, wo türkische Bauunternehmen seit Jahren zahlreiche Aufträge entgegennehmen, blickt die Türkei weiterhin in ein aussichtsreiches Baujahr. Den größten Anteil am BIP machte wiederum der traditionell starke Dienstleistungssektor mit über 60 % aus, in dem ca 45% der Berufstätigen arbeiten. Hier sind vor allem steigende Besucherzahlen in der Tourismusbranche, mit der Türkei als sichere Insel in der Region, zu nennen. Dieser Anstieg ist auf zahlreiche ausweichende Urlauber als auch auf Touristen aus den arabischen Staaten selbst zurückzuführen. Mit einem robusten und lukrativen Bankenwesen nimmt auch der Finanzsektor eine immer bedeutendere Stellung im Wertschöpfungsprozess der Türkei ein wobei sich die Đstanbuler Börse (ISE) mittlerweile zu einer der weltweit aufstrebenden Börsen entwickelt hat. Die türkische Regierung hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, den Standort Istanbul innerhalb von zehn Jahren als ein regionales und binnen weniger Jahrzehnte als weltweites Finanzzentrum zu etablieren. Der Index für die Kapazitätsauslastung der türkischen Industrie betrug 75,4 Punkte. Auch wenn das Pro Kopf Einkommen erneut über USD lag, konnte ein Großteil der türkischen Arbeitnehmerschaft nicht entsprechend der sehr positiven wirtschaftlichen Entwicklung entlohnt werden. Der überwiegende Teil der Arbeitnehmerschaft in Industrie, Landwirtschaft und Handwerk beziehen weiterhin den offiziellen "Mindestlohn", der im zweiten Halbjahr 2011 auf 837 Türkische Lira brutto (rund. 335 Euro) festgesetzt wurde. Die offizielle Arbeitslosenquote ist im Jahresverlauf 2011 merklich gesunken. Im August wurde ein neuer Tiefstwert von 9,2% markiert, saisonbereinigt 9,6%. Zu beachten ist allerdings, dass die stille Reserve wegen der niedrigen Frauenerwerbsquote relativ groß ausfällt und die Jugendarbeitslosigkeit mit 18,6% ebenfalls signifikant höher lag. Eine wesentliche Säule für den Erfolg des wirtschaftlichen Wachstums waren die rasch zunehmenden Exporte. Diese überschritten 2007 erstmals die Grenze von 100 Mrd. US$ und konnten die Effekte einer nachlassenden Binnenkonjunktur kompensieren. Der Gesamtexport betrug im Jahr Mrd. USD (2009: 102 Mrd. USD; 11,5) während der Gesamtimport im Jahr 2010 bei 186 Mrd. USD (2009: 141 Mrd. USD; 31,7%) lag. wichtigste Handelspartner für den Import ist Deutschland. Durch die gestiegenen Rohstoffpreise für Primärenergieträger ist wertmäßig Russland an die erste Stelle der 19

21 Importe gerutscht. Der wichtigste Handelspartner für den Export seitens der Türkei ist Deutschland. Die Industrieproduktion konzentriert sich auf die Sektoren Textilien, Kfz und Kfz teile, Bau und Baumaterialien, Landwirtschaft, Chemie, Maschinenbau und Bergbau. Die Industrie ist stark exportorientiert. Es gibt ungefähr Unternehmen mit ausländischer Beteiligung. Hiervon sind mit stark steigender Tendenz mehr als 4000 deutsche Investitionen. Aufgrund der steigenden Handelsbeziehungen zu Russland entwickelt sich auch die Schwarzmeerküste zu einer Industrieregion. Die Provinzen Istanbul, Kocaeli, Bursa und Sakarya sind wichtige Industriestandorte in der Marmararegion. Izmir, Manisa und Denizli sind die bedeutendsten Zentren im ägäischen Raum. In der Mittelmeerregion sind Adana, Mersin sowie Antalya und in Zentralanatolien Ankara als die wichtigsten Industriezentren hervorzuheben. Die Mittelmeerprovinzen Antalya und Muğla gelten als die wichtigsten Zentren der türkischen Tourismusindustrie mit zahlreichen Hotelbetrieben und Jachthäfen. In