Messer machen Mörder 2. Modul. Arbeiten mit Fallbeispielen

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1 Messer machen Mörder 2. Modul Arbeiten mit Fallbeispielen

2 Fallbeispiel 1

3 Tatortfotos

4

5

6 Was könnte passiert sein?

7 Was für Konflikte sind denkbar? Wie verhält man sich? Wie kann man Eskalation vermeiden? Fragestellungen

8 Der 18- jährige Alex ist zusammen mit seiner Freundin mit der S- Bahn unterwegs. Beim Umsteigen auf einem Bahnhof wird die Freundin von einem Mann angerempelt und beschwert sich darüber. Alex will seiner Freundin helfen und spricht den Mann an. Dann plötzlich schlägt und rangelt er sich mit ihm. Passanten trennen die beiden. Wie kam es zum Konflikt?

9 Was empfindet Alex in seiner Situation? Wie kann sich Alex verhalten? Wie kann sich Alex Freundin verhalten? Fragestellungen

10 Der Mann vom S- Bahnhof steigt in den Wagon, im dem Alex und seiner Freundin bereits sitzen und der Streit entbrennt erneut. Beide stehen sich gegenüber und beginnen, sich zu schubsen, es wird mit Fäusten gekämpft bis Alex sein Taschenmesser zieht und während des Kampfes zweimal zusticht. Er trifft im Oberkörper und in der Leistengegend. Die Stiche sind 7-8 cm tief. Das Herz Wird getroffen. Der Mann fällt um und stirbt ein paar Minuten später an seinen stark blutenden Verletzungen. Eine Reanimation bleibt erfolglos. Alex will aus der Tram raus und nur noch weg von dem Ort. Er wird von Passanten aufgehalten und später der Polizei übergeben. Wie geht es weiter?

11 Quelle: BZ,

12 ca.7 cm Klingenlänge Tatmesser

13 Warum hat Alex das Messer gezogen und sich nicht anders gehandelt? Wie geht es Alex damit, dass er einen Menschen getötet hat? Wie geht die Freundin mit der Situation um? Weitere Fragestellungen

14 Was kommt auf Alex jetzt zu? Wie sieht Alex Zukunft aus? Wie geht es der Familie von dem getöteten Mann? Fragestellungen

15 Fallbeispiel 2

16 Fotos von Tatort und Opfer

17 Wochenende, 04:00 Uhr morgens, in der Diskothek Luna wird gefeiert. Immer wieder verlassen Gäste den Laden, um draußen auf dem Vorplatz zu trinken und zu rauchen. Auch die Freunde Micha und Kevin stehen vor der Diskothek und trinken aus einer Wodka- Flasche. Micha und Kevin werden von zwei anderen Typen angesprochen. Alle Personen sind merklich betrunken. Einer der Männer will etwas vom Alkohol abhaben. Als Kevin ihm die Flasche nicht geben will und zurückpöbelt, versucht der Mann ihm die Flasche, wie selbstverständlich aus der Hand zu nehmen. Es entsteht ein Gerangel. Der Mann ist schon so stark betrunken, dass er taumelt und sich nicht Orientieren kann. Einige Personen aus der Gruppe von Micha und Kevin verlassen Die Diskothek, sie rufen den beiden zu, dass sie weiter ziehen wollen. Darunter auch die Freundinnen von Micha und Kevin. Sie sehen, dass die Jungs sich lautstark mit zwei Fremden unterhalten. Micha s Freundin weiß, dass ihre Freund ein Messer in seiner Tasche hat Diskothek Luna

18 Welche Emotionen beherrschen die agierenden Personen? Wie fühlen sie sich in der Situation? Was denkt Micha? Überlegt er sein Messer einzusetzen? Gefährdet er sich nicht auch selbst, wenn er statt Fäusten das Messer ins Spiel bringt? Fragestellungen

19 Welchen Weg gibt es aus der angespannten Situation heraus? Welche Gedanken könnten die vorbeigehenden Freunde haben? Welche Verantwortung haben speziell die Freundinnen? Weitere Fragestellungen

