Ziele der Ausbildung zum Brandschutzhelfer/ Selbsthilfekraft. Bewusstsein für Gefahren im Betrieb entwickeln Zur Verhütung von Bränden beitragen

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2 Ziele der Ausbildung zum Brandschutzhelfer/ Selbsthilfekraft Bewusstsein für Gefahren im Betrieb entwickeln Zur Verhütung von Bränden beitragen Der Brandschutzhelfer/ Selbsthilfekraft soll Gefahren frühzeitig erkennen, richtig beurteilen und gegebenenfalls Gegenmaßnahmen vorschlagen und einleiten können. Er muss daher, neben der persönlichen auch die fachliche Eignung besitzen".

3 Allgemein zum Brandschutz Bei uns hat s noch nie gebrannt! Der Umstand, dass in vielen Gebäuden jahrzehntelang kein Brand ausbricht, beweist nicht, dass keine Gefahr besteht, sondern stellt für die Betroffenen einen Glücksfall dar, mit dessen Ende jederzeit gerechnet werden muss. (OLG Münster)

4 In Deutschland brennt es jährlich über mal. Daraus resultieren Schäden in Höhe von ca. sieben Milliarden Euro. Durch Brände verlieren in Deutschland jährlich etwa 600 Menschen ihr Leben Über Menschen werden lebensgefährlich verletzt. Weitere werden leicht verletzt.

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6 Was ist Brandschutz? Unter dem Begriff Brandschutz versteht man alle Maßnahmen zur Vermeidung von Bränden und zur Minimierung von Brandschäden. Unter dem Begriff "vorbeugender Brandschutz" versteht man die Gesamtheit aller Maßnahmen vor einem Brandausbruch, die geeignet sind Brände möglichst zu vermeiden oder diese an ihrer Ausbreitung zu hindern.

7 Rechtliche Grundlagen Der Brandschutz wird in den unterschiedlichen Gesetzen und Verordnungen geregelt: Zum Beispiel: Bayerische Bauordnung (BayBO) Sonderbauvorschriften Normen/ Richtlinie Feuerwehrgesetz (eingeschränkt)

8 sonstige Gesetze etc. Feuerwehrgesetze TRbF StörfallVO Arbeitsschutzgesetz Berufsgenossenschaftliche Regeln VdS Richtlinien vfdb Richtlinien Ingenieurmethoden im Brandschutz Industriebaurichtlinie Leitungsanlagen- Richtlinie Hochhausrichtlinie Verkaufsstättenverordnung Krankenhausrichtlinie Versammlungsstättenverordnung Beherbergungsstättenverordnung Garagen- und Stellplatzverordnung Immissionsschutz und viele mehr.

9 Beispiel: Bayerische Bauorndung 15 Brandschutz (1) Bauliche Anlagen sind so anzuordnen und zu errichten, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch (Brandausbreitung) vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind. Der Entstehung und der Ausbreitung von Feuer und Rauch vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren und wirksame Löscharbeiten möglich sind.

10 Übersicht der wichtigsten Normen im Brandschutz: DIN Feuerwehrplan DIN Flucht- und Rettungsplan - DIN ISO DIN Flächen für die Feuerwehr DIN Brandschutzordnung DIN Löschwasserteich DIN Löschwasserbrunnen DIN EN3- Tragbare Feuerlöscher DIN Löschwassereinrichtungen DIN Brandmeldeanlagen DIN Hinweisschilder für den Brandschutz DIN Feuerwiderstandsprüfungen DIN Brandverhalten von Baustoffen DIN Rauchschutztüren

11 Hinweis zur Rechtslage von Verbindlichkeiten von Gesetze, Richtlinien etc. verbindlich: Gesetze bedingt verbindlich: Verordnungen und Unfallverhütungsvorschriften nicht verbindlich: Normen, Richtlinien, Sicherheitsregeln, Regeln der Technik

12 Brandschutzorganisation im Betrieb

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14 Der Brandschutzhelfer ist in der betrieblichen Brandschutzorganisation unter dem Brandschutzbeauftragten angesiedelt. Der Brandschutzhelfer arbeitet in der Regel nach der Weisung vom Brandschutzbeauftragten, dem Sicherheitsbeauftragten oder der Fachkraft für Arbeitssicherheit.

15 Aufgaben Brandschutzhelfer/ Selbsthilfekraft???? Leider gibt es in Deutschland kein Regelwerk, dass die Aufgaben von einem Brandschutzhelfer regelt.