den letzten Jahren konnten jedoch auch in einigen Gebieten Zentralanatoliens und Südostanatoliens deutliche Fortschritte erzielt werden. Als Beispiele für eine positive Industrieentwicklung gelten die Provinzen Konya, Kayseri und Gaziantep, wo zahlreiche kleine und mittelständische Betriebe (bspw. Maschinenbau) entstanden sind, die auch erfolgreich für den Export produzieren. Die Betriebe der stark expandierenden Kfz- und Zulieferindustrie sind vor allem in den Provinzen Istanbul, Kocaeli (Izmit), Bursa, Sakarya (Adapazarı) und Ankara angesiedelt, wie das Mercedes-Omnibuswerk in Hadımköy bei Istanbul, das Toyota-Werk in Adapazarı, die MAN-Omnibusfabrik in Ankara und die Pkw Fertigungsstätten von Renault und Fiat in Bursa. Die Textil- und Bekleidungsindustrie arbeitet neben den nordwestlichen und westlichen Provinzen Istanbul, Izmir, Edirne, Bursa, Denizli, Afyon und Aydın auch in Süd- und Südostanatolien, wie in Adana, Mersin, Hatay und Gaziantep. Die Standorte der chemischen Industrie, einschließlich Petrochemie und Erdölraffinerien, sind vornehmlich Istanbul, Kocaeli und Izmir. Betriebe der Elektrotechnik und Elektronik befinden sich mehrheitlich in Istanbul, Kocaeli, Manisa, Izmir und Denizli. Der Maschinenbau ist in den Provinzen Istanbul, Ankara, Izmir, Manisa, Aydın, Adana, Mersin und Konya verbreitet. 20

22 Tabelle 5 - Industrielle Produktion nach Provinzen Branche Lebensmittelindustrie Mehl und Mehlprodukten Zucker und Süssigkeiten Milch und Molkereiprodukten Tee Pflanzenöl Tabak und alkoholische Getraenke Gewebe-, Leder- und Kleidungsindustrie Provinz Eskisehir,Knya, Ankara (Mittelanatolien) und in grossen Städten wie Istanbul, Izmir, Bursa, Adana Usak, Sakarya Izmir, Balıkesir, Edirne und im Ostanatolien (Kars-Erzurum) und in der Ostküste des Schwarzes Meeres Rize in den Aegeis und Marmara Regionen Istanbul, Izmir, Tekirdağ, Adana, Samsun, Tokat Istanbul, Eskisehir, Kahramanmaraş, Erzincan, Izmir, Adana, Aydın, Denizli Gewebe aus Baumwolle Konfektion Istanbul, Izmir, Ankara Seide Bursa Leder Istanbul Metallindustrie Eisen und Stahl Karabük, Ereğli, Iskenderun Elazığ, Murgul, Samsun, Konya, Kupfer Kayseri Militärbedarf Kırıkkale Automotive und Hausgeräte Automobil Bursa, Sakarya, Izmir, Istanbul Schiff Istanbul, Kocaeli, Izmir Hausgeräte Istanbul, Kocaeli, Bursa, Gaziantep Chemie Medizin Istanbul, Samsun Farbstoff Istanbul, Izmir,Mersin Kocaeli, Izmir, Mersin, Batman, Petrolraffinerien Kırıkkale Zonguldak, Iskenderun, Balıkesir, Düngemittel Kocaeli, Kütahya, Adana Bauelemente Kocaeli, Izmir, Eskisehir, Adana, Zement Corum, Kırklareli Glas Istanbul, Kocaeli, Sakarya, Antalya Istanbul, Kocaeli, Bilecik, Keramik Canakkale, Izmir, Kutahya Quelle: (Deutsch-Türkische Industrie- und Handelskammer, 2007) 21

23 1.3. Investitionen Die Türkei hat sich im letzten Jahrzehnt zum echten Hot-Spot für ausländische Direktinvestitionen entwickelt. Für den Zeitraum 2008 bis 2010 bescheinigen die Vereinten Nationen der Türkei das 15. beste Investitionsklima weltweit (World Investment Prospect Survey 2008/2010). Die ausländischen Direktinvestitionen verzeichneten in der ersten Jahreshälfte 2011 mit rund 6,9 Mrd USD bereits ein beachtliches Wachstum. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 1,6 Mrd USD gewesen. Für die ersten 10 Monate das Gesamtjahres 2011 stieg die Investitionssumme auf 11.6 Mrd USD und stellte ein Wachstum von 86% im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum dar. Für ausländische Investoren waren das Bankwesen sowie Versicherungen, gefolgt von Energie und der verarbeitenden Industrie die attraktivsten Sektoren flossen 22 Mrd USD an Investitionen in die Türkei. Nach Angaben des türkischen Finanzministers kam in 2011 mit einem Anteil von 87 % und einem Investitionswachstum von 388%, der Großteil der Investitionen wieder aus den EU-Ländern. Hingegen nahmen die Zuflüsse aus den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens um 76 Mio USD und somit um 43,3 % ab. Investitionen aus Nordamerika stiegen um 140 % auf 439 Mio USD, und fernöstliche Quellen investierten insgesamt 163 Mio USD, ein Anstieg um 329 %. Insgesamt wurden im Jahr 2011 mehr ausländische Direktinvestitionen in der Türkei getätigt als in den Jahren zusammen war das Jahr für türkische Aktien und deren Anleger. Für das Jahr 2011 war es jedoch schwieriger, diesen Investmenterfolg zu halten. Hier liegt es hauptsächlich an der türkischen Zentralbank, den Balanceakt zu gewährleisten. Woanders freuen sich Ökonomen über leichte Verbesserungen in der Binnennachfrage, doch in der Türkei hat man sich längst an die konsumfreudige Bevölkerung gewöhnt. Es ist somit kein Wunder, dass die Börsianer seit Längerem schon Interesse am Bosporus zeigen. Besonders Đstanbul entwickelt sich immer mehr zu einem global hot spot für Invesments in allen Bereichen wofür nicht zuletzt die Eröffnung des ersten und einzigen Auslandsbüros der zur Weltbank gehörenden International Finance Corporation in Istanbul spricht. Hierbei profitiert die Türkei immer wieder von ihrer jungen Bevölkerung. Die demographische Perspektive der Türkei ist ausgesprochen günstig. Die Hälfte der Türken ist unter 29, dies wiederum kurbelt erneut den Binnenkonsum an. Denn je jünger ein Land, umso weniger ist es von den teuren Problemen einer alternden Bevölkerung betroffen wie 22

24 bspw. Deutschland, Italien oder Japan. Die junge Bevölkerung, die zudem eine sehr gute Ausbildung genoss und hoch motiviert ist, ermöglichte es außerdem, dass die Produktivität türkischer Arbeitskräfte zwischen 2002 und 2008 um 6,1% gestiegen war, Tendenz weiterhin steigend. Des Weiteren bietet die Türkei ein umfangreiches Förderprogramm für neue Investitionen an. Für ausländische Unternehmen ist dies ein weiterer überzeugender Grund in die Türkei zu kommen. Denn abhängig vom Ort des Investments ist die reguläre Körperschaftssteuer für technologieintensive Produktion von 20% auf bis zu 2% reduziert. Im Blickpunkt von Immobilieninvestoren aus aller Welt steht der türkische Immobilienmarkt und ist bei diesen aufgrund der niedrigen Objektpreise und der hohen Mietrenditen sehr begehrt. Mit einer Mietrendite von 5,48% wird die Türkei als der beste Investitionsstandort in Europa betitelt und liegt damit vor Frankreich, Spanien und Portugal. So ist es, das die Immobilienverkäufe an Ausländer in den letzten Jahren mit dem teilweise recht anhaltenden Wachstum des Immobilienmarktes neue Rekordstände erreichte. Von haben Personen ausländischer Nationalität in die Türkei investiert. Insbesondere in Häuser oder Grundstücke. Die Immobilienverkäufe an Ausländer beliefen sich allein in den letzten fünf Jahren auf 14,4 Mrd. USD Investitionen zwischen Deutschland und der Türkei Der deutsche IT-Markt ist mit einem Volumen von 145 Milliarden Euro im Jahr 2011 der größte Europas und der viert größte weltweit. Der türkische Markt wiederum ist zurzeit der dynamischste in Europa. Das Marktforschungsinstitut EITO rechnet mit einem Wachstum von 7,3% auf 21,7 