20 Aus der Rangelei, an der alle vier Jungs beteiligt sind, entspinnt sich ein Kampf eins gegen eins. Kevin und einer der anderen Männer prügeln aufeinander ein und bewegen sich im Kampf hin und her. Micha will Kevin helfen, obwohl Kevin sich offensichtlich selbst wehren kann und geht dazwischen. Er boxt den anderen Mann in Richtung Straße und wird dort später lebensgefährlich verletzt aufgefunden. Er hat insgesamt 7 Stiche in den Oberkörper bekommen, einer davon hat seine Lunge verletzt und er hat sehr viel Blut verloren. Er braucht 20 Liter Blutkonserven, um zu überleben. Hätte sein Freund ihn nicht so schnell in ein Krankenhaus gebracht, wäre er mit 29 Jahren verstorben- wegen einer Flasche Wodka und wegen diesem Messer in Micha s Tasche. Fallauflösung

21 Tatmesser mit Blutanhaftungen

22 Wie geht es Micha nach der Tat? Wie fühlt er sich im Gefängnis allein mit seinen Gedanken? Erkennt er selbst, dass er ohne Nachzudenken aus einer Situation heraus einen Menschen so schwer verletzt hat, dass dieser fast gestorben wäre? Was bedeutet die Tat für sein Leben? Wie geht es dem Opfer nach der Tat? Weitere Fragestellungen

23 Fallbeispiel 3

24 Ein junges Pärchen, Oliver und Nadine, im Alter zwischen 17 und 20 Jahren befinden sich nach einem Kinobesuch auf dem Weg nach Hause. Sie fahren mit einem Bus und treffen dort auf eine Gruppe von Gleichaltrigen, die zusammen unterwegs sind, um auf eine Party zu gehen. Die Gruppe besteht aus einigen Jungs und einem Mädchen. Es ist etwa 22:30 Uhr. Die Gruppe Jugendlicher macht die Nadine an. Das Mädchen in dieser Gruppe beteiligt sich nicht an der Anmache. Die Jungs sind laut und alkoholisiert. Oliver geht auf die Anmache seiner Freundin ein und stellt sich beschützend vor sie. WAS PASSIERT? Busfall

25 Es entwickelt sich folgender Dialog: Oliver: Lasst meine Freundin in Ruhe! Gruppe: Was willst du von uns? Oliver und Nadine steigen an der nächsten Station aus dem Bus aus, die Gruppe folgt ihnen laut grölend und pöbelnd. Oliver: Ihr sollt uns in Ruhe lassen! Gruppe: Halt die Klappe, sonst stechen wir dich ab! Oliver: Macht doch, das traut ihr Euch sowieso nicht.

26 Wie kann der Dialog weitergehen? Was empfindet Oliver währenddessen? Was geht in der Gruppe von Jugendlichen vor? Was für Möglichkeiten gibt es, um die Aggressionen zu entschärfen? Was für Möglichkeiten hat Oliver? Was für Möglichkeiten hat die Nadine bzw. das Mädchen aus der Gruppe? Fragestellungen

27 Eine Person aus der Gruppe fühlt sich herausgefordert und zieht ein Messer. Er greift Oliver unvermittelt an. Es entsteht ein kurzes Gerangel. Plötzlich liegt der Oliver auf dem Boden, er blutet und wird bewusstlos. Die Gruppe flüchtet vom Ort. Nadine ist allein mit ihrem schwer verletzten Freund und tätigt den Notruf. Fallauflösung

28 Präventionskonzept Messer machen Mörder Herausgeber: Der Polizeipräsident in Berlin Landeskriminalamt LKA 11 - Delikte am Menschen - Keithstr. 30, Berlin Tel.: Projektbetreuung: LKA 11 Fr. Herrmann Koordination: LKA 1 FüD Fr. Fröhlich-Weber Fotos: StA Berlin, Institut für Rechtsmedizin Charité Berlin Eigendruck im Selbstverlag ZSE IV C 4233, , 05/15

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