16 Aufgaben Brandschutzhelfer/ Selbsthilfekraft Die Aufgaben von einem Brandschutzhelfer orientieren sich in der Regel an den Gefahren und Brandschutzanforderungen im Betrieb. Mögliche Aufgaben können sein: Mitwirkung in der Ausbildung von Mitarbeitern, wie z.b. jährliche Brandschutzunterweisung

17 Weitere mögliche Aufgaben: die Organisation und Betreuung von Brandschutzeinrichtungen die Überwachung der Benutzbarkeit von Fluchtund Rettungswegen Evakuierung im Brand- und Notfall Einweisungsaufgaben Feuerwehr im Notfall Überwachung von feuergefährlichen Arbeiten Einleitung von Maßnahmen im Notfall

18 Brandlehre

19 Für eine Verbrennung braucht es bestimmte Voraussetzungen, wie: - Brennbarer Stoff - Sauerstoff - Mengenverhältnis - Zündquelle Fehlt eine dieser Voraussetzungen, ist eine Verbrennung (Brand) nicht möglich.

20 Brandklassen

21 Brandrisiken im Betrieb

22 Brandrisiken im Betrieb Feuergefährlichen Arbeiten Rauchen Brandstiftungen Elektrogeräte

23 Brandrisiko feuergefährliche Arbeiten Beispiele: Bei Schweißarbeiten an einer Heizungsanlage fielen unbemerkt Schweißperlen durch eine Öffnung zwischen den Rohren in das als Polstermöbellager dienende Kellergeschoß. Das dortige Lager geriet in Brand. Ein Lagerarbeiter, der den Raum nicht schnell genug verlassen konnte, erstickte im Brandrauch. Sachschaden ! Auch der Brand im Düsseldorfer Flughafen (1996) wurde durch Schweißarbeiten verursacht. 16 Menschen starben beim Brand.

24 Brandrisiken im Betrieb Schutzmaßnahmen vor einem Brand: - - Rauchverbot im Betrieb - - keine feuergefährliche Arbeiten ohne Schutzmaßnahmen - - nur begrenzte Mengen an brennbaren Flüssigkeiten u. Materialen am Arbeitsplatz - - Vorsicht bei Lagerung von Gegenständen im - Außenbereich. (Gefahr vor Brandstiftungen!) - - Defekte Elektrogeräte und Leitungen austauschen - durch eine Elektrofachkraft

25 Fortsetzung Schutzmaßnahmen Eine Brandentstehung bei feuergefährlichen Arbeiten kann man durch diverse Maßnahmen vorbeugen. Zum Beispiel: - Aufräumen der Arbeitstelle - Abdecken (Gegenstände und Einrichtungen) - - Abdichten (Fugen, Öffnungen und dergleichen) - - Prüfung der Arbeitsgeräte (defekte Arbeitsgeräte etc.) - - Brandposten/ Brandwache

26 Gemäß ASR A2.2 (Maßnahmen gegen Brände) gilt bei Feuergefährlichen Arbeiten: 1: Bei den Arbeiten muss ein Feuerlöschgerät mit mind. 6 LE vorgehalten werden. 2: Schulung von Personen mind. alle 3 bis 5 Jahre, die feuergefährlichen Arbeiten durchführen (Theorie + Praxis) Im übrigen, gelten die Anforderungen aus der BGR

27 Fortsetzung Schutzmaßnahmen Eine Brandentstehung bei feuergefährlichen Arbeiten kann man durch diverse Maßnahmen vorbeugen. Zum Beispiel: - Aufräumen der Arbeitstelle - Abdecken (Gegenstände und Einrichtungen) - Abdichten (Fugen, Öffnungen und dergleichen) - - Prüfung der Arbeitsgeräte (defekte Arbeitsgeräte etc.) - - Brandposten/ Brandwache

28 Mögliche Reichweiten vom Funkenflug. Dementsprechend ergeben sich auch die Brandgefahren und die Schutzmaßnahmen die ergriffen werden müssen.

29 Bevor feuergefährliche Arbeiten beginnen muss ein Erlaubnisschein für die feuergefährlichen Arbeiten vorliegen. In einem Erlaubnisschein werden vom Betriebsleiter oder von einem Beauftragten die Schutzmaßnahmen und Hinweise für die Durchführung der feuergefährlichen Arbeiten festgelegt. Hinweise kann man unter Umständen auch in einer speziellen Betriebsanweisung finden.