Mrd. Euro. Im Jahr 2010 verkauften türkische Unternehmen IT- Dienstleistungen für 21 Mio. Euro nach Deutschland. Ebenfalls im vergangenen Jahr verkauften deutsche Firmen Informations- und Telekommunikationsgeräte und Systeme für 608 Mio Euro in die Türkei. Bis zum Jahr 2023 ist eine Marke von über 160 Mrd. USD angestrebt. Türkische Investitionen im Ausland haben in 2011 auf sich aufmerksam machen können. So haben z.b. türkischen Mobilfunkunternehmen Turkcell und Telekom ihre ersten Unternehmensaktivitäten in Europa aufgenommen. Turkcell, Marktführer für Mobilfunkstellen, strebt eine Expansion nach Westeuropa an. Der Start wurde Anfang April in Deutschland gemacht. Zu nennen ist in diesem Zusammenhang auch die Übernahme des baden-württembergischen Automobilherstellers Odelo durch die Bayraktarlar Holding. Des 23

25 Weiteren haben das türkische Unternehmen Genpower Generator (Hersteller von Generatoren) in Frankfurt (Oder) und AS KĐM (Hersteller von Synthetischen Zusatzstoffen) in Düren eigene Produktionshallen eröffnet. Der Handel in der Türkei ist ein weiterer Investitionsschub für deutsche Firmen. Mehr als 4000 deutsche Unternehmen haben mittlerweile Filialen oder Niederlassungen in der Türkei. Die Kaufkraft ist enorm stark. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn die bekanntesten deutschen Firmen auch in den türkischen Markt einsteigen wollen. Mittlerweile sind immer mehr Beispielfirmen zu benennen, wie bspw. die Schuhkette Deichmann. Sie hat in den vergangenen Jahren 40 Filialen in 23 Städten eröffnet. Darüber hinaus ist Real beinahe in jeder türkischen Stadt vertreten, die türkischen Handwerker finden ihr Werkzeug bei Praktiker oder Bauhaus, die elektronischen Geräte werden von Saturn oder Media-Markt gekauft und Kosmetikartikel bei Rossmann. In der Textilbranche ist das Unternehmen C&A in den Markt eingetreten. Folgende deutsche Firmen sind bereits länger in der Türkei aktiv, die Auflistung ist nicht abschließend: Daimler Crysler (1967), MAN (seit 1966), Bayer (seit 1880), BASF und Siemens sind seit mehreren Jahrzehnten in der Türkei aktiv. An dem Bau der Bagdad Bahn-Ende des 19. Jahrhunderts und Beginn des 20. Jahrhunderts-waren unter anderem die Thyssen AG und die Deutsche Bank AG beteiligt. Der deutsche Konzern RWE, einer der größten Energieversorger Europas, hat gemeinsam mit seinem türkischen Joint Venture Partner Turcas, den Errichtungsvertrag für das geplante 775 Megawatt Gas- und Dampfkraftwerk in Denizli (Westtürkei) unterzeichnet. Ferner hat Borusan EnBW Enerji mit der Investition in das RES Projekt (Windkraftanlage) einen guten Start in der Türkei gemacht. Nach Bandirma RES hat das Unternehmen eine weitere Investition in Yedigöl Aksu getätigt, diese nennt sich HES (Wasserkraftanlage). Mit diesen Investitionen soll die Kapazität auf 300 GWh erhöht werden. Noch in diesem Jahr, möchte das Unternehmen drei neue Projekte starten, so Mehmet Acarla, Geschäftsführer Borusan EnBW Enerji. Dadurch soll der zukünftige Fokus des Unternehmens auf den aktiven Stromverkauf gelegt werden. In den nächsten 5 Jahren sollen weitere 2 Mrd. USD in diese Branchen investiert werden, um das Ziel von zweitausend MW zu erreichen. Zur installierten Kapazität tragen die RES und HES Anlagen insgesamt 75% bei. 24

26 1.4. Aussenwirtschaft Es ist für Unternehmen aus Zentraleuropa nicht mehr ausreichend, nur heimische Märkte zu beliefern. Die Türkei bildet durch ihre geographische Lage zwischen Ost und West eine ideale Exportbasis. Das starke Wirtschaftswachstum der Türkei hatte Rekordwerte für den Außenhandel in 2011 zur Folge. Während die Importe sich im Vergleich zu 2010 um 30% auf 240 Mrd. USD erhöhten, konnte beim Export ein Anstieg von 18,5% auf 135 Mrd. USD verzeichnet werden. Der mittelfristige Plan der türkischen Regierung prognostiziert für 2012 zwar ein verlangsamtes Wachstum geht aber von einem weiteren Anstieg der Exporte auf 148,5 Mrd. USD und der Importe auf 248,7 Mrd. USD aus. Es ist weiterhin die EU, die mit großem Abstand der wichtigste Handelspartner der Türkei ist. Die EU-Staaten machen 37,8% der gesamten Einfuhren und 46,2% der türkischen Exporte aus, wobei hier insbesondere das bilaterale Handelsvolumen zwischen Deutschland und der Türkei mit einem Ansteig um 27,3% auf insgesamt 36,9 Mrd USD hervorzuheben ist. Die zwischenstaatlichen Handelsbeziehungen zu Rußland betrugen 29,9 Mrd.USD und die zur VR China 24,2 Mrd.USD, gefolgt von Italien mit 21,3 Mrd. USD und den USA mit 20,6 Mrd. USD. In der Reihe der wichtigsten Lieferländer stachen in 2011 neben den oben genannten Ländern Importe aus Indien und dem Iran (vor allem Erdöl) hervor. Mit letztgenanntem sind entsprechende Verträge zur Vervielfachung des Handelsvolumens in den nächsten fünf Jahren bereits abgeschlossen. Weiterhin haben die Exporte in den Irak sowie die Staaten der ehemaligen Sowjetunion stark zulegen können. Tabelle 6 - Die Einfuhr der wichtigsten Warengruppen (in Mrd. USD) Nr. Warengruppe Veränderung (%) 1 Energierohstoffe, Elektrizität 38,5 54,1 40,6 2 Maschinen und Anlagen 21,3 27,1 27,5 3 Eisen und Stahl 16,1 20,4 26,7 4 Kfz 13,4 17,2 28,1 5 Elektrogeräte 14,6 16,8 15,0 25

27 6 Kunststoffe und Waren daraus 9,7 12,6 29,3 7 Gold, Silber, Schmuck 3,0 7,0 131,2 8 Organische Chemikalien 4,4 5,5 25,1 9 Arzneimittel 4,4 4,7 6,5 10 Kupfer und Waren daraus 3,3 4,1 24, Zusammen 128,8 169,6 31, Anteil (%) Insgesamt 185,5 240,8 29,8 Quelle: (Statistisches Bundesamt, GTAI - Germany Trade & Invest, 2011) Unter Betrachtung der Anteile der verschiedenen Gütergruppen am Import 2011 zeigt sich, dass Rohstoffe und Vorprodukte über zwei Drittel des Importwertes 2011 ausmachen. Auf die Nachfrage nach Energie gehen 22,5% der Einfuhren der Türkei zurück. Fast 50% der Importe sind folglich andere Rohwaren und in der Produktion benötigte Vorprodukte. Der Wert der eingeführten Investitionsgüter übertrifft den Import von Konsumgütern deutlich, was als ein Zeichen der fortgesetzten Dynamik der türkischen Wirtschaft zu sehen ist. Die wichtigsten Exportgüter in 2011 stellen sich wie folgt dar, wobei das größte Exportwachstum die chemische Industrie und die Stahlindustrie vorzuweisen hatte. Tabelle 7 - Wichtigste Exportgüter (in Mrd. USD) HS Warengruppe Veränderung (%) 87 Kraftfahrzeuge 13,8 15,8 14,4 84 Maschinen und Anlagen 9,4 11,6 22,8 72 Eisen und Stahl 8,7 11,2 28,5 85 Elektrische Maschinen und Geräte 7,5 8,9 18,0 61 Bekleidung, aus Gewirken oder Gestricken 7,7 8,4 8,6 27 Mineralische Brenn- und Schmierstoffe 4,5 6,5 46,2 26