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31 Löschgeräte

32 Übersicht Löschgeräte Tragbare Feuerlöscher Schaum, Wasser, Pulver, CO², Fettbrand, Metallbrandpulver Fahrbare Feuerlöscher Schaum, Pulver, CO² sonstige Löschgeräte Löschdecke

33 Feuerlöscher Feuerlöscher sind so genannte "tragbare Feuerlöschgeräte" zum Bekämpfen von Entstehungsbränden. 90% aller Brände könnten sich, bei rechtzeitiger Erkennung durch Kleinlöschgeräte, bekämpfen lassen.

34 Feuerlöscher und Aufbau Feuerlöscher Schaumlöscher Wasserlöscher Pulverlöscher Kohlendioxidlöscher

35 Anwendung Wie wir aus den Brandklassen Wissen, gibt es unterschiedliche brennbare Stoffe, für diese brennbaren Stoffe gibt es auch unterschiedliche Löschmittel. Nachfolgend die Übersicht:

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37 Einsatz vom Feuerlöscher Je nach Art von Feuerlöscher, gibt es Unterschiede bei der Inbetriebnahme vom Feuerlöscher sowie bei der Brandbekämpfung.

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40 Im Brandfall

41 Einwirkung von Rauch und Hitze

42 Hinweise zum Verhalten Setzen Sie den Notruf 112 ab, beachten Sie die 5- W- Fragen Wo geschah der Notfall? Was geschah? Wie viele Verletzte gibt es? Welche Art der Erkrankung oder Verletzung liegt vor? Warten auf Rückfragen!

43 Hinweise zum Verhalten Verlassen Sie das Gebäude schnell, aber nicht überhastet Die giftigen und heißen Brandgase sammeln sich meist zuerst unter der Decke des Raumes und strömen von dort zum Boden. Bleiben Sie deshalb in Bodennähe. Sammeln Sie sich draußen an einer sicheren Stelle und prüfen, ob jemand fehlt. (Sammelstelle) Alarmieren Sie Mitarbeiter/ Besucher etc.. Weisen sie die eintreffenden Rettungskräfte ein.

44 Hinweise zum Verhalten Was sollte man nicht machen? Seine Tätigkeit in Ruhe abschließen sich in Ruhe ankleiden Schmuck- und Wertsachen zusammensuchen, ein immer größer werdendes Feuer selber bekämpfen wollen, wenn man schon draußen ist, noch etwas holen wollen.

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46 Sonstiges Brandschutzbegehung Anforderungen Flucht- und Rettungswege Brandschutzunterweisung

47 Je nach Aufgabengebiet vom Brandschutzhelfer, kann dieser zu den nachfolgenden Aufgaben, wie die Unterstützung bei der Brandschutzunterweisung oder zur Begehung herangezogen werden.

48 Brandschutzbegehung

49 Brandschutzbegehung Die Erfahrungen zeigen, dass nach Nutzungsbeginn im täglichen Betrieb die Regelungen zum Brandschutz immer nachlässiger gehandhabt werden - bis hin zur völligen Ignoranz. Einige Beispiele :

50 Brandschutzbegehung Fluchtwege werden blockiert, z. B. durch Möbel und Papiervorräte. Brandabschnittstüren bzw. Rauchschutztüren werden durch Keile offen gehalten. Zulässige Brandlasten werden durch anwachsende Kabelmengen oder geänderte Nutzungen überschritten. Rauchmelder in der Nähe von "Raucherecken" werden bewusst außer Funktion gesetzt.

51 Brandschutzbegehung Brandabschottungen werden bei Arbeiten geöffnet und/oder beschädigt. Brandschutzbegehungen sollten mind. ein- bis zweimal im Jahr erfolgen. Da die Handlungsweise der Mitarbeiter in der Regel nicht vom böswilligen Vorsatz, sondern von der betrieblichen Notwendigkeit oder Bequemlichkeit bestimmt wird, kann es nicht Sinn einer Brandschutzbegehung sein, Täter zu finden und zu bestrafen.

52 Anforderungen an Flucht- und Rettungswege Flucht- und Rettungswege sollen die Flucht aus eigener Kraft oder die Rettung durch Dritte aus einem gefährdeten in einen gesicherten Bereich oder ins Freie ermöglichen. Weil sie maßgeblich für den Schutz von Personen vor den Auswirkungen durch Brände, Freisetzung gefährlicher Stoffe und anderen Gefahren sind, ist ihre Beschaffenheit in verschiedenen Vorschriften des Baurechts und des Arbeitsstättenrechts geregelt.