28 73 Produkte aus Eisen und Stahl 4,9 5,8 18,8 62 Bekleidung, nicht aus Gewirken oder Gestricken 4,6 5,1 10,6 39 Kunststoffe und Waren daraus 3,7 4,6 23,3 8 Früchte und Nüsse 3,5 3,9 12,0 Insgesamt 113,9 135,0 18,5 Quelle: (TÜIK - Das türkische Statistikamt, Aussenhandel; 2011) Rund 80% des türkischen Außenhandels wird via Seeweg abgewickelt. Der rasche Anstieg des Ex- und Imports führte dazu, dass türkische Häfen mit dem Außenhandel immer weiter wuchsen. Es wird prognostiziert, dass in den nächsten fünf Jahren die Umschlagskapazität türkischer Häfen um rund ein Viertel auf ca. 400 Mio. t im Jahr erhöht wird. Roll on-roll off Verladeanlagen sind nicht nur für den Export der wachsenden Zahl von Autos aus der Türkei von großer Bedeutung, sondern auch für den kombinierten Verkehr, wie beispielsweise der Liniendienst von Tekirdağ aus ins französische Toulon im März Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland Deutschland und die Türkei verbinden vielfältige und intensive Beziehungen. Diese greifen Jahrhunderte zurück. In Deutschland leben ca. 3 Millionen Menschen mit türkischer Herkunft, davon inzwischen über mit deutscher Staatsangehörigkeit. Nach Angaben der türkischen Regierung leben ca Deutsche in der Türkei. Für die bilateralen Beziehungen ist das ein bedeutender Faktor. Sowohl die türkischen als auch die deutschen Medien thematisieren die bilateralen Beziehungen ausgiebig, wie z.b. die größte türkische Zeitung Hürriyet, mit Auflage in Deutschland, sowie der Euro D TV Kanal, welcher türkischsprachige Programme seit zehn Jahren von Deutschland aus nach ganz Europa sendet. Die Türkei ist ein attraktiver, aufstrebender Markt für Unternehmen aus der Hightech- Industrie. Die deutsche ITK-Branche (Informationstechnologie- und Telekommunikationsbranche) und die CeBIT IT-Messe in Hannover machten das Land am Bosporus nun zum offiziellen Partnerland Auf der CeBIT 2011 haben sich die türkischen ITK Unternehmen mit internationalen Herstellern, Einkäufern, Verkäufern und 27

29 Endanwendern getroffen und ihre neuesten Technologien vorgestellt. Die Türkei ist einer der dynamischsten Märkte des eurasischen Raumes. Die türkischen IT-Projekte haben Vorbildcharakter für die umliegenden Länder. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, hat auch bei der Eröffnung der IT Messe CeBIT in Hannover, die enge Verbundenheit der Türkei mit Deutschland betont. Nicht nur der menschliche Faktor, sondern auch die kultur-diplomatische Beziehung zwischen Deutschland und der Türkei stellt eine wichtige Rolle dar. Istanbul, Essen und das Ruhgebiet waren Kulturhauptstädte Dies war ein wichtiger kultureller Beziehungspunkt zwischen Deutschland und der Türkei. Gleichzeitig feiern Istanbul und Berlin das 20-jährige Bestehen ihrer Städtepartnerschaft. Die Türkei gehört ebenso zu den wichtigsten Partnerländern in der Hochschulzusammenarbeit mit dem Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern als wichtigstes Instrument. Organisationen wie der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Alexander von Humboldt Foundation (AvH), die Deutsche Forschungsgemeinschaft, sowie private Initiativen sind große Hilfen bei der Realisierung des kulturellen Austauschs. Die Zweigstellen des Goethe-Instituts befinden sich in Ankara, Istanbul und in Izmir. Im Jahr 2006 wurde die ERNST-REUTER- Initiative für Dialog und Verständnis (ERI) gegründet, welche die Bereiche Kunst, Kultur nund Medien, Jugend und junge Berufseinsteiger, Wissenschaft und Integration umfasst. Die geplante Deutsch-Türkische Universität in Istanbul wurde durch Projekte der ERI ins Leben gerufen. Mit dem Besuch von Bundespräsident Wulff in der Türkei im Oktober 2010 wurde dann der erste Stein der Universität enthüllt. Zudem war die Türkei im Herbst 2008 Partnerland der Frankfurter Messe und der Berliner Musikmesse Popkomm. Die wichtigste und stärkste Beziehung zwischen der Türkei und Deutschland bleibt die Wirtschaft. Mit aktuell rund 4400 deutschen Unternehmen nimmt Deutschland im puncto ausländischen Direktinvestitionen seit Jahren einen Spitzenplatz in der Türkei ein, wobei es vor zehn Jahren noch keine 500 Unternehmen waren. Für die aufstrebende Zusammenarbeit sind das Beschäschftigungspotenzial, die Kompetenz und die Kreativität der türkischen Unternehmen wichtige und notwendige Eigenschaften. Neben der hervorragenden Lage für Exporte in weitere Länder des nahen und mittleren Ostens, ist die stetig wachsende junge Bevölkerung ein Anreiz für Deutschland, mit der Türkei auch künftig zu kooperieren. Bereits seit 1984 ist die deutsche Wirtschaft in der Türkei durch ein Deligiertenbüro des Deutschen Industrie-und Handelskammertags (DIHK) vertreten worden. Nach langjährigen Vorarbeiten des Deligiertenbüros, ist 1994 die Deutsch-Türkische Industrie- und 28

30 Handelskammer zu Istanbul gegründet worden. Daraufhin wurde dann im Jahre 2003 die Türkisch-Deutsche Außenhandelskammer in Köln eröffnet. Seit April 2011 hat die Deutsch- Türkische Industrie- und Handelskammer eine Zweigstelle in Izmir. 29

31 2. ENERGIEWIRTSCHAFT Der Energiemarkt ist für die türkische Wirtschaft einer der vielversprechendsten und zukunftsorientiertesten Branchen. Aufgrund der aktuellen Privatisierungen, Lizenzverträge und strategischen Partnerschaften hat der Energiemarkt in der Türkei ein schnelles Wachstum und eine schnelle Liberalisierung erlebt. Parallel zum Prozess der Privatisierung wird der Übergang der wettbewerbsfähigeren Marktstruktur unterstützt. Durch die stark wachsende Bevölkerung und vor allem der Wirtschaft, kann die Energieversorgung in den nächsten Jahren nur mit massiven Investitionen gedeckt werden. Lange waren der Bau von bis zu 3 Atomkraftwerken, mehreren Braunkohlekraftwerken (die Türkei hat große Vorräte an allerdings minderwertiger Braunkohle) und der Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien im Gespräch. Im Mai 2010 wurde dann ein Abkommen zwischen der Türkei und Russland für den Bau eines Atomkraftwerkes in Mersin/ Akkuyu unterzeichnet. Ein zweites Kraftwerk ist für die Schwarzmeerregion Sinop geplant. Die Gesamthöhe der Investitionen zur Deckung des Energiebedarfs in der Türkei bis 2023 wird auf ca. 130 Mrd. US-Dollar geschätzt. Um einen gemeinsamen Energiemarkt mit der EU zu schaffen, hat die Türkei ihr Energienetz an den Netzverbund der UCTE (Union für die Koordinierung des Transports von Elektrizität)angeschlossen. 2.1 Entwicklung Die Türkei hat in den 80zigern und 90zigern massive Investitionen in Staudammprojekte getätigt und kann seitdem den Strombedarf im Inland weitestgehend decken, so dass es nur noch vereinzelt zu Stromausfällen kommt. Diese sind zudem häufig auf Wettereinflüsse zurückzuführen. Gleichzeitig konnte durch die Investitionen die häufig vorkommende Wasserknappheit in den Sommermonaten überbrückt werden. In den letzten Jahren hat die Türkei weitere Investitionen im Bereich Stromerzeugung getätigt. Zu diesen Investitionen zählt bspw. ein Kohlekraftwerk in Đskenderun, welches als BOT-Projekt unter Mitwirkung von deutschen Stromversorgern gebaut und im Jahr 2004 eröffnet wurde. Durch extrem trockene Sommer- und Wintermonate, in denen sich die Staudämme nicht auffüllen konnten und durch die gestiegene Stromnachfrage kommt es in den vergangenen Jahren wieder verstärkt zu Strom- und vor allem Wasserausfällen. Geheizt wurde vorher vorwiegend mit Braunkohle. In den 90er Jahren wurden langfristige Erdgas- 30

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