53 Anforderungen an Flucht- und Rettungswege Die Anzahl sowie die Breite richtet sich nach der Geometrie des Gebäudes und der Anzahl der maximal zu erwartenden Personen. Sie sollen einen kurzen Weg ins Freie oder in einen gesicherten Bereich ermöglichen. Der Verlauf der Rettungswege im Gebäude muss dauerhaft durch nachleuchtende Schilder gekennzeichnet werden. Wenn durch den Ausfall der allgemeinen Beleuchtung ein gefahrloses Verlassen des Gefahrenbereichs nicht möglich ist sollte eine Sicherheitsbeleuchtung installiert werden, damit auch bei Stromausfall oder Verrauchung der Weg erkennbar bleibt.

54 Türen von Notausgängen sollen in Fluchtrichtung nach Außen aufschlagen. Außentüren am Ende von Flucht- und Rettungswegen müssen von innen jederzeit ohne Hilfsmittel zu öffnen sein. Schlüsselkästen sich nicht mehr zulässig. Flucht- und Rettungswege dürfen durch Gegenstände in ihrer notwendigen Breite nicht eingeschränkt werden, die Brandlast darf nicht durch Abstellen von Gegenständen oder durch Einrichtung erhöht werden.

55 Lichte Breiten von Türen müssen auf die notwendige Breite erweitert werden. Aus jedem Aufenthaltsraum einer Arbeitsstätte müssen zwei von einander unabhängige Fluchtund Rettungswege vorhanden sein. Sie können über den selben notwendigen Flur führen. Der 2. Rettungsweg kann je nach Landesbauordnung auch durch ein Fenster verlaufen oder mittels Geräte der Feuerwehr hergestellt werden.

56 Grundsätze Anforderungen an Flucht- und Rettungswege sie müssen selbstständig begangen werden können möglichst kurz sein müssen ständig frei gehalten werden ins Freie oder in einen gesicherten Bereich führen dauerhaft gekennzeichnet sein

57 Anforderungen an Flucht- und Rettungswege Die Fluchtweglänge muss möglichst kurz sein: für Räume, ausgenommen Räume nach b) bis f) bis zu 35 m für brandgefährdete Räume mit selbsttätigen Feuerlöscheinrichtungen bis zu 35 m für brandgefährdete Räume ohne selbsttätige Feuerlöscheinrichtungen bis zu 25 m

58 Anforderungen an Flucht- und Rettungswege für giftstoffgefährdete Räume bis zu 20 m für explosionsgefährdete Räume bis zu 20 m für explosivstoffgefährdete Räume bis zu 10 m

59 Anforderungen an Flucht- und Rettungswege

60 Anforderungen an Flucht- und Rettungswege

61 Anforderungen an Flucht- und Rettungswege

62 Anforderungen an Flucht- und Rettungswege Neue Norm für die Erstellung von Flucht- und Rettungspläne sowie neue Sicherheitszeichen. DIN ISO / DIN EN 7010

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64 Anforderungen an Flucht- und Rettungswege Neue Zeichen:

65 Brandschutzunterweisung

66 Brandschutzunterweisung 12: Unterweisung (Arbeitsschutzgesetz) (1) Der Arbeitgeber hat die Beschäftigten über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit während ihrer Arbeitszeit ausreichen und angemessen zu unterweisen. Die Unterweisung umfasst Anweisungen und Erläuterungen, die eigens auf den Arbeitsplatz oder den Aufgabenbereich der Beschäftigten ausgerichtet sind.

67 Brandschutzunterweisung 12: Unterweisung (Arbeitsschutzgesetz) - Fortsetzung Die Unterweisung muss bei der Einstellung, bei Veränderungen im Aufgabenbereich, der Einführung neuer Arbeitsmittel oder einer neuen Technologie vor Aufnahme der Tätigkeit der Beschäftigten erfolgen. Die Unterweisung muss an die Gefährdungsentwicklung angepasst sein und erforderlichenfalls regelmäßig wiederholt werden.

68 Brandschutzunterweisung Mindestinhalte der Brandschutzunterweisung: Einführung Verhalten im Brandfall Verbrennungsvorgang und Voraussetzungen Brandklassen und Löschmittel Erläuterungen zu den einzelnen Feuerlöschern Fragen/ Diskussion Praktische Löschübung (Umweltschutz beachten!)

69 Brandschutzunterweisung Die Dauer der Unterweisung beträgt in der Regel zwischen 1 bis 3 Stunden. Bei einer größeren Anzahl von Teilnehmern an der Unterweisung, sollte die Unterweisung in Gruppen mit höchstens 20 Teilnehmern beschränkt werden.

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